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Full Scottish Breakfast – Was ist drin?

Ich räume gerade ein wenig alte Artikel auf, die ich für ein längst vom Netz genommenes und in Vergessenheit geratenes Online-Magazin geschrieben hatte. Und da ist mir dieser zeitlose Artikel zu den schottischen Frühstücksgepflogenheiten untergekommen, den ich euch nicht vorenthalten möchte.

Schottisches Frühstück - was ist drin? Full scottish breakfast

Full scottish breakfast - Schottisches Frühstück

Das „full scottish breakfast“ ist ein Scheideweg. Entweder man hat einen stählernen Magen und liebt diese frühe Attacke auf die Gallenwege, oder man erbleicht allein schon bei den Gerüchen, die der fröhlich vor sich hin brutzelnde Black Pudding verströmt. In gut geführten Bed & Breakfasts hat man jedenfalls kaum eine Chance dieser Delikatesse zu entkommen und muss von der Hausmutter besorgte Blicke und Kommentare über eine nahrhafte Tagesgrundlage erdulden, während man sich tapfer an eine Tasse Tee und etwas Toastbrot klammert.

Frühstücken in Schottland:
Was ist drin im "full scottish breakfast"?

Wer sich also furchtlos dem in Schottland sehr beliebten Frühstück stellt, bekommt eine gut frittierte Auswahl aus folgenden Dingen serviert:

Sausages

Kleine gebratene Würstchen aus Schwein, die im Geschmack entfernt ein wenig an Nürnberger Würstchen erinnern.

Black Pudding & Co.

In der Pfanne gebratener Black Pudding (also quasi "Schwarzer Blutpudding" - im Englischen bezieht sich Puddin" ursprünglich auf herzhafte Zubereitungen, heutzutage dient das Wort aber auch für süße Desserts) ist eine Art Grützwurst - verwandt mit unserer Blutwurst, angedickt mit Hafermehl. Haferflocken sind in der schottischen Küche eine nicht wegzudenkende Zutat.

Ebenso auf dem Teller begegnen können einem dicke, gebratene Scheiben von Lorne beziehungweise Square Sausage (eckige Wurstscheiben aus Hackfleischmasse), White Pudding (eine helle Wurst mit Hafer oder Brot) oder Fruit Pudding (was für den süßen Zahn: bestehend aus Trockenfrüchten, Gewürzen und Hafer, die in Wurstform gebracht werden).

Haggis

Zusätzlich zum Black Pudding und seinen Anverwandten kann auch schon mal ein Scheibchen des schottischen Nationalgerichts sein, das frisch angebraten seinen Weg auf den Teller findet. Haggis ist ebenfalls ein herzhafter Pudding und besteht aus kleingehackten Schafsinnerein, die mit Zwiebeln, den unvermeidlichen Haferflocken und Gewürzen, fest verpackt im Schafsmagen gegart werden.
Ihr braucht gar nicht so pikiert die Nase rümpfen. Das Zeug ist im Grunde nur gehacktes Fleisch mit Hafer und von der Machart her ähnlich wie der hierzulande bekanntere Pfälzer Saumagen oder der Thüringische Presskopf.

Ham

Knuspriger gebratener Schweineschinken, der relativ mager (bis er in heißem Fett gebraten wird) und recht salzig ist.

Eggs

Ein bis zwei Spiegeleier oder oder „scrambled eggs“ (Rührei) sind ein morgendliches „Muss“ und krönen immer das kalorienreiche Menü.

Potato Scones / Tattie Scones

In guten Restaurants, Hotels oder Pensionen sind es leckere (und - was sonst -  ebenfalls gebratene) Pfannkuchen aus Kartoffelteig. Potato Scones sind nicht unbedingt vergleichbar mit deutschen Kartoffelpuffern, da Tattie Scones aus vorgekochten und zu Kartoffelbrei verarbeiteten Kartoffeln, sowie Mehl, hergestellt werden. Oft werden aber auch tiefgefrorene und frittierte Gebilde angeboten, die optisch stark an die hierzulande aus der Tiefkühltruhe bekannten Kartoffel-Röstis erinnern. Wer sich selbst mal an Tattie Scones probieren will, folge einfach meinem Rezept für Potatoe Scones - wir machen die öfter, um übriggebliebende Pellkartoffeln oder Reste von Kartoffelbrei aufzubrauchen.

Fried Mushrooms

Frische Champions, gut gewürzt und – wie sollte es auch anders sein – natürlich gebraten.

Baced Beans & Tomatoes

Gebackene weiße Bohnen in Tomatensoße und gegrillte Tomatenhäften sind wahrscheinlich eher ein Einfluss aus der britischen Küche, sie sind aber durchaus ebenso auf dem schottischen Frühstücksteller anzutreffen.

Toast

Geröstetes Toastbrot, Butter und Marmelade werden immer zum Frühstück dazu gereicht.

Oatcakes

Früher waren diese Haferküchlein die traditionelle Begleitung zu schottischen Mahlzeiten. Am ehesten kann man sie mit Crackern oder herzhaften Keksen vergleichen.

Porridge

Wer mag, und noch Platz im Magen hat, kann sein „traditional full scottisch breakfast“ mit einem Schüsselchen Haferbrei abrunden. Das traditionelle schottische Porridge ist gesalzener, mit Wasser gekochter Haferbrei, der mit Butter, Milch, Sahne, Zucker, Honig oder Sirup darauf verzehrt wird. Ein etwas ungewöhnliches, aber durchaus genießbares Geschmackserlebnis. Dieses Gericht hat in Schottland eine über Jahrhunderte zurückreichende Tradition. Für die breite Bevölkerung war dieser Getreidebrei früher Nahrungsgrundlage. An dieser Stelle möchte ich euch noch mein gänzlich untraditionelles, aber wirklich gutes Rezept für Porridge aus der Mikrowelle ans Herz legen.

Seit 1994 finden übrigens jährlich in Carrbridge (Inverness-Shire) die „World Porridge Making Championships“ statt. Also ran an die Kochlöffel - äh, den Spurtle! Das ist nämlich das in früheren Zeiten zum Porridge-Kochen in Schottland genutzte Kücheninstrument.

Frühstücken in Schottland: Was ist drin im "full scottish breakfast"?

Lunch, Tea Time, Dinner...

Nach diesem klitzekleinen und leichten Frühstück sollte man sich vielleicht einem kleinen Verdauungsspaziergang hingeben, denn bald darauf kommt ja schon das Lunch, die Teatime (mit Leckerbissen wie Scones mit Marmelade und clotted cream, den britischen Cucumber Sandwiches oder buttrig-mürbem schottischen Shortbread) und natürlich das nicht minder reichhaltige Dinner - dann vielleicht wieder mit einem winzigkleinen Haggis, neeps (Steckrüben), tatties (Kartoffelbrei) und etwas Whiskysauce...

Lesehungrig No. 3

Einigen mit ganz prüfenden Augen ist es eventuell aufgefallen, dass ich den Namen des Events und das Logo leicht abgeändert habe. Nach und nach werde ich dann auch die Banner überarbeiten und austauschen. Also wundert euch bitte, bitte nicht, wenn bei euch plötzlich ein türkises Buch mit etwas anderem Text auftaucht und es nicht ganz so aussieht, wie gewohnt.

Lesehungrig-quer-SUnd warum jetzt dieses nervige Rumngeändere? Einfach, damit es nicht zu Verwechslungen mit meinem Blog Lesehunger (das als Projekt aus dem allerersten Lesehunger entsprungen ist) und diesem wunderbaren Dauer-Event kommt. Da ich mit diesem ganz speziellen literarischen Foodblog ja auch an meinem eigenen Event teilnehme, ist das - für alles außer mir - etwas... verwirrend. Deswegen also das Auseinanderklamüsern via etwas anderslautender Namenswahl. Ich hoffe das kann jeder nachvollziehen und ich verwirre niemanden vollends mit der Aktion.

Lesehungrig-Banner-türkis-SBAaaaber, schreiten wir endlich zur Tat und stellen all die tollen essbaren Dinge und Bücher vor, die im ersten Quartal 2014 zusammengekommen sind.

Zusammenfassung Lesehungrig III.

2b

Für den allerersten lesehungrigen Beitrag im Jahr 2014 widmet sich Ninive dem spanischen Autor Arturo Pérez-Reverte (Was für ein Name - ist ja auch schon ein wenig verheißungsvoll) und seinem Roman "Dreimal im Leben"*.
Gegessen wird in dem Buch, das in den 19302er Jahren spielt, nicht sehr viel. Der Tango - und eine Liebesgeschichte über Jahrzehnte hinweg - stehen im Fokus. Aber immerhin isst die wunderschöne Protagonistin Mecha auch mal ein Scheibchen Toast, was zu diesem leckeren Rezept für Vollkorntoast führt.

1b

Und das Toastbrot findet irgendwie ja auch Verwendung im zweiten Rezept, dass Ninive einreicht... Denn von dem Roman leichten aber sehr amüsanten Frauenroman Fast Women* (Achtung: Englisch) lässt sie sich zu Eggs Benedict inspirieren, die dort das traditionelle Frühstück bei einem Frauentreffen sind. Mit der frisch geschiedenen Hauptfigur Nell Dysart, die einen Job in einer Detektei annimmt, ihren Schwägerinnen und einem Haufen Porzellan entwickelt sich laut Ninive eine schön leichte, aber nicht zu seichte Story. Klingt nach perfekter Ferienlektüre.

3b

Friederike nimmt uns mit ihrem Rezept für "Kotonjada oder Quittenkäse" (Ich kenne es unter dem Namen Quittenbrot), mit nach Kroatien und erzählt von dem Familienroman "Olivas Garten"* von Alida Bremer. Der Roman trägt wohl stark biographische Züge und erzählt davon, wie die inzwischen in Deutschland lebende Alida den Olivenhain ihrer Großmutter in Kroatien erbt und dieses Erbe auch antreten will. Gewürzt also mit vielen Erinnerungen - an schreckliche Kriegszeiten, schöne Erlebnisse und natürlich starke Frauenfiguren, wie die Großmutter, die in einer Szene würziges, süßes Quittenbrot herstellt....

4b  

Auch von mir gibt es natürlich einen Beitrag. In meinem speziell auf Literatur bezogenen Foodblog "Lesehunger" habe ich in der Pfanne leckere & fluffige Buchweizenpfannkuchen gebacken. Zu dem Rezept verleitet wurde ich durch eines meiner Lieblingsbücher "Daddy Langbein"* (das Buch gibt es leider nur noch gebraucht, das englischsprachige Original kann man sich auch kostenlos im Projekt Gutenberg runterladen) von Jean Webster. Die Story spielt um 1915: Judy Abbot ist in einem furchtbaren Waisenhaus aufgewachsen, durch ein Stipendium kann sie aufs College und entdeckt dort in ihrer herrlichen Art die Welt. Unbedingt lesenswert!

5b  

Barbara pochiert in ihrem Blog Schlecktüre Lachs und serviert dazu Beurre blanc, Kartöffelchen und Böhnchen. Sie erzählt, wie die Familiengeschichte, die Frances Greenslade in "Der Duft des Regens"* vor den Leser/innen ausbreitet, sie in ihren Bann gezogen hat. Das Buch handelt von zwei Schwestern, ihrer fantastischen Kindheit in den Wäldern British Columbias (Kanada) und dann dem extremen Bruch: Der Vater stirbt, die Mutter verschwindet, die Mädchen werden zu Fremden in der Stadt gegeben und wachsen dort auf. Aber die erinnerungsvolle Sehnsucht und viele Fragen treiben natürlich umher. Eine etwas schwerere, traurig-schöne Lesekost, die mit sehr poetischer und bildgewaltiger Sprache aufzuwarten scheint.

6b  

Ein lesehungriges Blogevent so ganz ohne Krimi ist ja fast nicht vorstellbar. Und so bereichert uns die liebe Gourmandise mit “Fettuccine al triplo burro maestose” (manchen eventuell auch unter "Fettucine Alfredo" bekannt) und größeren göttlichen Mengen an Nudeln, Parmesan Butter und Sahne. Dieses Gericht genießen die Hauptakteure des Romans "Die letzten Tage des Vatikan"*
von Jacques Neirynck mit kriminaltechnischen Zügen (immerhin steht die Echtheit des Grabtuches von Turin zur Debatte) zu Anfang in einem Restaurant in Rom. Und es liest sich ja auch wirklich zu lecker...!

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Lesehungrig! Das unstillbare bibliophil-kulinarische Dauerevent

Wie oft ist es euch geschehen, dass ihr eine Szene in einem geliebten Buch gelesen habt und direkt dort wart?
Lesehungrig-Banner-türkis-SBOft gelingt Autoren und Autorinnen dies, indem sie unsere Sinne förmlich kitzeln und reizen. Nahrungsbeschreibungen - ob nun Festmahl oder der trockene Brotkanten eines Hungernden - sind zum Beispiel ein beliebtes stilistisches Mittel, um eine lebendige Atmosphäre zu erschaffen und Leser/innen in den Bann der Erzählung zu ziehen. Denn Essen und Trinken kennen wir alle. Es ist natürlich und lebenswichtig. Jeder tut es und so kann auch fast jeder hierüber Zugang finden. Die Fresslust, der kleine Appetit, die Verführung, die unstillbare Gier, der brennende Hunger oder der Durst, der befriedigende, fast elysische und zeitlose Moment absoluten Genusses - das sind Empfindungen, die wir in der einen oder anderen Form alle kennen.

Banner für das bibliophil-kulinarische Blogevent "Lesehungrig!" #bücher #bücherliebeManche schaffen dies, indem sie mit glühender Feder über eine ganze Seite hinweg Worte schmieden und jede Einzelheit eines Banketts so inniglich beschreiben, dass man das Gefühl hat, sofort Kühlschrank nach einem halben gebratenen Schwein absuchen zu müssen. Manche - die von mir überaus verehrte und geschätzte Jane Austen ist so ein Fall - erwähnen nur in einem Nebensatz, dass sie "Tee" hatten. Und schon entfaltet sich in meinem Gehirn eine traditionelle englische Teetafel und entrückt mich - mittels Scones, Clotted Cream, Gurkensandwich und frisch aufgebrühtem Earl Grey, serviert in schwerem silbernem Teegeschirr, dessen blumigen Duft ich in meiner Fantasie förmlich riechen kann - in das lang verblasste England.

Lesehungriges Dauerevent

Der erste Lesehunger war ein Blogevent zum vierten Geburtstag des Magischen Kessels. Da die Idee so gut ankam und mehrfach danach gefragt wurde, habe ich es jetzt in ein Langzeitevent umgewandelt.
Ziel ist es, irgendein literarisches Werk – das kann beispielsweise ein ganzes Buch, eine Kurzgeschichte, eine kleine Szene, ein Gedicht oder ein Lied sein – kochtechnisch in einem Rezept samt Blogartikel umzusetzen. Hierbei ist es egal, ob ihr beispielsweise ein Mahl aus einem Buch nachkocht, ein in einem Buch vorgestelltes Rezept aufgreift oder selbst, passend zu einer Szene, ein Gericht nach euren Vorstellungen entwickelt. Stellt bitte kurz das Werk vor, auf das ihr euch bezieht und teilt mit euren Leser/innen warum, wieso, weshalb ihr das so umgesetzt habt.

Deadline

Lesehungrig! ist ein Quartalsevent und läuft immer über drei Monate lang, an deren Ende ich dann eure Beiträge einsammle und in einem Blogbeitrag vorstelle.

1. Lesehunger: 31.10.2013
2. Lesehunger: 31.12.2013
3. Lesehunger: 31.03.2014
4. Lesehunger: 30.06.2014
5. Lesehunger: 31.09.2014
6. Lesehunger: 31.12.2014
7. Lesehunger: 31.03.2015
8. Lesehunger: 30.06.2015
9. Lesehunger: 30.09.2015
10. Lesehunger: Babypause! Das bibliophile Dauerevent kommt 2017 aber zurück!

Wie kann ich teilnehmen? Teilnahmebedingungen

  • Ihr müsst ausdrücklich keine Foodblogger sein, hauptsache ihr habt ein Blog, wo ihr euren Teilnahmebeitrag veröffentlicht und zu diesem Artikel verlinkt.
  • Schickt mir zur Teilnahme bitte eine Mail mit eurem Namen, dem Namen eures Blogs und der URL eures Blogbeitrags an mjam[at]magischer-kessel[dot]de
  • Keine Rezepte aus dem Archiv, nur neue Beiträge.
  • Verlinkung zu diesem Blogartikel.
  • Mit der Teilnahme erklärt ihr, dass ihr die Rechte an Bildern und Texten inne habt und ich ein Bild des Beitrags für die Zusammenfassung im magischen Kessel verwenden darf.

Zitieren? Ich trau mich nicht!

Nein, für den Lesehunger müsst ihr keine Zitate abtippen. Es geht darum, euch von einem Buch oder einem anderen Stück Literatur zur köstlichen Dingen inspirieren zu lassen. Berichtet einfach darüber wieso, weshalb und warum. Ihr müsst keinesfalls wortwörtlich hierfür zitieren.
Wer dennoch zitieren möchte (und das ist ja unter bestimmten Voraussetzungen problemlos möglich), dem empfehle ich diesen ausführlichen Artikel zum Zitierrecht der Rechtsanwaltskanzlei Schwenke. Darin werden so ziemlich alle Fragen geklärt und es wird mit Beispielen und Checkliste aufgezeigt wie man richtig zitiert.

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Burger-Overload im Hard Rock Cafe [Werbung]

Was treibt die Shermin eigentlich, wenn sie mal nicht selbst kocht? Ja, ich gebe es zu, auch ich gehe mal auswärts essen und ja, mit (guten) Burgern und (ebenfalls guten) Cocktails kann man mich durchaus locken. Deswegen fand ich mich dann vor einer Woche in illustrer und relativ kleiner Runde bei einem Burger Workshop im Hard Rock Cafe am Ku'damm wieder. Ich glaube fast, dass ich so ziemlich die einzige klassische Foodbloggerin vor Ort war?

Ohja... meine Güte. Wir hatten einen total harten Job. Bei brüllender Hitze in einem klimatisierten Restaurant sitzen, sich Cocktails reichen lassen, die Zusammensetzung der hauseigenen angefertigten Saucen erklären lassen und Burger essen. Totale Strafe. 😉 Es wurden zwar nur Platten mit "kleinen" (die ich als normal bezeichnen würde...) Burgern gereicht und nachgefüllt, aber wir saßen nur zu viert am Tisch und haben sie dann lieber aufgeteilt, um nicht vorzeitig aufgeben zu müssen. Das Rindfleisch kommt aus Irland, und die restlichen Zutaten nach Möglichkeit aus Deutschland, allerdings nicht regional, da wohl sonst keine gleichbleibende Qualität/gleicher Geschmack in allen Restaurants gewährleistet wäre.. Ich habe leider nicht daran gedacht, danach zu fragen, woher das Hühnerfleisch bezogen wird.

Anschließend gab es noch etwas Kreativarbeit, wir sollten jeder einen Hamburger kreieren, die Gewinner sollen sich dann auch für ein paar Tage auf der Speisekarte wiederfinden. Mein Burger, den ich auf den Namen "Bollywood Summer" (Guacomole mit Cumin, Baconstückchen, Hühnerbrust, Cheddar, frische Spinatblätter, Orangenfilets, und Erdnusssauce) taufte, schaffte es leider nicht.

Schon bei Ankunft war ein großes Buffet aufgebaut, wo man sich fürs Burgerbasteln im Baukastenprinzip mit den einzelnen im Restaurant verwendeten Zutaten eindecken konnte. Fand ich ziemlich gut, so konnte man sich mit kleinen Löffelchen wirklich durch die Komponenten probieren und sie pur verkosten. Einige trafen dabei so gar nicht meinen Geschmack, anderes - wie zum Beispiel die tollen selbstgemachten Zwiebelringe und auch die Fleischpattys, der Legendary Burger war deswegen mein Favorit - war lecker. Der zum Dessert gereichte Currywurstburger (die Wurst wird in der Küche selbst hergestellt) war nett - die Wurst erinnerte allerdings eher an eine Thüringer Rostbratwurst und die Sauce war für meinen Geschmack zu mild und süßlich. Ich bin ja kein absoluter Schärfe-Freak, aber bei ner guten Sauce für die Curry muss süß-nicht-zu-scharf-säuerlich eine innige Verbindung eingehen und dafür sorgen, dass man  beim Kauen von kleinen Hitzewallungen attackiert wird. 😉

Alles in allem ein schöner, gut vom PR-Team organisierter und entspannter Abend mit netten Menschen. Gerne wieder. Bei Stulle & Brot gibt es ebenfalls einen Bericht zum Burgerabend.

Zu Besuch auf… der Next Organic Berlin

Letzten Sonntag ging es auf eine tolle Fachmesse im alten Flughafengebäude Tempelhof. Kathrin Brandes von Tidbits hatte in ihrer Funktion als Genussbotschafterin einen Rundgang für Foodblogger_innen auf der Next Organic Berlin organisiert. Interessierte  und Neugierige nehme ich via Blogpost hiermit dazu nachträglich mit. Und wundert euch bitte nicht zu sehr über meine Bilder in Schnappschussqualität, die sind nicht ganz so... perfekt.Los ging die Tour beim Brot (Thema: Krume und Kruste), anschließend zog es uns zu dem Startup Foodhero und zu einer spannenden Diskussion. Foodhero liefert seine Genusstüten mit in und um Berlin produzierten Besonder- und Köstlichkeiten mit Elektroautos direkt zu einem nach Hause aus.Der nächste Halt war beim Wein (der mich ja meist nur als Zusatz für die Sauce interessiert), danach ging es dann weiter zur Verkostung von Tatar vom Pinzgauer Rind mit Wiesenknopf  (Ralf Jakumeit) und rohköstlichen Dingen (Boris Lauser).Für einen längeren Zeitraum hielt sich die Gruppe dann beim Käse auf. Das war die Stelle, an der ich mich durstig abseilte und Bekanntschaft mit meinem neuen Lieblingstonic von der Marke Thomas Henry schloss. Einen Hauch bitterer als gewohnt, ich find's toll. Ich habe es aber leider verpasst, das Elderflower Tonic zu probieren.Bei der vorletzten Station kamen wir endlich zur Schokolade und probierten uns durch das Angebot von Edelmond, die wundervolle, selbstconchierte und damit (hat ja wirklich seltenheitswert) lecithinfreie Rohschokolade anbieten, die noch ein wenig angenehme Rauheit im Mundgefühl hat. Hier blieb ich persönlich dann erstmal etwas kleben, bevor Cathrin uns freundlich weiterscheuchte.Schokolade! Hach... und dann auch noch in Verbindung mit gerösteten Mandeln (aufmerksame Leserinnen und Lesern dürfte da mein fataler Hang zu aufgefallen sein...). Zum Beispiel als laktosefreie Zartbitterriegel, gefüllt mit Mandelnougat. Und Zartbitterblättchen mit einer Ahnung von Karamell, Mandel und Meersalz.  Ich muss wohl ziemlich mandellüstern geguckt haben, denn als ich meinen Mann nachher nochmals zum Stand schleifte, um ihn Schokolade und Schokoladenmandeln probieren zu lassen, bekam ich eine Tüte davon überreicht. Zu finden ist Edelmond übrigens auch immer auf dem Naschmarkt, deren Organisatoren ich auf der Next Organic auch zu einem netten Plausch wiedergetroffen habe.

Ihren Abschluss fand die geführte Foodblogger-Tour beim Kornbrand von Steinreich.Meine persönliche Umschau ging dann noch ein wenig weiter. Ich habe zum ersten Mal die ja momentan überall obligatorischen Cake Pops probiert. (Oder ist der Hype inzwischen schon wieder abgeflaut?) Ganz ehrlich? Ich war überrascht, wie essbar die dann doch waren. 😉 Die Dame am Stand konnte mir allerdings leider nicht viel zu den Inhaltsstoffen sagen.Danach schleifte mich mein Gatte zu Rice up onigiri. Er hatte bei der Verkostung frisch gemachte Onigiri mit Lachs und Pflaumensauce probiert, die er total genial fand. Da der Stand restlos leergefressen war, habe ich ich das vorvorletzte kaufbare Onirigi Rind/Teriyaki erworben. Diese japanischen Klassiker sind wirklich praktische und sättigende Snacks für Unterwegs oder das Büro. Allerdings fand ich meinen Onigiri nicht so den Bringer. Der Reis war gut, aber die Füllung aber ziemlich trocken und riss mich nicht vom Stuhl. Der Gatte schwört aber Stein und Bein, dass die andere Sorte supertoll war. Ausprobieren scheint sich also zu lohnen.

Bei Phyto Treasures habe ich mich durch alle Sorten Choco Delic (mit ebenfalls lecithinfreier Rohschokolade überzogene Trockenfrüchte - zum Beispiel Physalis und weiße Maulbeeren) probiert. Entdeckt habe ich dort kleine Täfelchen laktosefreier, probiotischer Schokolade mit Früchten drin. Wenn das funktioniert? Klingt jedenfalls toll, mein Täfelchen Ombar liegt aber noch ungekostet neben mir. (Die Mandeln, ihr wisst schon.)

Zwischendrin begegneten wir zwei Rotkäppchen von Pickfein, das Konzept: Kleine Kostproben von ausgewählten Berliner Manufakturen in Verbindung mit einem designten Stadtplan (wo die Manufakturen verzeichnet sind) und einer wunderhübschen Verpackung im Rotkäppchenstil. Sehr schick und äußerst souveniertauglich.Dann gab es noch ein kurzes Schwätzchen am Stand für irische Bio-Muscheln und einen belebenden Milchkaffee von Berlin Kaffee/Tres Cabezas, der von einer netten Barista im Dauereinsatz gereicht wurde. Ich hatte die Marke zwar schon verschenkt, aber selbst noch nicht probiert. Gut. 🙂

Das vegane, gluten-, soja- und laktosefreie Eis von Professor Grunschnabel wurde natürlich ebenso verkostet. Besonders gespannt war ich auf das Schokoladeneis, das mich - ebenso wie das Bananeneis - allerdings nicht begeisterte. Nett halt. Hatte ich mir mehr von erwartet und auf der Rohkostmesse letztens deutlich Besseres gegessen.  Danach stolperten wir noch über den kleinen Stand von Vegaccino, probierten zunächst etwas skeptisch die erstaunlich cremig-erfrischende Sorte mit Matcha und dann den Schoko-Cappuccino und quatschten uns dann noch sehr nett fest. Besonders gut, die beiden Macherinnern (Mama & Tochter) setzen ganz stark auf nachhaltig und fair produzierte Produkte.Fast am Ende und kurz vor Schluss der Messe ging es nochmal zum großen Getränkestand. Und hier passierte das Unfassbare: Ich begegnete einem genießbaren Mate-Getränk. Dieses kleine Wunder gelang der seit knapp einer Woche auf dem Markt befindlichen Gekko Mate. (Und ja, ich geb's zu - das Flaschendesign hat mich auch etwas gekapert.) Der Liebste ist ja schon seit ewigen Zeiten förmlich von der bisher erhältlichen Hackerbrause abhängig, die ich einfach grundwiderlich finde.  Ein Geschmack wie in Sprudel aufgelöste Kippe mit Kiff. Diese aus grüner, ungerösteter Mate hergestellte Brause kann ich mir im Gegensatz dazu wirklich als trinkbaren Koffein-Booster vorstellen.

Zuletzt taumelten wir dann noch mit wunden Füßen an der Hofpfisterei vorbei und nahmen uns Kürbiskernbrot mit. Lecker. 🙂