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Grüße zwischen den Jahren

Ich wünsche euch noch eine schöne Zeit und einen sicheren Schritt in der dunklen Zeit zwischen den Jahren.
Mögen eure Feiertage friedlich, besinnlich und mit zahlreichen Freunden, netter Familie und  zauberhaften Stunden angefüllt und mit gutem Essen und Getränken gewürzt sein. Kommt gut ins neue Jahr.

Liebe Grüße

Shermin

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Die jährliche Dosis Küchenmagie…

Plötzlich sind es nur noch knapp vier Tage bis Weihnachten, die Geschenke noch nicht verschickt, die To-do-Liste noch ellenlang, um mich herum steigt der Weihnachtsstressfaktor gefühlt auf episches Niveau und manchmal würde man sich am liebsten in eine kuschelige Höhle verkriechen und in sofortige Winterstarre verfallen. Zeit für die kleine alljährlich-weihnachtliche Dosis Küchenmagie. ;-)

Auf dem weltbesten Vanillekipferlteig, der die mürbesten, leckersten und göttlichsten Kipferl, die ich kenne  zur Folge hat – wie passend.  Selbiges wünsche ich übrigens allen anderen Weihnachtsopfern besinnlich gestimmten Lesern ebenfalls. Haltet mal  kurz inne, trinkt nen Tee und knabbert an einem köstlichen Stück Kipferl. Ihr seid nicht allein.

Liebe Grüße

Shermin

 

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Happy Hochzeit! – Der proletarische Hochzeitskuchen der Herzen

Ich habe mich ja in den letzten Wochen mal wieder etwas rar gemacht – aber irgendwie hat es leider nie so ganz gepasst (und das, obwohl ich ungefähr zig Trillionen gekochte, handschriftlich im derzeitigen Rezeptbuch verewigte und hübsch fotografierte Gerichte vorrätig habe). Aber wie sich jetzt herausgestellt hat, ist einer meiner Auftraggeber weggebrochen und ich habe demnächst leider etwas mehr unbezahlte Freizeit – vielleicht wird es also noch was dieses Jahr.

Jetzt gibt es allerdings kein Rezept, sondern nur einen kurzen Blick auf einen Hochzeitskuchen. Ja, ich weiß – er ist krumm, schief und trotz Begradigungen uneben geworden. Aber für einen ersten Versuch mit Zuckerschrift sieht es nicht so schlimm aus (da habe ich bei Cakewrecks schon sehr viel grauenerregende Dinge gesehen). Eigentlich fand ich ihn sogar ganz hübsch, einen Contest gewinnen könnte man damit nicht – aber er ist eben der ..mh… proletarische Hochzeitskuchen der Herzen? ;-)

Köstlich war er bestimmt sowieso, da er aus meinem herzallerliebsten-semi-Familiengeheimnis-Schokoladenkuchen-Standardrezept bestand.  Eheschließungen- selbst die von der lockeren und entspannten Sorte -  sind keine Zeiten für backtechnische Experimente (es sei denn, man heißt Jutta und ist eine Göttin in der Tortenbackstube)

So gab es einen liebevoll hergestellten, hübsch-hässlichen Spontan-Schokoladenhochzeitskuchen mit Brombeer-Gin-Marmeladenfüllung, der am Montag noch mitternächtlich (der Gatte unterstützte beim Schreiben mit dem Zuckerzeug mental, während ich Blut und Wasser schwitzend und leise fluchend vor mich hin brabbelnd, den zuckergefüllten Gefrierbeutel schwang…) für eine Spontanhochzeit von lieben Freunden entstand.

Auf diesem Wege noch mal alles Liebe euch beiden! Möge euch die Liebe – ebenso wie die Schokolade – nie ausgehen.  ;-)

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Done: Bubble-Tea

OK, das Probieren dieses Trendgetränks habe ich dann hiermit auch erfolgreich von meiner kulinarischen To-do-Liste geschmissen. Ich bin ja schon seit letztem Jahr darum herumgeschlichen, war aber eher versucht es endlich mal selbst in der heimischen Küche zu fabrizieren. Damals war ich nämlich über diesen Blogbeitrag im Bento Lunch Blog zur Herstellung von Bubble Tea gestolpert.

Ich hatte den vorderen Becher – grüner Jasmintee mit verschiedenen Sorten Fruchtsirup, Tapioka-Perlen, streifen verschiedener Fruchtgelees und Bobas (so molekularküchentechnisch hergestellte, ungesund-bunte Teilchen mit Sirupfüllung). Der Liebste hatte Schwarztee mit einer ähnlichen Auswahl von Toppings und Taro-Pulver.

Mein Urteil: Mhja… wie soll ichs sagen. Die Flüssigkeit war ganz lecker (ich will mir gar nicht vorstellen, wieviel Zuckerzeugs das war), fruchtig, leicht bitter und erfrischend. Die Tapiokaperlen fand ich toll, die Fruchtgelees nicht wirklich und die auf meine Zunge zerplatzenden Bobas fand ich anfangs erträglich, aber gegen Ende so widerlich, dass mir schlecht wurde und ich den Rest habe stehen lassen. Der Liebste fand seinen Bubble Tea absolut lecker, ist jetzt zum Taro-Fan mutiert und empfand die Toppings im Grunde als geschmacksneutral und überflüssig – bis auf das Litschi-Fruchtgelee.

Also gerne mal wieder – falls sich die Gelegenheit ergibt. Jetzt wissen wir ja was schmeckt und was nicht.  Extra irgendwo hin pilgern werden wir deswegen aber wohl nicht. Mich reizt die selbstgemachte Variante jetzt ja noch mehr, gerne auch wieder mit Grüntee.

Bubble Tea in Friedrichshain

Zu finden ist der Bubble-Tea/Pearl-Milk-Tea/Cocktea-Shop in Friedrichshain übrigens auf der Frankfurter Allee, mittig platziert  zwischen Samariter und Gabelsberger Straße.  Liebhaber von echtem, guten Softeis werden den Laden (im Grunde ist es nur ein Straßenverkauf) noch von früher kennen. Das Softeis gibt es immer noch (ist nach dem Besitzerwechsel allerdings noch nicht wieder ausreichend getestet worden), jetzt allerdings gepaart mit dem asiatischen Kultgetränk und gekoppelt an eine wirklich nette (wenn auch etwas euphorische – ich tippe auf zu viel Koffeinzufuhr) Verkäuferin.  Mit sachkundigem Blick enttarnte sie uns unsicher vor den bunten Plakaten herumlungernde Gestalten als absolute Bubble-Tea-Jungfrauen (“Noch nie probiert, wa?”), nahm sich daraufhin Zeit, beriet uns geschmacklich, erklärte alles und stellte für jeden von uns nette Mischungen quer durch die quietschebunten Zusatzstoffe zusammen. Auch wenn uns der Tee partiell nicht schmeckt, lag sie bei uns grundlegend – was persönliche Präferenzen angeht – richtig. Der Bubble-Tea des Gatten schmeckte mir zum Beispiel überhaupt nicht (viel zu süß), während er bei meinem fruchtig-blumigen Tee die Zähne hochzog.

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DIY – Selber kochen, selber backen, selber Dinge machen. Rock your Umwelt. :-)

Als ich an meinem Artikel über das Pflaumenchutney tippte, flossen mir noch einige andere Gedanken in die Tasten. Immer, wenn ich Obst und Gemüse einkoche, muss ich an meine Omi denken. Sie hatte in ihrem Schlafzimmer einen Schrank, hinter dem sich allerlei eingekochte Leckereien verbargen. Zu Ostzeiten hatte sie einen (mir jedenfalls groß erscheinenden) Schrebergarten mit ellenlangen Johannisbeerhecken (der Duft schwarzer Johannisbeeren..), Erdbeeren, einem Birnenbaum (um dessen große, herabgefallene , supersaftige Früchte sich immer irgendwelche Wespen neben unserer Schaukel stritten) und einen Kirschbaum. Gurken und massenweise Bohnen waren auch vertreten, Pflaumen muss es auch irgendwo her gegeben haben – diese sind mit ihrer ledrigen Haut, ebenso wie das schwammige Pendant aus rotgrauen Matsch-Erdbeeren, als eingekochtes “Kompott” allerdings immer die eingeweckte Nemesis meiner Kindheit gewesen.
Oh… aber dieser verschlossene, bis oben hin angefüllte geheimnisvolle Wandschrank in der Sommerkühle  eines Oma-Schlafzimmers. Ich habe ihn heute noch vor Augen. Wenn ich daran denke, ist das Zimmer da. Samt Geruch, den herrlich kitschigen rosa Prinzessinnen-Rüschengardinen, dem Geräusch der Straßenbahn vorm Haus und Fachwerkholz. Und der erwartungsvollen Stille, die man nur aufdecken müsste, um das Verborgene zu sehen.

Eingekochtes macht glücklich!

Es ist ja oft so, dass einem Dinge im Alltag überall mehr zu begegnen scheinen, wenn sie bei einem persönlich stärker in den Fokus rücken. So geht es mir gerade mit dem Thema “Selbermachen”. Ich fand es als Kind schon immer spannend, seine Vorratskammer mit dem Werk der eigenen Hände zu befüllen. Ein Konzept, das mich ja auch zu vielen anderen Bereichen – nicht nur dem Kochen – geführt hat. Ich gärtnere (im Rahmen meiner Möglichkeiten) in Hinterhof und einem Communitygarten herum. Ich finde es faszinierend, Gebrauchsgegenstände und Nahrung selbst herzustellen. Wenn ich einen Strang handgesponnener Wolle fertiggestellt habe oder die Gläser mit selbstgemachter Marmelade in die Vorratskammer stelle, dann erfüllt mich ein absurder Stolz und bringt mich dazu, debil grinsend mein Werk zu bewundern. Ich erwische mich dabei, wie ich verliebt über Gläser mit selbstgekochtem Ketchup und Chutney streichle und verträumt innehalte, wenn ein Sonnenstrahl den Edelsteinton des selbstgemachten Brombeerlikörs erhellt.

Ich möchte daneben stehen und sagen: So schön! Seht wie schön es ist! Guckt was ich geschaffen habe! Ich! Nur mit diesen beiden Händen hier, meinen Gedanken und meiner Vorstellungskraft. Ich nehme die Sachen in die Hand. Befühle die Struktur der Wolle, denke darüber nach, was wohl aus ihr entstehen will. Ich bewundere die Farben in den glatten Gläsern und wie die Substanz im Inneren sich an die Wand drückt, bin erfüllt mit Vorfreude – Wann und wozu werden wir das wohl zukünftig essen? – oder denke darüber nach, wem es als Geschenk wohl besondere Freude bereiten würde. Diese Transformation von einfachen Ausgangsmaterialien in Gebrauchsgüter – nicht mal abgehobene Sachen, sondern Dinge, die man wirklich nutzt – finde ich einfach faszinierend.
Es ist wie eine Gewürzmischung, die man erstellt. Zig einzelne kleine Kräutlein, die alleine nicht wirken und erst wenn man sich für sie Zeit nimmt, sie von ihrer Schale befreit, röstet, zerstampft, mischt und dann anderer Nahrung hinzufügt – dann bilden sie ein großes Ganzes, das seinen Zauber ausspricht und über das Gericht legt. Und wenn einem das glückt, man eine gute Leistung erbringt, durch Zufall und Erfahrung das richtige Zauberpulver anrührt – dann ist man eben einfach zufrieden und glücklich.

Urbane Landwirtschaft? Cityfarmen in Berlin?

Das klingt jetzt alles sehr Öko – aber ich bin eigentlich keine klassische Verfechterin von Grünkernprodukten (Wobei die auch essbar sein können. Glaub ich.), Hippie oder typisch-klischeehafte Birkenstockträgerin. Ich habe die Dinger immer gehasst und mein Kosmetikregal und Kleiderschrank sehen nicht unbedingt nach ungefärbtem oder gebatiktem Naturleinen aus oder so… Ich glaube, ich bin einfach eine urbane Mischung aus technikinteressiertem Nerd,  garniert mit von Extrem-Feministinnen sicherlich naserümpfend betrachteten Weibchenskills, einer großen Prise (Geistes-)Wissenschaftlerin und Historikerin, die begeistert und gerne alles ausprobiert, sich kein “Das geht nicht” gefallen lässt,  herumtüftelt, dem latenten Hang zum Nachdenken und nachhaltigen Produkten frönt, aber durchaus auch mal die gekaufte Currywurst mit Pommes Schranke zu schätzen weiß (Steinigt mich doch!). Hätte ich mehr Geld, würde man mich wahrscheinlich in die unsäglich hippe Ecke der Lohas stecken. Wobei – gibt es die eigentlich noch? Sind die vielleicht gar nicht mehr hipp?

Letztens las ich jedenfalls das Buch Meine kleine Cityfarm: Landlust zwischen Beton und Asphalt von Novella Carpenter. Gut, der deutsche Titel ist mal wieder schrecklich und ich möchte zwar nicht in einem absoluten Ghetto wohnen (Friedrichshain ist angenehm alternativ, allerdings leiden wir unter der zunehmenden Gentrifizierung) aber dieses Konzept das Landleben, das Selbermachen und Landwirtschaften mit allen Vorzügen der City zu verbinden – hach bitte, wo kann ich das sofort haben? Wenn ich könnte wie ich wollte, würde ich mir Ziegen, Hühner und auch ein glückliches Schaf anschaffen. Vielleicht noch einen Lehmofen bauen und einen kleinen Fischteich anlegen. Hochbeete auf jeden Fall. Einen Amboss könnte ich auch gebrauchen. Schmieden wollte ich nämlich schon immer mal. Und das mitten in Berlin im Hinterhof – ist doch klar. Wenigstens würde ich dann zur Abwechslung mal meine Nachbarn in den Wahnsinn treiben und nicht umgekehrt. ;-) Ja, ich weiß. Es wird wahrscheinlich ein utopischer Traum bleiben.

Die Rückkehr des Handwerks in den Alltag

Aber ich finde diese “Trends”, die sich gerade entwickeln, einfach spannend. Ich fühle mich ein wenig wie eine Sozialwissenschaftlerin (ähm, Moment, stimmt.. da habe ich ja tatsächlich auch einen Studienabschluss drin… ), die sich zurück lehnt, alles über den Rand ihrer Brille beobachtet, amüsiert ihren Tee schlürft und sich über die Jahre hinweg geistig Notizen zur Gesellschaftsentwicklung machen. Ich bezweifle allerdings, dass diese Entwicklung insofern rein auf die Wirtschaftskrisen zurückgeht, dass man auf diese Weise Dinge herstellt, die zu teuer für einen geworden sind. Diese Theoretiker haben wahrscheinlich noch nie einen Blick in einen Handarbeits- oder Bastelladen geworfen oder eine Zusammenkunft mit Geschäften gehabt, in denen Gläser im Vintage-Landhaus-Look zu mehr als ordentlichen Preisen verhökert werden. Die zahlkräftigen Hausfrauen (sorry für das Klischee), die gerne selbst wieder aktiv werden wollen und teilweise absolut keine Ahnung von den Marktpreisen haben, werden nämlich von findigen Geschäftsleuten durchaus ganz schön abgezockt. Dabei kann man natürlich durchaus preiswert ganz fantastische Sachen zaubern – wenn man weiß wie. Was die Wirtschaftskrisen angeht nehme ich persönlich eher an, dass sie die DIY-Leidenschaften antriggern, weil der Mensch auf der Suche nach Sicherheit und Geborgenheit seinen Nestbautrieb anwirft.

Stricken ist das neue Cool?

Früher wurde ich von Freunden oft komisch angeguckt, wenn ich Handarbeiten machte oder Kochbücher nach Metrezepten durchforstete – heute guckt kaum noch jemand komisch, oder fragt eher, ob ich es ihr oder ihm beibringen kann (ich gebe übrigens auch Spinnkurse hier in Berlin ;-) ). Foodblogs und Do-it-yourself-Blogs boomen, und als ich eben im Buchladen rumkramte, stach mir neben dem Stapel mit Strick-Basic-Büchern und drei verschiedenen Werken, um die eigene Wohnung Shabby Chic-like zu pimpen und umzudekorieren, das Buch “Vintage your life!” ins Auge (nach kurzem Hineinlesen will ich mich damit allerdings nicht “vintagen”, scheinbar bin ich schon total “vintage”, weil ich selbst Dinge einkoche und gärtnere. Beim Blättern las es sich wie eine en-vogue-mäßige Empfehlung zum Umstylen des Lebens. Neue Modeartikel: Schaufel und Einmachglas. Aber vielleicht tue ich dem Buch unrecht. Ein paar nette Links und Tipps waren ja auch drinnen.) und ein Rezensionsexemplar von “Hab ich selbst gemacht: 365 Tag, 2 Hände, 66 Projekte” ziert seit ein paar Tagen meinen wolkenkratzerartigen Lesestapel. Lesenswert ist auch das Online-Magazin “Eigenwerk”, das zumindest sehr nette Anregungen gibt. Letztens hatte ich eine Schülerin zum Einzelunterricht fürs Spinnenlernen da – sie kam im eleganten Georgette-Sommerkleid und in weißen Pumps. Ich hätte im Traum niemals geraten, dass sie wirkliches und ehrliches Interesse an dieser Technik hat.
(Kleiner Neben-Exkurs: Interessanterweise sind es vor allem eher Männer, die ein Problem mit den wiederentdeckten Handarbeiten haben und auf strickende Frauen eher naserümpfend reagieren. Ich wage die Vermutung, dass bei den meisten Herren der Schöpfung ein ausgeprägtes grässliche-Häkelkissen-Klöppeldeckchen-auf-Sofalehnen-oder-kratzender-Wollpullover-von-der-Oma-der-zwangsweise-getragen-werden-muss-Trauma besteht, weswegen sie Handarbeiten sofort mit ältlichen asexuellen Damen und nicht vorhandenem Geschmack asoziieren und dies dann mit dem Blick nackter Panik auf ihr cooles, modernes Artyarn verarbeitendes Gegenüber  projizieren.)

Und wenn man in Foren quer liest, fragen Leute in meinem Alter, wo sie Weckgläser und Einkochautomaten herbekommen. Sie würden das ja auch  ganz gerne mal machen. So irgendwie. Die Oma hätte sowas noch alles gehabt, die Mütter hatten dann meist eher kein Interesse daran und vor zehn bis zwanzig Jahren ist halt alles in den Müll gewandert, weil niemand den ollen Kram wollte. Wie oft habe ich in den letzten Jahren gelesen: Ach Mist! Hätten wir das gewusst, wir hatten ja alles dafür da! Und wie oft erntet man verständnislose Blicke und den leicht ungläubigen Satz “Wie…? Das ist eeehheeecht selbstgemacht?!”  (In meinem Fall antwortet man dann leicht verwirrt zurück: “Ähja.. in meiner Küche…?”)

Und was sollte das Ganze jetzt?

Damit man mich nicht falsch versteht: Ich kaufe gerne Dinge. Viel zu gerne. Ich gehe gerne Shoppen und komme dann beispielsweise mit unpraktischen Pumps wieder, die das Laufen auf dem Kopfsteinpflaster in Berlin eher zu einem extrem experimentellen Erlebnis machen. Aber ich investiere einen Großteil meiner freien Zeit eben in solche für viele sinnlos erscheinen Sachen. Ich sehe Dinge an und denke mir “Hey… das kann ich doch selber machen… Lass mich kurz überlegen wie..!” Ich liebe diese Denkaufgabe, freue mich, wenn ich erfolgreich improvisiere. Was dann oft akute Bastelphasen zur Folge hat. Das führt dann beispielsweise dazu, dass ich spontan eine Töpferei stürme, in Pappmaché versinke, Seife siede, fast von meinem Stofflager erschlagen werde und mit meiner widerspenstigen Nähmaschine kämpfe, mich plötzlich mitten im Selbstbau eines Regals wiederfinde, glücklich in meinem magischen Kessel rühre und Hustensirup einkoche oder mich am Ende freudig mit dreckigen, stinkenden, frisch geschorenen Schafsvliesen auseinandersetze. Die Belohnung liegt in der Befriedigung über die erbrachte Leistung und im Genuss des Produktes selbst.

Und hiermit komme ich dann auch endlich an das Ende meines ellenlangen kreativ-Geschwafels und Gedankenwustes. Eine Quintessenz dieses Blogposts bekommt ihr von mir allerdings nicht. Ich bin eher fasziniert. Und beobachte. Ich liege gerade mal im Trend. Aha. Ich betreibe sogar eine Form von Luxus-Hobby. Werde ich dem nächsten aus der Generation “Ieeeeh? Selbermachen?!?!”, der mir herablassend mitteilt “Aber das kann man doch im Laden kaufen!!” mal unter die Nase reiben.

Was ich eigentlich sagen will: Handwerk ist toll, also nehmt euch ein wenig den DIY-Geist zu Herzen und rockt und nervt eure Umwelt. Habt Spaß und macht euch selbst glücklich. ;-)

Liebe Grüße

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