Lesehunger! Das unstillbare bibliophil-kulinarische Dauerevent

Wie oft ist es euch geschehen, dass ihr eine Szene in einem geliebten Buch gelesen habt und direkt dort wart?Lesehunger! Ein bibliophil-kulinarische Blogevent Oft gelingt Autoren und Autorinnen dies, indem sie unsere Sinne förmlich kitzeln und reizen. Nahrungsbeschreibungen – ob nun Festmahl oder der trockene Brotkanten eines Hungernden – sind zum Beispiel ein beliebtes stilistisches Mittel, um eine lebendige Atmosphäre zu erschaffen und Leser/innen in den Bann der Erzählung zu ziehen. Denn Essen und Trinken kennen wir alle. Es ist natürlich und lebenswichtig. Jeder tut es und so kann auch fast jeder hierüber Zugang finden. Die Fresslust, der kleine Appetit, die Verführung, die unstillbare Gier, der brennende Hunger oder der Durst, der befriedigende, fast elysische und zeitlose Moment absoluten Genusses – das sind Empfindungen, die wir in der einen oder anderen Form alle kennen.

Lesehunger! Ein bibliophil-kulinarische Blogevent Manche schaffen dies, indem sie mit glühender Feder über eine ganze Seite hinweg Worte schmieden und jede Einzelheit eines Banketts so inniglich beschreiben, dass man das Gefühl hat, sofort Kühlschrank nach einem halben gebratenen Schwein absuchen zu müssen. Manche – die von mir überaus verehrte und geschätzte Jane Austen ist so ein Fall – erwähnen nur in einem Nebensatz, dass sie “Tee” hatten. Und schon entfaltet sich in meinem Gehirn eine traditionelle englische Teetafel und entrückt mich – mittels Scones, Clotted Cream, Gurkensandwich und frisch aufgebrühtem Earl Grey, serviert in schwerem silbernem Teegeschirr, dessen blumigen Duft ich in meiner Fantasie förmlich riechen kann – in das lang verblasste England.

Der Lesehunger als Dauerevent

Der erste Lesehunger war ein Blogevent zum vierten Geburtstag des Magischen Kessels. Da die Idee so gut ankam und mehrfach danach gefragt wurde, habe ich es jetzt in ein Langzeitevent umgewandelt.
Ziel ist es, irgendein literarisches Werk – das kann beispielsweise ein ganzes Buch, eine Kurzgeschichte, eine kleine Szene, ein Gedicht oder ein Lied sein – kochtechnisch in einem Rezept samt Blogartikel umzusetzen. Hierbei ist es egal, ob ihr beispielsweise ein Mahl aus einem Buch nachkocht, ein in einem Buch vorgestelltes Rezept aufgreift oder selbst, passend zu einer Szene, ein Gericht nach euren Vorstellungen entwickelt. Stellt bitte kurz das Werk vor, auf das ihr euch bezieht und teilt mit euren Leser/innen warum, wieso, weshalb ihr das so umgesetzt habt.

Deadline

Eigentlich soll der Lesehunger immer drei Monate lang laufen, an deren Ende ich dann eure Beiträge einsammle und in einem Blogbeitrag vorstelle. Da wir aber jetzt schon Anfang September haben, und mir vier Monate zu lang sind, gibt es für dieses Jahr probehalber noch zwei Termine, bis zu denen ihr eure Blogbeiträge einreichen könnt. Mal sehen wie das läuft, ab 2014 ist geplant, in einen Quartalsrhythmus zu fallen.

1. Lesehunger: 31.10.2013
2. Lesehunger: 31.12.2013
3. Lesehunger: 31.03.2014
4. Lesehunger: 31.06.2014
5. Lesehunger: 31.09.2014
6. Lesehunger: 31.12.2014

Wie kann ich teilnehmen? Teilnahmebedingungen

  • Ihr müsst ausdrücklich keine Foodblogger sein, hauptsache ihr habt ein Blog, wo ihr euren Teilnahmebeitrag veröffentlicht und zu diesem Artikel verlinkt.
  • Schickt mir zur Teilnahme bitte eine Mail mit eurem Namen, dem Namen eures Blogs und der URL eures Blogbeitrags an mjam[at]magischer-kessel[dot]de
  • Keine Rezepte aus dem Archiv, nur neue Beiträge.
  • Verlinkung zu diesem Blogartikel.
  • Mit der Teilnahme erklärt ihr, dass ihr die Rechte an Bildern und Texten inne habt und ich ein Bild des Beitrags für die Zusammenfassung im magischen Kessel verwenden darf.

Zitieren? Ich trau mich nicht!

Nein, für den Lesehunger müsst ihr keine Zitate abtippen. Es geht darum, euch von einem Buch oder einem anderen Stück Literatur zur köstlichen Dingen inspirieren zu lassen. Berichtet einfach darüber wieso, weshalb und warum. Ihr müsst keinesfalls wortwörtlich hierfür zitieren.
Wer dennoch zitieren möchte (und das ist ja unter bestimmten Voraussetzungen problemlos möglich), dem empfehle ich diesen ausführlichen Artikel zum Zitierrecht der Rechtsanwaltskanzlei Schwenke. Darin werden so ziemlich alle Fragen geklärt und es wird mit Beispielen und Checkliste aufgezeigt wie man richtig zitiert.

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Ab geht’s in die Brombeeren: Whiskylikör mit Brombeeren und Kardamom

Momentan ist ja hochgradig Brombeersaison und aus meinem Freundes- und Familienkreis bekomme ich von überall in den verschiedensten Varianten zu hören, dass sie noch “in die Brombeeren gehen” müssen oder gerade waren. Ich geh auch in die Brombeeren, bzw. ich ernte so nach und nach den Brombeerstrauch in meinem schattigen Hinterhofgarten ab, den ich beim Einzug vor acht Jahren gepflanzt habe.

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Der vermehrt sich fröhlich selbst und wildert brav vor sich hin. Selbst in meinem Schattengarten trägt der ganz nett und nur meinem unermüdlich herbstlichen Einsatz des Zurückschneidens der tentakelartig austreibenden Brombeeren und dem damit einhergehenden Blutzoll, den ich unweigerlich an die Dornen zahle, haben wir es zu verdanken, dass wir noch nicht dornröschengleich zugewuchert wurden. Die Ernte beträgt so – je nach Jahr – zwischen 500 und mehr als 1000 g. Normalerweise sammle ich die nach und nach reifenden Beeren in einer Plastikdose im Tiefkühlschrank und koche dann irgendwann Brombeermarmelade mit Gin ein, von mir liebevoll “Beschwippste Berliner Gartenbeere” genannt. :) Allerdings mögen wir zwar gute Marmelade gerne, sind aber irgendwie schlechte und nur phasenweise Marmeladenesser. Außerdem hasst der Mann Brombeeren inniglich, ich koche gerne Dinge ein und in der Kammer steht noch einiges an selbstgekochter Konfitüre herum.

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Geschenk aus der Küche: selbstgemachter Fruchtlikör

Da stand ich also nun mit einer Schüssel Brombeeren herum, die mir die syrische Lieblingsnachbarin freundlicherweise vollreif aus den Stacheln gepflügt hatte, während ich gerade krank war. Damit fiel Einkochen sowieso aus. Aber die Dinger mussten weg. Mein suchender Blick fiel auf eine Flasche Whisky, die der Liebste whisky-snobistisch mit absoluter Nichtachtung strafte. Einen Teil der Vorräte hatte ich ja im Mai schon zu göttlichem Vanille-Eierlikör mit Whisky veredelt. Vielleicht könnte man ja auch daraus Likör machen? Die Erfahrung zeigte: Jepp. Geht. Wunderbar sogar. Belohnt wird man mit einem wundervollen Rotton und einem fruchtig-würzigen Whiskylikör, der sehr gut ankommt.
Ich habe im Laufe der letzten Jahre schon viele angesetzte Fruchtliköre selbstgemacht, die sich – abgefüllt in schöne Flaschen und mit Etikett nach dieser simplen Methode versehen – auch hervorragend als kulinarische Geschenke für liebe Menschen eignen: Himbeerlikör, samtigen Pfirsichlikör mit einem wundervollen Goldton und sogar schon Kiwi-Minz-Likör.

Grundrezept für angesetzten Likör – auch aus tiefgekühlten Früchten

Alle diese Liköre habe nach der untenstehenden Zusammensetzung hergestellt, bis her aber eben meist mit im Geschmack neutralerem Vodka oder Korn. Das Ergebnis überzeugt und vor allem ist es praktisch – Früchte waschen, abtropfen, verlesen, in ein Glas werfen, Alkohol drauf und dann erstmal für drei bis vier Wochen vergessen. Für einen solchen angesetzten Likör kann man übrigens auch perfekt eingefrorene Früchte nutzen. Ich mache sehr gerne Himbeer-Vanille-Likör zum Verschenken – und der besteht bei mir aus gekauften ca. 400 g Tiefkühl-Himbeeren zu 700 ml Vodka/Korn.

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Allerdings ärgere ich mich ein wenig. Normalerweise fotografiere ich in der Küche. Diesmal war ich von dem Gedanken besessen, den Likör unbedingt in Nähe zum Brombeerstrauch fotografieren zu müssen. Und sagen wir es mal so: Die Tücken des Fotografierens im Außenbereich waren mir  bis dato noch nicht so ganz klar. Zum Beispiel die eine unglaublich beharrliche Wespe, die sofort nach Erscheinen des Likörs nicht etwa um das Glas, sondern um die geschlossene Flasche und die Brombeeren (die einen Meter weiter vollreif und unbeobachtet am  Strauch hingen) kreiste und mir dauernd ins Gesicht und ans Ohr flog, sobald ich auch nur ansatzweise mit der Kamera in die Nähe kam. Meine absolute Wespenpanik geradezu übermenschlich beherrschend, habe ich es immerhin geschafft ein paar halbverwackelte und verschwommene Schnappschüsse zu machen. Wenigstens etwas, aber dennoch total doof gelaufen. :(

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Rezept für Whiskylikör mit Brombeer und Kardamom

700 ml Whisky
400 g Brombeeren (gewaschen, verlesen und abgetropft -  bei mir waren auch noch 10 einsame Johannisbeeren dabei)
1/4 TL ausgelöste Kardamomsamen

Später: 200 ml Wasser, 200 g Zucker

Zubereitung Brombeerlikör

  • Die ausgelösten Kardamomsamen im Mörser anquetschen und zusammen mit den Brombeeren in ein großes Schraubglas geben.
  • Whisky darüber geben, kurz umrühren (Früchte dabei nicht verletzen) und mit dem Deckel verschließen. Für drei bis vier Wochen in eine ungestörte Ecke stellen und fast vergessen. Ab und an mal sanft schütteln.
  • Den Brombeerwhisky zweimal durch ein engmaschiges Sieb oder Mull filtrieren (ein neuer (!) und mehrfach mit klarem Wasser gespülter Damenstrumpf leistet hier auch gute Dienste), so dass kaum Schwebstoffe in den Alkohol gelangen. Die Früchte hierbei intakt lassen.
  • Zucker mit Wasser in einen Topf geben und unter Rühren erwärmen, bis sich der Zucker komplett aufgelöst hat.  Den Zuckersirup abkühlen lassen und mit dem Whisky vermischen.
  • Den Brombeerlikör auf Flaschen ziehen und mit Etiketten versehen.
  • Die mit Whisky getränkten Brombeeren kann man noch weiterverwenden. Einfach in ein Glas füllen und im Kühlschrank lagern und dann bei Bedarf zum Beispiel in Gebäck, in Marmeladen, in Saucen oder auch auf Eis (der Gatte bemerkte dann spontan, dass sich seine Abneigen gegen Brombeeren nicht auf die in Whisky getränkten Früchte bezieht ;)) zum Einsatz bringen.
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Bibliophil-kulinarische Lesehunger gestillt? Event-Zusammenfassung & Gewinner/innen

Endlich komme ich dazu, die Zusammenfassung dieses Events fertig zu machen, bei dem so viele tolle Menschen mit so vielen genialen Büchern teilgenommen haben! Denn beim Lesehunger gibt es nicht nur in klassischer Kochblog-Event-Manier eine Menge neuer und spannender Gerichte zu entdecken, sondern gleichzeitig auch ganz viel neues Lesematerial – quer durch die Genres. Zugleich mit ihren Rezepten gewähren die Köchinnen und Köche den begierigen Lesern nämlich auch Einlass in ihre Fantasie, kochen und backen den Duft von bittersüßen Erinnerungen, lang vergessenen Freuden und unbeschwerter Tage nach.

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Das Überziehen gehört ja fast ein wenig zum Charakter dieses Events. Erst habe ich ihn später starten müssen als gewollt und dann noch in die Verlängerung schicken müssen. ;) Gut, dass es inzwischen soziale Netzwerke gibt, in denen man den Mut finden kann, sich über sowas auszutauschen. Noch besser, dass man dort das Feedback und die Unterstützung von anderen Foodbloggerinnen und -bloggern findet, die man in zweifelnden Situationen manchmal eben benötigt. Ende Mai, fünf Tage vor dem ursprünglichen Eventende, waren nur knapp fünf Beteiligungen von ganz lieben Bloggerkolleginnen eingegangen – und ich klapperte ein wenig mit den Zähnen. Im Austausch wurde dann klar, dass es wegen dem Umfang des Themas hauptsächlich an der Kürze der Zeit mangelte. Nach etwas Zögern habe ich dann doch verlängert und schon sprudelte es buchlastig-leckere Beteiligungen. Vielen Dank also fürs beharrliche Überreden.

Lesehunger! Ein bibliophil-kulinarische Blogevent

Da viele Fragen danach kamen und oft geäußert wurde, dass es schade wäre, wenn das Event nur einmalig wäre: Ja, der Lesehunger wird auf jeden Fall in ein Dauerevent umgewandelt und so weiterleben. Je nachdem wie viele Beteiligungen sich dann immer ansammeln, gibt es dann die Zusammenfassungen. Das Posting mit den zugehörigen Bannern folgt in den nächsten Tagen.

Und nun noch schnell zur Verlosung der drei Geburtstagsgeschenke:

1. Geschenk: Peter /Aus meinem Kochtopf
2. Geschenk: Friederike / Fliederbaum
3. Geschenk: Nele / Küchendelikte

Bitte meldet euch bei mir – sofern ihr nicht gerade noch im Spätsommerurlaub weilt – unter mjam[at]zauberkessel[dot]net mit eurer Adresse.

Jetzt aber los, ab zur Zusammenfassung. Über 25 Leute haben sich beteiligt – Wow. Und es sind wirklich so wunderbare Beiträge und Rezepte dabei. Die Artikel zu Zusammenfassungen werden ja erfahrungsgemäß recht wenig kommentiert, daher spende jetzt mal ne Runde Applaus, den habt ihr wirklich alle verdient. Danke, danke, danke fürs Mitmachen. Jedes Mal, wenn wieder eine Meldung über einen Beitrag kam, wurde mein glücklich-irres Grinsekatzengrinsen breiter. ;)

1-b Nesrin hat das Eis gebrochen und als erste versucht den Lesehunger zu stillen – lässt aber auch direkt ein wenig Weltbilder aufeinanderprallen. :) Sie hat für ihren Beitrag ein frugales italienisches Mahl aus dem Buch “Eat Pray Love“* von Elizabeth Gilbert ausgewählt, das die Hauptfigur allein im Sonnenschein zu sich nimmt.
  2-b Bei Obst und Sushi gibt es vegetarische Zwiebelfuppe nach Art von Cohen dem Barbaren. Ja, richtig gelesen. Fuppe. Terry Pratchett und die genialen Scheibenweltromane* standen hierfür Pate. Der gute Cohen leidet unter fehlendem Gebiss, was die Suppe …äh Fuppe erklärt. ;) Tipp für alle, die neu in die Bücherreihe einsteigen wollen: Entweder im Original lesen oder noch schnell die Übersetzungen von Andreas Brandhorst zusammenraffen.
 3-b Ulrike – die ja vor kurzem eine neue URL bezogen hat – vom Blog Küchenlatein hat einen Vanillekuchen, der auf die wichtigen Dinge des Lebens verweist, aus dem Buch “Falscher Hase: Als Spionin bei den Spitzenköchen“* nachgebacken. Die Autorin Ruth Reichl er zählt darin von ihrem Leben als Gastro-Kritikerin. Das Buch klingt toll. Der Kuchen noch mehr. :)
 4-b Susanne Magentratzerl widmet sich mit Schalgham Bata (Rundkornreis mit Kohlrabi) der afghanischen Küche. Das Rezept für dieses – für uns ungewöhnliche – Gericht hat sie aus dem Buch “Tausend strahlende Sonnen
“* von Khaled Hosseini, in dem die Lebens- und Leidensgeschichte von zwei, an einen gewalttätigen Mann zwangsverheirateten, Frauen in Afghanistan erzählt wird.
 5-5b Ylva Zuckerwatte hat sich an dem Buch zu einem meiner Lieblingsfilme (das Buch ist natürlich auch toll), nämlich “Grüne Tomaten“* von Fannie Flagg orientiert und serviert einfach herrliche Fried green tomatoes (gebratene, grüne Tomaten) – sogar mit Geburtstagskerzen! Mjam. Diesen amerikanischen Südstaatenklassiker muss man einfach mal selbst gebraten und probiert haben. Towanda!
 6-b Ina Feinschmeckerle bäckt fantastisch-knusprig aussehendes Baguettebrot und denkt dabei an Bruno Chef de Police im Périgord, der in den Krimis* von Martin Walker ermittelt und einen Faible für gutes Essen und Wein hat. Hach. Man kann kann es fast riechen und knuspern hören. :)
 7-b Auch Petra vom Blog Foodfreak nimmt sich der Lesewelt des genialen Terry Pratchett (oder Pterry, wie er auch liebevoll von Fans genannt wird) an und greift zu dem Buch “Klonk!“*. Sie bereitet ein anbetungswürdiges (Hey – es ist Bacon!) Ankh-morpokianisches B.L.T.-Sandwich à la Sam Vimes zu. Alles wird eben besser mit genug Bacon! ;)
 8-b Hannah von lumi kuke wählt auch die kriminalistische Herangehensweise und versenkt ihren Toten, ähm… das köstliche Rinderherz, in Gedenken an Andreas Wagners Wein-Krimi “Herbstblut“* in blutrotem Wein, versehen mit einem Hauch dunkler Schokolade.
 9-b An neunter Stelle beteiligte sich Frau Zuckerwatte gleich nochmal am Event (zweimal konnte ja jeder, sie war aber diesmal die einzige tapfere kulinarische Kämpferin, die das auch durchzog) und serviert Kanincheneintopf des “Bemalten Mannes”. Hier wurde viel historisch recherchiert, um ein möglichst echtes Ergebnis zu bekommen. Inspiriert wurde das Gericht von einer Fantasybuchreihe von Juliet Marillier*.
 10-b Peter nimmt sich in seinem Beitrag bekannter Kinderliteratur von der unvergleichlichen Astrid Lindgren vor, und reist mit Meisterdetektiv Kalle Blomquist* zu Großmummrichen und vanilliger Rhabarbergrütze in die Kindheit zurück.
 11-b Heike von Au nimmt uns mit dem Rauch französischer Zigaretten und dem Geschmack von Milchkaffee, Weißwein und verführerisch anmutenden frischgebackenen Croissants, mit zu einem bitterkalten Novembermorgen und zu ihrer (und jetzt auch meiner) Entdeckung von Herman Hesses “Knulp“*.
 12-b Sus vom CorumBlog nimmt übrigens mit der ersten Umsetzung aus dem Science Fiction-Genre teil. Sie hat sich des legendären Pangalaktischen Donnergurglers aus der einzigen fünfteiligen Trilogie in vier Bänden angenommen. Richtig – wir sind bei “Per Anhalter durch die Galaxis“* von Douglas Adams. Gut, dass sie dazu keine vogonische Dichtung serviert. Also trinken … aber vorsichtig!
 13-b Bei German Abendbrot widmet sich Julia mit Lammfilet mit Kräuterkruste, Ofengemüse und Beurre rouge der köstlichen provencalischen Küche, beschwört die Kräfte von in der Sonne knisterndem Romsarin, träge gurrenden Ringeltauben und Aprikosenwörtern und setzt so den Klassiker “Eine Kindheit in der Provence“* von Marcel Pagnol auf dem Teller um.
 14-b Jutta war schon als Kind sehr lesehungrig, um teilzunehmen musste sie – dank verliehener (und nie zurückgekehrter – wer kennt sowas nicht? :() Bücher erst eine Buchwiederbeschaffungsmaßnahme via Bibliotheksleihe hinter sich bringen. Aber so servierte sie um Punkt 12.00 Uhr an einem Donnerstag Bratwurst, Sauerkraut und Kartoffelbrei und trägt so ihrer kindlichen Faszination für Bücher mit Essen Rechnung. Nachgekocht hat sie übrigens eine Szene aus dem deutschen Kinderbuchklassiker von Otfried Preußler “Neues vom Räuber Hotzenplotz“*.
 15-b Jetzt wird es etwas gehaltvoller. Mit ihrem leckeren Moussaka (inzwischen pi-Mal-Daumen nachgekocht und für gut befunden) entführt uns Friederike zum Löwentor im altertümlichen Mykene und damit zu der tragischen Geschichte der trojanischen Königstocher und Seherin Kassandra* in der literarischen Umsetzung von Christa Wolf…
 16-b Und auch Ariane kocht mit und lässt, neben ihrem Rezept für “Maccheroni di zito alla Siciliano” ein literarisches Trommelfeuer – gepaart mit köstlicher italienischer Küche und gespickt mit historischen Fakten – auf ihre Leser/innen los. (Bevor diese zur Beschreibung des Dessert-Buffets gelangen, sollten sie sicher gehen, etwas vergleichbares zum Stillen der spontan entflammenden Sehnsüchte zur Hand zu haben… ;)) Orientiert hat sie sich hierfür an dem Roman “Der Gattopardo“* über den Abstieg der sizilianischen Aristokratie von Giuseppe Tomasi di Lampedusa.
 17-b Das Buch “Schokoladengeister“* von Jael McHenry war eigentlich ein Verlegenheitskauf am Bahnhof. Die Geschichte von Ginny, die das Asperger Syndrom hat, ihrem Umgang mit ihren Gefühlen nach dem Tod geliebter Menschen und ihr Rezept für mitternächtliche Trostbrownies haben Petra dann aber doch in den Bann gezogen. (Hübsches Teeservice übrigens.. ;))
 18-b Und noch etwas tiegfreifendere Literatur. Claudia nimmt uns mit einem köstlich aussehenden Süßkartoffelsalat nach Yotam Ottolenghi mit auf eine Wanderung durch Israel und setzt so kochtechnisch den bewegenden Roman “Eine Frau flieht vor einer Nachricht“* von David Grossmann um.
 19-b Wer kennt die Bücherserien der englischen Autorin Enid Blyton denn nicht noch aus der Kindheit (und war immer ein wenig neidisch auf die Freiheiten…)? Island Girl Gudrun  findet, dass die Famous Five/Fünf Freunde* dringend eine typische Stärkung benötigen und bäckt deswegen einen knusprigen Gala Picnic Pie.
 21-b Sabine bäckt in ihrem brandneuen Blog das traditionelle norwegische “Flatbrød” und erzählt von dem Buch “Hunger“* von Knut Hamsun, das mit autobiografischen Zügen von den wirklich extremen Hungerjahren des Journalisten im 19. Jahrhunderts berichtet.
 22-b Christine von ninivepisces lädt mit Deviled Eggs (gefüllten Eiern), Limonade und sehr guter Musik zum Bridge… und mit dem Buch “Gute Geister“* von Kathryn Stockett zu Gedanken über Rassensegregation und Lebensvorstellungen einer Zeit, die noch gar nicht so lange hinter uns liegt…
 23-b Bei Strudel goes Paris – dem fast noch nagelneuen Blog einer in Paris vor sich hin backenden Österreicherin -  gibt es ein Rezept für amerikanische Cookies. Sie hat das Rezept als Umsetzung des Buches von “Die große Welt“* von Colum Mc Cann gewählt, der hier über ein Großereignis an den zwei Türmen in Manhatten beschreibt, bei dem sich viele Lebenslinien überschneiden.
 24-b Bei Katha gibt es wunderbar gegrillen Wolfsbarsch nach Biberart mit Kartöffelchen und Gurkensalat. Hierzu inspiriert wurde sie von einer langen und sehr detailreichen Szene aus einem der Bücher aus der Fantasyreihe “Narnia“* von C.S. Lewis, wo die Kinder in der Biberhöhle zu Besuch sind. Passt perfekt zur Grillsaison gerade.
 25-b Nele, die sich in Ihrem Foodlog ja sowieso mit Büchern (speziell Krimis) auseinandersetzt, hatte ja im Grunde gar keine andere Wahl, als kurz vor Schluss noch schnell mit einer köstlich klingenden Savoyer Gemüsesuppe mitzumachen. Das Rezept hierfür hat sie aus dem kulinarischen (und sehr käselastigen ;)) Krimi “Die letzte Reifung“* von Carsten Sebastian Henn.
 26-b Und wer krönt das Event mit einem letzten bibliophilen Beitrag? Bushi natürlich. :) Sie bereitet Pollo alla cacciatore – Hühnchen nach Jägerart – zu und nimmt ihre Leser so mit zu Fra Bartolo*, seiner Wanderung durch die Toskana und zu zahlreichen amüsanten und am Ende immer kulinarischen Abenteuern. Klingt nach angenehmer Sommerlektüre.

Außer Konkurrenz liefen zwei äußerst appetitanregende Beiträge zum Lesehunger:

27-b Mein Beitrag zu meinem eigenen Event wandert natürlich nicht mit in die Verlosung. Bei mir gab es Soloms Apfelpasteten “Immertreu”. Das Rezept habe ich mir passend zu einer kleinen Taverne in meiner liebsten Jugendbuchserie “Alanna – Das Lied der Löwin“* von Tamora Pierce ausgedacht.
 20-b Barbara Luetgebruene ist Gastautorin bei Bushcooks Kitchen und erzählt von der glücklichen Kinderwelt in Astrid Lindgrens Romanen* und natürlich auch von ihrer eigenen Kindheit – gepaart mit reinbeißenswert aussehenden Zimtwecken, Pickert, Fleischbällchen und Himbeersaft.

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Sorry für die ungewollte Sommerpause…

Ihr Lieben,

das Leben schüttelt mich gerade etwas sehr durcheinander, weswegen die Zusammenfassung vom Lesehunger noch auf sich warten lassen muss und ich momentan nur dazu komme, schon lange liegende Artikel endlich mal einzusetzen.
Sorry – war so garantiert nicht geplant. Ich hoffe recht bald läuft alles wieder in etwas ruhigeren Bahnen und dann geht es hier auch wie gewohnt weiter.

Liebe Grüße

Shermin

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Nicht nur perfekt bei Sommerhitze: Göttliches selbstgemachtes Schokoladeneis ohne Ei

 Mal ehrlich: Was wäre der Sommer ohne ein richtig gutes Schokoladeneis? Ok, wenn es nach meinem Liebsten geht ein ganz normaler Sommer. Der ist zu meiner großen Irritation nämlich kein großer Fan von Schokoladeneis. Durch unsere Familie zieht sich schon immer unter anderem ein Ketchup-, Senf-, Butter-/Margarine-, Rührkuchen-/Käsekuchen- und eben auch Eiscreme-Graben. Die Produkte sind bei uns also zum Beispiel fast immer doppelt vorhanden. Ok, bis auf den Senf, da lasse ich mit mir reden.

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Aber Schokoladeneiscreme – gute Eiscreme! – ist für mich essentiell für das Überleben im Sommer. Also ja – im Winter lasse ich mich auch dazu hinreißen. Mit heißen Burgunderkirschen zum Beispiel.  Leider werden ja die wenigsten gekauften Eissorten dem insgeheim gehegten Ideal gerecht. Mein absolutes Traumeis war beispielsweise das leider nicht mehr im Handel erhältliche Chocolate Therapy (Schokoladeneis, verswirlt mit Schokoladenkuchenteig und Schokoladenpudding) von Ben & Jerry’s. Von den beiden gibt es ja auch das Eisrezeptbuch “Ben & Jerry’s Original Eiscreme & Desserts“*. Nach meinen äußerst unbefriedigenden Erfahrungen mit einem Schokoladeneis von Häagen Dasz vor einigen Jahren, habe ich mir dann allerdings eine günstige Eismaschine* zugelegt, um selbst tätig werden zu können. Eine mit Kompressor wäre natürlich ein Traum, aber da gab und gibt es dringlichere Anschaffungen. Das Ergebnis meines Rumprobierens ist dieses absolut geniale Schokoladeneisrezept, das natürlich auch für viele Variationen offen ist. Man kann zum Beispiel – kurz bevor das Eis in der Maschine endgültig angezogen hat – vorgefrorene und in Stücke geschnittene Schokoriegel, Waffelstückchen, mit Karamell oder Minzcreme gefüllte Schokolade und ähnliche sündige Dinge hinzugeben.

Oh.. und entschuldigt bitte die Bildqualität. Die Fotos habe ich schon vor einigen Jahren mit meiner uralten Pocketkamera geschossen.

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Selbstgemachte Eiscreme ohne Ei

Viele Rezepte für selbstgemachte Eiscreme arbeiten mit rohen Eiern in der Rezeptur. Meist findet nur das Eigelb selbst Verwendung, es dient bei der Eiscreme als Emulgator (Fett- und Wasseranteile, die sich sonst abstoßen, verbinden sich hierdurch) und schenkt der Eismasse eben die besondere Cremigkeit und den Schmelz.
Das ist natürlich sehr lecker, aber nicht unbedingt notwendig – viele Menschen schrecken vor der Verwendung von rohen Eiern zurück oder möchten bei der Zubereitung von selbstgemachter Eiscreme Rücksicht auf Ei-Allergiker oder  beispielsweise Schwangere nehmen. Im Grunde ist es kein großes Problem – auch ohne rohes Eigelb lässt sich mit der Eismaschine in der eigenen Küche köstliches Schokoladeneis herstellen.

Gibt man Reste vom Eis dann aber ins Tiefkühlfach, wird es aber wahrscheinlich steinhart gefrieren. Wer weiterhin eifrei bleiben will, kann hier – so habe ich es zumindest mal gehört – Johannisbrotkernmehl und Guarkernmehl gegensteuern. Beide Bindemittel können als Emulgatoren funktionieren und beeinflussen auch die Konsistenz, sorgen also für Cremigkeit.

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Rezept für selbstgemachtes Schokoeis – ohne Ei

200 ml Sahne
200 ml Vollmilch
125 g Puderzucker
100 g Zartbitter-Kuvertüre
30 g echter Kakao
1/4 TL Vanillepulver (gemahlene Vanilleschote) oder Mark einer ganzen Vanilleschote

Zubereitung Schokoladeneis in der Eismaschine

  • Die Kuvertüre im Wasserbad bei mittlerer Temperatur schmelzen.
  • Um Klümpchen zu vermeiden, den Puderzucker sieben und mit dem Kakao und einem Teil der Milch glatt rühren.
  • Nun alle restlichen Zutaten (Sahne, Kakao-Zucker-Milch, restlicheMilch, Vanillepulver) nach und nach zu der geschmolzenen Schokolade geben und unter Rühren bei leichter Hitze zu einer einheitlichen Masse vermengen.
  • Die Masse für das Schokoladeneis  nun etwas abkühlen lassen und dann in einem Gefäß umfüllen und für circa 30 Minuten ins Tiefkühlfach stellen. Die Eismasse darf nicht gefrieren, sondern nur stark gekühlt sein.
  • Die Eismaschine gemäß der Betriebsanleitung aufbauen und nach Anweisung das flüssige Schokoladeneis einfüllen.
  • Ruhe bewahren und abwarten, während die Eismaschine das Eis rührt und dabei langsam zu genialer, geradezu göttlicher Schokoladeneiscreme gefriert.

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Weitere Eisrezepte:

*Affiliate-Link zu Amazon

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