Frisch gebacken

Rezepte für Gebäck, Kuchen, Torten, Brot, Knabberkram aller Art

Knapp vor Schluss: Französischer Spargel-Crumble

Bevor das offizielle Ende der Spargelsaison Ende Juni erreicht ist, gibt es noch ein schnelles Rezept für Spargel aus dem Ofen – mit Steuseln drüber. Salzig natürlich. Die frankophile Susanne Magentratzerl hatte den Spargel-Crumble (warum will ich nur immer Rhabarber schreiben?!) vor ein paar Tagen verbloggt und berichtet, dass in Frankreich solche Gemüse-Gratins mit Streuseln sehr viel verbreiteter sind als hier in Deutschland.

Rezept für Spargel CrumbleEine wunderbare Idee, die ich mir direkt geklaut und nach meinem Geschmack modifiziert habe. Bei mir gab es gehobelte statt geriebener Mandeln – für etwas knusprigen Crunch. Keine Schalotten, etwas weniger Butter (keine Bange – fettarm wird es trotz allem nicht ;)) und statt den genannten Käsesorten gab es bei mir französischen Ziegengouda und Ziegenfrischkäse. Passt perfekt zum wunderbar gegarten, sanft buttrigem Spargel und ist in diesem Jahr mein absolutes Lieblingsgericht. So schön einfach und so gut.

französischer SpargelauflaufRezept für französischen Spargelauflauf

Da die Streusel auf dem Spargel auch Mehl enthalten, braucht es für mich da auch keine weitere kohlenhydrathaltige Beilage mehr dazu. Fleisch oder Fisch war bisher für uns die passende Ergänzung. Wenn man genug vom Crumble macht, geht er sicherlich auch allein als vollwertige vegetarische Mahlzeit durch. Köstlich genug ist er dafür allemal. Und wenn die Saison vorbei ist? Ich kann mir die Ziegenkäse-Streusel auch hervorragend als goldbraun-gebackene Krönung auf anderen Gemüsesorten vorstellen.

Streusel aus Ziegenkäse

Rezept für frz. Spargel-Crumble

600 – 1000 g weißen Spargel
120 g Ziegenfrischkäse
70 g Mehl
60 g geriebener Ziegenkäsegouda
40 g weiche Butter
40 g gehobelte Mandeln
etwas Butter für die Form
Meersalz
nach Gusto: frisch gemahlener schwarzer Pfeffer

Zubereitung

  • Spargel gründlich schälen, Enden abbrechen und in 4 cm lange Stücke schneiden.
  • In kochendes Salzwasser geben und 5 Minunten lang kochen.
  • Währenddessen alle anderen Zutaten in einer Schüssel mit den Händen verkneten.
  • Eine Auflaufform ausbuttern, den Spargel abgießen (Kochwasser eventuell für eine Spargelsuppe aufheben), gut abtropfen lassen und in die Form geben.
  • Den Ziegenkäse-Streuselteig gleichmäßig in gezupften Stückchen auf dem Spargel verteilen.
  • Im vorgeheizten Ofen (200° Umluft) auf mittlerer Schiene für gut 20 Minuten backen, bis die Käse-Streusel goldbraun sind.

Spargel Cobbler

Von mahnenden Blicken und leckerem Rhabarberkuchen mit Baiserhaube

Ich liebe Rhabarber. Ich freue mich jedes Jahr auf die Saison und auf Rhabarberpudding, Cobbler mit Rhabarber, Rhabarbermarmelade (Ja, ja, ich weiß. Technisch korrekt wäre es Konfitüre, keine Marmelade.) oder Rhabarberkuchen. Momentan geistert als Rhabarbertrend auch ein Rhabarbersirup durch die Foodblogs.Frisch gebackener Rhabarberkuchen mit Baiserhaube

Meine diesjährigen Rhabarbergelüste forderten diesmal allerdings einen etwas dickeren Rührteig mit versunkenen Rhabarberstücken samt Baiserhaube ein. Gedacht, getan und meine liebe Schwiegermutter konnte ich mit dem weichen Boden, den wundervoll säuerlichen Fruchtstücken und dem fluffig-lockeren, süßem Baiser auch noch sehr erfreuen. Freut mich wiederum. 🙂

Rhabarberkuchen mit BaiserhaubeEigentlich wollte ich das Rezept schon gar nicht mehr posten, weil das Ende der Erntesaison ja nicht mehr sooo weit entfernt ist. Heute war ich aber mit dem Liebsten auf dem Wochenmarkt am Boxhagener Platz, habe frische Erdbeeren, Spargel und einen tollen neuen Ring gekauft, mir Pfingstrosen vom Gatten schenken lassen, im Sonnenschein Milchkaffee in einem französischen Café geschlürft und irgendwo dazwischen wunderschöne und riesige Rhabarberstangen erblickt. Ich schwör es, die guckten mich mahnend an. Geradezu vorwurfsvoll, weil ich euch das Backrezept für diesen schönen Blechkuchen vorenthalten wollte.

Baiserhaube auf RhabarberkuchenRhabarberkuchen mit Baiserhaube und Sahne

Ich habe also quasi keine Wahl und ergebe mich willfährig. 😉 Außerdem ist die Baiserhaube eine gute Möglichkeit, um überzähliges Eiweiß zu verbrauchen – zum Beispiel von Eierlikör oder einer Hollandaise. Wir sind ja schließlich in der Spargelsaison. Eiweiß lässt sich übrigens hervorragend einfrieren und wieder auftauen.

Rezept für Rhabarberkuchen mit Baiserhaube vom Blech
(Ich nutze ein zusammenschiebbares Blech. Maße: 33 x 29 cm)

750 g Rhabarber (geputzt, in Stücken)
275 g Mehl
210 g Zucker
200 g weiche Margarine
4 Eier
25 g Speisestärke
2 gehäufte TL Backpulver
1/2 TL gemahlene Vanilleschote/Mark einer Vanilleschote

Für die Baisermasse

5 – 6 Eiweiß
200 g Zucker
1 gehäufter TL Speisestärke
1 TL Zitronensaft

Zubereitung

  • Mit der Küchenmaschine oder dem Handrührer Zucker und Margarine verrühren, danach die Eier einarbeiten und Vanille  hinzu geben.
  • Das mit Speisestärke und Backpulver verrührte Mehl nach und nach unterrühren.
  • Blech ausmehlen und fetten oder ganz einfach mit Backpapier auslegen.
  • Teig darauf geben. Die Rhabarberstücke darauf verteilen. Im vorgeheizten Ofen (Umluft) bei 175° auf der mittleren Schiene 40 – 45 Minuten backen.
  • Zwischenzeitlich das Eiweiß aufschlagen, den mit Stärke vermischten Zucker hineinrieseln lassen  und weiter schlagen. Zitronensaft untermischen.
  • Die Baisermasse auf dem noch heißen Kuchen verteilen, mit dem Löffel etwas strukturieren.
  • Kuchen zurück in den Ofen geben und 15 Minuten lang backen lassen, bis die Baiserhaube perfekt gebräunt und außen knusprig ist.

Wie bäckt man Rhabarberkuchen mit einer Baiserhaube

Blogevent Lesehunger: Zu Gast im tanzenden Täubchen

Endlich komme auch ich dazu – natürlich außer Konkurrenz – an meinem eigenen Lesehunger-Blogevent teilzunehmen.

Es gibt einen unglaublich riesigen Berg an grottenschlechter Fantasyliteratur. Zu meinem großen Glück fiel mir (via Mutter, Buchclub und meinem ungefähr zwölften Geburtstag) das Buch “Im Bann der Göttin” von Tamora Pierce in die Hände und machte mich mit der positiven Seite dieses Genres bekannt. Schnell hatte ich mich festgelesen und nach und nach gab es die restlichen Bücher (ich hatte den zweiten vor dem ersten Band erhalten) zu hohen Fest- und Feiertagen.

Es mag ja vielleicht komisch klingen, aber rückblickend hat mich diese Buchserie sehr geprägt. Tamora Pierce zählt mit ihren Jugendbüchern auch heute noch zu meinen absoluten Lieblingsautorinnen und mindestens einmal im Jahr nehme ich mir eine ihrer Buchserien vor und lese mich nochmal hindurch. Ich hatte aber nicht nur wegen ihrem Schreibstil und der guten Übersetzerin aus dem Amerikanischen Glück, sondern vor allem auch wegen der Figuren. Tamora Pierce selbst war von klein auf Fantasy-Fan und störte sich immer daran, dass nur Jungen die Helden waren. In ihren Büchern begegnet man deswegen wunderbar dreidimensionalen Heldinnen und spannenden Nebencharakteren, die ihre Stärken und Schwächen haben und sich entwickeln. Die Hauptfigur ist die rothaarige, zierliche und wenig fügsame Alanna. Sie wehrt sich dagegen, Röcke zu tragen und als edle Dame erzogen zu werden. Sie tauscht mit ihrem Zwillingsbruder Thom die Rollen, fälscht die Begleitbriefe und schafft es – verkleidet als Junge -, sich im Königspalast zum Ritter ausbilden zu lassen. Willensstark kämpft sie sich durch eine männlich dominierte, mittelalterlich-/renaissance-inspirierte Welt, in der auch Magie vor kommt, und erringt ihren Schild und Anerkennung.

Natürlich ist hier eine große Prise Eskapismus dabei – das Wegträumen in fremde Länder, Geschichten, Leben und Dimensionen, aber ebenso natürlich lassen sich viele Dinge auf unsere Zeit übertragen und teilen kleinen Mädchen und Frauen (und auch lesenden Jungs und Männern ;)) nebenbei ganz selbstverständlich mit: Ihr könnt alles erreichen was ihr wollt. Selbst wenn euch weisgemacht wird, dass ihr körperlich und geistig nicht dazu in der Lage seid, weil ihr “nur” Frauen seid: Wir sind alle Menschen und wir sind gleich. Jeder kann alles erreichen. Mit dieser Botschaft in Kopf und Herzen bin ich aufgewachsen und entdeckte meine Liebe zu dieser (leider oft belächelten) Literaturgattung.

Kurz nachdem Alanna mit ihrem bärbeißigen Diener Coram in der Hauptstadt einreitet, begegnet sie dem Schurken Georg. Dieser ist gerade erst seit einigen Monaten der König der Diebe und nimmt den “jungen Knappen” unter seine Fittiche. Hier schaut sich Alanna einige Kampftechniken ab und bringt später auch ihre adligen Freunde mit an den Hof des Diebes, der in der Schänke “Tanzendes Täubchen” abgehalten wird. Hier wird gezecht, verhandelt, Ränke werden geschmiedet, Informationen ausgetauscht, Söldner angeheuert, gefeiert, gewürfelt und sicherlich auch gehurt.  Der “Haushofmeister” am Hof der Diebe ist der alte Wirt Solom. Tamora Pierce neigt nicht dazu, Nahrung ausufernd zu beschreiben. Ich nehme aber an, dass die Küche – neben den in dem in den Büchern oft erwähnten Alkoholika wie Branntwein und schwerem Wein – gute, billige und handfeste Nahrung bereitstellte, so dass alle, die an den Hof kamen, bezahlbares und sättigendes Essen erwerben konnten. Vielleicht gab es neben Pasteten oder einem dicken Eintopf mit Wurzelgemüse, undefinierbaren Fleischstücken und fetten Scheiben Roggenbrots sogar Spießbraten für die, die ein wenig mehr Gold in der Tasche hatten.

Ich sehe den Schurken Georg förmlich vor mir, mit seinen kurzen braunen Haaren, den haselnussbraunen Augen, der interessanten Nase und dem etwas schiefen Lächeln: Immer wachsam an seinem angestammten Tisch und alles im Blick. Aber die Diebe sind nicht nur hart, sondern wissen auch zu feiern. Und wer feiert und das Leben genießt, der greift nicht nur zu Wein, sondern weiß zu später Stunde bei einem Becher Wein auch süßes Gebäck zu schätzen. Gedanklich war ich früher oft dort, ich kann mir gut vorstellen wie Alanna/Knappe Alan nach einem langen Tag in den Übungshöfen aus der Burg in die Stadt schlich, inmitten all dieser verschiedenen Menschen in der Gaststube saß und im Schein der Kerzen und des flackernden Kaminfeuers genüsslich-unbekümmert in eine Apfelpastete biss. Mit dabei natürlich immer ihr schwarzer Kater namens Immertreu…

Das Rezept für den Pastetenteig habe ich fast unverändert aus dem Büchlein “Süße und pikante Pasteten”*  der Anne Wilson-Reihe übernommen. Der Teig ist wirklich traumhaft geworden, ließ sich genial verarbeiten und wandert hiermit ins Standardrepertoire. Ich habe mich allerdings absolut bei der Füllung verschätzt und viel zu viel gemacht (die Menge im Rezept ist schon korrigiert auf die Hälfte). Aber das machte nichts,  die Fruchtfüllung einfach in eine gebutterte Auflaufform gegeben und aus Teigresten noch ein paar ausgestochene Figuren drüber – schon war noch ein Cobbler fertig.

Pasteten dürften für die Zeit typisch gewesen sein und Äpfel ein gut erhältliches Lagerobst. Als kleine Besonderheit füge ich in Portwein getränkte Rosinen, etwas Zimt und ein paar Mandeln hinzu. Durch den Handel, den das Land Tortall mit vielen anderen Reichen tätigt, dürften solche Zutaten nicht ganz günstig, aber in etwas etablierteren Haushalten kein Problem gewesen sein. Und immerhin befinden wir uns ja am Hofe des Königs der Diebe, nicht?

Soloms Apfelpasteten “Immertreu”
(12 Stück)

Für den Teig
270 g Mehl
150 g weiche Butter
75  g Puderzucker
2-3 EL Eiswasser

Für die Füllung
2 Jonagored, geputzt ~ 400 g (Süß-säuerlich-saftig-aromatisch. Der duftete mich im Bioladen an und die Sorte soll auch ein guter Lagerapfel sein.)
50 g Mandelstifte
35 g Rohrzucker
25 g Rosinen
Portwein
1/2 TL Zimt
Zitronensaft

Zubereitung

  • Die Rosinen in etwas Portwein einlegen und einige Stunden ziehen lassen. Besser: Am  Vortag dran denken, sie auch wirklich einzulegen. 😉
  • Die schon gewaschenen und geputzten, allerdings ungeschälten Äpfel in kleine Würfelchen schneiden und in eine Schale geben. Mit etwas Zitronensaft bespritzen.
  • Zucker zu den Äpfeln geben und sie etwas Saft ziehen lassen.
  • Gewürze, abgetropfte Rosinen, 1 – 2 EL vom Einweichportwein und Mandelstifte mit den Apfelstücken vermengen. Beiseite stellen.
  • Mehl, Puderzucker und Butter in der Küchenmaschine oder mit dem Handmixer zu einer feinkrümeligen Masse verarbeiten.
  • Das Wasser esslöffelweise dazu geben und einarbeiten, bis ein glatter, geschmeidiger und gut formbarer Teig entsteht (wie sehr weiche Knete).
  • Ungefähr 2/3 des Teiges auf einer bemehlten Fläche dünn ausrollen und – zum Beispiel mit einem großen Glas oder einer Schale – große Kreise ausstechen.
  • Teig in die ausgebutterten Mulden eines Muffinblechs legen, teilweise etwas einfalten und zurecht drücken, damit es passend wird. Der Teig muss bis an den Rand der Muffinmulden heranreichen (siehe Bild).
  • Pastetenfüllung und auch jeweils etwas von der Flüssigkeit der Füllung hineingeben.
  • Restlichen Teig ausrollen und sechs kleinere Kreise als Pastetendeckel ausstechen. Aus diesen wiederum mit Ausstechern kleine Figuren ausstanzen, die den Deckel für die anderen sechs Apfelpasteten werden. (Pasteten brauchen immer ein Belüftung, aus der der Dampf der kochenden Füllung entweichen kann und dürfen keine geschlossene Decke haben.)
  • Deckel aufsetzen, bei den Kreisen vorsichtig mit einem Brötchenmesser am Rand die beiden überlappenden Teigschichten verstreichen und sanft andrücken.
  • Pasteten im vorgeheizten Ofen (Umluft) bei 175° für 20 -25 Minuten goldbraun backen. Danach noch ein paar Minuten abkühlen lassen (der Teig ist sonst noch etwas zu instabil) und dann erst aus dem Blech holen.

Tipp: Bleib Teig übrig, kann man die Reste einfach für einen kleinen Cobbler/Crumble zu einem späteren Zeitpunkt einfrieren.


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Orientalisches Fingerfood: Sigara Böregi / Zigarrenbörek mit Feta

Diese kleinen Pasteten aus Filoteig, versehen mit einer Füllung aus Feta und Kräutern, sind ein beliebter und selbst in deutschen Küchen inzwischen bekannter orientalischer Klassiker. Völlig zurecht, sind sie doch ein leckeres Fingerfood auf Partys, eine schöne Beilage oder ein guter Snack für unterwegs. Und ich mag sie auch deswegen so gerne, weil sie gewürz- und füllungstechnisch so wunderbar wandelbar sind. Ganz klassisch sind sie ja mit Feta und Petersilie – bekannt sind auch Füllungen mit Hackfleisch, Kartoffeln oder Spinat -, aber warum nicht mal mit Knoblauch, frischem Bärlauch, Dill, Frühlingszwiebeln oder gehackter Paprika?  Oder eben wie hier, als Vorspeise für mein Frühlingsmenü der Metro Kochherausforderung, mit etwas basilikumlastigem Pesto.

Doch obwohl die Zutatenliste sich wirklich angenehm kurz liest – man sollte den Arbeitsaufwand für dieses goldbraune Gebäck nicht unterschätzen. Man steht schon einige Zeit und pinselt ruhig und meditativ vor sich hin und faltet die verführerischen Röllchen. Wer da keine Geduld für hat, keinen krummen Rücken will oder einfach den Geschmack mag, greift als Alternative ganz einfach zu Blätterteig. Hier muss nichts mehr eingestrichen und großartig gerollt werden. Einfache kleine Päckchen als Pasteten tun es auch, wie man anhand des (grauenerregenden) Bildes in meinem schon vor vier Jahren verbloggten Rezept für arabische Blätterteigtaschen mit Schafskäse und Petersilie sehen kann.

Ein kleiner Tipp: Gerade die hauchdünnen Teigplatten des Teigs (der als Strudelteig, Yufkateig und Filoteig verkauft wird) trocknen sehr schnell aus. Bitte erst kurz vor der Zubereitung aus dem Kühlschrank nehmen und zurechtschneiden. Ich lege zwischen den Arbeitsschritten ein ganz leicht angefeuchtetes Tuch über den zugeschnittenen, auf seine Verarbeitung wartenden, Teig, damit er nicht austrocknet. Das Tuch darf nicht zu nass sein, da der Teig sonst zu viel Feuchtigkeit aufnimmt und nicht mehr nutzbar ist.

Zubereitung Zigarren-Börek
(für 12 Stück)

150 g Feta
60 g gutes (!) Pesto oder 2-3 EL gehackte, großblättrige Petersilie
2 Blätter dünnen Filoteig/Yufkateig/Strudelteig à 60 x 40 cm
neutrales Öl zum Einstreichen

Zubereitung

  • In einer Schüssel mit einer Gabel den Schafskäse zerdrücken und mit dem Pesto oder – ganz klassisch – mit der gehackten Petersilie  vermengen.
  • Die Teigplatten zurechtschneiden. Meine hatten eine Größe von 60 x 40 cm. Ich habe sie in der Länge gesechstelt, so dass ich Stücle à 10 x 40 cm herausbekamt.
  • Die oberste Teigplatte mit Hilfe eines Pinsels mit etwas Öl bestreichen. Dies sorgt dafür, dass die einzelnen Teiglagen sich beim Backen – ähnlich dem Blätterteig – abheben und knusprig aufblättern.
  • Einen gehäuften Esslöffel an ein Ende des Teiges setzen, anfangen einzurollen.
  • Ab ungefähr der Hälfte die Seiten einklappen, so dass die entstandene Röhre verschlossen ist.
  • Bis zum Ende einrollen. Auf ein mit Backpapier belegtes Blech setzen, so dass das Teigende unten liegt, und nochmals mit Öl bestreichen. Mit den restlichen Teigstücken nach und nach ebenso verfahren.
  • Im vorgeheizten Ofen (Umluft) für 30 Minuten bei 160° goldbraun backen.

Die tolle Anleitung zum Rollen der Sigara Böregi hatte ich übrigens aus dem Kochbuch “The New Book of Middle Eastern Food” von Claudia Roden. Eines der fünf Kochbücher, mit denen ich zu meinem Geburtstag letztens bedacht wurde. 🙂

Was Süßes für den Osterbrunch: Gebackene Osterhasen

Mein Begehr war nach einem Blick auf superniedliche kleine japanische Neujahrshasenbrötchen, die bei Pinterest an mir vorbei zogen, klar: Das will ich auch. Nur in irgendwie… anders. Und nachdem ich gerade meine Kochbücher von den drei Plätzen in der Küche in ein großes Regal im Flur umgezogen habe (Ha! Endlich habe ich die Dinger auf Augenhöhe und muss mich nicht um ein Tischbein winden, um da dran zu kommen und mit zu Klauen verkrümmten Fingern – natürlich! – das falsche Kochbuch da raus zu zuppeln.), war das die perfekte Gelegenheit, um dort nach dem richtigen Rezept zu stöbern.

Letztendlich bin ich dann in einem uralten Pasteten- und Brot-Backbuch von Gräfe und Unzer aus den 1980ern bei einem herzhaften Briochteig fündig geworden, den ich mich getraut habe so umzustricken, dass er für meine Rezeptidee passend ist. An noch nie erprobten Rezepten – gerade Backrezepten – herumzuschrauben ist ja immer so ein Ding. Aber ich war mal wieder ein Glückskind (gut, ich nehme mal stark an, dass ein wenig Erfahrung und Bauchgefühl da wahrscheinlich auch mit hineinspielen.. ;)) und alles hat geklappt. Belohnt wurde ich mit sehr leckeren gebackenen Osterhase und einem wundervollen, leicht süßen Briocheteig. Er erinnert mich stark an den Teig der Schokostütchen, den der Bäcker (der mit den tollen, weltbesten weißen Brötchen, die ich immer noch nach Berlin importiere) im Heimatort meiner Eltern in Duisburg immer macht. Habe ich hier immer schmerzlich vermisst und bin natürlich gar nicht auf die Idee gekommen, sowas selbst zu backen. Manchmal hat frau wirklich ein Brett vorm Kopf. Ich werde demnächst dann also noch eine Versuchsreihe mit Schokoladentropfen im Teig starten.

Die Füllung habe ich ja letztens schon als Rezept für Energiebällchen verbloggt.  Sie ist eine leckere Zugabe im zart-süßen Teig für die Osterbrötchen, aber kein “Muss”. Die  Osterhasen kann man natürlich auch ungefüllt backen und damit den Osterfrühstückstisch zieren.  Gut, optisch musste ich mich erst ein wenig einarbeiten. Die ersten Osterhasenbrötchen aus dem genialen Hefeteig haben eher an eine Mischung aus Gremlin, Katze und Pikachu erinnert und wurden prompt der Gattung der Wer-Flederhasen zugeordnet. Auch mit einem Essstäbchen kleine Augen oder so einzuprägen ist im Grunde überflüssig. Aber die letzten Exemplare sahen dann schon richtig süß aus.

Wer also noch auf der Suche nach einem schönen und im Grunde auch relativ simplen Rezept für Osterbrötchen in Hasenform ist, der sollte jetzt die Löffel spitzen.

Rezept für Hasenbrötchen
(Süßer Briocheteig – reicht für 16-20 gebackene Hasen)

475 g Weizenmehl
150 g Butter
125 ml lauwarme Milch
50 g flüssigen Honig
2 Eier (zimmerwarm)
7 g Trockenhefe (oder 25 g Frischhefe)
1/8 TL gemahlene Vanilleschote (oder Markt einer Vanilleschote)
großzügige Prise Meersalz

Zum Bestreichen: 1 Eigelb mit 1-2 EL Milch verquirlt
Optional: Füllung aus Haselnüssen, Honig und Pflaumen

Zubereitung

  • Die Hefe mit  der lauwarmen Milch verrühren und für ein paar Minuten beiseite stellen.
  • Die Butter schmelzen, abkühlen lassen und mit Eiern, Honig, Meersalz, gemahlener Vanilleschote gründlich vermengen.
  • Das Mehl in eine Backschüssel geben und mit dem Knethaken die Hefemilch und die Butter-Ei-Mischung einarbeiten.
  • Der Teig muss trocken und glatt sein – wie lockere, aber feste Knete und sollte sich problemlos vom Schüsselrand lösen.
  • Die Schüssel mit einem Tuch abdecken und den Hefeteig an einem warmen, nicht zugigen Ort für 30 Minuten gehen lassen.
  • Teig etwas zusammenstauchen, kleine Teigklumpen abnehmen. Wenn eine Füllung geplant ist, den Teig nun in ovaler Form ausrollen, etwa 1-2 cm dick. Falls nicht, dann direkt mit den Händen ovale Brötchen formen, die die Hasenleiber werden sollen.
  • Wenn Füllung gewünscht ist, dann diese mit den Fingern zu einem länglichen Klumpen formen, in die Mitte des Teiges legen, den Teig bündig darüber legen und durch festes Andrücken verschließen. Hasenbrötchen umdrehen und so die Naht verdecken.
  • Mit einer Schere (siehe auch Bild) in einem flachen Winkel zwei Mal an einem Ende einschneiden, so dass sich Dreiecke bilden. Das sind die Hasenöhrchen. Wer mag, kann diese noch ein wenig zurechtzupfen.
  • Brötchen mit etwas Abstand auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech geben, mit dem Eigelb bepinseln und auf den Hintern je einen kleinen Teigknubbel als Schwänzchen/Blume aufsetzen.
  • Bei 175° Umluft 15-20 Minuten backen, bis sie goldbraun sind. (Vorsicht – ich habe sie bisher nur mit Füllung gebacken, Zeit kann also variieren.)
  • Abkühlen lassen und damit zum Osterfrühstück oder -brunch überraschen. 🙂

Und da Zorra gerade umgezogen ist, bringe ich ihr virtuell gleich mal für ihre Blogwarmingparty ein paar Osterhasenbrötchen zum Einstand vorbei.

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