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Rezensionen und Vorstellungen von Kochbüchern

Eiscreme – Basisrezept ohne Ei nach Ben & Jerry’s

Ein Mini-Post ohne Bilder. Nur rasch das Grundrezept runtergetippt, damit ich das zukünftig nicht alles doppelt schreibe. 😉

Orientiert habe ich mich hierfür an der Icecream Base 2 aus Ben & Jerry's Homemade Ice Cream & Dessert Book*. Ich habe es ausgewählt, weil es kein rohes Ei enthält. Ich bin da immer so ein bissel Iiieeehbah davor. Mal sehen wie sich dieses Grundrezept bewährt. Mein erster Versuch war (mal abgesehen von einem riesigen Gepansche in der Küche, aber davon später mehr) jedenfalls ziemlich lecker.

Basisrezept für Eiscreme

350 ml Sahne
50 ml Vollmilch
65 g Puderzucker

Zubereitung der Eismasse

Die für 30 Minuten im Tiefkühlfach vorgekühlten  Zutaten vermischen, eventuell aromatisieren (für simples Vanilleeis zum Beispiel flüssiges Bourbon-Vanille-Aroma hinzugeben), in die Eismaschine geben und zu leckerem Eis rühren lassen.

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Jubiläums-Blog-Event LVI: Chocolate-Pistachio Cake nach Nigella Lawson

Irgendwie häuft sich hier im Foodblog derzeit der Süßkram. Sei`s drum. Zum Geburtstag habe ich wunschgemäß dieses tolle Buch bekommen. "How to be a domestic goddess" von Nigella Lawson. Und da ich den Chocolate-Pistachio-Cake zum Familien-Geburtstags-Kaffeetrinken gebacken habe, ist er auch festlich und hübsch genug, um Zorra zum Jubiläum zu gratulieren. So ein schlankes Stück Schokoladenkuchen passt ja auch zum süßen Abschluss eines Brunchs perfekt, sonst fehlt einem ja was.


Das Buch ist übrigens a) wirklich toll (musste es schon gegen backlüsterne Nachbarinnen verteidigen) und b) total passend - weil ich ja auf meinem Status als Göttin durchaus bestehe. Ihr wisst dann schon wohin mit den kulinarischen Opfergaben, ja? Brillanten und Smaragde nehme ich neben belgischen Pralinen natürlich auch an. Bin ja gnädig. 😉

Göttlicher Chocolate-Pistachio Cake nach Nigella Lawson - Schokoladenkuchen ohne Mehl - für das Jubiläums-Buffet

Ich gebs zu, ein paar Sachen - aber wirklich nur ... äh... vier Kleinigkeiten - habe ich im Rezept geändert: Da ich nicht Unsummen für perfekte kleine Pistazien zahlen wollte, habe ich zwei Beutel mit gesalzenen gekauft und selbst geschält. Ich habe die Backzeit um 10 -15 Minuten reduziert, da ich Angst hatte, dass der Kuchen sonst von unten verbrennt. Ich achte beim Kochen und Backen sehr stark auf meine Nase und die sagte mir in dem Fall: raus mit dem guten Stück. Das Nigella-Icing mit "heavy cream" hätte ich mit Mascarpone machen können - ich habe aber statt dessen auf meine jahrelang erprobte und oft genutzte Schokoladen-Glasur mit Palmin zurückgegriffen. Oh und ich habe den Kuchen mit ein paar Himbeeren verziert. Da Nigella im Buch empfiehlt Himbeeren dazu zu servieren, habe ich sie direkt mit dem Kuchen vereint. Sozusagen als verführerisch rot-samtige i-Tüpfelchen.

Rezept für Schokoladen-Pistazien-Kuchen

150 g Pistazien (geschält)
150 g Zartbitterschokolade (70 %)
165 g Zucker
125 g Butter
6 Eier (getrennt)
1/2 Zitrone
Prise Salz

Für die Schokoladen-Glasur & Dekoration

2 - 3 Würfelchen Palmin
Puderzucker
echter Kakao
Kaffeesahne mit möglichst hohem Fettanteil
100 g frische Himbeeren
einige grob gehackte Pistazien

Zubereitung Chocolate-Pistachio-Cake

  • Schokolade grob zerbrechen, ins Wasserbad geben, schmelzen und abkühlen lassen.
  • Pistazien zusammen mit 1/3 des Zucker in der Küchenmaschine fein mahlen.
  • Die weiche Butter und weitere 1/3 des Zuckers hinzugeben und vermischen.
  • Die Eigelb zur Pistazienmasse hinzugeben und alles in der Küchenmaschine mixen. Nach und nach bei laufendem Motor die abgekühlte Schokolade hineinlaufen lassen.
  • Eine Rührschüssel mit der halben Zitrone ausreiben, das Eiweiß und das Salz hineingeben und aufschlagen. Wenn der Eischnee anfängt steif zu werden, während des Schlagens den restlichen Zucker hineinrieseln lassen.
  • Einen Teil des aufgeschlagenen Eiweiß zur Schokoladen-Pistazien-Masse geben und zur Auflockerung untermischen. Diesen Teig dann wiederum unter die restliche Eiweißmasse heben.
  • Eine große Springform mit Backpapier auskleiden - wie auf den Bildern zu sehen, habe ich das Backpapier gestückelt eingesetzt, das ging sehr gut - und den Teig einfüllen.
  • Im vorgeheizten Backofen (Umluft) bei 200° 15 Minuten backen, danach die Hitze auf 150° reduzieren und 15 Minuten weiterbacken. Garprobe mit Holzstäbchen machen und dann im heißen Ofen, mit nur leicht geöffneter Klappe komplett auskühlen lassen.

Zubereitung der Schokoladen-Glasur

Dieses Rezept ist ohne Mengenangaben, weil ich es immer nach Gefühl zusammenrühre. Zwischendurch muss man mal (ganz selbstlos versteht sich ;-)) probieren und schüttet immer eine der Ingredenzien nach Bauchgefühl nach. Heraus kommen soll eine dicke, cremige, absolut schokoladige Glasur, die sich problemlos verstreichen lässt. Die gleiche Schokoladenglasur (mit einem Hauch Rum versehen) nutze ich übrigens auch für Lukullus/Kalten Hund, bei Kühlschranktempertaturen härtet sie nach ein paar Stunden dann auch relativ gut aus.

  • Das Palmin im Wasserbad langsam schmelzen. Das Wasser muss hierfür nicht kochen, sondern nur heiß sein.
  • Kakaopulver, Puderzucker und etwas Kaffeesahne in einer Schüssel verrühren, nach und nach das gesschmolzene Kokosfett einarbeiten. Nach Gefühl weiter Zutaten hineingeben, bis man mit Geschmack und Konsistenz zufrieden ist.
  • Den abgekühlten Kuchen aus der Form lösen, auf eine Kuchenplatte setzen und die Oberfläche mit dem Schokoladen-Icing überziehen. Den Kuchenrand mit Himbeeren verzieren, eine in den Mittelpunkt setzen, die gehackten Pistazien locker verstreuen. Mjam.

Pistazien-Schokoladenkuchen-Fazit

Wie schon im Vorfeld gedacht, harmoniert die sanfte Salzigkeit hervorragend mit der dunklen Bitterschokolade, bzw. man kann sie allenfalls in der Ferne erahnen, schmecken nicht wirklich. Der Kuchen ist - obwohl ohne Mehl - wahnsinnig saftig, feucht und superschokoladig. Ich habe ja leider kein Vergleichsbild - im Backbuch sind leider nicht so viele Fotografien vertreten.  Ein bissel Probleme hatte ich dabei von Ounces und Cups in Gramm umzurechnen. Ich habe ein wenig hin und her gerundet, aber ich denke das passt schon ganz gut. Das Ergebnis war jedenfalls mehr als überzeugend und der Gatte stimmt für eine Wiederholung.

DKduW: Russische Piroggen mit Krautfüllung

DKDUW Nach ausgiebigem Rumgammeln am Samstag durfte mein Liebster sich aus einem bisher absolut unbenutzten Kochbuch ein Gericht für den Pfingstsonntag aussuchen. Seine Wahl fiel - sehr zur Begeisterung der mitkochwilligen syrischen Lieblingsnachbarin - auf russische Piroggen mit Krautfüllung. Leckere Piroschki - ich wäre ja eher für Pelmeni zu haben gewesen. Aaaaber versprochen ist versprochen. Deswegen bin ich diesmal zum ersten Mal beim DKduW (Dein Kochbuch das unbekannte Wesen) dabei, mit den russischen Piroggen und dem Kochbuch "Kitsch + Küche. Freundinnen aus aller Welt tauschen ihre Lieblingsrezepte aus" von Eva Maria Nitsche.

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Wir haben das Rezept ein wenig verändert (1 Ei mehr im Teig, weniger Zucker im Teig, Zugabe von Petersilie & Hackfleisch, weglassen einer geriebenen, heimtückischen Möhre in der Füllung, deutlich mehr Eier für die Glasur) und die doppelte Menge genommen. Ja, ja.. ich schätze das sind die arabischen Gene, die zum Überschwang bei der Nahrungszubereitung neigen.. *hüstel* Normalsterbliche mögen die Zutatenliste einfach halbieren.

Rezept für russische Piroggen mit Weißkrautfüllung

Teig:
2 Würfel Hefe (à 42 g)
500 ml handwarme Milch
1400 g Mehl
250 g Butter
3 kleine Eier (oder zwei große)
2 TL Zucker
1 TL Salz

5 Eigelb, verquirlt mit etwas Milch zum Glasieren

Piroggen-Füllung:
2 Zwiebeln
400 g Rindergehacktes
700-800 g sehr fein gehackter Weißkohl
6 hartgekochte Eier
2 TL frisch zerstoeßener bunter Pfeffer
Salz nach Belieben
etwas gehackte grobe Petersilie (absolut optional)
1 1/2 TL edelsüßer Paprika

Zubereitung der Piroggen

(Beim Teig habe ich mich zwar weitestgehend an die Zutaten gehalten (hey, mir fällt es echt schwer nach Rezept zu kochen ;-)), habe ihn aber anders als im Rezept vorgeschlagen zubereitet. Für mich hat sich halt die Methode "Vorteig erstellen - ruhen - einkneten - ruhen - verarbeiten - ruhen - backen" über Jahre bewährt. Die Anleitung klang seltsam, mit stundenlangen Gärprozessen - deswegen hab ich es so gemacht wie immer. Und was soll ich sagen: der Teig war perfekt. )

  • Mehl, und Salz in einer Schüssel vermischen, eine Mulde hineindrücken und aus etwas lauwarmer Milch, dem Zucker und der hineingebröckelten Hefe einen Vorteig erstellen. Abdecken und an einem warmen Ort ruhen und aufgehen lassen.
  • Wenn der Vorteig sichtlich aufgegangen ist, das restliche Mehl, die Milch, die Butter (gerne in der Mikrowelle etwas erwärmt und sehr weich) und die Eier mit den Händen hineinarbeiten, so dass ein geschmeidiger Teig entsteht. Zu einer Kugel rollen, zurück in die Schüssel geben und wieder abdecken und ruhen lassen.

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  • In der Zwischenzeit in einer tiefen Pfanne das Rindfleisch anbraten, die Zwiebel häuten, fein hacken und mitschmurgeln.
  • Die schmutzigen äußeren Blätter des Weißkohls ablösen und den Rest ihn in kleine Stückchen hacken. In ein Sieb geben, kurz abbrausen, Wasser rausschütteln, zu dem gegarten Fleisch geben und mit schmoren.
  • Die hart gekochten Eier schälen, fein hacken und und zu der fertigen Kohlfüllung in den Topf werfen.
  • Mit Gewürzen, Salz und Pfeffer abschmecken.
  • Den fertig gegangenen Teig zu dicken Würsten rollen, ca. 2 cm dicke Scheiben abschneiden, zu einem kreisartigen Gebilde 8ich krieg datt ja nie soo perfekt hin) ausrollen. 1-2 EL der Füllung hineingeben, zuklappen und die Ränder fest aneinanderdrücken, damit sie verkleben. Man kann die Teigränder mit etwas Übung auch verzwirbeln. Das sieht hübsch aus und ist praktisch.

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  • Die fertige Pirogge nun auf einem mit Backpapier ausgelegtem Blech entweder auf die Seite legen, so dass die Naht seitlich ist und die Pirogge wie ein Halbmond aussieht, oder die Pirogge auf den Rücken legen, so dass die Naht nach Oben zeigt. Es gibt auch Versionen wo die Piroggen auf dem Bauch, also auf der Teignaht liegen.  Die kleinen offenen Piroggenkunstwerke wurden von meiner Nachbarin geformt. Sehen toll aus, die Füllung wird so aber sehr trocken. Ihr seht, wir haben im Netz nach der korrekten Piroggen-Form gegoogelt. Das Ergebnis: macht was ihr wollt, is scho recht so.
  • Die Piroggen können ruhig recht eng auf dem Blech liegen, sie gehen beim Backen nicht mehr allzu sehr auf. Mit der Eiermilch und einem Backpinsel glasieren und im vorgeheizten Ofen bei ca. 180° ca. 20-25 Minuten backen.

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Vorsicht! Beim Naschen nicht an der heißen Füllung verbrennen! Serviert werden die Piroschki mit saurer Sahne, Schmand oder flüssiger Butter zum Dippen. Stilechte Getränke zum Runterspülen des relatvi trockenen, aber recht leckeren Gebäcks sollten vorhanden sein.

Wie haben die Piroggen nun geschmeckt?

Das Rezept ist sehr lecker, wenn auch etwas aufwändig. Alleine hätte ich diese Masse an Piroschki nicht machen wollen, wir haben auch zu zweit  schon Ewigkeiten in der Küche gestanden (und dabei Lieder gesungen). Alle anderen sind begeistert, mich hat es jetzt nicht sooooo wahnsinnig umgehauen. Den Teig fand ich allerdings wirklich perfekt - der war genauso, wie ich ihn mir vorgestellt habe. Lies sich wahnsinnig gut verarbeiten, klebte nicht, war elastisch, fluffig, ging aber nicht so sehr auf, dass er beim Backen die Formen sprengte. Den wird es mit anderer Füllung sicherlich nochmals geben. Die hartgekochten Eier finde ich absolut optional. Vielleicht bringen sie den richtigen Kick, wenn man die rein vegetarische Variante zubereitet. Bei einer Zugabe von Hackfleisch sind sie geschmackstechnisch absolut überflüssig.

Zum Kochbuch

Ich habe "Kitsch + Küche" zu Weihnachten von meiner Schwester geschenkt bekommen. Das Konzept finde ich toll, alles ist schreiend bunt und herrlich sakralkitschig-grell. Es hat einen handschriftlichen Notizbuch-Charakter und deckt kulinarisch sehr viele Länder ab. Die Rezepte sind von "Freundinnen" für das Buch verfasst, deren Namen auch kurz erwähnt werden. Allerdings war es das auch schon an Infos zu den Damen. Beispielhaft ist dieser Satz: "Ich heiße Chloé und das ist mein Lieblingsrezept: Pissaladière" Naja... ein großes Manko, dieses an sich sehr schönen Buches sind ebenso die fehlenden Bilder der Gerichte. Ich hätte mir wenigstens ab und zu sowas gewünscht, ich brauch sowas zum angucken, damit ich es auch wirklch lecker finden und nachkochen will. Illustriert ist das Kochbuch mit Schnappschüssen von Kitschbrocken der einzelnen Küchen und gemalten Bildchen - im selben Stil wie auf dem Cover. Find ich nett - bei der Fülle an Rezepten will ich aber auch mal was Gekochtes sehen.  Ingesamt also ein schönes Buch, für manche Leute auch das perfekte kitschig-kreischende Geschenk. Vertreten sind Lieblingsrezepte von Freundinnen aus Indien, Japan, Deutschland, Österreich, Italien, Marokko bis hin zur Türkei, Frankreich, Schweden, Afrika und Spanien. Mir gefällts jedenfalls ganz gut, ist von der Aufmachung her halt n richtiges "Mädels-Kochbuch" - auch wenn die Rezepte bodenständig sind und garantiert keine Diät-Salate beinhalten.

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