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Arabischer Lammtopf mit Bamia (Okraschoten)

Lammfleisch und ich - wir haben eine innige Beziehung. Beziehungsweise hätten sie sehr gerne. Leider fehlt mir in Berlin-Friedrichshain immer noch ein Supermarkt mit arabischen Produkten und einem angeschlossenen, guten Metzger. Stattdessen kann ich mich mit Asia-Shops totwerfen. Was natürlich auch seinen Vorteil hat, da wir gerne auch asiatisch kochen und sich hier viele Produkte überschneiden. Aber... es ist halt nicht das Gleiche.

Arabischer Lammtopf

Für dieses Gericht war der Liebste in vier (!) Geschäften, nur um Bamia zu bekommen. Von tiefgefrorenen Okraschoten oder gar frischen Schoten (zu bezahlbaren Preisen) wage ich gar nicht zu träumen. Für das hier verwendete Glas, das er dann im letzten Gemüseladen auftrieb, musste er tatsächlich vier Euro hinlegen. Wucher. Und das auch noch von der Marke, deren Produkte ich jetzt nicht unbedingt hochqualitativ nennen würde. Also, liebe Händler orientalischer Lebensmittel, wo seid ihr in meiner Nähe? Ich würde sicherlich direkt bei euch Kundin werden!

Kurdische Küche

Ich glaube nicht, dass es sich hier um ein rein kurdisches Rezept handelt, sondern eher etwas aus der allgemeinen traditionellen Küchenwelt des Irak. Auch wenn sich beispielsweise in dem eher speziellen Kochbuch "Die traditionelle kurdische Küche"*, sehr, sehr entfernte Verwandte finden. Die von der Autorin Hülya Baba vorgestellten Rezepte, die sie von Mutter und Großmutter in der "alten Heimat" (kurdisches Siedlungsgebiet im gebirgigen Osten der Türkei) erlernt hat, zeichnen ein kulinarisch sehr karges und hart erscheinendes Leben. Es ist wirklich schlichte, regionale, ursprüngliche, bäuerliche Küche, die aus fast Nichts viel macht. (Und ich jammer darüber, die gewünschten Zutaten nicht direkt im Kiez zu bekommen...)

Meiner Erfahrung nach begegnet einem Lamm - ertränkt in Tomatensauce - sowieso in ziemlich vielen arabischen Kulturen. Ich habe diesen Lammschmortopf mit Bamia, immer von Papa gekocht, als Kind heiß und innig geliebt, und auch heute noch ist es für mich ein besonders schönes Wohlfühlgericht. Dazu gibt es kurdischen Reis,  angebraten mit Fadennudeln und Zwiebelchen, gekocht und unten braun angebacken. Hört sich ungewöhnlich an - aber alle streiten sich dann am Tisch um die besten Stücke, die am Boden fast karamellisiert sind. Und wenn ich einen besonders guten Tag habe, dann gibt es noch geröstete Mandeln und Rosinen dazu. (Hach. Geröstete Mandeln.)

Orienatlischer Schmortopf mit Lamm und Tomate

Ich kenne es so, dass das Gericht mit Zitronenstein noch zusätzlich gesäuert und gar nicht so großartig gewürzt wird. Okraschoten, Lamm und Tomate gehen bei diesem sehr bodenständigen Lammgericht eine aromatische Allianz ein, die nicht viel Firlefanz nötig hat. Heutzutage nehme ich allerdings lieber frische Zitrone anstatt kristalliner Zitronensäure, ein Löffelchen Curry wandert bei mir auch immer hinein. Und wer möchte, kann den Schmortopf auch noch mit etwas Harissa bekannt machen.

Wer Zugang zu gutem Lammfleisch hat, kann es sich direkt beim Metzger des Vertrauens zuschneiden lassen. Ich habe diesmal eine 1,7 Kg schwere Lammkeule gehabt, die auseinandergenommen und aus ein paar Abschnitten und dem Knochen direkt noch eine kräftige Brühe für arabischen Bohneneintopf angesetzt.

Orientalischer Lammtopf

Rezept für arabischen Lamm-Schmortopf mit Okra/Bamia

(für 6-8 Personen)

1 ½ kg Lammgulasch
0,75-1 L Wasser
2 Dosen geschälte Tomaten oder Pizzatomaten à 400 g
2 Pakete pürierte Tomaten à 500 ml
1 Dose/Glas Bamia (Okraschoten) à 400g
200 g  Zwiebeln
3-5 Knoblauchzehen
1 Zitrone
geschmacksneutrales Öl
Meersalz
1 TL Madras-Curry
1 TL Paprika (edelsüß)
bunter Pfeffer
Harissa (optional)

Zubereitung

  • Das Öl in einem großen Topf erhitzen, die grob geschnittenen Zwiebeln darin anschwitzen. Nach und nach die Fleischstücke dazu geben und scharf anbraten.
  • Die Knoblauchzehen häuten und im Ganzen dazu geben. Mit dem Wasser aufgießen, zwischendurch natürlich immer wieder umrühren, Deckel aufsetzen und bei mittlerer Hitze circa 40-50 Minuten köcheln lassen, bis das Fleisch schön zart und die Flüssigkeit etwas reduziert ist.
  • Die fein gehackten Dosen-Tomaten, das Tomatenpüree und die Gewürze dazu geben - darauf achten, nicht zu scharf zu würzen. Nochmals etwas einkochen lassen und dann erst die Okraschoten dazu geben. Die vorgekochten Schoten werden samt der kompletten, schleimig-anmutenden Flüssigkeit aus dem Glas, sie bindet die Sauce zusätzlich, vorsichtig untergerührt. Das Bamia sollte noch kurze Zeit sanft mitkochen, aber nicht zu sehr, da sonst die Schoten zerkochen.
  • Abschließend wird nochmals abgeschmeckt und nachgewürzt. Tomaten und Bamia neigen dazu Gewürze und Salz wegzuziehen. Das Gericht benötigt eine gewisse Säure um den richtigen Geschmack zu entfalten, deswegen sollte man – falls die Säure der Tomaten und des der eingelegten Okraschoten nicht ausreicht – mit etwas Zitronensäure nachhelfen.

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Gebratene Jakobsmuscheln – schlicht, köstlich, edel

Schon mal Jakobsmuscheln probiert? Fast finde ich ja die französischsprachige Bezeichnung (traditionelle Fanggebiete liegen unter anderem vor Frankreich) ja hübscher: "Coquilles St. Jacques". Das singt förmlich beim Sprechen, und ist auch um Längen besser als das englisch-knappe "scallops". Eigentlich passen diese Muscheln mit dem zarten, weißen und leicht süßen Fleisch, ja hervorragend zu einem Ostermenü. Ich hatte bisher nur die Gelegenheit sie vor Jahren mal in Miniaturform, begraben unter geschmacksintensiver Fertigsauce und im Ofen zu Tode gegart, näher betrachten zu können.

gebratene-Jakobsmuscheln-bsKein Wunder also, dass sich damals keine nachhaltigen Erinnerungen gebildet haben. Vor ein paar Wochen erhielt ich allerdings die Möglichkeit, unverbindlich den neuen Berliner Onlineshop & Lieferservice der Deutsche See Fischmanufaktur auszuprobieren. Im Einkaufskorb gelandet sind letztendlich ein großer Beutel mit Jakobmuscheln (Wildfang, ohne Corail) und Thunfischfilet. Der Bestellvorgang (ich hatte einen Gutschein und habe noch etwas aufgestockt) lief problemlos. Ich weiß nicht ob es daran lag, dass ich als Foodbloggerin bestellt habe oder daran, dass sich dieser Lieferdienst für frischen und tiefgekühlten Fisch in Berlin einfach in einem höheren Preissegment bewegt und man dementsprechend die Klientel anders anspricht, aber der Service war wirklich toll. Als im Vorfeld ein kleines Problem auftauchte, wurde dies mit einem freundlichen Anruf erledigt (der gewählte Thunfisch war in der Größe nicht verfügbar, deswegen wurde nach Rückfrage kostenfrei ein - sehr viel - größeres Stück geliefert). Auch die Lieferung fand pünktlich und von sehr engagiertem und freundlichem Personal ausgeführt, im gewählten Zeitfenster und mit einem kurzen Anruf vorher statt.

muscheln-pfanne-bsUnd dann schlummerten die Muscheln erst mal zwei Tage in meinem Tiefkühlfach und ich schlicht etwas nachdenklich um sie herum. Was mit ihnen anstellen? Nachdem ich dann zahlreiche Kochbücher gewälzt und mit keiner Rezeptidee wirklich zufrieden war, habe ich mich für eine pure und schlichte Zubereitungsart entschieden, bei der man eigentlich nicht viel falsch machen kann (außer die Muschel  so lange zu braten, dass sie die Konsistenz von angekochten Autoreifen annimmt, aber das gilt ja für jegliche Fisch- und Meeresfrüchte) und sie mit verschiedensten Beilagen und Gerichten kombinieren kann. Auch, um die kleinen Biester erstmal in Ruhe näher kennenlernen zu können. Der Geschmack der Coquilles St. Jacques (ich kann etwas wortverliebt einfach nicht widerstehen.. ;)) ist schon etwas speziell. Der Liebste war sofort begeistert, bei mir brauchte es ein paar Bissen und zwei Gerichte, um mich wirklich zu überzeugen. Ich persönlich mag sie nicht komplett glasig, sondern lediglich mit einem gerade noch sanft glasigen Kern. Das süße Fleisch der Jakobsmuscheln war dennoch butterzart und ließ sich mit der Gabel teilen. Was aber vielleicht auch an der Qualität des Muschelfleisches lag. Wer es anders mag: Einfach die Garzeit verringern.

Bei uns reichten acht große Jakobsmuscheln (ich verwende hier nur die schon geputzten Muscheln, also nur das weiße Muskelfleisch, die sogenannte "Nuss") mit einem großen Salat mit gebratenen Pilzen und knusprigem Brot als Hauptspeise für zwei hungrige  Personen. Als Vorspeise oder Zwischengang für vier Personen kommt es sicherlich ähnlich gut aus.

Zubereitung-Jakobsmuscheln-bsRezept für gebratene Jakobsmuscheln

8 große, geputzte Jakobsmuscheln (TK-Ware)
Olivenöl zum Braten
Butter
Pfeffer (frisch gemahlen)
Meersalz

Zubereitung

  • Jakobsmuscheln auftauen lassen und mit Küchenkrepp sorgfältig trockentupfen.
  • Olivenöl in eine Pfanne geben und auf hoher Stufe erhitzen.

Tipp: Ungeschälte, angequetschte Knoblauchzehe, Rosmarin- oder Thymianzweig mit ins Öl geben und so sanft aromatisieren.

  • Die Jakobsmuscheln im Uhrzeigersinn in die Pfanne setzen und je nach Größe 1,5 - 2,5 Minuten braten.
  • Die Muscheln in der Reihenfolge der Hineinlegens wenden (die Unterseite sollte jetzt gebräunt sein) und ebenfalls 1,5 - 2,5 Minuten scharf braten.
  • Kurz vor Ende der Garzeit ein Stück Butter in die Pfanne geben, schmelzen lassen und die gebratenen Muschelstücke mit Hilfe eines Esslöffels mit der geschmolzenen Butter überziehen.
  • Die Muscheln direkt aus der Pfanne nehmen, so dass sie nicht weitergaren können. Wer mag, kann sie auf etwas Küchenkrepp abtropfen lassen (die schöne Butter!). Mit Meersalzflocken und frisch gemahlenen Pfeffer bestreuen, auf einem Teller oder einer Servierplatte auf einem Salatbett anrichten und lauwarm servieren.

 

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*Werbung. Aus rechtlichen Gründen kennzeichne ich diesen Artikel als Werbung, da ich die Produkte unentgeltlich zum Testen zur Verfügung gestellt bekommen habe. Dies hat allerdings keinerlei Einfluss auf meine Meinung.

Frühlingslust: Schnelle Bärlauchbutter

Draußen zwitschern die Vögel, alles in der Natur scheint vor grüner Kraft nahezu zu bersten und zu knopsen. Und bei diesem Rezept dürft ihr dann ebenfalls frühlingshaft vor euch hin trällern, während ihr - hoffentlich von einem vorwitzigen Sonnenstrahl abgetroffen - mit der Gabel lustvoll durch die Butter pflügend, gleich noch ein paar winterliche Aggressionen loslassen könnt. Therapeutische Butter sozusagen.Rezept für BärlauchbutterDieses schnell zu machende Rezept für die leckere Kräuterbutter habe ich gestern in grober Erinnerung an eine Gewürzbutter zusammengerührt, die die liebste Freundin letztes Jahr zu meinem Geburtstag hergestellt hatte. (Ich meine mich zu erinnern, dass es im Zusammenhang mit dem Genuss der Bärlauchbutter damals auch zu einem spontanen, aber unerwiderten, Heiratsantrag kam... ;))

Rezept für BärlauchbutterBeim Versponnenen Salon am gestrigen Samstag kam diese Variante jedenfalls hervorragend an. Konnte gar nicht so schnell gucken, wie das halbe Stück Butter auf dem knusprigen Zwiebelbrot landete. Note to myself: Nächstes mal die doppelte Menge machen.
Holt euch also etwas Frühlingsfrische aufs Brot. Zum gemütlichen Osterbrunch passt die grüne Butter, die wirklich unkompliziert zu machen ist, auch ganz hervorragend.Kräuterbutter selbermachen

Rezept für Bärlauchbutter

125 g Butter (weich/zimmerwarm)
30 g frischer Bärlauch (ca. 10 große Blätter)
1/2 TL Fleur de Sel
1/4 TL getrocknete Zitronenschale (gerne auch frisch geriebene Schale von Bio-Zitrone)
1/8 TL frisch gemahlener Schwarzer Pfeffer

Zubereitung

  • Den Bärlauch waschen, trocken tupfen, die Stängel entfernen.
  • Die geputzten Bärlauchblätter mit einem Wiegemesser oder einem scharfen großen Messer fein hacken.
  • Die weiche Butter, die Gewürze und den feingehackten Bärlauch in einer Schale mit einer Gabel gründlich vermengen. Aufgrund der Feuchtigkeit des Bärlauchs, kann die Butter am Anfang etwas widerspenstig sein, das gibt sich aber schnell.
  • In ein Schälchen geben & dazu knuspriges, frisches Brot servieren.

Lauwarmer Paprikasalat mit Honig, Balsamico und geröstetem Sesamöl

Das Rezept kommt ein wenig schuldbewusst daher. Wirklich saisonal sind Paprika nämlich in Deutschland gerade nicht. Andererseits - haben im deutschen Klima Paprikafrüchte überhaupt irgendeine Saison? Ich gestehe, bis vor einer Sekunde habe ich mir um Paprikas keine Gedanken gemacht, auch wenn ich zum Beispiel niemals frische Erdbeeren im Dezember kaufen würde.

Rezept für lauwarmen Paprikasalat mit Balsamico und geröstetem SesamölAllein, mein Verlangen nach einer anderen Beilage, als den immer gleichen, schnell zubereiteten grünen Salat zum belegten Brot, sorgte für die Entstehung. Etwas leicht Warmes und damit auch Erwärmendes. Süß, salzig, nussig, säuerlich. Meine Lieblingskomponenten. 🙂 Etwas scharf. Wer mag, kann natürlich auch gerne frische Chilis nehmen. Wer die Paprika nicht schälen möchte, könnte sie auch vorher im Ofen rösten und nach dem Abkühlen die Schale abziehen. Einen Preis für den schönsten Salat des Jahres wird er wohl auch nicht gewinnen, das bringt der braune Balsamico halt mit sich. Aber dafür schmeckt der Paprika-Möhren-Salat wirklich äußerst lecker. Ehrlich.

Rezept für lauwarmen Paprikasalat mit Balsamico und geröstetem Sesamöl

lauwarmer-salat-bsDas Gemüse sollte noch Biss haben und nicht so zu Tode gegart sein, dass alles weich und labberig auseinanderfällt. Deswegen die schnelle und rasche Abfolge der in die Pfanne wandernden Zutaten. Am besten man bereitet alles vor und kippt einfach alles der Reihenfolge nach hinein. Der Liebste und ich sind ja beide keine Fans von gegarten Karotten, aber so finden wir sie sogar beide gut.

Paprika-Salat-Collage-s

Rezept für lauwarmen Paprikasalat

2 gelbe Paprika
2 - 3 Karotten
2 mittelgroße Zwiebeln
1 Knoblauchzehe
1,5 EL Sesamsaat
1 EL Honig
Balsamico (Hier im Einsatz: Günstiges Supermarktderivat, nicht der tolle Echte)
Kräutersalz oder Meersalz
Pfeffer, frisch gemahlen
Chilipulver
geröstetes Sesamöl
neutrales Öl zum Braten

Zubereitung

  • Karotten, Zwiebeln, Knoblauch und Paprika schälen.
  • Zwiebeln in grobe Streifen schneiden in einer Pfanne mit dem Öl kräftig anbraten.
  • Die Möhren in breite Scheiben schneiden und dazu geben, für ein bis zwei Minuten scharf anbraten, dann den Sesam dazu geben und etwas mitrösten.
  • Kurz danach den in kleingehackten Knoblauch mitbraten, aufpassen dass dieser nicht verbrennt.
  • Die in grobe Streifen gestückelten Paprikaschoten in die Pfanne geben, kurz  mitgaren.
  • Den Pfannenboden ein wenig freiräumen, den Honig hineingeben und etwas einkochen lassen. Wenn er karamellisiert: Wunderbar, aufgrund der Feuchtigkeit der Paprika allerdings eher unwahrscheinlich. 😉
  • Mit Balsamico ablöschen, mit (Kräuter-)Salz, Pfeffer und Chili würzen und mit einigen Tropfen Sesamöl beglücken. Alles vorsichtig unterheben, die Pfanne vom Herd nehmen und den Salat kurz durchziehen lassen.
  • Abschmecken und noch warm servieren. Bei uns gab es dazu Giabatta, Butter und cremigen Käse.

 

Genial-buttriges Zitronenhühnchen mit gebackenen Kartoffeln und Babyspinat mit Granatapfel-Sternanis-Dressing

Das perfekte Brathuhn, auch wenn die Hüfte es dank der Buttermassen nicht ganz so danken wird. Saftiges, zartes Fleisch, gepaart mit brauner, knuspriger Haut und einer eleganten Würzung, die sich nicht in den Vordergrund drängt, sondern für ein köstliches Gesamtbild sorgt. Allein beim Schreiben fängt mein Magen an, sanft zu knurren.Im Grunde könnte man dieses Gericht, das mein Hauptgang bei der Metro-Kochherausforderung war, auch in "Zitronenbutterhühnchen" umtaufen. Aber hey - dafür ist die Beilage in Form von buttrigen Ofenkartoffeln und gebackenen Zwiebeln dann auch gleich mit dabei. Und diese dann auch noch zerdrückt in der buttrigen Sauce - ein unglaublich butterlastig-geiles Gedicht, das man einfach mal probiert haben sollte. Ein Broiler nach einem sehr ähnlichen Rezept (nur mit noch mehr Butter) hatte mal meine liebste Freundin für mich nach einem Jamie Oliver-Rezept gemacht. Ich habe mich für Huhn und Granatapfel-Dressing allerdings rezept- und ideentechnisch bei dem englischsprachigen Kochbuch "Just Add Spice: Creating Wonderful Feasts from Simple Ingredients"* bedient, das mir letztens  zum Geburtstag ins Haus geflattert war. Die von der Karkasse gezupften Reste machten sich am nächsten Tag übrigens sehr gut in einem Salat mit Joghurtsauce.

Als vitaminreiche Beilage - neben den in Butter und Bratensaft gegarten, dicken Zwiebelscheiben - gab es noch einen Salat aus Babyspinat, frischen Tomaten, gerösteten Mandeln und einem Dressing aus Orangensaft, Sternanis und Granatapfelsirup. Ich habe für dieses Gericht nur ein paar Löffel benötigt, deswegen wanderte der Rest der frisch gekochten und würzigen, sirupartigen Sauce in ein fest verschlossenes Schraubglas im Kühlschrank, hier dickt sie durch die Kühlung und den enthaltenen Zucker auch noch an. Dort hält sich das Dressing mit Granatapfelsirup problemlos als nettes Basic auf Abruf. Und da kein Salz enthalten ist, kann man es universell verwenden, es passt beispielsweise hervorragend direkt zu Geflügel und ich verwende es - zum Beispiel statt Honig - auch zum Abrunden von Salatsaucen. Ich kann mir den Granatapfel-Sternanis-Sirup auch wirklich gut als Aromageber in einem Cocktail vorstellen.

Eigentlich wollte ich den Babyspinat roh als Salat verwenden, leider war er etwas angedrückt und nahm wohl Lagerung und Transport etwas übel. Nach Waschen und Durchsortieren habe ich ihn deshalb gedämpft.

Der Gesamtgeschmack der süßen, sanft säuerlichen Sauce mit Sternanis zu Spinat, den fruchtig-sauren Tomaten und dem nussigen Aroma von Arganöl und gerösteten Mandeln war für unsere Zungen absolut ungewohnt - aber wirklich im positiven Sinne. Denn auch wenn ich gerne orientalisch koche und in meine Tomatensauce regelmäßig mit Ceylon-Zimt Bekanntschaft schließt - Sternanis war hier bisher noch nie Bestandteil des Essens. In Maßen eingesetzt, sozusagen als I-Tüpfelchen, find ich das toll.

Zitronenbutterhühnchen mit gebackenen Kartoffeln und roten Zwiebeln

1 Brathähnchen, circa 1,5 Kg
1 Kg kleine(re) Kartoffeln mit zarter Schale
3 große, rote Zwiebeln
125 g weiche Butter
1 große Bio-Zitrone
2 - 3 Zehen Knoblauch
1 TL getrocknete Zitronenschale
1 TL Meersalz
1/4 TL schwarzer Pfeffer
1/4 TL langer Pfeffer

Zubereitung

  • Das Huhn waschen und mit Küchenkrepp trocken tupfen.
  • Die Kräuter fein stoßen oder schneiden, mit der Butter und dem Salz verkneten.
  • Eine Bratreine dünn mit etwas Öl auspinseln. Die Zwiebeln schälen, in dicke Scheiben schneiden und in der Mitte platzieren. Hierauf soll später das Brathähnchen ruhen.
  • Vorsichtig mit den Fingern die Haut des Brathuhns vom Fleisch lösen. Selbst mit ungeübten Händen geht das gut, sogar bis  hin zum Keulenfleisch.
  • Ungefähr die Hälfte der Butter überall unter die Haut das Hähnchens schieben. Ein Viertel auch im Innern verwenden und auch von außen die Würzbutter in Haut und Fleisch einmassieren.
  • Zitrone heiß abspülen, vierteln, ins Innere geben, verschließen (Holzstäbchenmethode, hier beim Entenbraten sieht man es genauer) und die Beine des Hähnchens mit Küchengarn ebenfalls dressieren (= zusammenbinden).
  • Das gebutterte Zitronenhuhn auf die dicken Zwiebelscheiben legen.
  • Gewaschene und geschrubbte, aber ungeschälte Kartoffeln rund herum platzieren, mit dem restlichen Viertel der Butter Flöckchen auf jede Kartoffel setzen.
  • Im vorgeheizten Ofen (Umluft) bei circa 180° für 60 Minuten  vor sich hin schmoren lassen. Kartoffeln und Brathuhn zwischendrin  mal mit dem ausgetretenen Saft/der Butter bestreichen.
  • Das Fleisch ist gar, wenn man an der dicksten Stelle einsticht und nur noch klare Flüssigkeit hervor tritt.

Salat aus Babyspinat & Tomaten mit Granatapfelsirupdressing

Zutaten für die Granatapfelsauce

250 g Orangensaft (100% Frucht)
110 g brauner Zucker
1 EL Honig
3 ganze Stück Sternanis
1 TL Granatapfelsirup

Zubereitung Granatafeldressing

  • Alle Zutaten - bis auf den Granatapfelsirup -  in einen Topf geben und aufkochen lassen.
  • Die Flüssigkeit circa zehn Minuten bei mittlerer Hitze auf die Hälfte einreduzieren lassen.
  • Sternanis herausfischen, Granatapfelsirup unterrühren, fertig.
  • In ein sterilisiertes Glas geben. Fest verschlossen (eingekocht) in der Vorratskammer lange haltbar, geöffnet im Kühlschrank. Sauce kann warm und kalt verwendet werden.

 Zutaten für den Salat

200 g Babyspinat
1 - 2 aromatische Tomaten
50 g geröstete Mandeln (oder frisch gerösteten Sesam)
1 kleine Zwiebel
neutrales Öl
Arganöl
Meersalzflocken

Zubereitung Spinatsalat

  • Spinat putzen und gründlich waschen. Die Tomaten waschen, putzen und fein würfeln.
  • Eine kleine Zwiebel fein hacken und in etwas neutralem Öl anschwitzen.
  • Den noch feuchten Spinat dazu geben, etwas Meersalz dazu geben und kurz dämpfen, bis er zusammensackt.
  • Den Spinat auf einem Teller anrichten, auf das Spinatbett die Tomatenwürfel geben.
  • Arganöl darüber träufeln, noch ein paar Meersalzflocken und geröstete Mandeln darüber streuen und abschließend zwei Esslöffel des Granatapfeldressings darüber geben. Schnell servieren.

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