Okonomiyaki – japanische Pizza (abgespeckte Variante)

Es ist bestimmt schon über 10 Jahre her, da habe ich im Fernsehen einen Bericht von Jean Pütz über Japan gesehen. Unter anderem stellte er da ein typisches und sehr beliebtes Straßengericht vor. Bis heute war ich ja der seltsamen Annahme verfallen, dass er die Dinger damals "Itatakimas" genannt hat. Eine kurze Netzrecherche hat schon vor längerer Zeit ergeben, dass das a) "Danke fürs kochen!" bedeutet und b) wohl falsch ist.

Da mein Gemahl heute Gelüste gen namenloses japanisches Gericht geäußert hat, habe ich Tante Google nochmal angeworfen und dabei festgestellt, dass es sich bei dem Zeug was wir gerne mal essen um "Okonomiyaki" handelt. Das Gericht ist eine typische Spezialität aus der Region um Ōsaka und Hiroshima und wird im Original natürlich mit ausgefeilteren Zutaten hergestellt als ich sie nutze. Fischbrühe (Dashi), Thunfischflocken (Katsuobushi) und Nori-Algen sind hierfür wohl essentielle Bestandteile.  Wegen der vielfältigen Zutaten wird es gerne auch als japanische Pizza bezeichnet. Nunja, gekocht habe ich heute dennoch nach meinem selbstzusammengebrauten Rezept, in welchem ich immer relativ frei nach Schnüss die Zutaten hineinwerfe. Die originale Variante gilt es dann nochmal in Ruhe und Muße auszuprobieren.

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Rezept für europäisch inspirierte Okonomiyaki

300 g Weizenmehl
1 TL Five-Spice-Powder
2 TL Salz
1 TL frisch gemahlenen Pfeffer
1 großer Spritzer Hot Chili Sauce
4 Eier
350 ml Wasser
1/2 Weißkohl
200 g Schinkenwürfelchen
neutrales Öl zum Ausbacken

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Zubereitung japanische Pizza

  • Mehl, Gewürze, Eier und Wasser miteinander verquirlen und 30 Minuten quellen lassen.
  • Weißkohl putzen und fein hoben, bzw. durch die Küchenmaschine jagen.
  • Weißkohlschnippselchen unter den Teig heben.
  • Den Teig mit den Schinkenwürfeln beglücken und sie gründlich untermischen.
  • Eine große flache Pfanne mit etwas Öl erhitzen, eine Kelle Pfannkuchenteig hineinsetzen und etwas ausbreiten. Anbraten, umdrehen, flach drücken, weiterbraten.
  • Wenn der Pfannkuchen durchgegart und goldbraun ist, aus der Pfanne nehmen und auf Küchenkrepp setzen. Warmhalten bis man gemeinsam drüber herfallen kann.

Okonomiyaki-Fazit

Im Grunde sind es ja nur asiatisch aufgepeppte Gemüsepfannkuchen in die man nach Lust und Laune Dinge hineinwerfen kann. Ich vermute auch im japanischen Raum wird es in den heimischen Küchen recht variabel und gerne mit dem zubereitet was sich gerade noch in der Vorratskammer befindet.  Mit Krabben schmecken die Dinger jedenfalls auch toll. Getoppt wird das Ganze normalerweise mit einer Art Mayonaise, simples Ketchup tut es allerdings auch und bei uns gab es nen Kräuterquark mit Schnittlauch dazu, den mein Gemahl sehr lecker zusammengerührt hat.

4 Antworten

  1. Véronique

    Das sieht gut und sehr japanisch aus. 🙂 In meiner Erinnerung werden die trockene Zutaten zuerst in die Pfanne gegeben, und erst nachdem sie gerührt worden sind den Teig. Es gibt eine spezielle Okonomi Sauce, bräunlich und süss, die dazu sehr gut passt; ich weiss nicht, ob man sie ersetzen kann. Vielleicht durch Ketchup…

  2. Okonomi_Yakity

    Wow, es sieht gut aus! Wenn Sie in mehr Okonomiyaki Rezepte und Informationen interessiert sind, finden Sie http://okonomiyakiworld.com (http://is.gd/59pGB in Deutsch)

  3. Shermin

    @Véronique Ich habe mich mal eben durch die Seite von Okonomi_Yakity gewühlt, die wirklich sehr ausführlich ist. Das was du beschreibst klingt die die Tokio-Variante der Okonomiyaki.

    Dort wird als Saucen-Ersatz auch beschrieben, wie man aus europäischen Zutaten ein Derivat schaffen kann: 3 TL Ketchup, 1 TL Worcester Sauce und 1 TL Soja Sauce soll wohl einen ähnlichen Geschmack ergeben.

    Als Sauce könnte ich mir auch gut ein süß-saures Tamarinden-Chutney vorstellen. Ich hatte letztens ein schönes gekocht und dachte ich hätte das auch verblogt, aber da habe ich mich wohl geirrt. Kommt dann noch auf meine To-Do-Liste. 🙂

    @Okonomi_Yakity Danke für den Link zu deiner Seite – wirklich sehr interessant, habe mich da mal eben hindurchgelesen.

  4. Véronique

    Es kann sein, dass es die Tokio-Variante ist, aber ich habe sie in einem Restaurant in Hiroshima gegessen, wo man selbst an seinem Tisch den Okonomiyaki vorbereitet. Ich werde einen Blick auf die Seite werfen. 🙂

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