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Selbstgemachtes Rosmarin-Zitronen-Salz

Der kalendarische Sommeranfang hat uns vor ein paar Wochen endlich erreicht und auf zahlreichen Balkons, Fensterbänken und Gärten sprießen in der Wärme und im Sommerlicht eifrig die Küchenkräuter und recken ihre Blättchen gen Himmel.

Rezept für selbstgemachtes Rosmarin-Zitronen-Salz

Rosmarin, Thymian, Oregano, Majoran, Salbei, Minze.... Wer auch in den kommenden dunkleren Monaten des Jahres Freude an den schmackhaften Pflänzchen haben will, kann daraus einfach Kräutersalz machen. Geeignet sind nicht alle Kräuter, bei manchen - wie zum Beispiel Basilikum oder Knoblauchsrauke - sind die aromatischen Inhaltsstoffe so flüchtig, dass sie beim Trocknen verschwinden.

Rezept für Rosmarinsalz - Geschenk aus der Küche

Rezept für Kräutersalz mit Rosmarin und Zitronenschale

Selbstgemachtes Kräutersalz als Geschenk

Ich mische ja gerne Gewürze (beispielsweise Kürbiskuchengewürz oder Madras Curry) und Kräutersalze und verschenke diese auch gerne. Mein herzallerliebstes Gewürzsalz ist mein über lange Jahre erstelltes Kräutersalz No. 1, das ich nur mit trockenen Kräutern und damit vollkommen Jahreszeitunabhängig mische. Ähnlich verhält es sich mit meinem Bärlauchsalz - hier heißt es eigentlich auch, dass Bärlauch beim Trocknen zu viel an Aroma verliert. Das konnte ich bei gekauftem, getrocknetem Bärlauch aber nicht feststellen, das Bärlauchsalz ist zum Beispiel toll auf Eierspeisen oder auf ner Stulle mit Avocado - eben da, wo man diesen sanft knoblauchig-zwiebeligen Geschmack möchte, ohne nachher dafür mit schlechtem Atem zu bezahlen.
Apropos Stulle und gebratene und gekochte Eier: Mein Bacon-Chipotle-Salz ist dafür quasi prädestiniert und auch noch ein leckeres Mitbringsel für Bacon-Fans.
Ich verarbeite aber auch frische Gewürze, wie hier bei meinem Zitronensalz und meinem Orangensalz zu sehen. Das ist nämlich keine große Hexerei: Zitrusschale schälen, ab ins Schraubglas zum Meersalz, schütteln - schwupp - fertig! Ähnlich funktioniert es auch hier beim Rosmarin-Zitronen-Salz, das Salz konserviert die frischen Kräuter ja sehr gut. Und ich liebe einfach das harzige, tiefe Aroma von Rosmarin, dazu dann in Kombination die Frische der Zitronenschale - einfach toll.

Frischer Salaz mit Rosmarinsalz

In der Pfanne gebratene Doraden/Goldbrassen mit Kräutersalz

Rosmarin-Salz  - für Salate, Grill- und Fischgerichte

Zuhause habe ich ein großes Glas mit dem Rosmarin-Zitronen-Salz, im Sommer ist es mir gerade liebstes Würzmittel, ob im Salat mit selbstgezogener Rauke aus dem Balkonkasten oder für frischen Fisch. Letztens gab es Doraden (Goldbrassen) aus der Pfanne, die habe ich nur mit Zitronensaft gesäuert, innen und außen mit dem Rosmarin-Zitronen-Gewürzsalz beglückt, ein paar Zitronenscheiben und eine halbe Zehe Knoblauch im Bauch der Frische rundeten das Ganze ab. Auch für gegrillte Köstlichkeiten ist dieses Kräutersalz toll geeignet.

Rezept: Wie macht man Rosmarin-Zitronen-Salz?

Rezept für Rosmarin-Zitronen-Salz

200 g Meersalz (fein)
2 EL gehackte, frische Rosmarinnadeln (ca. 8 Zweige)
1 EL frisch abgezogene Zitronenzesten von Bio-Zitronen (je nach Größe 1-2 Zitronen)
Optional: 1/2 TL schwarzer Pfeffer

Equipment: verschließbares Glas*, Reibe*/Zestenreißer, Wiegemesser*/großes Messer, Brett, Küchenpapier

Zubereitung

  • Das abgewogene Meersalz in ein verschließbares Glas geben.
  • Die Rosmarinzweige unter fließendem kalten Wasser säubern, mit Küchenkrepp abtupfen, mit den Fingern die Nadeln runterziehen und mit einem Wiegemesser oder einem großen Küchenmesser fein hacken (es sollten 2 gestrichene Esslöffel gehackte Rosmarinnadeln sein) und zu dem Meersalz ins Glas geben.
  • Die Zitronen heiß abspülen, abtrocknen und mit einer feinen Reibe oder einem Zestenreißer die Schale abziehen (es sollte 1 gestrichener Esslöffel Zitronenabrieb sein) und ebenfalls in das Glas mit dem Salz geben.
    Tipp: Wenn einem die Zesten zu lang sind, kann man sie noch grob mit dem Wiegemesser zerkleinern.
  • Das Kräutersalz umrühren und das Glas verschließen. Das Salz konserviert die frischen Kräuter sehr gut, allerdings nimmt es natürlich - neben den Aromen - auch die Feuchtigkeit von Rosmarin und Zitrone auf und kann deswegen etwas Klümpchen bilden. Ich mache es immer so, dass ich das Salz in der Folgewoche einmal täglich öffne (wenn ich daran denke... 😉 ), um Feuchtigkeit entweichen zu lassen und um es umzurühren.
  • Nachdem das Salz durchgetrocknet ist, kann - wenn gewünscht - noch fein gemahlener schwarzer Pfeffer untergemischt werden.

 

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Irgendwo zwischen Ajvar & Letscho: Steaksauce aus gegrillter Paprika (charred pepper steak sauce)

Der eigentliche Artikel mit dem Rezept war gestern schon ganz schnell niedergetippt - allein es haperte an der allumfassenden deutschsprachigen Bezeichnung. Der Begrifft "Steaksauce" wird diesem cremig-geilen Zwitterwesen, das sich geschmacklich und von der Konsistenz her irgendwo in den Gefilden zwischen Ajvar und Letscho ansiedeln lässt, irgendwie nicht ganz gerecht. Falls euch (oder mir) die passende namentliche Schublade für diese köstliche Grilltunke - die nicht nur zu frisch gebratenen und gegrillten Schweinereien passt, sondern auch als Brotaufstrich brilliert - einfällt, lasst es mich bitte wissen. (Gefunden: Paprikaketchup. Manchmal hat man einfach ein Brett vorm Kopf...)

Das Rezept für die charred pepper steak sauce fiel mir gestern bei smitten kitchen in die wohlgeformten Hände. Der Blick auf das Fleisch hielt mich gefangen, ein paar Klicks und einen verschickten Link weiter  und der Gatte himmelte das Paprika-Tomaten-Ketchup ebenfalls aus weiter Ferne lüstern an.  Ich habe es natürlich nicht geschafft, mich genau ans Rezept zu halten.

Rezept für Steaksauce aus gegrillter Paprika / Paprikaketchup

2 mittelgroße, rote Paprikaschoten
1/2 Tasse Tomatenmark
1/3 Tasse Blutorangensaft
2 EL Worcestersauce
2 EL Olivenöl
1 EL Balsamico
1 EL Honig
1 - 1 1/2 TL Meersalz
1 TL grob gemahlene gelbe Senfsaat
1/2 TL geriebenen, frischen Ingwer
1/2 TL Pfeffer (Bei mir eine Mischung aus grünem, schwarzen und rotem Pfeffer)
1 TL Zwiebelpulver
3-4 fein zerstampfte Körner Piment

Zubereitung

  • Ofen auf höchster Stufe vorheizen. Paprikaschoten waschen und auf dem Rost auf ein Stück Backpapier legen.
  • So lange grillen (15-20 Minuten), bis sie anfangen schwarzbraun zu werden. Bei Bedarf zwischendurch mit einer Grillzange oder ähnlichem wenden.
  • In der Zwischenzeit die restlichen Zutaten in einer Kasserolle vermischen.
  • Die fertig gegrillten Paprika in ein kleines Sieb bugsieren und dieses auf die Kasserolle stellen (oder über eine Schale - es geht darum, den austretenden Saft der Paprikaschoten aufzufangen und mitzuverwenden).
  • Die gegrillten Paprikaschoten auskühlen lassen, damit das etwas schneller geht, kann man sie mit einem Messer längs aufschlitzen.
  • Danach Stängel und Samen entfernen und die Paprika samt der herrlich geschwärzten Schale  zu den restlichen Zutaten in den Topf geben und mit einem Pürierstab bearbeiten bis eine homogene Creme entsteht. (Alternativ: Alle Zutaten plus der ausgelösten Paprika in einen Mixer geben und erst dann in einen Topf geben.)
  • Unter Rühren aufkochen und fünf Minuten köcheln lassen. Entweder noch warm direkt in sterilisierte Gläser füllen und richtig einkochen. Oder in ein sauberes, verschließbares Gefäß füllen, abkühlen lassen, im Kühlschrank aufbewahren und innerhalb der nächsten Tage verbrauchen.

 

Wie hat das selbstgekochte Paprikaketchup geschmeckt?

Nachdem ich ja zwischendurch in der Phase des Werdens wirklich etwas skeptisch im Topf rührte, darf ich jetzt - aufgepasst und dreifacher Trommelwirbel mit glorreichen Trompetenstößen - ein Zitat einbauen: "Geiles Zeug! Besser als jedes Ketchup!"
Und nein, das wirft kein unheilig-düsteres Licht auf meine Kochkünste, sondern wird von mir als ernstgemeintes Lob verstanden. 🙂

Diese Sauce schmeckt übrigens nicht nur auf dem Steak oder Grillgemüse, sondern auch auf dem Käsebrot, purer Brotaufstrich oder als köstlicher Dip für allerlei Knabberkram.

Geschmacklich rund, relativ mild und sich nicht in den Vordergrund drängelnd, kann man diese wirklich gute Sauce durchaus als Paprikaketchup bezeichnen. Übrigens: Wusstet ihr, dass die ersten Ketchups gar nicht aus Tomaten bestanden, sondern Fischsaucen waren? Die bei Wikipedia beschriebenen Anfänge des Ketchups erinnerten mich eher an Garum.

Selbstgemachte Grillsauce als Geschenk aus der Küche

Ich fürchte ich werde in den nächsten Wochen eine akute Suchtphase mit dieser Steaksauce durchmachen. Eignet sich auch sehr schön als Mitbringsel zum Grillabend und soll sich - gut verschlossen im Glas und wenn man nur mit sauberem Löffel rein geht - ein bis zwei Wochen im Kühlschrank  halten. Wer es etwas schärfer mag, kann ja noch ein paar Chilischoten reinwerfen. Eine kleine Zehe Knoblauch schadet sicherlich ebenfalls nicht. Und probiert die Sauce auch ruhig mal ungekocht aus, da fand ich sie sogar ein My besser. Angewärmt wiederum fand ich die gekochte Sauce besser als kühlschrankkalt.

Noch ein Tipp: Da Paprikaschoten in der Regel (den Göttern sei Dank) nicht absolut größengenormt sind, lohnt sich nach dem Kochen ein abschließendes Feintunig via Abschmecken & Nachwürzen.

Und nun hoffe ich, dass niemand meiner Mutter von diesem Rezept erzählt. Ich habe nämlich bis zu eigener Wohnung und eigenem Herd gekochte Paprika mit der Inbrunst von mehreren Höllenfeuern verabscheut. Geradezu gehasst.

Gestern blieb die Küche kalt – Taramas (Thunfischcreme)

Momentan ist alles ein wenig stressig. Drucklegung bei der Zeitung und eine zu erledigende Steuererklärung zu Hause vertragen sich irgendwie nicht. Die letzten Tage/Wochen habe ich halb begraben unter Zetteln, Rechnungen und Büchern verbracht. Kein Wunder, dass die Zeit & Lust zum Kochen da manchmal gering ist. Gestern gabs bei uns deswegen nur was Schnelles: Taramas mit Fladenbrot und gekochten Eiern mit selbstgemachtem Kräutersalz. Ja, ich weiß - echter griechischer Taramas wird aus Kaviar, Zitrone (und ich glaube Kartoffeln? Ist mir jedenfalls so schon mal untergekommen), Olivenöl und sowas zubereitet. Ich habe dieses simple (und äußerst leckere, sowie günstige) Taramas-Derivat, das im Grunde eine Thunfischcreme ist, aber vor Jahren unter diesem Namen kennengelernt.

taramas_bsk

Dieses Taramas hier ist übrigens auch ideal als Brotaufstrich bei einem Buffet oder Beilage zum Grillen. Es gehört zu unseren ewigen Lieblingsrezepten, das wir immer wieder gerne rauskramen und das auch gut als knoblauchiges Partymitbringsel ankommt.

Rezept für Taramas – Thunfischcreme

1 Dose Thunfisch naturell
1 Paket Philadelphia
2-3 Knoblauchzehen

Zubereitung der Taramas

  • In einer Schale den Frischkäse und den abgegossenen Thunfisch mit einer Gabel vermengen.
  • Die Struktur des Fischs muss sich gänzlich auflösen und zusammen mit dem Philadelphia eine faserige Creme ergeben.
  • Den Knoblauch häuten und sehr fein hacken. Untermischen und in einer (luftdicht!) verschlossenen Dose im Kühlschrank noch etwas ziehen lassen.

Tipp: Wer sich das Hin- und Herfüllen von Tupperdosen in die Servierschale ersparen will kann die Crème direkt in das Schälchen füllen in dem man die knoblauchlastige Thunfischcrème später seinen Gästen kredenzen will. Die Schale in einen stabilen Gefrierbeutel geben und mit einem Gefrierbeutelclip verschließen.