Allgemeines

Ab geht’s in die Brombeeren: Whiskylikör mit Brombeeren und Kardamom

Momentan ist ja hochgradig Brombeersaison und aus meinem Freundes- und Familienkreis bekomme ich von überall in den verschiedensten Varianten zu hören, dass sie noch “in die Brombeeren gehen” müssen oder gerade waren. Ich geh auch in die Brombeeren, bzw. ich ernte so nach und nach den Brombeerstrauch in meinem schattigen Hinterhofgarten ab, den ich beim Einzug vor acht Jahren gepflanzt habe.

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Der vermehrt sich fröhlich selbst und wildert brav vor sich hin. Selbst in meinem Schattengarten trägt der ganz nett und nur meinem unermüdlich herbstlichen Einsatz des Zurückschneidens der tentakelartig austreibenden Brombeeren und dem damit einhergehenden Blutzoll, den ich unweigerlich an die Dornen zahle, haben wir es zu verdanken, dass wir noch nicht dornröschengleich zugewuchert wurden. Die Ernte beträgt so – je nach Jahr – zwischen 500 und mehr als 1000 g. Normalerweise sammle ich die nach und nach reifenden Beeren in einer Plastikdose im Tiefkühlschrank und koche dann irgendwann Brombeermarmelade mit Gin ein, von mir liebevoll “Beschwippste Berliner Gartenbeere” genannt. :) Allerdings mögen wir zwar gute Marmelade gerne, sind aber irgendwie schlechte und nur phasenweise Marmeladenesser. Außerdem hasst der Mann Brombeeren inniglich, ich koche gerne Dinge ein und in der Kammer steht noch einiges an selbstgekochter Konfitüre herum.

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Geschenk aus der Küche: selbstgemachter Fruchtlikör

Da stand ich also nun mit einer Schüssel Brombeeren herum, die mir die syrische Lieblingsnachbarin freundlicherweise vollreif aus den Stacheln gepflügt hatte, während ich gerade krank war. Damit fiel Einkochen sowieso aus. Aber die Dinger mussten weg. Mein suchender Blick fiel auf eine Flasche Whisky, die der Liebste whisky-snobistisch mit absoluter Nichtachtung strafte. Einen Teil der Vorräte hatte ich ja im Mai schon zu göttlichem Vanille-Eierlikör mit Whisky veredelt. Vielleicht könnte man ja auch daraus Likör machen? Die Erfahrung zeigte: Jepp. Geht. Wunderbar sogar. Belohnt wird man mit einem wundervollen Rotton und einem fruchtig-würzigen Whiskylikör, der sehr gut ankommt.
Ich habe im Laufe der letzten Jahre schon viele angesetzte Fruchtliköre selbstgemacht, die sich – abgefüllt in schöne Flaschen und mit Etikett nach dieser simplen Methode versehen – auch hervorragend als kulinarische Geschenke für liebe Menschen eignen: Himbeerlikör, samtigen Pfirsichlikör mit einem wundervollen Goldton und sogar schon Kiwi-Minz-Likör.

Grundrezept für angesetzten Likör – auch aus tiefgekühlten Früchten

Alle diese Liköre habe nach der untenstehenden Zusammensetzung hergestellt, bis her aber eben meist mit im Geschmack neutralerem Vodka oder Korn. Das Ergebnis überzeugt und vor allem ist es praktisch – Früchte waschen, abtropfen, verlesen, in ein Glas werfen, Alkohol drauf und dann erstmal für drei bis vier Wochen vergessen. Für einen solchen angesetzten Likör kann man übrigens auch perfekt eingefrorene Früchte nutzen. Ich mache sehr gerne Himbeer-Vanille-Likör zum Verschenken – und der besteht bei mir aus gekauften ca. 400 g Tiefkühl-Himbeeren zu 700 ml Vodka/Korn.

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Allerdings ärgere ich mich ein wenig. Normalerweise fotografiere ich in der Küche. Diesmal war ich von dem Gedanken besessen, den Likör unbedingt in Nähe zum Brombeerstrauch fotografieren zu müssen. Und sagen wir es mal so: Die Tücken des Fotografierens im Außenbereich waren mir  bis dato noch nicht so ganz klar. Zum Beispiel die eine unglaublich beharrliche Wespe, die sofort nach Erscheinen des Likörs nicht etwa um das Glas, sondern um die geschlossene Flasche und die Brombeeren (die einen Meter weiter vollreif und unbeobachtet am  Strauch hingen) kreiste und mir dauernd ins Gesicht und ans Ohr flog, sobald ich auch nur ansatzweise mit der Kamera in die Nähe kam. Meine absolute Wespenpanik geradezu übermenschlich beherrschend, habe ich es immerhin geschafft ein paar halbverwackelte und verschwommene Schnappschüsse zu machen. Wenigstens etwas, aber dennoch total doof gelaufen. :(

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Rezept für Whiskylikör mit Brombeer und Kardamom

700 ml Whisky
400 g Brombeeren (gewaschen, verlesen und abgetropft -  bei mir waren auch noch 10 einsame Johannisbeeren dabei)
1/4 TL ausgelöste Kardamomsamen

Später: 200 ml Wasser, 200 g Zucker

Zubereitung Brombeerlikör

  • Die ausgelösten Kardamomsamen im Mörser anquetschen und zusammen mit den Brombeeren in ein großes Schraubglas geben.
  • Whisky darüber geben, kurz umrühren (Früchte dabei nicht verletzen) und mit dem Deckel verschließen. Für drei bis vier Wochen in eine ungestörte Ecke stellen und fast vergessen. Ab und an mal sanft schütteln.
  • Den Brombeerwhisky zweimal durch ein engmaschiges Sieb oder Mull filtrieren (ein neuer (!) und mehrfach mit klarem Wasser gespülter Damenstrumpf leistet hier auch gute Dienste), so dass kaum Schwebstoffe in den Alkohol gelangen. Die Früchte hierbei intakt lassen.
  • Zucker mit Wasser in einen Topf geben und unter Rühren erwärmen, bis sich der Zucker komplett aufgelöst hat.  Den Zuckersirup abkühlen lassen und mit dem Whisky vermischen.
  • Den Brombeerlikör auf Flaschen ziehen und mit Etiketten versehen.
  • Die mit Whisky getränkten Brombeeren kann man noch weiterverwenden. Einfach in ein Glas füllen und im Kühlschrank lagern und dann bei Bedarf zum Beispiel in Gebäck, in Marmeladen, in Saucen oder auch auf Eis (der Gatte bemerkte dann spontan, dass sich seine Abneigen gegen Brombeeren nicht auf die in Whisky getränkten Früchte bezieht ;)) zum Einsatz bringen.
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Bocuse light: Kürbissuppe aus dem Ofen

Ich durchlebe ja gerade eine akute Phase von ..äh… Kürbis. Da kam mir das Rezept von Arthurs Tochter für Ofenkürbissuppenbreiirgendwas à la Bocuse gerade recht. Die Anregungen in Heikes Blog klangen auch nett, also habe ich mich an der Idee orientiert und quasi “Bocuse light” produziert (bei aller Liebe – aber ein bis oben hin mit purer Sahne/Mascarpone, Croûtons und Käse gefüllter Monsterkürbis war mir dann doch etwas zu heavy. Da quiekt die Galle ja schon vom Hinlesen panisch vor sich hin und drückt sich verängstigt in die Ecke.). War trotzdem cremig und sahnig genug. Ein Gericht, das beim Servieren käselüsterne Fäden zieht, kann nur gut sein. ;-)

 

 Rezept für Ofenkürbissuppe

1 Hokkaido (ausgehöhlt 1,5 Kg)
150 ml Brühe
125 ml trockener Weißwein
100 g Sahne
60 g geriebener Parmesan
1 Mozzarella
1 Solitaire Knoblauchzehenknolle
2 TL Meersalz
1 TL edelsüßen Paprika
1/2 TL Madras Curry
1 TL Zimt
nach persönlicher Präferenz Cayennepfeffer

 Zimt & Chili-Croûtons

2 Scheiben weißes Toastbrot
Butterschmalz
Zimt & Cayennepfeffer

Zubereitung

  • Kürbis waschen, mit Gemüsebürste abschrubben, Deckel aufschneiden (so, dass man ihn wieder aufsetzen kann), Kerne entfernen und die Standfläche vorsichtig gerade schneiden.
  • Die Zutaten für die Füllung kleinschneiden und in einer Schale miteinander gründlich vermischen.
  • Den ausghöhlten Kürbis damit füllen, Deckel aufsetzen und in einer Auflaufform im vorgeheizten Ofen (Umluft) bei 200° + Grill für ca. 35 Minuten backen. Danach für 10 Minuten nur Umluft bei 185°.
  • Währenddessen das Brot in Würfelchen schneiden und mit dem Butterschmalz in einer Pfanne knusprig rösten, Abschließend mit etwas Zimt und Cayennepfeffer bestäuben und umrühren.
  • Ist der Kürbis gar (lässt sich ganz einfach per Stäbchen-Garprobe feststellen), aus dem Ofen nehmen, Deckel entfernen und mit einem scharfen großen Löffel von innen das gebackene Kürbisfleisch abkratzen und direkt mit der heißen Suppe im Kürbis verrühren. Auf Teller geben und mit den Croûtons bestreuen.

 

 


Kürbissuppen-Fazit

Mal total anders und mui köstlich. Dies ist der Herbst der unwiderstechlichen Kürbisentdeckungen. Ein unschuldiger kleiner Hokkaido der genannten Größe passt perfekt für zwei ausgehungerte, nach einer warmen Mahlzeit gierende, Personen. Mein persönlicher Favorit ist allerdings immernoch der geröstete Ofenkürbis, aber der Gatte hat sich in den Ofenkürbissuppenbrei verliebt und ihn zu seinem persönlichen Lieblingsrezept erkoren. Der Kürbis im inneren war von der Konsistenz her weich und ein wenig wie gebackene Kartoffeln. Ich würde ihn beim nächsten Mal ein wenig länger drin lassen, aber der Liebste fand gerade diese Textur total toll und hat – obwohl absolut satt – noch glücklich an den suppenfreien Kürbisresten herumgeknabbert. Beim nächsten Mal werde ich dann vielleicht vorher kurz den Knoblauch mit Sahne, Wein und Brühe im Topf aufkochen, der war nämlich erstaunlicherweise noch ziemlich bissfest, wenn er sein Aroma auch sehr gut an die Umgebung abgegeben hatte.

Da ich Franzi versprochen hatte, an ihrem ersten Blogevent im Gemüseregal teilzunehmen, widme ich ihr diese vegetarische Hauptspeise. Ich hoffe, die Suppe ist ihr genehm. ;-)

Herbst vegetarisch

Noch ein kleines P.S.: Bei Foodfreak gibt es eine ganz wunderbare Listenübersicht mit Links zu zahlreichen fantastischen Kürbisrezepten.

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Schnelle Spargeltarte mit Schinken, Thymian und Salbei

Gut, keine Tarte im eigentlichen Sinne. Und eigentlich sollte es auch Blätterteig als Basis sein, aber der war kurz vor Feierabend in zwei Läden nicht mehr zu bekommen und noch zu nem dritten zu rennen – dazu fehlte mir dann die Ausdauer. Die Zutaten sind so pi-mal-Daumen aufgeschrieben und sollten für ein Blech reichen.

Rezept für schnelle Spargeltarte mit Blätterteig/Yufka-Teig

1 Paket Blätterteig oder 2 große Platten Yufka-Teig
500 g weißen Spargel
~ 200 g Champignons
125 g Schinkenwürfelchen
2 Kugeln Mozzarella
5-6 Cherrystrauchtomaten
4 Zehen Knoblauch
Olivenöl
(Rosé-)Weinessig
Kräutersalz
frisch gemahlener Pfeffer
je eine Hand voll frischer Salbei und Thymian

Zubereitung der Tarte

  • Den Yufka-Teig übereinander auf einem mit Backpapier ausgelegten Blech ausbreiten, bzw. die Blätterteigplatten zusammenfügen und auf das Blech geben.
  • Im Falle von Yufka-Teig: Teig dünn mit Olivenöl bepinseln.
  • Das Gemüse putzen/waschen. Tomaten, Pilze und Knoblauch in dünne Scheiben schneiden. Den Spargel zerteilen und der Länge nach halbieren. Alles auf dem Blech verteilen.
  • Den Versuch unternehmen, den Schinken und den in in Stückchen geschnittenen/gezupften Mozzarella gleichmäßig über dem Gemüse zu platzieren.
  • Salbei und Thymian waschen, hacken und mit Kräutersalz, Olivenöl, Essig und Pfeffer vermengen. Mit einem Löffel oder Pinsel (ich habe da so eine wischende-tupf-träufel-Methode mittels Pinsel versucht) auf dem vollen Blech verteilen.
  • Im vorgeheizten Backofen bei 175° für 30 Minuten backen.

Backofen-Spargel-Fazit

Ich wollte schon lange mal ausprobieren im Ofen Spargel zu grillieren, statt ihn immer nur durchs Wasser zu ziehen und es war wirklich sehr lecker (selbst mit dem billigen Supermarktspargel, den ich dafür nehmen musste). Dadurch, dass ich Yufka-Teig genommen habe, war es ein relativ leichtes Essen – im Grunde perfekt für Sommerabende. Die Tomaten waren schön aromatisch und entwickelten zusammen mit dem Weinessig eine fruchtig-säuerliche Süße. Die frischen Kräuter traten allerdings geschmacklich eher in den Hintergrund. Man könnte auch sagen, sie fügten sich wunderbar in den großen Zusammenhang ein. ;-)
Kleiner Tipp, falls das Gemüse zu viel Wasser abgibt: in den letzten fünf Minuten einen Holzlöffel in die Backofentür klemmen, damit der Kochdampf entweichen kann.

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Das “Leander” in Berlin-Friedrichshain – oder auch: der Hauch des Todes

Freitag Abend und soziale Kontakte. Mit ein paar Freundinnen wollte ich mich für ein paar Stunden gemütlichen Quatschens im Leander treffen. ich persönlich war da vorher noch nie. Das Etablissement ist direkt hier in der Nähe und die syrische Lieblingsnachbarin hatte mir da auch schon mal von dem tollen Frühstücksbuffet vorgeschwärmt.

Das Ambiente im Leander

Ich bin da gegen 20.00 Uhr eingetrudelt, die Mädels saßen schon da, das Leander war gut besucht, aber nicht brechend voll, man hat problemlos einen Tisch gekriegt. Das Lokal machte einen sehr sympathischen und gemütlichen Eindruck. So ne Mischung aus Shabby Chic und  altberliner Charme. Sehr angenehm war, dass man sich gut unterhalten konnte und sich nicht über Musik hinweg anbrüllen musste.

Das Essen im Leander

Das war es dann leider  schon an positiven Dingen über die ich berichten kann. Ich saß dann ne ganze Weile dort herum, bevor eine blonde Kellnerin etwas schnippisch an mich heran trat und mich fragte, ob ich “schon” etwas bestellen möge. Ja, wollte ich (auch wenn meine Augenbraue dezent nach oben schnellte). Ein stilles Wasser und mangels Speisekarte fragte ich auch nach dieser. Das Wasser kam verhältnismäßig rasch, ebenso die Karte (in die ich fünf Minuten gucken durfte, bevor sie mir für einen anderen Tisch entrissen wurde). Da die anderen nix aßen, habe ich mich für Knoblauchbaguette (2,50 €) entschieden. Ich dachte mir: och, damit kann man nicht viel falsch machen! Wahrscheinlich hätte mich folgender Text auf der Speisekarte stutzig machen müssen:

“Sehr geehrte Gäste. Unsere Speisen werden frisch und ohne Geschmacksverstärker zubereitet. Deshalb kann es zu Wartezeiten kommen. Wir bitten Sie dafür um Verständnis. Ihr Leander Team”

Ah… ja… Nun ist es ja so, dass ich durchaus erwarte, dass mein Essen ohne Geschmacksverstärker oder sonstigen Scheiß zubereitet wird, sonst müsste es ja auf der Karte vermerkt werden. Aber warum zur Hölle braucht man länger fürs Kochen, weil man kein Glutamat an seine Brühe wirft? Ja, man muss selbstständig etwas gut Essbares herstellen – aber dazu ist man ja schließlich Koch geworden, oder nicht?

Jedenfalls wartete ich auf mein Knoblauchbaguette… und wartete… und wartete… Zwischendrin versuchte eine Freundin verzweifelt die Bedienung auf sich aufmerksam zu machen. Irgendwann rochen wir penetranten Knoblauchgeruch. Nur fünf Minuten nach der Geruchsattacke (und nach “nur” knapp 45 Minuten Wartezeit) wurde mein opulentes Mahl serviert.

Ich blickte etwas konsterniert auf den Teller, wo sich vier Scheiben Baguettebrot zusammen mit ein paar Krümeln Petersilie tummelten. Der Koch hatte wohl seinen guten Tag und wollte mir etwas besonders gutes tun: massenweise Knoblauch. Denn auf das aufgeschnittene Baguettebrot war fett einfach nur pürierter Knoblauch geschmiert, der verdächtig nach industrieller Pampe aussah. Meine eine Tischnachbarin fiel wegen der extremen Geruchsbelästigung beinahe in Ohnmacht, die andere konnte nur schwer ihren Würgereiz bezwingen. Da ich weder Besteck noch Serviette erhalten hatte, brach ich ein Stück Brot ab und begann damit den übelriechenden Knoblauchbrei vom durchweichten Baguette zu kratzen und lustlos daran zu knabbern. Überlegte zeitweise, ob ich meinen Mann anrufen und ihm sagen solle, dass er einige rohe Knoblauchsehen annagen soll, damit er die Nacht im selben Zimmer mit mir auch ja überlebt. Mein Minenspiel ob des ekelerregendsten Knoblauchbrotes ever sorgte am Tisch jedenfalls für reichlich Amusement, gepaart mit Beteuerungen, dass das Essen sonst nicht so widerlich wäre. Naja – per Definition war das Gericht genau das, was auf der Karte stand: Baguettebrot mit Knoblauch. Viel Knoblauch. Keine Butter. Nichts überbacken. Niente. Puristischer Knoblauchgenuss….welch Wonne!

Nach Beendigung meines köstlichen Mahls gönnte ich mir dann – quasi als Dessert – eine Kombination aus Salbeibonbons und zwei Kaugummis, gewünscht hätte ich mir eigentlich einen Grappa. Damit man mich nicht falsch versteht – ich mag Knoblauch. Eigentlich. Aber ich fühlte mich, als hätte ich eine ganze Knoblauchknolle vertilgt und würde den Odem des Todes ausdünsten. Mal ehrlich: was ist denn bitte so schwer daran, essbares Knoblauchbrot herzustellen? Brot rösten, mit ner Knoblauchzehe drüberreiben – fertig. Oder Brot mit Knoblauchkräuterbutter bestreichen, rösten, auf Teller schmeißen – fertig. Oder TK-Knoblauchbrot vom Großhändler kaufen, in den Ofen werfen – fertig. Alles, wirklich ALLES wäre besser gewesen als dieses…. Übelkeit erregende Zeugs. Für Variante eins bis zwei braucht man auch keinen Geschmacksverstärker oder mehr Zeit. Versprochen. Das nennt man dann Kochen. Wäre mal nen Versuch wert.

Wir haben dann jedenfalls bald darauf gezahlt. Mit Todesverachtung habe ich das Trinkgeld gestrichen und nur die verzehrten Sachen gezahlt. Ich habe wirklich für jede Servierkraft Verständnis, die an einem superstressigen Abend mal nicht so schnell kann und leicht genervt ist. Ebenso für längere Wartezeiten bei extrem vielen Gästen. Aber so? No way.

Vielleicht kriegt das Leander irgendwann nochmal ne Chance  – um fair zu sein, das Essen auf den anderen Tellern sah recht lecker aus. Ich wünsch mir dann aber bitte ne andere Bedienung und nen Koch, der nicht verliebt in Knoblauchbrei ist.

Leander
Jungstr. 29
10247 Berlin
Telefon: 030 / 29004803

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Das brennt sich ein…

Vorgestern kam meine  Eisenpfanne an.  Nach zig Generationen von Pfannen, deren Beschichtung sich trotz vorsichtigster Behandlung dennoch irgendwann abrollt, hatte ich beschlossen mal einen Versuch mit den historischen Vorgängern zu wagen.  Auch in Erinnerung daran, dass meine Eltern eine sauschwere tiefe Eisenpfanne ihr eigen nannten, die ich damals heiß und innig liebte und mit der zusammen ich  meine ersten Kochversuche auslebte.

Also umschlich ich ein wenig die Angebote bei Ebay und habe dann (insgesamt relativ günstig – denke ich Ahnunglose zumindest) so ein kaltgeschmiedetes Pfannending mit zwei Henkeln ersteigert. Wie mir dann auffiel nicht unbedingt praktisch, weil die Dinger natürlich ziemlich heiß werden. Aber so kann ich die Eisenpfanne auch mal kurzerhand in den Ofen schieben – zum Warmhalten oder Gratinieren oder Fertiggaren und und und … :-)

Ich hab meine neueste Errungenschaft dann natürlich auch direkt “eingebrannt” – brav mit Öl, viel Salz und (in Ermangelung von Kartoffelschalen) einigen Kartoffelscheiben – damit sich eine schöne, schützende Patina auf dem porösen und rostanfälligen Eisen bildet.  Extravagante Gerüche durchzogen unsere Wohnung. Der Nachbar, der mittendrin sein Paket bei mir abholte, dachte sicherlich ich betreibe hier ne Frittenbude im Heimservice.  (Ich meine mich dunkel zu erinnern, dass ich eine ähnliche Aktion letztens auch schon in irgendeinem Food-Blog gesehen habe… *grübel*  Wie gesagt, mein 30. Geburtstag naht und beeinträchtigt da scheinbar gerade partiell die Erinnerungsfähigkeit.) Da gleichzeitig mit der Erstbenutzung die Lampe über dem Herd den Geist aufgab, ist die Bildqualität leider mal wieder etwas bescheiden.

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Gekocht wurde auch schon drinnen. Hühnerbrust, die ich dann in einer Rotweinsauce zusammen mit ein par Pilzen und Zwiebeln schwimmen ließ.  Das Kochfeeling ist noch ein wenig ungewohnt aber ganz gut. Das Kochgerücht besagt ja, dass Eisenpfannen nur besser werden je länger sie in Benutzung sind.

Liebe Grüße

Shermin

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