Rückschau: Die #Foodblogbilanz2016 im magischen Kessel

Bei Sabine, die im Blog Schmeckt nach mehr ihre Rezepte und Weisheiten niedertippt, gibt es in diesem Jahr wieder Fragen für ihre Rückschau auf das gehende Jahr.

Daily Porridge

1. Was war 2016 dein erfolgreichster Blogartikel?

Ganz klar: Hokkaido aus dem Backofen – dicht gefolgt von meinem Grundrezept für Mürbeteigkekse.

2. Welche drei deiner eigenen Blogartikel aus diesem Jahr haben dir persönlich am meisten bedeutet?

Mein Rezept für Hais – arabische Dattel-Energy-Röllchen aus dem Mittelalter. Ich habe in diesem Jahr endlich den seit 20 Jahren ersehnten Schritt in Richtung Living History gemacht. Für uns gab es die erste richtige, historisch korrekte Gewandung. Da meine Darstellung eine byzantinische Gewürzhändlerin ist, die es wegen der Liebe nach Berlin verschlagen hat (Jaha!), konnte ich meiner geheimen Passion nachgeben, die Lagerküche an mich reißen und recherchierte arabische Rezepte aus dem 13. Jahrhundert ins Leben zurückholen. Note to myself: Beim nächsten Lager für einen anderen Gewürzmörser sorgen. Holz suckt. 😉

Dann noch mein Rezept für Porridge aus der Mikrowelle – das ist fast mein tägliches Frühstück, inzwischen auch das des Kindes, das sich mit nicht mal sechs Monaten die ersten Löffel von mir ernörgelte. Es war auch der erste größere Artikel nach der Geburt. Vielleicht sieht man es ihm nicht an an, aber es steckt schon ein wenig Herzblut und Bloggerinnenleben-reclaimen darin.

Und darf ich diesen hier nennen? In unserer shiny-hochglanzpolierten (Food-)Blogger*innwelt ist ehrliche Reflexion selten. Und diese Rückschau ist doch recht persönlich.

3. Und welche drei aus anderen Blogs haben dich am meisten inspiriert?

Eigentlich nur zwei und es sind auch weniger Rezepte als eher die Blogs.

Bint Rhodas Kitchen – Jessica ist eine arabischstämmige, israelische Christin, die inzwischen in den USA lebt. Ich habe ihre wundervollen gebackenen Aprikosen nachgekocht. Ihre Gedanken zu Bomben, Attentaten und einem Leben in Angst führten mich endlich dazu, meine Ma’amoul zu backen. Wir sollten einfach mehr auf das was wir gemeinsam haben achten als auf das was uns trennt.

Forest Feast – das Blog selbst und die Kochbücher fand ich inspirierend. Mir gefällt der Mix aus Bunt und den Rezepten, das transportierte Feeling. Gerade ist noch Chanukkah, perfekt für einen Chanukkah-Leuchter aus Zitrusfrüchten. 😉 Im Angesicht der Weltsituation kann man den abschließend dann noch verwenden um ein paar Cocktails zu mixen und sich zu betrinken.

4. Welches der Rezepte, die du 2016 veröffentlicht hast, hast du selbst am häufigsten gekocht – und warum?

Eierkuchen zum Wohlfühlen. Und Haferbrei in tausend und einer Variante für mein #DailyPorridge. Beides ist selbsterklärend.

5. Welches Koch- oder Blog-Problem hat dich 2016 beschäftigt? Und hast du es gelöst?

Mein herausragendes Problem 2016 war: Fehlende Zeit. Ich liebe mein Kind heiß und innig und habe Einiges auf mich genommen, um es in die Welt zu setzen. Aber… mir fehlt schlicht Zeit. (Okay.. und Schlaf.) Ich habe direkt nach dem Mutterschutz wieder angefangen im Homeoffice zu arbeiten und ich hatte tatsächlich die spannende Theorie, dass das mit Baby ja bestimmt gut geht. Das Kleine schläft selig in seinem Körbchen, während Mama nebendran Texte tippt. Hat bei uns nicht funktioniert, es ist halt ein Baby. 🙂 Mein Kind ist absolut liebenswert und im Grunde recht unkompliziert: Es will Nähe und Aufmerksamkeit und ist nebenbei auch noch sehr aktiv. (Ächz.)  Inzwischen ist es fast neun Monate und beschäftigt sich auch schon ganz toll selbst, aber Mama oder Papa müssen bitte in Reichweite sein. Dass ich meine Arbeit dennoch gut geschafft habe in diesen Monaten ist der Elternzeit+ des Mannes und zahlreichen Freund*innen zu verdanken, die mir als Babysitter*innen geholfen haben. Ein ganz großes DANKE! <3 an diese lieben Menschen!

Das Foodblog kam  bei all dem leider immer zu kurz, auch wenn die Zahl der Leser*innen dennoch steigt. Mich ärgert es zum Beispiel persönlich sehr, dass ich mein bibliophiles Dauerblogevent “Lesehungrig” nicht weiterführen konnte. Ich hoffe sehr, dass ich es 2017 wiederbeleben kann. Nicht zu vergessen die Rezepte, die noch in Gedankenschubladen vor sich hin modern.

Eine Lösung dafür habe ich nicht – es sei denn jemand kann mir ab April 2017 einen Kindergartenplatz im Samariterkiez hier in Friedrichshain bieten – den bekommen wir nämlich einfach nicht. Im Dezember gab es die Absage vom einzigen Kindergarten, bei dem wir es immerhin auf eine offizielle Warteliste geschafft haben. Es bleibt also spannend, drückt uns die Daumen.

6. Was war deine größte kulinarische Neuentdeckung dieses Jahres – welches Lebensmittel, welches Rezept, welche Küchentechnik, welcher Geschmack hat dir eine völlig neue Welt eröffnet?

Das war nicht nur eine Sache, sondern viele: Trüffel (kann wirklich schmecken), Hirse (total lecker), Möhren (esse ich nur ungerne gekocht) & Süßkartoffeln (meiner Ansicht nach auch recht überschätzt), Lammherz (Da kam ich dank Food-Assembly dran. Sehr genial als Burger.). Je mehr ich meine Zunge mit essbaren Dingen bekannt mache, desto mehr stelle ich fest, dass Gefallen oder Nichtgefallen einer Zutat gar nicht so sehr vom Geschmack, sondern von Konsistenz und (für mich falscher) Zubereitungsart abhängen.

Technik: Ich war total begeistert, dass ich die Ma’amoul-Formen so problemlos nutzen konnte und das Gebäck perfekt geformt herausfiel. (Was zu Freudenschreien in der Küche führte.)

7. Was war der beste (oder lustigste) Suchbegriff, über den Besucher auf dein Blog gekommen sind?

Suchphrase, die ins Foodblog führte: “chefkoch Eichhörnchen Oktober 2016” (Eichhörnchenbraten? Ragù? Kekse?)

8. Was wünschst du dir und deinem Blog für 2017?

Ganz simpel: Mehr Erfolg. Mehr Leser*innen. Vielleicht auch mehr Kommentare, Feedback ist durchaus wichtig. (Mir ist klar, dass sich viele Kommentare in den letzten Jahren in die sozialen Netzwerke verlagert haben. Aber da gehen sie nach einiger Zeit und ohne Zusammenhang zum Artikel leider unter. Und ja, ich bin selbst jemand, der nur wenig Zeit zum Kommentieren findet. ein Teufelskreis. 😉 )

Kommt gut durch die Nacht, wir sehen uns 2017.

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10 Antworten

  1. Ulrike

    Gerade heute bei meiner Bilanz habe ich an dein Event gedacht. Ich wäre auf jeden Fall wieder dabei. Es gibt so wenige Events um der Sache Willen.

    Ich wünsche dir und deinen Herren alles Gute für 2017.

  2. So war 2016: #foodblogbilanz16 – Schmeckt nach mehr

    […] Shermins magischer Kessel […]

  3. Arthurs Tochter

    Ein wunderbares und gesegnetes neues Jahr, liebe Shermin!

  4. Sabine

    Was für ein toller Rückblick – danke fürs Mitmachen! (Aber kann es sein, dass Du den Link zu dem letzten der drei persönlich bedeutsamen Artikel vergessen hast?) Der Artikel mit dem Mittelaltertreffen war an mir vorbeigegangen, deshalb hab ich ihn jetzt schnell nachgelesen. Spannend! Und ich gehöre zu denjenigen, die sich sehr über eine Wiederbelebung des Lesehungrig-Events freuen würden! Dir wünsche ich jedenfalls ein tolles und erfolgreiches Jahr 2017!

  5. Shermin

    @Ulrike – Ach du Liebe. 🙂 Ich hoffe ich kann das Event ab spätestens Jahresmitte wieder angehen. Projekte in der Lohnarbeit gehen ja vor – aber ich schulde ja sowieso noch eine Zusammenfassung, die mir gedanklich die ganze Zeit im Nacken sitzt.

  6. Shermin

    @Arthurs Tochter – Danke! Dir und deinen Lieben auch!

  7. Shermin

    @Sabine – Gebe die Wünsche zurück, du schriebst ja auch, dass du zu wenig Zeit hattest. Der dritte Artikel ist dieser hier, also der Jahresrückblick. 😉 Und ich hoffe wirklich, dass ich das lesehungrige Blogevent bald wieder anschieben kann. In meinem Kopf lungern schon wieder zig Ideen herum.

  8. Daniela

    Danke für die Foodblogbilanz und ich drück die Daumen wegen Kita!
    Ich wüsste sogar etwas für dein Dauerevent, aber kam im gesamten letzten Jahr selbst nicht dazu… Falls es dich beruhigt 😉
    Viele Grüße,
    Daniela

  9. Doc.Eva

    Hi Shermin, ich wünsche dir und deinen Lieben ein glückliches Jahr 2017. GLG, Eva

  10. Franzi

    Liebe Shermin, ich wünsche dir ein gesundes, glückliches und fröhliches 2017 🙂 und dass sich bald ein Kindergartenplatz findet.

    Liebste Knuddelgrüße, Franzi

  11. Shermin

    @Daniela – Danke – je mehr gedrückte Daumen, desto besser! 🙂 Und schön zu wissen, dass du auch wieder beim Lesehunger dabei wärst.

    @Doc.Eva – Dankeschön, dir auch. Hoffentlich komme ich mal wieder zu einem Event im Reallife und wir sehen und da. 🙂

    @Franzi – Meine Süße, alle guten Wünsche und Gedanken in diesem Jahr auch für euch.

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