Grünzeug

Total leckere Rezepte für frische Salate, Gemüse und anderes knackiges Grünzeug

Blitzschnell selbstgemachte Milchalternative: Rezept für pflanzlichen Milchersatz aus Haselnüssen oder Mandeln

Ups! Die liebe, vegan lebende Freundin kommt zum Kaffee vorbei - und du bist nicht mehr zum Einkaufen gekommen, willst ihr aber nicht nur nen Pott schwarzen Kaffee vor die Nase setzen?

 

Rezept pflanzliche Milchalternative

 

Kein Problem! Ein Griff in die Vorratskammer, geriebene Haselnüsse, Mandeln oder Kokosraspeln gezückt und ab geht es in die Küche. Innerhalb von wenigen Minuten kann man nämlich einen veganen Milchersatz selbst herstellen. Ganz ohne vorheriges stundenlanges Einweichen.

Haselnuss- & Mandeldrink selber machen

Okay.. okay. Ich gebe es zu, dieses Szenario ist mir zwar genau so passiert, aber in Zeiten von Covid-19 eher unwahrscheinlich. Heute sieht es wahrscheinlich eher so aus, das man leicht verwildert und mit verquollenen Augen einen Blick in die Vorratskammer wirft, leicht quietschend feststellt, dass die Milch alle ist und hektisch nach Alternativen sucht. Alternativen die beinhalten, nicht einkaufen gehen zu müssen. Kleiner Hinweis: Die eigene Kuh in der Etagenwohnung ist in den meisten Fällen nicht die Lösung. 😉

Und ob nun für den Pudding, den Kuchen, den Kaffee, als Kakaogrundlage fürs Kind oder für die goldene Milch mit Kurkuma zum  Tagesbeginn: Alternativen aus pflanzlichen Zutaten können wirklich gut schmecken. Ich habe in den letzten Jahrzehnten einige probiert. Mit Soja- und Haferdrinks bin ich ich nie so recht glücklich geworden. Cashew- und Haselnussdrinks hingegen fand ich sehr ansprechend. Aber selbst die besten gekauften Nussdrinks stinken gegen die selbstgemachten Versionen erstaunlicherweise ab. Mal ganz davon abgesehen, dass das Selbermachen unglaublich viel günstiger ist: frischer Milchersatz aus simplen gemahlenen Haselnüsse ist so köstlich - vor allem, wenn man ihn dann vielleicht noch mit Kakaopulver vermählt. Das hat was von trinkbarer Schokoladencreme. Mein vierjähriges Kind half mir vor ein paar Wochen bei der Herstellung eines Milchersatzproduktes aus Haselnüssen. Die erstaunten Fragen zwischendrin und das anfängliche "Blergh!" verwandelten sich nach dem Mixen ganz schnell erst in ein nachdenkliches "Hm!" und dann in ein "Maaaamii? Darf ich das mal probieren? *schlürf schlürf* Das ist ja voll lecker!"

Im Grunde benötigt man nur das Ausgangsprodukt der Wahl, wie zum Beispiel geriebene Haselnüsse, geriebene Mandeln oder auch Kokosraspeln, Wasser, einen leistungsfähigen Pürierstab (oder einen sehr leistungsfähigen Mixer), ein sehr feines Teesieb und - rein optional - etwas zum leichten Süßen und eine Prise Salz.

Falls ihr euch übrigens über die etwas seltsamen Bezeichnungen wundert, von   "Haselnussmilch" oder "Mandelmilch" darf man nicht mehr sprechen, da die Verwechslungsgefahr mit echter Kuhmilch aufgrund des Namens zu hoch ist... Also nicht wundern, dass ich deswegen die hier im Rezept vorgestellten pflanzlichen Milchalternativen etwas umständlich als "Haselnussdrink" und Ähnliches bezeichne.

 

Rezept für selbstgemachten Haselnussdrink

Selbstgemachte pflanzliche Alternativen zu Milch

Ich habe bisher nur mit geriebenen Mandeln und Haselnüssen herumprobiert. Mit Cashews oder Walnüssen kann ich mir das Rezept auch hervorragend vorstellen. Und anderswo habe ich auch gelesen, dass man sich so seine eigene Kokosmilch herstellen kann, die genau so gut ist, wie die im Tetrapak oder aus der Dose. Die ausgepressten Nussreste kann man übrigens hervorragend in den nächsten Kuchenteig oder ein selbstgemachtes Granola werfen oder bis zum Gebrauch einfrieren. Das Rezept ergibt ungefähr 500 ml Nussdrink. Ich fülle die Nussdrinks nach dem Abkühlen in ein großes Schraubglas und bewahre sie im Kühlschrank auf - da halten sie sich ein paar Tage, sollten aber bald verbraucht werden.

 

Wie macht man selbst eine pflanzliche/vegane Milchalternative

 

Blitzrezept für Haselnussdrink

Für circa 500 ml pflanzlichen Milchersatz

75g geriebene Haselnüsse (oder Mandeln)
550 g kochendes Wasser
1  TL Reissirup, Agavendicksaft oder Honig
1 Prise Meersalz (fein)

Benötigtes Equipment: Leistungsfähiger Standmixer* oder Pürierstab*, feinmaschies Sieb*, Mixbecher, Flaschen/Gläser*

 

Zubereitung

  • Die Nüsse  oder Mandeln in einen Mixbecher mit hoher Wand geben und mit dem kochenden Wasser übergießen.
  • Gründlich umrühren, 5 Minuten stehen lassen und dann für mindestens 30 Sekunden mit einem leistungsfähigen Mixstab* pürieren. Dabei die Masse wiederholt gründlich durcharbeiten.
  • Die milchige Nussflüssigkeit nun durch ein engmaschiges Sieb filtern (ich nutze hierfür ein sehr feines Teesieb*). Rührt man dabei mit einem Teelöffel, geht es leichter. Die gemahlenen Nüsse auch gut auspressen.
  • Falls gewollt, jetzt 1 TL Reissirup und 1 Prise Salz unterrühren, anschließend den Nussdrink in ein sauberes Schraubglas oder eine Flasche* umfüllen, verschließen. Nach dem Abkühlen im Kühlschrank lagern.
  • Bleibt der pflanzliche Milchersatz länger stehen, setzen sich verschiedene Schichten ab. Vor Gebrauch das Glas einfach gut schütteln.

 

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Rezept für Kürbispürree aus dem Backofen

Für viele ist die Herbstzeit eine Zeit der Rückbesinnung, des Einkuschelns, Teetrinkens und Kekseknabberns. Aber auch die Ernte will verarbeitet sein - und für mich ist das Einkochen und Haltbarmachen von Gemüse und Obst quasi mein Zen, meine Rückbesinnung, meine Form von Reclaiming via Küchenmagie.

Rezept für Kürbispüree aus dem Ofen (homemade pumpkin puree)

Pumpkin Puree - Kürbispürree für Pies, Kuchen & Kekse

Kürbispürree benötigt man zum Beispiel - zusammen mit Pumpkin Pie Spice (Kürbiskuchengewürz) für den klassischen Pumpkin Pie, für Pumpkin Bread (süßes Kürbisbrot) oder auch herzhafte Kürbisbrötchen - auch Suppen können hieraus blitzschnell gezaubert werden. In den USA bekommt man eingekochten Kürbis ganz simpel als Zutat in der Dose zu kaufen, hierzulande muss man selbst ran und kann das fertige Kürbispüree - falls gewollt - auch noch schnell einwecken. Ist ja auch nicht das Schlimmste.
Kaufe ich selbst Kürbis für Suppen, oder um eben das klassische amerikanische "pumpkin puree" zu kochen, greife ich am liebsten zum Hokkaido-Kürbis. Diese Kürbiszüchtung hat nämlich neben wunderbar tieforangem Fleisch auch eine genießbare Schale und braucht deshalb nicht geschält werden. Hier habe ich heute eine andere Sorte verwendet, eine Nachbarin brachte mir einen halben Monsterkürbis aus dem Garten ihrer Schwiegereltern vorbei. Ich tippe auf einen Muskatkürbis.. Allerdings war die Schale so erstaunlich zart und das Fleisch so hellorange (ja, ausgereift war er), dass ich mir bei der Sorte nicht ganz sicher bin. Bei den sonst von mir hergestellten kleineren Mengen würfele ich normalerweise den Kürbis und gare ihn im geschlossenen Topf mit etwas Wasser weich. Bei diesem Riesenkürbis habe ich dann aber zur Ofenmethode gegriffen und war von der Praktikabilität begeistert.

Halloweenrezepte mit Kürbis

Kürbisse sind ein tolles Herbst- (und da so gut lagerbar) auch noch Wintergemüse. Anbei noch ein paar köstliche Kürbisrezepte aus meiner Küche, die natürlich thematisch auch wunderbar zum anstehenden Halloween-Fest passen. Zum Beispiel klassischer Pumpkin Pie mit Walnüssen (Kürbiskuchen), Pumpkin Snickerdoodles (mit Zimtzucker ummantelte, softe Kürbiscookies), No-bake-Pumpkin-Cheesecake (ungebackener Kürbiskäsekuchen mit schnellem Keksboden) oder pikantes  Kürbis-Hummous mit geröstetem Knoblauch und Tahin.

Rezept für Kürbispüree aus dem Ofen (homemade pumpkin puree)

Rezept für Kürbispüree

  • Kürbis waschen, in grobe Segmente schneiden und mit einem Esslöffel die Innereien mit den Kernen aushöhlen. Wer mag, kann die Kürbiskerne aufheben, säubern und später noch im Ofen rösten.
  • Die geputzten Kürbisstücke mit der Schale nach unten auf ein mit Backpapier bezogenes Blech setzen und bei 175° (Umluft) für ca. 45 - 60 Minuten backen bis der Kürbis so butterweich ist, dass man problemlos mit einem Messer hindurchfahren kann.
  • Den Kürbis aus dem Ofen nehmen, etwas runterkühlen lassen und mit einem großen Löffel das weiche Fruchtfleisch von der Haut kratzen oder die Haut von Hand abziehen.
  • Das gebackene Kürbisfleisch in der Küchenmaschine oder mit einem Pürierstab zu einem feinen Mus verarbeiten.

 

Tipp: Kürbisse sind Naturprodukte und enthalten eigentlich genug Wasser. Die Bandbreite ist natürlich groß. Falls das Kürbispüree zu trocken ist, kann man nach und nach ein paar Esslöffel Wasser beim Zerkleinern hinzugeben. Ist das Püree am Ende zu wässrig, kann man es in ein sehr feinmaschiges Sieb geben und einige Zeit über einer Schüssel abtropfen lassen, das funktioniert hervorragend! Der aufgefangene Kürbissaft kann zum Beispiel eingekocht und als Suppengrundstock benutzt werden. Alternativ geht es auch, die Kürbismasse in einem Topf unter ständigem Rühren nochmals etwas einreduzieren zu lassen.

  • Jetzt kann das Püree sofort für Pies, Kuchen oder Kürbiskekse verwendet werden. (Oder mit etwas Butter und Gewürzen verfeinert als Beilage gegessen werden.)
  • Kürbispüree hält sich hygienisch abgefüllt im Kühlschrank ein paar Tage und lässt sich wohlverpackt auch gut eingefroren lagern. Da mein Gefrierfach nicht sooo groß ist, habe mein Kürbispüree in sterilisierte Gläser gefüllt und nochmals richtig in einem Topf eingekocht, damit ich immer welches zur Hand habe.

Kleine Ruhepause…

Hallo, ihr Lieben!

Ich trete gerade ein klein wenig kürzer. Viele andere Projekte laufen gerade nebenbei und ich habe gerade eine Operation an einer Hand hinter mich gebracht und bald kommt ja eh noch der Sommerurlaub. Zeit, um eine kleine Pause hier einzulegen - wie eigentlich fast jedes Jahr. Wir sehen uns wieder, wenn es wieder etwas kühler ist (vielleicht auch schon vorher, wenn ich ganz dringend etwas mit euch teilen muss! 😉 ).

 

Gartenkräuter aus dem Hinterhofgarten in Berlin

Zur Pause gibt es ein Foto von im schattigen Hinterhof gezogenen Gartenkräutern - zum Teil sind die auch in meinem neuen Hochbeet hier gewachsen. Diese Zusammenstellung aus Knoblauchrauke, Mibuna, Rauke, asiatische Blattsalate und Basilikum wanderte letztens in einen köstlichen Kräuterquark, den es zu Pellkartoffeln gab. Mjam!

Also genießt den Sommer, grabt tief in der Erde, schwimmt weit hinaus, wackelt mit den Zehen im Sand und genießt ganz viel tolles Eis!

Liebe Grüße & auf bald!

Frühlingsfrisch: Bärlauchpesto

Momentan habe ich meine Ernährung quasi auf Bärlauch umgestellt. Mein knuspriges Frühstücksbrötchen wird mit zitronig-pfeffriger Bärlauchbutter bestrichen und auch den Karfreitagsfisch (bei uns Goldbrasse und Regenbogenforelle) bekamen eine schicke Füllung aus Bärlauch und Butter.

Rezept für Bärlauchpesto mit Cashews

Pesto aus wildem Knoblauch

Und wer noch mehr Grün auf dem Teller will und auf dieses leicht scharfe, knoblauchige Aroma steht, kann auch ganz einfach seine Nudeln damit beglücken und schnell ein frühlingshaftes Pesto zaubern. Mit einem guten Pürierstab, der richtig Kraft hat, geht das wirklich wie von Zauberhand, während die Nudeln im Topf vor sich hin blubbern. Ich verwende für mein Pesto kein Olivenöl, ich habe immer den Eindruck, dass es durch das Pürieren dazu neigt bitter zu werden. Aber ihr könnt natürlich das Öl hineingeben, das ihr am Liebsten mögt (oder in der Vorratskammer habt). Auch bei den Nüssen könnt ihr nach Belieben variieren. Pesto kann man unter einer Ölschicht im Kühlschrank rein theoretisch ein paar Wochen aufheben, bei uns wird diese große Menge aber direkt großzgügig für eine ganze Packung (500g) Spaghetti verwendet.
Nach dem Abgießen einfach in einer großen Schale das reichhaltige Pesto unter die noch heißen Spaghetti heben - fertig ist dieses wundervolle vegetarische Nudelgericht. Wer mag, kann dazu noch einen kleinen Salat reichen.

Rezept für Bärlauchpesto

100 g frischer Bärlauch
70 - 100 ml Sonnenblumenöl
60 g geriebener Parmesan
1 Dose geröstete, gesalzene Cashews (150 g)
1/2 TL Meersalz (fein)
1/4 TL frisch gemahlener schwarzer Pfeffer

Zubereitung

  • Den Bärlauch waschen, etwas trocken schütteln und die Stiele entfernen. grob Stückeln und in eine hohe Schüssel oder Rührschüssel geben.
  • Etwas Öl dazu geben und mit einem leistungsfähigen Stabmixer pürieren, bis die Blätter und das Öl einen cremigen Brei ergeben. Bei Bedarf etwas Öl nachgeben.
  • 2/3 der gerösteten Cashewnüsse zum Pesto geben und fein pürieren.
  • Das letzte Drittel der Nüsse dazu geben und nur kurz pulsierend zerkleinern, so dass größere Stücke erhalten bleiben.
  • Mit einem Löffel den geriebenen Parmesan untermischen.
  • Das Pesto mit der heißen, abgegossenen Pasta in einer großen Schale vermengen und direkt servieren.

Es grünt so grün! Urban Gardening in Berlin {Werbung}

In Berlin ist ja nicht alles trist und grau - zwar sind durchaus einige Berliner Hinterhöfe plattbetonierte Steinplattenwüsten, aber manche entpuppen sich als wundervolle, verzauberte, grünberankte Schattenreiche voller Blüten und herrlich wucherndem Rankwerk.

Urban Gardening in Berlin: Tränendes Herz

Urban Gardening in Berlin

Wer brav bei mir mitliest, dem wird nicht entgangen sein, dass mich schon immer die Liebe zum Pflanzen, Jäten, Säen und zum Hegen und Pflegen von Pflänzchen umtreibt.
Ich hätte liebend gerne einen Schrebergarten hier in Berlin, aber dank steigender Preise und der Planung des Senats reihenweise Kolonien zu schließen und zu Bauland umzuwidmen, wird das wohl leider nichts werden. Meine Versuche, in einem in der Nähe gelegenen Urban-Garden-Projekt mitzugärtnern, scheiterten an der dort fehlenden Wasserversorgung und dem total entmutigenden Vandalismus. Wenn man an einem Tag noch einen leuchtenden Kürbis bewundert, der am nächsten Tag dann in matschige  Stücke zertreten zwischen Unrat gefunden wird, frustriert das einfach. Und andere Communitygärten hier im Kiez verstarben, weil die Brache nach Jahrzehnten des gekonnten Spekulierens endlich als Bauland interessant war. Immerhin leben wir in Berlin Friedrichshain...
Also konzentriere ich meine gärtnerische Energie momentan auf ein paar Flecken bei uns in den Innenhöfen und auf dem Balkon. Ich wohne in einem Berliner Altbau, hier fällt viel Schatten - nicht gerade günstig für mein seit Jahren stures Vorhaben, selbst Nahrung anzubauen. Aber auch hier kann man recht viel erreichen.  Blattsalate, Walderdbeeren, Kapuzinerkresse, Wildtomaten - und erstaunlicherweise Chilipflanzen gedeihen hier gut. Und die Klimaerwärmung trägt dazu bei, dass Pflanzen hier besser tragen. Mein Feigenbäumchen im Topf produzierte letztes Jahr tatsächlich zwei Feigen, Mein inzwischen fast zehnjähriges Mini-Granatapfelsträuchchen im Blumentopf, von dem ich dachte, dass es nur Blüten schiebt, trug plötzlich einen Granatapfel. Und die im Innenhof gepflanzte Hasel (sollten die nicht erst nach zehn Jahren tragen?) erfreute mich 2018 mit ihren ersten vier Haselnüssen.

Gärten der Kindheit

Diese gärtnerische Leidenschaft (und dieses Selbstmach-Gen) habe ich wohl zum Teil von meiner Omi geerbt. Ich habe intensive Kleinkinderinnerungen an ihren Schrebergarten in Leipzig. An den versteckten Sandkasten, an sommerwarme Sonntage, die nach Petersilienkartoffeln duften. An den schattenspendenden Kirschbaum, die Schaukel auf dem Gartenweg mit den dicken Holzperlen daran, den Birnbaum, von dem immer diese großen, duftenden, butterweichen Früchte fielen, die die Wespen lockten, die Beete voller Erdbeeren, die Reihe schwer tragender Johannisbeerbüsche (Omis Johannisbeergeleee auf dem Sonntagsbrötchen beim Frühstück mit der Familie - Noch so eine Erinnerung.), das Gefühl von stoppeligen Weizenfeldern unter nackten Füßen. Meine unangenehme Begegnung mit Liebstöckel, der Geruch klebte an meinen kleinen Händen und ich wurde ihn nicht mehr los. (Bis heute sind Liebstöckel und ich keine Freunde... 😉 )

Blühende Rosen aus dem Garten meiner Mutter

Und auch meine Mama hat ihren Garten geliebt - allerdings nicht als Nutzgarten. Sie liebte ihre Rosen und andere schöne Blumen. Das allerhöchste der Gefühle waren Kräuter, ein monströse großes Rosmarinstrauch und mein Weinstock, der in Duisburg bei meinen Eltern gut 30 Jahre lang an der Terrasse entlangrankte und kleine, süße Trauben produziert. Meine Schwester hatte die sehr schöne Idee, zwei von Mamas Rosenstöcken zur Beerdigung unserer Mama auf ihr Grab setzen zu lassen. So hat sie irgendwie uns und etwas von ihrem Garten bei sich, um den sich jetzt niemand mehr kümmern kann.

Hochbeet & Pflanztisch

In den letzten zehn Jahren habe ich alle Pflanzen immer auf den kleinen runden Tischchen um- und eingetopft, den der Großvater meines Mannes vor Jahrzehnten mal gebaut hatte. Das hat nicht nur für einen krummen Rücken, sondern auch für einen ständig mit Erde zugekrümelten und in der Pflanzsaison mit Töpfen vollgestellten Balkontisch gesorgt. Nicht so schön, wenn man sich ein paar Minuten hinsetzen, entspannen oder schlicht die Kaffeetasse abstellen will. Dank einer Kooperation mit Wayfair* konnte ich meinen Balkon jetzt im Frühjahr etwas aufrüschen. Ein altes, zugekramtes Regal flog raus und machte Platz für einen schon lange ersehnten Pflanztisch, der hier zu Beginn der Gartensaison noch sehr unberührt aussieht. Aber endlich habe ich alles zum Umtopfen, Einpflanzen, Hochbinden und Düngen an einem dafür zugedachten Ort gesammelt.

Hölzerner Pflanztisch mit Blumentöpfen, Anzuchttöpfen, Dünger und Pflanzen darauf

Die Säcke mit Erde kann ich unter dem Tisch und dem darunterliegenden Regalbrett verstauen, ebenso Töpfe, die unansehnlichen Pakete mit Hornspänen oder ähnlichem. Kleiner Krimskrams oder gut verpackte Samentütchen wandern ab jetzt in die Schubladen. Seitlich gibt es auch noch Haken. Der Pflanztisch* macht trotz aller Praktikabilität auch optisch viel her und lässt sich leicht von Erdresten reinigen. Ein paar neue Blumentöpfe* und dekorative Accessoires für den Balkon zogen auch noch bei mir ein. Mal sehen, wie viele Pflanzen ich in den Käfigen einsperre, oder ob ein Teil von Kerzen oder einer Lichterkette erhellt wird. Auch unsere Gartenbank bekam endlich eine neue Sitzauflage* in frühlingshaften Apfelgrün, so wir jetzt endlich bequemer sitzen können. Und ne hübsche  Steingut-Schale* einer sehr schönen französischen Serie ist für mich Küchenbegeisterte auch noch rausgesprungen. (Ich könnte ja ständig  Schüsselchen und Tassen kaufen. Meine Küchenschränke platzen aus allen Nähten. Geht euch das auch so?)

Apfelgrüne Auflage für eine Gartenbank

Das Kernstück meiner gärtnerischen Ambitionen ist allerdings dieses coole hölzerne Hochbeet*. Das Holz ist hochdruckimprägniert, ich habe im Baumarkt noch spezielle Noppenfolie für Hochbeete besorgt und es damit im Innenbereich ausgekleidet, damit das Holz nicht zu schnell verrottet. Ich habe mich absichtlich gegen die gern genutzt Teichfolie entschieden, da diese Weichmacher enthält, die ich nicht im Gemüse wiederfinden möchte.
Und warum ein Hochbeet? In unseren Innenhöfen läuft nämlich ein Nachbarskaninchen immer frei herum und frisst alles ab, was auch nur annähernd essbar aussieht. Darunter fallen für Bob, das Kaninchen, nicht nur Nutzpflanzen, sondern auch alle möglichen Blumen und blühende Bodendecker. Das Tränende Herz, das mir der Liebste zum Valentinstag zukommen ließ, steht extra erhöht, damit es nicht das grausige Schicksal der Vorgängerpflanze teilen muss. 😉
Mit dem Hochbeet kann ich nun also wieder versuchen Dinge anzupflanzen - ohne dass sie direkt weggeknuspert werden. Hinzu kommt, dass diese Anbauweise auch noch schonender für den Rücken ist.

Gemüse anbauen im Berliner Hinterhof: Hochbeet aus Holz

Tja, fotogener bekommt man ein hölzernes Hochbeet in einem schattigen Innenhof bei 6° Außentemperatur, und ohne schicke Begrünung drin, leider nicht abgebildet. Sorry - aber wenn ihr genau hinseht, erkennt ihr wenigstens als Bonus den flauschigen Hintern meiner nagenden Nemesis - natürlich direkt unter dem neuen Hochbeet. Ich glaube Bob ist hier eingezogen, vorhin genehmigte er sich wieder einen kleinen Snack, bestehend  aus meinen Primeln, und schlürfte das runtergelaufene Gießwasser von den Steinen. 😉

Nutzpflanzen im schattigen Hinterhof

Unser Innenhof, in dem ich immer mal wieder vor mich hin guerillagärtnere, liegt sonnentechnisch im lichten Schatten. Das heißt er ist schattig, aber hat noch indirektes Sonnenlicht. Hier wächst gut: Minze, Zitronenmelisse, Basilikum, Kapuzinerkresse, Koriander, Bärlauch, Knoblauchrauke, Blutampfer, Spitzwegerich, Rauke (Rucola ziehe ich immer gerne im Topf und schneide da den frischen Salat für uns), Senf (da kann man tatsächlich einfach die Senfsaat aus dem Gewürzregal nehmen und das hochgewachsene Grün dann später anbraten), Walderdbeeren, Chilis (ja, tatsächlich) und Wildtomaten oder kleine Cherrytomaten. Bohnen tragen leider nur gering. Asia-Salate, Kohlrabi, Pak Choi und Radieschen sollten eigentlich auch gelingen - damit werde ich dieses Jahr im Hochbeet den ersten Versuch waren. Auch Kartoffeln hatte ich vor ein paar Jahren vollkommen unbedarft mal in einem Topf angepflanzt und ein paar Handvoll geerntet.  Mein Kartoffelkorb in der Küche scheint unfreiwilligerweise der ideale Keimort für Kartoffeln zu sein.. auch setzt liegen da schon wieder ein paar schrumpelige Bio-Kartoffeln, die mit ihren herauswuchernden Keimen wie ein paar schützenswerte Aliengewächse aussehen und darauf warten, dass sie nach den Eisheiligen im Mai in die Erde dürfen.

Chili-Pflanzen mit Blüten und Chilischoten daran - gezogen auf dem Balkon im lichtten Schatten

Mein Kartoffelanbauversuch war damals allerdings nicht so ergiebig, bzw. die Kartöffelchen zu winzig. Vielleicht lag es wirklich am Licht oder an der Anbautechnik? Kartoffeln soll man ja sogar einfach in die Säcke mit Pflanzerde setzen können. Ich werde dieses Jahr jedenfalls einen erneuten Versuch im anderen Innenhof starten, wo deutlich mehr Licht ist. Dafür habe ich mir so spezielle Pflanzsäcke mit Eingriffsfenster zugelegt, aber zu diesem Versuch dann nochmal in einem gesonderten Eintrag mehr. Mais - ich habe letztens Popcorn gemacht und die Tüte mit den Bio-Maiskörnern sehr interessiert beäugt, die kann man nämlich einfach so nutzen, genau wie viele Gewürz - steht ebenso auf meiner Anbau-Liste wie Erdnüsse.

Falls ihr Lust habt: Erzählt doch mal, welche Anbaumöglichkeiten ihr habt? Lebt ihr auch in der (Groß)Stadt und verrenkt euch für ein paar Pflanzmöglichkeiten auf dem Fensterbrett oder dem Balkon? Oder habt ihr einen großzügigen Garten? Vielleicht eine Pflanzbeteiligung auf einem richtigen Acker? Welche Hacks und Erfahrungen habt ihr? Ich bin neugierig auf eure Gärtner*innengechichten!

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