Lieblingstasse: Erinnerungen an Schottland

Seit gestern ist der Flug gebucht, das Apartment ebenso,  demnächst geht es nach London. Und das führt mich – auch wenn jetzt alle Schotten entsetzt ob dieses gedanklichen Sakrilegs aufkreischen – in Erinnerung zu unserem letzten und wunderschönen Aufenthalt in Großbritannien: nach Schottland. Anfang 2008 ging nämlich unsere Hochzeitsreise in dieses wunderschöne Fleckchen Welt.

Lieblingstasse aus SchottlandUnd auch wenn das schon ne viel zu lange Weile her ist, irgendwie ist alles immer noch lebendig: Vom Bed & Breakfast in Edinburgh und dem süßen Beagle Maja dort, über die kulinarischen Klassiker Whisky,  (sehr gutes) Haggis, Black Pudding, Potato Scones und Porridge bis hin zu allen möglichen historischen Sehenswürdigkeiten, tollen Galerien, wundervollen Häusern und wildromantisch-melancholischen Ruinen (auf diese Form des schmerzlich-schönen Verfalls stehe ich ja total), Arthur’s Seat, dem Himmelbett in Inverness, langen Frühlingsspaziergängen, dem genialen Bookshop & Café in einer alten Kirche, dem Besuch im Schneegestöber in Culloden, der Moment, wo ich mich und die vorzügliche Leberpastete in einem kleinen Restaurant mit Milchkaffee tränkte, blühende Narzissen, heißes, kokosgefülltes Peshwari Naan beim Inder (ja..  ich habe eine recht kulinarisch bezogene Erinnerung ;)), der Zugfahrt zurück, Glasgow…. es ist einfach… Hach. Da benötige ich nicht mal ein Fotoalbum.

Ganz am Anfang unserer Schottlandreise begegnete mir eine Nessie-Tasse und ich war sofort verliebt. Der Liebste hielt mich allerdings mit allerlei durchaus logischen Argumenten vom Kauf ab (Wir haben noch die ganze Reise vor uns/Die Tasse gibt es doch überall/Willst du die wirklich jetzt schon mitschleppen?/Die geht doch kaputt/Kaufen wir später woanders). Unnötig zu erwähnen, dass Schottland quasi in geschmacklosem Nessie-Merchandise ertrinkt, genau diese Tasse aber nirgends mehr auftauchte. Die Tage vergingen, wir reisten von Edinburgh nach Inverness und mein frisch gebackener Gatte, der ja selbst Tassenliebhaber ist und wusste, dass an diesem Ding mein frisch verheiratetetes Herz hing, fing langsam doch an etwas sehr nervös zu werden…

Nessie TeetasseAls wir dann schließlich  am Ende genau im relativ uninteressanten Loch Ness Exhibition Centre (wo auch sonst?!) meine heißgeliebte Nessietasse vorfanden, hat man die mentale Geröllhalde wahrscheinlich durch ganz Schottland poltern hören. Die nachfolgenden Jahre erfreute mich Nessie fast täglich mit meinem morgendlichen Darjeeling (mal ehrlich: Wer kann denn diesem Blick widerstehen?). Durch veränderte Trinkgewohnheiten und eine momentan anhaltende Kaffeesucht rückte diese Teetasse etwas nach hinten im Tassenschrank, ist  aber weiterhin ein hochgeschätztes und liebes Erinnerungsstück an eine tolle Zeit. Und da sie es verdient hat mal wieder raus zu kommen, darf sie mich heute endlich mal wieder durch den Tag begleiten. In der Tasse ist übrigens koffeinfreier Kräutertee namens “Country Peach Passion”* von Celestial Seasonings zu sehen. Ich bin ja sonst eher Puristin was Tees angeht und lasse wegen schlechten Erfahrungen die Finger vom Früchtetee, aber das hier ist tatsächlich der erste Pfirsichtee, der nicht nur vielversprechend nach Pfirsich duftet, sondern auch tatsächlich sehr angenehm danach schmeckt. Find ich gut. Vertrage ich auch sehr gut. Schmeckt sogar mit einem Tröpfchen Milch. Und kann ich mir hervorragend als aromatische und koffeinfreie Eisteebasis für den Sommer vorstellen. Sehr spannend auch, dass die Teemischung tatsächlich mit Kamille gemacht ist.

Und falls noch jemand persönliche Erfahrungen & Tipps für London (sehr, sehr gerne auch kulinarischer Natur, aber nicht zwingend) hat – ich freu mich über weitere Infos in den Kommentaren!

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18 Antworten

  1. Sjel

    Achja, Schottland … Wenn ich deinen Beitrag lese, bekomme ich Heimweh … Und denke unweigerlich an das kleine Restaurant unweit vom Loch Ness, wo haufenweise Tassen unter der Decke hängen, die alle gekauft werden können … Ein herrliches Fleckchen Erde …

    Liebe Grüße
    Sjel

  2. Susanne

    Haaaach….so von Tassenliebhaberin zu Tassenliebhaberin….allein für so ein Prachtstück von Tasse lohnt sich ja schon eine Reise….

  3. ninive

    Dieser Tasse hätte ich auch niemals widerstehen können! Ansonsten kann ich mit Insel- Tipps nicht weiterhelfen, da war ich noch nicht wirklich.

  4. yggdrasil

    Hach, da werde ich auch direkt wieder wehmütig. Wir waren letztes Jahr im Mai/ Juni auf der “Insel” und sind innerhalb von 2 Wochen von London nach Edinburgh gereist. (Auf meinem Blog gibts einige Berichte über den Urlaub, falls du mal schauen möchtest. Es ist alles unter “Terra incognita” einsortiert)

    In London haben wir – wegen Zeitmangels – nur das übliche Touristenpensum “erledigt” und da haben wir nicht mal alles geschafft, was wir sehen wollten.

    Was ich aber sehr schön fand, war der Portobello Market. Dort findet man allerlei Trödel (natürlich auch Kitsch und Dinge von zweifelhafter Herkunft…) aber in einer Seitenstraße haben wir wahnsinnig leckere Couscoustaschen gegessen. Und Cupcakes gabs bei… ich glaube die hießen “hummingbird”, direkt auf der Hauptstraße in Portobello.
    Der Markt in Camden soll auch schön sein, aber dort waren wir leider nicht.

    Ach ja: Und die weltbesten Burger gibts bei GBK, der Gourmet Burger Kitchen. Das ist eine Burgerkette, die ursprünglich aus Neuseeland kommt, in GB aber auch einige Filialen hat. Wir fanden es dort so lecker, dass wir nicht nur in London, sondern auch in Edinburgh dort waren. Wenn ich daran denke, bekomme ich direkt Lust, das nächste Flugzeug zu kapern und wieder dort essen zu gehen. 😉

    Ich wünsche euch einen wundervollen Urlaub in London und würde mich über Reiseberichte jedweder Art sehr freuen. 😉

    LG

  5. Shermin

    @Sjel – Heimweh? Das macht jetzt neugierig.
    @Susanne – Bin ganz bei dir. 🙂
    @ninive – War jetzt zweimal im Frühling (März) in Schottland. Jedes Mal wunderschön und bis auf kleine Schneegestöber toll und gutes Wetter. (Und vor allem nicht so touristenüberlaufen wie im Sommer… herrlich leer. ;))
    @yggdrasil – Danke für die leckeren Tipps, auf deinem Blog werde ich dann auch noch reinlesen. In Schottland hatte ich damals nen Laptop mit, diesmal will ich eigentlich ohne sowas Schweres reisen. Reisebericht gäbe dann also erst später.

  6. BeeNe

    Nach London würde ich auch sehr gerne mal wieder fahren.
    Ist eine Weile her, dass ich dort war. Damals war der Marco Polo Reiseführer unschlagbar. Alles war dort wo er es gesagt hat und es waren auch schöne Tipps drin.

    Wenn es dich in eines der Viertel verschlägt, in denen besonders viele Pakistani leben, es gibt dort so winzig-kleine Restaurants, die in ehemaligen Wohnungen sind. (Richtig niedlich, man sitzt quasi in einem Wohnzimmer). Das Essen war authentisch und echt lecker.

    Oh und damals hab ich im Britischen Museum Shop einen netten Raubzug an Mitbringseln durchgeführt, sofern es dich interessiert: gegenüber des Museums befindet sich ein sagenhafter Comicshop. Ist wirklich ganz in der Nähe und war über zwei Stockwerke mit Comics und Graphic Novels vollgestopft.

    Ach ja, London. Das ist schon nicht schlecht 🙂

  7. Shermin

    @BeenNe – Museen sind sowieso geliebtes Pflichtprogramm. Und Comics sind auch gut. Der Liebste hat sich schon den Forbidden Planet auserbeten – das lässt mich vermuten, dass wir auf dem Rückflug viel Dr. Who Merch im Koffer haben werden… Gerade nochmal nachgesehen: Unser Apartment ist in direkter Nähe zum Hyde Park und zur Oxford Street.

  8. Celi

    Dein mitgebrachtes rosa Tuch ist auch immer noch eines meiner Liebsten und erinnert mich aus unerfindlichen Gründen *hust* an hungrig starrende Schildkröten ^^

  9. Shermin

    @Celi – Stimmt, der Schal! Total verdrängt, meiner war ja grün und ist auch immer noch heiß geliebt und oft getragen. Und die Schildkröten.. inzwischen isses ja nur noch eine. Und ich ertrage sie täglich sehr tapfer, während sie mir biestig und hungrig auf die Tastatur starrt. 😉

  10. Faraday

    Wie genial. eine Nessitasse.
    Auch ich würde ja, wenn mein diesjähriger Urlaub nicht schon verplant wäre, allein wegen dieser Tasse nach Schottland fahren.
    Deine Fotos bringen mich auf eine Idee.
    LG Faraday

  11. Shermin

    @Faraday – Dann viel Freude beim Hegen und Pflegen und Wachsen lassen der Idee. 🙂

  12. Sabine

    Die Tasse ist entzückend!

    Bei mir gibt es reichlich London-Tipps, wennauch zum Teil sicher nur mainstream: http://hamburgkocht.blogspot.de/search/label/London

    Absolutes Muss: Chin Chin Labs.

  13. Shermin

    @Sabine – Direkt mal reingelesen, der Eisladen klingt wirklich toll. Wird notiert!

  14. Sjel

    Hi Shermin,

    wir sind regelmäßig in Schottland, haben Freunde in den Highlands und verbringen dort viel Zeit, wenn wir drüben sind. Ansonsten sind wir seit geraumer Zeit auf der Suche nach einem Häuschen, erst mal als Feriendomiziel und später dann als Heimat.

    Bis dahin bleibt es zweite Heimat ;0)

    LG
    Sjel

  15. Gourmandise

    Hallo Shermin,

    im letzten Herbst war ich zusammen mit meiner Mutter in London. Es hat uns dort sehr gut gefallen. Ich würde auch gern bald mal wieder dorthin fahren.
    Jetzt sei Dir aber erstmal der Aufenthalt dort gegönnt!

    Da ich nicht einschätzen kann, wie Du finanziell ausgestattet bist bzw. wieviel Du bereit bist für Essen auszugeben, werde ich Dir einfach die beiden Restaurants empfehlen, die das oberste Preissegment und das unterste Preissegment unserer Reise darstellten.

    Zunächst also das Restaurant Rules:

    Für Dich ist in dem Zusammenhang vielleicht von Interesse, was mich letzte Woche bei der Lektüre des Romans “Das Leonardo-Papier” von Susanne Goga zu lesen erfreute, denn selbstverständlich lädt der gesellschaftlich-aufstrebende St. John Martinow, die von ihm Umworbene samt deren Tante ins “Rules” ein, um Eindruck zu schinden (S. 257) Richtig gehend amüsiert hat mich dann die Einleitung in die Restaurantszene, denn immerhin gilt das Rule inszwischen als das älteste Restaurant Londons, der Roman spielt nun aber in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts: “Nach Londoner Maßstäben war es ein noch recht neues Restaurant, das Ende des vergangenen Jahrhunderts eröffnet worden war und sich rasch einen ausgezeichneten Ruf erworben hatte. Wer das Land besuchte und die englische Küche in ihrer besten Ausprägung kosten wollte, bekam das Restaurant von den Einheimischen empfohlen oder wurde eingeladen” (S. 272) Auch wenn ich nicht in London heimisch bin, möchte auch ich Dir das Restaurant empfehlen.
    Genaueres dazu habe ich in folgenden Beiträgen in meinem eigenen Blog geschrieben:
    http://gourmandise.wordpress.com/2013/10/20/wildsuppe-im-restaurant-rules/
    http://gourmandise.wordpress.com/2013/10/20/young-grouse-moorschneehuhn-served-traditionally-im-restaurant-rules/
    http://gourmandise.wordpress.com/2013/10/20/desserts-im-restaurant-rules/

    Und dann das Café in the Crypt of St. Martins in the Fields:
    Obwohl man kaum zentraler in London Essen gehen kann, die Kirche St. Martins in the Fields liegt schließlich direkt am Trafalgar Square, kann man dort wirklich preiswert essen. Eine recht große Terrine Suppe mit frischem Brot kostete tatsächlich nur £ 3,75. Man muss sicherlich berücksichtigen, dass es sich um ein preiswertes Selbstbedienungsrestaurant handelt und man somit keine kulinarischen Glanzlichter erwarten kann, da mir aber die außergewöhnlich Atmosphäre in diesem Café gefiel und ich unterstützenswert finde, dass man dort versucht trotz der geringen Preise regionale Produkte frisch zu verarbeiten, möchte ich es auch empfehlen.
    Mehr erfährst Du in meinen diesbezüglichen Blog-Beiträgen:
    http://gourmandise.wordpress.com/2013/10/18/champignoncremesuppe-im-cafe-in-the-crypt-of-st-martins-in-the-fields/
    und
    http://gourmandise.wordpress.com/2013/10/18/afternoon-tea-im-cafe-in-the-crypt-of-st-martins-in-the-fields/

    Ich hoffe, die beiden Tipps treffen Deinen Geschmack.

    Mit kulinarischen Grüßen
    Gourmandise

  16. Shermin

    @Sjel – Ganz ehrlich? Das klingt beneidenswert. Falls ich jemals freiwillig auswandere, wäre meine erste Wahl auch Schottland. 🙂

  17. Shermin

    @Gourmanide – Vielen lieben Dank für deine kulinarischen Tipps (Ha! Und sogar nicht die Abzweigung in Richtung Lesehunger geschafft – perfekt ;)). Nächste Woche habe ich wieder etwas mehr Zeit und werde mich dann ausführlich einlesen!

  18. Gourmandise

    Da Dir als bekennende Teetrinkerin das Yumchaa Teahouse in Camden Lock auch gefallen könnte, habe ich gerade in meinem Blog zu meinem Foto, welches ich dort letztes Jahr von meinem Tee aufnahm, noch eine erläuternde Anmerkung ergänzt

    http://gourmandise.wordpress.com/2013/10/20/earl-grey-im-yumchaa-teahouse-camden-lock/

    und zu flickr drei Flickr drei Fotos, die ich damals von der Einrichtung machte, hochgeladen:

    http://www.flickr.com/photos/19027848@N00/12536526445/
    http://www.flickr.com/photos/19027848@N00/12536649943/
    http://www.flickr.com/photos/19027848@N00/12536647403/

    Gruß Gourmandise

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