Berliner Freestyle-Küche, quer durch Kontinente & Zeitzonen

Lemon Posset mit Mini-Kiwis [Werbung]

Als ich letztens gefragt wurde*, ob ich Lust hätte die NERGI®-Kiwibeeren zu probieren und darüber zu schreiben, habe ich gerne zugesagt. Ich hatte in Kochbüchern schon von dieser Mini-Kiwi gelesen, sie aber selbst noch nicht aus der Nähe zu Gesicht bekommen. Inzwischen kann man diese Beerenfrucht, die man direkt als Snack mit Schale vernaschen kann, aber problemlos in Supermärkten und sogar Discountern kaufen (gestern sogar erst frisch gesichtet).

Rezept für Lemon Posset - mit Mini-Kiwis Mini-Kiwi? Was ist das genau?

Die kleinen (und wirklich leckeren, nicht ganz so säuerlichen) Früchte stammen von der Kletterpflanze Actindia arguta (scharfzahniger Strahlengriffel), eine schon seit Ewigkeiten bekannte Pflanze, die manche sicherlich auch hierzulande in ihren Gärten haben. Aber: die Mini-Kiwis sind sehr empfindlich. Seit ein paar Jahren gibt es eine (nicht gentechnisch veränderte!) Neuzüchtung, deren Früchte länger haltbar und damit für den Vertrieb geeignet sind.

NERGI_VERGER2NERGI_PRODUCTIONDiese Sorten werden seit rund zwei Jahren unter dem Markennamen von NERGI® vertrieben. Auch die Pflanzen selbst sind recht genügsam, benötigen nur wenig Dünger und Platz – die Mini-Kiwis wachsen in traubenartigen Strukturen an Lianen – und sind damit günstig für einen nachhaltigen, umweltfreundlichen Anbau. Anbaugebiete sind Frankreich, Portugal und Italien, die Erntezeit liegt zwischen August und September. Wer es genauer wissen, will, kann sich hier noch tiefer einlesen.

Rezepte für Mini-Kiwis

Ich bin niemand der einfach so Dinge belobhudelt und natürlich wollte ich nicht einfach nur ein Produkt vorstellen, das mich schlicht neugierig gemacht hat und mir gefällt, sondern auch damit kochen. In dem Kochbuch “Beeren und kleine Früchte”** war ich schon im letzten Jahr über das wunderbare traditionelle englische Dessert Lemon Posset gestolpert, hier in einer Variante mit pürierten Kiwi-Berrys. Nachdem ich mich hier und da eingelesen hatte und mal wieder im Guardian eine spannende Zusammenfassung dazu las, habe ich das Rezept noch etwas abgewandelt.

Einfach & genial: Britisches Dessert Lemon Posset mit Babykiwis #zitronenpudding #lemonpossetRezept für englischen Zitronenpudding / Lemon Posset mit Mini-KiwisWer keine Kiwi-Beeren zur Hand hat: dieses simple, aber geniale Dessert funktioniert natürlich auch so. Aber probiert es aus, die Säure der Zitrone, die Süße und das fruchtige Aroma der Beerenfrüchte harmonieren wirklich unglaublich gut miteinander. Es hat was von löffelbarem Lemon Curd, gekreuzt mit zartem Zitronenpudding – trotz Sahne ist es ein ganz leichtes, in der Konsistenz richtig seidiges sommerliches Dessert. Meine Gäste und ich haben fast die Schälchen ausgeschleckt. 😉 Noch mehr Rezepte und auch die Nährwertangaben zu den kleinen fruchtigen Geschmacksbömbchen findet ihr auf der Seite von NERGI®. Aber nun ab zum Rezept.

Britisches Dessert: Lemon Posset mit Kiwibeeren

Lemon Posset mit Mini-Kiwis
(ergibt 6-8 Portionen)

400 g Sahne
125 g Zucker
100 g frisch gepresster Zitronensaft, ohne Fruchtfleisch/durch ein Sieb gefiltert (~ 2 Zitronen)
100 g Kiwibeeren (optional)
1/2 TL frisch geriebene Zitronenschale

Beilagen: Shortbread, ein paar Mini-Kiwis als Dekoration

Zubereitung

  • Kiwibeeren waschen, direkt im Ganzen pürieren und Beiseite stellen.
  • Schlagsahne, Zitronenabrieb und Zucker in einem Topf erhitzen und unter Rühren aufkochen. Der Zucker sollte aufgelöst sein. 1 Minute simmern lassen.
  • Die Sahne vom Herd nehmen (wer das Mundgefühl nicht mag, sollte jetzt die Sahne durch ein Sieb geben, um die Zitronenschale rauszufiltern) und den Zitronensaft und das Kiwibeeren-Püree mit einem Schneebesen unterrühren.
  • Die noch flüssige Masse in Schälchen füllen, abkühlen lassen und dann für mindestens 3 Stunden (wenn abgedeckt mit Folie auch problemlos bis zum nächsten Abend) im Kühlschrank durchkühlen lassen. Die Masse wird wie von Zauberhand fest.
  • Dazu werden wohl traditionell buttrige Kekse wie Shortbread gereicht.
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Sommerpause!

Sommerpause Foodblog magischer KesselAlso so ein wenig zumindest. Es ist warm, andere Dinge locken und noch mehr Zeit im Büro am warmen Rechner zu verbringen lockt halt eher weniger. Andere Blogger/innen nehmen sich auch gerade eine kleine Auszeit und schlecken ein Eis. Ich mag für ein paar Wochen ein wenig den Druck an dieser Stelle herausnehmen. Ich bin weiter auf anderen Kanälen wie Instagram, Facebook (und auch hier) erreichbar, vielleicht fällt auch zwischendrin auch doch noch ein Posting ab.

Liebe Grüße und bis bald!

Eure Shermin

P.S.: Tröstet euch über die Sommerpause doch mit einem Schokoladeneis hinweg. Oder mit Limonadensirup aus Apfelsaft oder den letzten Erdbeeren. Nom!

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May the ice cream be with you: Erdbeereis am Stiel

Nächste Woche soll es ja endlich wieder sommerlicher werden. Der beste Zeitpunkt, um mal ganz rasch meinen Artikelplan hier über den Haufen zu werfen und euch ein blitzschnell und simpel (hey, nur 4 Zutaten!) zu machendes Erdbeereis am Stiel hineinzureichen. Und zwar einem ganz besonderen Stiel….

Lichtschwert-Eisformen: Rezept für Erdbeereis am Stiel

Ich musste nämlich äußerst dringend und vor Ablauf der Erdbeerzeit endlich die tollen Star-Wars-Laserschwert-Eisformen* einweihen, die ich schon vor einer halben Ewigkeit zum Geburtstag bekommen habe.

Schnelles & unkompliziertes Eisrezept ohne Eismaschine: Erdbeereis am Stiel

Eiscreme-Lichtschwerter & Formen für Eis am Stiel

Das beiliegende Rezeptbüchlein bei dem Star-Wars-Set ist… nunja… nett. Wie sagt man so schön? “Es war stets bemüht…” 😉 Man merkt, da hat jemand rasch mal was für den USamerikanischen Markt zusammengeklöppelt. Viel Lebensmittelfarbe, Fotos mit kleinen Plaste-Actionfiguren auf Eiscreme und klietschigem Biskuitteig, gekauftes Eis als eine der Grundzutaten und nur drei Rezepte für die Eisformen sind nicht unbedingt begeisternd, aber man kann sich zumindest ein paar lustige Anregungen holen. Mit meinem Rezept trete ich jedenfalls den Beweis an, dass künstliche Farbstoffe nicht immer notwendig sind, ganz bestimmt jedenfalls nicht für rotes Laserschwert-Fruchteis.
Und mal ehrlich: wegen den Rezepten hätte ich mir dieses Set auch nicht geholt. Die Laserschwerter sind aber mal halt einfach mega cool. 😀 (Für mehr als den doppelten Preis gibt es seit Neuestem sogar beleuchtete Eis-Lichtschwerter* – wer’s wirklich braucht, da stößt es auch bei mir an Grenzen….) Leider haben die Schwerter nur eine wirklich geringe Füllmenge, so dass ich zu weiteren Formen greifen musste.

Laserschwert-Eisformen: Rezept für Erdbeereis am Stiel

Paletas, Ice-Pops, Popsicles, Eis am Stiel… wie auch immer man Eis am Stiel gerade super-duper-trendy nennt, man braucht Eisformen! Eis auf diese Art selbst zu machen ist eine gute Alternative zur Eismaschine. Natürlich ist es nicht so cremig, da es nicht beim Gefrieren gerührt wird, aber eben supersimpel zu machen und ohne große Zusätze oder Equipment.
Eiscreme-Lifehack: Ganz Low-Budget und optisch eigentlich recht cool, könnt ihr auch leere Joghurtbecher befüllen und nach dem Anfrieren der Eismasse einen Löffel als Stiel hineinstecken.
Da ich persönlich ein klitzekleines Plastikeisförmchentrauma habe (es sei denn es sind so coole Laserschwerter), habe ich mir schon vor zwei Jahren diese 8er Form für Eis am Stiel* zugelegt. Das Putzen ist zwar etwas nervig, aber sie ist gut verarbeitet, stabil und ich mag das System und den klassischen Style der am Ende raus kommt. Das Auge isst ja mit, ne?

Eis am Stiel - schnelles & unkompliziertes Rezept für Erdbeereis

Lesehungrig!

Lesehungrig! Das bibliophil-kulinarische Dauerevent!Und mit dem Einflechten des Sternenkrieges und meinen essbaren Sith-Lightsabers, habe ich quasi auch direkt schon ein Bein in meinem Event “Lesehungrig!“. Den meisten Leuten werden wohl eher die Filme in den Kopf kommen, aber schon in den 1970ern brachte George Lucas die Romane zur ursprünglichen Trilogie der Star Wars Saga*heraus. Inzwischen gibt es über 250 Bücher, die in diesem fiktiven Universum ihr Setting haben und den Kampf von Gut gegen Böse als ultimative Space Opera zelebrieren. (Hey… ich sollte mir demnächst dringend mal die Star-Trek-Romane hier greifen und daraus was machen.) Zu Luke Skywalker, Prinzessin Leia, Han Solo, Obi-Wan, Yoda, den Jedis, den Sith und ihren Laserschwertern muss ich nicht wirklich was erzählen, oder? Vielleicht hat nicht jeder die Filme gesehen oder gar die Bücher gelesen, aber die Laserschwerter kennt in unserer Hemisphäre fast jeder.

Geht datt auch in mit ohne Tier?

Und veganes Eis? Ich habe es noch nicht ausprobiert, aber wer es komplett auf tierische Produkte verzichten will, kann beispielsweise Hafersahne (die fand ich bei anderen Rezepten sehr angenehm und voll/fett im Geschmack) statt Sahne nehmen.

Wie macht man Erdbeereis am Stiel? / magischer-Kessel.de

Rezept für Erdbeereis am Stiel

500 g Erdbeeren (geputzt, TK-Erdbeeren funktionieren auch super)
100 g Sahne
50 g Puderzucker
optional: 1/8 TL Vanillepulver* oder Mark 1/2 Vanilleschote

Zubereitung

  • Die gewaschenen, geputzten und grob gestückelten Erdbeeren in eine Schüssel mit hohem Rand geben. Tiefgekühlte Ware auftauen lassen.
  • Die restlichen Zutaten zu den Erdbeeren geben, mit einem Pürierstab alles gründlich pürieren.
  • In die vorbereiteten Eisformen einfüllen, etwas Platz lassen, da sich die Eismasse beim Gefrieren ja ausdehnt.
  • In den Gefrierschrank stellen und mindestens 3 Stunden richtig durchfrieren lassen. Zum Auslösen die Formen kurz unter heißes Wasser halten.

Über grüne Laserschwerter denke ich natürlich auch nach… Irgendwas mit Kiwi, Minze, Limette… und vielleicht sogar Gurke oder Avocado? Wir werden sehen… Weitere Eisrezepte im Blog: Erdbeereis ohne Ei, Schokoladeneis ohne Ei, Limetten-Mascarpone-Stracciatella, Grundrezept nach Ben & Jerry.

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Mix aus Ruhrpott, Berlin und Orient: Curryketchup zum Selbermachen

Angegrillt habt ihr alle zwar schon längst, aber so mitten drin in der schönsten Sommerurlaubszeit habe ich noch ein Rezept für ein neues Sößchen. Im Juni hatte ich ja radwandernden Besuch, für dessen Buchprojekt ich ein regionaltypisches Menü zusammengestellt habe. Ich hatte mich – neben anderen Dingen – für eine arabische Version des Berliner Klassikers Currywurst mit Pommes entschieden.

Curryketchup selbermachen: Rezept für Gewürzketchup / www.magischer-Kessel.de

Die Mélange fand ich auch deswegen besonders passend, weil ich hier meine orientalischen Wurzeln, mein Leben in Berlin und mein Aufwachsen im tiefsten Ruhrpott mit in den Kessel werfen konnte. Das Rezept für die arabischen Pommes – hier dann Batata Harra (scharfe arabische Ofenkartoffeln) mit Olivenöl und Harissa – habe ich schon im Foodblog verewigt, Fattoush als sommerlicher Beilagensalat ebenfalls. Fehlt nur noch mein Orientzucker, der beim Nachtisch Verwendung fand und – tadaa – das currylastige Gewürzketchup für die Wurst.

Currywurst mit Pommes auf arabisch. Rezept für selbstgemachte Currysauce. #curryketchup

Und ja, in Berlin, der Heimat der Currywurst, gab es traditionell immer ne Schrippe oder wabbeliges, trockenes Toastbrot zur Wurst. Die Fritten sind definitiv meinen ersten Currywursterfahrungen und der Kindheit in Duisburg geschuldet. Hier wie dort gehört die Currywurst zu den traditionellen Fast Food-Gerichten, allerdings in verschiedenen Rezepturen.
Diese Currysauce ist quasi der Kitt – quer über den großen innerdeutschen, berlin-ruhrpöttischen Currywurstgraben. Aber meiner Ansicht nach haben Berlin und der Pott ja eh viel gemeinsam, in der Sprache, durchaus auch der Mentalität und vieles davon dank der ähnlichen Einwanderungswellen Anfang des letzten  Jahrhunderts. (An die Idioten, die sich daran stören: Ja, Deutschland war und ist ein Einwanderungsland. Schon immer. Auch schon vor hunderten von Jahren. Tatsache. Lebt damit. Der Reichtum des Landes profitiert von dieser Vielfalt und dem Input. Wahrscheinlich ist eure eigene Familie vor 5 Generationen ebenfalls auf der Flucht vor irgendwas in deutschsprachigen Landstrichen angekommen. Oder war schlicht auf der Suche nach Arbeit im Zuge der Industrialisierung. Anyway… zurück zu schöneren Dingen.)

Gewürzketchup / www.magischer-kessel.de

Rezept für selbstgekochte Currysauce

Currypulver an sich hat ja durch den Mix aus wundervollen aromatischen Gewürzen schon einen Hauch orientalische Exotik. Ich habe mich aber nicht darauf beschränkt, in Berliner Manier einfach etwas billiges Currypulver auf süßes Tomatenketchup zu knallen, sondern habe meine eigene Sauce gekocht. Nach einigen Testläufen bin ich mit dem Ergebnis sehr zufrieden: Eine Mischung aus fruchtig-süß-säuerlich-scharf mit geröstetem Knoblauch und einer Ahnung von Ingwer am Horizont. 😉 Also klassisch, aber irgendwie doch anders. Die Currysauce passt nicht nur zur traditionellen Wurst mit Fritten, sondern macht sich eben auch wunderbar als selbstgemachte Grillsauce oder als Ketchupersatz – natürlich auch auf nichtfleischlichen Dingen wie Grillgemüse oder Grillkäse. Wer da noch weiter experimentieren möchte – etwas aufwändiger aber ebenfalls ganz toll ist auch dieses Paprikaketchup.

Selbstgekochtes Curryketchup

Ich messe die Zutaten für meine Rezepte immer gestrichen mit einem Löffelmaß* ab (pi-mal-Daumen mit nem normalen Teelöffel klappt das natürlich auch). Und auch wenn ich mich wiederhole: Ein Einfülltrichter* erleichtert die Arbeit einfach ungemein und sorgt dafür, dass beim Einkochen keine all zu große Sauerei entsteht. 😉

Curryketchup selbermachen: Rezept für Gewürzketchup / www.magischer-Kessel.de

Rezept für Curryketchup

200 g Orangensaft (100% Frucht)
125 g Tomatenmark
35 – 40 g Zucker (je nach Süße der restlichen Zutaten)
25 g Branntweinessig
15 g Ingwer (ungeschält)
1 – 1,5 Tl Meersalz (fein)
1 – 2 Knoblauchzehen
2 TL Madras Currypulver
1/2 TL Paprikapulver (edelsüß)
1/2 TL Ceylon-Zimt
1/4 TL Cayennepfeffer (Chili)
1/4 TL Langer Pfeffer (gemahlen/frisch gestampft im Mörser)
3 Körner Piment
neutrales Öl (Sonnenblumenöl) zum Anbraten

Zubereitung

  • Knoblauch und Ingwer (letzteres geht mit einem Teelöffel übrigens
    hervorragend!) schälen, ganz fein hacken und in einer Kasserolle* in etwas Sonnenblumenöl bei mittlerer Temperatur anbraten bis beides anfängt zu duften und zu bräunen.
  • Die zu Pulver zerkleinerten Gewürze unter Rühren kurz mit anrösten, dann das Tomatenmark hinzu geben und ebenfalls kurz mitrösten. (Wirklich nur jeweils kurz, es soll Nichts ver- oder anbrennen.)
  • Mit dem Orangensaft ablöschen, Essig, Salz und Zucker hinzufügen. Ein paar Minuten gut durchköcheln lassen, dabei das Rühren nicht vergessen.
  • Abschmecken. Beim Probieren darauf achten, dass Gewürzketchup (auf dem Löffel) abgekühlt zu probieren. Bei Bedarf noch etwas Zucker oder Salz hinzufügen – das hängt einfach vom verwendeten Tomatenmark und der Süße des Saftes ab.
  • Noch heiß in saubere Gläser abfüllen. Das Curryketchup hält sich so bei uns im Kühlschrank mehrere Wochen. Richtig im Glas eingekocht darf es dann auch in die Vorratskammer ziehen.

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Zupfbrot: Rezept für Mozzarella-Parmesan-Pull-Apart-Bread

Puh, watt für’n Rezeptname. Und ja, ja… ich weiß. Ihr seid alle gesättigt mit Superlativen. Könnt nicht mehr hören, dass etwas das Beste oder Leckerste ist. Ich habe schon oft gelesen, dass das als anmaßende Überhöhung empfunden wird. Aber ich… also was soll ich sagen? Über Geschmack lässt sich eben streiten. Dieses Zupfbrot ist für mich die Pull-Apart-Bread-gewordene fluffige, hefeteigig-käsige Glückseligkeit, garniert mit Knofi.

Rezept für Zupfbrot - gefüllt mit Mozzarellakäse

Wenn es nach meinem subjektiven Empfinden so ist? Auf mein Blog lasse ich nur Rezepte von Dingen, von denen ich zu diesem Zeitpunkt wirklich überzeugt bin, dass sie es wert sind. Und bei meinem Rezept für Zupfbrot kann ich halt nur sagen: Boar ey. Geiles Zeug!

Rezept für Pull-Apart-Bread mit Mozzarella und Parmesan

Pull-Apart-Bread mit Mozzarella und Parmesan

Denn vorletzten Samstag wurde ich im Halbschlaf von der Göttin der Backkunst geküsst. Ich wachte auf und mit mir die Gier auf Hefeteig, gefüllt mit geschmolzenen Käse und umhüllt von Knoblauch. Die Hälfte des Tages habe ich dann rumgegrübelt, wie ich das realisieren kann, habe in meinem Rezeptbuch herumgekritzelt, nachgerechnet und dann endlich (mit dem letzten Tütchen Trockenhefe im Haushalt) den Teig für dieses Backexperiment angesetzt, bevor ich den Rest der Zutaten einfangen gegangen bin. Da der Teig anderthalb Stunden zum Gehen möchte, funktionierte das ganz wunderbar.

Monkeybread in der Napfkuchenform

Partybrot, Zupfbrot, Affenbrot, Pull-Apart-Bread…

Eigentlich ist es ja optisch mehr eine salzige Version von Monkey Bread/Affenbrot. Und im Gegensatz zu normalen Zupfbroten bzw. einem Pull-Apart-Bread, ist der Teig bei mir zusätzlich noch gefüllt. Hierfür habe ich kleine Mozarellakugeln genutzt. Alternativ kann man bestimmt auch große Mozzarellakugeln in passende Stücke schnitzen. Und wider Erwarten hatte ich keine Käseexplosion im Ofen. Zu meinem Erstaunen blieben die Teigstücke zu 98% intakt und liefen nicht aus. Als einzig problematisch erwies sich, dass der Parmesan im gebackenen Zustand sich nur zögernd von der Form lösen wollte. Vorsichtig mit einem Buttermesser nachgeholfen und auf die umgekehrte Form getrommelt, ging das Zupfbrot dann aber doch noch ganz gut aus der Form.

Rezept für Zupfbrot - gefüllt mit MozzarellakäseKäsefäden und frisch gebackenes Partybrot

Belohnt wurde ich mit einem Zupfbrot (durch die Ummantelung der einzelnen Teigkugeln mit Fett kann man die gebackenen Brotsegmente quasi herauspflücken oder zupfen), das zu meinem sanften Erstaunen voll meinen morgendlichen kulinarischen Phantastereien  entsprach (Lacht nicht. Gerade bei Backwerken – besonders experimentellen – passiert sowas nicht immer. ;)) und sich bestimmt auch hervorragend als Partybrot auf dem Buffet macht oder den Grillabend bereichert:

Die Außenseiten des Brotes waren knusprig durch den dazwischengestreuten Parmesan, toll aromatisiert durch die Knoblauch-Schnittlauch-Butter, dann kommt der fluffige Teig, den man sich herauspflückt, bevor man dann beim Aufbrechen des noch warmen Stückes Brot auf herrlich käsefädenziehenden Mozzarella trifft. Nom! Kurzum: Wenn man die Kombi mag, kann es nicht besser sein.

Baking Pull-Apart-Bread

Rezept für Mozzarella-Parmesan-Pull-Apart-Bread

Teig:
400 g Mehl
250 ml lauwarmes Wasser
3 EL Olivenöl
1 Päckchen Trockenhefe (7 g)
1/2 TL Zucker
1,5 TL Meersalz (fein)
50 g Parmesan (zum Streuen zwischen die Teigschichten)
~ 200 g Mini-Mozzarella (25-28 Stück)

Butter:
75 g Butter
2 Knoblauchzehen
15 g Schnittlauch (frisch, fein gehackt)

Backform: Gugelhupfform* oder andere Napfkuchenform – zum Beispiel eine Springform mit Kranzeinsatz. Je mehr geprägte Muster, desto schwieriger das Auslösen. Eine größere Kastenform, Brotbackform* oder eine Auflaufform funkionieren auch wunderbar.

Zubereitung

  • Das Wasser mit dem Zucker verrühren und die Trockenhefe zur Aktivierung hineingeben und unterrühren. (Ja, auf der Packung steht, man kann sie direkt in den Teig geben. So habt ihr aber nochmal eine Kontrolle, ob sie wirklich aktiv ist und startet. Nach 5-10 Minuten solle die Flüssigkeit anfangen zu schäumen und hefig riechen.)
  • Olivenöl und Salz in das Hefewasser hineinrühren und die Flüssigkeit nach und nach in das Mehl einarbeiten. (Zum Beispiel mit der Hand oder einem Rührgerät mit Knethaken in einer Schüssel, ich nutze eine Küchenmaschine mit Knethaken.)
  • Alles gründlich zu einem glatten Teig verkneten. Der Teig ist noch feucht und leicht klebrig, lässt sich mit einem Teigspatel aber problemlos vom Schüsselrand lösen.
  • Den Hefeteig in der Schüssel zu einer Kugel formen, die Schüssel abdecken und den Teig an einem warmen, geschützten Platz 1,5 Stunden gehen lassen. Das Volumen sollte sich in dieser Zeit verdoppelt haben.
  • Den Teig zusammenhauen und nochmal durchkneten und circa 25 gleichgroße Teigstücke abteilen. Natürlich kann man auch nach und nach Teigstücke abnehmen, die Gefahr da ungleich zu arbeiten ist da aber etwas höher. 😉
  • Die Butter schmelzen, mit ein wenig davon die Kuchenform auspinseln. Den Großteil der Butter mit dem feingehackten Knoblauch und Schnittlauch vermischen.
  • Mit leicht (!) bemehlten Händen aus dem Teig kugeln formen, je eine Mini-Mozzarellakugel hineindrücken, Teig darum schließen (!) und zwischen den Händen zu einer Kugel rollen.
  • Die Kugel mit Hilfe von zwei Esslöffeln durch das Schälchen mit der flüssigen Kräuterbutter rollen, abtropfen lassen und in die Backform geben.
  • Ein oder zweimal – je nachdem wie hoch ihr die Teigkugeln in eurer Form stapeln könnt – etwas Parmesan als Schicht dazwischen streuen.
  • Den Teig nochmals 20-30 Minuten in der Form gehen lassen und dann im vorgeheizten Ofen bei 175° (bei mir Umluft, eine Schiene unter der Mittleren) für 35-40 Minuten backen.
  • Danach kurz auskühlen lassen und stürzen. Am besten noch warm servieren.
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