Grünzeug

Total leckere Rezepte für frische Salate, Gemüse und anderes knackiges Grünzeug

Lanz kocht! – Sellerie

Wir sehen gerade mal wieder "Lanz kocht!". (Ja, mit meinen fortgeschrittenen 30 Jahren verbringe ich meinen Freitagabend vorm Fernseher und trinke heißen Kakao - mitten in Berlin. Schande über mich 😉 )
Und wie immer regt sich in meinem Liebsten und mir die Frage: Warum zur Hölle kochen die da alle ständig mit Sellerie?! Im Laufe der Sendungen verhunzten die anwesenden Sterneköche mit Vorliebe viele äußerst leckere Gerichte mit diesem Grünzeug. Zu meinem großen Entsetzen hat  Zacherl letztens irgendwann sogar Kartoffelbrei damit versehen. Hätte es nicht auch gerösteter Knoblauch darin getan?
Heute nun quält Cornelia Poletto eine arme Lamm-Bolognese mit Sellerie. Hab ich einen geheimen Trend verpasst?  Das arme Tier hat sein Leben für... für.. Sellerie gegeben. Meine kurdische Seele weint bei dem Gedanken ja fast.
Mal ehrlich - gibt es wirklich Menschen da draußen die es mögen, wenn ihre Speisen danach schmecken? Ich habe - freundeskreisinterne Umfragen - in vielen Jahren nur eine einzige Person kennengelernt die das lecker fand. Wie siehts bei euch aus?

Shermin

Spargelsalat mit geröstetem Sesamöl und Baconwürfeln

Momentan schwelgt ja eigentlich fast jeder geradezu wollüstig im Spargelgenuss. Ich verhele nicht, dass die Triebe dieses mehrjährigen  Gewächses auch zu meinen absoluten Favoriten gehören. Da wir an meinem Geburtstag eine kleine Grillorgie mit Lammfleisch und Hühnchen-Schaschlik-Spießen vollziehen wollten und meine Eltern auf der Fahrt hier her in der Nähe von Beelitz auf einem Spargelhof Pause machten und ca. 5 Kg Spargel mitbrachten, hatte meine Mom die Idee zu einem kleinen Spargelsalat. Keiner wusste so genau, was man da hineinwerfen muss, also haben wir improvisiert. Jeder lief mal an der Schüssel vorbei, schmeckte ab und gab eine Zutat hinzu. 🙂 Das Ergebnis war so lecker, das kein einziges Spargelstückchen den Abend überlebte.

Ich hab es dann letztens nochmal nachgekocht - allerdings nur mit Spargel vom Discounter (war trotzdem lecker) - und mir diesmal direkt das Rezept dazu aufgeschrieben.

Rezept für Spargelsalat aus grünem Spargel

Das hier vorgestellte Rezept für einen frischen Salat aus grünem Spargel kann man lauwarm oder kalt essen. Er eignet sich gut als edle Beilage zu Gegrilltem oder anderen Leckereien und das asiatische Würzöl aus gerösteten Sesamsaaten verleiht dem Ganzen eine angenehm leichte und nussige Note. Eine sanfte Exotik, die den Spargelgeschmack unterstreicht - einfach mal etwas anderes als Spargel mit Butter und Schinken. Als geschmacksintensivere Variante kann man auch noch ein wenig geriebenen frischen Ingwer hinzugeben.

Zutaten für den Spargelsalat

1 kg grünen Spargel
125 g Baconwürfel
Einige Tropfen geröstetes Sesam-Würzöl (erhältlich im Asia-Laden)
Saft 1/2 -1 Zitrone
Salz
frisch gestoßener bunter Pfeffer

Zubereitung des Spargelsalats

  • Die holzigen Enden der grünen Spargelstangen abschneiden und die Stangen unten ein wenig schälen. Im Gegensatz zu weißem Spargel wird grüner Spargel nicht komplett geschält. Die Schale ist zarter und kann zu großen Teilen mitgegessen werden.
  • Den gesäuberten Spargel in ca. 3 cm lange Stücke schneiden, in ein Sieb geben und kurz unter kaltem Wasser abspülen.
  • In einem Topf Wasser zum Kochen bringen, Salz, einen Teelöffel voll Zucker und die Spargelstücke hineingeben. Den Spargel darin bissfest garen. Öfters mal mit einer Gabel ein Stück Spargel herausfischen und probieren, damit er nicht zu Brei zerkocht.
  • Während der Spargel auf dem Herd kocht, in einer kleinen Pfanne die Bacon-Würfel auslassen und knusprig braten.
  • In einer kleinen Schale aus dem Zitronensaft, Salz, Pfeffer und dem Sesamöl die Marinade zusammenrühren.
  • Wenn der Spargel gar ist, abgießen und in eine schöne Schale geben, die zubereitete Marinade und die knusprigen Baconwürfel samt ausgelassenem Fett vorsichtig unterheben, damit der Spargel nicht zerfällt. Noch warm als Beilage zu Fleisch oder einfach etwas schönem Brot servieren.

Viel Spaß beim Lesen & eventuellem Nachkochen.

Shermin

Simple Food – Arme Ritter mit Gurkensalat

Ja! Ein Hoch auf das Acrylamid! - Auch heute gab es keine exotischen Kochorgien, sondern simple (und wirklich sehr leckere) "Arme Ritter". Wie ich beim Googeln gerade feststelle, essen die meisten Menschen dieses fetttriefende Kindheitsgericht allerdings süß? Ich bin ehrlich verwirrt - so sind sie mir in meiner Familie nie über den Weg gelaufen. Irgendwie gab es die immer als herzhafte Variante.

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Die Rezepte für die "poor Knights of Windsor" (zumindest sagt Tante Wiki, dass das die englische Bezeichnung ist) und den Gurkensalat sind so simpel und alltäglich, dass man sie ja immer so pi mal Daumen zusammenrührt. Ich versuch es mal zu rekonstruieren. Besonderheit bei den Rittern ist diesmal, dass ich kein Brot, sondern Böhmische Knödel genommen habe. Hier lagen noch knapp anderthalb Packungen rum, die als normale Beilage nur das Prädikat "geschmacksneutral" verdient hatten und so eine zweite Chance erhielten. Eine gute Entscheidung - das hat wirklich gepasst und die Knödelscheiben sind auch nicht zu durchgeweicht gewesen von der Eiermilch, wie es ja manchmal bei Brot passiert.

Rezept für "Arme Ritter"

3 Eier

altbackenes Brot in Scheiben nach Belieben

Milch

Salz

frisch gestoßener Pfeffer

neutrales Öl/Butterschmalz  für die Pfanne

Zubereitung

Eier, einen guten Schuss Milch & die Gewürze in einer Schüssel miteinander verquirlen. Eine Pfanne mit Fett erhitzen, währenddessen die ersten Scheiben einweichen. Mit Gabeln das in der Eiermilch eingeweichte Brot in die Pfanne geben. Von beiden Seiten goldbraun rösten. Hierzu wird einiges an Fett benötigt (leider, leider...)

Auf einem großen Teller mit Küchenkrepp abtropfen lassen. Nicht schon während des Bratens zuviel naschen oder die Zunge verbrennen.

Rezept Gurkensalat mit Joghurt-Dressing

1 1/2 Salatgurken

500g Joghurt

ein Schuss Sahne/Cremefine

Salz, frisch gestoßener Pfeffer, Dill

Zubereitung Gurkensalat

Die Gurken schälen und auf einem Reibeisen in dünne Scheiben hobeln. In einer Schüssel einfach die Gurkenscheibchen mit den Gewürzen und dem Jogurth verrühren. Ruhig sanft versalzen, die Gurken ziehen noch einiges vom Salz weg. Mit einem kleinen Schuss Sahne bzw. Cremefine abschmecken. Zusammen mit den noch warmen Armen Rittern vertilgen.

Achja... es war dann doch eine etwa zu große Portion für uns - einige der Ritter tummeln sich jetzt in meinen Kühlschrank. Dann habe ich morgen Früh die Gelegenheit die leckeren Teilchen doch mal mit was Süßem zu probieren. Ich glaube die sind wie geschaffen für Nutella. 😉

Liebe Grüße

Shermin

Indisches Möhrchen-Curry

Für meinen Mann bin ich seit dem Essen heute Abend definitiv zur "dunklen Seite" übergelaufen. Der Grund? Es gab Möhrchen. Gekocht. Eigentlich für uns beide (seit frühester Kindheit) ein kulinarischer Horror. Die einzig denkbare Steigerung davon: Möhreneintopf. Allein beim Gedanken daran wellen sich meine Magenwände.

Aber. ... Aber es gibt da natürlich eine Ausnahme, sonst wäre der Beitrag an dieser Stelle ja schnell zu Ende. In unserer Redaktion wird bei den gemeinsamen Mittagessen in letzter Zeit öfters mal gekocht, mittels des Kaminofens auf dem man wunderbar Schmorgerichte zubereiten kann. Hier begegnete ich letztens Karotten und anderem vegetarischem Getier in einer völlig neuen Form als der urdeutschen: bissfest, scharf gewürzt und mit Kokosnussmilch.

Und so begab es sich heute, dass wir in getrennten Töpfen rührten. Für meinen Liebsten gab es Brokkoli und Blumenkohl, für mich meine persönliche Freestyle -Möhrchen-Variante mit indischem Touch und als Beilage Salzkartoffeln.  Ich bin jetzt nicht gerade mit wehenden Fahnen zu den gekochten-Möhrchen-Fanatikern übergelaufen, aber so sind die verhassten Wurzeln für mich zum ersten Mal in einer essbaren gekochten Form und ziemlich lecker. Bestimmt auch mit anderem Gemüse (Zucchini, Paprika, Kichererbsen, Auberginen?) sehr lecker.

Rezept für exotische Möhrchen:

1 Bund Möhren

1 große Zwiebel

1 Knoblauchzehe

250 ml Kokosnussmilch

Butter/neutrales Öl

1 TL Curry

Salz,  frisch gestoßener Pfeffer, 1 Spritzer superscharfe Asia-Chili-Sauce

Zubereitung der Curry-Karotten:

Zwiebel grob hacken und in einem kleinen Topf mit etwas Butter/Öl anbraten. Die Möhren gründlich waschen, die Enden versäubern und in dicke Scheiben schneiden. Zu den angeschmorten Zwiebeln dazu gebben. Die Knoblauchzehe häuten, feinhacken und natürlich auch in den Topf werfen. Alles schön verrühren, damit nix anbrennt und jetzt die Kokosnusmilch, Gewürze (kräftig salzen) und evtl.  noch ein halbes Glas Wasser hinzugeben. Einige Minuten vor sich hin brodeln lassen, darauf achten, dass die Möhren nicht zu Matsch zerkochen sondern richtig bissfest bleiben. Dazu gibt es dann Kartöffelchen. 🙂

Hier noch ein Bild des Ganzen. Nicht wirklich ansprechend - aber ich schätze gekochte Möhren sind nun auch nicht unbedingt die besten Food-Fotoobjekte.

mohrchen