Berliner Freestyle-Küche, quer durch Kontinente & Zeitzonen

Happy Ostern – Holländisches Fastfood in Berlin

Erst einmal möchte ich allen Leserinnen und Lesern noch ein schönes Osterfest wünschen. Während ein Großteil der Bevölkerung Deutschlands heute zu familiären Zusammenkünften verdammt freudig geeilt war, haben wir schön ausgeschlafen, uns von der Sonne wecken lassen, gemütlich gefrühstückt und sind dann zum Stöbern auf dem (herrlich leeren) Antikmarkt am Ostbahnhof gefahren.

Während ich so durch die tollen Stände stöberte und verliebt alte Handtaschen mit Petit Point-Stickerei zu horrenden Preisen niederstarrte, machte mein Mann mich auf einen etwas verloren da stehenden orangen Imbisswagen aufmerksam, der mit folgenden Bildern warb:

dekroketje

Und bevor jetzt jemand gegen Fastfood wettert - Ich kann nur eines sagen: Meine kulinarischen Junkfood-Gebete wurden erhört!

Ich bin im Ruhrgebiet, nahe der holländischen Grenze aufgewachsen. Leckere Fritten, Frikandel oder Fleischkroketten mit "speziaal" gehörten da zum Aufwachsen dazu. Und wie das so im Leben ist: Man(n)/Frau will ja immer das haben, was man gerade nicht ergattern kann. In den Jahren in denen ich n Berlin lebe, wurde ich schon ab und an von der sehnsüchtigen Gier nach Fleischkroketten ergriffen, ohne hier welche ergattern zu können. Ich liebe diese frittierten holländischen Dinger mit der faserigen Füllung einfach und habe seit Ewigkeiten keine mehr bekommen.

Vleeskroket statt Osterlamm

Während also - wie schon erwähnt - halb Deutschland sich Kochorgien ergab, in Kaninchen-, Lamm- und Entenbraten schwelgte und dazu leckeres Gemüse aß, knusperten wir glücklich an wirklich leckeren Vleeskroketjes und Patat (endlich mal keine zu Tode frittierten, fettigen dürren Kartoffelstäbchen, sondern vom Stil her eher dicke belgische Fritten) bei "De Kroketje" . Dazu gab es dann Zwiebel- oder Pindasauce und noch eine kleine Plauderei mit den netten Inhabern, die den Laden gerade mal erst vor drei Wochen aufgemacht haben.

Holländische Spezialitäten in Berlin

Da den Berlinern die Küche des kleinen Königreiches an der Nordsee nicht ganz geheur zu sein scheint, bzw. die Kunde von dieser neuen lukullischen Möglichkeit noch nicht die Runde gemacht hat, haben die Besitzer leider etwas Absatzschwierigkeiten. An der Qualität der Waren liegt es wohl kaum, denn die empfanden wir als sehr gut. Ich fürchte ja fast hier zieht der Grundsatz: Wat der Bur net kennt, dat freet er nich. Also liebe Niederländer im Exil (von euch gibt es in Berlin doch sicher zahlreiche?) und Liebhaber der exotischen holländischen Frittier-Küche: Brav zu "De Kroketje" gehen, kaufen, knabbern, glücklich sein. 😉

Fleischkroketten und Frikandeln in der Mitte von Berlin

Die Palette der angebotenen Speisen reicht von frischen Patat über Vleeskroket, Goulaschkroket, Satékroket, Kipkorn, Frikandeln bis hin zu Bitterbollen, vegetarischen Sachen und Poffertjes. Sogar ein Paket Chocomel hab ich auf den Regalen sehen können. Leider ist die Homepage noch relativ inhaltsleer, sonst würde ich die verlinken, ein Eintrag von "De Kroketje" bei Qype scheint aber relativ aktuell zu sein und bietet auch viele Fotos.

Liebe Grüße,

Shermin

Edit: Die Homepage von "De Kroketje" ist seit heute online.

Angrillen – mit Mango-Salsa und leckeren Grillmarinaden

Mag sein, dass mich der andauernde Sonnenschein den ich am Wochenende (samt einer kleinen Sonnenallergie) inhalieren durfte, leichtsinnig gemacht hat. Aber mich hat das Grillfieber gepackt. Als eine gute Freundin gestern via Messenger verkündete, sie und ihr Liebster wären grad in Berlin und würden dann heute Abend doch ganz gerne  bei uns einfallen, war dies für mich der perfekte Vorwand den Grill zum ersten Mal in diesem Jahr wieder hervorzuzerren und zum Laufen zu bringen.

Rezept für Mango-Salsa

Deswegen schlummert seit heute Mittag schon eine große Schale genialst leckererMango-Chili-Salsa, versehen mit fein gehacktem Knoblauch und frischer Minze,  in meinem Kühlschrank. Also keine fertigekauften Grillsaucen, sondern was leckeres Selbstgemachtes. Diese fruchtig-scharfe-Knoblauch-Kombi passt perfekt zu Geflügel, ist hundertmal besser als gekaufte Sauce und harmoniert sogar mit nem Bratwürstchen. Einige Freunde von mir (jaa.... und ich selbst ;-)) nehmen die Salsa auch einfach als Brotaufstrich.  Ist ja fast wie ein Chutney - nur ungekocht.

Rezept für exotisch-fruchtige Mango-Chili-Salsa

1-2 reife Mangos (je nach Größe)
2 rote Paprika (grundsätzlich gehen natürlich auch gelbe, rot ist aber ein hübscherer Kontrast – das Auge isst mit)
1 große Zwiebel
4-8  Zweige frische Minze (nach Belieben dosieren)
2-4 Knoblauchzehen (je nach Vorliebe und Art des Knoblauchs)
~ 250 ml Orangensaft (100 % Frucht)
Meersalz, frisch gemahlener schwarzer Pfeffer, frische feingehackte Chili oder getrockneter Cayennepfeffer, Paprikapulver

Zubereitung der Mango-Chili-Salsa

  • Die Mango(s) und die Paprika mit einem scharfen Sparschäler schälen. Das Fruchtfleisch in Scheiben vom Kern schneiden, komplett zu kleinen Würfelchen verarbeiten und zusammen mit dem aufgefangenen Saft der Mango in eine Salatschüssel geben.
  • Minze waschen, trocken tupfen, von den Zweigen lösen und – ebenso wie  die Zwiebel und den Knoblauch – fein hacken und mit den Mango-Würfelchen verrühren.
  • Den Orangensaft dazu geben und mit den Gewürzen abschmecken. Abgedeckt im Kühlschrank noch etwas durchziehen lassen (kann gut am Vorabend vorbereitet werden) und vor dem Servieren nochmals abschmecken.

Die Mango-Salsa passt perfekt zu gegrilltem Huhn, aber auch als exotischer Touch zur profanen Bratwurst. Fleisch braucht dank der Salsa nicht vorgewürzt werden, sondern schmeckt pur dazu genialst. Diese fruchtige Salsa wird von Gästen auch gerne als Salat oder Brotbelag benutzt.

Leckere Grillmarinaden

Aber natürlich gibt es nicht nur Salsa, sondern auch Gegrilltes. Da heute keine Veggies da sind und wir uns am Anfang der Grillsaison befinden (sprich gegrilltes Fleisch einem noch nicht zu den Ohren raus quillt), gibt es heute Putenfilet und Schweinekotelett.  Die Pute schwimmt jetzt schon seit einigen Stunden in eine Asia-Marinade aus Sesamöl, 5-Spice-Powder, Knoblauch und dunkler Sojasauce vor sich hin. Das Schweinefleisch wurde zum Grillen in eine etwas dickere traditionellere Grillmarinade aus selbstgemachtem Senf, Gewürzen, Olivenöl und Zwiebelringen eingelegt.  Genauere Rezepte folgen dann noch. Habe mir brav notiert was ich alles hinein geworfen habe, will aber erstmal testen. 🙂

Was sind eure liebsten Grill-Rezepte? Ich hab ja so einige Sachen die inzwischen zum regelmäßigen Standardrepertoire gehören und sich über die Jahre bewährt haben. Zum Beispiel auch verschiedene selbstgemachte Dips und Brotaufstriche, die ich bei großen Grillparties eigentlich fast immer zusammenrühre, bzw. als leckeres Mitbringsel zu Freunden fürs Buffet mitbringe. Mein absoluter Favourite sind ja gegrillte Bananen mit Schokolade - das hat mir ne Freundin vor zwei Jahren gezeigt. Der perfekte (leider dezent kalorienreiche - neben Schokolade ist auch noch Sprühsahne involviert...) Abschluss für ein gegrilltes Gelage.

So... Besuch ist gleich da. Liebe Grüße

Shermin

“detox green” – Smoothies von true fruits

green_goldWir haben seit 2 Wochen einen neuen Supermarkt bei uns im Kiez. "Nah und Frisch" heißt der Laden und bietet tatsächlich zum Teil andere Produkte an als die Discounter im Umkreis. Es macht Spaß durch die Regale zu tigern und neue Sachen aufzustöbern. Im Kühlregal bin ich heute den Smoothies von true fruits begegnet. Die kommen zwar nicht aus der nahen Umgebung von Berlin, sondern produzieren in Bonn, sind aber scheinbar wenigstens frisch.

Besonders das Glasfläschchen mit dem Aufdruck "detox green", das inhaltlich einen Fruchtmix aus Ananas, Banane, Apfel, Limette, Minze und einer ominösen Frucht namens "Cajú" bietet, hatte es mir spontan angetan.

Der Preis von ca. 2,30 Euro für den Smoothie à 250 ml ließ mich allerdings einen Moment lang etwas geschockt schlucken, während mein Blick lüstern am grünen Objekt meiner Begierde klebte. (Ja, ich bekenne mich schuldig und gestehe: ich bin mit leckeren Obstsäften absolut verführbar...) Gekauft hab ichs dann natürlich doch. Geschmeckt hat es echt lecker: fruchtig-säuerlich, einen Hauch exotisch. Die Minze ist nicht zu aufdringlich, sondern nur sanft zu erahnen. Nur eines ist schade - der Smoothie ist viel zu schnell alle. Ich fürchte ich werde zur detox-Süchtigen mutieren und mir ab und an diesen Saft gönnen.

Ein Blick auf die Homepage des Herstellers verrät dann auch, dass der Preis nicht ganz ungerechtfertigt ist. Die fruchtigen Elixiere wurden  schon mit zahlreichen Preisen überhäuft und haben scheinbar eine sehr hohe Qualität.

Ein paar Klicks durch die Welt des Internet, hin zum allwissenden Wikipedia,verriet mit dann auch was genau ich unter dem wohlklingenden Namen "Cajú" da gerade meine Kehle hatte herabrinnen lassen. Ich vermute das es sich um Saft der Cashew-Frucht handelt. Ja, tatsächlich, der Cashewbaum bietet mehr kulinarische Genüsse als nur gesalzene Nüsschen in Blechdosen. Ich war auch sehr darüber erstaunt. (Noch erstaunter war ich darüber, dass man bei Wikipedia stur "Kaschu" statt dem gebräuchlicheren "Cashew" schreibt. Selbst in meinem Germanistikstudium ist mir diese kaum genutzte deutsche Vokabel nie begegnet. Aber gut - da ging es ja auch weniger um Kochrezepte. 😉 ):

"Kaschuapfel

"Kaschubäume besitzen einen fleischig verdickten Fruchtstiel (Arillus), der ca. 5 bis 10 cm lang ist und birnen- oder paprikaförmig aussieht. Diese Scheinfrucht, die Kaschuapfel genannt wird, ist bei Reife gelborange bis rot gefärbt und wird zu Kaschu-Saft und Marmelade (Konfitüre) verarbeitet. Sie entwickelt in diesem Stadium einen sehr intensiven, fruchtig-süßlichen Duft. Kaschuäpfel sind nicht sehr geschmacksintensiv, süßsäuerlich, ein wenig apfelartig und enthalten viel Vitamin C. In Brasilien wird aus den Kaschuäpfeln ein Getränk namens Cajuína hergestellt, dem eine medizinische und rituelle Wirkung zugesprochen wird."

Einziges Manko: die Glasflaschen sind keine Pfandflaschen. Dafür sind sie aber formschön, hübsch bedruckt, wiederverschließbar und lassen sich in der Küche gut weiternutzen.

Liebe Grüße

Shermin

Bildquelle: Pressematerial true fruits GmbH

Das “Rocco” am Hackeschen Markt

Heute mal ein Beitrag vom Gastautor. Für die, die es nicht wissen, ich bin der Glückspilz, der die Küchengöttin, der diese Seite gehört, ehelichen durfte. Gut für meinen Gaumen, schlecht für meine Figur und ganz schlecht für Restaurant-Köche, weil ich jetzt weiß wie gutes Essen schmeckt 😉

Gestern war ich mit ein paar Freunden am Hackeschen Markt auf Futtersuche. Nach dem wir im Dante vom Personal komplett ignoriert wurden - die mussten alle am Eingang rumstehen, warum auch immer - und das Weihenstephan auch nicht so anheimelnd fanden sind wir dann im Rocco gelandet. Da waren wir in der Vergangenheit schon hin und wieder und waren zumindest nicht enttäuscht. Für ein Foto war es meiner Handy-Cam leider schon etwas zu dunkel.

Atmosphäre:

Die für die S-Bahn-Bögen üblichen hohen Gewölbe, dunkles Holz, bequeme Stühle aber wie üblich für meinen Geschmack alles etwas zu düster. Zum Quatschen und Trinken sicher genau das Richtige, aber wie schon andernorts erwähnt seh ich mein essen gerne. Alles in allem ist es aber durchaus sympathisch und wenn es wieder etwas wärmer ist kann man auch gut draußen sitzen.

Punktabzug gibts aber definitiv für die Toiletten. Papierhandtücher auf dem Boden, die auch bei meinem zweiten Besuch nicht entfernt waren, ein durchaus nicht sehr angenehmer Geruch und die Reste einer rückwärts verzehrten Mahlzeit im Pissoir sind keine gute Visitenkarte für ein Restaurant. Sanitäre Anlagen müssen halt auch wärend des Betriebes regelmäßig in Schuss gebracht werden.

Bedienung:

Sehr freundlich und kompetent. An der stelle gab es von unserer Seite wirklich nichts zu meckern. Der Besitzer mag anderer Meinung sein, denn in der Zeit die wir in dem Laden verbracht haben schepperten mindestens 3 mal Gläser zu Boden. Aber da es nicht unsere waren und wir wirklich schnell und freundlich bedient wurden gibts hier volle Punktzahl.

Essen:

Die Vorspeise war eher mäßig. Die bestellten Tortilla Chip stellten sich als lieblos auf den Teller geklatscht und nicht mal erwärmt heraus und kamen mit wässriger Salsa, geschmacksneutraler Guacamole und Sprühkäsedipp. Von Letzterem hätte mehr dabei sein dürfen, weil wie wir alle wissen mit Sprühkäse alles essbar wird. 😉

Für den Hauptgang war so etwas Gott sei Dank nicht nötig, denn der war zwar nicht brilliant aber doch einwandfrei. Die meisten Zutaten waren eindeutig Fertigfutter, aber zumindest gut zubereitet, das Steak wie bestellt englisch und meine Enchiladas waren auch super.

Dafür war der Nachtisch wirklich entäuschend. Kaiserschmarrn, der eher in Würfel geschnittener zu hart gebackener Waffelteig war, auf Kaiserschmarrn und Apfelstrudel zu wenig Vanillesauce aber dafür Schokosoße über allem und dazu Absonderlichkeiten wie ungeschälte Bananenstücke, ebenfalls ungeschälte und eindeutig gespritze Orangenscheiben, Weintrauben an der Rebe, was okay gewesen wäre, wenn sie nicht mit Schokosoße bedeckt gewesen wäre so das man sie auch mit den Fingern nicht essen konnte ohne hinterher zu kleben. Darunter eine Melonenscheibe ebenfalls mit Schale und ebenfalls mit Schokosoße eingekleistert. Alles in allem eine echte Katastrophe. Lediglich der Apfelstrudel selber war okay.

Bei für Innenstadtverhältnisse moderaten Preisen kann ich guten Gewissens empfehlen, im Rocco zu essen. Aber lasst Vor- und Nachspeise weg und konzentriert euch auf das Wesentliche.

Lemon Day – Roundup

Lemon Day - last day of submisson/abgabeschluss April 2 Endlich ist der/die/das heißersehnte zitronige Roundup mit waaaahnsinnig vielen und echt tollen Zitronen-Rezepten von Zorras Lemon Day im Kochtopf online. Sehen, lesen, sabbern, nachkochen. Der Zauberkessel ist natürlich auch mit dabei - wenn ich auch mit meiner Zitronen-Vodka-Idee nicht wirklich allein da stehe... Also nicht wirklich innovativ - aber dennoch nach dem Abseihen (wenn ich aus dem Urlaub wieder da bin) hoffentlich lecker.

Nochmals ein ganz liebes Danke an Zorra für ihre tolle Idee und die schöne Arbeit.

Shermin