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7 Tage – 7 Dinge – Kalenderwoche 10/2015

Und schwupps, da ist auch schon fast wieder eine Woche vorbei und es gibt sieben Dinge von mir, die ich in den letzten Tagen getan habe. Neugierig geworden? Was ich hier mache und wie ihr mitmachen könnte, findet ihr im Ursprungsbeitrag zu 7Tage - 7Dinge.

7 Tage - 7 Dinge im Frühling

Ich suche gerade noch ein wenig nach einem System, um die 7 Dinge für mich chronologisch sortierbar zu machen... Per Kalenderwoche? Irgendwie bin ich nicht so recht glücklich damit. Freue mich über andere Ideen. Aber los geht's mit einem klitzekleinen Einblick in die vergangene Woche. Superduperneugiernasen empfehle ich sowieso meinen Instagram-Account. Es sind sowieso alles nur kleine Momentaufnahmen und ich merke gerade, dass die Auswahl an Dingen wirklich schwierig wird, weil mir tausend getane, selbstgewerkelte Sachen einfallen. Das find ich wirklich gut.

7 Tage - 7 Dinge im März 2015

7 Tage - 7 Dinge (Kalenderwoche 10/2015)

  • Neue Spinnwirtel für Handspindeln getöpfert, bzw. sie nach dem Schrühbrand entgratet und glasiert.
  • Gelesen. Wie immer viel. Diesmal mit Schöpferinnenstolz auch in einem Eigenwerk, dem Special zum Thema Veganismus und Rohkost, das ich als Redakteurin bei einem Berliner Magazin betreut habe. (Hier findet sich neben einem großen Einstiegsartikel zu Grünen Smoothies u.a. ein Interview mit Katharina Seiser zum Tierfreifreitag. Ihr neues Kochbuch "Schon immer vegan" kommt natürlich auch zur Sprache. Auch mit dem Netzwerk Berlin Vegan und Berlins erster komplett veganer Friseurin war ich im Gespräch. Und pssst: Meine niedliche vegane Friedrichshainer Mettratte hat auch ihren Weg ins Heft gefunden.)
  • Mich bewundert. Beziehungsweise den neuen Lieblingsschal an mir bewundert. Die Lieblingsnachbarin hatte ihn sich im Urlaub gekauft und erst Zuhause festgestellt, dass die schönen eingewebten Muster in dem blauen Schal Totenköpfe sind, weswegen er sofort zu mir umzog. (Und mir sowas von gut steht!) Hachz! <3
  • Mehr Glitzer in mein Leben gebracht: Einen Teil eines Garns mit sich selbst und einem goldenen Beilaufgarn verzwirnt, den nächsten Teil angefangen weiterzuspinnen.
  • Supergeiles veganes Karamell mit gerösteten Mandeln und Zimt für die hungrigen Süßmäuler auf dem Versponnenen Salon gemacht. Geröstete Mandeln, meine Achillesferse. <3
  • Gestrickt. Nach Wochen endlich mal wieder meinen Tubularity zur Hand genommen. Hier gibt's mehr über mein Schicksal als Strickzombie.
  • Gepflanzt. Endlich. Frühling! Ich stehe wie immer fasziniert da und staune, was alles schon knospt und wächst und seine Köpfchen durchs Erdreich steckt. Es gab frische Narzissen und meine geliebten Traubenhyazinthen für meinen Berliner Hinterhofschattengarten.

Liebe Grüße & auf eine kreative Woche voller schöner Dinge

Shermin

7 Tage – 7 Dinge

Wer hier schon länger mitliest, dem wird vielleicht - so ganz zart am Rande - aufgefallen sein, dass hier ein kreativer Mensch am Werk ist. Oft mit Herzblut, Leidenschaft, Schweiß, Ehrgeiz und manchmal eben auch mit ein paar gesalzenen Flüchen,  etwas "Och.. das passt so schon...ähem...!" und ganz vereinzelt auch mit ein paar Tränchen.

7Tage - 7 Dinge Logo7 Tage - 7 Dinge im Frühling

Schon als Kind war ich neben meiner Eigenschaft als Bücherträumerin eine Schöpferin. Ich habe ebenfalls davon geträumt, Dinge zu erschaffen - mit meinen eigenen Händen (welche Achtjährige fantasiert denn schon von ner Drechselbank?). Kochen und Backen und allerlei köstliche Sachen brauen gehörte da neben tausenderlei anderen DIY-Fähigkeiten, die sich im Laufe eines handwerksneugierigen und crafting-beladenen Lebens halt so ansammeln, an vorderster Front dazu.

Schon vor längerer Zeit bin ich über den 7-Sachen-Sonntag von Frau Liebe gestolpert. Ein Blog, das leider sanft entschlummert ist. Die Aktion fand ich schön, aber sie war mir immer etwas zu eng gefasst. Ich mache ja nicht nur an einem Sonntag was, sondern in der ganzen Woche. Und so fasziniert ich davon bin, mit meinen zwei Händen Dinge zu erschaffen - auch meine Gedanken sind dazu in der Lage. Und... vielleicht werden es einige von euch kennen - ich vergesse viel zu schnell, winke mit der Hand ab. "Ach, datt war ja nüscht. Ich hab diese Woche nix Besonderes gemacht!" - während ich neben meiner Arbeit noch gestrickt, gekocht, Maschenmarkierer gebastelt, kurz mein Spinnrad getätschelt, Kammzüge gefärbt, die Fotos anderer Menschen bewundert, eine Haarspange zusammengeknüppert und via Youtube meine erste erfolgreiche Häkelerfahrung hinter mich gebracht habe.

Ihr seht: So ein Rückblick ist schön und gut, vor allem, weil er kreative Dinge - neben der stark anerkannten Leistung des Broterwerbs - ins Bewusstsein rückt und sichtbar macht. Die Neigung anderes herabzuwürdigen und nicht genug wertzuschätzen kennen bestimmt einige von euch.

Also, meine selbstgestellte Aufgabe:

  • 1 x pro Woche 7 Dinge posten, die ich irgendwann in den letzten 7 Tagen getan habe.

Meine sieben Dinge werden keine mega arrangierten Fotos sein - mir geht es dabei auch darum, dass es entspannt bleibt, eine Rückschau ist (wie in einem netten Fotoalbum, wo man zurückblättern und sich erinnern kann) und nicht in Arbeit und Stress ausartet. Da ich seit ein paar Wochen mit jahrelanger Verspätung vom Instagram-Virus angesteckt wurde, werden meine Dinge wohl meist aus Handy- bzw. Instagram-Schnappschüssen bestehen.

Eigentlich wollte ich am Montag damit starten - jetzt bin ich schon zwei Tage später dran. Mal sehen ob und wie es in Zukunft läuft. 😉

Wie kann man mitmachen?

Wer mag, kann sich gerne einklinken und das kleine Banner dafür nutzen. Über einen Backlink hier her freue ich mich sehr (dann sollte ich eigentlich auch direkt die URL von euch haben).  Meldet euch einfach hier im Ursprungbeitrag mit einem Kommentar und dem Link zu euren 7 Dingen.
Bei Pinterest habe ich auch ein Board für 7 Tage - 7 Dinge angelegt, auf dem ich gerne auch andererer Menschen Dinge sammle.

7 Tage - 7 Dinge

7 Tage - 7 Dinge

  • Seit Jahren mal wieder gezeichnet und mich gleichzeitig mit der Aquarelltechnik bekannt gemacht.
  • Ich habe mir Zeit genommen, um viel zu lesen. Den Sci-fi-Thriller "Control"* (meine Fresse... so viel real erscheinendes Futter für die Paranoia...), noch eine Buchserie (The Emperor's Edge*) und dann habe ich noch Quellen für eine byzantinische Darstellung recherchiert, um da irgendwann mal historisch korrekte Sachen nähen zu können.
  • Die besten Pfannkuchen meines Lebens gemacht, dazu gab's karamellisierte Sahne-Walnüsse und mein samtiges Apfelmus mit Honig & Vanille.
  • Meinen Sprossengarten* bestückt. Die Winterzeit schreit nach Grünzeug und der Frühlung nach gesunden Keimlinken und Sprossen. Nomnomnom.
  • Zitronensalz gemacht. Lemongasm bei jedem Öffnen des Glases.
  • Superleckeren Restekartoffelsalat gemacht.
  • Überstehende Glasur an den tönernen Spinnwirtel abgeschmirgelt, die ich herstellt habe, um daraus Handspindeln zu fertigen. (Mir dabei nen Glassplitter in den Finger gerammt. Autsch.)

Liebe Grüße

Shermin

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Projekt Komplettverwertung: Quittenkompott, Quittengelee, Quittenlikör, Quittensirup, Apfelmus, Apfelgelee, Apfelsirup

Ein Wochenende, sieben Kilogramm Obst, zwei Menschen, ein Haufen Einmachgläser und eine Mission: Ein Einkochmarathon mit möglichst großer Komplettverwertung.

Apfelquitten

Ausgangspunkt waren vier Kilo Äpfel und drei Kilo gemundraubte Quitten (die die Handmaid mir lieberweise vorbeigepuckelt hatte), ein paar Vanilleschoten und Zitronen, die in Dinge fürs Vorratsregal transformiert werden wollten. Das Ergebnis: Gut 50 gefüllte Gläser und Flaschen mit samtigen Apfelmus, Apfelgelee, Apfelsirup, Quittenkompott, Quittengelee, Quittensirup und Quittenschnaps. Nur ein paar ausgekochte Apfel- und Quittengriebsche, -schalen und ausgequetschte Zitronen blieben am Ende übrig. Und ja, da befällt er mich wieder, dieser beglückte und ungemein befriedigende hab-ich-selbst-gemacht-Schöpferinnen-Vorratskammerstolz, der mir quasi in die Wiege gelegt wurde.

Einkochtes für die Vorratskammer aus Äpfeln und Quitten

Rezepte zum Einkochen von Quitten & Äpfeln

Da ich nicht alles in einzelnen Artikeln abhandeln mag, gibt es jetzt quasi einen rezepttechnischen Rundumschlag, angefangen bei den Äpfeln. Obwohl Anfang November, kochen ja auch jetzt noch viele ein. Es gibt einige späte Äpfel, die auch noch Ende Oktober geerntet werden oder die nach dem früheren Pflücken jetzt nach Lagerung erst ihren vollen Geschmack entwickeln. Die Erntezeit für Quitten zieht sich sogar teils bis in den November hinein und auch Quitten sollen ja beim Farbumschlag von grün auf gelb geerntet werden (Wikipedia sagt, damit das Pektin in den Kernen nicht abgebaut wird) und dann noch nachreifen. Bei mir lagen diese wundervoll aromatisch duftenden Früchte auch ein paar Wochen in einer Schale in meiner Küche und reiften- unter Beobachtung und einem Wenden und Kontrollieren der Früchte alle paar Tage - langsam nach. Außerdem: Das nächste Erntejahr kommt ja bestimmt.

Einkochen mit Twist-off-Gläsern

Wenn ich Heißabfüllungen direkt in Twist-off-Einmachgläser* mache, dann habe ich neben dem Topf mit dem Einkochgut einen großen Topf mit auf dem Herd stehen, in dem zeitgleich die Schraubgläser und -deckel auskochen. Da wir in Berlin sehr kalkhaltiges Wasser haben, gebe ich noch etwas Zitronensaft oder Essig mit ins Wasser, damit sich der Kalk nicht an den Gläsern ablagert - das ist aber ein rein kosmetisches Problem. 😉 Ich hole jedes Glas zum Befüllen mit einer Zange aus dem Topf, stelle es auf ein feuchtes, sauberes Küchentuch und befülle mittels eines Marmeladentrichters*, damit der Glasrand wirklich sauber bleibt. Die Gläser werden direkt nach dem Befüllen für ein paar Minuten auf den Kopf gestellt. Dreht man sie nachher herum, kann man mit dem Finger nachspüren, ob sie wirklich gut angezogen haben und verschlossen sind: Die Mitte des Deckels muss leicht nach unten vertieft sein. Manchmal hört man die Deckel beim Anziehen auch laut "Klack!" machen. Je nach Zeit und Lust verwende ich entweder gekaufte Etiketten* oder labele meine eingekochten Schätze mit handgeschriebenen Zettelchen. Diese mit Milch aufgeklebten Etiketten sehen cool aus (ich mag vor allem diesen unkomplizierten, nicht herbeigezwungenen Vintage-Touch bei wiederverwerteten Obsttüten) und haben den Vorteil, dass etwas Wasser sie problemlos wieder ablöst und man um Etikettenabschrubborgien bei der Wiederverwendung von leer gefressenen Gläsern herum kommt. Aber nun ab zu der langen Liste von Rezepten zum Einkochen von Quitten und Äpfeln.

Komplettverwertung beim Einkochen: Apfel

Äpfel für selbstgekochtes Apfelmus

Rezept für Apfelmus

Da habe ich ganz simpel auf mein bewährtes Rezept für samtiges Apfelmus mit Honig und Vanille zurückgegriffen.


Apfelsaft aus ausgekochten Apfelschalen & -griebschen (für Gelee und Sirup)

1250 g Apfelschalen und herausgeschnittene Kerngehäuse (von 4 Kg Äpfeln)
2,5 l Wasser
1 Zitrone, Saft

Zubereitung

  • Beim Schälen der Äpfel die Abfälle direkt in einen Topf mit dem Wasser und dem Zitronensaft (damit nicht alles total braun oxidiert) werfen. Madige oder faule Stücke nicht hineingeben, sondern wegschmeißen.
  • Die Apfelreste eine Stunde lang bei mittlerer Hitze mit Deckel darauf auskochen, abkühlen und die Fruchtstücke weiter darin ziehen lassen.
  • Die Flüssigkeit durch ein feines Sieb abseihen und für Apfelgelee oder Limonadensirup weiterverwenden. Der Saft schmeckt relativ herb, aber dank der Schalen doch stark apfelig.
  • Optional: Ich habe noch eine zweite Filterung des Apfelsaftes durch einen Teefilter aus Papier gemacht, um möglichst viele Trübstoffe abzufangen.

Apfelgelee Grundrezept

Rezept für Apfelgelee (Grundrezept)

1200 g Apfelsaft (zum Beispiel ausgekocht aus den Schalen, siehe oben)
50 g trockener Weißwein
3:1 Gelierzucker
Optional: Saft 1 Zitrone

Zubereitung

  • In einem Topf alles Zutaten miteinander vermischen und zum Kochen bringen.
  • Unter gelegentlichem Rühren 5-10 Minuten sprudelnd kochen.
  • Herdplatte ausschalten. Ausgekochte Einmachgläser mit dem heißen und noch flüssigen Apfelgelee füllen, fest verschließen und umgekehrt auf ein feuchtes Tuch stellen.

Selbstgekochter Limonadensirup: Apfel-Vanille-Sirup

Rezept für Apfel-Vanille-Sirup (Limonadensirup)

1000 g Apfelsaft (zum Beispiel ausgekocht aus den Schalen, siehe oben)
1000 g Haushaltszucker
Saft 1 Zitrone
1 Vanilleschote

Zubereitung

  • Vanilleschote mit einem Messer aufschlitzen, Mark herauskratzen und Vanillemark und ausgekratzte Schote zusammen mit Apfelsaft, Zucker und Zitronensaft in einen Topf geben und bei mittlerer Hitze aufkochen.
  • 5-10 Minuten unter Rühren sprudelnd kochen, ausgekochte Vanilleschote herausfischen und den Apfelsirup dann in vorbereitete Gläser und Flaschen füllen, verschließen, umdrehen.

Komplettverwertung beim Einkochen: Quitte

Das war übrigens meine erste Begegnung mit Quitten. Ich hatte hauptsächlich Apfelquitten bekommen, diese gelten als aromatischer, aber auch schwerer zu verarbeiten als Birnenquitten. Nach zwei Tagen mit diesen Biestern kann ich den Ruf nach einer Axt tatsächlich verstehen. 😉 Schälen ging hervorragend, aber zerschneiden und Kerngehäuse herauslösen hatte wirklich mehr von einer Schnitzarbeit.

Quittenkompott

Rezept für Quittenkompott

3 Kg Quitten (bei mir: Apfelquitten & Birnenquitten)
1,5 l Wasser
400 g Zucker
Saft 1 Zitrone
1 Vanilleschote

Zubereitung

  • Falls noch Flaum auf den Quitten ist, dann diesen zuerst mit einem Küchentuch aus Stoff abreiben. Quitten dann waschen, schälen, entkernen (Schalen & Kerngehäuse direkt in gesäuertes Waser für den Quittensaft geben) und in grobe Stücke schneiden. Quitten sind sehr widerstandsfähig, ich habe sie in Achtel geschnitzt und in mit Zitrone versetztem Wasser zwischengelagert, damit sie nicht zu braun werden.
  • Wasser, ausgekratztes Vanillemark, ausgekratzte Vanilleschote und Zucker kurz in einem Topf aufkochen, der Zucker sollte sich komplett gelöst haben.
  • Die gestückelten, noch ungekochten Quitten in die ausgekochten Schraubgläser schichten, Marmeladentrichter* darauf setzen, die vorbereitete Zuckerlösung darübergießen. Gestückelte Vanilleschote mit in die Gläser geben. Darauf achten, dass der Rand sauber und trocken ist und mit dem Deckel fest verschließen.
  • Sind alle Gläser verschlossen, werden diese in einen großen Topf gesetzt. Da ich keinen Einkochautomaten* oder sowas besitze, habe ich dafür einfach einen großen Suppenkochtopf genommen und mit zwei Schichten Gläsern à 5 Stück pro Ebene gearbeitet, was hervorragend funktioniert hat. Die Gläser sollten sich nicht berühren, zwischen die beiden Ebenen habe ich noch ein sauberes und nochmals klar durchgespültes Küchenhandtuch gelegt.
  • Sind alle Gläser im Topf: Kaltes Wasser angießen, so dass alles bedeckt ist, den Topf zum Kochen bringen und die Quitten für 30-40 Minuten einkochen. Die Zeit zählt erst ab dem Kochzeitpunkt.
  • Die Gläser im Topf abkühlen lassen und erst dann herausnehmen.

Quittenkompott - eingekocht im Kochtopf in Schraubgläsern

Quittensaft aus ausgekochten Quittenschalen & -griebschen (für Gelee und Sirup)

1000 g Quittenschalen und herausgeschnittene Kerngehäuse (von 3 Kg Quitten)
2,5 l Wasser
1 Zitrone, Saft

Zubereitung

  • Beim Schälen der Quitten die Abfälle direkt in einen Topf mit dem Wasser und dem Zitronensaft (damit nicht alles total braun oxidiert) werfen. Schlechte Stücke nicht hineingeben, sondern wegschmeißen.
  • Die Quittenreste eine Stunde lang bei mittlerer Hitze mit geschlossenem Deckel auskochen, abkühlen und die Fruchtreste weiter darin ziehen lassen.
  • Die Quittenflüssigkeit durch ein feines Sieb abseihen (man da schon, dass Quitten eine große Gelierkraft besitzen) und für Quittengelee oder Limonadensirup weiterverwenden.
  • Optional: Zweite Filterung des Quittensaftes durch ein feines, papierenes Teesieb, um möglichst viele Trübstoffe abzufangen.

Quittengelee

Rezept für Quittengelee

1200 g Quittensaft (zum Beispiel ausgekocht aus den Schalen, siehe oben)
Saft 1 Zitrone
3:1 Gelierzucker

Zubereitung

  • In einem Topf alles Zutaten miteinander vermischen und zum Kochen bringen.
  • Unter gelegentlichem Rühren 5-10 Minuten sprudelnd kochen.
  • Herdplatte ausschalten. Ausgekochte Einmachgläser mit dem heißen und noch flüssigen Quittengelee füllen, fest verschließen und umgekehrt auf ein feuchtes Tuch stellen.

Quittensirup für Limonade

Rezept für Quitten-Vanille-Sirup

1000 g Quittensaft (zum Beispiel ausgekocht aus den Schalen, siehe oben)
1000 g Haushaltszucker
Saft 1 Zitrone
1 Vanilleschote

Zubereitung

  • Vanilleschote mit einem Messer aufschlitzen, Mark herauskratzen und Vanillemark und ausgekratzte Schote zusammen mit Quittensaft, Zucker und Zitronensaft in einen Topf geben und bei mittlerer Hitze aufkochen.
  • 5-10 Minuten unter Rühren sprudelnd kochen, ausgekochte Vanilleschote herausfischen und den Apfelsirup dann in vorbereitete Gläser und kleine Glasflaschen* füllen, verschließen, umdrehen.

Meine Brombeeren im Schattengarten sind ja in diesem Jahr einem Gärtner zum Opfer gefallen, weswegen es keinen Whiskylikör mit Brombeeren gab, aber da mein Umfeld mehrfach bei dem Wort Quitte sehr deutlich  zum Ausdruck brachte, dass man diese Frucht hervorragend in Alkohol fallen lassen kann, bin ich dem natürlich nachgekommen. Das Endergebnis ist allerdings quietschquittengelb - Vergleiche zu gewissen Ausscheidungsprodukten lasse ich an dieser Stelle. Das Aroma der Quitten entfaltet sich jedenfalls wirklich toll.

Quittenlikör aus Gin und Quittenschalen

Rezept für Quittenlikör (Quittenschnaps)

700 ml Gin
150 g Quittenschalen (Apfelquitten)
1 Vanilleschote
200 ml Wasser
200 g Zucker

Zubereitung

  • Vanilleschote aufschlitzen und zusammen mit den Schale und dem Gin in ein verschließbares  Glas geben (ich habe das auf zwei Flaschen mit weitem Hals aufgeteilt). Darauf achten, dass alles Schalen wirklich vom Gin bedeckt sind.
  • Glas verschließen und 3-4 Wochen ziehen lassen. Ab und an schütteln/umrühren. Nach kurzer Zeit sieht man schon, wie der Gin sich wunderbar quittengelb verfärbt.
  • Den Quittengin durch ein feines Metallsieb abseihen. Wer nur Quittenschnaps möchte, belässt es dabei.
  • Für Quittenlikör nun aus Wasser und Zucker eine Zuckerlösung kochen, abkühlen lassen und dann mit dem abgefilterten Alkohol mischen. Den Quittenlikör auf Flaschen* ziehen und noch etwas nachziehen lassen.

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DIY – Selber kochen, selber backen, selber Dinge machen. Rock your Umwelt. :-)

Als ich an meinem Artikel über das Pflaumenchutney tippte, flossen mir noch einige andere Gedanken in die Tasten. Immer, wenn ich Obst und Gemüse einkoche, muss ich an meine Omi denken. Sie hatte in ihrem Schlafzimmer einen Schrank, hinter dem sich allerlei eingekochte Leckereien verbargen. Zu Ostzeiten hatte sie einen (mir jedenfalls groß erscheinenden) Schrebergarten mit ellenlangen Johannisbeerhecken (der Duft schwarzer Johannisbeeren..), Erdbeeren, einem Birnenbaum (um dessen große, herabgefallene , supersaftige Früchte sich immer irgendwelche Wespen neben unserer Schaukel stritten) und einen Kirschbaum. Gurken und massenweise Bohnen waren auch vertreten, Pflaumen muss es auch irgendwo her gegeben haben - diese sind mit ihrer ledrigen Haut, ebenso wie das schwammige Pendant aus rotgrauen Matsch-Erdbeeren, als eingekochtes "Kompott" allerdings immer die eingeweckte Nemesis meiner Kindheit gewesen.
Oh... aber dieser verschlossene, bis oben hin angefüllte geheimnisvolle Wandschrank in der Sommerkühle  eines Oma-Schlafzimmers. Ich habe ihn heute noch vor Augen. Wenn ich daran denke, ist das Zimmer da. Samt Geruch, den herrlich kitschigen rosa Prinzessinnen-Rüschengardinen, dem Geräusch der Straßenbahn vorm Haus und Fachwerkholz. Und der erwartungsvollen Stille, die man nur aufdecken müsste, um das Verborgene zu sehen.

Eingekochtes macht glücklich!

Es ist ja oft so, dass einem Dinge im Alltag überall mehr zu begegnen scheinen, wenn sie bei einem persönlich stärker in den Fokus rücken. So geht es mir gerade mit dem Thema "Selbermachen". Ich fand es als Kind schon immer spannend, seine Vorratskammer mit dem Werk der eigenen Hände zu befüllen. Ein Konzept, das mich ja auch zu vielen anderen Bereichen - nicht nur dem Kochen - geführt hat. Ich gärtnere (im Rahmen meiner Möglichkeiten) in Hinterhof und einem Communitygarten herum. Ich finde es faszinierend, Gebrauchsgegenstände und Nahrung selbst herzustellen. Wenn ich einen Strang handgesponnener Wolle fertiggestellt habe oder die Gläser mit selbstgemachter Marmelade in die Vorratskammer stelle, dann erfüllt mich ein absurder Stolz und bringt mich dazu, debil grinsend mein Werk zu bewundern. Ich erwische mich dabei, wie ich verliebt über Gläser mit selbstgekochtem Ketchup und Chutney streichle und verträumt innehalte, wenn ein Sonnenstrahl den Edelsteinton des selbstgemachten Brombeerlikörs erhellt.

Ich möchte daneben stehen und sagen: So schön! Seht wie schön es ist! Guckt was ich geschaffen habe! Ich! Nur mit diesen beiden Händen hier, meinen Gedanken und meiner Vorstellungskraft. Ich nehme die Sachen in die Hand. Befühle die Struktur der Wolle, denke darüber nach, was wohl aus ihr entstehen will. Ich bewundere die Farben in den glatten Gläsern und wie die Substanz im Inneren sich an die Wand drückt, bin erfüllt mit Vorfreude - Wann und wozu werden wir das wohl zukünftig essen? - oder denke darüber nach, wem es als Geschenk wohl besondere Freude bereiten würde. Diese Transformation von einfachen Ausgangsmaterialien in Gebrauchsgüter - nicht mal abgehobene Sachen, sondern Dinge, die man wirklich nutzt - finde ich einfach faszinierend.
Es ist wie eine Gewürzmischung, die man erstellt. Zig einzelne kleine Kräutlein, die alleine nicht wirken und erst wenn man sich für sie Zeit nimmt, sie von ihrer Schale befreit, röstet, zerstampft, mischt und dann anderer Nahrung hinzufügt - dann bilden sie ein großes Ganzes, das seinen Zauber ausspricht und über das Gericht legt. Und wenn einem das glückt, man eine gute Leistung erbringt, durch Zufall und Erfahrung das richtige Zauberpulver anrührt - dann ist man eben einfach zufrieden und glücklich.

Urbane Landwirtschaft? Cityfarmen in Berlin?

Das klingt jetzt alles sehr Öko - aber ich bin eigentlich keine klassische Verfechterin von Grünkernprodukten (Wobei die auch essbar sein können. Glaub ich.), Hippie oder typisch-klischeehafte Birkenstockträgerin. Ich habe die Dinger immer gehasst und mein Kosmetikregal und Kleiderschrank sehen nicht unbedingt nach ungefärbtem oder gebatiktem Naturleinen aus oder so... Ich glaube, ich bin einfach eine urbane Mischung aus technikinteressiertem Nerd,  garniert mit von Extrem-Feministinnen sicherlich naserümpfend betrachteten Weibchenskills, einer großen Prise (Geistes-)Wissenschaftlerin und Historikerin, die begeistert und gerne alles ausprobiert, sich kein "Das geht nicht" gefallen lässt,  herumtüftelt, dem latenten Hang zum Nachdenken und nachhaltigen Produkten frönt, aber durchaus auch mal die gekaufte Currywurst mit Pommes Schranke zu schätzen weiß (Steinigt mich doch!). Hätte ich mehr Geld, würde man mich wahrscheinlich in die unsäglich hippe Ecke der Lohas stecken. Wobei - gibt es die eigentlich noch? Sind die vielleicht gar nicht mehr hipp?

Letztens las ich jedenfalls das Buch Meine kleine Cityfarm: Landlust zwischen Beton und Asphalt von Novella Carpenter. Gut, der deutsche Titel ist mal wieder schrecklich und ich möchte zwar nicht in einem absoluten Ghetto wohnen (Friedrichshain ist angenehm alternativ, allerdings leiden wir unter der zunehmenden Gentrifizierung) aber dieses Konzept das Landleben, das Selbermachen und Landwirtschaften mit allen Vorzügen der City zu verbinden - hach bitte, wo kann ich das sofort haben? Wenn ich könnte wie ich wollte, würde ich mir Ziegen, Hühner und auch ein glückliches Schaf anschaffen. Vielleicht noch einen Lehmofen bauen und einen kleinen Fischteich anlegen. Hochbeete auf jeden Fall. Einen Amboss könnte ich auch gebrauchen. Schmieden wollte ich nämlich schon immer mal. Und das mitten in Berlin im Hinterhof - ist doch klar. Wenigstens würde ich dann zur Abwechslung mal meine Nachbarn in den Wahnsinn treiben und nicht umgekehrt. 😉 Ja, ich weiß. Es wird wahrscheinlich ein utopischer Traum bleiben.

Die Rückkehr des Handwerks in den Alltag

Aber ich finde diese "Trends", die sich gerade entwickeln, einfach spannend. Ich fühle mich ein wenig wie eine Sozialwissenschaftlerin (ähm, Moment, stimmt.. da habe ich ja tatsächlich auch einen Studienabschluss drin... ), die sich zurück lehnt, alles über den Rand ihrer Brille beobachtet, amüsiert ihren Tee schlürft und sich über die Jahre hinweg geistig Notizen zur Gesellschaftsentwicklung machen. Ich bezweifle allerdings, dass diese Entwicklung insofern rein auf die Wirtschaftskrisen zurückgeht, dass man auf diese Weise Dinge herstellt, die zu teuer für einen geworden sind. Diese Theoretiker haben wahrscheinlich noch nie einen Blick in einen Handarbeits- oder Bastelladen geworfen oder eine Zusammenkunft mit Geschäften gehabt, in denen Gläser im Vintage-Landhaus-Look zu mehr als ordentlichen Preisen verhökert werden. Die zahlkräftigen Hausfrauen (sorry für das Klischee), die gerne selbst wieder aktiv werden wollen und teilweise absolut keine Ahnung von den Marktpreisen haben, werden nämlich von findigen Geschäftsleuten durchaus ganz schön abgezockt. Dabei kann man natürlich durchaus preiswert ganz fantastische Sachen zaubern - wenn man weiß wie. Was die Wirtschaftskrisen angeht nehme ich persönlich eher an, dass sie die DIY-Leidenschaften antriggern, weil der Mensch auf der Suche nach Sicherheit und Geborgenheit seinen Nestbautrieb anwirft.

Stricken ist das neue Cool?

Früher wurde ich von Freunden oft komisch angeguckt, wenn ich Handarbeiten machte oder Kochbücher nach Metrezepten durchforstete - heute guckt kaum noch jemand komisch, oder fragt eher, ob ich es ihr oder ihm beibringen kann (ich gebe übrigens auch Spinnkurse hier in Berlin ;-)). Foodblogs und Do-it-yourself-Blogs boomen, und als ich eben im Buchladen rumkramte, stach mir neben dem Stapel mit Strick-Basic-Büchern und drei verschiedenen Werken, um die eigene Wohnung Shabby Chic-like zu pimpen und umzudekorieren, das Buch "Vintage your life!" ins Auge (nach kurzem Hineinlesen will ich mich damit allerdings nicht "vintagen", scheinbar bin ich schon total "vintage", weil ich selbst Dinge einkoche und gärtnere. Beim Blättern las es sich wie eine en-vogue-mäßige Empfehlung zum Umstylen des Lebens. Neue Modeartikel: Schaufel und Einmachglas. Aber vielleicht tue ich dem Buch unrecht. Ein paar nette Links und Tipps waren ja auch drinnen.) und ein Rezensionsexemplar von "Hab ich selbst gemacht: 365 Tag, 2 Hände, 66 Projekte" ziert seit ein paar Tagen meinen wolkenkratzerartigen Lesestapel. Lesenswert ist auch das Online-Magazin "Eigenwerk", das zumindest sehr nette Anregungen gibt. Letztens hatte ich eine Schülerin zum Einzelunterricht fürs Spinnenlernen da - sie kam im eleganten Georgette-Sommerkleid und in weißen Pumps. Ich hätte im Traum niemals geraten, dass sie wirkliches und ehrliches Interesse an dieser Technik hat.
(Kleiner Neben-Exkurs: Interessanterweise sind es vor allem eher Männer, die ein Problem mit den wiederentdeckten Handarbeiten haben und auf strickende Frauen eher naserümpfend reagieren. Ich wage die Vermutung, dass bei den meisten Herren der Schöpfung ein ausgeprägtes grässliche-Häkelkissen-Klöppeldeckchen-auf-Sofalehnen-oder-kratzender-Wollpullover-von-der-Oma-der-zwangsweise-getragen-werden-muss-Trauma besteht, weswegen sie Handarbeiten sofort mit ältlichen asexuellen Damen und nicht vorhandenem Geschmack asoziieren und dies dann mit dem Blick nackter Panik auf ihr cooles, modernes Artyarn verarbeitendes Gegenüber  projizieren.)

Und wenn man in Foren quer liest, fragen Leute in meinem Alter, wo sie Weckgläser und Einkochautomaten herbekommen. Sie würden das ja auch  ganz gerne mal machen. So irgendwie. Die Oma hätte sowas noch alles gehabt, die Mütter hatten dann meist eher kein Interesse daran und vor zehn bis zwanzig Jahren ist halt alles in den Müll gewandert, weil niemand den ollen Kram wollte. Wie oft habe ich in den letzten Jahren gelesen: Ach Mist! Hätten wir das gewusst, wir hatten ja alles dafür da! Und wie oft erntet man verständnislose Blicke und den leicht ungläubigen Satz "Wie...? Das ist eeehheeecht selbstgemacht?!"  (In meinem Fall antwortet man dann leicht verwirrt zurück: "Ähja.. in meiner Küche...?")

Und was sollte das Ganze jetzt?

Damit man mich nicht falsch versteht: Ich kaufe gerne Dinge. Viel zu gerne. Ich gehe gerne Shoppen und komme dann beispielsweise mit unpraktischen Pumps wieder, die das Laufen auf dem Kopfsteinpflaster in Berlin eher zu einem extrem experimentellen Erlebnis machen. Aber ich investiere einen Großteil meiner freien Zeit eben in solche für viele sinnlos erscheinen Sachen. Ich sehe Dinge an und denke mir "Hey... das kann ich doch selber machen... Lass mich kurz überlegen wie..!" Ich liebe diese Denkaufgabe, freue mich, wenn ich erfolgreich improvisiere. Was dann oft akute Bastelphasen zur Folge hat. Das führt dann beispielsweise dazu, dass ich spontan eine Töpferei stürme, in Pappmaché versinke, Seife siede, fast von meinem Stofflager erschlagen werde und mit meiner widerspenstigen Nähmaschine kämpfe, mich plötzlich mitten im Selbstbau eines Regals wiederfinde, glücklich in meinem magischen Kessel rühre und Hustensirup einkoche oder mich am Ende freudig mit dreckigen, stinkenden, frisch geschorenen Schafsvliesen auseinandersetze. Die Belohnung liegt in der Befriedigung über die erbrachte Leistung und im Genuss des Produktes selbst.

Und hiermit komme ich dann auch endlich an das Ende meines ellenlangen kreativ-Geschwafels und Gedankenwustes. Eine Quintessenz dieses Blogposts bekommt ihr von mir allerdings nicht. Ich bin eher fasziniert. Und beobachte. Ich liege gerade mal im Trend. Aha. Ich betreibe sogar eine Form von Luxus-Hobby. Werde ich dem nächsten aus der Generation "Ieeeeh? Selbermachen?!?!", der mir herablassend mitteilt "Aber das kann man doch im Laden kaufen!!" mal unter die Nase reiben.

Was ich eigentlich sagen will: Handwerk ist toll, also nehmt euch ein wenig den DIY-Geist zu Herzen und rockt und nervt eure Umwelt. Habt Spaß und macht euch selbst glücklich. 😉

Liebe Grüße