Supper Club mit Guido Vinci in “Freddy Leck seine Küche”

Was macht die gelangweilte Foodbloggerin in Berlin so – außer des Abends nach getaner Arbeit, Arbeit und Arbeit schnell was in der heimischen Küche zusammenzurühren? Sich auf dem Sofa einrollen? Sanft entschlummern? Wilde Partys feiern? Fast.
Supper-Club-Collage-bsStiftung Warentest hat nämlich das Verlagsprogramm erweitert und macht jetzt – auf den allerersten Eindruck hin ziemlich gut – in Kochbüchern. Und um diese vorzustellen, es ist ja zugegebenermaßen irgendwie nicht das erste mit Stiftung Warentest assoziierte Thema, luden sie verschiedene Pressevertreter/innen  und Foodblogger/innen zum Italian Gourmet Supper Club* in “Freddy Leck seine Küche“. (Jaha.. nich lachen. Datt heißt wirklich so. Liegt gleich neben “Freddy Leck seinem Waschsalon”. Hat bestimmt wieder irgendwas mit Hipstern und Berliner Coolness zu tun.) Am Herd stand Guido Vinci und zauberte ein mehrgängiges Menü mit Wildkräutersalat, (den Göttern sei Dank!) nicht-nach-Rote-Beete-schmeckendem-Rote-Beete-Risotto mit Parmesanschaum und Proseccogelee, niedrigtemperaturgegartem Bio-Kabeljau auf Mangoldsmoothie und Orangensouffleeküchlein mit einer süßen Auberginenvanillesauce, die (ebenfalls den Göttern sei Dank) nicht nach Aubergine schmeckte. Da meine Kamera bei dem Licht nicht kooperieren wollte, gibt es leider nur ein paar schrömmelige Handyschnappschüsse.
Supper-Club-Menü-bs Tja.. was soll ich sagen. Zwischen bunten 60er Jahre-Tapeten, herzzerreißender Marienfigur (hätte die nur in meine Handtasche gepasst…) und im Lichte von Kerzen und einem herrlichen Kitschklunker-Kronleuchter saßen wir in dem kleinen Raum an einer großen Tafel, ließen uns direkt daneben wunderbar bekochen und haben uns hervorragend unterhalten. Es war wirklich eine ausnehmend schöne und angenehmen Atmosphäre, was sicherlich auch daran lag, dass das Team von Stiftung Warentest den Event nicht zu einer aufdringlichen Werbeveranstaltung à la Kaffeefahrt ausgebaut hatte.  Das einzige Manko war die etwas schlechte Akustik des Raumes, bei knapp 20 Personen wird es dann halt sehr schnell etwas laut. Etwas schade auch, dass man im Grunde nur mit einem Drittel der Anwesenden (denen, die in direkter Hörnähe um einen herum saßen) ins Gespräch kam. Es war insgesamt herrlich unaufgeregt und dennoch ein besonderer Rahmen.  Ein warmer Abend, bei dem man sich toll unterhalten, neue Kontakte knüpfen und alte auffrischen konnte und ganz nebenbei noch ein paar Kleinigkeiten zu den Kochbüchern und ihrer Herstellung erfuhr. Endlich konnte ich Petra – mit der ich ja quasi seit Jahren täglich via Twitter kommuniziere – mal live sehen. Von der lieben Ulrike bekam ich zudem noch ein Fläschchen von ihrem selbstgebrauten Tonic-Sirup zugesteckt. Sehr sympathische Neuentdeckungen des Abend waren dann auch noch die Mädels von Angel of Berlin und Bella kocht.

Zu den Büchern komme ich dann schlussendlich auch noch. Beim Herausgehen mitgenommen habe ich mir nur das Kochbuch “Beeren“** von Linda Louis, das am 15.04.2014 erscheint. Beim Hindurchblättern heute entpuppte sich dies als wirklich  interessantes Buch, auch wenn Linda Louis in einem Rezept so ein wenig die Konsistenzen von mittelalterlichem Lemon Posset und Everlasting Syllabub durcheinander zu werfen scheint. Aber nicht nur Rezepte zu allen möglichen Beeren sind hier vertreten, auch jeweils ein Steckbrief und genauere Infos zu Ernte, Anbau (ich wühle ja sowieso gerne in der Erde meines Schattengartens), Inhaltsstoffen und Verwendung sind zu finden. Und es finden sich verheißungsvoll köstliche Neuentdeckungen: Die Litschitomate war mir bis dato unbekannt – mir juckt der Anbau derselbigen in den Fingern. Und auch die Früchte des Westlichen Erdbeerbaums sehen bezaubernd aus. Ganz neu und spannend war für mich, dass die, schon oft interessiert beäugten, Früchte von Fuchsien tatsächlich essbar sein sollen. Ein weiteres Buch von Stiftung Warentest, das mir demnächst hoffentlich ins Haus flattern wird, ist “Gutes Essen – Lebensmittel selber machen“** – das trifft einfach auf den ersten Blick total meinen Nerv und ist gut für meinen neugierigen Selbermachtrieb, der mich ja schon seit frühester Kindheit dazu zwingt, möglichst viel auszuprobieren und einfach mal mit den eigenen Händen anzufertigen.

*Dieses Posting ist als Werbung gekennzeichnet, da ich Produkte unentgeltlich zur Verfügung gestellt bekommen habe. Dies hatte allerdings keinerlei Einfluss auf meine Meinung.
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9 Antworten

  1. Karin

    Liebe Shermin,
    wow, Du bist ja schnell mit dem Bericht! Wie schön Du unseren Abend beschrieben hast. Ich habe mich sehr gefreut, den lieben Mensch, der hinter diesem tollen Blogs steht, persönlich kennenzulernen…
    LG Karin

  2. Shermin

    @Karin – Vielen Dank für deinen lieben Kommentar. Ich wollte mir gestern eigentlich nur ein paar kurze Notizen machen und dann wollte der Artikel halt raus und geschrieben sein. Ist manchmal einfach so. 😉 Wir haben uns ja leider erst gegen Ende kennengelernt, weil du am anderen Tischende verortet warst. Auf bald und ganz liebe Grüße!

  3. Foodfreak

    Vielen Dank für den schönen Bericht. Ein richtig hipper Laden ist ja so gar nicht die Location, in der man mich üblicherweise antrifft, aber es hat viel Spaß gemacht mit den Bloggern und Journalisten und natürlich dem coolen Team von der Stiftung Warentest,.

  4. Shermin

    @Foodfrreak – Du weißt ja, dass ich Edelkitsch liebe (auch wenn ich bei der Tapete des Gesamtkunstwerks streiken würde…). Aber auch ich bin eher selten in superhippen Locations zu finden. (Muss ich nach diesem Geständnis jetzt an den Katzentisch der unhippen Foodblogger/innen? Weigere mich, mich dafür zu schämen. Ich glaub, ich mach nen Club auf. ;))

  5. Gabi

    Schon wegen unseren Alters schließen Ulrike und ich uns der Vereinigung unhipper Blogger auch an 😉 Schöner und zutreffender Bericht (vor allem, was die Atmosphäre anging), da musste ich gar nicht mehr schreiben, sondern nur noch auf dich verweisen!

  6. Shermin

    @Gabi – Schön von dir zu lesen! Bus noch bekommen? 😉 Und ich hab doch an dem Abend von Ulrike gelernt, dass man das “Den Club der reifen Genießerinnen” nennt… (Bin wegen jugendlichem Alter quasi die unhippe Club-Außenstelle.)

  7. Ulrike

    Hach, gefallen hat es der unhippen reifen Genießerin, die sich prächtig mit unhippen Genießerinnen in jedem Reifestadium versteht :-) Jetzt warte ich auf das bundesweite unhippe GenießerInnen-Treffen *gg*

  8. Shermin

    @Ulrike – Ist in Arbeit, zumindest mache ich mir intensive Gedanken darum und visiere so grob den Herbst an… Ich hoffe das klappt.

  9. Gabi

    Ich wäre dabei :-)

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