Fleischeslust

Auf dem Servierteller: Vegane Friedrichshainer Mettratte

Darf ich euch diese grünäugige 50er-Jahre-Schönheit vorstellen, die sich hier gar köstlich auf einem Bett aus Gurkenscheiben räkelt? Diese spezielle Spezies habe ich vegane Friedrichshainer Mettratte getauft. Sanft subversive Berliner Ernährungsverhältnisse eben.

Rezept für veganes Mett

Und nein, bei mir ist nicht jeder zum veganen Genus gezwungen. Ich persönlich lebe aus vielfältigen Gründen auch weiterhin omnivor und (das nur als vorbeugender Disclaimer) möchte hier auch kein Forum für pro/contra-Veganismus- oder Muss-man-das-wirklich-Mett-nennen??!!-Diskussionen bieten.

Vegetarisch, vegan, omnivor

Ich habe gerne mir teure Menschen zu Gast und mir persönlich ist es eine Freude, diese auch angemessen zu bewirten. Zum Beispiel bei Feiern oder meinem Versponnen Salon: Einmal im Monat öffne ich meine heiligen Hallen, es wird gequatscht, gesponnen, gestrickt, ausgiebig mit Fasern gekuschelt und natürlich – wie meistens, wenn Mensch gemütlich aufeinandertrifft – gegessen. Da kommt eine Anzahl von Leuten zusammen, die alle verschiedene Bedürfnisse haben: Vegetarisch, vegan aus Überzeugung, glutenintolerant, laktosetintolerant, diverse Nahrungsmittelunverträglichkeiten… und watt weiß ick. Jede/r bringt was für das gemeinsame Buffet mit und ich versuche im Blick zu behalten, dass alle irgendwie mit für sie verträglicher (und vor allem genießbarer) Nahrung versorgt sind.

Was ich besonders hübsch dabei finde: Niemand fordert etwas ein und niemand fühlt sich persönlich angegriffen, weil eine andere Person beispielsweise nun mal keine tierischen Produkte zu sich nehmen will. Man bringt sich was mit, findet was vor, fragt nach, sucht simple Lösungen und lernt gleichzeitig neue und andere kulinarische Dinge kennen.
Irgendwie funktioniert’s. Mich persönlich fordert sowas kochtechnisch ja auch eher heraus, so entstand ja zum Beispiel der vegane und glutenfreie Rührkuchen. Oder die asiatische Kartoffelsuppe. Aber ich lese eben auch im Jahr 2015 noch immer wieder mit Schaudern in sozialen Netzwerken von Veganern und Vegetariern, die bei Feiern wie ernährungstechnisch Ausgestoßene an trockenen Salatblättern und einsamen gekochten Kartoffeln nagen dürfen oder denen bei Familienfestlichkeiten feindselige Unhöflichkeit vorgeworfen wird, weil sie keine Fleischberge verzehren wollen. (Man könne sich doch mal zusammenreißen. Und überhaupt, sowas muss man doch mal sagen dürfen…!)

Ich liebe also die Entspanntheit, mit der sich hier bei mir am Esstisch Menschen der verschiedensten Nahrungsreligionen zusammenfinden und ich kriege Wallungen (und zwar keine guten), wenn jemand seine Ernährungserleuchtung als einzig glücklich machende anderen aufzuzwingen versucht. Egal wie stark Nahrung polarisiert und emotional aufgeladen ist: Ich hasse es missioniert zu werden. Das gilt für Fleischfresser wie Veganer und alles dazwischen.

Vegane Friedrichshainer Mettratte

Veganes Mett

Ach…. irgendwie wuchert der Artikel gerade etwas, dabei wollte ich euch doch nur ein schönes Rezept für einen veganen, glutenfreien und dabei noch echt leckeren Brotaufstrich vorstellen. :/ Ich bin immer wieder im Netz darüber gestolpert, bis ich mich sehr neugierig daran gewagt und viele andere Menschen mitüberrascht habe.
Meist spielt es sich nach dem gleichen Prinzip ab: Sehr skeptische Leute, die es wagen superhypermegaszweiflerisch ein todbringendes Löffelchen des veganen Hackepeters zu probieren, und dann äußerst überrascht die Augen aufreißen, weil a) hat’s gar nicht superschrecklich gesund und vegan geschmeckt und b) war’s sogar richtig gut und c) verkünden viele dann, dass – wenn man das mit dem veganen, reiswaffeligen Hintergrund nicht wüsste – der Unterschied nicht wirklich herauszuschmecken wäre.
(Der Meinung bin ich nun nicht ganz, ich find’s einfach lecker, man erahnt aber geschmacklich den Reis am Horizont. Aber mein Vater als unwissendes carnivores Testkarnickel verkündete nach dem Probieren, dass er so rohes Hack nicht möge, nur gebraten. Ähem, ich lass das mal so stehen.. ;)) Die Optik, das Mundgefühl und die richtige Würzung spielen halt stark mit hinein und erzeugen eine Freudsche Fehlleistung auf dem Teller. Andererseits: Reis mit Tomate und Zwiebeln & Knoblauch…. das passt ja auch einfach.
Kleiner Tipp: Ich habe das vegane Mett jetzt schon mehrfach gemacht, auch in Fremdküchen, wo frau nicht immer alles vorfindet: Eine gute italienische Gewürz- oder Bruschettamischung eignet sich auch sehr gut zum Würzen.

Anleitung veganes Mett

Rezept für veganes Mett

100 g Reiswaffeln (Geschmacklich ergibt das je nach Hersteller echt Unterschiede. Mit den dicken Reiswaffeln gefällt’s mir persönlich am besten)
300 ml Wasser (kalt)
60 – 140 g Tomatenmark (je nach gewünschter Tomatigkeit)
2 mittlere Zwiebeln
2 TL Senf (ich nehme gerne meinen süßen Honig-Senf – der ist allerdings nicht vegan)
1/2 TL Meersalz
1/4 TL Harissa
1/4 TL Knoblauch (getrocknet, pulverisiert)
1/4 TL Oregano (getrocknet)
1/4 TL Paprikapulver (edelsüß)
etwas frisch gemahlener schwarzer Pfeffer

Zubereitung

  • Die Reiswaffeln mit den Händen in eine Schale bröseln.
  • Die kleingebröckelten Reiswaffeln mit dem Wasser übergießen und dieses mit einer großen Gabel/Löffel gründlich unterrühren und etwas einziehen lassen.
  • Derweil die Zwiebeln putzen, fein hacken und zusammen mit den Gewürzen und dem Tomatenmark (Je nach Geschmack könnt ihr hier nach und nach ergänzen & abschmecken. Das hängt auch von der gewählten Sorte Reiswaffel ab.) einarbeiten.
  • Falls noch zu viele harte Waffelstücke vorhanden sind, kann man esslöffelweise noch ein klein wenig Wasser ergänzen.
  • Die Masse in eine festschließende Dose füllen und im Kühlschrank mindestens bis zum nächsten Tag durchziehen lassen.
  • Abschmecken & aufessen. Der Brotaufstrich hält sich bei hygienischer Handhabung im Kühlschrank auch ein paar Tage. Wie ihr sehen könnt, lassen sich aus dem veganen Mett ganz wunderbare Mettigel Mettratten modellieren. Das Fell ist mit zusätzlichen langen Zwiebelstückchen imitiert und die Augen bestehen bei mir aus eingelegten Kapern.
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Für Salz-Junkies: Rezept für Bacon-Chipotle-Salz

Es gibt so ein paar Lebensmittel, mit denen wird alles besser: Schokolade, Butter und eben…. Bacon. (Ha, ich sage nur Double-Chocolate-Espresso-Bacon-Muffins!)

Baconsalz / Gewürzsalz

Die Idee eines mit Bacon aromatisierten Salzes preschte schon vor über einem Jahr in den Weiten des Internets an mir vorbei. Der Geburtstag einer lieben Freundin im Juli, die sich “Bacon: Das große Speck-Kochbuch“* gewünscht hatte, war ein guter Anlass die Idee endlich in die Tat umzusetzen, um ihr das Gewürzsalz zusammen mit dem Buch zu schenken.

Bacon-Salz / Gewürzmischung mit Frühstücksspeck

Also habe ich bei gut 35° meinen Herd angeworfen und todesmutig Bacon darin ausgebraten (und mich quasi in der Küche gleich mit), gemörsert und mit Salz und einem Hauch gemahlenen Chipotle – das sind geräucherte Jalapeños aus Mexiko – gemischt. Inzwischen haben wir das Bacon-Chipotle-Salz auch getestet, nochmal etwas nachgewürzt und festgestellt, dass es wirklich genial-leckere Ergänzung zu gekochten, weichen Eiern und anderen Eierspeisen ist. Der Test mit Salatsaucen steht noch an, ich stelle es mir wirklich nett bei einem leichten Sommersalat vor – aber auch gut in einer Nudelsauce. Die geräucherten Jalapeños sind wirklich nur ganz sanft im Hintergrund zu erahnen, ich hätte ja noch ein wenig mehr hineingetan, aber der Liebste fand es so perfekt.  Aber das ist ja das Schöne am Selbermachen: Ihr könnt je nach persönlicher Vorliebe noch etwas mehr Schärfe oder Bacon in dem Bacon-Salz versenken. :)
Das aromatisierte Salz – das sehr schön auch als carnivores Topping, vegan oder vegetarisch ist dieser Beitrag halt wirklich nicht, für Gemüseplatten oder Mozarella geeignet ist, schenkt einen leichten Geschmack nach gebratenem Speck ohne die totale Bacon-Keule auszufahren.

Bacon-Chipotle-Salz

Also: Für Salz-Junkies wie mich, eine wirklich sehr nette Ergänzung und Spielerei. Auch ein schönes kulinarisches Geschenk aus der Küche. (Wer es lieber kräuteriger mag, dem möchte ich stattdessen mein Kräutersalz ans Herz legen.) Momentan lagere ich das Bacon-Salz in einem Schraubglas im Kühlschrank. Rein theoretisch sollte der gebratene Schinken von den Salzmengen konserviert genug sein – ich habe bei der Wärme aber etwas Bedenken, dass er eventuell ranzig wird.

Rezept für Bacon-Chipotle-Salz

400 g feines Meersalz
200 g Baconstreifen
1 TL Chipotle* (gemahlen)
1 TL Pfefferkörner (bei mir: 2/4 schwarze, je 1/4 grüne & rote Körner Pfefferkörner, fein mahlen)

Zubereitung

  • Baconstreifen nebeneinander auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech geben.
  • Bei 175° (Umluft, vorgeheizt) auf mittlerer Schiene für 10-15 Minuten kross ausbacken. Aufpassen! Die Grenze zwischen “schön knusprig” und “noch schwach an Bacon erinnernde Holzkohle” ist wirklich schmal.
  • Den knusprig ausgelassenen Bacon auf Küchenkrepp setzen, abtupfen (dabei zerbricht schon einiges), abkühlen lassen und im Mörser (ich habe dafür so einen Granitmörser* genutzt, der mir auch sonst in der Küche gute Dienste leistet) und zerstampfen und zerreiben. Gibt man schon etwas von dem Meersalz dazu, hilft dies beim Zerkleinern von störrischen Stückchen.
  • Den kleingeriebenen Bacon, den frisch gemahlenen oder ebenfalls zerstampften Pfeffer, Chipotle und Meersalz in einer größeren Schüssel miteinander vermischen und in gut schließbare Gläser füllen.

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Frühstücksspeck & Schokolade? Passt! Double Chocolate Bacon Muffins mit Espresso

Nein, bitte nicht entsetzt davon laufen! Bacon und (Dunkle! Wehe ihr haut da zuckersüße Milchschokolade rein!)  Schokolade sind ein erstaunlich köstliches Duo. Guckt nicht so entsetzt. Bei Karamell und Meersalz verfallen doch auch immer alle in ergebene Verzückung.

Double Chococlate Espresso Bacon MuffinsIch öffne also mal wieder meine aus Zeitmangel leider relativ volle Schublade an noch unverbloggten Dingen und ziehe diese köstlichen Teilchen hervor.  Schokolade und Bacon –  hört ihr da nicht auch sofort den verheißungsvollen Klang in der Zusammenkunft dieser beiden Zutaten?

Wer es wagt, der wird belohnt mit saftig-schokoladigen Küchlein, mit einer sich sanft einfügenden, feinen Salz-Bacon-Note. Nicht aufdringlich, sondern einfach gut. Selbst Skeptiker/innen probierten tapfer und wurden angenehm überrascht. Konnten teilweise kaum glauben, dass da wirklich Frühstücksspeck enthalten ist. Man muss schon etwas gründlicher hin schmecken. Und nach gründlichem Probieren auch noch der Hinweis: Direkt aus dem Ofen schmecken sie auch so hervorragend, aber die Schokoladenglasur aus Zartbitterkuvertüre gehört dennoch sehr passend dazu und sollte nicht weggelassen werden.

Gebackene Mini-GuglWie ihr auf den Bildern seht, habe ich neben einem kompletten Muffinblech auch Gugelhupfformen* aus Silikon benutzt (die fassen ein wenig mehr Teig ist mein Eindruck)  sowie u.a. kleine  Mini-Guglhupf-Pralinenförmchen* aus Silikon. Das habe ich zufällig letztes Jahr beim Experimentieren mit diesem Rezept entdeckt, dass die ja genau so gut Hitze aushalten und sich perfekt als Backformen einsetzen lassen. Ging super und sieht aus wie niedliche Muffinpralinen. Fragt mich nicht warum – diese Entdeckung finde ich irgendwie toll und das macht sich bestimmt auch sehr nett bei einem Buffet, auf einer Kaffeetafel oder als Geschenk… Mir fallen gerade zig Einsatzmöglichkeiten ein! :)

Eine Seltsamkeit besitzen die Chocolate Bacon Muffins übrigens, die mich etwas irritiert hat…. Da es eine ganze Menge war, haben wir sie beim ersten Batch über einige Tage hinweg gegessen. Nach ein paar Tagen machte ich für mich einen sich immer mehr intensivierenden Lebkuchengeschmack aus, während der Bacon in den Hintergrund trat. Total strange und von anderen ebenfalls wahrgenommen – ich wüsste ja wirklich immer noch zu gerne, welche lebensmittelchemischen Hintergründe da drin stecken…

Bacon-Chocolate-Muffins-bskDie meinem Rezept zugrundeliegende Idee für die schokoladigen Bacon Muffins ist von der Seite eines texanischen Zuckerherstellers. Dieser bietet übrigens die firmeneigenen Vintage Kochbücher  (das sind immerhin fast 25 Stück) kostenlos als PDF zum Download an. Führt zu witzigem Rein- und anschließendem Festlesen.

Rezept für Chocolate Bacon Muffins
(circa 20-24 Stück)

12 Scheiben Bacon (Optional: 12 weitere Scheiben zur späteren Dekoration)
270  g Mehl
200 g Zucker
200 g saure Sahne
200 ml kalter Espresso/starker Kaffee
75  g echter Kakao
50 g neutrales Öl
2 Eier
1 TL Natron
1 TL Backpulver
100-200 g Zartbitterkuvertüre

Zubereitung

  • Den Bacon in der Pfanne braun braten und auf Küchenkrepp abtropfen lassen.
  • Alle trockenen Zutaten in einer Schüssel vermischen
  • Alle feuchten Zutaten in einer zweiten Schüssel vermengen und dann zu den trockenen Zutaten hinzugeben.
  • Mit einem Löffel sehr gründlich untermischen. Allerdings nur so lange, bis alles miteinander verbunden ist.
  • Den Bacon mit einem scharfen Messer in Stücken hacken. Hier liegt die Kunst ein wenig darin, ihn nicht zu klein zu schneiden, damit man ihn später noch erschmecken kann, aber gleichzeitig keine riesigen Baconlappen im Gebäck zu produzieren.
  • Den Teig zu 2/3  Höhe in (ausgefettete und ausgemehlte oder mit Papierhülsen bestückte) Muffinmulden geben und bei 175° für circa 15 Minuten backen.
  • Nach dem Abkühlen mit Zartbitterschokolade überziehen.
  • Optional: Gehackten Bacon als Topping auf die noch flüssige Schokolade rieseln lassen.

Und da Bushi mit ihrem Blog gerade in ihr neues Domizil gezogen ist und nach “Winter-Soulfood” fragt, bin ich mit meinen Winterspeck-Double-Chococlate-Espresso-Muffins glaube ich ganz gut dabei.
3 Jahre Bushcooks Kitchen - Blog-Event Winter-SoulfoodDie Teilchen sind so herrlich schokoladig-salzig-baconesk – das passt zu Winterstürmen, heißem Tee, vereinzelten Sonnenstrahlen, langen Spaziergängen und einem herzhaften Biss in den fluffigen Teig.

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Heute auf diesem Teller: Angriff der Würstchenkrokodile und Killerkraken!

Hachja. Ihr Lieben, ihr merkt bestimmt an dem wohlklingenden Titel, was euch in den nächsten Wochen blühen wird, nicht wahr? Ja, so ein wenig sollte euch nach vier Jahren klar sein, dass mit dem Herbst auch Halloween heran rollt. Und damit eine Zeit, in der ich mich in herrlich kitschig-gruseligem Gerichten und mit kreativ-grässlichen Rezepten austoben darf.

Halloween_Kraken_bsSorry, selbst Schuld. Ihr lest mich ja immerhin mehr oder minder freiwillig. Den Auftakt dieses Jahr macht ein älterer Artikel aus der Schublade (deswegen sind auch die Fotos nicht das Gelbe vom Ei). Okay, Rezept ist hier auch eher euphemistisch zu verstehen, Zubereitung trifft es eher. Und auch wenn meine Krokodile aus Wiener Würstchen eher handzahm aussehen, die ebenfalls irgendwo auf dem überladenen Teller anwesenden Würstchenschlangen sind doch aber herzallerliebst und machen das Essen zu einem wahren Abenteuer.  Zumindest die Kraken sind aber einwandfrei erkennbar und bereichern das Partybuffet zu Halloween, den Piratenkindergeburtstag oder den Teller des Gatten. Oder meinen. Ja, ich gestehe ja schon. Wir sind halt ein geekhaltiger Haushalt mit teils kindlichem Gemüt, samt kochender Nerdette. 😉

Halloween_Würstchen_bsHalloween-Rezept für Würstchenkranken, Würstchenkrokodile und -schlangen

Wiener Würstchen, kurz und lang
Bratpfanne
scharfes Messer
neutrales Öl
Portion Kreativität und Begeisterung für obskure Feste

Zubereitung

  • Für die Krokodile:   Kurze  Würstchen auf 1/3 der Länge quer halbieren (ergibt das Krokodilsmaul) und auf der Oberseite (sucht euch eine  Seite aus) die Haut auf den restlichen 2/3 der Länge quer einritzen. Das soll – mit etwas wohlwollender Fantasie – den schuppigen Rücken darstellen.
  • Für die Würstchenkraken:  Eine große Wiener halbieren (ergibt zwei Kraken). Das Wurstende bildet jeweils den Krakenkopf. Von der Schnittstelle ausgehend das die Wursthälfte auf einer Länge von 3/4 mehrfach längs durchschneiden (ergibt die Tentakel). Darauf achten, dass die einzelnen Würstchen-Tentakel nicht abgeschnitten werden.
  • Für die Würstchenschlangen: Diese werden aus langen Wienern gemacht. Wie bei den Krokodilen wird vorne ein Maul eingeschnitten, der Schlangenrücken, wird aber über Kreuz zu unzähligen Rauten geschnitten.
  • Die vorbereiteten Würstchen  dann mit etwas neutralem Öl bei mittlerer Hitze einer Pfanne braten. Durch die Hitze rollen sich die Wurststreifen zu richtigen Tentakeln auf, die Krokodile und Schlangen stellen ihre Schuppen auf und öffnen ihre Mäuler.

Halloween_Würstchen1_bs

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Genial-buttriges Zitronenhühnchen mit gebackenen Kartoffeln und Babyspinat mit Granatapfel-Sternanis-Dressing

Das perfekte Brathuhn, auch wenn die Hüfte es dank der Buttermassen nicht ganz so danken wird. Saftiges, zartes Fleisch, gepaart mit brauner, knuspriger Haut und einer eleganten Würzung, die sich nicht in den Vordergrund drängt, sondern für ein köstliches Gesamtbild sorgt. Allein beim Schreiben fängt mein Magen an, sanft zu knurren.Im Grunde könnte man dieses Gericht, das mein Hauptgang bei der Metro-Kochherausforderung war, auch in “Zitronenbutterhühnchen” umtaufen. Aber hey – dafür ist die Beilage in Form von buttrigen Ofenkartoffeln und gebackenen Zwiebeln dann auch gleich mit dabei. Und diese dann auch noch zerdrückt in der buttrigen Sauce – ein unglaublich butterlastig-geiles Gedicht, das man einfach mal probiert haben sollte. Ein Broiler nach einem sehr ähnlichen Rezept (nur mit noch mehr Butter) hatte mal meine liebste Freundin für mich nach einem Jamie Oliver-Rezept gemacht. Ich habe mich für Huhn und Granatapfel-Dressing allerdings rezept- und ideentechnisch bei dem englischsprachigen Kochbuch “Just Add Spice: Creating Wonderful Feasts from Simple Ingredients“* bedient, das mir letztens  zum Geburtstag ins Haus geflattert war. Die von der Karkasse gezupften Reste machten sich am nächsten Tag übrigens sehr gut in einem Salat mit Joghurtsauce.

Als vitaminreiche Beilage – neben den in Butter und Bratensaft gegarten, dicken Zwiebelscheiben – gab es noch einen Salat aus Babyspinat, frischen Tomaten, gerösteten Mandeln und einem Dressing aus Orangensaft, Sternanis und Granatapfelsirup. Ich habe für dieses Gericht nur ein paar Löffel benötigt, deswegen wanderte der Rest der frisch gekochten und würzigen, sirupartigen Sauce in ein fest verschlossenes Schraubglas im Kühlschrank, hier dickt sie durch die Kühlung und den enthaltenen Zucker auch noch an. Dort hält sich das Dressing mit Granatapfelsirup problemlos als nettes Basic auf Abruf. Und da kein Salz enthalten ist, kann man es universell verwenden, es passt beispielsweise hervorragend direkt zu Geflügel und ich verwende es – zum Beispiel statt Honig – auch zum Abrunden von Salatsaucen. Ich kann mir den Granatapfel-Sternanis-Sirup auch wirklich gut als Aromageber in einem Cocktail vorstellen.

Eigentlich wollte ich den Babyspinat roh als Salat verwenden, leider war er etwas angedrückt und nahm wohl Lagerung und Transport etwas übel. Nach Waschen und Durchsortieren habe ich ihn deshalb gedämpft.

Der Gesamtgeschmack der süßen, sanft säuerlichen Sauce mit Sternanis zu Spinat, den fruchtig-sauren Tomaten und dem nussigen Aroma von Arganöl und gerösteten Mandeln war für unsere Zungen absolut ungewohnt – aber wirklich im positiven Sinne. Denn auch wenn ich gerne orientalisch koche und in meine Tomatensauce regelmäßig mit Ceylon-Zimt Bekanntschaft schließt – Sternanis war hier bisher noch nie Bestandteil des Essens. In Maßen eingesetzt, sozusagen als I-Tüpfelchen, find ich das toll.

Zitronenbutterhühnchen mit gebackenen Kartoffeln und roten Zwiebeln

1 Brathähnchen, circa 1,5 Kg
1 Kg kleine(re) Kartoffeln mit zarter Schale
3 große, rote Zwiebeln
125 g weiche Butter
1 große Bio-Zitrone
2 – 3 Zehen Knoblauch
1 TL getrocknete Zitronenschale
1 TL Meersalz
1/4 TL schwarzer Pfeffer
1/4 TL langer Pfeffer

Zubereitung

  • Das Huhn waschen und mit Küchenkrepp trocken tupfen.
  • Die Kräuter fein stoßen oder schneiden, mit der Butter und dem Salz verkneten.
  • Eine Bratreine dünn mit etwas Öl auspinseln. Die Zwiebeln schälen, in dicke Scheiben schneiden und in der Mitte platzieren. Hierauf soll später das Brathähnchen ruhen.
  • Vorsichtig mit den Fingern die Haut des Brathuhns vom Fleisch lösen. Selbst mit ungeübten Händen geht das gut, sogar bis  hin zum Keulenfleisch.
  • Ungefähr die Hälfte der Butter überall unter die Haut das Hähnchens schieben. Ein Viertel auch im Innern verwenden und auch von außen die Würzbutter in Haut und Fleisch einmassieren.
  • Zitrone heiß abspülen, vierteln, ins Innere geben, verschließen (Holzstäbchenmethode, hier beim Entenbraten sieht man es genauer) und die Beine des Hähnchens mit Küchengarn ebenfalls dressieren (= zusammenbinden).
  • Das gebutterte Zitronenhuhn auf die dicken Zwiebelscheiben legen.
  • Gewaschene und geschrubbte, aber ungeschälte Kartoffeln rund herum platzieren, mit dem restlichen Viertel der Butter Flöckchen auf jede Kartoffel setzen.
  • Im vorgeheizten Ofen (Umluft) bei circa 180° für 60 Minuten  vor sich hin schmoren lassen. Kartoffeln und Brathuhn zwischendrin  mal mit dem ausgetretenen Saft/der Butter bestreichen.
  • Das Fleisch ist gar, wenn man an der dicksten Stelle einsticht und nur noch klare Flüssigkeit hervor tritt.

Salat aus Babyspinat & Tomaten mit Granatapfelsirupdressing

Zutaten für die Granatapfelsauce

250 g Orangensaft (100% Frucht)
110 g brauner Zucker
1 EL Honig
3 ganze Stück Sternanis
1 TL Granatapfelsirup

Zubereitung Granatafeldressing

  • Alle Zutaten – bis auf den Granatapfelsirup –  in einen Topf geben und aufkochen lassen.
  • Die Flüssigkeit circa zehn Minuten bei mittlerer Hitze auf die Hälfte einreduzieren lassen.
  • Sternanis herausfischen, Granatapfelsirup unterrühren, fertig.
  • In ein sterilisiertes Glas geben. Fest verschlossen (eingekocht) in der Vorratskammer lange haltbar, geöffnet im Kühlschrank. Sauce kann warm und kalt verwendet werden.

 Zutaten für den Salat

200 g Babyspinat
1 – 2 aromatische Tomaten
50 g geröstete Mandeln (oder frisch gerösteten Sesam)
1 kleine Zwiebel
neutrales Öl
Arganöl
Meersalzflocken

Zubereitung Spinatsalat

  • Spinat putzen und gründlich waschen. Die Tomaten waschen, putzen und fein würfeln.
  • Eine kleine Zwiebel fein hacken und in etwas neutralem Öl anschwitzen.
  • Den noch feuchten Spinat dazu geben, etwas Meersalz dazu geben und kurz dämpfen, bis er zusammensackt.
  • Den Spinat auf einem Teller anrichten, auf das Spinatbett die Tomatenwürfel geben.
  • Arganöl darüber träufeln, noch ein paar Meersalzflocken und geröstete Mandeln darüber streuen und abschließend zwei Esslöffel des Granatapfeldressings darüber geben. Schnell servieren.

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