Fleischeslust

Schnelle Küche: Avocado BLT-Bagel

Klassischerweise ist es ja eigentlich ein BLT(Bacon-Lettuce-Tomato)-Sandwich,  bei Petra stolperte ich via Pinterest letztens über eine leckere Variante mit Avocado. Und da ich gerade mal wieder eine Avocado-Phase durchlebe, habe ich die Anregung für ein schnelles und recht unkompliziertes Abendessen direkt mal aufgegriffen.

Rezept für Avocado-BLT-Bagel

1 – 1/2  reife Avocado
Saft 1/2 Zitrone
(Bärlauch-)Meersalz, Pfeffer
1 Packung Bacon
4 Bagels
2 Tomaten
Salatblätter
Zwiebeln, Zucker,  Balsamico und etwas Butterschmalz für karamellisierte Zwiebeln

 Zubereitung

  • Avocado aufschneiden, entkernen und mit einem Löffel aushöhlen.
  • In einer Schale das Fruchtfleisch mit einer Gabel zerdrücken und mit Zitronensaft, (Bärlauch-)Salz und Pfeffer abschmecken.
  • Den Bacon in einer Pfanne knusprig braten und auf Küchenkrepp zum Abtropfen geben.
  • Danach in derselben Pfanne (evtl. ist gar kein Butterschmalz mehr nötig – je nachdem wie viel Bratfett vom Bacon da ist) die karamellisierten Zwiebeln nach  Anleitung zubereiten.
  • Aufgebackene Bagels halbieren, Unterseite mit Guacomole bestreichen, Tomatenscheiben, Bacon und Salatblätter in beliebiger  Reihenfolge schichten, das  Ganze zum Abschluss mit den säuerlich-süßen Zwiebeln toppen und den Deckel aufsetzen.



BLT-Bagel-Fazit

Hm… irgendwie… unbefriedigend. Was aber weder an der leckeren Avocado, dem frisch gebratenen Bacon oder den köstlichen karamellisierten Zwiebeln und ihrer Sauce lag, sondern an den gekauften Bagels, die gefühlt im Mund immer mehr wurden, sich wie Schaumkissen kauten und die Tendenz hatten alle Aromen zu schlucken.

Ich hatte noch frisches und saftiges Dinkel-Hafer-Nuss-Brot da, mich aber der Optik wegen für die Bagels entschieden – was ein totaler Fehler war. Nächstes Mal also Finger weg von den komischen Aufback-Bagels und lieber ein gutes Brot und damit eine klassische Sandwichvariante oder den perfekten Bagel-Dealer in Berlin auftun. Ansonsten waren die einzelnen Bestandteile toll. Vor allem der Bacon. Ich meine.. Bacon! Und dann auch knusprig gebraten. Hach.

 

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Irish Stew mit tschechischem Schwarzbier

Fast jeder der kocht, und einen minimalen Faible für Kochbücher hat, hat die Anne Wilson-Kochheftchen irgendwo im Regal versteckt herumstehen. Auch bei mir tummeln sich etliche der günstigen, aber durchaus hübsch gemachten Druckwerke. Gekauft habe ich sie mir noch zu Studienzeiten so für ein bis zwei Euro das Stück und habe mich Zuhause dann glücklich hindurchgeblättert.

Letztens fielen mir die Heftchen wieder in die Hände, der Liebste blieb kurz am Irish Stew mit Guiness hängen und beim Einkaufen gestern wurde ich beim Anblick von Rindergulasch von spontanen Gelüsten auf dieses doch sehr handfeste Gericht überwältigt. Guiness gab es nicht, also musste es das günstige (und einzig greifbare) tschechische Schwarzbier Breznák Cerné richten. Die Wahl war wahrscheinlich nicht mal so schlecht, mein letzter Guiness-Genuss liegt schon einige Jahre zurück, aber ich meine mich zu erinnern, dass es deutlich bitterer im Geschmack war. Das Stew hier ist eine mit Mehl gebundene Kreuzung aus Eintopf, Schmorgericht und Ragout. Seit dem Ragout aus Hühnerherzen ist meine Leidenschaft für solche saucentriefenden Schmurgelgerichte ja eigentlich auch klar…

Also – diese flüssige Hauptzutat plus Fleisch, Gemüse und ein wenig Zeit …

… ergibt dieses köstliche Mahl.

Rezept für Irish Stew mit Schwarzbier

1 Kg Rindergulasch
500 ml Schwarzbier (hier: Breznák Cerné)
circa 500 ml Wasser oder Brühe
4 große Zwiebeln
2 große Karotten
150 g Trockenpflaumen, halbiert
2 große, gehäufte EL Mehl
2 Zehen Knoblauch
1 1/2 TL getrockneter Thymian
2 Lorbeerblätter
Meersalz, frisch gemahlener Pfeffer
Butterschmalz

Zubereitung

  • In einem großen Schmortopf das Rindfleisch in Butterschmalz nach und nach portionsweise scharf anbraten. Gibt man direkt alles hinein, wird es durch das gesammelt austretende Wasser nur gekocht.
  • Grob in Streifen geschnittene Zwiebeln und den Knoblauch hinzugeben und mit anschwitzen.
  • Den Topfinhalt mit dem Mehl überstäuben, gründlich untermengen und das Bier einrühren. Das geht sehr gut und ohne Klümpchen. Fleisch und Zwiebeln sind jetzt von einer dicken, braunen Sauce ummantelt.
  • Wasser oder Brühe unterrühren, die geputzten und in dicke Scheiben geschnittenen Möhren zusammen mit den Gewürzen hineingeben.
  • Aufkochen lassen, auf kleinste Flamme runterschalten und ein bis anderthalb Stunden köcheln lassen. Öfters umrühren, evtl. Flüssigkeit nachfüllen.
  • Gegen Ende der Garzeit die Trockenpflaumen hinzu geben, vor dem Servieren nochmals abschmecken.


Irish Stew Fazit

Mehr davon. Passt perfekt in die Herbst- und Winterzeit und auch zu einem verfröstelten, windigen Halbfrühlingstag Ende Februar. Als Beilage (zum Dazuessen, Reinbrocken oder Auswischen des Tellers) gab es frisch gebackenes Kartoffelbrot, passt ja zu nem irischen Rezept. Man darf sich nur nicht die Finger an dem heißen Brotlaib verbrennen. Obwohl das Bier nicht so bitter und sehr malzig war, fügten sich die Trockenpflaumen hervorragend ein. Da das Stew recht früh mit Mehl gebunden wird, muss man ab und an umrühren, um sicher zu gehen, dass es nicht am Topfboden anbäckt.
Das ist Comfort Food at its best, das auf mehr als einer Ebene wärmt. Inklusive zufriedenem Schnaufen, wenn man angenehm satt den Löffel weg legt.

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Schwein gehabt – Silvesterferkerl to go

Huch. Heute haben wir schon den 23. Januar – höchste Zeit für den ersten Blogbeitrag im Jahr. Das Jahr fängt ja gut an, wenn der erste Monat schon so im Fluge vergeht, dass ich kaum zum Bloggen komme. Und bei dem Thema “Feisch” fällt mir zum Beispiel ein, dass ich eigentlich noch dringend etwas (nur bedingt leckeres, eher enttäuschendes) über den Besuch unserer Redaktionsrunde im alteingesessenen Restaurant “Zur letzten Instanz”  Anfang Dezember schreiben wollte…

Zum Jahreswechsel hatten wir ein Spanferkel bestellt – quasi als köstliches Glücksschwein (Bringt es eigentlich Unglück, wenn man das Glücksschwein auffrisst? Also, außer natürlich für das Schwein selbst…). Der Metzger unserer Wahl  war Marcus Benser, der  Blutwurstritter, der (wie es der Beiname schon sanft her gibt) vor allem für seine Blutwurst bekannt und sogar von der normannischen “Bruderschaft der Ritter der  Blutwurst” (Confrérie des Chevaliers du Goûte Boudin) zum “Chevalier du Goûte-Boudin” (Ritter der Blutwurst/Blutwurstritter) geschlagen wurde.

Kontakt und ein sehr nettes längeres Telefonat zum Thema Spanferkel und Weißwürste hatte ich allerdings mit Mathias Helfert, der sich ab und an auch als Blutwurstknappe mit – wer hätte es gedacht – Blutwurstrezepten durch das Web bloggt.

Kleine geistige Aussetzer und der Schweinehimmel

Auch wenn ich in der Vor- und Nachweihnachtszeit stressbedingt leichte Aussetzer zu haben schien (Vokabeln wie “Spieß-Schwein!-Dingens!-äh…Grill!-Ferkel-Span!-maaanwienenntmandiesesverdammteViechdennnunduweißtdochwasichmeine!!” gingen in die Annalen der Familiengeschichte ein und werden  wohl auch  noch in etlichen Jahren bei jedem Schweinebraten hervorgekramt werden.) -  mit unserer Annahme: “Preisgekrönte Blutwurst = der Mann/die Metzgerei kennt sich bestimmt auch super mit ganzen gegrillten Schweinen aus!” lagen wir jedenfalls goldbraun-knusprig  richtig.

Und, weil es dutzend verwirrte Nachfragen im Freundes- und Familienkreis gab: Nein, ein Spanferkel bereitet man natürlich nicht im eigenen Ofen  zu. Das wird fertig gegrillt, heiß und direkt verzehrfertig geliefert. (Und ja, im Ganzen. Ja, natürlich mit Kopf. Ja, auch die Füßchen waren noch dran. Nein, das war nicht ekelig. Selten genug, dass man mal das ganze Tier zu sehen kriegt und nicht nur ein formloses Fleischstück auf dem Teller landet, das man keinem Lebewesen mehr zuordnen kann.) So ein Silvesterferkel ist jedenfalls sehr praktisch, wenn man feiertechnisch keinen großen Akt machen will.  Wir hatten dazu frischen Salat, grüne Bohnen, Sauerkraut und Dinkel-Sesam-Baguette – das ließ sich superschnell und gut vorbereiten. Also quasi Silvesterfestmahl to go. Da wir auf den obligatorischen Apfel im Maul verzichteten, der in der Vorstellung jedes Fragenden im Maul des köstlichen Tieres  stecken muss, gab es dazu zumindest Cidre.

Und das Ferkel selbst? – Sollte es einen Schweinehimmel geben, dann ist dieses Tier verdienter Maßen dort wiederzufinden. Wir waren uns alle einig, unsere Zähne noch nie in so köstlich-knusprige Haut geschlagen und so zartes und betörend saftiges, im eigenen Saft gesottenes Schweinefleisch gegessen  zu haben, das praktisch auf der Zunge zerging. Natürlich war es nicht mager, das findet man aber wahrscheinlich weder bei Spanferkerln, noch der fettigen Weihnachtsgans, aber es fanden sich auch keine monströsen Fettablagerungen oder  schwabbeligen Schwarten am Schwein. Zusätzlich war die Haut eine kompakte, knusprig-krachende Kruste, in die man einfach nur lüstern seine Zähne schlagen wolle.

Jetzt noch ein knuspriges Bild vom herrlichen Schweinehintern:

Und abschließend eine kleinere Handyaufnahme, des in gierig-zerknautschte Alufolie gebetteten und dezent angenagten Spanferkels. Der Gatte twitterte hierzu glücklich, dass er sich wie Obelix fühle.

Auf diesem schweinischen Wege (man verzeihe mir dieses äußerst platte Wortspiel) also liebe Grüße und uns allen die besten Wünsche für unsere Projekte, Träume, Sehnsüchte, Hoffnungen und Wünsche im (nicht mehr ganz so..) neuen Jahr. Mögen die guten davon in Erfüllung gehen. ;-)

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Entenbraten mit Honigglasur und Aprikosen-Mandel-Chili-Füllung

Die syrische Lieblingsnachbarin weilt ja derzeit (angesichts der derzeitigen Stimmung begleitet von unser aller guten Gedanken und Wünsche) in Syrien bei ihrer Familie. Da sie dieses Jahr zu Weihnachten nicht da ist, hatten wir im November statt Martinsgansessen dann ein herrliches Entenbratenabschiedsfressen. Obwohl nur beim Discounter erstanden, war die Ente wirklich genial. Zur Vorbereitung des Entenbratens (auftauen, Kiele entfernen usw.), Garzeit, dem Kochen der Sauce und den Beilagen (wir haben es da ganz klassisch gehalten) verweise ich einfach auf ein schon älteres simples Grundrezept für Entenbraten und selbstgemachten Apfelrotkohl von mir.  Das kochtechnische Grundgerüst ist gleich, hier findet sich lediglich eine andere Füllung und Glasur.

Füllung für den Entenbraten

100 g Kastenweißbrot (gewürfelt)
100 ml Sahne
100 g getrocknete Aprikosen (in schmale Streifen geschnitten)
50 g Mandelstifte
1 Ei
2 TL frische grobe Petersilie (gehackt)
1  1/2 TL Kräutersalz
1/2 TL Beifuß
1/2 TL Ceylon-Zimt
Chili & frisch gemahlener schwarzer Pfeffer nach persönlicher Präferenz

Zubereitung der Füllung

  • Mandeln, Weißbrot und Aprikosen in eine Schüssel geben und vermischen.
  • Gewürze, Ei und Sahne verquirlen und unter die trockenen Zutaten heben.
  • Kurz Brot, Mandeln und Aprikosen die Flüssigkeit aufnehmen lassen und dann die vorbereitete Ente damit füllen.
  • Ente verschließen, Flügel unterschieben und die Beine mit Küchengarn dressieren.

Honigglasur

Kaltes Wasser
1-2 EL Honig
Salz
Ceylon-Zimt

Wirklich supersimpel: Statt mit reinem Salzwasser, den Entenbraten 15 Minuten vor Ende der Garzeit mit dem Honigwasser bestreichen und die Temperatur (Grill) hoch drehen.

Entenbraten-Fazit

Geil. Entenbraten war noch nie so lecker. Die fruchtige Füllung und die sanfte Honigglasur waren quasi experimentell – schön, dass beides geklappt hat.  Passt bestimmt auch zum Festtagsbraten. Für die Skeptiker: Keine Bange, der Zimt treibt sich brav im Hintergrund herum und ist nicht zu dominant (ein Hauch Vanille würde sich bestimmt auch wunderbar machen…). Die Honigglasur hat der Ente eine superknusprige Haut mit genialem Geschmack beschert. Hier ist die Gefahr, dass die Glasur wegen dem Zuckergehalt schnell verbrennt natürlich größer, deswegen nach dem Glasieren unbedingt ein Auge darauf behalten.

Übrigens: Ich gehöre bekennend nicht zu den Bürzelheraus- und Flügelabschneidern, wenn ich auch immer versuche die Bürzeldrüse weitgehend auszudrücken. Ich esse das Ding zwar nicht, aber irgendjemand am Tisch ist immer ganz wild auf den Geflügerhintern. Und im Gegensatz zum urdeutschen Gatten (“Ihhhh… Knochen!”) gehöre ich außerdem zur Spezies der genießerischen Knochen-Abknabberer. (Hey… ich kann mich immerhin mit meinem kurdischen Erbgut rausreden… und irgendwie muss das arme Vieh, das da verspeist wird auch geehrt werden. ;-))

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Blog-Event LXX – Ran an den Speck: Von der Flamme geküsste Aprikosen und Pflaumen im Speckmantel mit Parmesanfüllung

Na gut, bei uns war die Flamme (zum Wohle der über uns wohnenden Nachbarn) leider nur ein mehr als mäßiger und uns halb in den Wahnsinn treibener Tischgrill (der Elektrogrill ist leider Anfang des Sommers sommerlichen Herbstes eines plötzlichen Todes gestorben. Es sei ihm vergönnt, er hat lange gedient, einen Nachfolger haben wir allerdings noch nicht auserkoren.) Also stellt Euch einfach mal ein wenig fantasievoll vor, dass dieser fettig-fruchtig-rauchig-herzhafte Knabberkram auf sanft rotglühener Kohle vor der imaginären Leinwand eines samtigen Abendhimmels in Berlin und voller Liebe gebrutzelt wurde. Nur für Euch. Jawohl.

Die mit Parmesan gefüllten Grillfrüchte (wahrscheinlich hatten zig Leute ähnliche Ideen, bin schon gespannt auf die Galerie aus speckummantelten Pfläumchen ;-)) sind meine Beteiligung am speckigen Blogevent. Die Früchte sind auch hübsche und schnell gemachte Appetizer für Parties und lassen sich im Grunde auch in der Pfanne zubereiten. Ich habe die gefüllten und mit Bacon umwickelten Aprikosen extra zu mehreren auf jeweils zwei Schaschlikspieße gezogen, damit sie sich besser grillen lassen. Klappte dadurch alles wie gedacht problemlos.

Blog-Event LXX - Ran an den Speck (Einsendeschluss 15. August 2011)

Rezept für Grillaprikosen und -pflaumen im Speckmantel

Getrocknete Aprikosen
Getrocknete Softpflaumen
zwei Packungen Frühstücksbacon
Parmesan am Stück
Schaschlikspieße

Zubereitung

  • Kleine Stücke des Parmesans mit einem Messer herausbrechen/absägen/zurechtschneiden.
  • Mit einem scharfen Messer die Aprikosen und die Pflaumen einmal längs aufschneiden.
  • Parmesanstück hineinlegen und zudrücken.
  • Früchte jeweils einzeln auf einen Streifen Bacon legen, einwickeln und auf Spieße ziehen.
  • Grillen oder in der Pfanne braten, bis der Speck ausgelassen und knusprig ist.

Speckummanteltes-Aprikosen-Pflaumen-Parmesan-Fazit:

Ich habe keine Ahnung, wie die Teilchen schmecken. Bei der Zubereitung war mein Magen leider gerade etwas angeschlagen, so dass ich ihm diese fettige Köstlichkeit erspart habe. Der Gatte fand sie allerdings (Originalton) superlecker und die Speck-Pflaumen und -Aprikosen werden sicherlich nochmals unseren Grill zieren. Ich nehme an, dass man sowas aber einfach mögen muss, um es zu.. äh.. mögen. ;-) Speck- und Schinkenhasser werden mit dem gefüllten gegrillten Obst garantiert nicht glücklich. Varianten zur Füllung wären eventuell noch: Blauschimmelkäse oder Schafskäse.

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