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Projekt Komplettverwertung: Quittenkompott, Quittengelee, Quittenlikör, Quittensirup, Apfelmus, Apfelgelee, Apfelsirup

Ein Wochenende, sieben Kilogramm Obst, zwei Menschen, ein Haufen Einmachgläser und eine Mission: Ein Einkochmarathon mit möglichst großer Komplettverwertung.

Apfelquitten

Ausgangspunkt waren vier Kilo Äpfel und drei Kilo gemundraubte Quitten (die die Handmaid mir lieberweise vorbeigepuckelt hatte), ein paar Vanilleschoten und Zitronen, die in Dinge fürs Vorratsregal transformiert werden wollten. Das Ergebnis: Gut 50 gefüllte Gläser und Flaschen mit samtigen Apfelmus, Apfelgelee, Apfelsirup, Quittenkompott, Quittengelee, Quittensirup und Quittenschnaps. Nur ein paar ausgekochte Apfel- und Quittengriebsche, -schalen und ausgequetschte Zitronen blieben am Ende übrig. Und ja, da befällt er mich wieder, dieser beglückte und ungemein befriedigende hab-ich-selbst-gemacht-Schöpferinnen-Vorratskammerstolz, der mir quasi in die Wiege gelegt wurde.

Einkochtes für die Vorratskammer aus Äpfeln und Quitten

Rezepte zum Einkochen von Quitten & Äpfeln

Da ich nicht alles in einzelnen Artikeln abhandeln mag, gibt es jetzt quasi einen rezepttechnischen Rundumschlag, angefangen bei den Äpfeln. Obwohl Anfang November, kochen ja auch jetzt noch viele ein. Es gibt einige späte Äpfel, die auch noch Ende Oktober geerntet werden oder die nach dem früheren Pflücken jetzt nach Lagerung erst ihren vollen Geschmack entwickeln. Die Erntezeit für Quitten zieht sich sogar teils bis in den November hinein und auch Quitten sollen ja beim Farbumschlag von grün auf gelb geerntet werden (Wikipedia sagt, damit das Pektin in den Kernen nicht abgebaut wird) und dann noch nachreifen. Bei mir lagen diese wundervoll aromatisch duftenden Früchte auch ein paar Wochen in einer Schale in meiner Küche und reiften- unter Beobachtung und einem Wenden und Kontrollieren der Früchte alle paar Tage - langsam nach. Außerdem: Das nächste Erntejahr kommt ja bestimmt.

Einkochen mit Twist-off-Gläsern

Wenn ich Heißabfüllungen direkt in Twist-off-Einmachgläser* mache, dann habe ich neben dem Topf mit dem Einkochgut einen großen Topf mit auf dem Herd stehen, in dem zeitgleich die Schraubgläser und -deckel auskochen. Da wir in Berlin sehr kalkhaltiges Wasser haben, gebe ich noch etwas Zitronensaft oder Essig mit ins Wasser, damit sich der Kalk nicht an den Gläsern ablagert - das ist aber ein rein kosmetisches Problem. 😉 Ich hole jedes Glas zum Befüllen mit einer Zange aus dem Topf, stelle es auf ein feuchtes, sauberes Küchentuch und befülle mittels eines Marmeladentrichters*, damit der Glasrand wirklich sauber bleibt. Die Gläser werden direkt nach dem Befüllen für ein paar Minuten auf den Kopf gestellt. Dreht man sie nachher herum, kann man mit dem Finger nachspüren, ob sie wirklich gut angezogen haben und verschlossen sind: Die Mitte des Deckels muss leicht nach unten vertieft sein. Manchmal hört man die Deckel beim Anziehen auch laut "Klack!" machen. Je nach Zeit und Lust verwende ich entweder gekaufte Etiketten* oder labele meine eingekochten Schätze mit handgeschriebenen Zettelchen. Diese mit Milch aufgeklebten Etiketten sehen cool aus (ich mag vor allem diesen unkomplizierten, nicht herbeigezwungenen Vintage-Touch bei wiederverwerteten Obsttüten) und haben den Vorteil, dass etwas Wasser sie problemlos wieder ablöst und man um Etikettenabschrubborgien bei der Wiederverwendung von leer gefressenen Gläsern herum kommt. Aber nun ab zu der langen Liste von Rezepten zum Einkochen von Quitten und Äpfeln.

Komplettverwertung beim Einkochen: Apfel

Äpfel für selbstgekochtes Apfelmus

Rezept für Apfelmus

Da habe ich ganz simpel auf mein bewährtes Rezept für samtiges Apfelmus mit Honig und Vanille zurückgegriffen.


Apfelsaft aus ausgekochten Apfelschalen & -griebschen (für Gelee und Sirup)

1250 g Apfelschalen und herausgeschnittene Kerngehäuse (von 4 Kg Äpfeln)
2,5 l Wasser
1 Zitrone, Saft

Zubereitung

  • Beim Schälen der Äpfel die Abfälle direkt in einen Topf mit dem Wasser und dem Zitronensaft (damit nicht alles total braun oxidiert) werfen. Madige oder faule Stücke nicht hineingeben, sondern wegschmeißen.
  • Die Apfelreste eine Stunde lang bei mittlerer Hitze mit Deckel darauf auskochen, abkühlen und die Fruchtstücke weiter darin ziehen lassen.
  • Die Flüssigkeit durch ein feines Sieb abseihen und für Apfelgelee oder Limonadensirup weiterverwenden. Der Saft schmeckt relativ herb, aber dank der Schalen doch stark apfelig.
  • Optional: Ich habe noch eine zweite Filterung des Apfelsaftes durch einen Teefilter aus Papier gemacht, um möglichst viele Trübstoffe abzufangen.

Apfelgelee Grundrezept

Rezept für Apfelgelee (Grundrezept)

1200 g Apfelsaft (zum Beispiel ausgekocht aus den Schalen, siehe oben)
50 g trockener Weißwein
3:1 Gelierzucker
Optional: Saft 1 Zitrone

Zubereitung

  • In einem Topf alles Zutaten miteinander vermischen und zum Kochen bringen.
  • Unter gelegentlichem Rühren 5-10 Minuten sprudelnd kochen.
  • Herdplatte ausschalten. Ausgekochte Einmachgläser mit dem heißen und noch flüssigen Apfelgelee füllen, fest verschließen und umgekehrt auf ein feuchtes Tuch stellen.

Selbstgekochter Limonadensirup: Apfel-Vanille-Sirup

Rezept für Apfel-Vanille-Sirup (Limonadensirup)

1000 g Apfelsaft (zum Beispiel ausgekocht aus den Schalen, siehe oben)
1000 g Haushaltszucker
Saft 1 Zitrone
1 Vanilleschote

Zubereitung

  • Vanilleschote mit einem Messer aufschlitzen, Mark herauskratzen und Vanillemark und ausgekratzte Schote zusammen mit Apfelsaft, Zucker und Zitronensaft in einen Topf geben und bei mittlerer Hitze aufkochen.
  • 5-10 Minuten unter Rühren sprudelnd kochen, ausgekochte Vanilleschote herausfischen und den Apfelsirup dann in vorbereitete Gläser und Flaschen füllen, verschließen, umdrehen.

Komplettverwertung beim Einkochen: Quitte

Das war übrigens meine erste Begegnung mit Quitten. Ich hatte hauptsächlich Apfelquitten bekommen, diese gelten als aromatischer, aber auch schwerer zu verarbeiten als Birnenquitten. Nach zwei Tagen mit diesen Biestern kann ich den Ruf nach einer Axt tatsächlich verstehen. 😉 Schälen ging hervorragend, aber zerschneiden und Kerngehäuse herauslösen hatte wirklich mehr von einer Schnitzarbeit.

Quittenkompott

Rezept für Quittenkompott

3 Kg Quitten (bei mir: Apfelquitten & Birnenquitten)
1,5 l Wasser
400 g Zucker
Saft 1 Zitrone
1 Vanilleschote

Zubereitung

  • Falls noch Flaum auf den Quitten ist, dann diesen zuerst mit einem Küchentuch aus Stoff abreiben. Quitten dann waschen, schälen, entkernen (Schalen & Kerngehäuse direkt in gesäuertes Waser für den Quittensaft geben) und in grobe Stücke schneiden. Quitten sind sehr widerstandsfähig, ich habe sie in Achtel geschnitzt und in mit Zitrone versetztem Wasser zwischengelagert, damit sie nicht zu braun werden.
  • Wasser, ausgekratztes Vanillemark, ausgekratzte Vanilleschote und Zucker kurz in einem Topf aufkochen, der Zucker sollte sich komplett gelöst haben.
  • Die gestückelten, noch ungekochten Quitten in die ausgekochten Schraubgläser schichten, Marmeladentrichter* darauf setzen, die vorbereitete Zuckerlösung darübergießen. Gestückelte Vanilleschote mit in die Gläser geben. Darauf achten, dass der Rand sauber und trocken ist und mit dem Deckel fest verschließen.
  • Sind alle Gläser verschlossen, werden diese in einen großen Topf gesetzt. Da ich keinen Einkochautomaten* oder sowas besitze, habe ich dafür einfach einen großen Suppenkochtopf genommen und mit zwei Schichten Gläsern à 5 Stück pro Ebene gearbeitet, was hervorragend funktioniert hat. Die Gläser sollten sich nicht berühren, zwischen die beiden Ebenen habe ich noch ein sauberes und nochmals klar durchgespültes Küchenhandtuch gelegt.
  • Sind alle Gläser im Topf: Kaltes Wasser angießen, so dass alles bedeckt ist, den Topf zum Kochen bringen und die Quitten für 30-40 Minuten einkochen. Die Zeit zählt erst ab dem Kochzeitpunkt.
  • Die Gläser im Topf abkühlen lassen und erst dann herausnehmen.

Quittenkompott - eingekocht im Kochtopf in Schraubgläsern

Quittensaft aus ausgekochten Quittenschalen & -griebschen (für Gelee und Sirup)

1000 g Quittenschalen und herausgeschnittene Kerngehäuse (von 3 Kg Quitten)
2,5 l Wasser
1 Zitrone, Saft

Zubereitung

  • Beim Schälen der Quitten die Abfälle direkt in einen Topf mit dem Wasser und dem Zitronensaft (damit nicht alles total braun oxidiert) werfen. Schlechte Stücke nicht hineingeben, sondern wegschmeißen.
  • Die Quittenreste eine Stunde lang bei mittlerer Hitze mit geschlossenem Deckel auskochen, abkühlen und die Fruchtreste weiter darin ziehen lassen.
  • Die Quittenflüssigkeit durch ein feines Sieb abseihen (man da schon, dass Quitten eine große Gelierkraft besitzen) und für Quittengelee oder Limonadensirup weiterverwenden.
  • Optional: Zweite Filterung des Quittensaftes durch ein feines, papierenes Teesieb, um möglichst viele Trübstoffe abzufangen.

Quittengelee

Rezept für Quittengelee

1200 g Quittensaft (zum Beispiel ausgekocht aus den Schalen, siehe oben)
Saft 1 Zitrone
3:1 Gelierzucker

Zubereitung

  • In einem Topf alles Zutaten miteinander vermischen und zum Kochen bringen.
  • Unter gelegentlichem Rühren 5-10 Minuten sprudelnd kochen.
  • Herdplatte ausschalten. Ausgekochte Einmachgläser mit dem heißen und noch flüssigen Quittengelee füllen, fest verschließen und umgekehrt auf ein feuchtes Tuch stellen.

Quittensirup für Limonade

Rezept für Quitten-Vanille-Sirup

1000 g Quittensaft (zum Beispiel ausgekocht aus den Schalen, siehe oben)
1000 g Haushaltszucker
Saft 1 Zitrone
1 Vanilleschote

Zubereitung

  • Vanilleschote mit einem Messer aufschlitzen, Mark herauskratzen und Vanillemark und ausgekratzte Schote zusammen mit Quittensaft, Zucker und Zitronensaft in einen Topf geben und bei mittlerer Hitze aufkochen.
  • 5-10 Minuten unter Rühren sprudelnd kochen, ausgekochte Vanilleschote herausfischen und den Apfelsirup dann in vorbereitete Gläser und kleine Glasflaschen* füllen, verschließen, umdrehen.

Meine Brombeeren im Schattengarten sind ja in diesem Jahr einem Gärtner zum Opfer gefallen, weswegen es keinen Whiskylikör mit Brombeeren gab, aber da mein Umfeld mehrfach bei dem Wort Quitte sehr deutlich  zum Ausdruck brachte, dass man diese Frucht hervorragend in Alkohol fallen lassen kann, bin ich dem natürlich nachgekommen. Das Endergebnis ist allerdings quietschquittengelb - Vergleiche zu gewissen Ausscheidungsprodukten lasse ich an dieser Stelle. Das Aroma der Quitten entfaltet sich jedenfalls wirklich toll.

Quittenlikör aus Gin und Quittenschalen

Rezept für Quittenlikör (Quittenschnaps)

700 ml Gin
150 g Quittenschalen (Apfelquitten)
1 Vanilleschote
200 ml Wasser
200 g Zucker

Zubereitung

  • Vanilleschote aufschlitzen und zusammen mit den Schale und dem Gin in ein verschließbares  Glas geben (ich habe das auf zwei Flaschen mit weitem Hals aufgeteilt). Darauf achten, dass alles Schalen wirklich vom Gin bedeckt sind.
  • Glas verschließen und 3-4 Wochen ziehen lassen. Ab und an schütteln/umrühren. Nach kurzer Zeit sieht man schon, wie der Gin sich wunderbar quittengelb verfärbt.
  • Den Quittengin durch ein feines Metallsieb abseihen. Wer nur Quittenschnaps möchte, belässt es dabei.
  • Für Quittenlikör nun aus Wasser und Zucker eine Zuckerlösung kochen, abkühlen lassen und dann mit dem abgefilterten Alkohol mischen. Den Quittenlikör auf Flaschen* ziehen und noch etwas nachziehen lassen.

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Deine Stadt ist essbar: Wilde Erntezeit mit Mundraub & Mirabellenkompott

Letzte Woche hatte ich zum ersten Mal eine Begegnung mit frischen Mirabellen, die ich zusammen mit dem Liebsten via Mundraub in Berlin  von einem Parkbaum klaubte. Unter den interessiert-verwirrten Blicken von sich an Bierflaschen festhaltenden und auf Parkbänken sitzenden Menschen (wir sind wahrscheinlich heute noch Gesprächsthema) verschwanden wir im Gebüsch und zupften zuerst etwas zaghaft und schüchtern - immerhin war es mein erster öffentlicher Ernteversuch - an Zweigen herum.

Eingekochte Mirabellen mit Stein

Leider waren schon einige vor uns da und die meisten Früchte hingen über uns in unerreichbarer Höhe oder gammelten am Boden vor sich hin. Da das Obstbaumholz nicht wirklich elastisch ist, und wir die zwei Bäumchen auch nicht verletzen wollten, konnten wir die Zweige auch nicht herunterziehen. Ein kleines Tütchen kam dennoch zusammen und ich gebe es zu: Ein gewisser Jägerinnen- und Sammlerinnenstolz ist vorhanden. 😀

Mundraub

Ihr kennt Mundraub noch nicht? Dann solltet ihr das schleunigst nachholen, denn eure Stadt ist essbar. In großen Teilen jedenfalls. Das bedeutet aber nicht, dass jeder wild pflücken und seine Nachbarn berauben sollte. Bitte vorher immer nachfragen, wenn Unsicherheit besteht. Bitte keine Pflanzen verletzen. Und vielleicht noch was für andere übrig lassen. Auf der Seite von Mundraub gibt es dazu auch ein Regelwerk, das man unbedingt beachten sollte.  Aber gerade in der Großstadt gibt es viele unentdeckte oder vergessene Obstbäume, Brombeerhecken an öffentlichen Plätzen oder ganze Straßenzüge, die mit Haselnussbäumen bepflanzt sind. Jedes Jahr blutet mir beim Anblick der Haselnüsse, die langsam in die Hundescheiße getreten werden, förmlich das Herz.

Ich träume ja immer noch von einem sonnigen Garten mit Obstbäumen... aber naja... habe ich halt nicht. Wer weiß, was die Zukunft für schöne Dinge bereit hält. Momentan gehe ich jedenfalls mit sehr wachen Augen durch die Stadt und habe immer eine kleine Tüte für zufälliges Ernten in der Tasche. Falls jemand in Berlin/Friedrichshain gerade eine Obstschwemme hat - ich würde total selbstlos Dinge abnehmen. Ich kenne da zum Beispiel ein tolles Rezept für Apfelmus. 😉

Im Topf eingekochte MirabellenMirabellen...

Die Mirabellen selbst waren nicht meine einzige Einkoch-Premiere, ich habe auch zum ersten Mal Obst in Gläsern im Kochtopf eingekocht. Das ging so erstaunlich schön und simpel, dass ich diese Technik des Einweckens in Zukunft bestimmt öfter nutzen werde. Wichtig war das deswegen, weil die gelben Mirabellen sich problemlos entsteinen ließen, ihre rötlichen Verwandten aber partout nicht davon zu lösen waren. Und so toll ich das Ganze finde, Minifrüchte einzeln vom Stein schnitzen ist echt kein spannendes Abendprogramm. Und Mirabellen in Gin (etwas runterscrollen) sind zwar ein absoluter Klassiker, aber ich wollte unbedingt eingelegte Mirabellen. Also so wirklich kompottmäßig. Mirabellen, die verheißungsvoll rund und gelb durch den Sirup des Einmachglases schweben. Wie früher.

Und: Es hat geklappt. Das Enderergebnis überzeugt. Die Früchte haben noch eine angenehme Säure und sind nicht ekelhaft zuckrig, der Sirup in dem sie schwimmen ist wunderbar fruchtig und nicht zu zimtig oder zu süß.  Und die Früchtchen halten im Glas ihre Form, sind aber so mürbe, dass sie auf der Zunge zergehen und von den Kernen flutschen. (Mitesser sollten halt gewarnt werden) Ich find's toll. Passt beispielsweise hervorragend zu einem Schüsselchen Grießbrei oder Milchreis.

Rezept für Mirabellenkompott

Rezept für eingekochte Mirabellen / Mirabellenkompott

1 Kg Mirabellen
1 l Wasser
300 g Zucker
1/2 TL Ceylon Zimt (gemahlen)

Zubereitung

  • Die Früchte waschen und von den Stielen befreien. Schlechte Früchte aussortieren.
  • Das Wasser zusammen mit dem Zucker aufkochen, wenn er sich gelöst hat, den Zimt einrühren (Schneebesen).
  • Die Mirabellen in saubere Einmachgläser* schichten. Die Gläser etwas auf den Tisch aufstoßen und schütteln, damit die Früchte sich gut verteilen.
  • Mit Hilfe eines Marmeladetrichters* (die Dinger sind wirklich praktisch), die heiße Zucker-Zimt-Lösung einfüllen, so dass die Früchte alle bedeckt sind. Etwas Platz zum Rand lassen und darauf achten, dass der Rand wirklich sauber und trocken ist. Mit dem Deckel verschließen.
  • Die mit Mirabellen gefüllten Schraubgläser in einen großen Topf stellen, zu 2/3 Höhe der Gläser Wasser angießen, zum Kochen bringen und von da an 30 Minuten im Wasserbad köcheln lassen. Die Kochzeit fängt ab dem Zeitpunkt an, an dem das Innere der Gläser kocht, erkennbar an kleinen, aufsteigenden Wasserbläschen. Wem das zu umständlich ist, der erhöht einfach die Kochzeit.
  • Fertig. Ich habe die Gläser danach im Wasserbad auskühlen lassen, rausgenommen, abgewischt, etikettiert und im Vorratsschrank verstaut.
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Auf der Suche nach dem perfekten Pflaumenmus: Powidl aus dem Backofen

Ich bin Pflaumenmus-Puristin. Oder eher Zwetschgenmus. Das hat schon in meiner Kindheit und mit den Urlauben in der Tschechei und in Ungarn begonnen. Dort gab es nämlich pechschwarzes, dickes, fruchtiges und teerartiges Pflaumenmus in hohen Pappbechern zu kaufen, das für mich die marmeladentechnische Glückseligkeit bedeutete und die Messlatte für alle weiteren Pflaumenmuserfahrungen festlegte.

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Fortan musste sich also jedes käuflich erwerbbare Pflaumenmus an dieser Kindheitserinnerung messen. Und versagte dabei natürlich kläglich. Später versuchte ich mich als Kochanfängerin daran und nahm (wie ich heute weiß) die falschen Früchte (Pflaumen statt der korrekten Zwetschgen) und die falsche Vorgehensweise (viel zu kurz kochen statt backen). Als ich letztens im Supermarkt über tolle  Zwetschgen stolperte, die sich perfekt vom Stein lösten und auch noch süß waren  süß genug erschienen, habe ich nach einigem Nachdenken zugegriffen und mich an mein Zwetschgenmusexperiment gewagt.

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Wie wird echtes Powidl/Latwerg gekocht?

Wirklich echtes Powidl  wurde früher über Stunden hinweg rührend in Kupferkesseln*gekocht, bis es angemessen einreduziert war. (Wobei diese Bezeichnung eher böhmisch/österreichisch ist. Hierzulande nennt es sich eigentlich Latwerg, ist aber so aus der Mode gekommen, dass das kaum noch jemand weiß.) Das ergab dann dieses dicke, fette, fruchtige, schwarze Zeug, das sich nur reißend vom Löffel löst, anstatt runterzufließen. Da es so stark reduziert wird (aus 500g Früchten soll nur 100g Zwetschgenmus werden), wird es traditionell auch nicht zusätzlich gesüßt. Die Zwetschgen sollen deswegen möglichst reif und süß gewählt werden.
Da ich weder Kupferkessel habe, noch mich mit anderen Leuten beim Einkochen über knapp 24 Stunden hinweg ablösen kann, habe ich die Backofenmethode gewählt, wo die Fruchtmasse über Stunden hinweg langsam einkochen kann.

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Pflaumenmusbrot-bsDas Powidl-im-Backofen-Experiment...

... war absolut erfolgreich! Nelken, Rum oder Zitronenschale habe ich nicht zugesetzt, mein einziges Zugeständnis war eine einsame Stange Ceylon-Zimt, die ich beim Einkochen im Ofen in der Masse versenkt hatte und die sich geschmacklich nicht wirklich niederschlug. Und ganz am Ende eben etwas Akazienhonig, weil ich zu ungeduldig war und meine Zwetschgen aufgrund des Reifegrades noch nicht genug Süße her gaben.
Bei der Temperatur habe ich Angaben von 150° bis 200° gefunden. Ich habe je nach Stadium des Muses mit Temperaturen von 150° bis 175° gearbeitet. Ganz am Anfang, wo noch mehr Flüssigkeit vorhanden war, war sie eher hoch, was ich dann nach und nach im Laufe der Stunden absenkte. Zeitangaben habe ich auch unterschiedliche gelesen. Von drei bis acht Stunden war alles zu finden. Bei mir hat es ungefähr sechs Stunden gedauert. Aber ganz ehrlich - der Energieaufwand und die Ausbeute... naja... Auch wenn ich mich seit Wochen jeden Morgen an meinem genialen Powidl erfreue und mir damit Butterbrotstullen und auch Herzhaftes bereichere - frau grübelt dann doch schon, ob sich das aufwiegt.

Powidl-Collage-sRezept für Powidl

(ergibt ca. 900g Powidl)

4,5 Kg vollreife Zwetschgen (gewogen mit Kern)
400-600 ml Wasser
1 Zimtstange (optional)
Bei Bedarf: Akazienhonig zum Nachsüßen

Benötigtes Equipment: Pürierstab*, Brettchen, Messer, Gänsebräter*

Zubereitung

  • Zwetschgen waschen, halbieren, entsteinen und in einen Topf oder Bräter geben.
  • Das Wasser hinzugeben und mit Deckel bei mäßiger Hitze weich kochen, bist die Früchte anfangen zu zerfallen. Aufpassen: Brennt leicht an!
  • Zwetschgen vom Herd ziehen, fein pürieren mit einem Pürierstab.
  • Falls noch nicht geschehen, dann jetzt in den Bräter geben und im vorgeheizten Backofen für ~ 6 Stunden ohne Deckel bei 150-175° backen (siehe Kommentar oben).
  • Zwischendurch ab und an umrühren und Mus, das angebacken ist, vom Rand schaben. Falls nötig: Kochlöffel in Herdklappe klemmen, damit der Wasserdampf abziehen kann.
  • Wenn das Zwetschgenmus die gewünschte Konsistenz hat (ungefähr 1/5 von der Ausgangsmasse), probieren, evtl. noch mit Honig nachsüßen und noch heiß in ausgekochte Gläser füllen.

 

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Erntezeit: Samtiges Apfelmus mit Honig und Vanille

Neben meiner syrischen Lieblingsnachbarin habe ich natürlich noch andere Lieblingsnachbarn. Eine Familie hier im Aufgang hat sich dieses Jahr einen Schrebergarten weit außerhalb von Berlin angelacht - inklusive schon vorhandenen und schön tragenden Apfelbäumen. Natürlich lechzte ich direkt nach den Bio-Äpfeln. Auch Fallobst - na klar. Ist für Apfelmus ja super geeignet.

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Mit gekauftem Apfelmus kann man mich so gar nicht reizen. Viel zu viel Zucker und todgekochte Süße. Aber jetzt konnte ich mich ja mit Klaräpfeln (eine sehr frühe Apfelsorte mit empfindlichen kleinen Früchten, die sich gut zum Einkochen eignen) und einer unbekannten rotwangigen Sorte ausleben. Meine Eltern hatten früher auch einen wundervoll tragenden Baum im Garten, mein Vater wurde dann immer - zum leichten Entsetzen meiner Mutter - im Jahresrhythmus vom Ehrgeiz des Einkochens und dem Ziel alles, aber auch wirklich alles, bis zum letzten Appelgriebsch zu verwerten, befallen. Noch zu einer Zeit von Flotter Lotte gab das irgendwie immer ein ziemliches Gepansche ... was aber auch an der Art des Kochens, die mein Papa vertritt, liegen könnte... 😉

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Und da hier ein (inzwischen etwas in die Jahre gekommener, halb kaputter, aber wirklich heiß geliebter) Pürierstab der Marke zum Einsatz kommt, die hier um Rezepte bittet, passt das doch perfekt, um der lieben Zorra zum neunten (Wow! Echt schon so lange?) Geburtstag ihres Blogs "Kochtopf" zu gratulieren.

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Basisrezept für Apfelmus - ein paar Tipps

Da es ja ein grundlegendes Rezept ist, das man ganz einfach varriieren kann, vor dem Kochen ein paar Tipps am Rande.

  1. Äpfel sind Naturprodukte. Je nachdem, welche Sorte man verwendet, ändert sich natürlich auch ein wenig das Rezept. Sind sie besonders sauer, muss man vielleicht später noch etwas nachsüßen. Sind sie besonders saftig, reduziert man die Wassermenge und ergänzt notfalls während des Kochens.
  2. Der Honig (auch simpel durch Zucker ersetzbar) muss nicht karamellisiert werden. Man kann auch einfach direkt alle Zutaten in einen Topf werfen und abwarten.
  3. Feel free to modify. Es ist ein Basisrezept für leckeres Apfelmus. Mach es dir zu eigen, füge vielleicht noch etwas Zimt hinzu, tob dich beispielsweise mit Piment, Nelke, Lavendel, Minze oder gar Salbei aus. Oder lass es einfach so - ist ja auch lecker genug. 😉

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Grundrezept für Apfelmus

Erbigt circa vier kleine Gläser Apfelmus (4 Portionen)
1,1 Kg Äpfel (Bei mir = 750 g geschält & geputzt)
100-300 ml Wasser
80 g Honig
Saft 1 Zitrone
1/8 TL gemahlene Vanilleschote (alternativ: Vanilleschote auskratzen und alles dazu geben)

Zubereitung

  • Honig in den Topf geben und bei mittlerer Hitze karamellisieren lassen. Aufpassen, dass er nicht verbrennt.
  • Die geschälten, geputzten und in grobe Stücke geschnittenen Äpfel darauf geben, kurz mitschwitzen lassen. Der Karamell löst sich durch die austretende Feuchtigkeit an. Auch hier: Aufpassen, dass nichts anbrennt, eventuell kurz von der Platte nehmen.
  • Mit einem Teil Wasser und Zitronensaft ablöschen, Vanille unterrühren. Hitze erhöhen und Apfelstücke weich kochen lassen. Falls nicht genug Flüssigkeit vorhanden ist,  noch etwas Wasser hinzu geben.
  • Nebenbei in einem Kochtopf saubere Gläser und deren Deckel auskochen und ein feuchtes Küchentuch bereit legen.
  • Die Apfelmasse mit einem Pürierstab fein pürieren. Abschmecken und eventuell noch nachsüßen. Ist das Apfelmus zu flüssig, dann unter Rühren noch etwas einkochen lassen.
  • Das fertige Apfelmus in die ausgekochten Schraubgläser füllen, Deckel aufsetzen, fest verschließen und umgedreht auf das feuchte Küchenhandtuch stellen.

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