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Sommerpause, Erdbeeren, Brombeeren & Rezepte

Ihr Lieben,

da habe ich mich einfach in die Sommerpause verabschiedet, ohne mich von euch zu verabschieden - na sowas! Es war aber auch viel los in den letzten Wochen - ich tanke jetzt noch etwas Ruhe (hoffentlich ;)) und berichte euch dann demnächst. Zum Beispiel über meinen erdbeerlastigen Kochabend mit Léa Linster oder über das Hochmittelaltertreffen.

Sommerpause

Und da wir gerade alle die (leicht verregnete) Sommerzeit genießen, gibt es noch ein paar passende Rezeptvorschläge mit auf den Weg. Für das Ende der Erdbeerzeit habe ich zwei Sorten Erdbeereis (ohne Ei) für euch dabei. Und wer seine Himbeeren nicht einfach so naschen will, kann Himbeeressig ansetzen. Ganz nebenbei reifen auch gerade die Brombeeren und wollen unbedingt gepflückt werden. Wer keine Marmelade kochen will, kann damit köstlichen Whisky-Brombeer-Likör mit Kardamom ansetzen. Yum! Und wer noch was schnabulieren will, ist mit Fattoush als knusprig-aromatischem Sommersalat bestens versorgt. Für die Grillfans habe ich natürlich auch noch selbstgemachte Grillsaucen und meinen Honig-Rosmarin-Senf dabei, die auf fleischlichen, wie pflanzlichen Dingen genial schmecken.

Erdbeereis
Erdbeereis am Stiel
Erdbeersirup für Limonade
Erdbeerlassi mit Kardamom und griechischem Joghurt
Himbeeressig
Brombeerlikör mit Whisky
Fattoush - sommerlicher arabischerBrotsalat
selbstgemachtes Curry-Ketchup
Paprika-Ketchup
Rezept für süßen, groben Senf

Auf bald! Eure Shermin

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Batata Harra – scharfe Kartoffeln aus dem Ofen

Batata Harra - was aus dem Arabischen übersetzt quasi scharfe (harra) Kartoffeln (Batata) bedeutet - ist eigentlich ein libanesisches Gericht. Aber inzwischen findet man es dank orientalischen Imbissbuden und Restaurants an vielen Stellen.

Arabisches KartoffelrezeptGefühlt sind (gute) Kartoffelgerichte im arabischen Raum auch irgendwie rar gesät. Ich habe dem Eindruck man steht diesem Gemüse (denn als dieses wird es gerne verzehrt - am besten mit etwas Brot oder Reis dazu, so habe ich es als Kind in Baghdad jedenfalls kennengelernt ;)) einfach nicht mit der gleichen euphorischen Liebe gegenüber, die beispielsweise Europäer für diese stärkehaltige Knolle empfinden.

Rezept für Batata Harra aus dem OfenRezept für Batata Harra aus dem Ofen

Deutschland regional

Das leckere arabische Kartoffelgericht Batata Harra fiel mit vor ein paar Wochen wieder ein, als ich versuchte ein Menü zu planen. Letzten Samstag war ich nämlich Gastgeberin für Elmar Schwer und sein Projekt "30 Tage - 30 Orte - 30 regionaltypische Gerichte". (Die andere Berliner Gastgeberin war übrigens Doc.Eva mit einem Menü aus Salat, Berliner Erbsensuppe und Berliner Luft-Torte)Voraussetzung hierfür ist, dass dem radwandernden Reisenden etwas Regionales kredenzt wird. Und wie Elmar dann selbst am Abend feststellte: Meine Lebensgeschichte und die Orte von denen ich stamme und wo ich aufwuchs sind quasi die Klammer, die sein Projekt umfassen. Vom tiefsten Sachsen bis in den ursprünglichsten Ruhrpott, hin nach Berlin mit Wurzeln in Schlesien und Kurdistan/Irak.

arabisches Kartoffelgericht

Und so sah dann auch mein regionales Menü mit berlinerisch-ruhrpöttisch-sächsisch-orientalischen Einschlägen aus.:

Hauptspeise: Currywurst mit Pommes auf Arabisch
Typisch berlinerisch: Selbstgekochte Currysauce mit Madras- Curry, reichlich Zimt, langem Pfeffer, Knoblauch, Ingwer, Chili und anderen Köstlichkeiten. Dazu Merguez und Lammwürstchen vom Biometzger und eben meine Version der Batata Harra als orientalische Pommes Frites-Variante. Als grüne Beilage hatte ich Fattoush mit frittiertem arabischen Fladenbrot und frischem Sauerklee und Minz-Petersiliendressing gemacht. Als Getränk wurde hierzu edelste Rixdorfer Fassbrause gereicht.

Dessert: Sächsische Quarkkäulchen
Ein schönes Restegericht - aus dem Lameng einen Teig mit Pellkartoffeln vom Vortag, Quark, Mehl, Zucker, in Rotwein getränkten Rosinen zusammenrühren und daraus dann Quarkkäulchen frittieren. Serviert mit meinem samtigen Apfelmus mit Vanille und meinem Orientzucker.

Arabische Kartoffelecken aus dem Ofen...

Aber kommen wir zu den Batata Harra zurück. Diese werden eigentlich in der Pfanne in Olivenöl gebraten, dazu hatte ich in der Länge und bei der Menge an Kartoffeln nun wirklich keinen Nerv und habe sie deswegen nach meinem Rezeptentwurf beim Probekochen einfach in den Ofen verfrachtet - was auch perfekt funktioniert hat. Was besonders schön ist: dieses arabische Kartoffelrezept ist schon immer vegan. Also zumindest, wenn ihr die Currywurst weg lasst, die es bei mir dazu gab. 😉 Die Rezepte für die restlichen Bestandteile des Menüs reiche ich dann nach und nach hier im Foodblog hinein, schon verbloggte Gerichte sind verlinkt.

Cooking Batata Harra

Rezept für Batata Harra

1.5 Kg festkochende Kartoffeln (geschält ~ 1,25 Kg)
3 EL gutes Olivenöl
2 EL Sesamsaat (ungeschält)
1,5 TL Harissa (arabische Gewürzpaste mit Chili)
1,5 TL Meersalz (fein)
3/4 TL Zitronenzesten (frisch)
1/2 TL Paprikapulver (edelsüß)
Saft 1/2 Zitrone
1/2 Strauß grobblättrige Petersilie

Zubereitung

  • Die Kartoffeln schälen in grobe Würfel schneiden, waschen, sehr gut abtropfen lassen.
  • Aus den restlichen Zutaten (bis auf die Petersilie) in einem Schälchen die Marinade zusammenrühren
  • In einer großen Schüssel die Kartoffeln gründlich mit dem Harissa-Öl vermengen und dann rasch (sie sollen kein Wasser ziehen) auf einem mit Backpapier ausgelegtem Blech ausbreiten. Die gewürzten Kartoffeln sollen dabei in einer Ebene und nicht gestapelt liegen.
  • Im vorgeheizten Backofen (Umluft) bei 200° für 35-45 Minuten (das ist auch ein wenig abhängig davon, wie groß eure Würfelchen sind) auf mittlerer Schiene backen, bis sie gar sind und anfangen zu bräunen. Zwischendrin bitte die Batata Harra wenden und Feuchtigkeit aus dem Ofen entweichen lassen.
  • Sind die scharfen Ofenkartoffeln fertig, das Blech aus dem Ofen nehmen frische, grob gehackte Petersilie unterheben, in eine Schale geben und direkt servieren und aufknuspern.

Fattoush – Sommerlicher arabischer Brotsalat

Ich blicke von meinem Schreibtisch und der Tastatur hoch und direkt aus dem Fenster in meinen Mini-Schattengarten im Innenhof. Ab und an verirrt sich mal ein Sonnenstrahl her, gerade wirbelt etwas Wind aber die grünen Massen vor meinem Fenster (Knöterich, nochmal Knöterich, Haselnuss, Flieder und irgendwo sehe ich auch Hopfen...) und der Himmel lässt für ein paar Minuten dicke Tropfen auf sie fallen. Hübsch. Aber der Anblick lässt mich in meiner Sommerbluse gerade etwas frösteln.

FattoushMit dem Rezept rufe ich im wettertechnisch wechselhaften Mai also ein wenig und ganz sanft die wärmeren Temperaturen herbei, denn dieses orientalische Gericht ist im Grunde  ein typischer Sommersalat. Kein Wunder, ist er doch ein frisch-säuerliches, leichtes und kühlendes Essen aus Ländern, in denen ganz andere Temperaturen herrschen als hierzulande.  (Oh.. und stellt euch nur die aromatischen Gurken und Tomaten vor...Hach..)
Fattoush passt hervorragend zu gegrilltem Fleisch, Fisch, Halloumi oder Grillgemüse und ist eigentlich für alles mögliche eine wundervolle Beilage. Schnell gemacht und zudem noch vegan ist der arabische Salat eine schöne Ergänzung bei einem gemeinsamen Essen mit Familie und Freunden. Denke ich an Fattoush, dann habe ich jedenfalls laue, zufrieden-schwere Sommerabende mit eins, zwei oder vielen lieben Menschen auf der Terrasse, Balkon oder - wer den Luxus hat - dem Garten vor dem inneren Auge.

FattoushIm Grunde kann man jedes etwas altbackene Brot für diesen wunderbar leichten Brotsalat verwenden und auftoasten. Resteverwertung kann manchmal richtig lecker sein.  Traditionell wird hier auf dünnes arabisches Fladenbrot oder angeröstetes/getoastetes Pitabrot zurückgegriffen. Meine syrische Lieblingsnachbarin schwört auf in Öl frittiertes, dünnes arabisches Fladenbrot - ich inzwischen auch. Es bleibt auch nach längerem Stehen des Salats erstaunlich crunchy.

Der Salat ist sehr schön variabel - je nachdem, was für Gemüse man da hat. Portulak kommt auch gerne noch mit hinein - ist hierzulande aber meist schlecht zu bekommen. Das Brot wird vor dem Servieren rasch untergehoben, ich habe aber auch schon Rezepte gesichtet, die wiederum darauf beharren darauf, dass der Brotsalat richtig durchziehen muss, ähnlich wie Panzanella. Aber ihr wisst ja selbst, was euch am besten schmeckt, probiert's einfach. 😉

Making FattoushRezept für Fattoush - arabischer Brotsalat

2 Fladen flaches, arabisches Fladenbrot oder Pitabrot, in Stücke gezupft/Geschnitten und in Sonnenblumenöl goldbraun frittiert (Alternativ: Brot toasten oder im Ofen rösten. Oder gekaufte Brotchips. Hier hatte ich schon in Fett ausgebackene große Brotcräcker mit Rosmarin)
2 mittelgroße Römersalate
1/2 - 1 Gurke
4 Tomaten
2 Frühlingszwiebeln

Salatdressing:

3 EL frischer Zitronensaft
3 EL Olivenöl
2 EL (~ 8 g) frische, gehackte Minze
2 EL (~10 g) frische, gehackte, großblättrige Petersilie
1,5 TL Meersalz
1 TL Sumak
1 Zehe Knoblauch
frisch gemahlener Pfeffer
(optional: 1 TL Honig)

Zubereitung:

  • Salat in mundgerechte Stücke zupfen und in einem Sieb abspülen, gut abtropfen lassen und in eine Salatschüssel geben.
  • Frühlingszwiebeln putzen, evtl. kurz abspülen (Stichwort Sand), in Ringe schneiden und dazu geben.
  • Tomaten und die Gurke ebenfalls abspülen, die Gurke schälen.
  • Die Gurke längs halbieren und mit einem Löffel den Bereich der Kerne aushöhlen, die Tomaten aufschneiden und hier ebenfalls die Kerne entfernen, so dass nur das feste Fruchtfleisch zurück bleibt.
  • Nun mit einem scharfen Messer Tomaten und Gurke in Stückchen zerteilen und mit dem Römersalat vergesellschaften.
  • Die Knoblauchzehe fein reiben, im Mörser zerquetschen oder durch die Knoblauchpresse jagen und mit den restlichen Zutaten für das Dressing in einem Glas miteinander vermischen - ich nehme gerne ein sauberes Einmachglas als Dressingshaker - und über den vorbereiteten Salat geben. Die knusprigen Brotstücke unterheben, rasch servieren.

Orientalisches Frühlingsmenü mit der Metro-Kochherausforderung 2014

Zum dritten Mal durfte ich jetzt bei der Kochherausforderung der Metro dabei sein. Hierbei gilt es, alle Zutaten in einen oder mehreren Gerichten verarbeiten zu müssen. Anfang April haben wir die Waren bei der Metro abgeholt und die frischen Sachen wie den Fisch direkt verarbeitet (und dabei meine Wohnung gleich sanft mitgeräuchert...).  Die letzten Produkte habe ich aber jetzt am Wochenende erst verkochen können. Wie im letzten Jahr, reiche ich die Rezepte im Laufe der nächsten Wochen in einzelnen Artikeln nach.Orientalisches-Frühlingsmenü-sUnd so sah mein Menü aus. Wie schon in den Vorjahren (hier für 2013 und 2012  nachzulesen), habe ich mich für ein orientalisch angehauchtes Menü mit drei Gängen entschieden. Am meisten über die Verwendung gegrübelt habe ich ich bei diesen beiden Sachen: Die Nudeln haben mir wegen ihrer Form etwas Kopfzerbrechen bereitet - bis ich sie dann ganz einfach zerbröselt habe. 😉 Auch die Schokolade habe ich zunächst etwas skeptisch beäugt, in einer Reinkarnation als Karamell-Schokoladensauce, war sie aber toll.

OLYMPUS DIGITAL CAMERADas war im Einkaufskorb:

2 frische Forellen à 500 g
1 Flasche Rheingau Riesling 2012, Weingut Leitz
2 große Artischocken
1 Dose Borlotti-Bohnen (Wachtelbohnen)
1 Packung Calamarata-Nudeln "Garofalo"
1 Packung Jamón Ibérico
1 Packung Tortas de Aceite (spanisches Knusperbrot mit Rosmarin)
1 Packung Earl Grey Tee
2 Tafeln Lindt-Schokolade "Salted Caramel"

Das Menü

Vorspeise-Frühlingsmenü-sVorspeise: Arabischer Brotsalat (Fattoush)  mit in Weißwein gebeizter und in Earl Grey Tee im Kochtopf geräucherter Forelle
--> Verwendet: Forellen, Rosmarinbrot, Weißwein, Earl Grey

Hauptgericht-arabisches-Frühlingsmenü-sHauptspeise: Orientalische Butternudeln mit Hülsenfrüchten (Rishta bi Adds) mit Schinkenröschen vom Ibérico und gefüllter Artischocke.
--> Verwendet: Nudeln, Wachtelbohnen, Ibérico Schinken, Artischocken

Die gefüllte Artischocke werde ich allerdings ganz gemein unterschlagen. Zum einen konnte ich - wegen erst beim Aufschneiden sichtbaren Bewohnern - nur eine Artischocke verwenden, zum anderen fand ich mein Rezept zwar ganz okay, aber einfach nicht so brillant und lecker, dass es blogwürdig wäre. 😉

Dessert-arabisches-Frühlingsmenü-skDessert: Arabischer Milchpudding (Mahallebi) mit Kardamom, Pistazien und Karamell-Schokoladensauce

Für die Schokoladensauce: 50 g Salzkaramellschokolade im Wasserbad schmelzen, 30 g Sahne unterrühren und noch warm zum kühlen Pudding servieren.

Es war wie immer eine Herausforderung - es zeigt ja schon der Name, unter welchem Stern der Event steht. Wie immer wurde dem Warenkorb entgegengefiebert, Rezepte gewälzt, nachgedacht, Gerichte auf dem Papier ent- und verworfen, ausprobiert, gezittert, geflucht und sich gefreut.

Aber (war klar, dass das jetzt kommt, oder? ;)) die Zutaten haben mich persönlich diesmal ein klein wenig enttäuscht. Zum einen fand ich den Gemüseanteil - gerade im Frühling! - zu gering. Zwei Artischocken und Dosenbohnen, während um uns herum alles sprießt. Zum anderen gab es bei den vorherigen Events immer Lebensmittel, die für mich total neu waren und die ich freudig entdecken konnte. Kulinarische Offenbarungen, die mich wirklich überrascht und jeweils ein neues Türchen für mich aufgestoßen haben. Produkte, die ich dann auch so gut finde, dass ich sie auch wieder kaufe. Zum Beispiel das köstliche Arganöl, das tolle Pesto der Metro-Eigenmarke, das herzzerreißend geile Iberico-Fleisch oder das Label-Rouge-Huhn, das als geniales Butter-Zitronenhühnchen hier verewigt wurde. Dieses Gefühl hatte ich diesmal leider gar nicht. Messmer-Tee bekomme ich im Supermarkt gegenüber. Die Dosenbohnen oder Artischocken auch. Selbst Forellen bekommt man inzwischen sogar als Frischware beim Discounter. Die Schokolade, vor der ich eigentlich ein wenig gezittert hatte, weil man durch sie doch arg begrenzt auf Süßes war, überraschte mich geschmacklich ein wenig (Hey... das erste Mal seit Jahren, dass ich Lindt-Schokolade als essbar empfinde). Der Schinken war natürlich auch sehr gut. Auch die spanischen Cräcker waren lecker, die würde ich mir vielleicht nochmal als Knabberkram holen, wenn sie mir zufällig über den Weg laufen. Aber obwohl alles natürlich hochwertig war, war  irgendwie war kein Produkt dabei, dass mich wirklich geflasht und positiv überrascht hat. Also wenn ich einen Wunsch äußern dürfte, dann den, dass bei der nächsten Kochherausforderung - egal ob ich dabei sein werde oder nicht - allen Teilnehmer/innen wieder so ausgefallen-geniale Artikel nahe gebracht werden, die man sich vielleicht sonst nicht regulär in den Einkaufskorb legen würde.

*Dieses Posting ist als Werbung gekennzeichnet, da ich Produkte unentgeltlich zur Verfügung gestellt bekommen habe. Ich bemühe mich in meinen Artikeln dennoch  immer um Objektivität.