Berliner Freestyle-Küche, quer durch Kontinente & Zeitzonen

Fluchtgeschichten zwischen den Jahren: Blogger schreiben für Flüchtlinge

Ihr Lieben, ich will euch gar nicht langatmig mit meiner persönlichen Fluchtgeschichte langweilen. (Übrigens, nur um mit ein paar Vorurteilen aufzuräumen: Nein, ich bin tatsächlich gebürtige Deutsche und Muttersprachlerin. Die Flucht meiner Familie war innerdeutsch, auch wenn sie 1986 über das Ausland ging. Und bei den furchterregenden Bildern unserer Zeit hatten wir wohl das “Glück”, damals noch in den regulären Auffanglagern wie Gießen oder Unna-Massen zu landen. Unna-Massen..Unna-Massenunnamassen… dieses seltsame Wort klingelt noch heute durch meine Kindheitsgedanken.)

Ich nutze die Zeit zwischen den Jahren, um euch ein gutes Hinübertreten ins neue Jahr zu wünschen. Ich hoffe wir alle hatten eine schöne und entspannte Advents- und Weihnachtszeit. Mit Baum, Essen, umgeben von Familie und Freunden. Oder auch ganz allein – wenn ihr denn daran Spaß habt. Ein Großteil von uns kullert gerade herrlich vollgefressen (ich meine das wirklich positiv, jeder braucht ab zu und eine fette Prise Hedonismus und Bacchus) durch die Wohnung und freut sich über die gedankenvollen Geschenke lieber Menschen. Oder denkt über das Silvesteressen nach (bei mir ist das zumindest der Fall). Vielleicht plant ihr auch eine große Party. Oder tut sonst irgendetwas. Aber was wir alle zum Großteil gemeinsam haben: Wir tun dies in Sicherheit.

Sicherheit. Ein Luxus, den Flüchtlinge nicht haben. Auch während unserer geheiligten Weihnachtszeit und zu Silvester sind sie mit Kindern, Babys, schwangeren Frauen, Kranken und Alten unterwegs – während Rechte wie in einer Fleisch gewordenen Realsatire ergriffen vom Christuskind singen.
Und auch wenn ich natürlich über den warmen Dezember lächelnd lästere – ich bin dem milden Winter so unglaublich dankbar für eben genau das – seine Milde. Seine Barmherzigkeit. Seine Warmherzigkeit. Wärmer also so manches Herz in #Kaltland. Ich möchte keine erfrorenen Kinder auf unseren Straßen sehen. Wir hatten das schon mal, aber ich weiß, viele wollen sich nicht an die deutschen Todesflüchtlingstreks vor gerade mal 70 Jahren erinnern.

Jetzt ist es doch ein längerer Text geworden – verzeiht. Dabei wollte ich doch nur ganz rasch zu einer weiteren Buchvorstellung einleiten, die ich für den Printbereich geschrieben habe und mit euch auch hier teilen will. In diesem Sinne: Kommt gut und sicheren Fußes ins neue Jahr. Seid geschützt auf all euren Wegen. Wir lesen uns.

Shermin

Rezension E-Book: Blogger schreiben für Flüchtlinge

Von der Menschlichkeit: Willkommen! Blogger schreiben für Flüchtlinge

Im Herbst 2015 entwickelte sich die Idee unter dem Hashtag #BloggerfuerFluechtlinge in Form von Crowdfunding Geld für Flüchtlinge zu sammeln und auf die Situation der hier strandenden Menschen aufmerksam zu machen. Die Reaktion der deutschsprachigen Blogger/innen war überwältigend und schnell kamen Beiträge und mehr als das ursprünglich anvisierte Spendenziel von 5000 Euro zusammen. Inzwischen wurden über 130.000 Euro zusammengetragen, mit denen bisher sehr viele praktische Hilfsprojekte für Geflüchtete in Deutschland finanziert wurden (genau einsehbar auf der – leider anscheinend gerade etwas brach liegenden – Webseite). Das Anfang Dezember 2015 erschienene E-Book ist eine Sammlung von über 50 Texten, die jede auf ihre ganz eigene Art “Willkommen!” sagen und das Thema “Flucht” reflektieren.
Es sind unterschiedliche und sehr berührende Geschichten aus den verschiedensten Perspektiven. Mal erzählen sie frustriert von der unglaublichen Hilflosigkeit von Helfer/innen – alles ist organisiert, nur der Staat stellt sich plötzlich quer und lässt die Menschlichkeit auf der Strecke. Andere sind distanziertere Reportagen über Dörfler und ihren Umgang mit Flüchtlingen, lebensnahe, persönliche Berichte über privat aufgenommene Flüchtlinge oder den Horror, den das Berliner LaGeSo für Menschen bereithält, während andere wiederum ihre persönliche Familien- und Fluchtgeschichte mit Flüchtlingstrecks aus Pommern, Schlesien nach `45 aufarbeiten, Undercover vom Albtraum im größten Flüchtlingscamp Europas in Kalabrien berichten oder sich mit dem alltäglich wiedergekäuten Rassismus beschäftigen. Wer viel im Internet unterwegs ist und sich für dieses Thema beschäftigt, wird einige davon sicherlich schon kennen. So weit möglich, wurden die Texte chronologisch nach ihrem Erscheinungsdatum geordnet.

Fazit: Eine beindruckende und durchaus auch bedrückende Sammlung. Wie schon öfter in den vergangenen Monaten haben wir auch hier wieder ein wunderbares Projekt, das durch ehrenamtliche Arbeit und viel persönliches Engagement finanzielle Mittel auf die Beine stellt, um zu helfen. Alle Autor/innen haben ihre Texte kostenlos zur Verfügung gestellt und das Herausgeberteam und die Verlegerin arbeiteten ehrenamtlich an dem E-Book. Der gesamte Erlös des Buches geht in die Kasse der Flüchtlingshilfe “Blogger für Flüchtlinge”.
Dem Herausgeberteam ist es – gerade im Angesicht der Terroranschläge der letzten Monate – ein Anliegen, dass Hass und Angst nicht die Herzen regieren und sich gerade an den Menschen niederschlägt, die vor diesem Terror mit Kindern, Säuglingen und Alten auf die beschwerlichste Art flüchten.
Zu gerne vergessen wir hier im “sicheren” Deutschland, dass wir eine überaus kostbare, seltene – und hoffentlich noch sehr lang anhaltende – Periode des Friedens und der Stabilität genießen. Gerade mal 70 Jahre, nicht ganz ein Menschenleben, ist es her, dass wir selbst millionenfach Flüchtende im eigenen Land waren. Genau so voller Angst, Leid und Beschwerlichkeit geflohen wie die Menschen heute. Jeglichen Besitz, Altbekanntes, Ahnenstätten, Geliebtes und geliebte Menschen zurücklassend – meist nur mit dem nackten Leben und dem Hemd am Leib.
Allein Bayern (Ey, ich mein.. Bayern!!) nahm damals 2 Millionen Flüchtlinge auf. Der Empfang und die kaltherzigen Sprüche waren – bei den eigenen Landsleuten – die gleichen, wie manche sie heute aus Fremdenangst den Neuen entgegenschleudern. Die Erinnerung, oft auch an die eigene Familiengeschichte, täte da Not.

Herausgegeben von Katharina Gerhardt, Caterina Kirsten, Ariane Novel, Nikola Richter, Frank O. Rudkoffsky, Eva Siegmund
Willkommen! Blogger schreiben für Flüchtlinge*
mikrotext, 2015
E-Book, 289 Seiten, 3,99 Euro

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Kochbuch verschenken & gleichzeitig für Syrien spenden

Ihr Lieben, seit gut zehn Jahren arbeite ich als Redakteurin für ein Berliner Printmagazin und schreibe dort unter anderem jeden Monat die Rezensionen. Natürlich schleichen sich da auch ab und an Kochbücher mit ein. In unserer Dezemberausgabe durfte ich ein besonders schönes ehrenamtliches Projekt vorstellen, dessen Erlös zu einem Großteil an den Verein SyrienHilfe e. V. fließt. Kaum davon gelesen und einen Tweet dazu abgesetzt, zwitscherte mir eine Followerin zu, dass sich gerade bei einer Konferenz neben einer der Mediaperlen (ich mag den Namen ja sehr) befindet, die die Pressearbeit übernommen hatten, und schon war der Kontakt hergestellt. Hach. Ich liebe mein Internet. <3

Rezension zu dem syrisches Kochbuch "Fadi kocht syrisch" Noch ein Weihnachtsgeschenk gesucht?

Um den Kreis zu schließen und zum Punkt zu kommen: “Fadi kocht syrisch” wurde von mir im Print rezensiert, ich möchte euch das Buch aber nicht vorenthalten und stelle meine Rezension deswegen zusätzlich auch noch hier im Magischen Kessel ein. Wer noch total ideenlos nach einem Geschenk sucht, kann sich ja hier vielleicht inspirieren lassen. Kleine Nebeninfo: Nachgekocht habe ich noch nichts daraus, mit etwas Erfahrung lassen sich aber Rezepte ja schon im Voraus oft auf ihre Tauglichkeit hin lesen.

Kochbuch: “Fadi kocht syrisch”

Schöne und exotische Kochbücher finden sich ja immer wieder gerne unter dem Weihnachtbaum – mit was kann man schöner in andere Länder und Kulturen reisen und einen Teil davon, quasi auf einer Gabel, direkt zu sich nach Hause an den Tisch holen? Druckfrisch ist jetzt dieses ganz spezielle Kochbuch im November herausgekommen, dass das Verschenken noch besser macht, denn der Erlös geht an Kinderhilfsprojekte des Vereins SyrienHilfe e. V.. Der deutsche Verein leistet vorrangig in Syrien, aber auch in Nachbarländern wie dem Libanon und der Türkei humanitäre Hilfe und Nothilfe für syrische Flüchtling, kümmert sich darum, dass die Menschen Nahrungsmittelspenden erhalten, leistet aber auch Hilfe zur Selbsthilfe und versucht sich auch im Waisenkinder zu kümmern. Das Buch ist eine Zusammenarbeit von sehr vielen Ehrenamtlichen – die sich vorher zum Teil gar nicht kannten – und dem syrischen Fernsehkoch Fadi Alauwad.

Dieser stammt selbst aus Syrien und ist 2014 mit seiner Frau und den drei Töchtern vor dem Bürgerkrieg und den Bomben nach Deutschland geflüchtet. In Damaskus war er ein bekannter Chefkoch, der weit über die Grenzen seiner Heimat hinaus bekannt war. Mit seiner eigenen Fernsehshow zeigte er nicht nur, dass auch Männer den Kochlöffel schwingen können, sondern auch wie man die traditionelle syrische Küche in moderner Form umsetzen kann. Inzwischen lebt Fadi in Aachen und arbeitet in der Brasserie Aix wieder als Chefkoch.

Auf gut 120 Seiten finden sich in dem gebunden Buch gut 40 kulinarische Highlights aus der bodenständigen syrischen Küche. Aber es ist nicht nur ein reines Rezeptbuch, eingestreut sind kleine Volksweisheiten, Anekdoten, Erinnerungen von Fadi und Reiseberichte und Bilder aus einem vom Krieg noch unversehrten Syrien, die die SyrienHilfe e. V. beigesteuert hat.
Da werden Gewürze, Genüsse, Sinneseindrücke, Orte und liebgewonnene Menschen wieder zum Leben erweckt, die vielleicht schon vom Krieg hinweggewischt wurden.
Den Leser/innen werden also nicht nur die klassischen Gerichte und Gewürze, sondern gleich noch eine Portion Kultur serviert. Aufgeteilt ist das Kochbuch in die Kapitel “Kalte Vorspeisen” (Salate wie Fattoush oder Taboulé), “Kleine Begleiter” (Dips & Salate, die zu Gerichten gereicht werden), “Warme Vorspeisen”, “Hauptspeisen” (köstliche Fleischgerichte & leckere vegetarische Gerichte) und “Nachspeisen & Getränke”. Abgerundet wird das Werk durch Kurzbiografien der ehrenamtlichen Helfer/innen.
Illustriert ist das Buch zudem mit appetitlichen Fotos neben jedem Rezept. Besonders schön ist: Neben der deutschen Übersetzung gibt es die original arabischen Namen der Gerichte in Transliteration, da kann sich so manches arabisches Kochbuch ein Scheibchen abschneiden. Ein paar Kleinigkeiten zu meckern gibt es aber doch, so fehlt zum Beispiel eine nach Kapiteln geordnete Übersicht und an manchen Stellen wird in der Zubereitung vielleicht doch ein wenig zu viel bei den Leser/innen an Eigenleistung und Wissen vorausgesetzt. (Der Liebste, der wunderbar rezepttreu nachkochen kann, wäre beispielsweise an ein paar Stellen aufgeschmissen gewesen. Aber ich denke das sind Kinderkrankheiten, die man ausmerzen kann.)

An dieser Stelle kann man übrigens noch mehr zu Fadi erfahren, hier werden auch nach und nach Rezepte und unterstützende Firmen im Blog vorgestellt. Spannend wäre es noch, mehr über die zahlreichen ehrenamtlichen Helfer/innen zu lesen..

Fazit: Ein schönes Kochbuch verschenken, traditionelle arabische Gerichte genießen und gleichzeitig etwas Gutes tun? Wenn sich das nicht nach dem perfekten und vor allem sinnvollen Geschenk für Kochbegeisterte anhört. Und sowas hat in der Geschenke-und-Konsumterror-Hochsaison namens Weihnachten ja fast ein Alleinstellungsmerkmal (das englischsprachige Buch “Soup for Syria“* verfolgt ein ähnliches Konzept)  und ist auf jeden Fall allemal besser, als der xte überflüssige Weindekanter oder ne versilberte Spargelzange. Also: kaufen, verschenken und am besten gleich noch eines für sich selbst mitbestellen.

Fadi Alauwad
Fadi kocht syrisch
ISBN: 978-3-00-051062-5
19,90 Euro, 119 Seiten
Bezug unter Mayersche.de und direkt vor Ort in der Filiale der Mayerschen in Aachen.
Leider ist das Buch trotz ISBN anscheinend nur so zu bekommen.

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Spicy Hot Sauce: Rezept für Chili-Sauce

Ihr kennt das ja: Da lungern diverse, mehrfach erprobte und auch schon fotografierte Rezepte in der mentalen Schublade herum, total andere Sachen stehen eigentlich auf dem brav erstellten Redaktionsplan – und dann hüpft einem eine Sache dazwischen, man ist so Feuer, Flamme & Chilischote, dass man nicht mal daran denkt, die gute Kamera zu nehmen und nur Handyschnappschüsse hat und dann wird frau auch noch von dem dringenden Wunsch überfallen, die anderen Dinge beiseite zu schieben und sofort das Rezept niederzutippen und mit euch zu teilen. Aber genau das macht eben das Leben als Foodbloggerin ebenfalls aus – Planung und der superperfekte Zeitpunkt ist eben nicht immer alles und darf für Begeisterung auch gerne mal hemmungslos über Bord geworfen werden. Und genau deswegen bekommt ihr jetzt kurz vor Weihnachten noch rasch ein Hot-Sauce-Rezept serviert.

Scharfes Geschenk aus der Küche: Rezept für selbstgemachte Hot Sauce / Chili Sauce (recipe for homemade Hot Sauce)

Hot Sauce – Chili Sauce

Ich habe hierfür eine wilde Mischung aus selbstgezogenen Chilis und geschenkten selbstgezogene Chilis der besten Freundin verwendet (Bishops Crown, russische Chili, Bolivian Rainbow, Habaneros, Scotch Bonnet und diverse andere, deren Name mir gerade nicht einfällt…), die warteten jetzt seit Wochen im Kühlschrank auf Verwendung. Aber heutzutage kann man ja auch ganzjährig frische Chilischoten* in Supermärkten oder im Online-Handel kaufen und muss nicht bis zur Ernte im nächsten Jahr warten.

Das Resultat ist wie es sein sollte: Hot, hot, hot. Diese scharfe Gewürzsauce bitte nicht wie Ketchup verwenden, sondern wie Tabasco oder Sriracha zum Würzen von Speisen. Ich glaube meine Version werde ich nur tröpfchenweise ans Essen geben. 😉 Abgefüllt in lebensmitteltaugliche Reagenzgläser aus Kunststoff*, die auch Flüssigkeiten halten, oder in kleine Glasfläschchen mit Schraubverschluss*, ist die Hot Sauce auch ein scharfes Geschenk aus der Küche, das bestimmt einige begeistert.

Kochtipp: Ganz dringend benötigtes Equipment bei der Herstellung: Latexhandschuhe!* Es sei denn, ihr steht darauf, dass eure Finger in Flammen aufgehen. Legt euch am besten vorher alles schon zurecht, geht gedanklich alle Arbeitsschritte durch, damit ihr nicht mit chiliverseuchten Händen Arbeitsflächen oder Türgriffe in der Küche kontaminiert. Legt danach alles direkt in die Spüle und schrubbt es, möglichst ohne alles zu bespritzen, mit brühend heißem Wasser ab, bzw. transferiert es direkt in die Spülmaschine.

Scharfes Geschenk aus der Küche: Rezept für selbstgemachte Hot Sauce / Chili Sauce (recipe for homemade Hot Sauce)Rezept für Hot Sauce – Chili-Sauce

~ 200 g Chilis
150 g Zwiebeln
18 g Knoblauch (= 3 dicke Zehen)
10 g Ingwer
2, 5 Tassen Wasser (~ 600 ml)
1 Tasse Essig (~ 240 ml)
1/2 Tasse Zucker (~115 g)
1/4 Tasse Tomatenmark (~ 60-80 g – je nachdem, wie dick ihr eure Chili-Sauce möchtet)
1 EL Sonnenblumenöl
1 TL feines Meersalz

Zubereitung der Chili-Sauce

  • Zwiebeln, Ingwer & Knoblauch (alles geputzt gewogen) in fein hacken.
  • Die gewaschenen Chilis von ihren Stängeln befreien und in grobe Stücke schneiden, Öl in einem Topf erhitzen und die Chilis samt Kernen zusammen mit Ingwer, Zwiebeln und Knoblauch in darin für ein paar Minuten anschwitzen. Darauf achten, dass die Küche währenddessen immer gut durchlüftet ist. (Die ätherischen Dämpfe haben es echt in sich. Jeder reagiert da anders: Der Liebste röchelte mit der Eleganz eines asthmatischen Walrosses, ich schnupperte glücklich und musste nur Dauerniesen. ;))
  • Mit zwei Tassen des Wassers ablöschen und die Chilis bei geringer Hitze und ohne Deckel für 20-30 Minuten köcheln lassen.
  • Herunterkühlen lassen, weichgekochte Chilimasse in einen hohen Becher geben und mit einem Pürierstab fein durchpürieren.
  • Ein feineres Sieb über den Topf setzen und mit einem Kochlöffel die Chilis hierdurch passieren. So bleiben die Hautfetzen und die Chilisamen im Sieb zurück (–> vorsichtig entsorgen).
  • Zur passierten Chilisauce im Topf werden jetzt die restlichen Zutaten (Essig, Wasser, Zucker, Tomatenmark, Salz) gegeben und alles wird unter Rühren nochmals gut aufgekocht und todesmutig abgeschmeckt. (Ich hatte danach leichte Magenkrämpfe…)
  • Mit einem Einfülltrichter die Sauce auf ausgekochte Flaschen ziehen, umgedreht 5 Minuten auf ein feuchtes Tuch stellen und – bei Bedarf – gleich danach noch in einem Kochtopf einkochen, damit die Sauce länger haltbar ist.

 

Dieses Rezept basiert auf diesem Hot Sauce-Rezept.
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Rezept für (meine) weltbeste(n) Vanillekipferl

An Vanillekipferln scheiden sich ja bekanntlich die Geister.  Mit Eigelb. Komplett ohne Ei. Gewälzt in Zucker. Oder Puderzucker. Mit Mandeln. Nur mit Haselnüssen… Ihr seht was ich meine: Kriege können entstehen, Freundschaften zerbrechen und ganze Völker sich an der Zubereitungsart dieses mürb-buttrigen Weihnachtsgebäcks entzweien (das ich übrigens ganz ketzerisch als Vanilletaler auch mal außerhalb der Saison backe…).

Rezept für weltbeste Vanillekipferl #weihnachtskekseWie das immer so ist, ist jeder davon überzeugt, im Besitz des einzig wahren Rezepts zu sein. Ich vertrete ja die Theorie des Leben-und-Leben-lassen und knabbere großmütig auch Vanillekipferl, die nach einem anderen Rezepte-Dogma entstanden sind. 😉 Und heute teile ich meine persönliche Wahrheit.. äh… mein weltbestes Vanillekipferlrezept mit euch. (Mit Eigelb. Nur mit Mandeln. Gewälzt in Vanillezucker. Ha!)

Rezept für (meine) weltbeste(n) Vanillekipferl #kekse #magischerKesselEssbare Weihnachtsgeschenke & Christbaumschmuck zum Knabbern

Mein persönlicher Tipp: Aus dem Teig für die Vanillekipferl lassen sich nicht nur Kipferl formen, sondern – wie schon erwähnt  – auch Taler (ich mache kleine Kugeln, setze sie aufs Blech und drücke sie dann vorsichtig flach). Diese sind nicht so bruchanfällig wie die Kipferl und lassen sich schön verpackt dann auch wunderbar als gebackenes Weihnachtsgeschenk aus der Küche verschicken. (Hier lang geht es zu meiner Übersicht über Geschenke aus der Küche)
Wer seinen Tannenbaum ganz klassisch mit essbarem Baumschmuck versehen will, für den ist der Kipferlteig ebenfalls geeignet. Mit etwas Übung lässt sich der geschmeidige, weiche Teig in die Form von Ringen, Herzen und sogar Brezeln bringen, die man fertiggebacken dann mit schönem Geschenkband an den Weihnachtsbaum binden kann (dann aber den Vanillezucker vorher gut abschütteln!). Und wer selbst nicht formen will, kann sich ja so ein Vanillekipferlblech* holen – allerdings habe ich die bisher nur aus der sicheren Ferne beäugt.

Eine Prise Küchenmagie beim Backen von VanillekipferlnRezept für buttrig-mürbe Vanillekipferl #magischerKesselÜbriggebliebens  Eiweiß & Weihnachtsplätzchen

Und was passiert mit dem übrigen Eiweiß? Das gebe ich in ein Glas und friere es für die spätere Verwendung ein (Baisermasse funktioniert damit beispielsweise tadellos) oder verwende es für Kokosmakronen, Zimtsterne und anderes Weihnachtsgebäck. Überhaupt andere Weihnachtskekse – ich empfehle an dieser Stelle noch mein Grundrezept für Mürbeteigplätzchen (damit kann man sogar Kirchenfensterkekse machen) und meine Rezepte für Engelsaugen, Honig-Anis-Printen, Berliner Brot, Früchtebrot oder Christstollen.

Nachtrag: Dieses (inzwischen leicht abgewandelte) Rezept stammt ursprünglich aus Roland Gööcks “Backen mit Lust und Liebe“* (baugleich mit “Roland Gööcks großes Backbuch“*) – ein Backbuch aus den 1970ern, mit dem ich Backen gelernt und in dem ich als Kind gerne geschmökert habe. Mehr Infos auch in den Kommentaren.

Wie bäckt man (die weltbesten ;)) Vanillekipferl? #PlätzchenrezeptRezept für Vanillekipferl
60-75 Stück (circa 2,5 Bleche)

300 g Mehl
250 g Butter
125 g Zucker
125 g geriebene Mandeln
3 Eigelb (M)
1/8 TL gemahlene Vanilleschote* / Mark 1/2 Vanilleschote / 1 Tütchen Vanillezucker
Vanillezucker zum darin wälzen (also für die Kipferl, nicht für euch ;))

Zubereitung

  • Der Teig kann problemlos auch in einer Küchenmaschine gemacht werden, aber ich knete ihn lieber von Hand. Zum einen bemerke ich beim Kneten, ob sich alles richtig verbindet, zum anderen hat er am Ende eine bessere Konsistenz. Aber das ist meine persönliche Macke. 😉
  • Mehl auf die Arbeeitsfläche geben, in der Mitte eine Vertiefung machen (so Vulkankegel-mäßig) und Zucker, gemahlene Vanille oder Vanillezucker und das Eigelb hineingeben.
  • Mit einem Finger das Eigelb mit dem Zucker und etwas von dem Mehl zu einem dicken, breiigen Vorteig verrühren.
  • Nun die gestückelte Butter und die Mandeln darauf geben und mit den Händen nach und nach zu einem glatten, festen und gleichmäßigen Teig verkneten.
  • Den Teig für die Vanillekipferl 30-40 Minuten ruhen lassen. (Zeit für etwas Küchenmagie: Ich zeichne immer ein Herz in diesen wunderbar goldenen, buttrigen Teig.)
  • Teig nochmals kurz durchkneten und aus dem Teig kleine Kipferl (oder Taler, Herzen, Brezeln…) formen und auf mit Backpapier bezogene Bleche geben. Bitte auf Abstand achten, die Kipferl laufen noch etwas auseinander.
  • Im vorgeheizten Ofen bei 175° (Umluft) für 10-12 Minuten backen bis sie gelb bis goldbraun (das sind die leckersten) sind.
  • Blech aus dem Ofen nehmen und die Vanillekipferl noch heiß mit dem Vanillezucker bestreuen. Auskühlen lassen – dadurch werden sie stabiler – und erst dann vom Blech nehmen und in Keksdosen lagern.

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#7Tage7Dinge – KW 46/2015 – Blick auf die Angst

Es ist schon ein paar Wochen her, dass ich Zeit hatte, um meine getanen Dinge der letzten 7 Tage gedanklich zu ordnen und herzuzeigen. #7Tage7Dinge habe ich Anfang des Jahres ins Leben gerufen, um mir meine eigene Leistung, Kreativität und aller möglicher Dinge meines Alltags bewusster zu werden. Wie immer nehme ich hierfür hauptsächlich Fotos/Schnappschüsse, die ich bei Instagram einstelle.
Wer gerne teilnehmen möchte, ist herzlich dazu eingeladen, wenn ihr mir Bescheid gebt, pinne ich eure 7 Dinge dann auch auf das Pinterest Board dazu.

#7Tage7Dinge Kalenderwoche 46/2015 vom magischen KesselKalenderwoche 46/2015

Vorab noch ein paar Worte zur vergangenen Woche… Ich habe ein zusätzliches, achtes Quadrat in schwarz hinzugefügt. Für all die Menschen, die derzeit unter Krieg und Terror leiden, davor flüchten oder sogar dafür ermordet werden. Besonders die grauenhaften Anschläge in Paris haben dies vielen wieder ins Gedächtnis gerufen.
Es ist ein Einbruch in “unsere” Lebenswelt und erscheint deshalb so unglaublich bedrohlich. Ohne das Leid, die grausam und viel zu früh gestohlenen Leben mindern zu wollen – genau dieses Grauen erleben andere Menschen auf diesem Planeten tagtäglich.

Ja, ich habe Angst. Aber Angst ist ein schlechter Ratgeber und dies führt – ein einfacher Blick auf unsere Geschichte reicht dafür – immer zu schlechten Entscheidungen, was mir fast noch mehr Angst macht. Lasst euch euer Leben, eure Freude, euer Lachen, eure Freiheit – vor allem aber eure Menschlichkeit trotz dieser all zu verständlichen Angst nicht nehmen. Lasst nicht andere dafür büßen, die selbst nur Schutz vor Terror suchen und auch ein Recht auf Leben auf dieser kleinen blauen Kugel im Weltall haben. Wer helfen will, es gibt seit kurzem Friedrichshain hilft – die Facebook-Seite der Organistation ist (im Gegensatz zu Webseite und Twitteraccount) immer recht aktuell und betreut seit kurzem auch eine Notunterkunft hier im Kiez.

Ein kleines, simples schwarzes Quadrat, für all diese vielen fast unbestimmbaren Gefühle: unglaubliche (Zukunfts-)Angst, Trauer, Widerspenstigkeit, Trotz, Liebe, Mitgefühl… Allumfassend in unserem Alltag und unseren Leben. Und da ist er wieder… der Alltag. Nicht negativ, sondern das was uns ausmacht und was wir nicht von Angst und Terror nehmen lassen dürfen. Das heißt nicht, dass ich den Kopf in den Sand stecke oder alles Negative verdränge. Aber ich weigere mich, mein Leben komplett von Angst fremdbestimmen zu lassen und die kleinen, schönen Dinge unseres reichen Lebens nicht mehr zu sehen. Deswegen meine 7 Ding für diese 7 Tage.

  • Der letzte Sonntag kam, der Herzmensch erwähnte St. Martin und wir entschieden uns nicht eine Gans, sondern quasi eine St.Martins-Ente mit köstlicher Honig-Zimt-Glasur zu machen. Dazu natürlich Klöße und Rotkohl wie bei Mama.
  • Ja, ja ich weiß – ich tapse bei Foodtrends gerne mal ein wenig hinterher (oder bin so früh dran, dass es keiner mitbekommt ;)). Das ist vielleicht meinem klitzekleinen Widerwillen gegen den Mainstream geschuldet. Diese Woche habe ich jedenfalls meinen ersten Green Smoothie ausprobiert und muss ganz erstaunt zugeben, dass er total lecker war. Hmpf! (Feldsalat – Banane – Sonnenblumenöl – Eiswasser)
  • Momentan gibt es bei mir vermehrt Porridge und gerne in süß und mit etwas Bacon. Hier zusätzlich noch mit selbstgemachtem Cashew-Dattel-Pesto getoppt. Bei Instagram könnt ihr unter dem Hashtag #DailyPorridge mehr von meinem Frühstück sehen. 😉
  • Diese Woche gab es aus Gründen viel Vitaminreiches. Unter anderem einen meiner liebsten Herbstsalate: Fenchel, Apfel, Orange & Walnüsse.
  • Dann war ja St. Martin, mit nur einem Tag Verspätung kam von Mama ein Päckchen mit zwei Weckmännern vom Bäcker im alten Zuhause. Nomnom!
  • Wenn’s mal schnell gehen muss: Croque Baguette mit gekochtem Hühnchen, Ananas und massenweise zerlaufenem Käse und Cocktailsauce. Ein paar Blätter Feldsalat haben wir als Alibi untergebracht. 😉 Eine Erinnerung an die geile Baguettebude neben der UGH Essen, wo wir in meiner Studienzeit immer monströse Baguettes “Nizza” in genau dieser Zusammensetzung verspachtelt haben.
  • Comfort Food. Den verregneten Sonntagmorgen habe ich alleine in der Küche verbracht und meditativ einen monströsen Stapel Pancakes hergestellt. Anbacken gegen böse Dinge und traurige Gedanken. Vielleicht dumm, aber trotzdem.
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