Arabische Küche

Blog-Event LVII. Essen für Unterwegs: Es gibt Falafeln, Baby!

Nein, diesmal bin ich nicht so spät dran, weil ich getrödelt habe, sondern weil ich bei diesem leckeren Blogevent ursprünglich eigentlich gar nicht mitmachen wollte.

Blog-Event LVII - Essen für unterwegs (Einsendeschluss 15. Juni 2010)
Da war ich aber eben dabei mit dem Liebsten in der Küche das Abendessen zuzubereiten und dachte mir:  “Mnhjam.. Falafeln! Hoffentlich bleiben welche übrig, dann kann ich die morgen Mittag kalt schnabulieren, das schmeckt mir ja eigentlich fast noch besser.” Klingt doch eigentlich nach dem perfekten Bestandteil für ein Kochtopf-Picknick. Oder etwa nicht?

Und sehen sie nicht einfach zum Anbeißen aus? Frisch frittiert vorhin auf unserem Teller, jetzt schon in meinem Magen. ;-)

Tja. Und deswegen husche ich noch mal schnell rein und kleb mich an das Blogevent “Essen für unterwegs” dran. Die selbstgemachten Falafeln sind nämlich a) kalt sehr lecker zu essen b) begeisterten schon öfters das Herz meiner vegetarischen und fleischfressenden Freunde und c) können auch unterwegs wie kleine Kichererbsen-Bouletten geknabbert werden. (d) Wer Diabetiker bekocht, wird Kichererbsen wegen dem geringen Kohlenhydratgehalt sowieso lieben. )

Bei Suite101 habe ich mein Rezept für Falafeln als Artikel eingestellt. Ich hoffe das verstößt nicht gegen die Blogevent-Gesetze. Verblogt habe ich dieses Kichererbsen-Rezept damit bisher ja eigentlich noch nicht.

Und da wir eben zu hungrig waren um noch schöne Bilder zu machen, an dieser Stelle mal noch ein hübscheres Falafel-Bild. Allerdings von einer Fuhre früherer frisch frittierter Kichererbsenbällchen in arabischem Fladenbrot mit Joghurtsauce und Salat. (Sehen aber wirklich genauso aus. Ehrlich. ;-) )

Kichererbsen-Falafel-Tipp

Diesmal gab es eine klitzekleine Abwandlung im Rezept – da kein Instant-Bulgur im Haus war, habe ich den Teig nur mit Mehl versehen.
Ich verwende meist Kichererbsen aus der Dose (Nach einem spätpubertären Falafel-Horror, bei dem ich Nachts dauernd die vor sich hin quellenden Kichererbsen umtopfen musste und die Dinger nach zusätzlichem stundenlangem Kochen immer noch nicht weich genug waren, ich aber am Ende auf einem unglaublichen Falafel-Berg saß und meine Gäste zwingen musste die Teile tütenweise mit Heim zu nehmen, gehe ich da auf Nummer sicher…). Ich habe bei den Dosen-Kichererbsen einen ziemlichen Qualitätsunterschied festgestellt. Dieser äußert sich nicht wirklich geschmacklich, sondern darin, dass der Kichererbsenteig bei der einen Masse beim Frittieren total auseinanderbröselt und bei der anderen Sorte Kichererbsen perfekt zusammenhält. Wenn dieser Kichererbsen-Supergau wirklich eintritt und die Falafeln beim Frittieren zerfallen,  kann man hier mit der  zusätzlichen Gabe von mehr Weizenmehl Abhilfe schaffen oder im äußersten Notfall auch noch ein Ei zur Bindung einarbeiten.

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On the road – Himmelsbrot

Schon mal Manna, bzw. Himmelsbrot probiert? Nein? Ich auch nicht – bis vorgestern. Und da ich meinen lieben Leserinnen und Lesern gegenüber ja einen Bildungsauftrag habe, teile ich diese wunderbare Erfahrung mit euch. ;-) Derzeit sind wir ja unterwegs und suchen meine Eltern heim. Mein Papa ist letzte Woche aus Kurdistan (Irak) wiedergekommen und hat eine große Schachtel Manna mitgebracht.:

So sieht die Süßigkeit dann aus – gepaart mit einem Bild von Suleymania, wo diese kurdische Spezialität hergestellt wird. Optisch erinnert es ja sanft an türkischen Honig oder französischen Nougat oder wie auch immer das Zeug in welcher Region auch immer gerade heißen mag.

Waaaaahrscheinlich hätte ich stutzig werden sollen, als mir mit einem wölfischen Grinsen (ebensolche Mimik produzierte mein Vater auch, als er mir panierte, in Medallions geschnittene und frisch gebratene Hammelhoden unterjubeln wollte) das Manna angeboten wurden.  Zu meiner Ehrenrettung muss ich eingestehen, dass meine Gedanken bei dem Produktnamen zumindest schon in die richtige Richtung gingen. Da meine Mom aber voller Begeisterung hinein biss, tat ich meinen Verdacht allerdings ab.

Der Geschmack von himmlischen Manna

Naja… also… äh… das Zeug ist wohl recht teuer. Und ich schätze viele verfahren nach dem Grundsatz was teuer ist, muss auch toll sein. Vielleicht liegt es aber auch daran, dass das Manna in einer Region hergestellt wird, wo viele Menschen noch auf dem Zivilisationsstand von vor 200 Jahren leben und man auch früher schon nicht so leicht an Schokoladenriegel heran kam. Oder alle finden das toll, weil … ja… weil es halt ein Produkt aus der Region ist. Lokale Traditionen sind ja was feines.
Die Konsistenz ist weich und gummiartig, der Geschmack süßlich. Vorherrschend ist der zugesetzte gemahlene Kardamom, die Pistazien tummeln sich eher unscheinbar am geschmacklichen Rand. Wird definitiv nicht mein Favorit, ist zumindest essbar – mit anständigem Baklava könnte man mich jedenfalls glücklicher stimmen.

Woraus besteht denn nun das Manna?

Tja… im Grunde ist es Läuse-Pipi. Erinnert ihr euch an den Biologie-Unterricht und dass  sich Ameisen Blattlaus-Farmen halten um diese zu melken? Jepp, genau so ein Zeug ist das. Tante Wiki nennt das dann “Honigtau”. Wissenschaftler scheinen inzwischen zu vermuten, dass das biblische Manna ähnichen Ursprungs ist. Naja, whatever, habe ich halt Ausscheidungen von Läusen gegessen. Mjam. Frau muss ja alles mal ausprobieren und vielleicht nimmt mir das den Ekel davor, mich demnächst dem Glas mit den getrockneten Cochenille-Läusen mit einem Mörser zu nähern, um sie zum Färben von Wolle zu benutzen. Ich grusel mich jetzt schon.

Hier dann auch nochmal die Geschichte zum kurdischen Manna – abfotografiert vom Karton:

Und wer jetzt der Meinung ist, er bräuchte dieses Zeug sofort, für den habe ich auch noch die Kontaktdaten fotografiert – wobei ich keine Gewähr für Erreichbarkeit oder Richtigkeit übernehme. Kurden halt. Ich kenne mein Volk. ;-)

Kleines Manna-Fazit am Rande

Eine Freundin von mir bekam das auch serviert (quasi als Rache dafür, dass sie mir mein Geburtstagsgeschenk vorbeibrachte, dass ich erst in nem halben Monat auspacken darf *grummel*). Sie aß ziemlich angewidert ein Stückchen davon, als sie erfuhr, dass es aus den Ausscheidungen von Läusen gefertigt wurde, kaute sie es mit Feuereifer runter. Interessanter Effekt – eben die Lust sich ein wenig zu ekeln und zu gruseln. ;-)

P.S.: Kann jemand die seltsamen Krankheiten identifizieren, von denen das Läuse-Manna angeblich heilen kann? Eine zaghafte Internetrecherche ergab eben nichts erhellendes…

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Frittierte Linsenbällchen mit Joghurt-Dip

Letztens zappte ich durch die deutsche Fernsehlandschaft und blieb – wie immer sehr gerne, dort habe ich schon viele leckere Rezepte und Anregungen aufgeschnappt – bei der Servicezeit Essen & Trinken mit Martina und Moritz kleben. Die Sendung ist vom WDR und diesmal gab es ein Special zum Thema Linsen. Ich bin ja nicht sooo der riesige Linsen-Fan – mein Mann liebt die aber und so sah ich mir das interessiert an. Das Rezept für Linsenbällchen fand ich – wenn auch nicht in dieser Zusammensetzung – ganz spannend, habe aber eine eigene, rein vegetarische Variante mit orientalischem Anstrich daraus entwickelt.

Orientalisches Fingerfood & leckeres Rezept für Diabetiker

Die Linsenbällchen machen sich auch toll als leckeres arabisch angehauchtes Fingerfood auf Parties. Wer – wie ich ab und an – Diabetiker in seinem Umfeld mitbekocht kommt mit diesem Rezept auch sehr gut an. Da Linsen sehr ballaststoffreich sind, werden sie nur sehr verzögert und geringer verstoffwechselt als die enthaltenen Kohlenhydrate vermuten lassen. Allerdings muss sich da jeder Diabetes-Erkrankte von selbst herantasten wie sein Körper nun darauf reagiert und dementsprechend Insulin spritzen. Hierzu geistern auch verschiedene Schulungsmeinungen herum. Die einen spritzen gar kein Insulin für Hülsenfrüchte, die anderen berechnen sie voll (59 KH auf 100 g Trockenprodukt) – und unterzuckern dann gerne mal und die nächsten berechnen nur 2 BE für einen ganzen Teller. Typischer Fall von Trial & Error.

Rezept für frittierte Linsenbällchen
(für 2 Personen als Hauptmahlzeit)

250 g gelbe Orient-Linsen (geschält)
1/2 L Wasser
1 Ei
1 EL geröstetes Kichererbsenmehl
1 große rote Zwiebel
2 Knoblauchzehen
Sonnenblumenöl zum Frittieren
1 EL Olivenöl
2 TL Ras El Hanout
1 getrocknete Chili
frisch gestoßener bunter Pfeffer
1/2 TL edelsüßer Paprika
Salz

Zutaten für Joghurt-Dip
500 ml fettarmer Joghurt
1 Handvoll Walnüsse
frischer Pfeffer
gute Portion frischen Schnittlauch
1/2 Zitrone
Salz

Zubereitung Linsenbällchen mit Joghurt-Sauce

  • Die Linsen abwiegen und mit dem Wasser und etwas Salz in einen Topf geben. Die Linsen einmal richtig aufkochen, dann die Hitze reduzieren und sanft köcheln lassen. Meine Linsen hatten nur eine sehr geringe Kochzeit von 10-15 Minuten.
  • In der Zwischenzeit schon mal die Joghurtsauce zusammenrühren, damit diese schön durchziehen kann. Schnittlauch waschen und zu Röllchen schneiden, in einer Schale mit Joghurt, Zitronensaft, den grob gehackten Walnüssen, Salz & Pfeffer vermischen und beiseite stellen.
  • Die Linsen während des Kochens ab und an umrühren, damit nichts anbäckt. Das Wasser sollte weitgehend verdunstet sein. Vom Herd nehmen, etwas abkühlen lassen und durch die kleinste Scheibe der Flotten Lotte passieren.
  • Zwiebel und Knoblauch schälen, fein hacken, mit dem Olivenöl sanft in einer Pfanne bräunen und unter die Linsenmasse heben.
  • Ein Ei unterrühren – dafür sollte der Linsenbrei schon kühl genug sein, damit es nicht denaturiert. Die Chilischote zerreiben, die Kerne entfernen und mit den restlichen Gewürzen zu den Linsen geben.
  • Ein Esslöffel Kichererbsenmehl untermischen – das allein deswegen, damit der Teig fest genug ist um Bällchen zu formen.
  • In einer tiefen Pfanne oder einem Topf Sonnenblumenöl erhitzen, mit den Händen Bällchen formen und im Öl goldbraun ausbacken.
  • Danach auf einem mit Küchenkrepp ausglegtem Teller abtropfen lassen.

Linsenbällchen-Fazit

Dieses vegetarische Gericht schmeckt warm, laurwarm oder frisch frittert. Die säuerlich-frische Joghurtsauce passt perfekt dazu. Die Bällchen sahen wirklich genial aus, waren Außen knusprig-lecker und im Innern würzig-cremig. Kann ich mir gut für eine Party vorstellen. Am übernächsten Tag aufgewärmt waren sie mir persönlich allerdings dann zu dröge.

Das Ras El Hanout habe ich zu Weihnachten geschenkt bekommen – es war ganz lecker, ist aber bestimmt auch durch ein gutes, nicht salziges, Curry ersetzbar. Ich hatte mir den Kauf ja bisher ja immer verkniffen – da mir interfamiliär oder bei Freunden dieses angeblich totaaal bekannte arabische Gewürz im ganzen Leben noch nicht über den Weg gelaufen ist und es mir zum ersten Mal erst durch Aussagen von Alfons Schuhbeck begegnete…

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Kulinarische Geschenke aus Damaskus

Die syrische Lieblingsnachbarin ist jetzt zwar schon ein Weilchen wieder da, dennoch wollte ich mit euch – zumindest optisch, weil auf der materiellen Ebene vorhanden ist das Süßzeugs nämlich schon lang net mehr – teilen, was ich mitgebracht bekommen habe. Hiermit trete ich auch den Beweis an, dass gute (!) arabische Süßigkeiten nicht einfach abstoßend süß, sondern wirklich exklusiv im Geschmack sein können.

Wer jetzt vollkommen ratlos da steht: das Gebäck auf den ersten beiden Bildern ist Baklava – allerdings hat es mit dem widerlich schmeckenden Zeugs, das man hier allerorten erhält, nicht wirklich viel gemein. Hier handelt es sich um die Baklava-Edelvariante, ähnlich gehandelt wie hochpreisige Pralinen. In der schwarzen Schachtel reihen sich hauchzarte kleine Preciosen aneinander – allesamt buttrig-mürb-knusprig-klebrig-nussig mit Rosenwasser versehen. Wer mal dieses orientalischen Gebäcks habhaft wird: bitte kaufen und genießen.

Die kleinen Nester mit den Pistazien sind übrigens meine absoluten Favoriten. Wobei ich sagen muss – so lecker und exquisit die waren – mein Onkel Azad hatte uns mal welche von einem bekannten Konditor aus Jordanien mitgebracht und die waren noch ein klitzekleines Bisschen göttlicher. Aber vielleicht trügt mich da meine Erinnerung, hier in Deutschland habe ich dieses Baklava nämlich noch nicht bekommen. Nur einmal hatte ich es in Neukölln gesichtet, nach einem unfreundlichen Spruch des (hoffentlich inzwischen bankrotten) Verkäufers, der auf meine Figur inklusive meiner Essgewohnheiten abziehlte, sah ich damals dezent pikiert vom Kauf ab.

Die kleine Schachtel mit den dunklen Norpeln da drinnen enthielt übrigens sündhaft leckere, mit Zartbitterschokolade umhüllte und in Kakao gewälzte geröstete Mandeln. Nicht zu süß, nicht mit einer ekelhaften Schicht Zuckerguss verdorben: einfach perfekt. Hach. Und jetzt knabbere ich zu meinem Kaffee noch das letzte Stückchen Dattelgebäck. Davon gibt es allerdings kein Foto.

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Nachgemacht: Türkische Honignüsse mit Sesam

Letztens erblickten meine hungrigen Äuglein im CorumBlog ein Rezept für gebrannte Erdnüsse mit Honig und Sesam. Da jetzt schon ein paar Pakete zum Verschicken und Verschenken anstehen und ich die Nüsschen auch gerne zu Weihnachten als kulinarische Weihnachtsgeschenke meinen Liebsten angedeihen lassen wollte, hab ich das dann auch mal ausprobiert.

Honig_Erdnüsse

Rezept für gebrannte Honig-Sesam-Erdnüsse

1 Tüte Erdnüsse, in der Schale geröstet. Ergibt nach dem Abfummeln selbiger ca. 200 g

2 EL Honig

3-4 EL Sesam (ca. 50 g)

1 Prise Meersalz

Zubereitung der türkischen Honig-Nüsse

  • Den Sesam ohne Fett in eine Pfanne geben und rösten. Laut Sus bis sie anfangen zu platzen. Meine Sesamkörnchen haben sich schlicht geweigert zu platzen, also habe ich sie einfach goldbraun geröstet und dann in einer Schale beiseite gestellt.
  • Als nächstes wanderten die geschälten Erdnüsse in die Pfanne und werden ebenfalls hübsch angeröstet, aber nur wenig, da die Erdnüsse ja noch länger in der Pfanne bleiben und sonst schwarz werden. Da wir direkt die doppelte Menge gemacht haben, haben mein Mann und ich einen wundervollen nuss-schälenden Abend wie die Eichhörnchen vorm Fernseher verbracht. ;-)
  • Den Honig und das Salz darüber geben, dabei ständig weiterrühren und noch circa drei Minuten rösten. Den schon gerösteten Sesam unterrühren.
  • Die klebrige Nussmasse auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech geben und möglichst glatt streichen.
  • Die leckeren Erdnussteilchen in Ruhe erkalten lassen, danach in Stücke brechen und in eine mit Pergamentpapier ausgelegte Dose füllen.

Türkische_Erdnüsse


Kandierte-Erdnuss-Fazit

Der Honig ist richtig karamellisiert und umhüllt die Nüsse und den Sesam glatt und kaum noch klebrig. Ich bin jetzt nicht so der Honig-Fan, von meinem Gatten wurde mir aber versichert, dass die Nüsse sehr, sehr lecker und damit verschenkwürdig sind. Ich werds demnächst nochmal mit Mandeln auspobieren.

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