Berliner Freestyle-Küche, quer durch Kontinente & Zeitzonen

May the ice cream be with you: Erdbeereis am Stiel

Nächste Woche soll es ja endlich wieder sommerlicher werden. Der beste Zeitpunkt, um mal ganz rasch meinen Artikelplan hier über den Haufen zu werfen und euch ein blitzschnell und simpel (hey, nur 4 Zutaten!) zu machendes Erdbeereis am Stiel hineinzureichen. Und zwar einem ganz besonderen Stiel….

Lichtschwert-Eisformen: Rezept für Erdbeereis am Stiel

Ich musste nämlich äußerst dringend und vor Ablauf der Erdbeerzeit endlich die tollen Star-Wars-Laserschwert-Eisformen* einweihen, die ich schon vor einer halben Ewigkeit zum Geburtstag bekommen habe.

Schnelles & unkompliziertes Eisrezept ohne Eismaschine: Erdbeereis am Stiel

Eiscreme-Lichtschwerter & Formen für Eis am Stiel

Das beiliegende Rezeptbüchlein bei dem Star-Wars-Set ist… nunja… nett. Wie sagt man so schön? “Es war stets bemüht…” 😉 Man merkt, da hat jemand rasch mal was für den USamerikanischen Markt zusammengeklöppelt. Viel Lebensmittelfarbe, Fotos mit kleinen Plaste-Actionfiguren auf Eiscreme und klietschigem Biskuitteig, gekauftes Eis als eine der Grundzutaten und nur drei Rezepte für die Eisformen sind nicht unbedingt begeisternd, aber man kann sich zumindest ein paar lustige Anregungen holen. Mit meinem Rezept trete ich jedenfalls den Beweis an, dass künstliche Farbstoffe nicht immer notwendig sind, ganz bestimmt jedenfalls nicht für rotes Laserschwert-Fruchteis.
Und mal ehrlich: wegen den Rezepten hätte ich mir dieses Set auch nicht geholt. Die Laserschwerter sind aber mal halt einfach mega cool. 😀 (Für mehr als den doppelten Preis gibt es seit Neuestem sogar beleuchtete Eis-Lichtschwerter* – wer’s wirklich braucht, da stößt es auch bei mir an Grenzen….) Leider haben die Schwerter nur eine wirklich geringe Füllmenge, so dass ich zu weiteren Formen greifen musste.

Laserschwert-Eisformen: Rezept für Erdbeereis am Stiel

Paletas, Ice-Pops, Popsicles, Eis am Stiel… wie auch immer man Eis am Stiel gerade super-duper-trendy nennt, man braucht Eisformen! Eis auf diese Art selbst zu machen ist eine gute Alternative zur Eismaschine. Natürlich ist es nicht so cremig, da es nicht beim Gefrieren gerührt wird, aber eben supersimpel zu machen und ohne große Zusätze oder Equipment.
Eiscreme-Lifehack: Ganz Low-Budget und optisch eigentlich recht cool, könnt ihr auch leere Joghurtbecher befüllen und nach dem Anfrieren der Eismasse einen Löffel als Stiel hineinstecken.
Da ich persönlich ein klitzekleines Plastikeisförmchentrauma habe (es sei denn es sind so coole Laserschwerter), habe ich mir schon vor zwei Jahren diese 8er Form für Eis am Stiel* zugelegt. Das Putzen ist zwar etwas nervig, aber sie ist gut verarbeitet, stabil und ich mag das System und den klassischen Style der am Ende raus kommt. Das Auge isst ja mit, ne?

Eis am Stiel - schnelles & unkompliziertes Rezept für Erdbeereis

Lesehungrig!

Lesehungrig! Das bibliophil-kulinarische Dauerevent!Und mit dem Einflechten des Sternenkrieges und meinen essbaren Sith-Lightsabers, habe ich quasi auch direkt schon ein Bein in meinem Event “Lesehungrig!“. Den meisten Leuten werden wohl eher die Filme in den Kopf kommen, aber schon in den 1970ern brachte George Lucas die Romane zur ursprünglichen Trilogie der Star Wars Saga*heraus. Inzwischen gibt es über 250 Bücher, die in diesem fiktiven Universum ihr Setting haben und den Kampf von Gut gegen Böse als ultimative Space Opera zelebrieren. (Hey… ich sollte mir demnächst dringend mal die Star-Trek-Romane hier greifen und daraus was machen.) Zu Luke Skywalker, Prinzessin Leia, Han Solo, Obi-Wan, Yoda, den Jedis, den Sith und ihren Laserschwertern muss ich nicht wirklich was erzählen, oder? Vielleicht hat nicht jeder die Filme gesehen oder gar die Bücher gelesen, aber die Laserschwerter kennt in unserer Hemisphäre fast jeder.

Geht datt auch in mit ohne Tier?

Und veganes Eis? Ich habe es noch nicht ausprobiert, aber wer es komplett auf tierische Produkte verzichten will, kann beispielsweise Hafersahne (die fand ich bei anderen Rezepten sehr angenehm und voll/fett im Geschmack) statt Sahne nehmen.

Wie macht man Erdbeereis am Stiel? / magischer-Kessel.de

Rezept für Erdbeereis am Stiel

500 g Erdbeeren (geputzt, TK-Erdbeeren funktionieren auch super)
100 g Sahne
50 g Puderzucker
optional: 1/8 TL Vanillepulver* oder Mark 1/2 Vanilleschote

Zubereitung

  • Die gewaschenen, geputzten und grob gestückelten Erdbeeren in eine Schüssel mit hohem Rand geben. Tiefgekühlte Ware auftauen lassen.
  • Die restlichen Zutaten zu den Erdbeeren geben, mit einem Pürierstab alles gründlich pürieren.
  • In die vorbereiteten Eisformen einfüllen, etwas Platz lassen, da sich die Eismasse beim Gefrieren ja ausdehnt.
  • In den Gefrierschrank stellen und mindestens 3 Stunden richtig durchfrieren lassen. Zum Auslösen die Formen kurz unter heißes Wasser halten.

Über grüne Laserschwerter denke ich natürlich auch nach… Irgendwas mit Kiwi, Minze, Limette… und vielleicht sogar Gurke oder Avocado? Wir werden sehen… Weitere Eisrezepte im Blog: Erdbeereis ohne Ei, Schokoladeneis ohne Ei, Limetten-Mascarpone-Stracciatella, Grundrezept nach Ben & Jerry.

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Mix aus Ruhrpott, Berlin und Orient: Curryketchup zum Selbermachen

Angegrillt habt ihr alle zwar schon längst, aber so mitten drin in der schönsten Sommerurlaubszeit habe ich noch ein Rezept für ein neues Sößchen. Im Juni hatte ich ja radwandernden Besuch, für dessen Buchprojekt ich ein regionaltypisches Menü zusammengestellt habe. Ich hatte mich – neben anderen Dingen – für eine arabische Version des Berliner Klassikers Currywurst mit Pommes entschieden.

Curryketchup selbermachen: Rezept für Gewürzketchup / www.magischer-Kessel.de

Die Mélange fand ich auch deswegen besonders passend, weil ich hier meine orientalischen Wurzeln, mein Leben in Berlin und mein Aufwachsen im tiefsten Ruhrpott mit in den Kessel werfen konnte. Das Rezept für die arabischen Pommes – hier dann Batata Harra (scharfe arabische Ofenkartoffeln) mit Olivenöl und Harissa – habe ich schon im Foodblog verewigt, Fattoush als sommerlicher Beilagensalat ebenfalls. Fehlt nur noch mein Orientzucker, der beim Nachtisch Verwendung fand und – tadaa – das currylastige Gewürzketchup für die Wurst.

Currywurst mit Pommes auf arabisch. Rezept für selbstgemachte Currysauce. #curryketchup

Und ja, in Berlin, der Heimat der Currywurst, gab es traditionell immer ne Schrippe oder wabbeliges, trockenes Toastbrot zur Wurst. Die Fritten sind definitiv meinen ersten Currywursterfahrungen und der Kindheit in Duisburg geschuldet. Hier wie dort gehört die Currywurst zu den traditionellen Fast Food-Gerichten, allerdings in verschiedenen Rezepturen.
Diese Currysauce ist quasi der Kitt – quer über den großen innerdeutschen, berlin-ruhrpöttischen Currywurstgraben. Aber meiner Ansicht nach haben Berlin und der Pott ja eh viel gemeinsam, in der Sprache, durchaus auch der Mentalität und vieles davon dank der ähnlichen Einwanderungswellen Anfang des letzten  Jahrhunderts. (An die Idioten, die sich daran stören: Ja, Deutschland war und ist ein Einwanderungsland. Schon immer. Auch schon vor hunderten von Jahren. Tatsache. Lebt damit. Der Reichtum des Landes profitiert von dieser Vielfalt und dem Input. Wahrscheinlich ist eure eigene Familie vor 5 Generationen ebenfalls auf der Flucht vor irgendwas in deutschsprachigen Landstrichen angekommen. Oder war schlicht auf der Suche nach Arbeit im Zuge der Industrialisierung. Anyway… zurück zu schöneren Dingen.)

Gewürzketchup / www.magischer-kessel.de

Rezept für selbstgekochte Currysauce

Currypulver an sich hat ja durch den Mix aus wundervollen aromatischen Gewürzen schon einen Hauch orientalische Exotik. Ich habe mich aber nicht darauf beschränkt, in Berliner Manier einfach etwas billiges Currypulver auf süßes Tomatenketchup zu knallen, sondern habe meine eigene Sauce gekocht. Nach einigen Testläufen bin ich mit dem Ergebnis sehr zufrieden: Eine Mischung aus fruchtig-süß-säuerlich-scharf mit geröstetem Knoblauch und einer Ahnung von Ingwer am Horizont. 😉 Also klassisch, aber irgendwie doch anders. Die Currysauce passt nicht nur zur traditionellen Wurst mit Fritten, sondern macht sich eben auch wunderbar als selbstgemachte Grillsauce oder als Ketchupersatz – natürlich auch auf nichtfleischlichen Dingen wie Grillgemüse oder Grillkäse. Wer da noch weiter experimentieren möchte – etwas aufwändiger aber ebenfalls ganz toll ist auch dieses Paprikaketchup.

Selbstgekochtes Curryketchup

Ich messe die Zutaten für meine Rezepte immer gestrichen mit einem Löffelmaß* ab (pi-mal-Daumen mit nem normalen Teelöffel klappt das natürlich auch). Und auch wenn ich mich wiederhole: Ein Einfülltrichter* erleichtert die Arbeit einfach ungemein und sorgt dafür, dass beim Einkochen keine all zu große Sauerei entsteht. 😉

Curryketchup selbermachen: Rezept für Gewürzketchup / www.magischer-Kessel.de

Rezept für Curryketchup

200 g Orangensaft (100% Frucht)
125 g Tomatenmark
35 – 40 g Zucker (je nach Süße der restlichen Zutaten)
25 g Branntweinessig
15 g Ingwer (ungeschält)
1 – 1,5 Tl Meersalz (fein)
1 – 2 Knoblauchzehen
2 TL Madras Currypulver
1/2 TL Paprikapulver (edelsüß)
1/2 TL Ceylon-Zimt
1/4 TL Cayennepfeffer (Chili)
1/4 TL Langer Pfeffer (gemahlen/frisch gestampft im Mörser)
3 Körner Piment
neutrales Öl (Sonnenblumenöl) zum Anbraten

Zubereitung

  • Knoblauch und Ingwer (letzteres geht mit einem Teelöffel übrigens
    hervorragend!) schälen, ganz fein hacken und in einer Kasserolle* in etwas Sonnenblumenöl bei mittlerer Temperatur anbraten bis beides anfängt zu duften und zu bräunen.
  • Die zu Pulver zerkleinerten Gewürze unter Rühren kurz mit anrösten, dann das Tomatenmark hinzu geben und ebenfalls kurz mitrösten. (Wirklich nur jeweils kurz, es soll Nichts ver- oder anbrennen.)
  • Mit dem Orangensaft ablöschen, Essig, Salz und Zucker hinzufügen. Ein paar Minuten gut durchköcheln lassen, dabei das Rühren nicht vergessen.
  • Abschmecken. Beim Probieren darauf achten, dass Gewürzketchup (auf dem Löffel) abgekühlt zu probieren. Bei Bedarf noch etwas Zucker oder Salz hinzufügen – das hängt einfach vom verwendeten Tomatenmark und der Süße des Saftes ab.
  • Noch heiß in saubere Gläser abfüllen. Das Curryketchup hält sich so bei uns im Kühlschrank mehrere Wochen. Richtig im Glas eingekocht darf es dann auch in die Vorratskammer ziehen.

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Zupfbrot: Rezept für Mozzarella-Parmesan-Pull-Apart-Bread

Puh, watt für’n Rezeptname. Und ja, ja… ich weiß. Ihr seid alle gesättigt mit Superlativen. Könnt nicht mehr hören, dass etwas das Beste oder Leckerste ist. Ich habe schon oft gelesen, dass das als anmaßende Überhöhung empfunden wird. Aber ich… also was soll ich sagen? Über Geschmack lässt sich eben streiten. Dieses Zupfbrot ist für mich die Pull-Apart-Bread-gewordene fluffige, hefeteigig-käsige Glückseligkeit, garniert mit Knofi.

Rezept für Zupfbrot - gefüllt mit Mozzarellakäse

Wenn es nach meinem subjektiven Empfinden so ist? Auf mein Blog lasse ich nur Rezepte von Dingen, von denen ich zu diesem Zeitpunkt wirklich überzeugt bin, dass sie es wert sind. Und bei meinem Rezept für Zupfbrot kann ich halt nur sagen: Boar ey. Geiles Zeug!

Rezept für Pull-Apart-Bread mit Mozzarella und Parmesan

Pull-Apart-Bread mit Mozzarella und Parmesan

Denn vorletzten Samstag wurde ich im Halbschlaf von der Göttin der Backkunst geküsst. Ich wachte auf und mit mir die Gier auf Hefeteig, gefüllt mit geschmolzenen Käse und umhüllt von Knoblauch. Die Hälfte des Tages habe ich dann rumgegrübelt, wie ich das realisieren kann, habe in meinem Rezeptbuch herumgekritzelt, nachgerechnet und dann endlich (mit dem letzten Tütchen Trockenhefe im Haushalt) den Teig für dieses Backexperiment angesetzt, bevor ich den Rest der Zutaten einfangen gegangen bin. Da der Teig anderthalb Stunden zum Gehen möchte, funktionierte das ganz wunderbar.

Monkeybread in der Napfkuchenform

Partybrot, Zupfbrot, Affenbrot, Pull-Apart-Bread…

Eigentlich ist es ja optisch mehr eine salzige Version von Monkey Bread/Affenbrot. Und im Gegensatz zu normalen Zupfbroten bzw. einem Pull-Apart-Bread, ist der Teig bei mir zusätzlich noch gefüllt. Hierfür habe ich kleine Mozarellakugeln genutzt. Alternativ kann man bestimmt auch große Mozzarellakugeln in passende Stücke schnitzen. Und wider Erwarten hatte ich keine Käseexplosion im Ofen. Zu meinem Erstaunen blieben die Teigstücke zu 98% intakt und liefen nicht aus. Als einzig problematisch erwies sich, dass der Parmesan im gebackenen Zustand sich nur zögernd von der Form lösen wollte. Vorsichtig mit einem Buttermesser nachgeholfen und auf die umgekehrte Form getrommelt, ging das Zupfbrot dann aber doch noch ganz gut aus der Form.

Rezept für Zupfbrot - gefüllt mit MozzarellakäseKäsefäden und frisch gebackenes Partybrot

Belohnt wurde ich mit einem Zupfbrot (durch die Ummantelung der einzelnen Teigkugeln mit Fett kann man die gebackenen Brotsegmente quasi herauspflücken oder zupfen), das zu meinem sanften Erstaunen voll meinen morgendlichen kulinarischen Phantastereien  entsprach (Lacht nicht. Gerade bei Backwerken – besonders experimentellen – passiert sowas nicht immer. ;)) und sich bestimmt auch hervorragend als Partybrot auf dem Buffet macht oder den Grillabend bereichert:

Die Außenseiten des Brotes waren knusprig durch den dazwischengestreuten Parmesan, toll aromatisiert durch die Knoblauch-Schnittlauch-Butter, dann kommt der fluffige Teig, den man sich herauspflückt, bevor man dann beim Aufbrechen des noch warmen Stückes Brot auf herrlich käsefädenziehenden Mozzarella trifft. Nom! Kurzum: Wenn man die Kombi mag, kann es nicht besser sein.

Baking Pull-Apart-Bread

Rezept für Mozzarella-Parmesan-Pull-Apart-Bread

Teig:
400 g Mehl
250 ml lauwarmes Wasser
3 EL Olivenöl
1 Päckchen Trockenhefe (7 g)
1/2 TL Zucker
1,5 TL Meersalz (fein)
50 g Parmesan (zum Streuen zwischen die Teigschichten)
~ 200 g Mini-Mozzarella (25-28 Stück)

Butter:
75 g Butter
2 Knoblauchzehen
15 g Schnittlauch (frisch, fein gehackt)

Backform: Gugelhupfform* oder andere Napfkuchenform – zum Beispiel eine Springform mit Kranzeinsatz. Je mehr geprägte Muster, desto schwieriger das Auslösen. Eine größere Kastenform, Brotbackform* oder eine Auflaufform funkionieren auch wunderbar.

Zubereitung

  • Das Wasser mit dem Zucker verrühren und die Trockenhefe zur Aktivierung hineingeben und unterrühren. (Ja, auf der Packung steht, man kann sie direkt in den Teig geben. So habt ihr aber nochmal eine Kontrolle, ob sie wirklich aktiv ist und startet. Nach 5-10 Minuten solle die Flüssigkeit anfangen zu schäumen und hefig riechen.)
  • Olivenöl und Salz in das Hefewasser hineinrühren und die Flüssigkeit nach und nach in das Mehl einarbeiten. (Zum Beispiel mit der Hand oder einem Rührgerät mit Knethaken in einer Schüssel, ich nutze eine Küchenmaschine mit Knethaken.)
  • Alles gründlich zu einem glatten Teig verkneten. Der Teig ist noch feucht und leicht klebrig, lässt sich mit einem Teigspatel aber problemlos vom Schüsselrand lösen.
  • Den Hefeteig in der Schüssel zu einer Kugel formen, die Schüssel abdecken und den Teig an einem warmen, geschützten Platz 1,5 Stunden gehen lassen. Das Volumen sollte sich in dieser Zeit verdoppelt haben.
  • Den Teig zusammenhauen und nochmal durchkneten und circa 25 gleichgroße Teigstücke abteilen. Natürlich kann man auch nach und nach Teigstücke abnehmen, die Gefahr da ungleich zu arbeiten ist da aber etwas höher. 😉
  • Die Butter schmelzen, mit ein wenig davon die Kuchenform auspinseln. Den Großteil der Butter mit dem feingehackten Knoblauch und Schnittlauch vermischen.
  • Mit leicht (!) bemehlten Händen aus dem Teig kugeln formen, je eine Mini-Mozzarellakugel hineindrücken, Teig darum schließen (!) und zwischen den Händen zu einer Kugel rollen.
  • Die Kugel mit Hilfe von zwei Esslöffeln durch das Schälchen mit der flüssigen Kräuterbutter rollen, abtropfen lassen und in die Backform geben.
  • Ein oder zweimal – je nachdem wie hoch ihr die Teigkugeln in eurer Form stapeln könnt – etwas Parmesan als Schicht dazwischen streuen.
  • Den Teig nochmals 20-30 Minuten in der Form gehen lassen und dann im vorgeheizten Ofen bei 175° (bei mir Umluft, eine Schiene unter der Mittleren) für 35-40 Minuten backen.
  • Danach kurz auskühlen lassen und stürzen. Am besten noch warm servieren.
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Batata Harra – scharfe Kartoffeln aus dem Ofen

Batata Harra – was aus dem Arabischen übersetzt quasi scharfe (harra) Kartoffeln (Batata) bedeutet – ist eigentlich ein libanesisches Gericht. Aber inzwischen findet man es dank orientalischen Imbissbuden und Restaurants an vielen Stellen.

Arabisches KartoffelrezeptGefühlt sind (gute) Kartoffelgerichte im arabischen Raum auch irgendwie rar gesät. Ich habe dem Eindruck man steht diesem Gemüse (denn als dieses wird es gerne verzehrt – am besten mit etwas Brot oder Reis dazu, so habe ich es als Kind in Baghdad jedenfalls kennengelernt ;)) einfach nicht mit der gleichen euphorischen Liebe gegenüber, die beispielsweise Europäer für diese stärkehaltige Knolle empfinden.

Rezept für Batata Harra aus dem OfenRezept für Batata Harra aus dem Ofen

Deutschland regional

Das leckere arabische Kartoffelgericht Batata Harra fiel mit vor ein paar Wochen wieder ein, als ich versuchte ein Menü zu planen. Letzten Samstag war ich nämlich Gastgeberin für Elmar Schwer und sein Projekt “30 Tage – 30 Orte – 30 regionaltypische Gerichte“. (Die andere Berliner Gastgeberin war übrigens Doc.Eva mit einem Menü aus Salat, Berliner Erbsensuppe und Berliner Luft-Torte)Voraussetzung hierfür ist, dass dem radwandernden Reisenden etwas Regionales kredenzt wird. Und wie Elmar dann selbst am Abend feststellte: Meine Lebensgeschichte und die Orte von denen ich stamme und wo ich aufwuchs sind quasi die Klammer, die sein Projekt umfassen. Vom tiefsten Sachsen bis in den ursprünglichsten Ruhrpott, hin nach Berlin mit Wurzeln in Schlesien und Kurdistan/Irak.

arabisches Kartoffelgericht

Und so sah dann auch mein regionales Menü mit berlinerisch-ruhrpöttisch-sächsisch-orientalischen Einschlägen aus.:

Hauptspeise: Currywurst mit Pommes auf Arabisch
Typisch berlinerisch: Selbstgekochte Currysauce mit Madras- Curry, reichlich Zimt, langem Pfeffer, Knoblauch, Ingwer, Chili und anderen Köstlichkeiten. Dazu Merguez und Lammwürstchen vom Biometzger und eben meine Version der Batata Harra als orientalische Pommes Frites-Variante. Als grüne Beilage hatte ich Fattoush mit frittiertem arabischen Fladenbrot und frischem Sauerklee und Minz-Petersiliendressing gemacht. Als Getränk wurde hierzu edelste Rixdorfer Fassbrause gereicht.

Dessert: Sächsische Quarkkäulchen
Ein schönes Restegericht – aus dem Lameng einen Teig mit Pellkartoffeln vom Vortag, Quark, Mehl, Zucker, in Rotwein getränkten Rosinen zusammenrühren und daraus dann Quarkkäulchen frittieren. Serviert mit meinem samtigen Apfelmus mit Vanille und meinem Orientzucker.

Arabische Kartoffelecken aus dem Ofen…

Aber kommen wir zu den Batata Harra zurück. Diese werden eigentlich in der Pfanne in Olivenöl gebraten, dazu hatte ich in der Länge und bei der Menge an Kartoffeln nun wirklich keinen Nerv und habe sie deswegen nach meinem Rezeptentwurf beim Probekochen einfach in den Ofen verfrachtet – was auch perfekt funktioniert hat. Was besonders schön ist: dieses arabische Kartoffelrezept ist schon immer vegan. Also zumindest, wenn ihr die Currywurst weg lasst, die es bei mir dazu gab. 😉 Die Rezepte für die restlichen Bestandteile des Menüs reiche ich dann nach und nach hier im Foodblog hinein, schon verbloggte Gerichte sind verlinkt.

Cooking Batata HarraRezept für Batata Harra

1.5 Kg festkochende Kartoffeln (geschält ~ 1,25 Kg)
3 EL gutes Olivenöl
2 EL Sesamsaat (ungeschält)
1,5 TL Harissa (arabische Gewürzpaste mit Chili)
1,5 TL Meersalz (fein)
3/4 TL Zitronenzesten (frisch)
1/2 TL Paprikapulver (edelsüß)
Saft 1/2 Zitrone
1/2 Strauß grobblättrige Petersilie

Zubereitung

  • Die Kartoffeln schälen in grobe Würfel schneiden, waschen, sehr gut abtropfen lassen.
  • Aus den restlichen Zutaten (bis auf die Petersilie) in einem Schälchen die Marinade zusammenrühren
  • In einer großen Schüssel die Kartoffeln gründlich mit dem Harissa-Öl vermengen und dann rasch (sie sollen kein Wasser ziehen) auf einem mit Backpapier ausgelegtem Blech ausbreiten. Die gewürzten Kartoffeln sollen dabei in einer Ebene und nicht gestapelt liegen.
  • Im vorgeheizten Backofen (Umluft) bei 200° für 35-45 Minuten (das ist auch ein wenig abhängig davon, wie groß eure Würfelchen sind) auf mittlerer Schiene backen, bis sie gar sind und anfangen zu bräunen. Zwischendrin bitte die Batata Harra wenden und Feuchtigkeit aus dem Ofen entweichen lassen.
  • Sind die scharfen Ofenkartoffeln fertig, das Blech aus dem Ofen nehmen frische, grob gehackte Petersilie unterheben, in eine Schale geben und direkt servieren und aufknuspern.
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Werbung: yumtamtam – ein neuer Kochkanal auf Youtube

Yum-…bittewhat?  Eigentlich ist es ganz simpel, nur ein bissel Denglisch. yumtamtam – der Name eines neuen Kochchannels auf Youtube – setzt sich aus dem englischen “yummy” (= lecker) und “Tamtam” zusammen und bedeutet eigentlich: Leckeres Futter – aber eben ganz ohne großes Tamtam und riesigen Wirbel.

Yumtamtam
Kochkanäle gibt es ja inzwischen einige auf Youtube, mitsamt einigen ziemlich coolen kulinarischen Skurilitäten (wer da etwas abtauchen möchte, dem sei zum Beispiel auch noch der Black Metal Vegan Chef ans dunkle Herzchen gelegt, der seine Rezepte ins Mikro growlt – oder der Vegan Zombie, der mit veganen Rezepten gegen die Zombiekalypse anbrutzelt. Dazu gibt’s übrigens auch ein Kochbuch.)  Dass solche Online-Shows der herkömmlichen TV-Landschaft mit den ewig gleichen am Herd herumstehenden old white Dudes, problemlos den Rang ablaufen, geht inzwischen einigen Medienmacher/innen auf.

Vor ein paar Wochen wurde jetzt also yumtamtam gelauncht. Dahinter steht Edeka, so weit ersichtlich halten sie sich mit Product Placement aber wirklich wohltuend zurück. Im Vordergrund stehen die drei Moderator/innen Felicitas Then (Fernsehköchin & Foodbloggerin), Melissa Lee (japanlastige Berliner Designerin & Youtuberin – ick sach nur Kawaii, Sushi-Kuschelkissen & rosa Einhörnchen) und Felix Denzer (bärtiger Student, der ganz nebenbei unter dem Namen “Fewjar” zusammen mit seinem Bruder ziemlich nette Musik macht).

Kochkanal YumtamtamYumtamtam

Um es mal so altbacken zu sagen: Das Zielpublikum liegt eher im jüngeren Segment. Gezeigt wird hier, dass man bei akutem Hunger eben nicht zum ollen Käsebrot, Lieferdienst oder zur gelbroten Tüte mit seltsamen Zusatzstoffen greifen muss, sondern selbst zum Kochlöffel greifen kann. Die Rezepte  sind schnell, lecker, cool aber angenehm bodenständig und nicht total abgedreht. Nebenbei gibt es auch Folgen mit Wissenswertem/Lifehacks/Challenges/Experimenten zu Lebensmitteln, Tipps zur Resteverwertung und den einen oder anderen intelligenten Spruch. Die Kameraführung sorgt bei mir zwar stellenweise zu sanfter Seekrankheit und die erste Folge ist zum Einstieg arg gescriptet und kostet ein klitzekleines Bissel von der Glaubwürdigkeit & Authentizität, die gewollt sind, aber ich verbuche das mal unter Kinderkrankheiten, die sich auswachsen werden. Ich denke, die Show  hat wegen ihrer Vielseitigkeit, den durchaus sympathischen Moderator/innen und ihrer Art echtes Potential und versucht auch die Nutzer/innen aktiv einzubinden. Mal sehen, wie sich das alles entwickeln wird. Ich phantasiere derweil dann mal von einem netten Eiscreme-Sandwich – gut, dass es heute in Berlin nicht ganz so warm ist. 😉

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