Schlagwort-Archive: Buch

Buchvorstellung: Indisch vegetarisch von Meera Sodha

Vor einiger Zeit habe ich ja schon das erste Kochbuch "Original indisch" von Meera Sodha vorgestellt. Das letztens erst hier veröffentlichte Rezept für Coconut Cardamom Burfi / Kokoskonfekt stammt zum Beispiel aus diesem Rezeptbuch.
Im letztens Jahr erschien dann "Indisch vegetarisch"* in der deutschen Übersetzung. Für mich hält das Buch, was man sich nach dem ersten Kochbuch der britischen Foodbloggerin erhofft hat: Vegetarische Köstlichkeiten, die auch für europäische Hände geeignet sind und so wunderbar modernisiert und ins Jetzt geholt sind, dass man nicht erst zig Pasten zum Kochen eines Gerichts herstellen oder ausgefallenste indische Zutaten erjagen muss, sondern fast immer direkt drauf los kochen kann. Zutaten wie verschiedene Linsensorten, Koriandergrün, Minze, Gewürze, Ingwer, Chilis und Limetten sind ja heutzutage in fast jedem gut sortierten Supermarkt erhältlich. Da muss man sowieso hin, um das ganze leckere Gemüse für die Gerichte einzukaufen. 🙂 Was mir aber gerade erst auffällt: Das "schnell" im Untertitel widerstrebt mir ein wenig. Es ist indische Hausmannskost und für die steht man/frau/eins - genau wie für traditionelle deutsche Rezepte - halt 45 Minuten bis bis anderthalb Stündchen in der Küche. Kartoffeln schälen und kochen und nebenbei Gemüse schnibbeln und anbraten braucht halt Zeit - egal ob auf deutsch oder indisch.

Kochbuchrezension: Indisch vegetarisch von Meera Sodha

Köstliche Gemüseküche: Vegetarische indische Rezepte

Meera Sodhas Familie lebt schon lange in England, stammt aber ursprünglich aus dem Bundesstaat Gujarat in Indien, der für seine vegetarische Küche bekannt ist. Viele der traditionellen und über Jahrzehnte erprobten Familienrezepte finden sich hier wieder, andere wiederum sammelte sie auf ihren Reisen durch Indien ein.
Frisches Gemüse und – na klar, schließlich ist es ein indisches Kochbuch, da dürfen sie nicht fehlen – die verschiedensten Hülsenfrüchte dominieren die vielseitigen gezeigten Speisen. Insgesamt sind es 130 Rezepte, aufgeteilt auf 12 Kapitel (Rezeptkategorien: Vorspeisen & Snacks, Wurzeln, Kürbisse & Verwandtschaft, Grandioses Grün, Auberginen, Salate, Eier & Käse, Hülsenfrüchte, Reis, Brot, Pickles, Chutneys & Raitas, Desserts, Drinks). Die Rezepte zeigen den Reichtum und die farbenprächtige Vielfalt der indischen Gemüseküche - von Shami Kebaps aus roter Bete und Paneer (indischer Käse), Samosas  (gefüllte Teigtaschen) mit Erbsen und Minze über Auberginen-Omelette (Humayuns Auberginen-Kuku - einfach total lecker) bis hin zu Erdbeer-Kardamom-Lassi.

strawberry Lassi
Viele der vorgestellten indischen Gerichte sind auch ganz traditionell gluten-, laktosefrei oder gänzlich vegan. Sehr praktisch, dass man dies anhand kleiner Symbole unter jedem Rezepttext sofort ablesen kann. Ganz nebenbei eingestreut erzählt Meera Sodha über indische Ess- und Lebensgewohnheiten. Abgerundet wird das Kochbuch durch Menüvorschläge, sehr schön ist auch wieder das alternative Inhaltsverzeichnis, geordnet nach Gesichtspunkten wie dass die Rezepte anfängergeeignet sind, die Zutaten aus dem Vorratsschrank stammen oder für Lunchpakete oder zum Verarbeiten von größeren Mengen Gemüse (Erntezeit!) geeignet sind.

Kochbuch "Indisch vegetarisch" von Meera Sodha

Mein Fazit zum Buch? Ich finde, es ist eines der schönsten indischen, vegetarischen Kochbücher der letzten Zeit.  Und überhaupt - jetzt wo ich es nochmals bewusst durchblättere: Ich sollte wirklich öfter hieraus kochen! Die Rezepte lesen sich so wunderbar, und sehen auf den Bildern so schön aus, dass man am liebsten sofort eine große Tafel, sich biegend unter all diesen verlockenden Gerichten, vor sich hätte. Das schafft auch nicht unbedingt jede Rezeptsammlung.

Wer mehr zu der Autorin erfahren möchte, wird auf ihrer Webseite fündig. Ursprünglich war sie ja Bloggerin, ich habe den Eindruck, dass sich der Schwerpunkt etwas verlagert und damit auch die Webseite verändert hat. Es sind aber immer noch einige leckere Rezepte gelistet, die ihr auch ohne Kochbuchkauf ausprobieren könnt.

Meera Sodha
Indisch vegetarisch*
Dorling Kindersley, 2017
ISBN: 978-3831032372
304 Seiten, 24,95 Euro

* Afiliate-Link zu Amazon. Bei einem Einkauf über diesen Link erhalte ich eine Provision. Danke! 🙂

Kochbuch: Original Indisch von Meera Sodha

Kurz vor meinem Geburtstag gibt es mal wieder einen kleinen Blick in mein Kochbuchregal. Sonst hibbel ich immer ein gaaanz klein wenig meinem Geburtstag entgegen, in diesem Jahr - hätte ich nicht schon die Geburtstagsparty fest im Kalender stehen - hätte ich ihn wahrscheinlich fast vergessen. Mit Kind ist irgendwie immer was los und andere Alltagsdinge stehen mehr im Fokus: Zum Beispiel, dass ich bald ein Kindergartenkind haben werde. Puh... ein Meilenstein, der stolz und wehmütig gleichzeitig macht.  Anyway - da das Kind ja schon so schön mit isst und auch vor indischer Küche nicht halt macht, geht's hiermit zur Buchvorstellung. 🙂

Original_indisch-dorlingkindersley

Kochbuch "Original indisch" von Meera Sodha

Wenn schon Yotam Ottolenghi – quasi der israelisch-britische Godfather of Kochbuch – das Buch "Original indisch"* von Meera Sodha als "bezaubernd, persönlich und voller Liebe und Knoblauch" anpreist, muss man einfach einen Blick in dieses allein schon optisch wundervoll aufgemachte, gebundene indische Kochbuch hineinwerfen. Verfasst ist es von Meera Sodha, die Enkelin indischer Einwanderer lebt in London und betreibt ihr eigenes Foodblog. Anfang diesen Jahres Jahres ist gerade ihr zweites Buch ("Indisch vegetarisch"*) erschienen.

Die Ausrichtung der Rezepte orientiert sich an der klassischen indischen Küche, was sich auch in der Inhaltsangabe niederschlägt. Neben einer ausführlichen Einleitung und Einführung findet man hier unter anderem die Einteilung nach Vorspeisen, Snacks, Beilagen, Desserts, Drinks und die Sortierung der Speisen nach Fleisch, Fisch, Eiern, Hülsenfrüchten, Chutneys und Pickles. Sehr hübsch ist das zusätzliche Kapitel zum Selbermachen von Panir (Käse), Ghee (geklärter Butter) und der Weiterverwendung von Essensresten – aus übriggebliebenem Reis lässt sich zum Beispiel laut Meera köstliches Fladenbrot zaubern. Sehr gut ist auch das kleine Troubleshooting ("Hilfe. Meine Chapatis sind nicht weich genug"), das sich neben einer ausführlichen Vorstellung der Zutaten am Ende des Buches befindet. Eine wirklich nette Idee ist zudem das alternative Inhaltsverzeichnis, geordnet nach Rezepten für Anfänger, Partygerichten, Kochdauer, und sogar nach Gesichtspunkten wie fettarm, einfriergeeignet, vegan, laktose- oder glutenfrei.

Lamm Burger aus "Original indisch" von Meera Sodha

Echt indische Hausmannskost

Samosas, diverse Currys (mit Fisch, Fleisch oder Gemüse) oder Gerichte wie Teigbällchen mit Erbsen-Zimt-Füllung, bengalische Fischstäbchen, Sardinen mit Koriander und Kreuzkümmelfüllung, Gedämpfter Butterreis mit Dill, Raita mit Minze, Lamm-Burger, gebackener Blumenkohl mit Kreuzkümmel, Kurkuma und Zitrone oder gar Chai-Schokopudding machen – zusammen mit den großformatigen Fotos wirklich Appetit und Lust sofort zwecks Nachkochaktionen die Vorratskammer zur stürmen. Die Rezepte entstammen der indischen Familienküche – mit stark traditionellen Anteilen, aber schon modernisiert und so alltagstauglich, dass Europäer*innen mit ihnen keine Probleme haben und nicht im Vorfeld zum Kochen erst zig Spezialpasten herstellen müssen.

Was für mich persönlich etwas anstrengend ist, sind die Überschriften über den Gerichten: Ganz oft steht hier die Bezeichnung in Originalsprache mit dabei (sehr gut!) – manchmal allerdings eben nicht, mal ist die Übersetzung groß abgedruckt, dann wieder die Originalbezeichnung, dann findet sich wieder im Begleittext die Herleitung. Eine Kleinigkeit, die schlicht ein wenig irritiert. (Ich bin da gebranntes Kind und persönlich schlicht maximal genervt, wenn ich nicht weiß, wie ein Rezept in der Landessprache nun bezeichnet wird. Denn wenn ich koche, reise ich ja gedanklich schon irgendwie in das Land. Besonders schlimm ist sowas in orientalischen Kochbüchern, wo man nur so kolonial-fantastend-deutsche Fantasienamen à la "Sultan Alis Leibspeise" vorfindet. Aber das nur zur Erklärung, warum ich da sehr subjektiv und so empfindlich darauf reagiere. Und das ist natürlich kein Vergleich zu "Original Indisch".) Ausprobiert haben wir die Lamm-Burger – allerdings nicht im Burgerbrötchen, das steht noch an, sondern geformt wie Kebaps und begleitet von frisch gebackenem Naan und einem frischen Joghurt-Dip. Ebenfalls ausgetestet und schon mehrfach hergestellt habe ich das Kokos-Burfi (Toprak pak). Kleine Kokospralinen mit Kardamom, die supertoll und schnell zu machen sind und sich auch gut als essbares Mitbringsel eignen. Das Rezept werde ich auch nochmal extra im Blog vorstellen. Dann auch mit besseren Bildern als hier in den Handyschnappschüssen zu sehen.

Lamm Burger und Kokospralinen aus "Original indisch" von Meera Sodha

Und ja, der gute Yotam hat durchaus recht: Hier hält man ein wunderbar geschriebenes indisches Kochbuch in den Händen. Ohne steif oder zu kompliziert zu werden, nimmt einen Meera mit in ihre Küche. Sie schreibt angenehm leicht, mit Witz und Charme, hier fühlt man sich direkt wohl und das Buch ist so aufgebaut, dass es auch Menschen auf eine lukullische Reise in die entferntesten Zonen ihrer Küche mit nimmt, die noch keinen größeren Kontakt zur indischen Kochwelt hatten. Sehr empfehlenswert und für Anfänger*innen und Indienfans gleichermaßen geeignet.

Meera Sodha
Orginial indisch*
Dorling Kindersley, 2015
ISBN: 978-3831027842
312 Seiten, 19,95 Euro

* Afiliate-Link zu Amazon. Bei einem Einkauf über diesen Link erhalte ich eine Provision. Danke! 🙂

Merken

Kochbuchrezension: Ein Fest im Grünen für Kinder & Rezept für Wassermelonenpizza

Ja nee, is klar. Der Sommer hat sich gerade abgemeldet, der Herbst rüttelt schon an den Fensterläden - da kommt ich hier mit nem Sommersalat mit Wassermelone um die Ecke. Nehmt es einfach zur future reference. 🙂

Rezept für Wassermelonensalat

Und letzte Woche lagen die auch wirklich noch in den Geschäften, ich schwör's! Aber kommen wir zur Rezension des dazugehörigen Kochbuchs, anschließend verrate ich euch das Rezept für den tollen Salat mit Wassermelone, der garantiert nicht nur Kindern schmeckt, sondern auch für Erwachsene eine köstliche Vorspeise (oder ein Hauptgericht... je nachdem wie viele Scheibchen Salat man vertilgt... ) ist.

Rezension zum Kinderkochbuch "Ein Fest im Grünen" von Erin Gleeson

Rezension: "Ein Fest im Grünen für Kinder"* - Ein vegetarisches Kinderkochbuch

"Leckeres Essen muss nicht kompliziert sein." und "Ein Regenbogen auf dem Teller macht einfach einen Riesenspaß" – mit diesen beiden Zitaten aus dem Vorwort der USamerikanischen Foodbloggerin Erin Gleeson fasst man im Grunde schon das Wesen dieses Kochbuches zusammen. Und ja, damit hat sie mich auch ein wenig an der Angel. Denn wer hier mitliest weiß, dass ich oft von den unaufwändigen, klaren Kompositionen überzeugt bin. Sicher schätze ich Speisen, die aus zigtausend Zutaten entstanden sind und über drei tage zubereitet wurden - nur halt nicht von mir. Ich liebe es simpel und gut und da sind Erin und ich wohl auf einer Linie. ein wenig (sehr) lebt sie ja einen beneidenswerten Hipster-Ausstiegstraum: Als ihr Verlobter eine Stelle als Rabbi in dieser Gegend annahm, ließ sie ihre Karriere als New Yorker-Foodfotografin mit halbem Burnout fahren, zog mit ihm in ein Waldhäuschen, bekam dort wunderhübsche Kinder, (wieder)entdeckte dort ihren Aquarellkasten, Gemüse, das besondere Licht und das Bloggen.
Es ist übrigens schon das zweite Buch, das von ihr erschienen ist. "Ein Fest im Grünen"* (Forest Feasts) ist das erste, das dritte ist gerade erst auf Englisch erschienen: "Forest Feasts Gatherings"* mit Herbstrezepten.
Bevor es hier zu den Rezepten geht, die in die Kapitel "Snacks", "Getränke", "Salate", "Hauptgerichte", "Süße Zeiten" und "Partys feiern" unterteilt sind, gibt es erstmal eine kleine Einführung für Kochneulinge. Hier ruft Gleeson zu Kreativität und Improvisation auf und macht Mut und Lust aufs Kochen, auch wenn es vielleicht nicht beim ersten Mal gelingt. Sehr schön auch, dass Maßeinheiten, Küchenbegriffe, Schnitttechniken und Küchenwerkzeuge anschaulich bildlich erläutert werden.

Optisch bleibt ist das gebundene Buch sehr hübsch aufgemacht – die quietschebunten Aquarellzeichnungen von Erin Gleeson, fotografierte Zutaten und großformatige Fotos der leckeren Gerichte machen nicht nur kleinen Menschen Hunger auf die vorgestellten Köstlichkeiten. Ob nun leuchtende Aprikosenhappen, simple Radieschen mit Butter und Salz, Mangold-Quiche, Süßkartoffelpizza, Birnenkuchen, Couscoussalat mit Nüssen, Tortilla-Wraps mit Erdbeeren oder selbstgemachte Eissandwiches mit Früchten und Keksen – alles sieht zum Anbeißen gut aus.

Rezension zum Kinderkochbuch "Ein Fest im Grünen" von Erin Gleeson & Rezept für Wassermelonensalat

Kindgerechte Rezepte zum Nachkochen

Die Rezepte sind für Kinder verständlich erklärt und gut zum Nachkochen geeignet. Von sehr simpel (Traubenbrause) bis etwas aufwändiger (Regenbogen-Mangold-Quiche) findet sich hier eine schöne Bandbreite, die Erfolgserlebnisse verspricht, allerdings nicht nach Schwierigkeit gekennzeichnet ist. Inhaltlich sind sind die Gerichte in ihrer Zusammenstellung für manche vielleicht zunächst oft außergewöhnlich, aber nicht zu exotisch oder abgehoben. Zwar kommen – ganz hipsteresk – Edamame, Quinoa und stellenweise etwas gehäuft Grünkohl (eben die "Kale"-Verrücktheit der Amis) vor, aber davon ab sind fast alle Zutaten – vom Ziegenfrischkäse bin hin zu Süßkartoffeln, Granatäpfeln oder getrockneten Cranberrys – heutzutage auch in einem gut sortierten Supermarkt oder sogar Discounter zu bekommen. Beim Lesen auffällig sind nur manchmal etwas hohe Zutatenmengen wie 1/2 TL Zitronenabrieb für ein Scheibchen Brot oder 5 Knoblauchzehen auf 225 Nudeln, die man dann hinterfragen und eventuell senken sollte. (Andererseits: Ich habe beim Melonen-Salat auch erst an dem 1/8 TL Salz pro Melonenscheibe gezweifelt und es passte da für uns genau.)
Umgewöhnen muss man sich auch etwas bei der Zubereitung, denn die Zutaten sind im Zubereitungstext eingebettet und nicht nochmals extra gelistet – da muss schon genau hingeschaut und das Rezept im Vorfeld präzise gelesen werden.
Erwähnenswert ist ebenfalls, dass Erin Gleeson im Buch auf gekauftes Brot, Tortillas, Kekse und Teige zurückgreift, sie weist aber jedes Mal darauf hin, dass man zum Beispiel den Pizza- oder Mürbeteig auch selbst herstellen kann (liefert dazu aber keine Rezepte) – aus meiner Sicht ist das durchaus verständlich bei einem auf Kinder zugeschnittenem Rezeptbuch, das Lust an der Zubereitung und dem Verzehr leckerer Dinge machen und die Kids nicht von vorn herein zu Tode langweilen will. Quasi erfolgreiche Nahrungszubereitung als Einstiegsdroge. 😉 Eltern haben hier also die Wahl, was sie sich und ihren Kindern zutrauen und wie weit sie das später oder direkt vertiefen wollen. Insgesamt sind das aber Kleinigkeiten, die nicht all zu stark am Charme von "Ein Fest im Grünen" kratzen können.

Mein Fazit: Ein zauberhaftes und nicht nur liebevoll sondern auch sinnig gemachtes Kochbuch für Kinder, die Freude an der Essenszubereitung haben und neugierig auf mehr sind. Sie können hier lustvoll hindurchblättern, sich selbst leckere Rezepte aussuchen und sich daran ausprobieren. Wenn ich mich daran erinnere, wie ich als Kind durch Kochbücher geblättert habe und viel nicht realisierbar war, gibt es von mir hierfür eine klare Kaufempfehlung. Und wahrscheinlich werden die anderen beiden Bücher auch noch auf meine Wunschliste wandern. Aber jetzt: Ab zum Rezept!

Erin Gleeson
Ein Fest im Grünen für Kinder*
Knesebeck, 2016
ISBN: 978-3868739473
112 Seiten, 16,95 Euro

Rezept für sommerlichen Salat mit Wassermelone

Rezept für Wassermelonenpizza

Das Rezept ist so ein wenig Pi-mal-Daumen, je nachdem wie viele Scheiben Wassermelone ihr zubereiten wollt. Die Zutaten sind hier also pro Scheibe aufgelistet, multipliziert sie einfach wenn ihr mehr macht.

Wassermelone (ohne Kerne)
3-5 Scheiben Mozzarella (das ist ca eine 1/2 bis 3/4 Kugel)
1 TL gehackte frische Minze
1 TL gehackte frische Basilikumblätter
1 TL gehobelte Mandeln
1,5 TL grob gehackte Walnüsse
2-3 TL Olivenöl
1/8 TL Zitronensalz

Zubereitung

  • Wassermelone in 2-3 cm dicke Scheiben schneiden. Mit einem Messer vorsichtig vom Rand herausschneiden, so dass die Scheiben intakt bleibt, und auf einen Teller legen.
  • Die Mozzarellascheiben fächerförmig in der Mitte anordnen.
  • Mandeln und Walnüsse kunstvoll über der Scheibe Wassermelone verteilen und in die Mitte die gehackte Minze und den Basilikum setzen.
  • Das Olivenöl darüber träufeln und das Zitronensalz darüber krümeln.
  • Schnell servieren und genießerisch vertilgen. Superfrisch und leicht, durch den Käse aber tatsächlich sättigend.

 

*Afiliate-Link zu Amazon. Ich erhalte eine kleine Provision wenn ihr darüber einkauft.

Kochbuch verschenken & gleichzeitig für Syrien spenden

Ihr Lieben, seit gut zehn Jahren arbeite ich als Redakteurin für ein Berliner Printmagazin und schreibe dort unter anderem jeden Monat die Rezensionen. Natürlich schleichen sich da auch ab und an Kochbücher mit ein. In unserer Dezemberausgabe durfte ich ein besonders schönes ehrenamtliches Projekt vorstellen, dessen Erlös zu einem Großteil an den Verein SyrienHilfe e. V. fließt. Kaum davon gelesen und einen Tweet dazu abgesetzt, zwitscherte mir eine Followerin zu, dass sich gerade bei einer Konferenz neben einer der Mediaperlen (ich mag den Namen ja sehr) befindet, die die Pressearbeit übernommen hatten, und schon war der Kontakt hergestellt. Hach. Ich liebe mein Internet. <3

Rezension zu dem syrisches Kochbuch "Fadi kocht syrisch" Noch ein Weihnachtsgeschenk gesucht?

Um den Kreis zu schließen und zum Punkt zu kommen: "Fadi kocht syrisch" wurde von mir im Print rezensiert, ich möchte euch das Buch aber nicht vorenthalten und stelle meine Rezension deswegen zusätzlich auch noch hier im Magischen Kessel ein. Wer noch total ideenlos nach einem Geschenk sucht, kann sich ja hier vielleicht inspirieren lassen. Kleine Nebeninfo: Nachgekocht habe ich noch nichts daraus, mit etwas Erfahrung lassen sich aber Rezepte ja schon im Voraus oft auf ihre Tauglichkeit hin lesen.

Kochbuch: "Fadi kocht syrisch"

Schöne und exotische Kochbücher finden sich ja immer wieder gerne unter dem Weihnachtbaum – mit was kann man schöner in andere Länder und Kulturen reisen und einen Teil davon, quasi auf einer Gabel, direkt zu sich nach Hause an den Tisch holen? Druckfrisch ist jetzt dieses ganz spezielle Kochbuch im November herausgekommen, dass das Verschenken noch besser macht, denn der Erlös geht an Kinderhilfsprojekte des Vereins SyrienHilfe e. V.. Der deutsche Verein leistet vorrangig in Syrien, aber auch in Nachbarländern wie dem Libanon und der Türkei humanitäre Hilfe und Nothilfe für syrische Flüchtling, kümmert sich darum, dass die Menschen Nahrungsmittelspenden erhalten, leistet aber auch Hilfe zur Selbsthilfe und versucht sich auch im Waisenkinder zu kümmern. Das Buch ist eine Zusammenarbeit von sehr vielen Ehrenamtlichen – die sich vorher zum Teil gar nicht kannten – und dem syrischen Fernsehkoch Fadi Alauwad.

Dieser stammt selbst aus Syrien und ist 2014 mit seiner Frau und den drei Töchtern vor dem Bürgerkrieg und den Bomben nach Deutschland geflüchtet. In Damaskus war er ein bekannter Chefkoch, der weit über die Grenzen seiner Heimat hinaus bekannt war. Mit seiner eigenen Fernsehshow zeigte er nicht nur, dass auch Männer den Kochlöffel schwingen können, sondern auch wie man die traditionelle syrische Küche in moderner Form umsetzen kann. Inzwischen lebt Fadi in Aachen und arbeitet in der Brasserie Aix wieder als Chefkoch.

Auf gut 120 Seiten finden sich in dem gebunden Buch gut 40 kulinarische Highlights aus der bodenständigen syrischen Küche. Aber es ist nicht nur ein reines Rezeptbuch, eingestreut sind kleine Volksweisheiten, Anekdoten, Erinnerungen von Fadi und Reiseberichte und Bilder aus einem vom Krieg noch unversehrten Syrien, die die SyrienHilfe e. V. beigesteuert hat.
Da werden Gewürze, Genüsse, Sinneseindrücke, Orte und liebgewonnene Menschen wieder zum Leben erweckt, die vielleicht schon vom Krieg hinweggewischt wurden.
Den Leser/innen werden also nicht nur die klassischen Gerichte und Gewürze, sondern gleich noch eine Portion Kultur serviert. Aufgeteilt ist das Kochbuch in die Kapitel "Kalte Vorspeisen" (Salate wie Fattoush oder Taboulé), "Kleine Begleiter" (Dips & Salate, die zu Gerichten gereicht werden), "Warme Vorspeisen", "Hauptspeisen" (köstliche Fleischgerichte & leckere vegetarische Gerichte) und "Nachspeisen & Getränke". Abgerundet wird das Werk durch Kurzbiografien der ehrenamtlichen Helfer/innen.
Illustriert ist das Buch zudem mit appetitlichen Fotos neben jedem Rezept. Besonders schön ist: Neben der deutschen Übersetzung gibt es die original arabischen Namen der Gerichte in Transliteration, da kann sich so manches arabisches Kochbuch ein Scheibchen abschneiden. Ein paar Kleinigkeiten zu meckern gibt es aber doch, so fehlt zum Beispiel eine nach Kapiteln geordnete Übersicht und an manchen Stellen wird in der Zubereitung vielleicht doch ein wenig zu viel bei den Leser/innen an Eigenleistung und Wissen vorausgesetzt. (Der Liebste, der wunderbar rezepttreu nachkochen kann, wäre beispielsweise an ein paar Stellen aufgeschmissen gewesen. Aber ich denke das sind Kinderkrankheiten, die man ausmerzen kann.)

An dieser Stelle kann man übrigens noch mehr zu Fadi erfahren, hier werden auch nach und nach Rezepte und unterstützende Firmen im Blog vorgestellt. Spannend wäre es noch, mehr über die zahlreichen ehrenamtlichen Helfer/innen zu lesen..

Fazit: Ein schönes Kochbuch verschenken, traditionelle arabische Gerichte genießen und gleichzeitig etwas Gutes tun? Wenn sich das nicht nach dem perfekten und vor allem sinnvollen Geschenk für Kochbegeisterte anhört. Und sowas hat in der Geschenke-und-Konsumterror-Hochsaison namens Weihnachten ja fast ein Alleinstellungsmerkmal (das englischsprachige Buch "Soup for Syria"* verfolgt ein ähnliches Konzept)  und ist auf jeden Fall allemal besser, als der xte überflüssige Weindekanter oder ne versilberte Spargelzange. Also: kaufen, verschenken und am besten gleich noch eines für sich selbst mitbestellen.

Fadi Alauwad
Fadi kocht syrisch
ISBN: 978-3-00-051062-5
19,90 Euro, 119 Seiten
Bezug unter Mayersche.de und direkt vor Ort in der Filiale der Mayerschen in Aachen.
Leider ist das Buch trotz ISBN anscheinend nur so zu bekommen.

*Afiliate-Link zu Amazon

Traditionell schottisch, sahnig, fruchtig & nur für Erwachsene: Cranachan

Cranachan ist ein traditionelles schottisches Dessert, das schon seit längerer Zeit auf meiner Liste der auszuprobierenden Dinge steht.

traditional scottish dessert cranachanSchottische Süßsspeise mit nur 4 Zutaten

Ich war ja anfangs ein klitzekleinwenig skeptisch, aber es schmeckt wirklich unglaublich gut (mir ist gerade ein wenig schlecht, weil meine Portion doch sehr riesig war...;)). Und das Beste daran ist die ultrakurze Zutatenliste und wie schnell es gemacht ist. Einfach, simpel und gut - genau so, wie ich meine Rezepte mag. Gerade mal fünf Dinge werden verwendet: Sahne, Himbeeren, Honig, Haferflocken und - natürlich - schottischer Whisky. Kindertauglich ist dieser cremig-sahnige Nachtisch damit nicht.

Cranachan mit Haferflocken Scottish Whisky

Das Dessert ist angenehm leicht, aber dank der Haferflocken dennoch gehaltvoll, der Whisky ist herauszuschmecken, aber nicht unangenehm dominant. Ich habe einen sehr aromatischen, dunklen, flüssigen Honig gewählt, der wirklich gut mit dem Alkohol korrespondiert. Auch schottische Himbeeren konnte ich jetzt nicht auffahren, sondern habe auf Tiefkühlware zurückgegriffen. Die säuerlichen Früchte mögen den kräftigen Wildhonig auch sehr gerne und achten darauf, dass es nicht pappsüß wird. Hat man ganz süße Himbeeren zur Hand, sollte die Honigmenge reduziert werden.

Traditionelles schottisches Dessert Cranachan

Cranachan - traditionelles schottisches Dessert

Und wie das mit traditionellen Rezepten, die es in jeder Familie eben so gibt, so ist: Es gibt zigtausend verschiedene Versionen. Als wir vor ein paar Jahren in Schottland waren, hatte ich mir ein Kochbuch mit typisch schottischen Rezepten zugelegt, das mir - neben vielen anderen - als grundlegende Anregung diente. Das Buch beinhaltet viele Basisrezepte, ist aber nur mit Zeichnungen illustriert. Viel Info zur Autorin gibt es nicht (finde ich immer etwas schade), aber zu fast jedem Gericht jeweils einen kleinen Text, aus dem man herauslesen kann, dass hier wirklich Familienrezepte zusammengestellt wurden - zum Beispiel wenn sich an Kindheitssüßigkeiten erinnert wird, die "Uncle Jimmy" besonders gut kochen konnte. Oder "Aunt Jean's" Kommentar dazu. Mit leicht verändertem Titel und gänzlich anderem Cover handelt es sich bei "Traditional Scottish Recipes"* von Eleanor Cowan glaube ich um die Neuauflage.

Cranachan mit Knusperstreuseln

Knusper, knusper Streusel...

Die Tipps und Erinnerungen zu den Rezepten lesen sich bodenständig und kocherfahren. Beim Cranachan reißt Eleanor Cowan dann auch kurz die Vielfalt an Zubereitungsmöglichkeiten an (und die sind im Grunde unendlich: Haferflocken getränkt in Whisky, untergezogen, geschichtet, Himbeeren zermantscht, entkernt, komplett verarbeitet, andere Beerenfrüchte und...und... und...) und bekennt, dass man beim Thema Haferflocken ruhig ein wenig "cheaten", also schummeln kann. Da sie keine Passion für geröstete Haferflocken hat, greift sie für das Dessert gerne zu fertigen Cerealien. Und da hake ich dann nochmal rasch ein und werfe für das zweifach verlängerte Event Pour me up... von Frau Bunt ein paar ihrer Walnuss-Knusperstreusel in den Topf mit der Sahne und fülle das Ganze in die schicke Villeroy & Boch-Espressotasse, die es hierzu von ihr per Post gab. Ich hatte die Sahnemasse geteilt, damit ich beides ausprobieren kann, und weiß gar nicht, welche Variante mir besser schmeckt. Es hat beides was: Die gerösteten Haferflocken mag ich echt gerne, aber auch die Verwendung eines Müslis, das relativ klar in der Zutatenliste ist, finde ich hier geschmacklich nice.

Dessert in Espressotasse

Und wie viel wird's nu?

Die leidige Frage nach der Portionsgröße... Das kommt wirklich auf die Mägen der Verzehrenden an. Das Rezept ergibt ja über 800 g Grundmasse. Aufgeteilt in vier Whiskytumbler kann das für manche wirklich etwas heftig sein und ersetzt fast eine eigene Mahlzeit. (Andererseits.. die Schotten trainieren ja quasi mit deep fried marsbars - da ist sowas dann auch kein Problem!) In kleinen Espressotässchen mit einem Fassungsvermögen von 100 ml findet man wiederum die ideale Größe für ein kleines, feines Dessert nach einem opulenten, mehrgängigen Essen und kann mit dem Rezept geschätzt circa zehn Personen versorgen. Cranachan lässt sich übrigens hervorragend vorbereiten, im Kühlschrank zwischenparken und in kleinen Gläschen servieren. Wer die leidige Frage nach der Größe der Portionen umgehen will: Nehmt einfach eine große Schüssel und füllt das Schichtdessert dort hinein. Fertig. Dann wirkt man auch nicht mehr so verfressen. 😉

Wie bereitet man Cranachan zu?

Rezept für Cranachan

(4 - 10 Portionen, siehe oben)

350 g Himbeeren (TK-Ware)
300 ml Schlagsahne
100 g Haferflocken (oder ein passendes Knuspermüsli)
5-6 EL Wildhonig (flüssig)
2 EL schottischer Whisky

Zubereitung

  • Die Himberen aus der Kühlung nehmen und antauen lassen (oder direkt frische verwenden). Wenn sie bei Verwendung noch sanft angefroren sind, schadet das nicht.
  • In eine Pfanne ohne Fett unter stetem Rühren die Haferflocken rösten, bis sie Farbe annehmen, herausnehmen und abkühlen lassen. Zwei TL Haferlocken als Topping beiseite nehmen.
  • Die Sahne aufschlagen und dann Honig, Whisky und Haferflocken unterziehen.
  • 200 g der Himbeeren anquetschen (es soll kein kompletter Brei entstehen, die Früchte teils noch intakt sein) und rasch unter die Sahne ziehen.
  • Ein paar der zurückbehaltenen Himbeeren auf den Boden der Gläser geben, Sahnemasse darauf verteilen, wieder ein paar Himberen dazwischenschichten, mit Sahne abdecken. Ein paar Haferflocken oder andere Cerealien der Wahl als Topping darüberbröseln und noch eine Himbeere darauf platzieren.
  • Für ein paar Stunden zum Durchziehen in den Kühlschrank geben (alternativ: direkt essen und genießen ;))

*Affiliate-Link zu Amazon