Frühlingslust: Schnelle Bärlauchbutter

Draußen zwitschern die Vögel, alles in der Natur scheint vor grüner Kraft nahezu zu bersten und zu knopsen. Und bei diesem Rezept dürft ihr dann ebenfalls frühlingshaft vor euch hin trällern, während ihr – hoffentlich von einem vorwitzigen Sonnenstrahl abgetroffen – mit der Gabel lustvoll durch die Butter pflügend, gleich noch ein paar winterliche Aggressionen loslassen könnt. Therapeutische Butter sozusagen.OLYMPUS DIGITAL CAMERADieses schnell zu machende Rezept für die leckere Kräuterbutter habe ich gestern in grober Erinnerung an eine Gewürzbutter zusammengerührt, die die liebste Freundin letztes Jahr zu meinem Geburtstag hergestellt hatte. (Ich meine mich zu erinnern, dass es im Zusammenhang mit dem Genuss der Bärlauchbutter damals auch zu einem spontanen, aber unerwiderten, Heiratsantrag kam… ;))

OLYMPUS DIGITAL CAMERABeim Versponnenen Salon am gestrigen Samstag kam diese Variante jedenfalls hervorragend an. Konnte gar nicht so schnell gucken, wie das halbe Stück Butter auf dem knusprigen Zwiebelbrot landete. Note to myself: Nächstes mal die doppelte Menge machen.
Holt euch also etwas Frühlingsfrische aufs Brot. Zum gemütlichen Osterbrunch passt die grüne Butter, die wirklich unkompliziert zu machen ist, auch ganz hervorragend.Kräuterbutter-selbermachenRezept für Bärlauchbutter

125 g Butter (weich/zimmerwarm)
30 g frischer Bärlauch (ca. 10 große Blätter)
1/2 TL Fleur de Sel
1/4 TL getrocknete Zitronenschale (gerne auch frisch geriebene Schale von Bio-Zitrone)
1/8 TL frisch gemahlener Schwarzer Pfeffer

Zubereitung

  • Den Bärlauch waschen, trocken tupfen, die Stängel entfernen.
  • Die geputzten Bärlauchblätter mit einem Wiegemesser oder einem scharfen großen Messer fein hacken.
  • Die weiche Butter, die Gewürze und den feingehackten Bärlauch in einer Schale mit einer Gabel gründlich vermengen. Aufgrund der Feuchtigkeit des Bärlauchs, kann die Butter am Anfang etwas widerspenstig sein, das gibt sich aber schnell.
  • In ein Schälchen geben & dazu knuspriges, frisches Brot servieren.
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Thymiansirup – meine Geheimwaffe gegen Husten

Ja, heute ist Newroz und der Frühling beginnt. Ein Blick in meinen kleinen Berliner Schattengarten, wo zwischen matschigem Grau gerade alles anfängt zu knopsen, sich zartgrün und blühend in den Himmel und die so herrlich andere Luft zu recken und vor Leben gerade zu zu bersten, bestätigt dies. Kalt ist es dennoch noch ab und zu und leicht ist man verkühlt und grippt dann doch wieder vor sich hin.

Rezept-Thymiansirup-kDiesen Hustensirup aus Thymian koche ich jedes Jahr, der Liebste schwört bei tiefsitzendem Husten darauf. Der Sirup schmeckt quasi wie flüssiges Hustenbonbon und soll antiseptisch, infektionshemmend und schleimlösend wirken und Schluckbeschwerden lindern. Das Schöne daran, in der gut sortierten Hexenküche findet man im Grunde alle Zutaten reichlich im Gewürz- bzw. Teeregal.
Ich habe den Thymiansirup wirklich schon oft gekocht, einmal sogar – anlässlich eines Liverollenspiels für Ferienkinder zum 100jährigen Bestehens des Duisburger Stadtmuseums  – als Druidin eines Keltenstammes auf einem Lagerfeuer. Es hatte die ganze Woche immer wieder geregnet und unsere sich den ganzen Tag im Freien aufhaltenden Stadtkinder husteten schon verdächtig vor sich hin… ;)
Wenn ich schlau bin und besonders viel Zeit habe, koche ich ihn in größerer Menge sogar auf Vorrat. Dank dem hohen Zuckeranteil hält er sich – noch heiß in sterilisierte Gläser gefüllt und gut verschlossen -  in der Vorratskammer hervorragend. Nach dem Öffnen sollte er im Kühlschrank gelagert werden. Bis jetzt ist er mir auch noch nie auskristallisiert, wer da Bedenken hat, kann ja einfach einige Spritzer Zitronensaft mitkochen.  Das, von mir im Laufe der Jahre leicht abgewandelte, Ursprungsrezept stammt aus “Das große Buch der Kräuterheilkunde“*, welches leider nicht mehr verlegt wird. Das schön aufgemachte Kräuterbuch hatte ich mir Ende der 1990er zugelegt und schätze es wirklich sehr.

Warum ich gerade jetzt mit Hustensirup daher komme? Der Grund dafür liegt bei Twitter und dem Versprechen das Rezept abzutippen (was ich im Laufe der Jahre irgendwie schon für zig Leute gemacht und den Text dann wieder verbaselt habe…). Und da ich sowieso letztens darüber gegrübelt habe, ob das Rezept hier her passt, passt es halt grad. Nicht wundern, die Bilder sind zwei Jahre alte Schnappschüsse.

Thymiansirup gegen Husten
(Dosierung: 2-3 TL, 3-6 x täglich)

900 ml Wasser
450 g flüssigen Honig
15 g getrockneter Thymian
8 g getrockneter Salbei
8 g getrocknete Kamillenblüten
2 TL Fenchelsamen
1 TL Anissamen
1 TL gemahlener Ingwer
10 – 15 Gewürznelken

Zubereitung

  • Die Kräuter grob zerkleinern, bzw. im Mörser anstampfen, so dass sich die Gewürze öffnen. Es muss allerdings kein feingeriebenes Pulver sein.
  • Die Kräuter zusammen mit dem abgemessenen Wasser in einen Topf geben, einen gut schließenden Deckel darauf setzen und 20 Minuten leicht köcheln lassen.
  • Den Kräutertee durch ein feines Sieb abseihen. Die ausgekochten Kräuter leicht ausquetschen und dann wegwerfen.
  • Den starken Kräutertee zurück in den Topf geben und nun ohne Deckel köcheln lassen, bis sich die Menge des Absuds auf 200 ml reduziert hat.
  • Den Honig hinzufügen, unter Rühren kurz aufkochen. Die Flüssigkeit sollte jetzt sirupartig sein.
  • Noch heiß in ausgekochte Flaschen oder Schraubgläser füllen, verschließen, umgedreht auf ein feuchtes Tuch stellen. Nach dem Abkühlen etikettieren und in die kühle, dunkle Vorratskammer stellen.

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Kleiner Disclaimer: Dieses Hausmittel gegen Husten ersetzt natürlich nicht den Gang zum Arzt.  Thymian in starker Konzentration sollte außerdem bitte nicht in der Schwangerschaft Verwendung finden. Dass Leute mit Allergien die Finger davon lassen, davon gehe ich aus.

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Kleiner Zwischenpieps, 5. Bloggeburtstag & Lesehunger

Gedanklich hänge ich London noch ein wenig nach, feile an dem Beitrag dazu und hänge natürlich schon längst wieder in der Arbeit. Ab nächster Woche gibt es dann wieder Artikel hier. So lange lasse ich euch ein kurzes Lebenszeichen da und den Hinweis auf den dritten Lesehunger, der am 31.03. ausläuft. Also noch knapp zwei Wochen. Meinen Beitrag dazu habe ich ja mit meinem Rezept für Buchweizenpfannkuchen à la Daddy Langbein in diesem Quartal schon ganz brav in meinem noch recht neuen zweiten Foodblog abgeliefert.

Oh.. übrigens: Heimlich, still und leise ist in diesem März gerade der fünfte Geburtstag am magischen Kessel vorbeigezogen. Trotz dieser stolzen Zahl habe mich diesmal bewusst dafür entschieden, kein eigenes Blogevent auszurufen und Dinge zu verlosen.
Ich würde mich aber wirklich sehr, sehr, sehr freuen, wenn noch mehr Leute Lust darauf haben, ihre Passion für das geschrieben Wort und schöne Bücher in ess- und trinkbare Dinge umzuwandeln, und sich bei meinem Dauerevent Lesehunger beteiligen – auch wenn es Nichts zu gewinnen gibt. (Außer natürlich den Ansporn geniale Dinge aus geliebter Literatur zu zaubern. ;))

Liebe Grüße

Shermin

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Frühstücksspeck & Schokolade? Passt! Double Chocolate Bacon Muffins mit Espresso

Nein, bitte nicht entsetzt davon laufen! Bacon und (Dunkle! Wehe ihr haut da zuckersüße Milchschokolade rein!)  Schokolade sind ein erstaunlich köstliches Duo. Guckt nicht so entsetzt. Bei Karamell und Meersalz verfallen doch auch immer alle in ergebene Verzückung.

Double Chococlate Espresso Bacon MuffinsIch öffne also mal wieder meine aus Zeitmangel leider relativ volle Schublade an noch unverbloggten Dingen und ziehe diese köstlichen Teilchen hervor.  Schokolade und Bacon -  hört ihr da nicht auch sofort den verheißungsvollen Klang in der Zusammenkunft dieser beiden Zutaten?

Wer es wagt, der wird belohnt mit saftig-schokoladigen Küchlein, mit einer sich sanft einfügenden, feinen Salz-Bacon-Note. Nicht aufdringlich, sondern einfach gut. Selbst Skeptiker/innen probierten tapfer und wurden angenehm überrascht. Konnten teilweise kaum glauben, dass da wirklich Frühstücksspeck enthalten ist. Man muss schon etwas gründlicher hin schmecken. Und nach gründlichem Probieren auch noch der Hinweis: Direkt aus dem Ofen schmecken sie auch so hervorragend, aber die Schokoladenglasur aus Zartbitterkuvertüre gehört dennoch sehr passend dazu und sollte nicht weggelassen werden.

Gebackene Mini-GuglWie ihr auf den Bildern seht, habe ich neben einem kompletten Muffinblech auch Gugelhupfformen* aus Silikon benutzt (die fassen ein wenig mehr Teig ist mein Eindruck)  sowie u.a. kleine  Mini-Guglhupf-Pralinenförmchen* aus Silikon. Das habe ich zufällig letztes Jahr beim Experimentieren mit diesem Rezept entdeckt, dass die ja genau so gut Hitze aushalten und sich perfekt als Backformen einsetzen lassen. Ging super und sieht aus wie niedliche Muffinpralinen. Fragt mich nicht warum – diese Entdeckung finde ich irgendwie toll und das macht sich bestimmt auch sehr nett bei einem Buffet, auf einer Kaffeetafel oder als Geschenk… Mir fallen gerade zig Einsatzmöglichkeiten ein! :)

Eine Seltsamkeit besitzen die Chocolate Bacon Muffins übrigens, die mich etwas irritiert hat…. Da es eine ganze Menge war, haben wir sie beim ersten Batch über einige Tage hinweg gegessen. Nach ein paar Tagen machte ich für mich einen sich immer mehr intensivierenden Lebkuchengeschmack aus, während der Bacon in den Hintergrund trat. Total strange und von anderen ebenfalls wahrgenommen – ich wüsste ja wirklich immer noch zu gerne, welche lebensmittelchemischen Hintergründe da drin stecken…

Bacon-Chocolate-Muffins-bskDie meinem Rezept zugrundeliegende Idee für die schokoladigen Bacon Muffins ist von der Seite eines texanischen Zuckerherstellers. Dieser bietet übrigens die firmeneigenen Vintage Kochbücher  (das sind immerhin fast 25 Stück) kostenlos als PDF zum Download an. Führt zu witzigem Rein- und anschließendem Festlesen.

Rezept für Chocolate Bacon Muffins
(circa 20-24 Stück)

12 Scheiben Bacon (Optional: 12 weitere Scheiben zur späteren Dekoration)
270  g Mehl
200 g Zucker
200 g saure Sahne
200 ml kalter Espresso/starker Kaffee
75  g echter Kakao
50 g neutrales Öl
2 Eier
1 TL Natron
1 TL Backpulver
100-200 g Zartbitterkuvertüre

Zubereitung

  • Den Bacon in der Pfanne braun braten und auf Küchenkrepp abtropfen lassen.
  • Alle trockenen Zutaten in einer Schüssel vermischen
  • Alle feuchten Zutaten in einer zweiten Schüssel vermengen und dann zu den trockenen Zutaten hinzugeben.
  • Mit einem Löffel sehr gründlich untermischen. Allerdings nur so lange, bis alles miteinander verbunden ist.
  • Den Bacon mit einem scharfen Messer in Stücken hacken. Hier liegt die Kunst ein wenig darin, ihn nicht zu klein zu schneiden, damit man ihn später noch erschmecken kann, aber gleichzeitig keine riesigen Baconlappen im Gebäck zu produzieren.
  • Den Teig zu 2/3  Höhe in (ausgefettete und ausgemehlte oder mit Papierhülsen bestückte) Muffinmulden geben und bei 175° für circa 15 Minuten backen.
  • Nach dem Abkühlen mit Zartbitterschokolade überziehen.
  • Optional: Gehackten Bacon als Topping auf die noch flüssige Schokolade rieseln lassen.

Und da Bushi mit ihrem Blog gerade in ihr neues Domizil gezogen ist und nach “Winter-Soulfood” fragt, bin ich mit meinen Winterspeck-Double-Chococlate-Espresso-Muffins glaube ich ganz gut dabei.
3 Jahre Bushcooks Kitchen - Blog-Event Winter-SoulfoodDie Teilchen sind so herrlich schokoladig-salzig-baconesk – das passt zu Winterstürmen, heißem Tee, vereinzelten Sonnenstrahlen, langen Spaziergängen und einem herzhaften Biss in den fluffigen Teig.

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Lieblingstasse: Erinnerungen an Schottland

Seit gestern ist der Flug gebucht, das Apartment ebenso,  demnächst geht es nach London. Und das führt mich – auch wenn jetzt alle Schotten entsetzt ob dieses gedanklichen Sakrilegs aufkreischen – in Erinnerung zu unserem letzten und wunderschönen Aufenthalt in Großbritannien: nach Schottland. Anfang 2008 ging nämlich unsere Hochzeitsreise in dieses wunderschöne Fleckchen Welt.

Lieblingstasse aus SchottlandUnd auch wenn das schon ne viel zu lange Weile her ist, irgendwie ist alles immer noch lebendig: Vom Bed & Breakfast in Edinburgh und dem süßen Beagle Maja dort, über die kulinarischen Klassiker Whisky,  (sehr gutes) Haggis, Black Pudding, Potato Scones und Porridge bis hin zu allen möglichen historischen Sehenswürdigkeiten, tollen Galerien, wundervollen Häusern und wildromantisch-melancholischen Ruinen (auf diese Form des schmerzlich-schönen Verfalls stehe ich ja total), Arthur’s Seat, dem Himmelbett in Inverness, langen Frühlingsspaziergängen, dem genialen Bookshop & Café in einer alten Kirche, dem Besuch im Schneegestöber in Culloden, der Moment, wo ich mich und die vorzügliche Leberpastete in einem kleinen Restaurant mit Milchkaffee tränkte, blühende Narzissen, heißes, kokosgefülltes Peshwari Naan beim Inder (ja..  ich habe eine recht kulinarisch bezogene Erinnerung ;)), der Zugfahrt zurück, Glasgow…. es ist einfach… Hach. Da benötige ich nicht mal ein Fotoalbum.

Ganz am Anfang unserer Schottlandreise begegnete mir eine Nessie-Tasse und ich war sofort verliebt. Der Liebste hielt mich allerdings mit allerlei durchaus logischen Argumenten vom Kauf ab (Wir haben noch die ganze Reise vor uns/Die Tasse gibt es doch überall/Willst du die wirklich jetzt schon mitschleppen?/Die geht doch kaputt/Kaufen wir später woanders). Unnötig zu erwähnen, dass Schottland quasi in geschmacklosem Nessie-Merchandise ertrinkt, genau diese Tasse aber nirgends mehr auftauchte. Die Tage vergingen, wir reisten von Edinburgh nach Inverness und mein frisch gebackener Gatte, der ja selbst Tassenliebhaber ist und wusste, dass an diesem Ding mein frisch verheiratetetes Herz hing, fing langsam doch an etwas sehr nervös zu werden…

Nessie TeetasseAls wir dann schließlich  am Ende genau im relativ uninteressanten Loch Ness Exhibition Centre (wo auch sonst?!) meine heißgeliebte Nessietasse vorfanden, hat man die mentale Geröllhalde wahrscheinlich durch ganz Schottland poltern hören. Die nachfolgenden Jahre erfreute mich Nessie fast täglich mit meinem morgendlichen Darjeeling (mal ehrlich: Wer kann denn diesem Blick widerstehen?). Durch veränderte Trinkgewohnheiten und eine momentan anhaltende Kaffeesucht rückte diese Teetasse etwas nach hinten im Tassenschrank, ist  aber weiterhin ein hochgeschätztes und liebes Erinnerungsstück an eine tolle Zeit. Und da sie es verdient hat mal wieder raus zu kommen, darf sie mich heute endlich mal wieder durch den Tag begleiten. In der Tasse ist übrigens koffeinfreier Kräutertee namens “Country Peach Passion”* von Celestial Seasonings zu sehen. Ich bin ja sonst eher Puristin was Tees angeht und lasse wegen schlechten Erfahrungen die Finger vom Früchtetee, aber das hier ist tatsächlich der erste Pfirsichtee, der nicht nur vielversprechend nach Pfirsich duftet, sondern auch tatsächlich sehr angenehm danach schmeckt. Find ich gut. Vertrage ich auch sehr gut. Schmeckt sogar mit einem Tröpfchen Milch. Und kann ich mir hervorragend als aromatische und koffeinfreie Eisteebasis für den Sommer vorstellen. Sehr spannend auch, dass die Teemischung tatsächlich mit Kamille gemacht ist.

Und falls noch jemand persönliche Erfahrungen & Tipps für London (sehr, sehr gerne auch kulinarischer Natur, aber nicht zwingend) hat – ich freu mich über weitere Infos in den Kommentaren!

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