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Lesehungrig! Das unstillbare bibliophil-kulinarische Dauerevent

Wie oft ist es euch geschehen, dass ihr eine Szene in einem geliebten Buch gelesen habt und direkt dort wart?
Lesehungrig-Banner-türkis-SBOft gelingt Autoren und Autorinnen dies, indem sie unsere Sinne förmlich kitzeln und reizen. Nahrungsbeschreibungen - ob nun Festmahl oder der trockene Brotkanten eines Hungernden - sind zum Beispiel ein beliebtes stilistisches Mittel, um eine lebendige Atmosphäre zu erschaffen und Leser/innen in den Bann der Erzählung zu ziehen. Denn Essen und Trinken kennen wir alle. Es ist natürlich und lebenswichtig. Jeder tut es und so kann auch fast jeder hierüber Zugang finden. Die Fresslust, der kleine Appetit, die Verführung, die unstillbare Gier, der brennende Hunger oder der Durst, der befriedigende, fast elysische und zeitlose Moment absoluten Genusses - das sind Empfindungen, die wir in der einen oder anderen Form alle kennen.

Banner für das bibliophil-kulinarische Blogevent "Lesehungrig!" #bücher #bücherliebeManche schaffen dies, indem sie mit glühender Feder über eine ganze Seite hinweg Worte schmieden und jede Einzelheit eines Banketts so inniglich beschreiben, dass man das Gefühl hat, sofort Kühlschrank nach einem halben gebratenen Schwein absuchen zu müssen. Manche - die von mir überaus verehrte und geschätzte Jane Austen ist so ein Fall - erwähnen nur in einem Nebensatz, dass sie "Tee" hatten. Und schon entfaltet sich in meinem Gehirn eine traditionelle englische Teetafel und entrückt mich - mittels Scones, Clotted Cream, Gurkensandwich und frisch aufgebrühtem Earl Grey, serviert in schwerem silbernem Teegeschirr, dessen blumigen Duft ich in meiner Fantasie förmlich riechen kann - in das lang verblasste England.

Lesehungriges Dauerevent

Der erste Lesehunger war ein Blogevent zum vierten Geburtstag des Magischen Kessels. Da die Idee so gut ankam und mehrfach danach gefragt wurde, habe ich es jetzt in ein Langzeitevent umgewandelt.
Ziel ist es, irgendein literarisches Werk – das kann beispielsweise ein ganzes Buch, eine Kurzgeschichte, eine kleine Szene, ein Gedicht oder ein Lied sein – kochtechnisch in einem Rezept samt Blogartikel umzusetzen. Hierbei ist es egal, ob ihr beispielsweise ein Mahl aus einem Buch nachkocht, ein in einem Buch vorgestelltes Rezept aufgreift oder selbst, passend zu einer Szene, ein Gericht nach euren Vorstellungen entwickelt. Stellt bitte kurz das Werk vor, auf das ihr euch bezieht und teilt mit euren Leser/innen warum, wieso, weshalb ihr das so umgesetzt habt.

Deadline

Lesehungrig! ist ein Quartalsevent und läuft immer über drei Monate lang, an deren Ende ich dann eure Beiträge einsammle und in einem Blogbeitrag vorstelle.

1. Lesehunger: 31.10.2013
2. Lesehunger: 31.12.2013
3. Lesehunger: 31.03.2014
4. Lesehunger: 30.06.2014
5. Lesehunger: 31.09.2014
6. Lesehunger: 31.12.2014
7. Lesehunger: 31.03.2015
8. Lesehunger: 30.06.2015
9. Lesehunger: 30.09.2015
10. Lesehunger: Babypause! Das bibliophile Dauerevent kommt 2017 aber zurück!

Wie kann ich teilnehmen? Teilnahmebedingungen

  • Ihr müsst ausdrücklich keine Foodblogger sein, hauptsache ihr habt ein Blog, wo ihr euren Teilnahmebeitrag veröffentlicht und zu diesem Artikel verlinkt.
  • Schickt mir zur Teilnahme bitte eine Mail mit eurem Namen, dem Namen eures Blogs und der URL eures Blogbeitrags an mjam[at]magischer-kessel[dot]de
  • Keine Rezepte aus dem Archiv, nur neue Beiträge.
  • Verlinkung zu diesem Blogartikel.
  • Mit der Teilnahme erklärt ihr, dass ihr die Rechte an Bildern und Texten inne habt und ich ein Bild des Beitrags für die Zusammenfassung im magischen Kessel verwenden darf.

Zitieren? Ich trau mich nicht!

Nein, für den Lesehunger müsst ihr keine Zitate abtippen. Es geht darum, euch von einem Buch oder einem anderen Stück Literatur zur köstlichen Dingen inspirieren zu lassen. Berichtet einfach darüber wieso, weshalb und warum. Ihr müsst keinesfalls wortwörtlich hierfür zitieren.
Wer dennoch zitieren möchte (und das ist ja unter bestimmten Voraussetzungen problemlos möglich), dem empfehle ich diesen ausführlichen Artikel zum Zitierrecht der Rechtsanwaltskanzlei Schwenke. Darin werden so ziemlich alle Fragen geklärt und es wird mit Beispielen und Checkliste aufgezeigt wie man richtig zitiert.

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Blogevent Lesehunger: Zu Gast im tanzenden Täubchen

Endlich komme auch ich dazu - natürlich außer Konkurrenz - an meinem eigenen Lesehunger-Blogevent teilzunehmen.

Es gibt einen unglaublich riesigen Berg an grottenschlechter Fantasyliteratur. Zu meinem großen Glück fiel mir (via Mutter, Buchclub und meinem ungefähr zwölften Geburtstag) das Buch "Im Bann der Göttin" von Tamora Pierce in die Hände und machte mich mit der positiven Seite dieses Genres bekannt. Schnell hatte ich mich festgelesen und nach und nach gab es die restlichen Bücher (ich hatte den zweiten vor dem ersten Band erhalten) zu hohen Fest- und Feiertagen.

Es mag ja vielleicht komisch klingen, aber rückblickend hat mich diese Buchserie sehr geprägt. Tamora Pierce zählt mit ihren Jugendbüchern auch heute noch zu meinen absoluten Lieblingsautorinnen und mindestens einmal im Jahr nehme ich mir eine ihrer Buchserien vor und lese mich nochmal hindurch. Ich hatte aber nicht nur wegen ihrem Schreibstil und der guten Übersetzerin aus dem Amerikanischen Glück, sondern vor allem auch wegen der Figuren. Tamora Pierce selbst war von klein auf Fantasy-Fan und störte sich immer daran, dass nur Jungen die Helden waren. In ihren Büchern begegnet man deswegen wunderbar dreidimensionalen Heldinnen und spannenden Nebencharakteren, die ihre Stärken und Schwächen haben und sich entwickeln. Die Hauptfigur ist die rothaarige, zierliche und wenig fügsame Alanna. Sie wehrt sich dagegen, Röcke zu tragen und als edle Dame erzogen zu werden. Sie tauscht mit ihrem Zwillingsbruder Thom die Rollen, fälscht die Begleitbriefe und schafft es - verkleidet als Junge -, sich im Königspalast zum Ritter ausbilden zu lassen. Willensstark kämpft sie sich durch eine männlich dominierte, mittelalterlich-/renaissance-inspirierte Welt, in der auch Magie vor kommt, und erringt ihren Schild und Anerkennung.

Natürlich ist hier eine große Prise Eskapismus dabei - das Wegträumen in fremde Länder, Geschichten, Leben und Dimensionen, aber ebenso natürlich lassen sich viele Dinge auf unsere Zeit übertragen und teilen kleinen Mädchen und Frauen (und auch lesenden Jungs und Männern ;)) nebenbei ganz selbstverständlich mit: Ihr könnt alles erreichen was ihr wollt. Selbst wenn euch weisgemacht wird, dass ihr körperlich und geistig nicht dazu in der Lage seid, weil ihr "nur" Frauen seid: Wir sind alle Menschen und wir sind gleich. Jeder kann alles erreichen. Mit dieser Botschaft in Kopf und Herzen bin ich aufgewachsen und entdeckte meine Liebe zu dieser (leider oft belächelten) Literaturgattung.

Kurz nachdem Alanna mit ihrem bärbeißigen Diener Coram in der Hauptstadt einreitet, begegnet sie dem Schurken Georg. Dieser ist gerade erst seit einigen Monaten der König der Diebe und nimmt den "jungen Knappen" unter seine Fittiche. Hier schaut sich Alanna einige Kampftechniken ab und bringt später auch ihre adligen Freunde mit an den Hof des Diebes, der in der Schänke "Tanzendes Täubchen" abgehalten wird. Hier wird gezecht, verhandelt, Ränke werden geschmiedet, Informationen ausgetauscht, Söldner angeheuert, gefeiert, gewürfelt und sicherlich auch gehurt.  Der "Haushofmeister" am Hof der Diebe ist der alte Wirt Solom. Tamora Pierce neigt nicht dazu, Nahrung ausufernd zu beschreiben. Ich nehme aber an, dass die Küche - neben den in dem in den Büchern oft erwähnten Alkoholika wie Branntwein und schwerem Wein - gute, billige und handfeste Nahrung bereitstellte, so dass alle, die an den Hof kamen, bezahlbares und sättigendes Essen erwerben konnten. Vielleicht gab es neben Pasteten oder einem dicken Eintopf mit Wurzelgemüse, undefinierbaren Fleischstücken und fetten Scheiben Roggenbrots sogar Spießbraten für die, die ein wenig mehr Gold in der Tasche hatten.

Ich sehe den Schurken Georg förmlich vor mir, mit seinen kurzen braunen Haaren, den haselnussbraunen Augen, der interessanten Nase und dem etwas schiefen Lächeln: Immer wachsam an seinem angestammten Tisch und alles im Blick. Aber die Diebe sind nicht nur hart, sondern wissen auch zu feiern. Und wer feiert und das Leben genießt, der greift nicht nur zu Wein, sondern weiß zu später Stunde bei einem Becher Wein auch süßes Gebäck zu schätzen. Gedanklich war ich früher oft dort, ich kann mir gut vorstellen wie Alanna/Knappe Alan nach einem langen Tag in den Übungshöfen aus der Burg in die Stadt schlich, inmitten all dieser verschiedenen Menschen in der Gaststube saß und im Schein der Kerzen und des flackernden Kaminfeuers genüsslich-unbekümmert in eine Apfelpastete biss. Mit dabei natürlich immer ihr schwarzer Kater namens Immertreu...

Das Rezept für den Pastetenteig habe ich fast unverändert aus dem Büchlein "Süße und pikante Pasteten"*  der Anne Wilson-Reihe übernommen. Der Teig ist wirklich traumhaft geworden, ließ sich genial verarbeiten und wandert hiermit ins Standardrepertoire. Ich habe mich allerdings absolut bei der Füllung verschätzt und viel zu viel gemacht (die Menge im Rezept ist schon korrigiert auf die Hälfte). Aber das machte nichts,  die Fruchtfüllung einfach in eine gebutterte Auflaufform gegeben und aus Teigresten noch ein paar ausgestochene Figuren drüber - schon war noch ein Cobbler fertig.

Pasteten dürften für die Zeit typisch gewesen sein und Äpfel ein gut erhältliches Lagerobst. Als kleine Besonderheit füge ich in Portwein getränkte Rosinen, etwas Zimt und ein paar Mandeln hinzu. Durch den Handel, den das Land Tortall mit vielen anderen Reichen tätigt, dürften solche Zutaten nicht ganz günstig, aber in etwas etablierteren Haushalten kein Problem gewesen sein. Und immerhin befinden wir uns ja am Hofe des Königs der Diebe, nicht?

Soloms Apfelpasteten "Immertreu"
(12 Stück)

Für den Teig
270 g Mehl
150 g weiche Butter
75  g Puderzucker
2-3 EL Eiswasser

Für die Füllung
2 Jonagored, geputzt ~ 400 g (Süß-säuerlich-saftig-aromatisch. Der duftete mich im Bioladen an und die Sorte soll auch ein guter Lagerapfel sein.)
50 g Mandelstifte
35 g Rohrzucker
25 g Rosinen
Portwein
1/2 TL Zimt
Zitronensaft

Zubereitung

  • Die Rosinen in etwas Portwein einlegen und einige Stunden ziehen lassen. Besser: Am  Vortag dran denken, sie auch wirklich einzulegen. 😉
  • Die schon gewaschenen und geputzten, allerdings ungeschälten Äpfel in kleine Würfelchen schneiden und in eine Schale geben. Mit etwas Zitronensaft bespritzen.
  • Zucker zu den Äpfeln geben und sie etwas Saft ziehen lassen.
  • Gewürze, abgetropfte Rosinen, 1 - 2 EL vom Einweichportwein und Mandelstifte mit den Apfelstücken vermengen. Beiseite stellen.
  • Mehl, Puderzucker und Butter in der Küchenmaschine oder mit dem Handmixer zu einer feinkrümeligen Masse verarbeiten.
  • Das Wasser esslöffelweise dazu geben und einarbeiten, bis ein glatter, geschmeidiger und gut formbarer Teig entsteht (wie sehr weiche Knete).
  • Ungefähr 2/3 des Teiges auf einer bemehlten Fläche dünn ausrollen und - zum Beispiel mit einem großen Glas oder einer Schale - große Kreise ausstechen.
  • Teig in die ausgebutterten Mulden eines Muffinblechs legen, teilweise etwas einfalten und zurecht drücken, damit es passend wird. Der Teig muss bis an den Rand der Muffinmulden heranreichen (siehe Bild).
  • Pastetenfüllung und auch jeweils etwas von der Flüssigkeit der Füllung hineingeben.
  • Restlichen Teig ausrollen und sechs kleinere Kreise als Pastetendeckel ausstechen. Aus diesen wiederum mit Ausstechern kleine Figuren ausstanzen, die den Deckel für die anderen sechs Apfelpasteten werden. (Pasteten brauchen immer ein Belüftung, aus der der Dampf der kochenden Füllung entweichen kann und dürfen keine geschlossene Decke haben.)
  • Deckel aufsetzen, bei den Kreisen vorsichtig mit einem Brötchenmesser am Rand die beiden überlappenden Teigschichten verstreichen und sanft andrücken.
  • Pasteten im vorgeheizten Ofen (Umluft) bei 175° für 20 -25 Minuten goldbraun backen. Danach noch ein paar Minuten abkühlen lassen (der Teig ist sonst noch etwas zu instabil) und dann erst aus dem Blech holen.

Tipp: Bleib Teig übrig, kann man die Reste einfach für einen kleinen Cobbler/Crumble zu einem späteren Zeitpunkt einfrieren.


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Lesehunger! Ein bibliophil-kulinarisches Blogevent

Endlich ist der Winter wirklich vorbei und das kann nur eines heißen: Der magische Kessel hat Geburtstag! Vier Jahre alt ist er im März geworden. Ich spare euch jetzt lange Reden dazu, wie sehr ich mein Blog liebe, wie toll es ist  und welche Entwicklungen ich anhand hier niedergeschriebener Wegmarken auch immer wieder erstaunt an mir selbst feststelle.

Nach langen Überlegungen (und nachdem mein erster lang gehegter Gedanke an ein Event mit Orientfood gerade anderweitig aufgegriffen wurde), kam mir meine zweite Leidenschaft zur Hilfe - die Literatur. Von frühester Kindheit an lese ich gerne. Und vor allem viel. Ich bin eine Bücherverschlingerin,  die sich förmlich an guten Geschichten und erzählten Leben und Eindrücken satt frisst. Ein gutes Buch kann mich durchaus glücklich machen. Allerdings bin ich nicht nur Gourmand, sondern auch Gourmet. Ich konsumiere Literatur nicht mehr so wahllos wie früher, aber gerade auch Genres, die gerne als trivial abgetan werden, picke ich mir als Leckerbissen heraus - für die habe ich ein Herz. Es muss wirklich nicht immer Hochkultur sein (eigentlich so gar nicht), aber was ich lese muss gut sein. Ansonsten kann ich auch mal richtig sauer auf Buch und Autor/in werden.

Beruflich werde ich für's Lesen und bewerten sogar bezahlt. Und oft stelle ich fest, dass Autorinnen und Autoren ihren Geschichten und Figuren zu mehr Dichtigkeit und fassbarer Realität verhelfen, indem sie Speisen  und Getränke beschreiben - und sei es nur in einem Nebensatz. Manche widmen den lukullischen Genüssen auch ellenlange Absätze, während den Lesenden das Wasser im Mund zusammen läuft.

Die Beschreibung von Nahrung schafft oft lebendige Atmosphäre und hilft den Adressaten, sich in den Bann des Geschriebenen ziehen zu lassen. Denn zu essen ist natürlich. Die Lust darauf, der kleine Appetit, die Verführung, der brennende Hunger oder der Durst, das sind Empfindungen, die wir alle kennen. Deswegen der Gedanke an ein bibliophiles kulinarisches Blogevent.

Wie kann ich mitmachen?

Ziel ist es, irgendein schriftliches Werk – das kann beispielsweise ein
ganzes Buch, eine Kurzgeschichte, eine kleine Szene, ein Gedicht oder
ein Lied sein – kochtechnisch in einem Rezept samt Blogartikel
umzusetzen. Hierbei ist es egal, ob euch beispielsweise die “Cena
Trimalchionis” mit ihren punktgenauen satirischen Beschreibungen als
Orientierung dient, ihr ein haargenau beschriebenes Gericht aus einem
Buch nachkocht, eine rezepttechnisch interpretiert und nur die Stimmung
eines Werks einfangt oder beispielsweise “Alle meine Entchen”
kulinarisch umsetzt.(Mein erster Gedanke: Pekingente! ;-))

Lesehunger - ein bibliophiles kulinarisches Blogevent

Und da ich selbst gerade Anfang Mai Geburtstag habe, habe ich auch für euch ein paar tolle Geschenke besorgt. Jeder für das Blogevent eingereichte Artikel mit Rezept/en entspricht einem Los, das in den Lostopf wandert, die Gewinner werden nach Ablauf der Frist gezogen. Insgesamt habe ich euch drei reichhaltige Geschenkpakete zusammengestellt.

1. Geschenkpaket

- Eine Gewürzmappe.  In den Reagenzröhrchen finden zahlreichen Gewürze ihren Platz und können so ganz einfach und praktisch mit in den Urlaub oder mit zu anderen Kochstellen genommen werden. Zwei Röhrchen habe ich schon mal befüllt - eines mit meinem Kräutersalz, eines mit meinem momentanen Lieblingsgewürz Langem Pfeffer. Das Etui ist aus waschbarem stabilen Stoff, außen uni und innen mit süßem Eulen-Muster. Da konnte ich nicht dran vorbei und da die Eule ja das Wappentier von Athene, der griechischen Göttin des Wissens ist, kann ich so auch ganz schnell einen Zusammenhang zum Lesehunger-Event herbeikonstruieren. 😉 Die Gewürzrolle (ich habe selbst auch so eine) habe ich bei Nadine Hößrich Design extra nach meinen Wünschen anfertigen lassen. Schaut mal bei ihr rein, sie näht wirklich tolle Sachen (ich muss unbedingt noch einen neues extra langes Kameraband bestellen!) und fertigt halt auch viel custom-made.


- Einmal "Taste the Waste". Der Verlag Kiepenheuer & Witsch hat tollerweise drei Exemplare des gerade Anfang des Jahres erschienenen Kochbuchs  "Taste the Waste" von Valentin Thurn und Gundula Oertel für die Verlosung bereit gestellt.  Wer sich bewusst mit Lebensmitteln auseinandersetzt kommt ja über kurz oder lang an dem gleichnamigen Film und dem Buch "Die Essensvernichter" nicht vorbei.

Das Kochbuch widmet sich der Resteverwertung, was eine gute und sinnige - aber durchaus auch schwierige - Idee ist. Schließlich haben Restbestände eben die ungute Angewohnheit nicht überall die Selben zu sein. 😉 Die vorgestellten "Essensretter" (unter anderem Sternekoch Vincent Klink, die Berliner Tafel, Mundraub, Silbermond, die Köche der Markthalle IX und viele mehr) kommen aus den unterschiedlichsten Sparten und nicht alle aus der Lebensmittelbranche, und ebenso unterschiedlich und individuell sind dann auch ihre Herangehensweisen und zu verarbeitenden Restbestände, die der Durchschnittsverbraucher teilweise zum Nachkochen eher frisch einkaufen müsste.

Und so ist es auf den allerersten Blick etwas chaotisches, aber im Grunde sehr schönes und unkonventionelles Koch- und Lesebuch mit vielen lieben bekannten Gesichtern. Neben vielfältigen Rezepten (zum Beispiel Brotsuppe, Käsenockerln, Löwenzahnterrine, Freibeuters Trinksalat oder Safransülze à la Sternekoch Vincent Klink), jeder Menge guter Ideen und Tipps stellt es aber vor allem auch die verschiedensten Menschen und Projekte vor und räumt diesen damit angenehm viel Raum auf den Seiten ein. Also ist es mehr kreativ-chaotisch-buntes Sammelsurium zum  Festlesen als reines Kochbuch. Sehr empfehlenswert übrigens die dunkelrote Schokotorte - in dieser Version bin sogar ich in der Lage rote Beete zu essen.

Und wo wir gerade bei ungenutzten Lebensmitteln sind - da ist es eine hervorragende Idee, noch schnell auf die ebenfalls von Valentin Thurn gestartete Initiative Foodsharing hinzuweisen. Ich bin da auch angemeldet und habe dort auch schon ein Gewürzpaket weitergegeben. Die Markthalle IX ist da übrigens auch ganz aktiv mit dabei.

- Ein Tassenset - denn was gehört zu einem anständigen Lesevergnügen immer mit dazu? Natürlich eine große Tasse Tee oder Kaffee, an der man genüsslich-gedankenverloren nippen kann, während man sich durch die Literatur blättert. Home24.de war so freundlich, diese - förmlich nach köstlichem Milchkaffee und frisch gebackenen Keksen schreienden - Tassen als Gewinne für die Teilnehmer des Lesehunger-Events zur Verfügung zu stellen - so kann man sich sogar bequem zu zweit auf dem Sofa einkuscheln oder es sich auf dem Balkon mit einem Stapel guter  (Koch-)Bücher bequem machen. Ich habe mir die schönen Tassensets für Euch in den Farben lila/flieder, türkis/blau und grün/dunkelgrün senden lassen. Ich hoffe Euch gefällt meine Farbwahl. Die Gewinner dürfen ihrer Reihenfolge nach dann aussuchen.

2. & 3. Geschenkpaket

- Das Kochbuch "Taste the Waste".

- Eines der oben beschriebenen Tassensets.

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Banner gibt es natürlich auch. Und da mir so viele Bilder gut gefielen, habt ihr sogar breite Auswahl.

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Teilnahmebedingungen

  • Jeder ist herzlich dazu eingeladen teilzunehmen, ihr müsst ausdrücklich keine Foodblogger sein. Hauptsache ihr habt ein Blog, wo ihr euren Teilnahmebeitrag veröffentlicht und zu diesem Artikel verlinkt. Damit ich auch ja keinen Eintrag übersehe, schreibt mir bitte eine Mail mit eurem Namen, dem Namen eure Blogs und der URL eures Blogbeitrags an mjam[at]magischer-kessel[dot]de
  • Einsendeschluss ist der 05.06.2013 25.06.2013 bis 24.00 Uhr.
  • Jeder kann zwei Beiträge einreichen, keine Rezepte aus dem Archiv, nur neue Beiträge.
  • Verlinkung zu diesem Blogartikel.
  • Mit der Teilnahme erklärt ihr, dass ihr die Rechte an Bildern und Texten inne habt und ich ein Bild des Beitrags für die Zusammenfassung im magischen Kessel verwenden darf.
  • Damit die Versandkosten für mich nicht zu hoch werden: Bitte nur Teilnehmer_innen aus Europa.
  • Und da es was zu gewinnen gibt (die Gewinner werden gerecht ausgelost): Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Barauszahlung oder sowas ist nicht möglich.

Frankenhase, Monsterlamm & Osterbrunch: Happy Ostern!

Ich hoffe ihr habt alle einen schönen, entspannten und leckeren Tag verbracht. Bei uns war heute die umliegende Verwandtschaft zum Osterbrunch geladen. Klar, dass es da nicht nur hartgekochte Eier gab. Also euch noch schöne Feiertage, genießt die freie Zeit und lasst euch (in Teilen Deutschlands war das ja heute durchaus eine Option) nicht einschneien. Hiermit gibt es einen kleinen Blick auf die Dinge, die sich heute auf unserem Esstisch tummelten.

Warmer Kartoffelsalat mit im Ofen gebackenen Kartoffelwedges, Dillmayonnaise, Rauke und geräucherter Forelle

Rezept: Strammer Max mit Wachteleiern

Das ist sicherlich keine neue Erfindung, war aber meine erste Begegnung mit Wachteleiern. Ging supergut, schmeckte toll - ich bin begeistert.

Wachteleier
dünne Scheiben vom Kastenweißbrot (Roggenbrot ist authentischer, kam nur nicht mehr zum Backen)
Butter
Baconstreifen
Radieschensprossen
Fleur de Sel

Zubereitung

  • Mit einem großen Wasserglas Kreise aus den Brotscheiben ausstanzen und in der Pfanne in etwas ausgelassener Butter knusprig backen.
  • Baconstreifen halbieren, in einer Pfanne goldbraun braten und auf Küchenkrepp zum Abtropfen geben.
  • Wachteleier (gemäß der Anzahl der Brotscheiben)  mit einem Messer aufsägen/vorsichtig aufschlagen und in einer Pfanne mit Butter als Spiegeleier braten.
  • Jetzt die strammen  Wachtelmaxe zusammen setzen: Bacon aufs Knusperbrot geben, dann ein paar der gewaschenen Sprossen, dann das Wachtelspiegelei. Zuletzt mit ein paar Körnchen Fleur de Sel krönen und schnell servieren.

Zum Kaffee gab es meine obligatorischen Möhren-Muffins mit Walnüssen im Teig als gebackene Ostereier und - da ich die Formen gerade neu (wieder-)erworben hatte jeweils ein Lamm und einen Osterhasen. Da mir der Osterhase aber beim Lösen aus der Form total zerbrach, musste ich ihn gestern Nacht in bester Frankensteinmanier mit literweise Zuckerguss und unter Zugabe einiger ausgefeilter Flüche, Blitzeinschläge und meinem durch die weiten Fluchten meines riesigen Küchenlabors hallenden, irrsinnigen Gelächters, wieder zusammenpuzzeln.

So viel also zur Erschaffung meines niedlichen kleinen Frankenhasens, zusammengehalten nur von backfreudiger Liebe, zitroniger Zuckerglasur und viel Hoffnung.  Da Frankenosterhase und Monsterlamm nun nicht gerade vor Schönheit, dafür allerdings vor inneren Werten (der Haselnusskuchen nach Evis Rezept ist wirklich gut) strahlen, nehme ich das direkt mal zum Anlass, um bei Heikes ungewollt boomenden "Ugly Food-Blogevent" mitzumachen und dieses wiederum ebenfalls zum Anlass zu nehmen, um nochmal (Jaha. Sorry, die Werbeeinblendung muss jetzt sein.) auf mein eigenes Geburtstagsblogevent aufmerksam zu machen.

Liebe Grüße

Shermin

P.S.: Dem Frankenhasen war allerdings nur eine kurze Existenz auf dieser schnöden Welt gestattet. Mir, seiner Erschafferin, wurde zunächst der Kopf serviert. Der Rest fiel der Zuckergussgenusssucht des Gatten zum Opfer.

 

Nachgereicht: Rezept für Gorgonzola-Rosenkohl und gebratene Wachteln

Über einen Monat später komme ich dann auch mal dazu,die Rezepte von meinem drei Gänge-Menü vom Kochtopf Blogevent nachzureichen. Das Schokoladen-Soufflé mit Himbeersahne hatte ich ja schon brav hier verewigt, jetzt folgt der Gorgonzola-Rosenkohl und die gebratenen Wachteln. Das Rezept für die Pommes Duchesse werde ich hier nicht wiedergeben, es stammt aus dem Dr. Oetker Schulkochbuch. Ich habe die jetzt schon zweimal nach diesem Rezept gemacht und war jedes mal mit dem Endergebnis unzufrieden.  Die Teilchen waren OK, aber.. irgendwie pappig halt und nicht so, wie ich sie mir vorgestellt hatte.  Wer das ultimative Rezept für Herzoginnenkartoffeln kennt, kann es mir gerne mitteilen. Eventuell lasse ich mich zu einem weiteren Versuch überreden.

Rezept für Gorgonzola-Walnuss-Rosenkohl

1 kg Rosenkohl
200 g Gorgonzola
100 g Walnüsse
100 ml Weißwein
100 ml Milch
1 große Zwiebel
Butter
neutrales Öl
Pfeffer
Salz

Zubereitung des Rosenkohls

  • Rosenkohl putzen, waschen und durch den Schnitzler der Küchenmaschine jagen, so dass man Scheibchen hat.
  • In einer tiefen Pfanne mit neutralem Öl anbraten, bis sie sannft bräunen. Vorsichtig salzen und pfeffern.
  • Nebenbei grob gehackte Walnüsse in etwas Butter anrösten und beiseite  stellen.
  • Zwiebel schälen, fein hacken, in Butter anschwitzen. Mit Weiwein ablöschen, Käse hinzugeben und unter rühren schmelzen. Milch untermischen, mit etwas Salz & Pfeffer abschmecken. Die Gorgonzola-Sauce unter Rühren etwas reduzieren lassen.
  • Die Sauce unter den gerösteten Rosenkohle heben und kurz durchziehen lassen. Eventuell nochmals nachwürzen.
  • Auf Tellern anrichten und mit den in Butter gerösteten Walnüssen bestreuen.

Rosenkohl-Gorgonzola-Fazit

Hier habe ich mich stark an dem Rezept für die Nudeln mit Rosenkohl orientiert. Mit nur kleinen Abwandlungen in der Rezeptur (und halt ohne Nudeln) gab es eine raffinierte Gemüse-Beilage, die ausgezeichnet mit dem Rest harmonierte. Wer also sein Gemüse nicht nur linienschonend durchs Wasser ziehen will: diese Version passt wirklich gut.

Einfaches Rezept für gebratene Wachteln

Hier habe ich mich vorher schlau gelesen, Rezepte gewälzt und war am Ende ziemlich entnervt. Tausenderlei Vorschläge was man tun soll, das man Wachteln aufschneiden würzen, massieren, anbraten und erst dann ins Rohr schieben soll, weil sie sonst nicht saftig und lecker sind. Mir rauchte erstmal der Kopf und gefallen taten mir die Wachtel-Rezepte auch alle nicht so wirklich. Dunkel erinnerte ich mich dann, dass mein Dad als ich 17 war, schon mal Wachteln als Beute in die Küche meiner Eltern geschleppt hatte und meine Mom sich weigerte die zuzubereiten. Damals hatte ich die ganz unbedarft einfach wie kleine Brathühner mit Thymian und Rotwein versehen in den Backofen geschoben - an Trockenheit konnte ich mich jetzt nicht wirklich erinnern. Beflügelt von dieser Erinnerung hab ich also was simples mit den Wachteln angestellt.

Rezept für gebratene Wachteln

4 küchenfertige Wachteln
4 große Zehen Knoblauch
1 TL getrockneter Rosmarin
1/2 TL Salz
Olivenöl
Wasser
Küchengarn

Zubereitung der Wachteln

  • Die Wachteln waschen, trockentupfen und eventuell vorhandene Federkiele entfernen.
  • Auf das Rost einer Bratenform legen. Knoblauchzehen schälen und je eine davon im Innern der Wachteln versenken.
  • Rosmarin, Salz und etwas Olivenöl vermischen. Die Wachteln damit einstreichen. Wer mag kann es auch gerne besonders tiefsinnig einmassieren.
  • Die Beinchen dressieren - sprich zusammenbinden - damit die Wachteln später nicht (wie ich woanders gelesen habe) wie massakrierte kulinarische Vergewaltigungsopfer aussehen.
  • Wasser in die Bratenform gießen, so dass die Vögel davon auf dem Rost nicht berührt werden.
  • Im vorgeheizten Backofen auf mittlerer Schiene bei 170-180° (soweit ich mich erinnere) garen.

Wachtel-Fazit

Lecker, knusprig, saftig. Wir waren jedenfalls ganz begeistert und das doch sehr einfache Rezept wurde den kleinen Leckerbissen mehr als gerecht. Die im Innern im Saft der Wachtel mitgegarte Knoblauchzehe hat das Fleisch wunderbar sanft parfümiert und schmeckte selbst auch genial. Beim nächsten Mal gerne mit ein oder zwei Knoblauchzehen mehr.

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