Produkttest

Produkttest: Kochzauber im magischen Kessel

Endlich bloggt sie mal wieder. Jepp – erst war ich mit einem erfreulichen Haufen an Lohnarbeit beschäftigt und kaum hatte ich das hinter mir, schaffte es mein geliebter Mann noch, mir ein paar grippale Viren anzuhängen. (Und auch noch die fiese Sorte, bei der man dann tagelang so heiser ist, dass man sich am besten mit Handzeichen oder gemalten Hinweisschildern behilft. ) Aber jetzt bin ich wieder weitgehend im Lot und kann mich dem magischen Kessel widmen.

Im Mai hatte ich das Angebot angenommen, eine Box von Kochzauber auszuprobieren. Nach kurzem Zögern und einem netten Telefonat ließ ich mich recht neugierig darauf ein. Momentan mehren sich ja die Anbieter solcher gelieferter Lebensmittelboxen und -tüten.
Wer das nicht kennt: Man abonniert eine Box mit Zutaten für zwei oder vier Personen, bekommt diese einmal die Woche geliefert und hat (bis auf Basiszutaten, da bekommt man aber zumindest bei Kochzauber im Vorfeld eine Liste der benötigten Sachen per Mail) alle Zutaten, um jeden Abend oder Mittag eine leckere Mahlzeit selber zu kochen. Begleitend erhält man ein gedrucktes Rezeptheft samt Foto, genauer Kochanleitung, Tipps, ab und an Variationsmöglichkeiten (zum Beispiel für Kinder) und ein paar Infos zum Hintergrund mancher Rezepte.

Und so sah die Box via Handyschnapshots aus, als sie bei mir ankam und von dem netten Herrn mit dem Leipziger Akzent (Leute, verdreht nicht die Augen. Es ist meine Geburtsstadt – egal wie viel ich sprachlich ruhrpöttel oder berliner, bei dieser speziellen Sprachmelodie geht mir einfach immer ein wenig rührselig das Herz auf. ;) ) fürsorglich in die Wohnung geschleppt wurde. Das Öffnen der großen Pappkiste war schon ein bissel wie kulinarisches Weihnachtsgeschenkauspacken. Ich war wirklich erstaunt über die Vielfalt, Reichhaltigkeit und Qualität der Zutaten.

Kochbox-Fazit

Wir hatten die drei-Tages-Box für vier Personen zum Testen. Enthalten waren zwei Gerichte mit Fleisch und ein vegetarisches Gericht. Aber auch bei den fleischlichen Genüssen war jedes Mal – neben einer guten Portion Fleisch – ein wirklich hoher Gemüseanteil vertreten.
Überhaupt… anfänglich hatten wir ja etwas Angst – wir sind ja nun nicht gerade kleine, zarte Elfen und langen alle bestimmt auch gut zu. Würden wir nicht vielleicht verhungern? Würde das Essen auch wirklich für alle reichen? Alle satt werden? Diese sanfte Futterpanik erwies sich wirklich als absolut unbegründet, die Portionsberechungen sind wirklich sehr großzügig bemessen und niemand stand hungrig vom Tisch auf. Bei einem Gericht hatten wir sogar den Eindruck, dass da locker auch noch eine fünfte Person von hätte abgespeist werden können.

Zudem waren wir überrascht über die Vielfalt der Zutaten und wie hoch der Bioanteil war (das der beiliegende Honig von einer Imkerei stammt, die uns schon mal negativ auffiel, weil sie auch Honig aus nicht EG-Staaten verteibt.. naja..) – gerade beim Fleisch. Sogar Knoblauchzehen und Paniermehl lagen grammgenau abgepackt in Tütchen dabei. Sehr praktisch.

Auch vom Geld her fand ich die Kochzauberbox überzeugend. Rechnet man den Preis durch (beispielsweise 54 € für fünf Tage, zwei Personen, inklusive Lieferung), ergibt das knapp 5, 40€ pro Person und Abendessen, was durchaus sehr anständig ist. Gehen wir einkaufen – was ja oft beinhaltet, dass man leider meist mit mehr Sachen als geplant nach Hause geht – gebe ich meist (ebenfalls leider) mehr aus. Und da ist dann garantiert kein Biofleisch enthalten. (Ja, wer gut im Haushalten ist, am Wochenende Essenspläne schreibt, sich auch an diese Planung hält und mit einem Wocheneinkauf auskommt – der schafft das wahrscheinlich auch.)

Der größte Vorteil solcher gelieferten Boxen ist allerdings dieser: Kein verwirrtes Herumtapern im Supermarkt, kein verzweifeltes “Umgotteswillenwaskochenwirheutedennnur?!”, keine Lebensmittel nach Hause schleppen, kein hektisches durch Supermärkte hetzen nach Feierabend. Sondern einfach nur Zeit zum – möglichst gemeinsamen – Kochen und Essen nehmen. Nicht falsch verstehen: ich gehe gerne einkaufen, stöbere durch Delikatessen und wandere über den Wochenmarkt usw., aber hierzu muss man auch die Zeit und die Muße haben. Da fehlt es im Alltag leider oft dran.

So und nach dieser ernstgemeinten Lobhudelei kommt jetzt noch ein “Aber”. Aber… meiner/unserer Meinung nach (zum Teil standen hier drei kocherfahrene Leute zusammen in der Küche), kommen die Zubereitungs- und Kochzeiten einfach nicht hin. Eine Tomatensauce braucht eben nicht nur 15 Minuten zum Köcheln. Die braucht neben der Liebe, mit der man die Zutaten hineinschmeißt, auch ein wenig Zeit, um “rund” zu werden. Fleischbällchen mögen es, wenn man sie etwas anbrät und sie so noch ein paar leckere Röstaromen sammeln können, bevor man sie in eine Sauce wirft. Und eine nicht entbeinte Perlhuhnbrust mit Schenkel wird eben nicht nach knapp fünf Minuten Bratzeit auf jeder Seite mit anschließendem Warmhalten durch sein. Ich hatte den Teilchen schon extra mehr Zeit gegeben und biss dann dennoch in halbrohes Geflügelfleisch (*gulp*). Vielleicht liegt hier der Wunsch zugrunde, möglichst knappe Zubereitungszeiten angeben zu können, damit mensch gewillter ist zu kochen, statt Convenience-Fraß zu kaufen. Klappt aber nicht, ich habe schon beim durchlesen die Stirn gerunzelt, später waren wir dann leicht entnervt davon.
Da sich die Box auch an kochunerfahrenere Menschen richtet, finde ich das durchaus etwas problematisch.
Das erste Rezept habe ich aus Neugier wortgetreu nachgekocht, ab dem zweiten Gericht habe ich mir dann mehr zarte kulinarische Freiheiten herausgenommen. Ich denke solche kleinen Variationen sind allerdings sowieso im Sinne des Erfinders, sklavisches Nachkochen ist eben nicht so mein Ding.

Tag 1: Zarte Perlhuhnbrust an Balsamico-Honig-Sauce und Bio-Rosmarinkartoffeln

Die Garzeit bei den Hühnerteilen kam wie erwähnt nicht hin, obwohl schon länger in der Pfanne gelassen als angegeben. Und ja, ich habe einen Teil der Mandeln für den nächsten Tag geklaut, um den Brokkoli damit zu verschönern. Is ja gut. ;) Ansonsten – lecker.

Tag 2: Bio-Hackfleischbällchen “Albondigás” an fruchtigem Gemüseragout und Mandelreis

Nur ein verwischtes Bild – Entschuldigung, der Hunger war an diesem Abend zu groß für Fotoorgien. Auch hier kam die Garzeit nicht so ganz hin, ungeliebte Gewürze wurden weggelassen, dafür wanderte etwas Zimt, Chili und Thymian in die Sauce, die Paprika wurden – zwecks besserer Verträglichkeit – geschält und die Fleischbällchen durften sich noch kurz in einer heißen Pfanne aalen. Auch die Reiskochweise fand keinen Anklang und wurde lieber so gemacht, wie vom kurdischen Papa gelernt. Insgesamt aber ein schönes Gericht.

Tag 3: Beelitzer Spargel nit Maracujanote auf herzhaften Vollkornpfannkuchen

Das vegetarische Gericht – auch hier stimmte die Garzeit ebenfalls so ganz und gar nicht. Ich bin ja ein Fan von in der Pfanne gebratenem Spargel der noch knackig ist, auch im Ofen gegrillt, auf selbstgemachter Pizza oder einer Tarte ist er toll. Aber roh geht er für mich einfach mal gar nicht. Die Maracujas in der Sauce empfand ich zudem als überflüssige Spielerei. Die Früchte lieferten quasi nur unaromatische Säure, die man dann noch ausgleichen musste. Da wäre ein Spritzer Orangensaft besser gewesen.
Allerdings sehr nett: Als Alternative für spargel- und karottenunwillige Kinder lagen Äpfel für Apfelpfannkuchen mit bei. Und die Dinkel-Vollkornmischung für den Eierkuchenteig war wirklich sehr gut.

Schade ist auch, dass es die Box leider noch nicht in laktosefreier Form gibt. Was vielleicht hoffentlich noch irgendwann kommt – das fände ich jedenfalls interessant. Das ist jetzt auch kein wirklicher Minuspunkt, ich wusste das ja vorher und habe den Produkttest mit dem Hinweis darauf angenommen. Ich fand es auch durchaus spannend zu sehen, wie ich da mit zugekauften Alternativprodukten zurechtkomme. Klappte erstaunlich gut.

Was mich allerdings wirklich in den Wahnsinn getrieben hat, waren die Kochanleitungen. Man bereitet drei verschiedene Teile zu (Fleisch, Gemüse, Beilagen) und diese Anleitungen sind nicht nacheinander aufgelistet, sondern in einer vorgegebenen chronologischen Reihenfolge durcheinander. Im gleichen Absatz wird die Herstellung der Fleischklößchen und in einem Nebensatz das Kochen der Beilage abgehandelt. Die einzelnen Zutaten (allerdings nicht der Gerichtbestandteil auf den es sich bezieht) sind dazu in dem kleinen Text noch gefettet und schaffen zusätzliches Chaos. Mit “schnell mal im Rezept nachlesen” ist es dann nicht sehr weit. Ständig muss man konzentriert auf die unübersichtliche Auflistung in der Broschüre starren, um herauszufinden welchen Zubereitungsschritt man jetzt bei welcher Zutat befolgen soll. Hat bestimmt irgendwie seinen Sinn. Wir kamen damit aber alle irgendwie nicht klar, weil ständig in der Zeile verrutschend.

Abschließend lässt sich für mich aber sagen: Die Lebensmittelbox von Kochzauber ist vom Konzept her eine wirklich geniale Idee und für gestresste Familieninhaber oder auch Singles, die frisch und ausgewogen kochen wollen, aber keine Zeit für Planung und Einkauf haben, eine spannende Alternative. So ein gesundes Zwischending zwischen “Selberkochen” und “Lieferservice”. Bestellung, Infomails und Lieferung klappten reibungslos und die Leute waren wirklich nett. Oh. Und geschmeckt hat es natürlich auch.
Auf Dauer und für immer wäre das allerdings nichts für mich persönlich, dafür experimentiere ich zu gerne und halte mich zu ungerne an feststehende Rezepte. Kochen ist ja auch Ausdruck von Kreativität und Erfindungsgabe.

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Im Trend: Laktose- & glutenfreie Produkte

gesponserter Artikel

Wer im magischen Kessel mitliest, hat sicherlich schon mitbekommen, dass sich hier in den letzten Monaten langsam ein paar laktosefreie Rezepte ansammeln. Da ich oft für Freunde mit verschiedenen Nahrungsmittelintoleranzen bzw. Freunde mit frei gewählter Fleischabstinenz koche und backe, bin ich schon länger für Alternativen sensibilisierter. Der Grund für die Häufung liegt aber darin, dass ich mich selbst seit letztem Jahr zu dieser Bevölkerungsgruppe zählen darf. Ich bin ganz froh, dass ich darum inzwischen weiß und auch darum, dass ich – in Berlin lebend – überall Zugang zu Alternativen habe. Der Biosupermarkt um die Ecke führt zwar keine laktosefreie Milch, dafür aber alles Mögliche (und Unmögliche) von Soja- über Mandel- bis hin zu Reis- und Hafermilch. Der Supermarkt ums Eck war so nett auf Nachfrage die Auswahl an laktosefreien Produkte zu erweitern und der nächste Discounter führt seit Neuestem auch laktosefreie Milch. Ich habe also “Glück”. In anderen Teilen Deutschlands mag es vielleicht nicht so rosig aussehen und man bekommt spezielle Nahrungsmittel für “Ernährungssensible” nur im Reformhaus.

Die Zahl von Menschen mit verschiedensten Nahrungsmittelintoleranzen und -allergien steigt. Soweit ich es als Laie verstanden habe, werden Nahrungsmittelallergien oft auch erst durch die starken Allergene von Erdnüssen und Soja, die in vielen industriell verarbeiteten Produkten zum Einsatz kommen, ausgelöst. Der Bedarf nach speziell zugeschnittenen und gut erkennbar als solche gelabelten Lebensmitteln, bei denen man nicht erst die winzigkleine Zutatenliste entziffern muss, um dann später doch entnervt festzustellen, dass jemand in der Produktentwicklung so nett war Laktose in die heiß ersehnten Kekse zu rühren, ist also da.
Inzwischen kriegen aber immer mehr Firmen spitz, dass bei den Nahrungsmittelallergikern ein immens großer, fast noch unerschlossener, Markt brach liegt. So jetzt auch REWE, die im April eine neue Produktlinie namens “REWE frei von” eingeführt haben. Das Sortiment startet mit circa 30 verschiedenen laktosefreien oder glutenfreien Produkten, soll aber im Laufe der Zeit auf gut 50 ausgeweitet werden.

Ich habe die Produkte selbst leider noch nicht probieren können (in meiner Nähe gibt es keinen solchen Markt) aber leider vermisse ich – neben der natürlich vorhandenen, obligatorischen laktosefreien Milch,  der Milchschokolade und dem laktosefreien Milchspeiseeis – die Butter in der Angebotspalette. Wäre schön, wenn es da bald noch eine Erweiterung in dieser Hinsicht gibt. Momentan bekomme ich sie halt nur von der etablierten Marke Minus-L – und die verlangen als Einkaufspreis für ein Stückchen Butter im Miniaturformat einen Arm und ein Bein.

Wie deutlich auf der Webseite von “REWE frei von” zu sehen ist, überwiegen die glutenfreien Produkte. Da ich weiß, dass man bei normalen Einkaufsmöglichkeiten eher schwer an glutenfreies Gebäck (vom Brötchen bis hin zum selbst belegbaren Pizzaboden), Brot oder Backmischungen heran kommt und auch Menschen mit Zöliakie im Freundeskreis habe, finde ich dieses breite Angebot echt gut. Leider ist die genaue inhaltliche Zusammensetzung auf der Webseite nicht einsehbar. Im Übrigen: Über laktosefreie Backmischungen oder explizit laktosefreies Brot wäre sicherlich nicht nur ich erfreut (Ich schreibe dies nach dem gescheiterten Versuch bei fünf verschiedenen Bäckern laktosefreies Kastenweißbrot zu ergattern – überall war Süßmolke zugesetzt.). Insofern bin ich sehr erfreut über den sich abzeichnenden Trend und bin gespannt, wie sich diese Reihe in Zukunft weiterentwickelt.

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Orientalische Gewürzpost

Es ist schon ein paar Wochen her, da wurde ich von dem Inhaber des  Gewürz- und Teehandels Anna Luise gefragt, ob ich gerne etwas aus ihrem Sortiment testen würde. Nach einem längeren Blick auf die Seite und einem netten Mailwechsel mochte ich, und traf meine Auswahl. Ich hatte mich für drei verschiedene Gewürzmischungen und zwei Teesorten entschieden. Kurz darauf bekam ich dann auch schon ein Päckchen wohlriechendem Inhalt, zusätzlich lagen auch noch einige kleinere Proben bei.

Wie man sieht (und der Shop Anna Luise legt hier ja auch seinen Schwerpunkt), habe ich mich für Gewürze und Tees aus dem orientalischen Raum entschieden.  Kleine Nebeninfo für Lebensmittelallergiker:  Alle Gewürzmischungen sind laut Webseite ohne Glutamat, Konservierungsstoffe, Farbstoffe oder künstliche Aromen.

Gewürzmischungen

Baharat – Da war ich sehr skeptisch wegen dem ungewöhnlich hohen Basilikumanteil und wurde dann sehr positiv überrascht. Ich verwende sonst
beim Kochen nie getrockneten Basilikum, die leicht dumpfe Note passte aber perfekt zu meinen Kochplänen. Ich habe mit dem arabischen Gewürz (von dem jede arabische Köchin wohl ihre eigene Variante zu mischen versteht, Baharat heißt übersetzt auch nichts anderes als “Gewürz”)  inzwischen  schon mehrfach einen großen Börek (Fleischpastete) mit Yufkateig, Pinienkernen, Zimt und getrockneten Sultaninen gemacht und die war einfach immer göttlich. Wurde auch schon wegen dem Rezept bekniet, ich denke das spricht für sich. (Ja, das Rezept taucht hier demnächst auch noch auf.)

Za’tar - Das hatte es etwas schwer bei mir. Ich weiß, dass das syrische Original eigentlich aus einer besonderen Thymianart besteht. Kann man
hier nicht bekommen, ist ja auch kein Problem. Aber ich kenne es auch eher mit etwas mehr Sumak und teilweise gemahlener/gerösteter Sesamsaat. Vielleicht ist der direkte Vergleich etwas unfair, weil ich frischen Zatar aus Damaskus (Mitbringsel der syrischen Lieblingsnachbarin) zum Vergleich hier liegen habe.  Allein bei der Optik ist der Unterschied halt schon riesig, das syrische Original ist viel feiner ausgemahlen und geschmacksintensiver.  Hier ist alles im Ganzen, das Gewürz ist aber dennoch lecker. Ich habe es einfach als Brotgewürz im Teig, beim Backen von Kastenweißbrot verwendet, funktionierte super. Gibt einen aromatischen, herzhaften, runden Geschmack, ohne zu aufdringlich zu sein.

Grüner Curry – Duftet beim Öffnen sehr schön kräuterig und stark Dill-lastig. Wurde zu einer Gemüse- Hühnerfleisch-Pfanne mit Kokosnussmilch und Udonnudeln getestet und war da leider von der Würzkraft her für mich zu zurückhaltend. Das grüne Curry war lecker, aber für diese Zubereitungsart einfach zu mild, so dass es geschmacklich dezent von der Kokosnussmilch erschlagen wurde. Ich nehme an, dass es zu einem frischen Gurkensalat oder bei einem gekräuterten Rührei einfach besser zur Geltung kommen würde.

Tees

Ägyptischer Schwarztee mit Minze – Ich liebe Minze. Ich liebe Schwarztee. Dennoch ist diese Mischung nicht wirklich mein Fall. Mein Mann findet ihn aber aber absolut genial und ist emsig dabei, das Teepaket leer zu trinken. Man muss dazu aber sagen, dass das wirklich nur rein an persönlicher Vorliebe liegt. Der Liebste steht auf erdigere, kräftige Teesorten wie Assam usw. – mich findet man eher beim blumig-leichten Darjeeling. Es lag noch ein Probepäckchen Gunpowder/Minze bei, der wird wohl erfahrungsgemäß eher mein Ding sein.

Chocolate Chai – Leider etwas enttäuschend. Wir trinken oft und gerne Gewürzchai, haben auch schon selbst welchen gemischt, nach traditioneller Art gekocht und viele bekannte und unbekannte Marken durchprobiert. Ein Blick in die Tüte offenbarte allerdings, dass alle Zutaten unzerkleinert oder nur grob zerkleinert enthalten sind. Als mein Mann den Chai gemäß Packungsanweisung aufbrühte, musste er erstmal das immense Bedürfnis überwinden, ihn nicht nochmal kurz in den Mörser zu werfen.  Wir wollten ihn eben unverfälscht ausprobieren, so schmeckt man aber im Grunde nur die  Kakaobohnenschalen und eine zarte Note von den Rosa Beeren heraus. Wir waren uns einhellig einig, dass der Tee bestimmt nicht schlecht ist und wahrscheinlich geschmacklich sehr davon profitierten würde, wenn er einfach feiner gemahlen bzw. beispielsweise die Kardamom-Samenkapseln aufgebrochen wären. Wird demnächst noch so ausprobiert.

Insgesamt finde ich die  Produkte qualitativ gut, ebenso die sehr schöne Aufmachung. Für mich scheint es stellenweise halt etwas am Mahlgrad zu hapern.  Gewürze und Getränke  zu bewerten und darüber zu berichten ist immer etwas schwer, da es ja wirklich subjektive Eindrücke und die persönliche geschmackliche Präferenz sind, die hier entscheidend zum tragen kommen. Es gibt eben nicht “die eine, einzigartige, total originale”  Gewürzmischung von Baharat oder Za’tar  und ein grünes Curry darf halt auch gerne mal mild-würzig sein.

Was ich – gesehen mit den Augen eines Kunden, der auch ein wenig auf den Geldbeutel achten muss – auch noch nett fand: Man kann die Gewürze entweder in einer schönen Metalldose erwerben, oder circa 50 % günstiger im Nachfüllbeutel/Aromabeutel. Wie ich beim Schreiben dieses Blogbeitrags zudem gerade auf der Webseite entdecke, werden inzwischen versandkostenfrei und für kleines Geld Probepakete mit sechs bis acht verschiedenen Gewürzmischungen/Tees angeboten. Das finde ich ne richtig nette Idee, so kann man sich mal quer durch alles hindurchschnuppern und -kochen  oder hat ein hübsches Geschenk für kochfreudige Freunde zur Hand.

Ich wünsche dem (ja noch recht neuen) Team von Anna Luise jedenfalls viel Erfolg, bedanke mich, dass ich mich mal quer durch ihre Auswahl testen durfte und hoffe, dass ihnen das Feedback hier bei ihrer Entwicklung hilft.

 

 

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Jemand denkt an dich. :-)

Letzten Sonntag gab es wieder einen Naschmarkt in Berlin, genauer gesagt in der Markthalle IX, organisiert von Slow Food. Eigentlich stand der Naschmarkt fest in meinem Terminkalender und ich wollte mich da mit Peggy von “Multikulinarisches” treffen und mit einer lieben Freundin (die übrigens in ihrem Blog “Stricken, Essen, Lesen, Leben” auch sehr nette Podcasts aus dem Herzen Berlins hat und auch bei Twitter zu finden ist) über die verfüherischen Süßigkeiten herfallen. Da ich aber gerade alle frühlingshaft herumfliegenden Viren einsammle, musste ich leider – dezent fluchend – passen. Ich kränkel schon den ganzen März immer wieder so herum, bin inzwischen nur noch genervt und ärgere mich. Die von den diversen ratlosen Ärzten angebotenen Krankschreibungen bringen mir als Freiberuflerin halt nicht wirklich irgendwas und so langsam fühle ich mich doch wie unter Hausarrest – und das bei strafverschärfender Frühlingssonne. Hmpf.

Am Montagnachmittag klingelte allerdings plötzlich mein Mobiltelefon und besagte liebe Freundin fragte, ob sie kurz vorbei schauen dürfte. Durfte sie natürlich sehr gerne und im Gepäck hatte sie eine Überraschung für mich: Eine Tüte mit allerlei leckeren (laktose- und sojafreien) Dingen, frisch vom Naschmarkt. Sogar an Visitenkarten und Flyer hatte sie  gedacht – damit meiner kulinarischen Neugier und Blogsucht auch wirklich Genüge getan ist. Nachdem ich am Sonntag dem entgangenen Markterlebnis hinterhergetrauert hatte, habe ich mich total gefreut und lasse euch fotografisch an den kleinen Leckerbissen (Mini-Gugelhupf, Marshmallows, vegane Pralinen, Holunder-Schokolade und Macarons) teilhaben.




Und nach dem Auspacken, Lesen und Naschen murmelte der Liebste: “Siehste… denkt doch jemand an dich.” Stimmt. Eine andere Freundin kam ja letztens auch schon mit Überraschungsblümchen vorbei. Es ist wichtig, solche wertvollen Gaben – und damit meine ich nicht den materiellen Sinn – zwischen Alltagsstress, Job und Hektik nicht aus den Augen zu verlieren.

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Neu eingezogen: die Turk

Der nördliche Ableger des Discountriesens Aldi hatte diese Woche eine kaltgeschmiedete Eisenpfanne im Angebot. Nachdem ich mir – allerdings damals noch etwas zögerlich – vor ziemlich genau drei Jahren schon eine ähnliche eine Pfanne ins Haus geholt hatte, betrachtete ich dieses langstielige Angebot mit sanft-begehrlichen Blicken.

Nachdem wir beim ersten Kauf wirklich etwas Eingewöhnungszeit mit  der Eisenpfanne benötigten und vor allem der Gemahl sich zunächst mit Händen und Füßen gegen die Nutzung wehrte, ist sie inzwischen unser liebstes Bratutensil und aus der Küche nicht mehr wegzudenken. In ihr lässt sich alles – vom Pfannkuchen bis zum Steak – wundervoll zubereiten.
2009 schrieb ich, dass diese Sorte Pfannen besser wird, je länger sie in Benutzung ist. Damals war es noch eine Vermutung, heute eine Aussage, die ich jederzeit bekräftigen würde. Den Kauf haben wir jedenfalls keinesfalls bereut und die nach und nach versterbenden antihaftbeschichteten Pfannen, werden in Zukunft möglichst nur noch durch artverwandte Eisenobjekte ersetzt.

Aber zurück zu Aldi – mit knapp 20 Euro entsprach der Kaufpreis ungefähr dem, was man im Netz inklusive Versand für geschmiedete No-Name-Pfannen bezahlt. Im Vorfeld wurde via Twitter unter einigen Foodbloggern auch eifrig diskutiert, ob es sich bei dem Aldi-Angebot vielleicht sogar um eine echte Turk handeln könnte, was eine Ersparnis von 5-15 Euro (je nach Händler und Versandkosten) bedeutet hätte. Nachdem wir in unserer Filliale des Abend die vorletzte Pfanne erjagt hatten, brachte ein Blick auf den Garantiezettel erfreuliche Klarheit, da dort als Hersteller die Albert Turk GmbH & Co. KG angegeben ist.

Ein paar Tage nach dem Kauf gab es dann Kartoffelpüree – die perfekte Gelegenheit, um nebenbei mit Öl, Salz und den anfallenden Kartoffelschalen die Pfanne gründlich einzubrennen, eine schneidbare Rauchmasse in der Küche zu produzieren und zu hoffen, dass die Nachbarn nach dem Öffnen des Fensters (wieder) nicht die Feuerwehr rufen. Danach wurde der Neuling dann liebevoll mit Olivenöl massiert und harrt jetzt der Gerichte, die da kommen mögen.
Vielleicht hilft das ja ein paar Leuten, die genau wie ich damals herumgrübelten und sich zum Pfannenthema quer durchs Internet lasen, bei der Entscheidungsfindung.

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