Berliner Freestyle-Küche, quer durch Kontinente & Zeitzonen

Indisches Möhrchen-Curry

Für meinen Mann bin ich seit dem Essen heute Abend definitiv zur "dunklen Seite" übergelaufen. Der Grund? Es gab Möhrchen. Gekocht. Eigentlich für uns beide (seit frühester Kindheit) ein kulinarischer Horror. Die einzig denkbare Steigerung davon: Möhreneintopf. Allein beim Gedanken daran wellen sich meine Magenwände.

Aber. ... Aber es gibt da natürlich eine Ausnahme, sonst wäre der Beitrag an dieser Stelle ja schnell zu Ende. In unserer Redaktion wird bei den gemeinsamen Mittagessen in letzter Zeit öfters mal gekocht, mittels des Kaminofens auf dem man wunderbar Schmorgerichte zubereiten kann. Hier begegnete ich letztens Karotten und anderem vegetarischem Getier in einer völlig neuen Form als der urdeutschen: bissfest, scharf gewürzt und mit Kokosnussmilch.

Und so begab es sich heute, dass wir in getrennten Töpfen rührten. Für meinen Liebsten gab es Brokkoli und Blumenkohl, für mich meine persönliche Freestyle -Möhrchen-Variante mit indischem Touch und als Beilage Salzkartoffeln.  Ich bin jetzt nicht gerade mit wehenden Fahnen zu den gekochten-Möhrchen-Fanatikern übergelaufen, aber so sind die verhassten Wurzeln für mich zum ersten Mal in einer essbaren gekochten Form und ziemlich lecker. Bestimmt auch mit anderem Gemüse (Zucchini, Paprika, Kichererbsen, Auberginen?) sehr lecker.

Rezept für exotische Möhrchen:

1 Bund Möhren

1 große Zwiebel

1 Knoblauchzehe

250 ml Kokosnussmilch

Butter/neutrales Öl

1 TL Curry

Salz,  frisch gestoßener Pfeffer, 1 Spritzer superscharfe Asia-Chili-Sauce

Zubereitung der Curry-Karotten:

Zwiebel grob hacken und in einem kleinen Topf mit etwas Butter/Öl anbraten. Die Möhren gründlich waschen, die Enden versäubern und in dicke Scheiben schneiden. Zu den angeschmorten Zwiebeln dazu gebben. Die Knoblauchzehe häuten, feinhacken und natürlich auch in den Topf werfen. Alles schön verrühren, damit nix anbrennt und jetzt die Kokosnusmilch, Gewürze (kräftig salzen) und evtl.  noch ein halbes Glas Wasser hinzugeben. Einige Minuten vor sich hin brodeln lassen, darauf achten, dass die Möhren nicht zu Matsch zerkochen sondern richtig bissfest bleiben. Dazu gibt es dann Kartöffelchen. 🙂

Hier noch ein Bild des Ganzen. Nicht wirklich ansprechend - aber ich schätze gekochte Möhren sind nun auch nicht unbedingt die besten Food-Fotoobjekte.

mohrchen

Oster-Zopf: Rezept für österliches Gebildbrot

Ostern naht (irgendwie vergeht die Zeit dieses Jahr aber auch wieder besonders schnell.... eben war doch erst Januar. Wo ist der denn bitte hin? Und wieso naht mein 30. Geburtstag Anfang Mai so rasch?!? Ich könnte schwören der war doch eben noch Ewigkeiten entfernt.. *seufzt*) und ich habe mich schon vor knapp zwei Wochen daran gemacht, Osterbrot zu backen und Nachbarschaft und Freunde mit den daraus resultierenden Ergebnissen zu beglücken. (Es ist interessant, zu sehen, wie sehr man erwachsene Menschen mit gebackenen Osterhäschen auf Hefeteig erfreuen kann. Noch interessanter ist es zu beobachten, auf welche Art sie glückselig den Hasen denn zu Leibe rücken. Mit einem beherzten Biss in den Hintern zum Beispiel.  Da sollte man Studien drüber anfertigen. Die studierte Soziologin in mir erwacht! 😉 )

Ich habe direkt die doppelte Menge des Teigs angesetzt, damit ich mich beim Thema Gebildbrote richtig austoben konnte.  Ein Teil der Gebildbrote wurden verschenkt, einen Teil haben wir selbst tapfer (und selbstlos.. ja, ja..) vernichtet und das letzte Drittel haben wir ins Tiefkühlfach gepackt um es rechtzeitig zu Ostern aufzutauen.

Ich fürchte ich habe mich beim Dosieren der Hefe etwas vergriffen, ich habe etwas mehr als in meinem eigenen Rezept ausgerechnet hineingegeben. Aber wirklich nur ein winziges Bisschen - jedenfalls ist der Teig beim Backen fast etwas zu gut aufgegangen (siehe Sonnenrad und gebackene Osterhasen), dafür sieht der aufgesetzte doppelte Osterzopf aus dem Hefeteig perfekt aus.

Geschmacklich und von der Konsistenz her war das Gebildbrot übrigens absolut perfekt. Der Hefeteig ist leicht gesüßt, aber die Süße ist nicht aufdringlich. Beim nächsten Mal werde ich allerdings den Zucker durch Honig ersetzen denke ich.

Mit etwas Schaudern erinnere ich mich gerade an meine ersten Versuche zu Ostern Gebildbrot zu backen. Ich war 15 oder 16, meine Eltern waren im Urlaub und ich hatte die Küche endlich mal in meiner uneingeschränkten Gewalt. Natürlich habe ich erstmal kunstgerecht die armen Hefebakterien mit kühlschrankkalter Milch gemordet.  Da mir der Zusammenhang erst nach dem Backen auffiel war es dann auch zu spät für Rettungsmaßnahmen. Sagen wir es so... ich hatte wirklich hübsches, sehr - ...äh... festes Gebildbrot. Mein damaliger Freund knabberte tapfer daran herum. Rückblickend habe ich damals wahrscheinlich die österliche Variante für Terry Pratchetts Zwergenbrot erfunden.

Österliches Gebildbrot

Als Gebildbrot bezeichnet man Gebäckstücke – süß oder salzig – die von altersher mit einem bestimmten Symbolcharakter versehen sind und zu bestimmten Festtagen gebacken wurden. Bekannte Gebildbrote sind auch Stutenkerle, Weckmann, Brezeln, Martinihörnchen, Kuchen in Form des Osterlamms, gebackene Osterhasen, Ostermännchen, und zum Beispiel auch der beliebte Christstollen. Gebäckstücke dieser Art waren ursprünglich wohl – so vermutet zumindest die heutige Forschung – in heidnischer Zeit Opfergaben an die alten Götter, die mit dem Einzug des Christentums religiös umgedeutet wurden.

Das Osterbrot - Fruchtbarkeitssymbol

Für diese Theorie spricht, dass zu Ostern, dem umstrittenen heidnischen Feiertag „Ostara“, der der gleichnamigen Göttin geweiht ist, nicht nur Hefezöpfe gebacken werden, sondern traditionell auch Gebildbrote in Form von Sonnenrädern – als Sinnbild für die erstarkende Kraft der Sonne und den Frühling der Einzug hält. Die oft in die Brote eingebackenen bunten Eier, ein Brauch der sich ja bis heute zur Freude von Kindern und Erwachsenen erhalten hat, sind Fruchtbarkeitssymbole. Sie zeigen auf, dass die Natur wieder erwacht, das Vieh sich erneut vermehrt - Hühner legen im Winter normalerweise keine Eier, aufgrund der langen Dunkelheitsperiode - und der Kreislauf des Lebens neu beginnt. Ähnlich verhält es sich bei den Fruchtbarkeitssymbolen die einem in diesem Zeitraum ebenfalls ständig begegnen (zum Beispiel als mehr oder minder leckere Schokofiguren in Supermärkten): Schafe und vor allem Hasen. Auch sie gebären zu dieser Zeit den ersten Nachwuchs.  Nach einem dunklen, finsteren Winter ein deutliches Zeichen für den naturgläubigen Menschen des Altertums, dass sich das Rad des Lebens erneut begonnen hat zu drehen.

Grundrezept Hefeteig für österliches Gebildbrot

500g Mehl
125 g Butter
125 ml Milch
100g Zucker
30 g Hefe
2 Eier
1 große Prise Salz
1/8 TL gemahlene Vanilleschote alternativ: 1 Päckchen Vanillezucker
1-2 EL Rum

1 Eigelb, verquirlt mit etwas Milch, zum Bestreichen
Wer mag: Zuckerglasur und Hagelzucker zum Verzieren, gekochte & gefärbte Ostereier oder 100 g Rosinen zum Einbacken im Teig.

Zubereitung des Hefeteigs für den Osterzopf

  • Mehl in eine Schüssel geben, eine Mulde hineindrücken, die Hefe hinein bröckeln. 1 TL Zucker hinzu geben und mit etwas lauwarmer Milch und Mehl zu einem flüssigen Vorteig anrühren. Mit einem Handtuch abdecken und an einem warmen Ort circa 30 Minuten gehen lassen.
  • Die restlichen Zutaten nach und nach mit einem Rührgerät (Knethaken) einarbeiten. Gut durchkneten, auch gerne per Hand, bis der Teig anfängt Blasen zu bilden und sich vom Rand der Schüssel löst. Eine Kugel formen und nochmals zugedeckt ruhen lassen, bis sich die Teigmenge ungefähr verdoppelt hat.
  • Den Teig in Kränze, Ringe, Kreuze, Hefezöpfe, Hasen oder andere verschlungene Gebilde formen, auf das mit Backpapier ausgelegte Blech geben, nochmals etwas gehen lassen und mit dem verquirlten Eigelb glasieren. Bei Bedarf mit Hagelzucker bestreuen. Im vorgeheizten Backofen bei 175° (Umluft) goldbraun backen. Nach dem Auskühlen kann das Gebäck mit leckerem Zuckerguss verziert werden.
  • Ein großer Hefezopf aus dieser Teigmenge braucht ca. 30- 40 Minuten. Bei mehreren kleineren Gebäckstücken verringert sich natürlich die Backzeit auf 20-25 Minuten. Kleine Gebäckstücke sehen auf dem Oster-Frühstückstisch toll aus und lassen sich auch sehr schön als selbstgemachtes Geschenk aus der Küche mitbringen.

Hefezopf flechten

Drei große Teigwürste ausrollen, oben leicht zusammendrücken und wie einen Zopf flechten. Die Enden aneinanderdrücken und zum Schluss unter den Zopf legen. Ein Doppelzopf macht sich als traditionsreiches Osterbrot natürlich optisch besonders gut auf dem Frühstückstisch oder der Kaffeetafel. Hierfür zwei verschieden große Zöpfe flechten und einfach aufeinander setzen.

Gebildbrot: Sonnenräder und Kränze aus Hefeteig

Wie schon beim Zopf wird der Teig geflochten, zu einem Ring, beziehungsweise Nest gelegt und mit etwas Geschick die Enden unter dem Teig versteckt. Dekorativ ein Ei in die Mitte drücken. Für ein Sonnenrad 3 dicke Teigrollen formen. In der Mitte über Kreuz übereinander legen, etwas andrücken und die Enden der “Sonnenstrahlen” etwas umbiegen.

Gebackene Osterhasen aus Hefeteig

Ein langes Teigstück ausrollen, zu einer Schnecke drehen. Das Ende etwas abknicken, es soll den Vorderfuß des Osterhäschens darstellen. Ein tropfenförmiges Teigstück formen, an der Spitze einschneiden und vorsichtig auseinander ziehen, eine Rosine als Auge eindrücken. Fertig ist der Kopf mit den Hasenohren. Den Kopf über dem Fuß an die eingerollte Schnecke drücken und die Häschen knusprig backen.

Weitere Osterrezepte

- Ostermuffins
- Gefüllte Osterhasenbrötchen
- Nussstriezel

American Pancakes

Heute Abend gab es bei uns "Simply Perfect Pancakes" aus dem Rezeptearchiv von King Arthur`s Flour. Auf dem Bild zu sehen mit zartschmelzender Butter, Tomahak Ahornsirup und etwas mit Kokosraspeln und Fruchtsaft angemachtem Obstsalat aus Dingen die ich im Obstkorb vorfand.

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Jaaaa, ja, ja! Ich geb es ja zu: Sie sehen toll aus. Aber... mh. Irgendwie gefallen mir meine eigenen, pi-mal-Daumen-zusammengerührten Pfannkuchen geschmacklich echt  sehr viel besser.

Ohne die Achse des Bösen im alten Europa wieder ausgraben oder anti-amerikanisch klingen zu wollen: die Amiteilchen waren irgendwie mehr Schein als Sein. Irgendwie zäh und  zu geschmacksneutral (Ok,pancakes mit Nutella lässt sich das natürlich zum Teil ändern..).
Vielleicht lag es auch daran, dass ich kein King Arthurs Supermehl verwendet habe, sondern schlichtes Weizenmehl 405?  Bin etwas ratlos. Optisch sind es ja immerhin kleine Pfannkuchen-Models. Hat jemand Tipps? Oder schmecken die Pancakes generell so?

“Café 100 Wasser” in Berlin

hundertwasser1Mein Mann hatte nach einem durcharbeiteten Wochenende heute seinen freien Tag. Als freie Journalistin war es mir ebenfalls vergönnt zeitgleich eine Auszeit nehmen zu können. Ursprünglich wollten wir ja in das Medizinhistorische Museum der Charité, um uns eine Sonderausstellung anzusehen. Da dort Montags leider Ruhetag ist, disponierten wir um, gammelten ein wenig fröhlich vor uns hin und beschlossen dann, statt der Ausstellung über Rechtsmedizin zu frönen, zur Gegend um den Boxhagener Platz zu flanieren. (Hm... vielleicht hätte die Überleitung von der Rechtsmedizin zum Café mich schon stutzig machen sollen...)

Auf der Suche nach einem netten Café / Restaurant liefen wir irgendwann am "Café 100 Wasser" vorbei. Ich  muss gestehen, mich sprachen die meisten Lokale sowieso nicht an, mein Gatte fühlte sich aber an frühere Zeiten erinnert, ich sehnte mich nach was zu Trinken und sanitären Anlagen und so schritt er nostalgisch-begeistert voran (und ich etwas zweifelnd hinterher).

Atmosphäre:

Schummrig, auf den ersten Blick gemütlich, hübsche Lampen. Auf den zweiten Blick: siffig. Sorry Leute, aber die Fliesenstücke, die da Hundertwasser-like-dekorativ im Mauerwerk untergebracht sind, sind von einer zweifelhaften beige-farbenen Patina überzogen. OK, ok... vielleicht soll das so sein, genauso wie die seltsamen Flecken an der Wand im Eingangsbereich... Man hat den Eindruck als wüsste man schon, warum das Licht so dermaßen runtergedimmt ist.  Die Toiletten.. *seufzt*...  sprechen wir lieber nicht davon. Nur so viel: Türklinken die nur noch von Panzertape zusammengehalten werden und Toiletten ohne Möglichkeit die Tasche anzuhängen oder mit einer Beleuchtung die quasi Blindpinkeln fordert, müssen nicht sein. Echt nicht.  Just my two Cent.

Bedienung:

Netter (etwas zu euphorischer? - persönliches Empfinden, ich komme mir bei sowas immer leicht auf den Arm genommen vor...) Kellner. (Gefühlte) klitzekleine Ewigkeit beim Bedienen (Kai behauptet das Gegenteil). Kellner verzog keine Miene, fragte nach oder tat sonst irgendetwas dass darauf hinwies, dass es nicht absolut normal ist, dass Gäste ihr Essen so eklig finden, dass sie es zurückgehen lassen.

Essen:

Ich war noch nie, wirklich noch nie in einem Lokal wo ich das Essen als absolut nicht essbar empfunden habe.  Bis jetzt.  Das Café 100 Wasser kann sich glücklich schätzen diese "Trophäe" errungen zu haben.

Ich hatte nur einen kleinen Snack:  "Oliven mit Schafskäse und Baguette" für günstige 2,80 Euro und ein stilles Mineralwasser - eigentlich  Tapas mit denen man absolut nichts falsch machen kann. Sollte man jedenfalls meinen.  Ich erwartete einen kleinen Teller mit nicht vielen Olivchen und etwas Käse, dazu leckeres Brot.  Was ich bekam war eine  Schale, zum Bersten gefüllt mit grünen und schwarzen Oliven, darauf ein Berg mit Käsebrocken, einem lieblosen Tomatenschnitz und einer Gurkenscheibe von knapp 3 Cm Durchmesser. Dazu ein Körbchen mit (immerhin) nicht altbackenem Baguettebrot - wenn es auch nicht knusprig war.

Beim Probieren stellte ich dann mal wieder fest, dass Quantität Qualität bei weitem nicht aufwiegt. Der Käse war schlichtweg ekelhaft und dermaßen salzig, dass man ihn nicht genießen konnte. Und ich bin als Kurdin nun wirklich keine Schafskäse-Kostverächterin. Die grünen Oliven:  zu salzig, die schwarzen Oliven: matschig, absolut neutral mit dem intensiven Geschmack nach billigem Öl. Dazwischen dümpelten  (als Gruß aus der Küche?) ein paar einsame gehackte Stückchen Petersilie zwischen Olive und ungenießbarem Käse herum. Um der Sache noch eine Chance zu geben (und nach einem halben Glas Wasser um nicht spontan zu dehydrieren) - das Gesamtkunstwerk zählt ja, wie wir immer alle brav bei Johann Lafer oder Horst Lichter lernen dürfen - zwang ich mir tapfer die Kombination "geschmacksneutrale Olive mit Salzgehalt des toten Meeres aufwiegenden Schafskäse samt Baguette" in den Mund. Vielleicht hatte sich der Koch ja gewieft die Zutaten extra so zurecht gelegt? Aber: zuviel der guten Hoffnung. Absolut nicht essbar.

Was mich persönlich ja am meisten wunderte: der Kellner nahm mein fast unberührtes  Essen einfach so wieder mit. Ohne Kommentar, ohne interessiert nachzufragen, die Küche des Lokals loyal zu verteidigen, sich zu entschuldigen oder verwundert zu gucken. Nix, niente, null.  Löste in mir seltsame Vermutung über die Frequenz der Essensverweigerung aus.

Nach meinen Erfahrungen mag ich euch noch die andere Seite hören lassen. Ich war ja schließlich nicht allein dort und mein Mann hat todesmutig auch einige Dinge (sogar komplett, wow) verzehrt. Nein, er hat noch keinen leicht grünlichen Teint. Die Sachen sind ihm wohl ganz gut bekommen.

Kais Version:

Die Fluktuation im Kneipengewerbe ist ja grade im Friedrichshain relativ hoch.
Ein Laden der sich wirklich seit langen, langen Jahren hält - und das trotz gelegentlicher Streitereien mit den Anwohnern - ist das Café 100 Wasser. Nach unserem heutigen Besuch wundert uns das allerdings eher. Ich hatte den einzigen Lichtblick im Hundertwasser. Der Latte Macchiato war perfekt. Herrlicher Milchschaum und guter Kaffee. Dafür war die Käsesuppe etwas
enttäuschend. Man nehme eine mittelprächtig gewürzte Tomatensuppe, "verdünne" sie 1:1 mit Sahne und streue etwas geriebenen Käse darüber. Äußerst nahrhaft aber mit Käsesuppe hatte das nicht wirklich etwas zu tun. Das Ambiente fand ich genau wie Shermin eher deprimierend. Irgendwer sollte ziemlich vielen Wirten mal den Unterschied zwischen gemütlich-schummerig und stockdunkel erklären. Wenn es nämlich so düster ist, dass man den Eindruck hat, der Wirt macht mit Absicht das Licht aus damit man den Dreck nicht so sieht, dann wirkt das eher abschreckend als anheimelnd. Eher abschreckend sind auch die Preise. 3,20Euro für die Tomatensuppe lassen eigentlich mehr erwarten als geboten wird.

Warmer Maultaschensalat mit Zwiebeln, Äpfeln und Curry

Das gab es heute ganz rasch bei uns zu Mittag. Meine erste kochtechnische Begegnung mit Maultaschen. Mein Liebster war gestern Abend noch rasch einkaufen (ich musste gaaanz dringend mit ner guten Freundin am Telefon klönen 😉 ), auf die Frage hin, was er für heute zum Essen mitbringen soll, habe ich scheinbar nur leicht irritiert in die Ferne geblickt und was von Maultaschen gefaselt.

maultaschensalat

Ein Päckchen dieser schwäbischen (?) Nudeln fand ich dann auch heute im Kühlschrank (sonst allerdings nicht viel). Ich hatte vage im Hinterkopf, dass man die Dinger auch aufbraten und als Nudelsalatalternative nutzen kann. Gedacht, getan. Meine syrische Nachbarin schaute dann noch spontan mit einem selbstgemachten Kuchen vorbei und blieb auch direkt zum etwas verspäteten Mittagessen da.
Fazit: Absolut (und unerwartet, ich stand den Maultaschendingern bisher immer etwas skeptisch gegenüber...) lecker und sehr ergiebig. Den Salat mache ich bestimmt nochmal in einer größeren Version für ne Party oder so.

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Rezept für warmen Maultaschensalat mit Zwiebeln, Äpfeln und Curry

1 Paket Maultaschen (400 g - unsere waren mit Fleisch und grünen Kräutern, gibt es aber auch in der Veggie-Variante soweit ich weiß)
2 große rote Zwiebeln
1 saftiger, leckerer Apfel
4 Cornichons
1/3 Becher Schmand
1 TL feiner Senf (ich bleibe da lokalen Traditionen treu und nehme den Bautzener)
1 TL selbstgemachter Rosmarin-Honig-Senf  (ist ein grober, süßer Senf)
1 TL Honig
3/4 TL Madras Currypulver
Kräuteressig & Gurkenwasser
Rosmarin, frischer Pfeffer, edelsüßer Paprika, Salz
Butter zum Braten

Zubereitung des Maultaschensalates

  • Die Maultaschen nach Packungsanweisung 10-15 Min.  in Salzwasser ziehen lassen.
  • In der Zeit in einem Schälchen das Salat-Dressing anrühren. Etwas Cornichon-Wasser, Essig, Senf, Gewürze, Honig und den Schmand miteinander verquirlen.
  • Die fertig gegarten Maultaschen entnehmen, in ca. 0,5 Cm dicke Streifen schneiden und in einer Pfanne mit Butter von jeder Seite knusprig braun rösten.
  • In der Zeit die vier Cornichons längs vierteln und in die Salatschüssel geben (ich bin ja der Meinung, dass saure Gürkchen immer groß genug geschnibbelt sein müssen, damit man sie problemlos aussortieren kann wenn man die Dinger nicht mag 😉 ). Danach die gerösteten Maultaschen darüber geben.
  • Die Zwiebeln schälen und längs in feine lange Streifen schneiden. Kurz in der Pfanne mit der restlichen Butter anbraten. Nicht zu lange - sie sollen nur Röstaromen und etwas Süße sammeln und teilweise noch etwas Biss haben. Zu den restlichen Zutaten in die Salatschale geben.
  • Den Apfel schälen, achteln, in kleine Stücke schneiden, nicht zuviel selbst naschen und zum Rest geben.
  • Das Salat-Dressing darüber schütten und mit zwei großen Löffeln alles vorsichtig untereinander heben, bis alles mit der cremigen Curry-Senf-Sauce  benetzt ist.

Noch warm servieren und genüsslich vertilgen.

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