Fruchtiges

Von mahnenden Blicken und leckerem Rhabarberkuchen mit Baiserhaube

Ich liebe Rhabarber. Ich freue mich jedes Jahr auf die Saison und auf Rhabarberpudding, Cobbler mit Rhabarber, Rhabarbermarmelade (Ja, ja, ich weiß. Technisch korrekt wäre es Konfitüre, keine Marmelade.) oder Rhabarberkuchen. Momentan geistert als Rhabarbertrend auch ein Rhabarbersirup durch die Foodblogs.

Meine diesjährigen Rhabarbergelüste forderten diesmal allerdings einen etwas dickeren Rührteig mit versunkenen Rhabarberstücken samt Baiserhaube ein. Gedacht, getan und meine liebe Schwiegermutter konnte ich mit dem weichen Boden, den wundervoll säuerlichen Fruchtstücken und dem fluffig-lockeren, süßem Baiser auch noch sehr erfreuen. Freut mich wiederum. :)

Eigentlich wollte ich das Rezept schon gar nicht mehr posten, weil das Ende der Erntesaison ja nicht mehr sooo weit entfernt ist. Heute war ich aber mit dem Liebsten auf dem Wochenmarkt am Boxhagener Platz, habe frische Erdbeeren, Spargel und einen tollen neuen Ring gekauft, mir Pfingstrosen vom Gatten schenken lassen, im Sonnenschein Milchkaffee in einem französischen Café geschlürft und irgendwo dazwischen wunderschöne und riesige Rhabarberstangen erblickt. Ich schwör es, die guckten mich mahnend an. Geradezu vorwurfsvoll, weil ich euch das Backrezept für diesen schönen Blechkuchen vorenthalten wollte.

Ich habe also quasi keine Wahl und ergebe mich willfährig. ;) Außerdem ist die Baiserhaube eine gute Möglichkeit, um überzähliges Eiweiß zu verbrauchen – zum Beispiel von Eierlikör oder einer Hollandaise. Wir sind ja schließlich in der Spargelsaison. Eiweiß lässt sich übrigens hervorragend einfrieren und wieder auftauen.

Rezept für Rhabarberkuchen mit Baiserhaube vom Blech
(Ich nutze ein zusammenschiebbares Blech. Maße: 33 x 29 cm)

750 g Rhabarber (geputzt, in Stücken)
275 g Mehl
210 g Zucker
200 g weiche Margarine
4 Eier
25 g Speisestärke
2 gehäufte TL Backpulver
1/2 TL gemahlene Vanilleschote/Mark einer Vanilleschote

Für die Baisermasse

5 – 6 Eiweiß
200 g Zucker
1 gehäufter TL Speisestärke
1 TL Zitronensaft

Zubereitung

  • Mit der Küchenmaschine oder dem Handrührer Zucker und Margarine verrühren, danach die Eier einarbeiten und Vanille  hinzu geben.
  • Das mit Speisestärke und Backpulver verrührte Mehl nach und nach unterrühren.
  • Blech ausmehlen und fetten oder ganz einfach mit Backpapier auslegen.
  • Teig darauf geben. Die Rhabarberstücke darauf verteilen. Im vorgeheizten Ofen (Umluft) bei 175° auf der mittleren Schiene 40 – 45 Minuten backen.
  • Zwischenzeitlich das Eiweiß aufschlagen, den mit Stärke vermischten Zucker hineinrieseln lassen  und weiter schlagen. Zitronensaft untermischen.
  • Die Baisermasse auf dem noch heißen Kuchen verteilen, mit dem Löffel etwas strukturieren.
  • Kuchen zurück in den Ofen geben und 15 Minuten lang backen lassen, bis die Baiserhaube perfekt gebräunt und außen knusprig ist.

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Genial-buttriges Zitronenhühnchen mit gebackenen Kartoffeln und Babyspinat mit Granatapfel-Sternanis-Dressing

Das perfekte Brathuhn, auch wenn die Hüfte es dank der Buttermassen nicht ganz so danken wird. Saftiges, zartes Fleisch, gepaart mit brauner, knuspriger Haut und einer eleganten Würzung, die sich nicht in den Vordergrund drängt, sondern für ein köstliches Gesamtbild sorgt. Allein beim Schreiben fängt mein Magen an, sanft zu knurren.Im Grunde könnte man dieses Gericht, das mein Hauptgang bei der Metro-Kochherausforderung war, auch in “Zitronenbutterhühnchen” umtaufen. Aber hey – dafür ist die Beilage in Form von buttrigen Ofenkartoffeln und gebackenen Zwiebeln dann auch gleich mit dabei. Und diese dann auch noch zerdrückt in der buttrigen Sauce – ein unglaublich butterlastig-geiles Gedicht, das man einfach mal probiert haben sollte. Ein Broiler nach einem sehr ähnlichen Rezept (nur mit noch mehr Butter) hatte mal meine liebste Freundin für mich nach einem Jamie Oliver-Rezept gemacht. Ich habe mich für Huhn und Granatapfel-Dressing allerdings rezept- und ideentechnisch bei dem englischsprachigen Kochbuch “Just Add Spice: Creating Wonderful Feasts from Simple Ingredients“* bedient, das mir letztens  zum Geburtstag ins Haus geflattert war. Die von der Karkasse gezupften Reste machten sich am nächsten Tag übrigens sehr gut in einem Salat mit Joghurtsauce.

Als vitaminreiche Beilage – neben den in Butter und Bratensaft gegarten, dicken Zwiebelscheiben – gab es noch einen Salat aus Babyspinat, frischen Tomaten, gerösteten Mandeln und einem Dressing aus Orangensaft, Sternanis und Granatapfelsirup. Ich habe für dieses Gericht nur ein paar Löffel benötigt, deswegen wanderte der Rest der frisch gekochten und würzigen, sirupartigen Sauce in ein fest verschlossenes Schraubglas im Kühlschrank, hier dickt sie durch die Kühlung und den enthaltenen Zucker auch noch an. Dort hält sich das Dressing mit Granatapfelsirup problemlos als nettes Basic auf Abruf. Und da kein Salz enthalten ist, kann man es universell verwenden, es passt beispielsweise hervorragend direkt zu Geflügel und ich verwende es – zum Beispiel statt Honig – auch zum Abrunden von Salatsaucen. Ich kann mir den Granatapfel-Sternanis-Sirup auch wirklich gut als Aromageber in einem Cocktail vorstellen.

Eigentlich wollte ich den Babyspinat roh als Salat verwenden, leider war er etwas angedrückt und nahm wohl Lagerung und Transport etwas übel. Nach Waschen und Durchsortieren habe ich ihn deshalb gedämpft.

Der Gesamtgeschmack der süßen, sanft säuerlichen Sauce mit Sternanis zu Spinat, den fruchtig-sauren Tomaten und dem nussigen Aroma von Arganöl und gerösteten Mandeln war für unsere Zungen absolut ungewohnt – aber wirklich im positiven Sinne. Denn auch wenn ich gerne orientalisch koche und in meine Tomatensauce regelmäßig mit Ceylon-Zimt Bekanntschaft schließt – Sternanis war hier bisher noch nie Bestandteil des Essens. In Maßen eingesetzt, sozusagen als I-Tüpfelchen, find ich das toll.

Zitronenbutterhühnchen mit gebackenen Kartoffeln und roten Zwiebeln

1 Brathähnchen, circa 1,5 Kg
1 Kg kleine(re) Kartoffeln mit zarter Schale
3 große, rote Zwiebeln
125 g weiche Butter
1 große Bio-Zitrone
2 – 3 Zehen Knoblauch
1 TL getrocknete Zitronenschale
1 TL Meersalz
1/4 TL schwarzer Pfeffer
1/4 TL langer Pfeffer

Zubereitung

  • Das Huhn waschen und mit Küchenkrepp trocken tupfen.
  • Die Kräuter fein stoßen oder schneiden, mit der Butter und dem Salz verkneten.
  • Eine Bratreine dünn mit etwas Öl auspinseln. Die Zwiebeln schälen, in dicke Scheiben schneiden und in der Mitte platzieren. Hierauf soll später das Brathähnchen ruhen.
  • Vorsichtig mit den Fingern die Haut des Brathuhns vom Fleisch lösen. Selbst mit ungeübten Händen geht das gut, sogar bis  hin zum Keulenfleisch.
  • Ungefähr die Hälfte der Butter überall unter die Haut das Hähnchens schieben. Ein Viertel auch im Innern verwenden und auch von außen die Würzbutter in Haut und Fleisch einmassieren.
  • Zitrone heiß abspülen, vierteln, ins Innere geben, verschließen (Holzstäbchenmethode, hier beim Entenbraten sieht man es genauer) und die Beine des Hähnchens mit Küchengarn ebenfalls dressieren (= zusammenbinden).
  • Das gebutterte Zitronenhuhn auf die dicken Zwiebelscheiben legen.
  • Gewaschene und geschrubbte, aber ungeschälte Kartoffeln rund herum platzieren, mit dem restlichen Viertel der Butter Flöckchen auf jede Kartoffel setzen.
  • Im vorgeheizten Ofen (Umluft) bei circa 180° für 60 Minuten  vor sich hin schmoren lassen. Kartoffeln und Brathuhn zwischendrin  mal mit dem ausgetretenen Saft/der Butter bestreichen.
  • Das Fleisch ist gar, wenn man an der dicksten Stelle einsticht und nur noch klare Flüssigkeit hervor tritt.

Salat aus Babyspinat & Tomaten mit Granatapfelsirupdressing

Zutaten für die Granatapfelsauce

250 g Orangensaft (100% Frucht)
110 g brauner Zucker
1 EL Honig
3 ganze Stück Sternanis
1 TL Granatapfelsirup

Zubereitung Granatafeldressing

  • Alle Zutaten – bis auf den Granatapfelsirup -  in einen Topf geben und aufkochen lassen.
  • Die Flüssigkeit circa zehn Minuten bei mittlerer Hitze auf die Hälfte einreduzieren lassen.
  • Sternanis herausfischen, Granatapfelsirup unterrühren, fertig.
  • In ein sterilisiertes Glas geben. Fest verschlossen (eingekocht) in der Vorratskammer lange haltbar, geöffnet im Kühlschrank. Sauce kann warm und kalt verwendet werden.

 Zutaten für den Salat

200 g Babyspinat
1 – 2 aromatische Tomaten
50 g geröstete Mandeln (oder frisch gerösteten Sesam)
1 kleine Zwiebel
neutrales Öl
Arganöl
Meersalzflocken

Zubereitung Spinatsalat

  • Spinat putzen und gründlich waschen. Die Tomaten waschen, putzen und fein würfeln.
  • Eine kleine Zwiebel fein hacken und in etwas neutralem Öl anschwitzen.
  • Den noch feuchten Spinat dazu geben, etwas Meersalz dazu geben und kurz dämpfen, bis er zusammensackt.
  • Den Spinat auf einem Teller anrichten, auf das Spinatbett die Tomatenwürfel geben.
  • Arganöl darüber träufeln, noch ein paar Meersalzflocken und geröstete Mandeln darüber streuen und abschließend zwei Esslöffel des Granatapfeldressings darüber geben. Schnell servieren.

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Blogevent Lesehunger: Zu Gast im tanzenden Täubchen

Endlich komme auch ich dazu – natürlich außer Konkurrenz – an meinem eigenen Lesehunger-Blogevent teilzunehmen.

Es gibt einen unglaublich riesigen Berg an grottenschlechter Fantasyliteratur. Zu meinem großen Glück fiel mir (via Mutter, Buchclub und meinem ungefähr zwölften Geburtstag) das Buch “Im Bann der Göttin” von Tamora Pierce in die Hände und machte mich mit der positiven Seite dieses Genres bekannt. Schnell hatte ich mich festgelesen und nach und nach gab es die restlichen Bücher (ich hatte den zweiten vor dem ersten Band erhalten) zu hohen Fest- und Feiertagen.

Es mag ja vielleicht komisch klingen, aber rückblickend hat mich diese Buchserie sehr geprägt. Tamora Pierce zählt mit ihren Jugendbüchern auch heute noch zu meinen absoluten Lieblingsautorinnen und mindestens einmal im Jahr nehme ich mir eine ihrer Buchserien vor und lese mich nochmal hindurch. Ich hatte aber nicht nur wegen ihrem Schreibstil und der guten Übersetzerin aus dem Amerikanischen Glück, sondern vor allem auch wegen der Figuren. Tamora Pierce selbst war von klein auf Fantasy-Fan und störte sich immer daran, dass nur Jungen die Helden waren. In ihren Büchern begegnet man deswegen wunderbar dreidimensionalen Heldinnen und spannenden Nebencharakteren, die ihre Stärken und Schwächen haben und sich entwickeln. Die Hauptfigur ist die rothaarige, zierliche und wenig fügsame Alanna. Sie wehrt sich dagegen, Röcke zu tragen und als edle Dame erzogen zu werden. Sie tauscht mit ihrem Zwillingsbruder Thom die Rollen, fälscht die Begleitbriefe und schafft es – verkleidet als Junge -, sich im Königspalast zum Ritter ausbilden zu lassen. Willensstark kämpft sie sich durch eine männlich dominierte, mittelalterlich-/renaissance-inspirierte Welt, in der auch Magie vor kommt, und erringt ihren Schild und Anerkennung.

Natürlich ist hier eine große Prise Eskapismus dabei – das Wegträumen in fremde Länder, Geschichten, Leben und Dimensionen, aber ebenso natürlich lassen sich viele Dinge auf unsere Zeit übertragen und teilen kleinen Mädchen und Frauen (und auch lesenden Jungs und Männern ;)) nebenbei ganz selbstverständlich mit: Ihr könnt alles erreichen was ihr wollt. Selbst wenn euch weisgemacht wird, dass ihr körperlich und geistig nicht dazu in der Lage seid, weil ihr “nur” Frauen seid: Wir sind alle Menschen und wir sind gleich. Jeder kann alles erreichen. Mit dieser Botschaft in Kopf und Herzen bin ich aufgewachsen und entdeckte meine Liebe zu dieser (leider oft belächelten) Literaturgattung.

Kurz nachdem Alanna mit ihrem bärbeißigen Diener Coram in der Hauptstadt einreitet, begegnet sie dem Schurken Georg. Dieser ist gerade erst seit einigen Monaten der König der Diebe und nimmt den “jungen Knappen” unter seine Fittiche. Hier schaut sich Alanna einige Kampftechniken ab und bringt später auch ihre adligen Freunde mit an den Hof des Diebes, der in der Schänke “Tanzendes Täubchen” abgehalten wird. Hier wird gezecht, verhandelt, Ränke werden geschmiedet, Informationen ausgetauscht, Söldner angeheuert, gefeiert, gewürfelt und sicherlich auch gehurt.  Der “Haushofmeister” am Hof der Diebe ist der alte Wirt Solom. Tamora Pierce neigt nicht dazu, Nahrung ausufernd zu beschreiben. Ich nehme aber an, dass die Küche – neben den in dem in den Büchern oft erwähnten Alkoholika wie Branntwein und schwerem Wein – gute, billige und handfeste Nahrung bereitstellte, so dass alle, die an den Hof kamen, bezahlbares und sättigendes Essen erwerben konnten. Vielleicht gab es neben Pasteten oder einem dicken Eintopf mit Wurzelgemüse, undefinierbaren Fleischstücken und fetten Scheiben Roggenbrots sogar Spießbraten für die, die ein wenig mehr Gold in der Tasche hatten.

Ich sehe den Schurken Georg förmlich vor mir, mit seinen kurzen braunen Haaren, den haselnussbraunen Augen, der interessanten Nase und dem etwas schiefen Lächeln: Immer wachsam an seinem angestammten Tisch und alles im Blick. Aber die Diebe sind nicht nur hart, sondern wissen auch zu feiern. Und wer feiert und das Leben genießt, der greift nicht nur zu Wein, sondern weiß zu später Stunde bei einem Becher Wein auch süßes Gebäck zu schätzen. Gedanklich war ich früher oft dort, ich kann mir gut vorstellen wie Alanna/Knappe Alan nach einem langen Tag in den Übungshöfen aus der Burg in die Stadt schlich, inmitten all dieser verschiedenen Menschen in der Gaststube saß und im Schein der Kerzen und des flackernden Kaminfeuers genüsslich-unbekümmert in eine Apfelpastete biss. Mit dabei natürlich immer ihr schwarzer Kater namens Immertreu…

Das Rezept für den Pastetenteig habe ich fast unverändert aus dem Büchlein “Süße und pikante Pasteten”  der Anne Wilson-Reihe übernommen. Der Teig ist wirklich traumhaft geworden, ließ sich genial verarbeiten und wandert hiermit ins Standardrepertoire. Damit werde ich sicherlich auch mal Leipziger Lärchen machen. Ich habe mich allerdings absolut bei der Füllung verschätzt und viel zu viel gemacht (die Menge im Rezept ist schon korrigiert auf die Hälfte). Aber das machte nichts,  die Fruchtfüllung einfach in eine gebutterte Auflaufform gegeben und aus Teigresten noch ein paar ausgestochene Figuren drüber – schon war noch ein Cobbler fertig.

Pasteten dürften für die Zeit typisch gewesen sein und Äpfel ein gut erhältliches Lagerobst. Als kleine Besonderheit füge ich in Portwein getränkte Rosinen, etwas Zimt und ein paar Mandeln hinzu. Durch den Handel, den das Land Tortall mit vielen anderen Reichen tätigt, dürften solche Zutaten nicht ganz günstig, aber in etwas etablierteren Haushalten kein Problem gewesen sein. Und immerhin befinden wir uns ja am Hofe des Königs der Diebe, nicht?

Soloms Apfelpasteten “Immertreu”
(12 Stück)

Für den Teig
270 g Mehl
150 g weiche Butter
75  g Puderzucker
2-3 EL Eiswasser

Für die Füllung
2 Jonagored, geputzt ~ 400 g (Süß-säuerlich-saftig-aromatisch. Der duftete mich im Bioladen an und dir Sorte soll auch ein guter Lagerapfel sein.)
50 g Mandelstifte
35 g Rohrzucker
25 g Rosinen
Portwein
1/2 TL Zimt
Zitronensaft

Zubereitung

  • Die Rosinen in etwas Portwein einlegen und einige Stunden ziehen lassen. Besser: Am  Vortag dran denken, sie auch wirklich einzulegen. ;)
  • Die schon gewaschenen und geputzten, allerdings ungeschälten Äpfel in kleine Würfelchen schneiden und in eine Schale geben. Mit etwas Zitronensaft bespritzen.
  • Zucker zu den Äpfeln geben und sie etwas Saft ziehen lassen.
  • Gewürze, abgetropfte Rosinen, 1 – 2 EL vom Einweichportwein und Mandelstifte mit den Apfelstücken vermengen. Beiseite stellen.
  • Mehl, Puderzucker und Butter in der Küchenmaschine oder mit dem Handmixer zu einer feinkrümeligen Masse verarbeiten.
  • Das Wasser esslöffelweise dazu geben und einarbeiten, bis ein glatter, geschmeidiger und gut formbarer Teig entsteht (wie sehr weiche Knete).
  • Ungefähr 2/3 des Teiges auf einer bemehlten Fläche dünn ausrollen und – zum Beispiel mit einem großen Glas oder einer Schale – große Kreise ausstechen.
  • Teig in die ausgebutterten Mulden eines Muffinsblechs legen, teilweise etwas einfalten und zurecht drücken, damit es passend wird. Der Teig muss bis an den Rand der Muffinmulden heranreichen (siehe Bild).
  • Pastetenfüllung und auch jeweils etwas von der Flüssigkeit der Füllung hineingeben.
  • Restlichen Teig ausrollen und sechs kleinere Kreise als Pastetendeckel ausstechen. Aus diesen wiederum mit Ausstechern kleine Figuren ausstanzen, die den Deckel für die anderen sechs Apfelpasteten werden. (Pasteten brauchen immer ein Belüftung, aus der der Dampf der kochenden Füllung entweichen kann und dürfen keine geschlossene Decke haben.)
  • Deckel aufsetzen, bei den Kreisen vorsichtig mit einem Brötchenmesser am Rand die beiden überlappenden Teigschichten verstreichen und sanft andrücken.
  • Pasteten im vorgeheizten Ofen (Umluft) bei 175° für 20 -25 Minuten goldbraun backen. Danach noch ein paar Minuten abkühlen lassen (der Teig ist sonst noch etwas zu instabil) und dann erst aus dem Blech holen.

Tipp: Bleib Teig übrig, kann man die Reste einfach für einen kleinen Cobbler/Crumble zu einem späteren Zeitpunkt einfrieren.


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Die Metro Kochherausforderung Frühling 2013 – Alles wird besser mit Butter

Die Metro veranstaltet zum dritten Mal eine Kochherausforderung und ich – ganz meinem fügsamen und liebreizenden Naturell entsprechend – folge diesem Ruf der Kulinarik natürlich wieder sehr gerne. Wie immer gilt: Alle Bestandteile müssen in irgendeiner Form im Menü Einsatz finden. Ende letzten Jahres durfte ich ja schon mal teilnehmen und mich durch einen Einkaufswagen voll leckerer Dinge und mir noch unbekannter Lebensmittel kochen, natürlich habe ich damals auch darüber gebloggt. Das ist überhaupt für mich das Faszinierendste daran, dass ich hier Zutaten zubereite, die sonst vielleicht nicht in meinen Einkaufskorb und auf meinen Teller gewandert wären. Und besonders spannend wird es, wenn ich mir ansehe, was die anderen Bloggerinnen und Blogger sich haben einfallen lassen. Ist diese Vielfalt nicht toll?

Ich habe wieder ein dreigängiges Menü zusammengestellt und mich diesmal – zwecks besserer Übersichtlichkeit und um einem unglaublichen Bandwurmartikel mit zig darin untergehenden Rezepten zu entkommen – dazu entschieden, mein gesamtes Menü in diesem Beitrag vorzustellen und dann auf die einzelnen Rezepte (die im Laufe der nächsten Wochen dann nach und nach als eigene Rezeptartikel online gehen) zu verlinken.

Und das waren übrigens die Zutaten, um die ich mir diesmal Gedanken machen durfte:Freilandbrathähnchen, Kartoffeln, Babyspinat, Brause, Riesling, Filoteig/Strudelteig, Meersalzflocken, Tomaten, Ingwer, Arganöl, Mango, Pesto

Ich hatte im Vorfeld schon bei anderen Blogs neugierig ein Auge auf die Bestandteile geworfen. Wie immer ist eine Zutat dabei, die ein wenig die Fantasie anstrengen und das Ganze nicht zu simpel machen soll. Diese Rolle sollte diesmal eindeutig der Brause zufallen, mit der ich aber eigentlich null Probleme hatte. Nicht mal der riesige Eimer mit den 100 Brausetütchen konnte mich schocken. Meine persönliche Nemesis hieß nämlich Fertig-Pesto. Allein der Anblick des Glases und des Markennamens auf anderen Blogs ließ mich leicht würgend erschauern. Pesto kommt bei uns normalerweise nur selbstgemacht auf den Tisch, in den gekauften Produkten (selbst bei denen aus dem Bio-Markt) finden sich oft billige Derivate statt der traditionellen Zutaten. Statt Olivenöl, Basilikum, Parmigiano, Pecorino, Pinienkernen, Salz und etwas Knoblauch findet sich hier leider oft eher günstiges Sonnenblumenöl, Cashewkerne, Sonnenblumenkerne, seltsame Milchprodukte, wenig guter Käse, dafür aber unsäglicherweise Kartoffelflocken und Dextrose (würg). Die Verbraucherzentrale Hamburg hat das in einer bildlichen Gegenüberstellung hervorragend auf den Punkt gebracht. Um so überraschter war ich, als ich mir das Pesto genauer ansah und feststellte, dass die Marke Finestro Fine Foods sich bei ihrem Pesto Genovese wirklich an einem ligurischen Originalrezept orientieret und hier wirklich nur das drin war, was auch wirklich drin sein soll. Wow.

Noch überraschter war ich, als ich bemerkte, dass es sich hier tatächlich um die Eigenmarke der Metro handelt. Das hervorragende Arganöl, mit dem ich im Hauptgang meinen Spinat beglücke, ist übrigens auch von Finestro.
Um es kurz zu machen: Die Zutaten waren wieder von toller Qualität und es hat wahnsinnigen Spaß gemacht sich dafür Rezepte auszudenken, sich durch stapelweise Kochbücher zu blättern und alles zu verkochen. Sehr gerne wieder! Allein meine Mango war noch steinhart, so dass ich mit der Zubereitung einige Tage warten musste, und mein Babyspinat war etwas zerdrückt. Aber jetzt auf zum Menü:

Vorspeise
Zigarren-Börek (Sigarra Böregi) aus Filoteig/Yufkateig mit fruchtiger Mango-Chili-Salsa
Verwendete Zutaten: Filoteig, PestoEin einfach zu machender orientalischer Appetizer, der durch das spezielle Rollen der Teigplatten aber etwas arbeitsaufwändig ist. Das Pesto passte wirklich gut zu Käse und knusprigem Teig. Da ich noch etwas Frisches dazu haben wollte, gab es aus einer hinzugekauften Mango noch etwas fruchtige Salsa.

Hauptgang
Zitronenhähnchen mit gebackenen Kartoffeln, Zwiebeln und Babyspinat mit Granatapfelsirup-Dressing
Verwendete Zutaten: Brathuhn, Kartoffeln, Babyspinat, Arganöl, MeersalzflockenUnd hier kommt dann auch zum ersten Mal die Butter ins Spiel. Ich habe mein Brathähnchen darin schwimmen lassen und war nach dem Essen förmlich glücklich damit überzogen. Aber dafür verkörperte es dann quasi auch das Role Model des herrlichen, Mund wässrig machenden, knusprig braun gebratenen, super-saftigen und elegant gewürzten Brathähnchens schlechthin. Alles wird eben besser mit Butter. ;) Das Brathähnchen, ein Loué Freilandhuhn vom Label Rouge, war aber auch einfach genial. Das Fleisch des Schwarzfederhuhns war ein wenig dunkler, kräftiger und muskulöser als gewohnt (ein Schneidezahn kollidierte etwas mit einer Sehne), aber wirklich sehr, sehr köstlich. Besonders schön: Die Fütterung besteht zu 80% aus Getreide, das Futter ist frei von Gentechnik und laut Label soll das Geflügeltier zu Lebzeiten auch zur Wiederaufforstung der bäuerlichen Heckenlandschaft und zur Förderung der erneuerbaren Energien beigetragen haben (wie auch immer es das getan hat).
Mein Babyspinat war ja leider etwas derangiert, weswegen ich ihn nicht – wie eigentlich geplant – roh als Salat eingesetzt habe, sondern rasch noch gedämpft habe. Das Arganöl hat eine angenehm samtige, nussig-geröstete Note. Damit hatte ich bisher nur im kosmetischen Bereich zu tun und wäre wohl auch nie auf die Idee verfallen das kostbare Öl wirklich zum Kochen zu kaufen. Inzwischen haben wir es schon öfter verwendet, auch ein simpler Tomatensalat profitiert hiervon immens.

Dessert
Dreierlei aus gebackenen Mandelfingern mit Orangenblütenwasser, Mango-Sorbet mit Weißwein und Ingwer und Zartbitter-Pralinen mit prickelnder Brause.
Verwendete Zutaten: Filoteig, Mango, Riesling, Ingwer, BrauseHier taucht dann abermals eine ordentliche Portion Butter auf, die dafür sorgt, dass dieses orientalische Gebäck luftig und knusprig wird. Die Mandelfinger sind einfach fantastisch -  ich hab sie direkt warm aus dem Ofen probiert und war im buttrig-blättig-süßen Baklava-Himmel. Das spritzig-frische Sherbet/Mangosorbet mit dem Riesling und dem Hauch von Ingwer ist ein guter Ausgleich zu der schweren, orientalischen Süße. Und was Schokoladiges muss einfach sein – sonst ist ein Dessert für mich nicht komplett vollständig. Die restlichen Zartbitter-Brause-Pralinen habe ich übrigens bei unserer ESC-Party serviert und die kamen so gut an, dass ich die demnächst auf jeden Fall nochmals machen werde. Ich liebe ja sowieso die Kombination aus samtiger Zartbitterschokolade und fruchtig-frischer Kompononente. Passte also perfekt.

So.. schnell nochmal kontrolliert und nachgezählt – aber damit müsste ich alle Zutaten erfolgreich in kulinarische Genüsse umgesetzt haben. :) Und wer noch nicht genug köstliche Dinge gesehen hat und gespannt ist, was andere aus (fast) den gleiche Zutaten gebastelt haben, der sollte sich auf diesen Blogs umsehen:

Alice im kulinarischen Wunderland, Essen ohne Grenzen, from snuggs kitchen, …in Frau Kampis Küche, moeys kitchen, Nur das gute Zeugs, Obers trifft Sahne, Penne im Topf, Lunch for one

Abschließend noch die Kochbücher, die mich inspiriert haben, bzw. aus denen Rezepte stammen. Das Granatapfel-Dressing und die Idee zum Zitronenhuhn ist aus “Just Add Spice”. Das Rezept für die arabischen Mandelfinger habe ich aus Claudia Rodens sehr empfehlenswerten Kochbuch “The New Book of Middle Eastern Food“.

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Äußerst leckere Resteverwertung: Bananenpudding

Bananen – irgendwie das klassische Obst für Resteverwertung. Wir waren letztens für ein paar Tage verreist und als ich dann wieder in meiner Küche stand, fiel mein Blick auf 4 ziemlich schwarzfleckige und weiche Bananen. Bäh. Einfach in den Müll verfrachten ging aber auch nicht. Denn so sehr wie ich überreife Bananen verabscheue, hasse ich auch die Verschwendung von Lebensmitteln.  Das heißt jetzt nicht, dass ich Käse mit selbstgezüchtetem Pelzbesatz verzehre. Aber Nahrungsmittel, die de facto noch “gut” sind einfach wegzuhauen, weil sie mir so nicht schmecken? Nope. Ich liebe Luxuskram, aber this is not my kind of Luxus. Mein Schuldbewusstsein ist ja schon groß genug, wenn mir zufällig was vergammelt, einfach weil ich es übersehen oder vergessen habe. Und außerdem – sowas fördert ja auch die kulinarische Kreativität.

Nach kurzem Überlegen und der Feststellung, dass ich diesmal keinen Black Banana Cake backen mochte und es auch zu viele Bananen für den veganen Schoko-Bananen-Aufstrich waren, ist dieses klassischen Obst für die Resteverwertung zu wirklich köstlich-cremigem Bananenpudding transformiert worden und qualifiziert sich damit gleichfalls auch noch hervorragend für das Blog-Event “Gebt mir den Rest” von Hamburg kocht!. Ich hatte so die Gelegenheit meine Puddingförmchen aus ihrem Winterschlaf zu holen (natürlich kann man den leckeren Bananenpudding auch ganz einfach in Schälchen füllen und direkt daraus löffeln) und Ihr habt ein leckeres Puddingrezept mehr. Guter Deal, nicht? ;)

Kleiner Hinweis noch – die Bananen waren so süß, dass ich keinen zusätzlichen Zucker hinzufügen musste. Aber da Banane ja nicht immer gleich Banane ist, gilt: Abschmecken und eventuell nachsüßen.

Rezept für Bananenpudding

350 g geschälte, vollreife Bananen (das waren bei mir ~ 4 Stück)
350 g Milch
50 g Maisstärke
1/8 TL gemahlene Vanilleschote
1 Prise Meersalz

Zubereitung

  • Die Bananen in einer Schüssel mit einer Gabel zu einem feinen Brei zerdrücken oder ganz simpel mit dem Pürierstab pürieren.
  • Maisstärke mit ~75 ml der abgemessenen Milch anrühren.
  • Alle restlichen Zutaten in einen Topf geben und aufkochen.
  • Topf vom Herd nehmen und die in die Milch eingerührte Speisestärke mit einem Schneebesen in die Bananenmasse einarbeiten.
  • Bananenpudding unter Rühren zwei Minuten lang köcheln lassen.
  • Wenn der Pudding später gestürzt werden soll, dann jetzt in kalt ausgespülte Formen gießen und nach dem Abkühlen kalt stellen. Ansonsten einfach in eine Schüssel kippen, Löffel rein tauchen und glücklich sein.

Oh – nicht vergessen. Serviert wird der Bananenpudding natürlich mit selbstgekochter Schokoladensauce.

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