Geschenke aus der Küche

[Werbung] Mein 1. Kochbuch ist jetzt im Print bestellbar!

Hey, ihr Lieben.

Mein 1. Buch "33 süße Rezepte aus der Vorratskammer" ist jetzt überall auch als Printbuch bestellbar!

Shermin Arif
33 süße Rezepte aus der Vorratskammer
ISBN: 9783752606102
BoD, 2020
96 Seiten, 12 €

Kochbuch zum Wohlfühlen in Krisenzeiten

Inhalt: Inspiriert vom quasi-Lockdown und den Einschränkungen Anfang des Jahres, findet ihr hier 33 einfache und günstige, süße Wohlfühlrezepte von traditionell bis vegan. Die Auswahl erstreckt sich von Keksen & Konfekt bis hin zu Kuchen, Gewürzen, Getränken und kulinarischen Geschenken. Ohne fancy Zutaten. Meine Superfoods sind Mehl, Butter/Öl, Kakao und Zucker. 😋

Bestellt es, teilt es und erzählt vielleicht dem/der Buchhändler*in des Vertrauens davon? Vielleicht bestellen die es auch zur Auslage im Laden? Ich arbeite ohne Verlag, habe alles selbstgemacht & bin im Marketing ne Niete. 😅

Bezogen werden kann es ohne Versandkosten auch direkt bei BoD* (da funktioniert auch die Vorschau). Bei Amazon ist mein Buch* natürlich ebenfalls verfügbar (auch ohne Versandkosten - klickt bei "Taschenbuch" auf "2 Neu", dann bekommt ihr es angezeigt), da ist nur die Vorschau noch fehlerhaft.

Falls ihr ein Buch mit Widmung möchtet, meldet euch bitte bei mir via Mail. Das Buch kann auch bei mir kontaktlos in Berlin Friedrichshain abholt werden, wird aber in den nächsten Wochen auch in zwei Verkaufsstellen - eine davon in Mitte - ausliegen.

Falls ihr Journalist*innen oder Blogger*innen seid: Ihr könnt direkt beim Verlag ein Rezensionsexemplar bestellen. Ich freu mich!

Liebe Grüße

Shermin

*Werbung

Atraf al-tib – eine Gewürzmischung aus dem arabischen Mittelalter

Ich liebe Kräuter und Gewürzmischungen. Meine Hexenküche ist vollgepackt mit den verschiedensten Dosen, Gläschen und Verpackungen - randvoll gefüllt mit wundervollen exotischen Kräutlein und Gewürzen, die nur darauf warten, dass ich sie ihre Magie wirken lasse.

 

Atraf al-tib - eine Gewürzmischung aus dem syrischen Kochbuch "Scents and Flavors" aus dem 13. Jahrhundert

 

Versteht mich aber nicht falsch: Ich liebe simple, erdgebundene Gerichte, die nicht zu überladen daher kommen. Aber hier schon länger Mitlesenden wird aufgefallen sein, dass ich gerne meine eigenen Gewürzmischungen anfertige und beim Kochen darauf zurückgreife.

Ein Foodblog über Essensarchäologie...

Am Wochenende habe ich es endlich geschafft, mein neues Foodblog "Theophanu's Cauldron" mit dem Schwerpunkt historische Nahrung online zu stellen. Und - nicht lachen - ich blogge dort in englischer Sprache. Mal sehen, wie ich es langfristig handhabe, vereinzelt werde ich zumindest versuchen hier die deutschsprachige Version einzusetzen.
Für meinen ersten Artikel habe ich eine wunderbare Gewürzmischung aus dem syrischen Kochbuch "Scents and Flavors"* ("Al-Wusla ila 'l-Habeeb") ausgewählt, welches aus dem 13. Jahrhundert stammt. Ich nutze eine englische Ausgabe in der Übersetzung von Charles Perry, der eigentliche Autor des Werkes ist leider unbekannt. Da ich momentan vorrangig mit "Scents and Flavors" und einem anderen arabischen Kochbuch des 13. Jahrhunderts, dem "Kitâb al Tabîkh" (The Book of Dishes) von Al Baghdadi (als "A Baghdad Cookery Book"* ebenfalls in der Übersetzung von Charles Perry) arbeite, werdet ihr dem Namen noch öfter begegnen. Ich fangirle eher ungerne, das führt meist zu eher ernüchternden Ergebnissen. Aber Perry ist schlicht eine Koryphäe auf seinem Gebiet - er ist zum Beispiel auch beim legendären Oxford Symposium on Food and Cookery sehr aktiv.

 

Atraf al-tib - eine Gewürzmischung aus dem syrischen Kochbuch "Scents and Flavors" aus dem 13. Jahrhundert

 

Rezept für arabische Gewürzmischung aus dem Mittelalter

Verlässt man die eurozentrische Sichtweise, dass es im 13. Jahrhundert ja noch keine Kochbücher gegeben hat und sieht sich die arabische Lebenswelt an, stellt man rasch fest, dass es a) in diesem Zeitraum etliche Werke gibt b) es sogar noch deutlich jüngere Kochbücher gibt und c) hierauf durchaus auch europäische Werke aufbauen. Ein Beispiel hierfür wäre das "Púch von den chósten" ("Speisen auf Reisen"*) ein deutsches Kochbuch bzw. ein medizinisch-diätische Textsammlung aus dem 15. Jahrhundert, die wiederum auf der Übersetzung eines italienischen Medicus aus dem 13. Jahrhundert fußt, dessen Manuskript wiederum auf dem Arzneibuch "Minhaj al-bayan" aus dem 11. Jahrhundert basiert. Verfasst wurde das Minhaj von dem Baghdader Arzt Abu 'Ali Yahya ibn 'Isa b. Jazlah al-Baghdadi aka Ben Gesla (der Link führt zu einem Verkauf eines Buchexemplares bei Southebys und enthält eine Menge an Informationen zum Autor. Leider gibt es ja keinen Wikipedia-Eintrag in einer europäischen Sprache. Ich scheitere da leider an der Sprachbarriere).

Aber ich schweife ab.. Widmet man sich also diesen Kochbüchern, speziell dem Scents and Flavors, stolpert man da des öfteren über eine Würzung namens "mixed spices". So ominöse Angaben sind in mittelalterlichen Kochbüchern nicht ungewöhnlich, die Autor*innen gehen vom Wissensstand der Zeit aus. In diesem Moment weiß man halt, was da so regulär rein wandert. Kann ja keiner ahnen, dass wir uns da Jahrhunderte später nen Kopp drum machen. 😅 Erst dachte ich, dass ich hier vielleicht die Mischung für ein Kräutersalz nehmen kann, dass ich in Anlehnung an ein Rezept aus dem Kitâb al Tabîkh zusammengestellt hatte. Im Glossar stieß ich dann aber auf diese Anmerkung Perrys:

mixed spices: a spice mixture which probably varied by time and place. The name atraf al-tib, 'sides of scent', referred to the paper packets in which the spices were sold in markets. [...] " (Scents and Flavors, p. 155, glossary: mixed spices)

"Gemischte Gewürze: Eine Gewürzmischung, die wahrscheinlich je nach Zeitperiode und Ort variierte. Der Name Atraf al-Tib (Seiten des Dufts /duftende Seiten /Seiten des Wohlgeruchs?) bezieht sich auf die Papierpäckchen, in welchen die Gewürze auf den Märkten verkauft wurden. [...]" (Scents and Flavors, p. 155, glossary: mixed spices)

Er weist dann darauf hin, dass der unbekannte Autor tatsächlich zwei Fassungen dieser Gewürzmischung in seinem umfassenden Kochbuch festgehalten hat, weil sie so oft zum Einsatz kommt. Eine Version (chapter 4.4.) ist sehr reichhaltig und mehr eine Aufzählung mit vielen kostbaren Zutaten. Die andere (c. 2.14) ist zurückhaltender und Bestandteil eines (Heil-)Getränks. Perry kommt deswegen zu dem Schluss, das die Basisingredienzien sich wohl auf Ingwer, Kardamom und ein paar Nelken beschränken. Der unbekannte Autor setzt die Gewürzmischung übrigens vielfältig ein: in süßen Getränken (beispielsweise bei der zur Zubereitung des Heil- und Stärkungsmittels Oxymel) aber auch in herzhaften Gerichten wie Fleischbällchen aus Hühnerfleisch (c. 5.17), einem Rezept für persische Rübchen (c. 8.11) oder frittierten Gurken (c. 8.81).

Er benennt hierfür verschiedene Gewürze, wie Indische Narde, Betelnuss, Lorbeerblätter, Muskatnuss, Macis, Kardamom, Nelken, Hagebutten, Eschenfrüchte, Langen Pfeffer, Ingwer und schwarzen Pfeffer, allesamt einzeln gemörsert. ("spikenard, betel nut, bay leaf, nutmeg, mace, cardamom, clove, rose hips, ash tree fruits, long pepper, ginger and black pepper, all pounded seprately" (c. 4.4) )

Ich vermute, dass Atraf al-tib so ähnlich war wie das heutige Baharat (arab. "Gewürze"): Eine Würzmischung, die du eben bei dem Gewürzhändler deines Vertrauens gekauft oder nach familiärem Spezialrezept in der heimischen Küchen zusammengeklöppelt hast.
Für meine Version habe ich die Basiszutaten genommen und nach eigener Vorliebe um Kräutlein erweitert.

 

Mixed spices: Gewürzmischung "Atraf al-Tib" aus dem arabischen Hochmittelalter

 

Und an diesem Punkt stellte ich erschreckt fest, dass ich - basierend auf meinen Erfahrungen mit der arabischen Küche - auf den ersten Blick eine falsche Annahme getroffen hatte, da ich Rosenblätter statt der ungewöhnlicheren Hagebutten genommen hatte. Ich hatte die Zutat in einer Art Freudscher Fehlleistung in meinem Kopf schlicht falsch übersetzt (rose hips/rose buds). Aber wie man hier sehen kann, bin ich nicht die Einzige, die sich hier Fragen zu Hagebutten stellt. Wie mir inzwischen zugetragen wurde, haben die anderen 2 Übersetzer*innen des Textes ebenso wie ich gehandelt. Die aus dem Irak stammende Nawal Nasrallah, die unter anderem das Buch "Annals of the Caliph's Kitchens" verfasst hat, hat die Textstelle mit Rosenknospen übersetzt. Aufgrund des Tipps stieß ich in ihrem Buch Delights from the Garden of Eden (Glossary: Baharat, Seite 414) auf Rosenknospen in ihrer Übersetzung der Primärquelle und ihre Sichtweise, dass Atraf al-tib (oder Atraf al-teeb) ein Vorläufer des irakischen Baharat (Ha!) ist.

Aber zurück zu den Hagebutten als Gewürz. Bis jetzt sind mir Hagebutten noch nicht in arabischen Rezepten untergekommen, aber in Deutschland kennen wir ja Hiffenmark - eine seeeehr spezielle Sorte von Konfitüre, mit der in einigen Landesteilen auch Berliner Pfannkuchen gefüllt werden. Und wir alle kennen Hagebutten aus rotem Früchtetee (Na? Wer hat hier ein "roter Tee"-Trauma aus dem Schullandheim mitgebracht? Ich hatte Glück und mochte das Zeug, das in den verbeulten Metallkannen serviert wurde, immer recht gern). Hagebutten haben einen sehr hohen Anteil an Vitamin C und schmecken ziemlich säuerlich. Was mich vermuten lässt, dass sie als Gewürz eine ähnliche Geschmackseigenschaft wie Sumak* besitzen könnten.
Also entweder probiert ihr meine duftigere Variante mit Rosenblättern (die ja doch nicht so falsch ist, siehe weiter oben) oder ihr ersetzt diese durch 1 TL Sumak, bzw. besorgt euch getrocknete Hagebuttenschale und testet es damit aus - was ich sicherlich noch tun und hier ergänzen werde.
Ich habe diese Irrungen und Wirrungen hier dokumentiert, weil meiner Ansicht nach Überlegungen, Hinzulernen und Selbstreflexion zu unbewussten Annahmen zu einem transparenten wissenschaftlichen Prozess hinzugehören und eben eines sind: lebendige Forschung.

Ich mahle größere Mengen Gewürze übrigens nicht mehr stilecht im Mörser, sondern nehmen (zumindest, wenn ich daheim in einer modernen Küche bin) meine elektrische Kaffeemühle*, die einen entnehmbaren Mahlbecher hat. Entschuldigt, wenn ich euch da enttäusche, aber eure Handgelenke werden es mir danken. 😁

Ich empfehle euch zudem wirklich, so weit als möglich, die Gewürze frisch zu mahlen. Es ist einfach ein besseres Aroma. Der Duft von frisch gemahlenem Kardamom ist halt unvergleichlich und ungleich tiefgründiger. Mein Atraf al-tib habe ich bis jetzt für Gemüsegerichte, Dressings und als Gewürzbutter, die vor dem Braten auf das Hähnchenfleisch gestrichen wird, für Broiler eingesetzt.

 

Gebratenes Huhn mit Gewürzbutter

 

Rezept für Atraf al-tib

2 TL getrocknete Rosenblüten/Blätter von Rosenknospen (fein gemahlen)
1 TL grüne Kardamomsaat* (fein gemahlen)
1 TL getrockneter Ingwer (fein gemahlen)
1 TL schwarzen Pfeffer (fein gemahlen)
1 TL Langer Pfeffer* (fein gemahlen)
3/4 Macis (fein gemahlen)
3 Lorbeerblätter (fein gemahlen)
10 Gewürznelken (fein gemahlen)

Zubereitung

  • Alle fein gemahlenen Gewürze in eine Schüssel geben und gründlich miteinander vermischen.

 

  • Die arabische Gewürzmischung in ein gut schließendes Vorratsgefäß geben. Fertig. (Kein großes Hexenwerk, nur eine ellenlange Einleitung. 😅)

 


*Werbung. Afiliate-Links zu Amazon. Bei einem Kauf hierüber erhalte ich eine Vergütung.

Literatur:

Scents and Flavours: A Syrian Cookbook*, Perry, Charles (Übersetzer), New York University Press, New York 2020, ISBN: 978-1479800810


Delights from the Garden of Eden* (abbv., second edition): A Cookbook and History of the Iraqi, Nasrallah, Nawal, Equinox Publishing Ltd, Sheffield, 2018, ISBN: 978-1781798836

Printausgabe meines Kochbuchs im Oktober / Cover Reveal

Ihr Lieben,

ich hüpfe nur mal kurz herein. Momentan werkel ich im Hintergrund an meinem neuen Foodblog, das sich mit historischen Rezepten befasst und in englischer Sprache (ich höre meinen nervigen alten Englischlehrer lachen...!) verfasst sein wird. Aber ich wollte euch jetzt endlich das wunderbare, tolle neue Cover zeigen, dass die Printausgabe meines ersten Koch- und Backbuchs für Naschwerk zieren wird.

Cover des Kochbuchs "33 süße Rezepte aus der Vorratskammer"

Anfang Oktober kommt endlich mein Buch "33 süße Rezepte aus der Vorratskammer" als Printbuch heraus. Ich weiß selbst, dass es bei Kochbüchern besser ist, richtiges Papier in der Hand zu haben und hin und her blättern zu können.
Nachdem ich Anfang Juli das eBook hiervon herausgebracht habe, habe ich mich dann doch dazu entschlossen das Buch optisch nochmals zu überarbeiten und habe mich bei verschiedenen Selfpublishing-Verlagen umgesehen.

Wie ihr wisst, bin ich zuhause mit einem Kleinkind und mache alles alleine - es zog sich deswegen ein wenig. Momentan warte ich noch auf die Zusendung eines weiteren Testdrucks, ich war mit der Druckqualität der Bilder leider nicht zufrieden. Wenn jetzt alles stimmt, dann kann ich auf den Knopf drücken und das Buch wirklich, echt, richtig (Wow!) veröffentlichen. Ich vermute, dass das Buch in der zweiten Oktoberwoche erhältlich sein wird. Ich hoffe ihr drückt mir die Daumen und rührt vielleicht auch ein wenig die Werbetrommel für mich?

Eine ISBN habe ich auch schon, der Preis wird (aufgrund der nun höheren Druckkosten) bei 12 € liegen. Ich werde versuchen, mir eine Lösung einfallen zu lassen, wie ihr ohne riesigen Aufpreis über mich Bücher mit Widmung beziehen könnt. Kontaktlose Selbstabholung ist natürlich möglich. Und in eins, zwei Geschäften in Berlin werden die Bücher ebenfalls zum Kauf ausliegen.

33 süße Rezepte aus der Vorratskammer
Shermin Arif
BoD, 20220
ISBN: 9783752606102
96 Seiten, ~ 12 €

Liebe Grüße

Shermin

Mittelalterlicher Gewürzwein: Rezept für Vin d’Ambroisie

Vin d'Ambroisie ist ein göttliches Getränk aus Weißwein, Honig, Orangenblütenwasser und noch ein paar fruchtig-würzigen Zutaten. Der französische Name bedeutet auf Deutsch so viel wie "Ambrosiawein" - und da im alten Griechenland Ambrosia die Speise der Götter war, ist dies natürlich eine Anspielung auf den göttlich-köstlichen Geschmack.

Rezept für Vin d'Ambroisie

Glühwein - Hypocras - Gewürzwein - Claret

Gewürzten Wein kannte man natürlich schon im weinliebenden Altertum, die römische Version war als "Conditum Paradoxum" bekannt. Würzweine galten aber nicht nur als Genussmittel, sondern durchaus auch als Heilmittel - was man durchaus an dem Namen ablesen kann, mit dem gewürzte Rotweine im Mittelalter bezeichnet wurden: "Hypocras" ist hier eine Referenz an den bekannten griechischen Arzt "Hippokrates", der uns auch noch durch den hippokratischen Eid ein Begriff ist.

Mittelalterlicher Gewürzwein mit Honig und Orangenblütenwasser

Dieses Rezept für Würzwein brachte die liebe Handmaid im letzten Jahr von einer Reenactment-Veranstaltung auf der Brandenburg mit. Sie hatte diesen rezepttechnischen Schatz von einem französischen Paar erhalten, die Gewürzhändler aus dem Marseille des 13. Jahrhunderts darstellen, den "Meracators Massiliae".
Leider war es mir nicht möglich, eine konkrete Quelle für das Rezept frei zu legen (falls ihr eine habt: Bitte meldet euch!). Das besondere und geschmacklich hervorstechendste Merkmal an diesem wundervollen Gewürzwein (in unserer Mittelaltergruppe "Die Brandenburgunder" auch liebevoll "Mittelalter-Sangria" getauft 😉 ) ist nämlich das Orangenblütenwasser, in Kombination mit den fruchtigen Noten der Zitrusfrüchte und der Äpfel. Und natürlich der Weißwein.  Laut Sekundärquelle Wikipedia soll der Begriff "Claret", der eigentlich eine hellere/hellrosa Bordeauxmischung bezeichnet, in einigen Landesteilen wohl auch zur Bezeichnung von Gewürzwein aus hellen Trauben gedient haben.

Die meisten Rezepte für Hypocras, die ich kenne, nutzen zwar zahlreiche teure Gewürze, aber eben Rotwein und diesen oft in Kombination mit Rosenwasser. Orangenblüten finden sich hier nicht. Zitrusfrüchte sollten in Teilen Frankreich im Hochmittelalter aber eigentlich zu bekommen gewesen sein. Eine Spur habe ich: Im "Le Viandier", ein Kochbuch, stark beeinflusst von Taillevent, dem Leibkoch Karl des V. im 14. Jahrhundert, sollen laut einiger Quellen im Internet Orangenblüten Verwendung finden. Ich selbst besitze das Buch leider nicht, in einer inoffiziellen Online-Übersetzung von "Le Viandier" findet sich auch nur ein Hypocras-Rezept, und das ist mit Cassia-Blüten.

 

Mittelalter Reenactment - Berlin im 13. Jahrhundert

Falls irgendjemand das hier liest und genauere Einsichten hat, ich bitte wirklich darum mich daran teilhaben zu lassen. Denn ohne Beleg ist das Rezept leider nicht "a" (authentisch), sondern nur ambientig. Der Reiz des Reenactment oder sogenannten "Living History" mit Arbeit nach  Quellenlage ist es aber, möglichst nah die Zeit nachzuempfinden - das fängt beim Material und Herstellungsweise der Kleidung an und reicht bis zu authentischen Zutaten und daraus hergestellten Gerichten Aber egal ob dieses Rezept seinen Ursprung nun wirklich im Hochmittelalter hat oder nicht - probiert es aus, der Wein schmeckt wirklich ambrosiagleich. Leicht, fruchtig, aromatisch, nicht zu süß. Und besonders gut ist er in Gesellschaft von guten Freund_innen an einem lauen Frühlings- oder Sommerabend, mit ein paar klirrenden Eiswürfeln im Glas.

Ambrosiawein - Getränk der Götter

Rezept für Gewürzwein mit Honig & Orangenblütenwasser aus dem Mittelalter

Rezept für Vin d'Ambroisie (mittelalterlich anmutender Gewürzwein)

Mir wurde mitgeteilt (bitte mit französischem Akzent vorstellen): "Das Geheimnis dieses göttlichen Getränkes ist es, den billigsten und schlechtesten Weißwein zu nehmen, den man kriegen kann!" Für Franzosen heißt das wohl: Deutscher Wein. 😉 Hierzulande greift man vielleicht eher zu einem trockenen französischen Landwein.

1 l trockenen, billigen Weißwein
125 g Honig
2 Bio-Zitronen
2 Bio-Äpfel
6 Gewürznelken
1 EL Orangenblütenwasser*

Zubereitung

  • Äpfel und Zitronen heiß abwaschen und achteln.
  • Die geachtelten Früchte zusammen mit dem Weißwein, Orangenblütenwasser, Nelken und Honig in ein Gefäß geben. Ich nutze dafür gerne ein großes Drahtbügelglas.
  • Den Gewürzwein nun paar Stunden vergessen und ziehen lassen - bis der Honig sich aufgelöst hat.
  • Den Wein nun durch ein feines Sieb abseihen und auf saubere Flaschen ziehen. Fertig.
  • Der Ambrosia-Wein schmeckt am besten gut gekühlt und auf Eiswürfeln.
  • Gut abgeseiht und auf hygienisch saubere Flaschen gezogen hält sich der Vin d'Ambroisie ein paar Wochen im Kühlschrank und auch ein paar Tage außerhalb. Er ist auch ein wunderbar-köstliches Geschenk aus der Küche.

 

* Werbung. Affiliate-Link zu Amazon. Bei einem Einkauf hierüber erhalte ich eine geringe Vergütung.

Rezept für selbstgemachten Schokoladenpudding ohne Tüte

Weil es manchmal einfach ein simples und gutes Schokoladenpuddingrezept ohne Schnörkel und Chichi braucht.

 

 

Rezept für einfachen Schokopudding ohne Tüte

Schokopuding ohne Tüte

Wenn ich Schokopudding koche, greife ich meist ganz automatisch zur  Tüte. Warum eigentlich? Die Zutaten, die da drin sind (Stärke, Kakaopulver, Vanille) hab ich eh im Küchenregal stehen. Zucker und Milch müssen ja sowieso hinzugefügt werden. Das einzige Argument für die Tüte ist im Grunde die eigene Faulheit und Zeitmangel, um den ganzen Kram abzuwiegen - und das gestehe ich mir in manchen Situationen auch voll zu. Wenn aber die Zeit und Lust da sind, dann geht ein selbstgemischter Pudding ganz fix.

Dieses Rezept habe ich schon mal im Zusammenhang mit meinem Halloweenrezept für Friedhofspudding veröffentlicht - da geht es aber außerhalb dieser Saison ziemlich unter. Deswegen nochmals gesondert so. Wer es gerne superschokoladig und gerne ein klitzeklein wenig aufwändiger möchte, kann noch 20 g Zartbitterschokolade  in der erhitzten Milch schmelzen.

Schokoladenpudding selber kochen

Selbstgemachter Schokopudding Rezept

Puddingrezept für Puddingformen

Für den Alltag gieße ich den frisch gekochten Pudding meist einfach in kleine Schalen. Dieses Rezept für Schokoladenpudding wird aber so fest, dass es auch sehr gut für Puddingformen geeignet ist. Ich nutze so kleine Portionenpuddingförmchen* aus Plastik, so dass der Pudding nach dem Erkalten gestürzt werden und optisch noch ein wenig aufgepeppt werden kann - zum Beispiel mit selbstgemachtem Schokoladensirup, Früchten, Nüssen oder Zuckerstreusel. So wird aus einem einfachen Schokoladenpudding ganz schnell ein fancy Dessert.

Geschenk aus der Küche

Abgewogen und portioniert in kleinen Tütchen oder Gläschen verpackt - vielleicht noch mit ein paar zusätzlichen Spänen dunkler Schokolade darin - ist solch selbstgemachtes Puddingpulver, das frei von künstlichen Aroma- und Konservierungsstoffen ist, auch ein hübsches Geschenk aus der Küche.

Selbstgekochter Schokoladenpudding

Rezept für Schokoladenpudding

500 ml Milch
45 g Zucker
38 g Maisstärke
25 g echten Kakao
1 Prise Meersalz
optional: 1 Msp gemahlene Vanilleschote*

Zubereitung

  • Alle trockenen Zutaten abwiegen und in einer Schüssel miteinander vermengen.
  • Das so entstandene Puddingpulver mit einem Teil der Milch anrühren. Ich nehme dazu so einen Spiralschneebesen*, der speziell für Saucen geeignet ist.
  • Die restliche Milch in einem Topf zum Kochen bringen, vom Feuer nehmen und die Mischung einrühren.
  • Den Topf zurück auf den Herd geben und den Schokoladenpudding bei geringer Hitze und unter Rühren für 2 Minuten kochen. (Auch hier rühre ich am liebsten wieder mit dem Spiralbesen, der gut über den Topfboden gleitet, so dass weniger Pudding anbacken kann.)
  • Den Pudding in einzelne Gläser, eine große, flache Schale oder kalt ausgespülte Puddingformen füllen.

Wie kocht man Schokopudding

*Werbung. Affiliate-Link zu Amazon. Bei einem Einkauf hierüber erhalte ich eine kleine Vergütung.