Berliner Freestyle-Küche, quer durch Kontinente & Zeitzonen

Apfelgelee mit Whisky – Es gibt was auf die Bemme!

Fröstelnd sitze ich an meinem Schreibtisch und kuschle  mich an meine warme Tasse mit Tee. Es ist unleugbar: Es herbstelt gar sehr. Und gleichzeitig steigen natürlich im Foodblog die Suchanfragen für Apfel- und Quittenrezepte. Mein erster Apfellikör in diesem Jahr ist übrigens schon fast ausgetrunken und der Mirabellenlikör wartet darauf, endlich abgeseiht und verfeinert zu werden.

Erntezeit: Rezept für Apfelgelee mit WhiskyTapse ich in die Küche, um meinen Teepott aufzufüllen, empfängt mich dort der Duft von von der Handmaid gemundraubten Apfel- und Birnenquitten, die demnächst zu Quittenlikör und anderen Köstlichkeiten transformiert werden sollen.

Früchte, Marmeladen & Gelees mit Whisky

Überhaupt.. die Kombination Alkohol und Früchten begeistert ja recht viele. Die Saison für Brombeeren ist in diesem Jahr zwar vorbei, aber ich mag euch dennoch nochmal mein Rezept für Brombeerlikör mit Whisky ans Herz legen. Äpfel und Whisky sind auch so ein gefühlter Klassiker, weswegen ich beim diesjährigen Einkochen der guten Bio-Äpfel aus dem Schrebergarten einer lieben Nachbarin auch genau hierzu gegriffen habe.
Den Apfelsaft habe ich wieder aus ausgekochten Bio-Apfelschalen, also den Resten der Apfelmusproduktion, hergestellt. Hier geht es zur Anleitung in meinem Projekt Komplettverwertung Einkochen.

Erntezeit: Rezept für Apfelgelee mit WhiskyDas Ergebnis variiert natürlich je nach Apfelsorte, meine Kornäpfel waren erstaunlich duftig und aromatisch. (Nicht irritieren lassen, der ungesüßte Saft schmeckt natürlich erstmal etwas flach). Da ich noch wunderbaren, sehr herben und säuerlich-fruchtigen Bio-Apfelsaft aus Südtirol da hatte, habe ich die Saftmenge damit ein wenig ergänzt. Man kann also auch gut mit gekauften Säften arbeiten, dann aber bitte keinen supersüßen Discounter-Apfelsaft wählen, sondern eine sehr herbe, unsüßere Variante. Das Gelee ist so schon süß genug.
Mit dem Whisky war ich recht vorsichtig. (Es ist ja Apfelgelee mit Whisky und nicht Whiskygelee mit Apfel. ;)) Er ist eben eine zarte Note, die als wahrnehmbares aber nicht zu dominantes Aroma im Hintergrund schwebt. Je nach verwendeter Sorte und geschmacklicher Intensität können da gerne noch 10-30 g ergänzt werden. Tastet euch vielleicht ran, Gelee kann ja durchaus zwischendurch abgeschmeckt werden. Der Hauch verwendeter Zimt ist genau das – ein kaum wahrnehmbarer Hauch, der sich einfügt.

Rezept für Apfel-Whisky-Gelee #einkochenRezept für Apfelgelee mit Whisky

1000 ml Apfelsaft (ausgekocht aus Schalen oder gekaufter Apfelsaft (nicht zu süß!))
30 g Whisky
1/8 TL Ceylon-Zimt
550 g Gelierzucker 2:1
Saft 1/2 Zitrone

Benötigtes Equipment: Ausgekochte Schraubgläser, Kelle, Einfülltrichter*, feuchtes Küchenhandtuch

Zubereitung

  • Alle Zutaten in einen Topf geben und bei starker Hitze und unter stetem Rühren aufkochen.
  • Mindestens drei Minuten lang kochen lassen, der Gelierzucker sollte wirklich gelöst sein. Bei Bedarf den sich bildenden Schaum abschöpfen.
  • Das fertige Gelee noch heißt mit einer Kelle und durch einen Marmeladentrichter (so bleibt der Rand der Gläser schön sauber) in die ausgekochten Schraubgläser füllen.
  • Direkt verschließen und umgedreht für ein paar Minuten auf ein feuchtes Tuch stellen. (Wer möchte, dass das Gelee länger haltbar ist, kann die verschlossenen Gläser nochmals zusätzlich einkochen.)

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Tarte au Chocolat – aus dem Vorratsschrank

Ihr Lieben, eigentlich sollte jetzt hier das nächste Apfelrezept (Apfelgelee mit Whisky.. mh…) stehen oder das nächste Rezept für selbstgemachten Süßkram zu Halloween (Schimmelecken! Freut euch drauf!). Aber.. mich hat pünktlich vorm Wochenende ein wunderschöner Infekt erlegt, was die noch unfertigen Artikel noch etwas länger unfertig herumliegen lässt.

Schokoladenkuchen mal anders: Rezept für französische Tarte au Chocolat
Kuchen mit Zutaten aus der Vorratskammer

Schatzsuche im Vorratsschrank – Dauerevent Dafür habe ich in einem Anfall von “Schokolade!!” eine schnelle Tarte au Chocolat gebacken und kann euch damit leicht benebelt vom Sofa aus zufaseln.
Und kennt ihr das wenn man krank ist? So diese kurzen, verführerischen Hochphasen dazwischen, wo man mit fiebrig-glänzenden Äuglein denkt, es ginge einem jetzt wieder voll-doll-supi-dupi gut? Jaha…! Einer solchen trügerischen Phase und meinen Überredungskünsten gegenüber dem Herzmenschen haben wir diese Version dieses wunderbar einfachen und simplen französischen Kuchens zu verdanken.

Nachdem ich leicht bedröhnt stundenlang am Rezept herumgrübelte und feilte und alle Argumente nix brachten, setzt der Liebste hoffnungsvoll auf  “Wir haben ja eh nicht genug mehr genug Zartbitterschokolade für sowas im Haus.”, um mich von meinen Plänen abzubringen. Es war Feiertag und alle Geschäfte geschlossen. “Stimmt ja gar nicht!” röchelte ich siegessicher und durchkramte die Vorratskammer und halb geheimen Schokoladenbunker.

Verdammt! Fast hatte er Recht. Aus verschiedenen Quellen kratzte ich dann aber tatsächlich noch genau die benötigten 200 g Zartbitterschoki zusammen, die ich für den Guss haben wollte und griff mir ein Päckchen H-Sahne vom Vorratsregal. Was den Kuchen als perfektes Objekt für Magentratzerls Dauerevent “Schatzsuche im Vorratsschrank” klassifiziert.
Und als besonderen Bonus habe ich sogar noch die seit Monaten hinten im Kühlschrank wohnende britische Orangenmarmelade einbauen können. Auf Brot ist sie nicht ganz mein Fall, aber hier, in Kombination mit dem süßen, buttrigen Mürbeteig und der sahnigen, dunklen Schokolade schmeckt sie als sanft fruchtig-herb-aromatische Zwischenschicht einfach genial.
Die Grundzutaten zur Tarte au Chocolat finden sich wirklich fast in jedem Vorratsschrank bzw. Kühlschrank: Mehl, Zucker, Butter, Zartbitterschokolade, Sahne und Marmelade – wobei letztere Zutat optional ist. Der Kuchen muss auch nicht ewig backen. Nur dem Boden wird diese Aufmerksamkeit zuteil, Der Guss wird erhitzt, dann auf den Kuchen gegossen und darf dann abkühlen.

Passend zum Schatzsuche im Vorratsschrank gibt es bei mir auch nur schnelle, grisselige Schnappschüsse mit dem Handy, die ich auf Instagram hochgeschossen hatte, und keine Bilder von der guten Kamera. Zu müde, zu fertig. Und wie zu sehen, war ich auch noch zu ungeduldig (und hungrig) und der Guss ist noch nicht ganz fest gewesen (aber dennoch so unglaublich lecker ;)). Aber nun ab zum Rezept.

Französischer Schokoladenkuchen: Tarte au ChocolatRezept für Tarte au Chocolat
(für eine klassische Tarte-Form von ca. 28 cm Durchmesser)

Teig (Grundrezept süßer Mürbteigboden)
200 g Mehl
100 g Butter (kalt, in Stückchen)
70 g Puderzucker
2,5 EL Eiswasser (35ml)

Füllung
2-3 EL Orangenmarmelade*
200 g Sahne
200 g Zartbitterschokolade
1/8 TL gemahlene Vanilleschote

Zubereitung

  • Die Zutaten des Teig zügig in einer Küchenmaschine miteinander verkneten. Der Teig ist erst krümelig, wird beim weiteren Kneten dann aber wie leicht feuchte Knetmasse, die sich gut vom Schüsselrand löst.
  • Den Teig abdecken und für 30 Minuten im Kühlschrank ruhen lassen.
  • Teig nochmals kurz in Form bringen und zwischen zwei Schichten Backpapier zu einem Kreis ausrollen, der etwas größer als die Tarteform ist.
  • Den Teig in die Form geben (wer keine beschichtete Tarteform* nutzt, sollte sie vorher ausbuttern), am Rand sanft zurecht drücken und dann im vorgeheizten Ofen bei 200° (Umluft) für 15 Minuten blind backen. (Wer das nicht kennt: Backpapier auf den Teig legen und mit Hülsenfrüchten beschweren, damit er keine Blasen bildet.)
  • Die Marmelade glatt rühren, den goldbraun gebackenen Boden aus dem Ofen nehmen und direkt damit bestreichen (ging mir einem Löffel besser als mit einem Pinsel).
  • Während der Boden etwas runterkühlt, die Sahne mit der Vanille aufkochen, Hitze reduzieren und die in Stücke gebrochene Schokolade hinzu geben und unter Rühren vorsichtig schmelzen lassen und vollständig lösen lassen.
  • Den Guss auf den vorbereiteten Boden geben. Abkühlen lassen und dann zum weiteren Festwerden für ein paar Stunden in den Kühlschrank geben.

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Halloween: Toxic Cupcakes (Gefüllte Schokoladencupcakes mit Cream Cheese Icing)

Ich bin ja nun nicht gerade die genialste Törtchen-Deko-Heldin unter dem Berliner Himmel… (eigentlich so gar nicht… )

Halloweenrezept Toxic Cupcakes - SchokoladenCupcakes, gefüllt mit grünem Schleim (Grundrezept Schokocupcakes mit Puddingfüllung und Frischkäsefrosting)Aber nachdem ich dieses hübsche und köstliche Halloweenrezept für Cucpcakes entwickelt, mehrfach testgebacken und meiner bekloppten Spritztülle das Cream-Cheese-Icing abgerungen hatte, rückte ich mein virtuelles Krönchen als Halloween-Queen zurecht und hatte quasi meinen Halloween-Kampfnamen gefunden. Darf ich damit meinen offiziellen Krönungsnamen vorstellen?
Bitte sehr: Toxic Cupcake, die I. (Nein, die bunten Bilder dazu im Kopf gehören euch ganz alleine… ;))

Schokoladencupcake mit Cream Cheese Frosting und PuddingfüllungLebensmittelfarbe – alles schön bunt!

Für diese wunderbaren Schokoladencupcakes mit einer Füllung aus eingefärbtem Orangenpudding – übrigens würde jede andere Füllung auch wunderbare funktionieren, zum Beispiel mit Kirschen – bin ich tief – sehr tief – in die Farbkiste gefallen und habe mir (dezent entnervt von früheren Käufen) die richtig bösen, intensiven Lebensmittelfarbtöpfchen von Wilton (6er Set Gelfarben im Regenbogenmix)* zugelegt. Jepp, das sind die mit den Azofarbstoffen, in diesem Falle glaube ich Azorubin. Es sollte also jeder selbst abwägen, ob er sowas einsetzen und vielleicht seinen Kindern servieren möchte. Allerdings kann hier, im Gegensatz zu anderen Produkten, mit denen ich bisher herumprobiert habe, sparsamst und tröpfchenweise dosiert werden. Ich war wirklich fasziniert wie farbintensiv, ergiebig und simpel die Farben anzuwenden waren. Ihr seht, die böse (Chemie-)Seite hat mich zu Halloween vollkommen in der Gewalt.

Halloweenrezept: Schokoladencupcakes, gefüllt mit toxisch-grünem Schleim #HalloweenRezept für gefüllte Schokoladencupcakes mit Frischkäse-Icing

Wer nicht zu den Farben greifen oder die Cupcakes schlicht außerhalb der Saison machen will, kann die Füllung natürlich variieren. Ich fülle den gebackenen Schokoladenteig hier mit einem relativ säuerlich-fruchtigen Pudding aus Orangensaft und gemahlener Vanille. Das passt beim Reinbeißen als toxischer Schleim hervorragend zu dem süßen Teig und dem süßen Icing. Eine Füllung aus eingelegten Kirschen – zu Pudding eingekocht – kann ich mir aber ebenso hervorragend vorstellen wie zum Beispiel einen simplen Vanillepudding. Und auch die Frischkäsecreme muss ja nicht eingefärbt sein, sondern kann natürlich bleiben. Oder man kann sie mit einem Teelöffelchen echtem Kakao auf eine unschädlichere Art einfärben..

Grundrezept Schokoladenmuffins / Schokoladencupcakes - gut, um später gefüllt zu werden.Ich habe mich zum ersten Mal an gefüllte Cupcakes herangetraut und war überrascht, wie relativ simpel diese herzustellen sind: Aufsäbeln, etwas aushöhlen, füllen, Deckel drauf, Schnittkante unter Cremezeug verstecken, auffuttern. 😉 Im Nachfolgenden findet ihr wie immer eine fotografische Step-by-Step-Anleitung begleitend zum Rezept für die mit grünem, toxischen Schleim gefüllten Schokoladencupcakes mit Frischkäse-Butter-Icing. Aber jetzt: Ran an die Rührschüssel!

Wie füllt man Cupcakes? / How to make filled Halloween-CupcakesHalloween-Rezept: Toxic Cupcakes
(12 Stück)

Teig:
250 g Mehl
175 g Zucker
50 g echter Kakao
1 1/2 TL Natron
1 Prise Salz
2 Eier (L)
200 g Saure Sahne
50 g Milch
100 g neutrales Öl

Füllung:
500 ml Orangensaft (100% Frucht)
30 g Stärke
30 g Zucker
1/8 TL gemahlene Vanille (alternativ: 1/2 ausgekratzte Vanilleschote)
Lebensmittelfarbe (Optional. Hier: Blau mit einem Hauch Grün)

Frosting:
300 g Frischkäse
100 g Butter (weich)
100 g Puderzucker
Lebensmittelfarbe (Optional. Hier: Frosting halbiert und je gefärbt mit Grün und Violett)
Zuckerperlen* zum Verzieren (optional)

Equipment: Zahnstocher (um die Farbe tropfenweise einzuarbeiten), 12er Muffinblech, Muffin-Papierhülsen*, Spritztülle*

Zubereitung

  • Für den Teig in einer Backschüssel alle trockenen Zutaten miteinander vermengen. In einer zweiten Schüssel alle feuchten Zutaten gründlich verrühren.
  • Nun die feuchte Mischung zu der trockenen geben und schnell und gründlich unterarbeiten. Das geht mit einem Löffel wunderbar schnell.
  • Das Muffinblech mit den Muffinhülsen bestücken und großzügig zu 2/3 mit dem Teig füllen.
  • Bei 175° (Umluft) für 20-25 Minuten backen. An die Stäbchenprobe denken. Vorsicht, dass der Kuchenteig nicht zu trocken wird. Die kleinen Kuchen abkühlen lassen.
  • Für den Pudding ein paar Esslöffel des O-Safts abnehmen und damit die Stärke anrühren.
  • Den restlichen Orangensaft zusammen mit der Vanille und dem Zucker (dieser muss sich lösen) aufkochen.
  • Den Saft vom Herd nehmen, die Stärke untermischen und dann nochmals für 2 Minuten bei geringer Temperatur und unter ständigem Rühren aufkochen lassen.
  • Den Orangenpudding abkühlen lassen und mit der Lebensmittelfarbe nach Gebrauchsanweisung (bei den verwendeten Gelfarben tröpfchenweise via Zahnstocher) zu einem toxisch-grün-leuchtenden Schleim einfärben. Dank dem gelben Orangensaft, habe ich hier zu Blau und einem Tupfer Grün zur Abrundung gegriffen.
  • Für das Frosting: Mit einer Küchenmaschine oder – wegen der geringen Menge – von Hand mit einem Schneebesen die weiche Butter aufschlagen und den Puderzucker einarbeiten.
  • Erst danach den Frischkäse untermischen. Die Frosting-Masse nach Wunsch aufteilen, mit Lebensmittelfarbe einfärben und in Spritzbeutel zur späteren Benutzung füllen.
  • Das Füllen & Verzieren der Cupcakes: Bei den abgekühlten Kuchen jeweils oben flach einen Deckel abschneiden, mit einem Teelöffel den Muffin etwas aushöhlen (nicht durchgehend bis zum Boden, Reste an hungrig lauernde Familienmitglieder und Freund verfüttern) und bis zum Rand der Öffnung mit dem Pudding füllen, das funktioniert mit einem Teelöffel prima. Deckel aufsetzen und das Icing mit einer Spritztülle auftragen. (Ihr könnt das sicher schöner als ich.)
  • Verschlossen in einer Dose im Kühlschrank halten sich die kleinen Schokoladenküchlein auch wunderbar bis zum nächsten Tag und könnten so entspannt am Vortag hergestellt werden, bevor man sie kleinen und großen Hexen, Zombies und Zauberwesen bei einer Halloweenparty zum Fraß vorwirft.

Edit: An dieser Stelle findet sich jetzt eine stets aktuelle Übersicht über all meine Halloween-Rezepte und Halloween-Bastelideen.

Banner-halUnd da mich Tanja von Rock & Owl lieberweise darauf aufmerksam gemacht hat, nehme ich mit meinen Toxic Cupcakes noch ganz schnell an ihrem coolen Halloween-Event teil. 😀 Spread the love.. äh.. the creep! 😉

 

 

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Ich bin lesehungrig… No.8!

Der Sommer ist in Windeseile an uns vorbei getanzt und schwupps, steht der Herbst im Wohnzimmer und bringt perfekte gemütliche Lesezeit mit. Ein guter Zeitpunkt, um euch die Zusammenfassung für das achte bücherbesessene Quartal zu servieren.

Lesehungrig: Zusammenfassung No. 8 #bücher #bücherliebe #books #food

Eine Übersicht und aktuelle Banner (die habe ich nämlich alle überarbeitet, geht bitte mal gucken, was da jetzt für hübsche Sachen zu finden sind) über alle lesehungrigen Veranstaltungen bisher, findet ihr übrigens hier im Lesehungrig-Originalartikel. Dort ist auch genau erklärt, wie ihr beim nächsten Mal teilnehmen könnt, ich freue mich sehr auf eure bücherverfressenen Umsetzungen.

Lesehungrig-Banner-türkis-SB

Diesmal sind fünf Bücher zusammengekommen – es zeichnet sich immer mehr ab, das viele vor allem von spannenden Krimis inspiriert werden. Ganz am Ende gibt es noch ein halloweentaugliches Rezept und wir haben diesmal eine Premiere, denn zum ersten Mal ist ein Kinderbuch mit in der Bücher-Vorstellungsrunde dabei. Und, kleine Anmerkung für mich: Das nächste Mal die Zusammenfassung nicht mit leerem Magen schreiben, der knurrte nämlich beim Anblick all der Leckereien (Ah! Pflaumenkuchen! Huuu, Käsebrot! Naaaain, Eierkuchen!!) ganz gewaltig und war nicht nur mit Worten zu sättigen.

Also, wie immer viel Freude am Lesen und Nachkochen und auf bald. Ich freue mich, von euch zu hören und auf eure wunderbar bibliophil-kulinarischen Ideen. Bleibt lesehungrig!

Eure Shermin

Münsterland-Struwen Sabine brät in ihrem Blog Struwen aus dem Münsterland/dem Rheinland. Bei diesem in der Pfanne gebratenem Hefeteig handelt es sich um eine Art dicker Pfannkuchen, die seit gut 1000 Jahren in der Region als Karfreitagsgericht nachgewiesen sind. Inspiriert zu diesem traditionellen Gericht wurde sie von dem Kriminalroman „Phönixkinder“* von Christina Drews. Wie man in Sabines Rezension lesen kann, ist das schon der zweite Band der im Münsterland spielenden Serie.
 

 

 Rügen-Krimi Und auch Ulrike hat sich mit „Hafenmord“’ von Katharina Peters einen regionalen Krimi geschnappt. Hier ermittelt Komissarin Romy Beccare, eine Münchnerin mit italienischen Wurzeln, die es nach Rügen verschlagen hat. Als sich in einer Fischfabrik in Sassnitz eine Leiche anfindet, wird dort auch kurz danach das über 20 Jahre alte Skelett einer Frau gefunden und die Ermittlerin resit zur Lösung der Fälle kreuz und quer über die beliebte Ferieninsel. Bestimmt erkennt auch ihr etliche Orte wieder. Ulrike greift zum im Buch erwähnten Käsebrot mit Rügener Badejungen (nein, kein Kleinkind auf Bemme, sondern eine Käsesorte) und bäckt als Queen of Sauerteig eigens dafür ein Roggenmischbrot mit Hafer.
 

 

 Grüne Sauce wie Goethe sie mochte Bei Clia wird es klassisch. Sie erinnert sich an die Ballade „Der Zauberlehrling“ von Goethe (den wir trotz allgemeiner Goetheflut im Deutschunterricht seltsamerweise nie behandelt haben, dafür kann ich andere im Schlaf vor mich hin murmeln… ;)) und fragt sich, was wohl im Zauberkessel vor sich hin blubberte. Das Gedicht gibt es nicht preis, aber zumindest vom großen Dichterfürsten ist laut Clia überliefert, dass er eine ausgeprägte Schwäche für Grie’ Soß hatte und die kredenzt sie dann auch für uns.
 

 

 Zwetschgendatschikomplott „Zucker macht glücklich!“, zitiert Daniela und erfreut uns mit bayrischem Zetschgendatschi und bayrischem Zungenschlag. 🙂 Das passt ja sogar gerade noch in die Saison. Und natürlich wird neben dem Vertilgen von Pflaumenkuchen ebenfalls ausgiebigst kriminalisiert. Das Rezept hat sie nämlich aus dem Provinzkrimi „Zwetschgendatschikomplott“* von Rita Falk – der schon der sechste Band in dieser Serie ist. Dem Münchner Ermittler Eberhofer Franz fällt nämlich ein abgetrennter Frauenfinger in die Hände und führt – zu bester Oktoberfest- und Wies’n-Zeit – zu drei ermordeten Damen im Dirndl. Und da ist ja gerade wirklich die perfekte Lesezeit getroffen.
 

 

 Eierkuchen aus dem Kinderbuch Petterson und Findus Wie schon angekündigt, gibt es diesmal eine kleine Premiere, das erste Kinderbuch bei „Ich bin lesehungrig…!“ (Warum eigentlich jetzt erst? :D)
Das Patenkind der Gourmandise ist zwei Jahre alt geworden und bekam zum Geburstag „Kennst du Pettersson und Findus?*“ geschenkt. Ein stabiles Pappbilderbuch mit schöner Suchgeschichte (auch kleine Kinder werden also richtig eingebunden und können sich beteiligen) und einem Rezept für köstliche gerollte Pfannkuchen mit Himbeermarmelade. Na, wer da nicht schwach wird…!
 

 

 Rat-on-a-stick-pratchett Das lesehunrige Blogevent wird in diesem Quartal von mir und einer ganz besonderen Spezialität abgerundet – Ratte am Spieß (rat on stick) mit Ketchup! Wer kann diesen Augen schon widerstehen? Dieses zwergische Rezept, das man natürlich auch perfekt zu Halloween in unseren Breitengraden nutzen kann, ist als essbare Umsetzungdie meine persönliche Hommage an einen der besten Autoren der Gegenwart: TerryPratchett, der leider Anfang des Jahres verstarb. Ja, es ist „nur“ Fantasy, aber meiner Meinung nach ist dieses Genre sowieso gewaltig unterschätzt und zum anderen versteht es niemand so perfekt, pointiert und humorvoll den Finger auf die menschlichen Schwächen zu legen. Ach, lest einfach, was ich dazu geschrieben habe und steckt eure Nase in eines seiner wundervollen Bücher. „Helle Barden“* (in der Übersetzung von Andreas Brandhorst) zum Beispiel, da gehen Angua und Karotte in Ankh Morpok diese Spezialität dinieren. 😉
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Erntezeit: Rezept für Apfellikör

Der Sommer altweibert hoffentlich noch ein wenig vor sich hin, doch wir können es nicht leugnen: Der Herbst hat sich irgendwie eingeschlichen. Und während ich gedanklich noch im Hochsommer schwitze und versuche meinen Körper mit den so plötzlich kühlen Temperaturen in Einklang zu bringen, könnt ihr ja mal ein Schnäpperken zu euch nehmen, ne?

Erntezeit & Apfelliebe: Rezept für Apfel-Vanille-Likör mit Grappa

Projekt Komplettverwertung der Frucht

Und wie auch schon im letzten Jahr, als es bei mir um Quitten und Äpfel ging (hinter dem Link verbergen sich Rezepte für Quittenkompott, Quittengelee, Apfelgelee, Quittenlikör sowie Quitten- & Apfel-Limonadensirup), habe ich auch in diesem Jahr versucht wieder möglichst alles an der Frucht nutzbringend in den Topf wandern zu lassen. Wie schon im Vorjahr habe ich von einer Nachbarin Bio-Klaräpfel aus ihrem Schrebergarten bekommen.

Angesetzter Apfellikör/FruchtlikörErntezeit & Apfelliebe: Rezept für Apfel-Vanille-Likör mit GrappaDiese sehr frühen Äpfel könnt ihr aber problemlos durch spätere Sorten, die jetzt  reifen, ersetzen. Beim Einkochen meines Apfelmuses mit Honig und Vanille dufteten mich die Schalen so aromatisch an, dass ich spontan ein paar frisch abgeschälte aus dem Kochtopf stibitzte, die dort eigentlich zusammen mit den Apfelgriebschen für Apfelgelee mit Whisky ausgekocht werden sollten, und kurzhand in den einzigen relativ neutralen Alkohol warf, der sich hier noch fand: Grappa.

Selbstgemachter Likör mit ÄpfelnGeschenk aus der Küche: Erntezeit & Apfelliebe: Rezept für Apfel-Vanille-Likör mit Grappa
Apfellikör – woraus gemacht?

Natürlich müsst ihr nicht nur die Schalen verwenden. Auch Apfelgriepsche oder sogar richtige Apfelstücke können zusätzlich in den Alkohol wandern . Ich hatte mit meiner Resteverwertung der Apfelschalen richtig Glück, da sie wirklich intensiv dufteten und dieses Apfellige Aroma auch gut abgaben. Der fertige Likör schmeckt erstaunlich mild, sehr vanillig und sanft apfellig. Probiert’s einfach aus. Je nach Apfelsorte wird das Ergebnis etwas anders sein. Der Likör ist jedenfalls ein schönes, herbstlich-leichtes Geschenk aus der Küche, das noch einen Hauch Sommer erahnen lässt.

Wie macht man Apfellikör? Rezept für Angesetzten mit ApfelschalenRezept für Apfellikör (Apfel-Vanille-Grappa-Likör)

100 g Bio-Apfelschalen (gewaschen, geschält, hier: Klarapfel)
300 g Grappa
Msp. Vanillepulver* (alternativ: 1/4 Vanilleschote)

Für den Sirup:

120 g Wasser
100 g Zucker

Zubereitung

  • Die Apfelschalen, die gemahlene Vanille und den Grappa in ein sauberes, weithalsiges Schraubglas oder eine Flasche füllen.
  • Ab und an schütteln, die Flasche oder das Glas aber im Grunde für die nächsten 2-3 Wochen vergessen. (Bei mir steht’s meist in ner dunklen Ecke im Küchenregal und wird ab und an mal mit Gerüttel bedacht.) Der Grappa verfärbt sich im Laufe der Wochen deutlich gelblich.
  • Gut verschließen, die Apfelschalen sollten mit der Flüssigkeit bedeckt sein.
  • Den Likör durch ein feines Sieb abseihen, die Schalen vorsichtig ausdrücken.
  • In einem Töpfchen den Zucker und das Wasser erwärmen und unter Rühren aufkochen, bis sich der Zucker vollkommen gelöst hat.
  • Die Zuckerlösung abkühlen lassen und dann mit dem abgeseihten Apfel-Grappa vermählen. Gut vermischen und dann den fertigen Apfellikör mit einem Trichter in Likörflaschen* füllen und gut verschließen. (Ich filtere an dieser Stelle nochmal durch ein ganz feines Teesieb*, damit nicht zu viele Schwebstoffe mit in den Likör geraten.)

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