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Köstliches für Auberginenhasser: Gebratene Auberginen mit Thymian und Honig

Auberginen können richtig lecker sein. Klingt unglaubwürdig, ist aber so. Und wie immer ist die Zubereitungsart ausschlaggebend. Auberginen kannte ich in meiner Kindheit in drei Arten: 1. als fetttriefende, gebratene Scheiben 2. als Baba Ganoush (lecker!) 3. im Dolma (gefüllt mit Reis - ebenfalls lecker).

gebratene Auberginen

Interessanterweise kann ich mich nicht an Badinghan (Auberginen) in Tomatensauce erinnern. Dabei wird - meiner persönlichen Erfahrung nach - im orientalischen Raum so ziemlich fast alles irgendwann in Tomatensauce ertränkt. Nummer zwei und drei aß ich jedenfalls, ansonsten strafte ich Auberginen meist mit relativer Nichtachtung.

Aber (war klar, dass das kommt, oder?), wie bei so vielen anderen Zutaten, die ich im Laufe der letzten Jahre lieben gelernt habe, kommt es mal wieder einzig und allein auf die Art der Zubereitung an. 😉 Dieses Rezept für gebratene Auberginen, das ich letztes Jahr bei A Spicy Perspective entdeckte, sah so verführerisch aus, dass ich es einfach ausprobieren musste. Seitdem gehört es - erstaunlicherweise  - mit zu den beliebtesten Rezepten hier im Haushalt.

Auberginen mit Honig und Thymian

Auberginen-Rezept für Auberginenhasser*innen

Ich liebe dieses Gericht einfach, ich brauche da auch keine anderen Beilagen dazu. Die Süße des Honigs, das Meersalz und die Aromastoffe des Thymian gehen hier eine köstliche Verbindung mit goldbraun gebratenen Auberginenscheiben ein, deren Textur im Innern eher cremig und einfach suchterzeugend genial ist. Oder wie es der absolut auberginenhassende Gatte (der sie davor in keiner Form angerührt hat) formulierte: "Leckere Auberginen - dass ich das mal sagen würde, ist auch ein Wunder biblischen Ausmaßes"

Die Auberginen werden einige Stunden in Milch eingelegt, angeblich soll das  Bitterstoffe (die ja inzwischen eigentlich herausgezüchtet sind) entfernen und dafür sorgen, dass sie keine schwammartige Konsistenz mehr haben. Letztere ist auf keinen Fall vorhanden, ich muss allerdings mal einen Testlauf mit unmarinierten Auberginen im direkten Vergleich machen. Meiner Theorie nach nehmen die in Milch gebadeten Gemüsescheiben auch etwas weniger Fett auf. Aber das ist wirklich blankes Spekulieren.

Fried eggplant

Ob diese Speise Wegbereiter ist? Inzwischen  haben jedenfalls auch einige andere Auberginengerichte bei uns Anklang gefunden und wurden mit gezückten Gabeln empfangen. Zwei von drei Auberginenhasser wurden hierdurch jedenfalls bekehrt.

Die Mengenangaben sind wieder lose gehalten. Man kann die Badinghan so als vegetarisches Hauptgericht essen oder als mediterrane Antipasti mit anderen Dingen reichen. Eine mittlere Aubergine ist mit ein paar Beilagen ein gutes Abendessen für zwei. Zwei große Auberginen reichen allein für zwei Personen und sorgen dafür, dass man sich nur noch vollgefressen aufs Sofa rollen will. Eine kleine Aubergine... na ihr versteht schon. 😉

Auberginenscheiben - paniert, gebraten und mit Honig & Thymian

Rezept für gebratene Auberginen mit Thymian und Honig

1 Aubergine
Milch
Mehl
Meersalz
frisch gemahlener schwarzer & roter Pfeffer
frischer Thymian
Honig (bei uns: Bio-Akazienhonig)
neutrales Öl oder Olivenöl zum Ausbraten

Zubereitung

  • Tags zuvor oder morgens die Aubergine schälen und in circa 1 cm breite Scheiben schneiden.
  • In eine Dose geben, mit Milch auffüllen. Darauf achten, dass alle Auberginenscheiben bedeckt sind. Ich lege meist umgekehrt einen kleinen Teller darauf bevor ich den Deckel schließe, damit die zum Schwimmen neigenden kleinen Schwämmchen Auberginenscheiben wirklich komplett bedeckt sind.
  • Dose gut verschlossen in den Kühlschrank stellen und bis zum Abendessen vergessen.
  • In einem tiefen Teller Mehl mit etwas Salz und frisch gemahlenem Pfeffer vermengen.
  • Die in Milch marinierten Scheiben abtropfen lassen, gründlich von allen Seiten mehlieren, überschüssiges Mehl sanft abschlagen und in einer Pfanne bei mittlerer Hitze in Öl goldbraun ausbacken.
  • Auf Küchenkrepp geben, so dass das Bratfett ein wenig abtropfen kann.
  • Wenn alles gebraten ist, auf einem Teller arrangieren, Honig darüberträufeln, Thymian zupfen, darüber streuen und servieren.

Orientalisches Fingerfood: Sigara Böregi / Zigarrenbörek mit Feta

Diese kleinen Pasteten aus Filoteig, versehen mit einer Füllung aus Feta und Kräutern, sind ein beliebter und selbst in deutschen Küchen inzwischen bekannter orientalischer Klassiker. Völlig zurecht, sind sie doch ein leckeres Fingerfood auf Partys, eine schöne Beilage oder ein guter Snack für unterwegs. Und ich mag sie auch deswegen so gerne, weil sie gewürz- und füllungstechnisch so wunderbar wandelbar sind. Ganz klassisch sind sie ja mit Feta und Petersilie - bekannt sind auch Füllungen mit Hackfleisch, Kartoffeln oder Spinat -, aber warum nicht mal mit Knoblauch, frischem Bärlauch, Dill, Frühlingszwiebeln oder gehackter Paprika?  Oder eben wie hier, als Vorspeise für mein Frühlingsmenü der Metro Kochherausforderung, mit etwas basilikumlastigem Pesto.

Doch obwohl die Zutatenliste sich wirklich angenehm kurz liest - man sollte den Arbeitsaufwand für dieses goldbraune Gebäck nicht unterschätzen. Man steht schon einige Zeit und pinselt ruhig und meditativ vor sich hin und faltet die verführerischen Röllchen. Wer da keine Geduld für hat, keinen krummen Rücken will oder einfach den Geschmack mag, greift als Alternative ganz einfach zu Blätterteig. Hier muss nichts mehr eingestrichen und großartig gerollt werden. Einfache kleine Päckchen als Pasteten tun es auch, wie man anhand des (grauenerregenden) Bildes in meinem schon vor vier Jahren verbloggten Rezept für arabische Blätterteigtaschen mit Schafskäse und Petersilie sehen kann.

Ein kleiner Tipp: Gerade die hauchdünnen Teigplatten des Teigs (der als Strudelteig, Yufkateig und Filoteig verkauft wird) trocknen sehr schnell aus. Bitte erst kurz vor der Zubereitung aus dem Kühlschrank nehmen und zurechtschneiden. Ich lege zwischen den Arbeitsschritten ein ganz leicht angefeuchtetes Tuch über den zugeschnittenen, auf seine Verarbeitung wartenden, Teig, damit er nicht austrocknet. Das Tuch darf nicht zu nass sein, da der Teig sonst zu viel Feuchtigkeit aufnimmt und nicht mehr nutzbar ist.

Zubereitung Zigarren-Börek
(für 12 Stück)

150 g Feta
60 g gutes (!) Pesto oder 2-3 EL gehackte, großblättrige Petersilie
2 Blätter dünnen Filoteig/Yufkateig/Strudelteig à 60 x 40 cm
neutrales Öl zum Einstreichen

Zubereitung

  • In einer Schüssel mit einer Gabel den Schafskäse zerdrücken und mit dem Pesto oder - ganz klassisch - mit der gehackten Petersilie  vermengen.
  • Die Teigplatten zurechtschneiden. Meine hatten eine Größe von 60 x 40 cm. Ich habe sie in der Länge gesechstelt, so dass ich Stücle à 10 x 40 cm herausbekamt.
  • Die oberste Teigplatte mit Hilfe eines Pinsels mit etwas Öl bestreichen. Dies sorgt dafür, dass die einzelnen Teiglagen sich beim Backen - ähnlich dem Blätterteig - abheben und knusprig aufblättern.
  • Einen gehäuften Esslöffel an ein Ende des Teiges setzen, anfangen einzurollen.
  • Ab ungefähr der Hälfte die Seiten einklappen, so dass die entstandene Röhre verschlossen ist.
  • Bis zum Ende einrollen. Auf ein mit Backpapier belegtes Blech setzen, so dass das Teigende unten liegt, und nochmals mit Öl bestreichen. Mit den restlichen Teigstücken nach und nach ebenso verfahren.
  • Im vorgeheizten Ofen (Umluft) für 30 Minuten bei 160° goldbraun backen.

Die tolle Anleitung zum Rollen der Sigara Böregi hatte ich übrigens aus dem Kochbuch "The New Book of Middle Eastern Food" von Claudia Roden. Eines der fünf Kochbücher, mit denen ich zu meinem Geburtstag letztens bedacht wurde. 🙂

Mal wieder was aus der arabischen Ecke: Hummous

Ja. Ja, ich weiß. Ich hatte schon beim Baba Ganoush (Auberginencreme) versprochen mehr orientalische Rezepte zu posten. Aber irgendwie will mir der niedergeschriebene Fokus nicht so ganz gelingen. Irgendwie schleichen sich immer wieder neue Sachen, Rezepte und Ereignisse ein, die sich dann einfach vordrängeln. Heute widme ich mich aber einer uralten Kulturpflanze: der Kichererbse.

Hummous ganz einfach selber machen..

Hummous (oder auch Hummus, Humus, Hoummus oder was da sonst noch an lautmalerischen Schreibweisen existiert..) ist eine Paste aus gekochten und pürierten Kichererbsen, die in den unterschiedlichsten Varianten im orientalischen Raum existiert und kalt zur Brot gegessen wird und zu den Mezze (Vorspeisen) gehört. Geschickt tunkt man beim Essen abgerissene Stücke des dünnen Fladenbrots (in Deutschland kann man das unter der Bezeichnung "arabisches Fladenbrot" bekommen) in die köstliche Kichererbsencreme, dreht dabei ein wenig die Hand und löffelt sich so die Masse auf das Brotstückchen,  bevor man es genießerisch im Mund versenken kann. Wer nicht so viele Kohlenhydrate zu sich nehmen will: Hummous ist auch ein schöner Dip für Gemüsesticks.

Und wie immer gehöre ich nach meinem jugendlichen Kichererbsentrauma - irgendwo hier im Blog habe ich die Geschichte bestimmt schon mal im  Zusammenhang mit Kichererbsen von mir gegeben - zur faulen Sorte und verwende vorgekochte Kichererbsen aus der Dose, anstatt die nen Tag lang vorher einzuweichen und dann stundenlang zu kochen. Guckt nicht so finster - das Blitz-Hummous bringt damit auch sofort ein kulinarisches Erfolgserlebnis. 😉

Rezept für Hummous (Kichererbsenpaste)

1 große Dose Kichererbsen (ca. 500g Abtropfgewicht)
1 kleine Zwiebel
Saft einer Zitrone
3 EL Tahin* (Sesampaste)
2 dicke Zehen Knoblauch
1 TL Meersalz
(Optional: 1 Stückchen eingelegte Salzzitrone - sorgt für eine sanft-bittere Note)
(Optional: 2-3 EL Joghurt)

Zum Anrichten

Edelsüßes Paprikapulver oder Sumak*
Olivenöl
Oliven
großblättrige Petersilie
Dünnes Fladenbrot als Beilage

Zubereitung

  • Kichererbsen abgießen und zusammen mit der geschälten und grob gestückelten Zwiebel, dem Knoblauch, Zitronensaft, Tahin (vor der Benutzung aufrühren) und Meersalz - entweder in einer Küchenmaschine oder mit dem Pürierstab - sorgfältig pürieren bis eine Creme entsteht.
  • Kurz ziehen lassen und abschmecken. Die Kichererbsenpaste auf einen flachen Teller streichen, mit edelsüßem Paprikapulver oder Sumak bestreuen und Olivenöl darüber träufeln.
  • Wer besonders dekorativ veranlagt ist, kann sich vor dem Servieren noch mit eingelegten Oliven und gehackter, grober Petersilie austoben.

Hummous-Fazit

Meine Version ist ziemlich "plain", also recht zurückhaltend und pur in den Zutaten. Mir reicht das und ich mag das so. Das Püree aus Kichererbsen kann aber natürlich noch anderweitig aufgepeppt werden. Die Hülsenfrüchte nehmen andere Würzungen dankbar an und wie man schon bei dem Rezept für die Falafeln sieht, mögen sie Kreuzkümmel (Cumin). Für Experimentierfreudige also der Tipp etwas frisch gemahlenen (Das ist wirklich wichtig, ansonsten riecht der so muffig. Frisch gemahlener Kreuzkümmel hat einen ganz anderen, viel frischeren Duft!)  Kreuzkümmel unterzumixen, ein paar frische Zitronenzesten dazu zu geben, mal eine winzigkleine Chilischote mit hinein zuwerfen oder ganz simpel etwas Pfeffer zu nutzen. Auch Joghurt macht sich gut am Hummous. Ich habe auch schon von Rezepten gelesen, in denen kein Tahin vorkommt, aber dafür Olivenöl oder geröstetes Sesamöl aus dem Asialaden zum Einsatz kommt.

*Werbung. Afiliate-Link zu Amazon. Bei einem Einkauf hierüber erhalte ich eine geringe Vergütung.

Falafeln: Frittierte arabische Leckerchen & veganes Fingerfood

Egal ob man sie nun Falaffel, Falafil oder Falafel nennt - wer Vegetarier/Veganer ist, seinen Fleischkonsum einfach etwas einschränken will oder die frittierten arabischen Kichererbsenbällchen ganz simpel nur liebt, kann hier ruhig zugreifen. Man braucht nun wirklich echt keine fertige Trockenmischung aus dem Supermarkt verwenden oder das begehrte orientalische Fast Food am Imbiss erwerben, sondern kann die frittierten Köstlichkeiten sehr gut selbst in der eigenen Küche herstellen - selbstgemacht schmecken sie auch viel besser als an der Dönerbude. Die kleinen veganen arabische Bouletten lassen sich auch gut als Fingerfood bei Partys verwenden, wohlverpackt  zu einem schönen Picknick  mitnehmen oder sind in größerem Format und in der Pfanne ausgebraten auch gut als Patty für Kichererbsenburger.
Entschuldigt bitte die schlechte Bildqualität, die Fotos habe ich noch mit meiner uralten kleinen Knipse gemacht.

Die Vielfalt der Hülsenfrucht Kichererbse

Die Kichererbse wird schon seit Jahrtausenden vom Menschen als Nutzpflanze angebaut und ist ein vielfältiges Gemüse, das sich oft in Rezepten der orientalischen, indischen, mexikanischen oder mediterranen Küche wiederfindet. Mit ihr lassen sich auch sehr leckere arabische Eintöpfe, arabische Salate, Hummous (im Blog findet sich dank meiner ewig langen Schedule bisher leider nur das Rezept für Baba Ganoush (Auberginencreme)) oder Schmorgerichte mit Lamm, Couscous oder ähnlichem kochen.

Rezept für selbstgemachte Falafeln

circa 500 g Kichererbsen aus der Dose (Abtropfgewicht) oder getrocknete, am Vortag eingeweichte und dann gekochte Kichererbsen
100 g (Instant-)Bulgur
100 g Mehl
150 g Sesamsaat
1 Bund glattblättrige  arabische Petersilie
2 mittelgroße Zwiebeln
3 Knoblauchzehen
1 1/2 TL Salz
je 1/2 TL frisch gemahlenen roten und schwarzen Pfeffer
1 1/2 TL gemahlene Koriandersaat
1 TL gemahlenen Kreuzkümmel (Kumin)
1/2 TL edelsüße Paprika
neutrales Öl zum Frittieren (Sonnenblumenöl)

Zubereitung der Falafeln

  • Bulgur gemäß Packungsanweisung zubreiten und quellen lassen.
  • Die Zwiebeln und den Knoblauch schälen, grob zerkleinern und in einer Küchenmaschine (falls man sowas nicht hat, kann man auch alles mehrfach durch eine feine Scheibe des Fleischwolfs jagen) fein zerhacken.
  • Die Petersilie waschen, von den groben Stängeln befreien und zu der Zwiebel-Knoblauch-Masse geben. Ebenfalls fein zerkleinern lassen.
  • Die Gewürze und den fertig gequollenen Bulgur hinzugeben und alles gut miteinander vermischen.
  • Nun die abgetropften Kichererbsen in die Küchenmaschine hinzugeben und das ganze zu einer Art grobem Mus verarbeiten.
  • Die Falafel-Masse in eine Schüssel geben und dort mit einem Löffel das Mehl unterarbeiten. Darauf achten, dass alles homogen vermengt ist. Sieht man hier schon, dass der Kichererbsenteig zu weich ist, kann man direkt mit etwas Mehl nachjustieren.
  • In einer hohen Pfanne oder einem Topf das Öl erhitzen und die Sesamsaat in einem tiefen Teller bereit stellen.
  • Mit den Händen oder, falls der Kichererbsenbrei zu feucht ist, zwischen zwei Löffeln die Falafeln formen, im Sesam wälzen und im heißen Öl (Probestückchen hineingeben, wenn Bläschen  daran erscheinen ist es richtig) von jeder Seite goldbraun frittieren, danach mit einem Schaumlöffel herausholen, auf Küchenkrepp abtropfen lassen und servieren.

Falafel-Fazit

Entweder knabbert man die Kichererbsenbällchen wie kleine Frikadellen und als Fingerfood in der Hand, auch kalt schmecken sie beispielsweise sehr gut. Oder man wickelt sie - zusammen mit viel knackigem Salat und einer frischen Joghurtsauce - in dünnes arabisches Fladenbrot. Quasi als Falafel-Wrap.

In ganz seltenen Fällen kann es übrigens passieren, dass die Falafeln sich während des Frittierens von außen nach innen auflösen, bis am Schluss kaum noch etwas außer ein paar fetttriefenden Krümeln vorhanden ist. Ich bin keine Chemikerin und kenne den Grund nicht, aberin Gesprächen mit anderen Falafelköchen hat sich abgezeichnet, dass es hierbei wohl starke Markenunterschiede gibt - also bitte nicht vom Erlebnis des Auseinanderfrittierens entmutigen lassen. Bei diesem Problem kann es außerdem sehr gut helfen, einfach noch ein paar Esslöffel Mehl in die Kichererbsenmasse einzuarbeiten. Die Klebstoffe des Getreides tun dann ihr Werk und alles bleibt zusammen. Das hat zumindest bei mir bisher immer geholfen, wenn so ein Fall mal eintrat.

Als Denkanstoß: Man kann das Bulgur übrigens auch komplett weglassen und nur Mehl dazu geben oder auch probehalber zu Kichererbsenmehl greifen.

Orientalische Gewürzpost

Es ist schon ein paar Wochen her, da wurde ich von dem Inhaber des  Gewürz- und Teehandels Anna Luise gefragt, ob ich gerne etwas aus ihrem Sortiment testen würde. Nach einem längeren Blick auf die Seite und einem netten Mailwechsel mochte ich, und traf meine Auswahl. Ich hatte mich für drei verschiedene Gewürzmischungen und zwei Teesorten entschieden. Kurz darauf bekam ich dann auch schon ein Päckchen wohlriechendem Inhalt, zusätzlich lagen auch noch einige kleinere Proben bei.

Wie man sieht (und der Shop Anna Luise legt hier ja auch seinen Schwerpunkt), habe ich mich für Gewürze und Tees aus dem orientalischen Raum entschieden.  Kleine Nebeninfo für Lebensmittelallergiker:  Alle Gewürzmischungen sind laut Webseite ohne Glutamat, Konservierungsstoffe, Farbstoffe oder künstliche Aromen.

Gewürzmischungen

Baharat - Da war ich sehr skeptisch wegen dem ungewöhnlich hohen Basilikumanteil und wurde dann sehr positiv überrascht. Ich verwende sonst
beim Kochen nie getrockneten Basilikum, die leicht dumpfe Note passte aber perfekt zu meinen Kochplänen. Ich habe mit dem arabischen Gewürz (von dem jede arabische Köchin wohl ihre eigene Variante zu mischen versteht, Baharat heißt übersetzt auch nichts anderes als "Gewürz")  inzwischen  schon mehrfach einen großen Börek (Fleischpastete) mit Yufkateig, Pinienkernen, Zimt und getrockneten Sultaninen gemacht und die war einfach immer göttlich. Wurde auch schon wegen dem Rezept bekniet, ich denke das spricht für sich. (Ja, das Rezept taucht hier demnächst auch noch auf.)

Za'tar - Das hatte es etwas schwer bei mir. Ich weiß, dass das syrische Original eigentlich aus einer besonderen Thymianart besteht. Kann man
hier nicht bekommen, ist ja auch kein Problem. Aber ich kenne es auch eher mit etwas mehr Sumak und teilweise gemahlener/gerösteter Sesamsaat. Vielleicht ist der direkte Vergleich etwas unfair, weil ich frischen Zatar aus Damaskus (Mitbringsel der syrischen Lieblingsnachbarin) zum Vergleich hier liegen habe.  Allein bei der Optik ist der Unterschied halt schon riesig, das syrische Original ist viel feiner ausgemahlen und geschmacksintensiver.  Hier ist alles im Ganzen, das Gewürz ist aber dennoch lecker. Ich habe es einfach als Brotgewürz im Teig, beim Backen von Kastenweißbrot verwendet, funktionierte super. Gibt einen aromatischen, herzhaften, runden Geschmack, ohne zu aufdringlich zu sein.

Grüner Curry - Duftet beim Öffnen sehr schön kräuterig und stark Dill-lastig. Wurde zu einer Gemüse- Hühnerfleisch-Pfanne mit Kokosnussmilch und Udonnudeln getestet und war da leider von der Würzkraft her für mich zu zurückhaltend. Das grüne Curry war lecker, aber für diese Zubereitungsart einfach zu mild, so dass es geschmacklich dezent von der Kokosnussmilch erschlagen wurde. Ich nehme an, dass es zu einem frischen Gurkensalat oder bei einem gekräuterten Rührei einfach besser zur Geltung kommen würde.

Tees

Ägyptischer Schwarztee mit Minze - Ich liebe Minze. Ich liebe Schwarztee. Dennoch ist diese Mischung nicht wirklich mein Fall. Mein Mann findet ihn aber aber absolut genial und ist emsig dabei, das Teepaket leer zu trinken. Man muss dazu aber sagen, dass das wirklich nur rein an persönlicher Vorliebe liegt. Der Liebste steht auf erdigere, kräftige Teesorten wie Assam usw. - mich findet man eher beim blumig-leichten Darjeeling. Es lag noch ein Probepäckchen Gunpowder/Minze bei, der wird wohl erfahrungsgemäß eher mein Ding sein.

Chocolate Chai - Leider etwas enttäuschend. Wir trinken oft und gerne Gewürzchai, haben auch schon selbst welchen gemischt, nach traditioneller Art gekocht und viele bekannte und unbekannte Marken durchprobiert. Ein Blick in die Tüte offenbarte allerdings, dass alle Zutaten unzerkleinert oder nur grob zerkleinert enthalten sind. Als mein Mann den Chai gemäß Packungsanweisung aufbrühte, musste er erstmal das immense Bedürfnis überwinden, ihn nicht nochmal kurz in den Mörser zu werfen.  Wir wollten ihn eben unverfälscht ausprobieren, so schmeckt man aber im Grunde nur die  Kakaobohnenschalen und eine zarte Note von den Rosa Beeren heraus. Wir waren uns einhellig einig, dass der Tee bestimmt nicht schlecht ist und wahrscheinlich geschmacklich sehr davon profitierten würde, wenn er einfach feiner gemahlen bzw. beispielsweise die Kardamom-Samenkapseln aufgebrochen wären. Wird demnächst noch so ausprobiert.

Insgesamt finde ich die  Produkte qualitativ gut, ebenso die sehr schöne Aufmachung. Für mich scheint es stellenweise halt etwas am Mahlgrad zu hapern.  Gewürze und Getränke  zu bewerten und darüber zu berichten ist immer etwas schwer, da es ja wirklich subjektive Eindrücke und die persönliche geschmackliche Präferenz sind, die hier entscheidend zum tragen kommen. Es gibt eben nicht "die eine, einzigartige, total originale"  Gewürzmischung von Baharat oder Za'tar  und ein grünes Curry darf halt auch gerne mal mild-würzig sein.

Was ich - gesehen mit den Augen eines Kunden, der auch ein wenig auf den Geldbeutel achten muss - auch noch nett fand: Man kann die Gewürze entweder in einer schönen Metalldose erwerben, oder circa 50 % günstiger im Nachfüllbeutel/Aromabeutel. Wie ich beim Schreiben dieses Blogbeitrags zudem gerade auf der Webseite entdecke, werden inzwischen versandkostenfrei und für kleines Geld Probepakete mit sechs bis acht verschiedenen Gewürzmischungen/Tees angeboten. Das finde ich ne richtig nette Idee, so kann man sich mal quer durch alles hindurchschnuppern und -kochen  oder hat ein hübsches Geschenk für kochfreudige Freunde zur Hand.

Ich wünsche dem (ja noch recht neuen) Team von Anna Luise jedenfalls viel Erfolg, bedanke mich, dass ich mich mal quer durch ihre Auswahl testen durfte und hoffe, dass ihnen das Feedback hier bei ihrer Entwicklung hilft.

 

 

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