Saucen

Für mehr Pink auf dem Teller: Rezept für Himbeeressig

Schon im letzten Jahr hatte mich in die Vorstellung von himbeerrotem Essig umhergetrieben. Ich liebe Himbeeren einfach. Gerade frisch sind sie wahnsinnig toll. Ihr Duft – von sanft bis bezwingend intensiv – und das Gefühl, wie die zarten Früchte dieses Rosengewächses im Mund zergehen. Hach… Das ruft in mir sofort Kindheitserinnerungen an einen speziellen Sommer in Tschechien wach. Mit einer längst vergessenen blonden Sommerfreundin verbrachte ich gefühlt halbe Tage im Wald auf einer Lichtung voller wilder Himbeerbüsche.

Selbstgemachter HimbeeressigMeine ultimative Verzehrempfehlung: Himbeeren schmecken am allergenialsten, während man auf dem Rücken im hohen Gras einer Lichtung liegt, zufrieden in den blauen Sommerhimmel blinzelt und sie nach und nach kichernd von dem langen Grashalm knabbert, auf die man sie vorher gezogen hat.

Zum ersten Mal über die schöne Idee für diesen Essig gestolpert bin ich übrigens bei dem schweizerischen Blog CosyCooking. Nun verfüge ich mitten in Berlin leider nicht über weite Felder voller reifer Himbeeren, weswegen ich zu tiefgekühlten Früchten gegriffen habe, damit dann aber auch jahreszeitunabhängig bin. An der Rezeptur habe ich auch noch ein wenig herumgespielt, bis es für mich persönlich perfekt war. Übrigens: Der selbstgemachte Himbeeressig ist wegen seiner Farbe natürlich ein toller Blickfang und ein besonders schönes Geschenk aus der Küche.

Rezept für selbstgemachten HimbeeressigIch mag den milden, süß-säuerlichen Himbeeressig. Neben den anderen Essigsorten in meinem Arsenal hat er seinen kleinen Platz. Letztens bekam ich ein Fläschchen von einem teuren, handegemachten süß-milden Granatapfelessig geschenkt – der ungelogen fast genau so schmeckt. Mein Essig ist fast eher ein Himbeersirup und wunderbar himbeerig-aromatisch. Bis jetzt habe ich ihn meist in Dressings oder zum Finish auf herzhaften Gerichten eingesetzt und nur einmal auf Vanilleeis. Das werde ich diesen Sommer aber nochmals genauer Austesten. Ich denke, sogar bestimmte Getränke könnten von dem süßen Himbeeressig profitieren. Bisher habe ich die Himbeeren mit weißem Balsamico angesetzt und mit mildem italienischen Weißweinessig. Das Geschmacksergebnis deckt sich ziemlich, mit weißem Balsamico (der aber nicht unbedingt immer zu bekommen ist) finde ich es aber etwas runder. Da spielt aber auch stark meine sehr sensible Nase mit.

Und dann… dann.. bin ich mit meinem Rezept auch noch für eine  menschliche Tragödie verantwortlich. Ich habe jemanden in die Abhängigkeit getrieben. Mit Himbeeressig! (Ich wollte ihr doch nur etwas Gutes tun. Schluchz! Wer hätte das denn ahnen können?) Als ich der syrischen Lieblingsnachbarin – die übrigens eine sehr gute Köchin ist – von meinem ersten Himbeeressig-Badge pflichschuldigst-nachbarlich ein Glas gab, war mir nicht klar, was ich damit anrichte. Ich glaube, sie hat zwischenzeitlich fast alles, was in ihrer Küche nicht schnell genug fliehen konnte, damit beträufelt und gegessen (sie gesteht allerdings nur so Sachen wie Guacamole, Nudeln, Salate, Tapas… – aber ich vermute da mehr. Viel mehr…. ;)). Zu Weihnachten bestand ihr Geschenkwunsch aus “Egal. Ich will nur Himbeeressig!”.
Da seht ihr, wie es euch ergehen kann…. Deswegen behandelt das nachfolgende Rezept bitte mit angemessener Vorsicht.

Wie man Himbeeressig selber macht.Rezept für Himbeeressig
(ergibt ~ 1,8-1,9 l Essig)

1 l weißer Balsamico oder ein milder (italienischer) Weißweinessig
500g TK-Himbeeren
600 g Zucker

Zubereitung

  • Die antauenden Himbeeren in ein großes Glas geben – ein großes Einmachglas leistet hier gute Dienste – und mit einer Gabel etwas andrücken.
  • Den Essig hinfügen, umrühren und abdecken.
  • Die Himbeeren 4-5 Tage bei Zimmertemperatur durchziehen lassen.
  • Danach die Flüssigkeit durch ein engmaschiges Sieb abseihen. Himbeeren nicht durchpürieren, in Ruhe abtropfen lassen, allenfalls sanft drücken.
  • Falls doch zu viele Trübstoffe mitgekommen sind, den Himbeeressig nochmals durch ein noch feineres Sieb, ein Mulltuch oder ein anderes geeignetes Stoffstück hindurch filtern. (Ignorieren und mit den Schwebstoffen leben ist natürlich auch eine Option.)
  • Die Flüssigkeit in einen Topf geben, Zucker hinzufügen und aufkochen. Der Zucker muss sich völlig aufgelöst haben.
  • Noch heiß in ausgekochte Gläser und Flaschen abfüllen, verschließen und umgekehrt auf ein feuchtes Tuch stellen (wie beim Einkochen halt auch….), hält sich in der Vorratskammer so eigentlich bis zu einem Jahr.
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Was gegen den trüben Sommer: Eierlikör mit Whisky

Tja. Wir haben den letzten Junitag und normalerweise wäre ein Cocktailrezept  zum Löschen der Gluthitze auf der  Zunge für die  Jahreszeit wohl angemessener… Aber dieses Jahr haben wir apartes Herbstwetter, die Leute kramen nach einer kurzen Wärmephase ihre Stricktrümpfe und Schals wieder raus, man wird von der Lust auf warme und kräftige Eintöpfe, statt von der auf zarte und leichte Sommerküche, beseelt  und meine Tomaten krepeln bei den Temperaturen mehr als nur etwas kränklich vor sich hin… Einzig die Nacktschnecken treiben voller Freude und Wollust ihr fruchtbares Unwesen und sitzen dank Feuchtigkeit überall. Sogar in meinem Kasten mit der ausgesäten Rauke. Grrrr.
Definitives Eierlikörwetter also.

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Ich kann mit den niedrigeren Temperaturen im Gegensatz zu meinen geliebten Pflanzen zwar wirklich gut leben, aber um allen mit etwas Bodenständigem ein wenig das Jammern über das Wetter auszutreiben, grabe ich jetzt mal mein Eierlikörrezept aus. Der schmeckt quasi wie trinkbarer Vanillepudding und hilft bestimmt etwas gegen trübe Laune und gegen trüben Sommer. Und bald soll es ja auch wieder etwas wärmer werden.

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Der flüssige Vanillepudding mit Alkohol göttliche Eierlikör mit Whisky, überzeugte übrigens selbst Menschen, die bisher bei dem spießigen Stichwort “Eierlikör” nur angewidert die Nase rümpften. Der Whisky sorgt dafür, dass der Geschmack runder und nicht so extrem scharf ist. Natürlich sollte man hierfür nicht zu einem Bruichladdich Octomore oder einem Ardbeg Lord of the Isles greifen. ;) Für den Whisky-Snob an sich ist dieses Rezept eine hervorragende Gelegenheit, um  nicht wirklich edle Whiskys in einen äußerst genialen Tropfen zu verwandeln. Das Rezept habe ich an dem überall im Netz kreisenden Rezept für DDR-Eierlikör angelehnt.

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Unser Freundeskreis trinkt eigentlich relativ wenig bis gar keinen Alkohol, zu meinem Geburtstag hatte ich dieses Jahr allerdings 2,5 Liter von dem Likör gemacht und die waren dann auch fast alle.  Den Rest gab es als Sauce zu den Apfelpasteten und der Gatte hatte sich auch noch einen DDR-Revival-Schwedeneisbecher gebastelt.  Stilecht servierten wir den Eierlikör dann natürlich auch Schokoladenbecher (das scheint so ein Ost-West-Ding zu sein. Im Westen Deutschlands gab es schokolierte Waffelbecher, im Osten Schokobecher) oder wahlweise in den extra schnell noch ersteigerten Likörschalen. Die Schalenform erwies sich als äußerst wichtig für den Eierlikörliebhaber an sich, denn nur hier kommt man mit der Zunge auch noch wirklich an den letzten Rest heran. ;)

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Der Likör hält sich im Kühlschrank (so ihn denn niemand findet und vernichtet) einige Wochen. Vorsicht: Kühlt er ab, dickt er stark ein. Wer das nicht mag, gibt etwas mehr Alkohol oder Sahne dazu oder lässt schlicht etwas Platz in den Flaschen zum Flüssigschütteln.

Küchentipp: Übriggebliebenes Eiweiß lässt sich hervorragend einfrieren, wieder auftauen und ganz normal verwenden. Zum Beispiel für eine tolle Pavlova oder eine Baiserhaube auf dem Kuchen. Nach Jahren, in denen ich immer, immer, immer das im Kühlschrank gelagerte Eiweiß vergaß bis es nicht mehr verwendet werden konnte, habe ich inzwischen immer ein Glas dafür im Tiefkühlschrank.

Rezept für selbstgemachten Eierlikör

8  Eier
250 g Puderzucker
400 ml Sahne (Ich verwende laktosefreie H-Sahne)
1/2 TL gemahlene Vanilleschote
250 ml Whisky (z.B. Dimple, Chivas Regal)

Zubereitung

  • Eier trennen. Eiweiß wird nicht weiter benötigt und kann z.B. eingefroren werden.
  • In einer Schale das Eigelb mit Puderzucker, Vanille und Sahne verrühren.
  • Die Schale auf einen Topf mit heißem Wasser setzen (vorher prüfen, ob das passt!).
  • Die Eimasse im Wasserband die ganze Zeit mit einem Schneebesen rühren, bis sie anfängt einzudicken. Auf die Schüsselränder achten, die Masse darf hierbei auch keinesfalls kochen!
  • Gegen Ende den Whisky untermischen. (Nachträgliche Beobachtung: Es kann sein, dass der Eierlikör erst nach der Gabe von Alkohol richtig in der Konsistenz anzieht.)
  • Eierlikör auf Flaschen ziehen, etwas Platz lassen, da er beim Abkühlen noch andickt.
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Das passt einfach: Cranberry Sauce

Egal ob nun zu Lamm, Weihnachtsgans, Ente, Wild, Backcamembert, etwas purem Käse oder zu ner simplen Butterstulle – die fruchtig-säuerliche Cranberry-Sauce passt einfach. Wer  bei mir mit liest, dem wird ja sowieso schon aufgefallen sein, dass ich eine Schwäche für fruchtige Komponenten bei  herzhaften Gerichten  habe. Seht sie einfach als Alternative zur käuflich erworbenen (und oft geschmacklich mehr als gruseligen) Preiselbeersauce.

Und ich habe einfach einen Faible für die oft zu unrecht – weil sie beispielsweise in Müslis als Ersatzstoffe für die auf der Packung beworbenen “höherwertigeren” Früchte genommen werden -  oft als billig verschrieenen Früchte, die hierzulande eigentlich Moosbeeren oder Kranichbeeren heißen. Ich habe eigentlich immer eine Tüte getrockneter Cranberrys als Basic im Haus, die auch sehr gerne ins Backwerk wandern. Zum Beispiel bei meinen Dinkel-Cranberry-Cookies, meinen Kleinen Hafermonstern oder bei den Chocolate Cherry Brownies (die ich dringendst mal wieder backen müsste…).

Ab der Vorweihnachtszeit findet man frische Cranberrys seit über zehn Jahren auch immer  öfter bei uns in etwas höherpreisigen Supermärkten. Momentan ist noch Saison – und für die, die Geschmack an der säuerlichen Moosbeere finden, lohnt sich der Kauf. Denn da sie im Grunde wie Kompott oder Marmelade eingekocht werden, halten sie sich natürlich auch dementsprechend im Glas in der Vorratskammer oder geöffnet im Kühlschrank. Und das Rezept ist einfach herrlich simpel und lässt viel Spielraum für kulinarische Experimente je nach Tageslaune. So mag ichs. :)

Rezept für Cranberry Sauce

250 g Cranberrys
150 g Wasser
125 g Zucker
50g Portwein/Rotwein

Optional: Orangensaft statt Wasser, frisch geriebene Orangenschale, Zimt, Piment, Vanilleschote, Ingwer (frisch, getrocknet oder kandiert), frische Apfel- oder Birnenstückchen

Zubereitung

  • Wasser, Portwein und Zucker zusammen in einen kleinen Topf geben und erhitzen, bis sich der Zucker aufgelöst hat.
  • Die abgespülten (und nochmal kurz nach schlechten Früchten durchsortieren) Cranberrys dazu geben.
  • Bei mittlerer Hitze 10 bis 20  Minuten kochen lassen, bis die Beeren alle geplatzt sind.
  • Ich mag es nicht ganz so stückig, deswegen lasse ich die Sauce ein wenig länger kochen, zerdrücke die Kranichbeeren noch ein wenig mit einer Gabel, damit sie mehr zerfallen. Wer es noch “smoother” mag, kann die Beeren auch durch die Flotte Lotte drehen oder pürieren. Die Sauce dickt nach dem Erkalten noch etwas an, da Cranberrys viel Pektin enthalten.
  • Die Cranberry Sauce wie frisch gekochte Marmelade noch heiß in ausgekochte Gläser füllen, verschließen und umgedreht auf ein feuchtes Tuch stellen. Für einen sofortigen Verbrauch oder einige Tage später ist das natürlich nicht notwenig.

 

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Kulinarische Last-minute-Geschenkidee: Schokoladensirup

Der Schokoladensirup ist wirklich unglaublich simpel herzustellen und dennoch ein wunderbares und schönes Geschenk aus der Küche.  Ich hatte ja letztens schonselbstgekochten Vanillesirup hier im Blog vorgestellt.
Ich war geradezu verwundert und fasziniert, wie einfach das doch geht. Ich erinnere mich, wie ich vor über 10 Jahren für ein Rezept (ich weiß nicht mal mehr welches) alle verrückt gemacht habe, weil ich dafür unbedingt Schokoladensirup benötigte, der damals nur schwer zu bekommen war. Eine Freundin organisierte mir dann amerikanischen Schokosirup, ich glaube von Hersheys.

Und besser, als dieses herrlich schwarzglänzende Zeugs, war er sicherlich nicht. Abgefüllt in eine hübsche Flasche oder ein Glas und nett etikettiert ist diese Schokoladensauce ein schönes kulinarisches Geschenk und essbares Mitbringsel zu jeder Jahreszeit. Mich hat diese Rezeptentdeckung (und die daraus resultierende Schokoladen-Dosis) wirklich beglückt. Frau glaub ja gar nicht, was man alles mit Schokoladensirup anstellen kann…

Rezept für Schokoladensirup

250 ml Wasser
200 g Zucker
100 g echter Kakao
Etwas gemahlene Vanilleschote/Mark einer Vanilleschote
Prise Meersalz

Zubereitung

  • Bis auf den Kakao alle Zutaten in einen kleinen Topf geben und erwärmen.
  • Wenn sich der Zucker aufgelöst hat, den Kakao hinzugeben und mit einem Schneebesen einarbeiten.
  • Aufkochen und dann noch 5 Minuten weiterköcheln lassen.
  • Direkt in ein heiß ausgespültes/ausgekochtes Glas füllen und verschließen. Der Schokoladensirup dickt beim Abkühlen noch an.
    Lagerung: Im Kühlschrank.

Schokoladensirup-Fazit

Der Aromasirup passt hervorragend in den Kaffee, in Cocktails, in und auf Gebäck – und ist vor allem auf Eis (mein derzeitiger Favorit: Mangosorbet mit Schokoladensirup – Hach!) wirklich toll. Ich muss allerdings gestehen, dass die Schokosauce -  obwohl wirklich sehr lecker – noch etwas Raum für Steigerungen lässt. Irgendeine absolut winzige Kleinigkeit fehlte mir, um die Sache wirklich komplett rund zu machen. Eventuell füge ich beim nächsten Mal etwas Kaffee hinzu? Vielleicht ist hier auch der Kakao vom Discounter verantwortlich. Das Rezept ist ja so einfach, dass es viel Spielraum für weitere Aromen schenkt.

Ich habe jetzt jedenfalls immer ein Glas davon im Kühlschrank stehen, bei hygienischer Behandlung hält er sich hier problemlos einige Wochen/Monate.

Die Quelle für mein – selten genug kommt es ja vor – fast komplett übernommenes Rezept ist Chefkoch. Ich verlinke an dieser Stelle nicht,  da Backlinks dort auch nicht erlaubt sind (und sich Inhalte von mir dort auch schon wieder fanden ;)).

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Geschenk aus der Küche: Selbstgemachter Vanillesirup

Vanillesirup ist ein gutes Basic beim Kochen. Man kann ihn in Cocktails versenken oder ihn mit seinem intensiven Vanillegeschmack auch ganz klassisch als Aromasirup für den Milchkaffee (endlos lecker), Saucen, Cremes, Gebäck und Joghurt-, Quark- und sonstige Süßspeisen aller Art nutzen.

Ich verschenke ja gerne selbstgekochte oder gebackene Dinge. Für mich ist das auch ein Weg, um den beschenkten Menschen zu zeigen, wie lieb und teuer sie mir sind. Selbermachen ist meiner Meinung nach Luxus. In den Geschenken aus der Küche steckt Sorgfalt, Liebe, Lebenszeit, Aufmerksamkeit, bestimmt auch eine winzigkleine Prise Besessenheit und die Lust, etwas mit den eigenen Händen Erschaffenes weiterzugeben und damit echte Freude zu wecken.  So zumindest die graue Theorie.

Manchmal bekommt man leider so gar keine Rückmeldungen, wie etwas liebevoll Selbstgemachtes angekommen ist oder ob es überhaupt gefiel.  Ein wenig ist es dann so, als ob man Geschenke  in ein schwarzes Loch wirft. Das ist in solchen Fällen natürlich irgendwie noch frustrierender, als bei im Laden erworbenen Sachen – passiert aber eben. Aber sehr oft bekommt man auch sehr beglückende Rückmeldungen à la “Wow… das hast du selbst gemacht?” oder “Das war so lecker, viel besser als gekauft. Ich wusste gar nicht, dass man das auch selbst machen kann!”. Besonders schön: “Bin abhängig. Brauche das Rezept. Sofort!” Solche Reaktionen sind – ich gestehe – einfach unbezahlbar bauchpinselig und stopfen jedes schwarze Löchlein im Herzen.

Für einen lieben Freund (der mich jedes Jahr anlässlich seines Alterungsprozesses erneut vor die Frage stellt: Was zur Hölle soll ich verschenken??) habe ich letztens einen Präsentkorb mit dem Thema “Kaffeepause” zusammengestellt. Darin war selbstgebackenes Berliner Brot, selbstgemachte Mandelsplitter und frisch gekochter Vanillesirup und Schokoladensirup, um den Kaffee aufzupeppen.

Rezept für Vanillesirup

250 g Zucker
150 g Wasser
1 Vanilleschote
2 großzügige Msp gemahlene Vanilleschote (optional)
Einige Spritzer frischen Zitronensaft

Zubereitung

  • Vanilleschote längs halbieren und das Mark herauskratzen. Danach die Schote auch nochmals quer halbieren.
  • Vanillemark, und ausgekratzte Vanilleschote zusammen mit Wasser, Zucker und etwas  Zitronensaft in einen Topf geben und – bis sich alles aufgelöst hat – unter Rühren aufkochen lassen.
  • Bei etwas geringerer Hitze für 5 – 10 Minuten vor sich hin köcheln lassen.
  • Der Sirup gewinnt beim Abkühlen noch etwas an Konsistenz und wird dicker. Wer sich unsicher ist, kann aber wie bei Marmelade eine Tellerprobe machen.
  • Den Vanillesirup inklusive der Vanilleschotenstücke noch heiß in ein ausgekochtes Glas oder eine Flasche füllen, verschließen, und umdrehen.

Vanillesirup-Fazit

Der Sirup ist unglaublich vanillig und im Grunde sehr einfach herzustellen (aufmerksame Leser wissen ja, dass ich da eh ein Faible für habe) und eine wundervolle, sehr vielseitig Grundzutat für die Küche.  Ist er in durch auskochen sterilisierte Gläser gefüllt, und damit richtig eingekocht worden, hält er sich eigentlich problemlos in der Vorratskammer. Wenn nicht, ist eine langfristigere Lagerung im Kühlschrank eventuell sinniger.

Meine erste Version war mir zu dünnflüssig, musste zu lange kochen und kristallisierte im Anschluss leider zum Teil wieder aus. Ich hatte erst die Vermutung, dass die Zuckerlösung zugesättigt war. Wie ich nachher erfuhr, liegt der Trick aber darin, etwas Zitronensäure hinzuzufügen, um das Auskristallisieren zu verhindern. Mit kristalliner Zitronensäure, die wohl auch in Apotheken erhältlich ist, wurde mir dies aber zu säuerlich (in der Effilee wird 1/2 gestrichener Teelöffel auf insgesamt 1 Kg Grundmasse berechnet). Deswegen bin ich auf frischen Zitronensaft ausgewichen, was für mich sehr gut funktioniert hat. Das jetzige Rezept ist da schon angepasst und ich hoffe es gefällt.

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