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Kleine Ernte im Hinterhofgarten & Brombeer-Blitz-Cobbler mit dekadenten Streuseln

So langsam sind die Tomaten auf meinen kleinen Anbaufleckchen im ersten und zweiten Innenhof der Ansicht, dass sie doch mal ein wenig sanft erröten könnten.  Die dunkelgrünen Stellen sollen so sein. Das ist so eine Heirloom-Sorte, die eigentlich schwarze, pflaumenartige Tomaten hervorbringen sollte.  Zumindest die Form stimmt und sie sind ganz lecker. Die ebenfalls angepflanzten  Ochsenherztomaten werden derzeit noch aus der Ferne von mir lüstern angehimmelt, nähern sich aber auch langsam dem Zustand der Vollendung und Essbarkeit.

Gleichzeitig produziert meine kleine (da jährlich stark zurückgeschnittene) Brombeerhecke Früchte. Normalerweise sammel ich die in der Erntezeit  nach und nach ab, putze sie, und friere sie ein, bis ich genug für Brombeerkonfitüre (oder besser gesagt "Beschwippste Hinterhofgartenbrombeere", wie ich das Endprodukt dank der Kleinigkeit Gin darin liebevoll getauft habe) zusammen habe.

Irgendwie ist aber dieses Jahr der Wurm drin. Die Brombeeren verjüngen und vermehren sich durch stete Neuansiedelung ja eigentlich immer selbst und erfreuten mich jedes Jahr mit noch mehr Früchten. Nur dieses  Jahr, da kommen sie irgendwie net so ganz inne Pötte. Deswegen gab es am Sonntag mit meiner etwas spärlichen Ernte einen superschnellen Brombeer-Cobbler in zwei-Personen-Größe. Im Tiefkühlfach lungerte noch ein Rest Streuselteig herum. Dekadent deswegen, weil ich sie von den Zutaten her (Mehl, Butter, Zucker) 1:1:1 mische und nicht im normalerweise gebräuchlichen Verhältnis von 2:1:1 - so zerfließen sie ein wenig mehr, sind buttriger, obendrauf wunderbar karamellig und jeder gewöhnliche Durchschnittsstreusel hat da einfach verloren. 😉

Rezept für Mini-Cobbler und dekadente Streusel

Früchte (bei mir waren es ~ 150 g Brombeeren  und zwei Brontosaurus Eggs (Mischwesen aus Pflaume/Aprikose))
1-2 EL Zucker
etwas gemahlene Vanille/Mark 1/2 Vanilleschote/Vanillezucker
etwas Zimt
Für die Streusel je 30 g Mehl, Zucker, Butter

Zubereitung

  • Früchte waschen, putzen, eventuell kleinschnibbeln und in eine kleine Auflaufform geben.
  • In einer Schüssel Butter, Zucker und Mehl rasch miteinander verkneten.
  • Zucker (je nachdem wie sauer/süß die Früchte sind anpassen), Vanille und Zimt unterheben.
  • Streuselteig darüber zupfen und im vorgeheizten Ofen bei 180° backen,  bis die Streusel goldig bis sanft goldbraun sind.
  • Noch warm servieren, am besten mit einer Kugel Vanilleeis dazu.

Cobbler-Fazit

Was soll ich sagen außer: Streusel! Hach. Das beste daran, eine eigene Wohnung zu haben ist a) man darf einfach Eiscreme zum Abendessen verschlingen und niemand meckert (außer dem eigenen Gewissen, das erstaunlicherweise oft die Stimme der eigenen Mutter besitzt) und b) man darf vom selbstgebackenen Kuchen so viele Streusel herunternaschen, wie man will. 😉

Das Rezept ist fast zu simpel für einen Blogeintrag, aber ein immer wieder gern gebackener Klassiker, der unglaublich variantenreich ist  -  je nach saisonalen Früchten und der Anzahl an Menschen.

Very british: Egg Cobbler – Ei im Glas

Eigentlich wird der Egg Cobbler, der mir bei Zorra zum ersten Mal begegnete, ja zum Frühstück serviert. Und eigentlich wird es traditionell wohl so gemacht, dass man Eiweiß und Eigelb trennt, Eiweiß mit Kräutern, Gewürzen, Schinken usw. verquirlt und dann erst das Eigelb wieder dazu gibt. Aber uneigentlich mach ich es natürlich wieder n bissel  anders...

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Leichter Mittagssnack

Einer der großen deutschen Discount-Supermärkte wirbt ja derzeit (nicht ganz unumstritten von der Gourmet-Branche) mit Rezepten von Sterneköchen und ausgefallenen Lebensmitteln als erschwinglicher Massenware. Dieser brachte vor einigen Monaten auch ein Wellness-Heftchen in seinen Fillialen raus. Zwischen Yoga-Übungen und dem (natürlich, würd ick ja nich anders machen) Anpreisen der eigenen Produktpalette sind hier einige leichte Rezepte zwischengestreut, samt Nährwertangabe und Portionspreis. Da fand ich dann auch eine Version des Egg Cobbler. Und nachdem das Heftchen hier seit Monaten unbeachtet lagerte, ist mein heutiges Mittagessen stark an das Rezept angelehnt. Ein hübsches Egg-Cobbler-Glas besitze ich nicht, aber ein kleines Marmeladenglas, das bei Kuchen-im-Glas-Aktionen schon erfolgreich eingesetzt wurde, ist ein adäquater Ersatz.

Rezept für gebackenes Ei im Glas (nicht ganz traditionneller Egg Cobbler) mit Flusskrebs
2 Portionen

100 g Flusskrebsschwänze
1 Frühlingszwiebel
2 Eier
3 El Schlagsahne
Kräutersalz
frisch gemahlener Pfeffer
etwas Butter
10 g Ziegen- oder Schafskäusegouda

2 ofenfeste Gläser
1 tiefe Auflaufform

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Zubreitung Egg Cobbler

  • Die beiden Gläser ausbuttern (habe ich natürlich prompt vergessen, ging trotzdem problemlos) und die Flusskrebsschwänze darin verteilen.
  • Die Frühlingszwiebel putzen und in feine Ringe schneiden. Ein paar davon zurückbehalten, den Rest auf die beiden Gläsr aufteilen.
  • Jeweils ein Ei aufschlagen und ins Glas gleiten lassen.
  • Je 1 1/2 EL Sahne darüber geben und beide Eier mit Kärutersalz und frisch gemahlenem Pfeffer würzen.
  • Gläser in eine Auflaufform setzen und kochendes Wasser hineingießen. Dieses sollte ca. bis zur halben Glashöhe reichen.
  • Im vorgeheizten Ofen bei 180° ca. 15  garen, bis das Ei stockt. Zwei Minuten vor Ende den in dünne Scheibchen geschnittenen Käse darüber gegen und noch kurz mit backen.
  • Warm, mit den restlichen Frühlingszwiebeln darüber gestreut und etwas knusprigem Brot zum Stippen, servieren.

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Wie es geschmeckt hat? Sehr lecker und erstaunlich sättigend. Stelle ich mir auch sehr hübsch beim Brunch mit Freunden vor. Das Rezept ist extrem gut abwandelbar - einfach die Zutaten reinwerfen, die man gerade zu Hause hat. Mit Schinken und Schnittlauch dürfte es ein Klassiker sein. Etwas Chilisauce/Tabasco macht sich auch gut dazu.