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Knabberkram: Scharfe Blätterteigschneckchen mit Harissa

Ich weiß nicht, ob das auch bei euch in der Familie oder dem Freundeskreis zu trifft, aber bei mir ist es so, dass es mindestens immer einen Menschen gibt, der lieber was Herzhaftes knuspert anstatt zu nem Stück Kuchen zu greifen.

Rezept für Blätterteigschnecken mit Harissa

Unvorstellbar? Gar nicht mal so sehr. Selbst ich Schokoholic greife beim Kaffeetrinken gerne nach was Salzigem, um nicht der Versüßung anheim zu fallen. (Bin ja auch schon süß genug, wa?) Und wenn die Familie zum Kaffee zusammenkommt, weiß ich, dass ich meinem Schwiegervater mit unsüßem Knabberzeug eher einen Gefallen tue, als mit nem Lemon Meringue Pie. 😉 Also halte ich immer was kleines Selbstgemachtes für ihn bereit.

Fingerfood: Rezept für Blätterteigschnecken mit HarissaFingerfood: Rezept für Blätterteigschnecken mit Harissa

Fingerfood: Blätterteiggebäck zum Wegknabbern

Wie zum Beispiel diese leckeren Blätterteigschnecken mit Käse, Schinken, Tomatenmark, Thymian und Harissa. Da ich hier auf gekauften Blätterteig zurückgreife, sind sie wirklich schnell gebacken - nicht zu aufwändig aber dennoch selbstgemacht. Blätterteiggebäck ist jetzt zwar nicht gerade ein diätisches Lebensmittel (als ob es das hier auf dem Blog mit Absicht gäbe...), aber es steht ja auch nicht täglich auf dem Ernährungsplan. Die Harissa-Schnecken machen sich auch gut als Partygebäck, essbares Mitbringsel oder eben als netter Knabberkram für einen Abend mit Freunden und nem netten Craftbeer. Die kleinen Gebäckstücke eigenen sich bestimmt auch für Kinder / Kindergeburtstage - dann natürlich ohne Harissa.

Was ist eigentlich Harissa?

Harissa* ist eine scharfe Würzpaste, die ursprünglich aus dem Maghreb stammt (Tunesien, Marocco, Libyen, Algerien) und dort in der täglichen Küche fast überall Verwendung findet. Quasi sowas wie das arabische "Maggi" - nur dass es sich hier um eine aromatische und sehr scharfe Paste aus zerriebenen Chilischoten, Knoblauch und Koriandersaat handelt, nicht um eine braune Würzsauce. Aber vielleicht hilft ja dieser grobe Vergleich. In Deutschland sind in orientalischen Lebensmittelgeschäften meist auch Tuben mit dieser Gewürzpaste aus Tunesien erhältlich. Wer nicht an Harissa herankommt, kann im Notfall auch einfach ein wenig Chilipulver zum Würzen des Tomatenmarks nehmen. Zusätzliches Salz ist nicht notwendig, Schinken und Käse sind herzhaft genug. Wer jetzt neugierig ist, kann ja auch noch mein Rezept für Batata Harra (arabische Ofenkartoffeln) mit Harissa ausprobieren.

Fingerfood: Rezept für Blätterteigschnecken mit Harissa

Rezept für scharfe Blätterteigschnecken mit Harissa

1 Paket TK Blätterteig (6 Platten)
6 Scheiben milder Schnittkäse (zum Beispiel Gouda)
6 große Scheiben Prosciutto oder ein anderer roher, dünn aufgeschnittener Schinken
3 EL (gehäuft) Tomatenmark
1 TL (gehäuft) Harissa*
getrockneter oder frischer Thymian

Zubereitung

  • Den Blätterteig nach Packungsanweisung auftauen lassen.
  • In einem Schälchen das Tomatenmarkt gründlich mit der Harissa vermischen
  • Ist der Blätterteig aufgetaut, bestreicht man jede Teigplatte dünn mit der scharfen Tomatenpaste. Das geht mit einem einfachen Buttermesser als Hilfsmittel sehr gut.
  • Hierauf jetzt jeweils eine Schinkenscheibe legen. Die Länge und Breite des Schinkens sollte der Größe der Blätterteigplatte entsprechen. Ist dies nicht der Fall, kann man natürlich auch zwei oder mehr Scheiben nebeneinander legen.
  • Großzügig den gewaschenen, abgezupften frischen Thymian oder getrocknete Blättchen über den Schinken streuen.
  • Die Käsescheiben auflegen. Sie müssen nicht die volle Länge des Teiges bedecken, sollten aber in der Breite nicht über den Rand ragen.
  • Mit sanftem Druck den Blätterteig nun samt Füllung von der schmalen Seite her aufrollen.
  • Die Teigrollen mit einem scharfen Messer in circa 1,5 cm dicke Scheiben schneiden, mit etwas Abstand auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech setzen und auf der mittleren Schiene im vorgeheizten Backofen bei 175° (Umluft) ungefähr 20 Minuten backen, bis sie goldbraun sind.

Harissa Food Label [Werbung**]

Im Rahmen der Grünen Woche hier in Berlin war ich im Januar zu einem Event im Kochhaus (An dieser Stelle: Wirklich supernette Servicekräfte. Danke für den schönen Abend!) eingeladen. Wir kamen an diesem Abend zum Kochen zusammen, um über das "Food Quality Label Tunisia" informiert zu werden. Unter diesem Namen haben sich sieben Herstellerfirmen zusammengeschlossen, die sich selbst verpflichten nach traditionellem Rezept (5 Zutaten: Chilis, Knoblauchpaste, Koriandersaat, Kümmel & Salz) und mit besonderer Nachvollziehbarkeit und Transparenz in der Produktion zu arbeiten. Ein Zwischending aus Produktschutz (sehr zum tunesischen Leidwesen produzieren nämlich inzwischen auch europäische Firmen harissaartige Würzsaucen mit einer ellenlangen Zutatenliste), dem Drängen auf den europäischen Markt (wodurch die Qualität einheitlicher und der Hygienestandard gehobener sein muss) und Sicherung und Stabilisierung von an Arbeitsstellen. Die beteiligten Hersteller waren auch mit Mitarbeiter/innen vor Ort und man kam rund ums Kochen und Essen etwas ins Gespräch. Unter Anleitung des Kochs (dessen Name ich leider verdrängt habe - leider gab es nur Platzkärtchen und keine Namensschildchen zum Anpinnen..) zauberten wir ein wunderbares Mehrgangmenü. Besonders überrascht hat mich hierbei das Dessert. Das etwas zu saure Himbeerzeug habe ich nicht weiter beachtet, aber das Schokoladenmousse mit Harissa war tatsächlich göttlich. Und dabei hasse, hasse, hasse ich sonst Schokolade in Verbindung mit Chili. Viele Hersteller gehen da geschmacklich schlicht brachial vor - aber hier kam es als runde Note, mehr als sanfte Ahnung, zum Schluss zur Geltung, nachdem die Schokolade auf der Zunge zergangen war. Ich bin ja immer bereit, mich kulinarischen Belehrungen zu beugen und kleine Offenbarungen hinzunehmen, hier ist es mal wieder geschehen.

Kochen mit Harissa

Und für die Neugierigen folgen hier noch ein ein paar Fotos von mir beim Kochen. Hauptsächlich Bilder, auf denen ich äußerst finster und wenig dekorativ auf Lebensmittel starre. Nein, die armen Dinger haben mir nichts getan - auch wenn das Schälen der gerösteten Paprika einem mittelschweren Massaker glich. So gucke ich einfach, wenn ich mich konzentriere. 😉 Und wer genau hin schaut, findet auch Franziska von Dynamite Cakes, die mit mir zusammen beim Event war. Sie war auch so nett, das Foto von mir, der aufgespießten Garnele in Zwiebelkeimlingstroh und meiner Augenbraue zu machen und mir zur Verfügung zu stellen, welches sich in der oberen Bildcollage zusammen mit meinen Instagram-Schnappschüssen des Abends tummelt.

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** Werbung. Ich kennzeichne diesen Part meines Artikel, weil wir dort zum Essen geladen waren. Geld ist keines geflossen, meine Meinung bleibt davon auch unberührt.

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Rezept für mildes Madras-Curry

Für die, denen das bisher nicht klar war: Curry ist kein Gewürz, das irgendwo am Baum wächst und dann fein gemahlen wird. Currypulver ist eine Gewürzmischung - und wie das bei Gewürzmischungen so ist, jeder hat seine liebste Version und es gibt tausend verschiedene Varianten, die unter dem gleichen Namen firmieren.

Selbstgemischtes Madras Curry

Deswegen ist Currypulver eben nicht gleich Currypulver. Ich war schon mal den Tränen nahe, weil ich nach Geschäftsschluss und mit einem falschen Curry vor dem Kochtopf gestrandet war. (Ja, im Ernst.) Mein Lieblingsstandardcurrypulver ist mildes Madras-Curry. Wie die Bezeichnung schon verrät, handelt es sich um eine milde, salzfreie und aromatische Mischung, die sich toll mit anderen Gewürzen versteht, wunderbar zu Kokosnussmilch, Nudelpfannen, Suppen und fruchtigen Zutaten im Essen passt und eben keine nervige Diva auf dem Teller ist.

Gewürze für CurrymischungGemahlene Gewürze für Curry
Abgabe: 31.07.Bisher habe ich immer auf gekaufte Currys zurückgegriffen. Da ich aber viele Gewürzmischungen selbst mische, stand es eigentlich schon länger auf meiner To-do-Liste. Das Curry-Event auf Foodfreak hat mir dazu endlich mal den notwendigen Tritt in den Hintern verpasst, das auch endlich mal anzugehen. 😉

Das Rezept für das Madras-Curry habe ich aus dem wunderbaren Rezeptbuch "Just add Spice"*. Ich habe es fast komplett übernommen, lediglich die Menge an Kreuzkümmel habe ich halbiert, da ich Currys mit zu dominantem Geschmack nach Cumin nicht so sehr schätze. Die Gewürze werden hier vor dem Mahlen nicht geröstet, sondern frisch beim Kochen in der Pfanne angebraten. Das Rezept hat mich nicht enttäuscht und ergibt eine runde Mischung, die sich nicht in den Vordergrund spielt. Eventuell erhöhe ich beim nächsten Mal noch ein wenig den Zimtanteil.
Da ich vom Mörsern irgendwann nen lahmen Arm kriege, empfiehlt sich bei größeren Mengen eine Kaffeemühle. Nachdem ich die von meiner Omi geerbte ja leider mittels Maiskörnern ins Nirvana verfrachtet hatte, habe ich mir nach monatelangem Rumgrübeln diese Elektrische Kaffeemühle* von Cloer zugelegt und bin nach gründlichem Austesten von ihr mehr als nur angetan. Besonders toll ist, dass frau den Behälter entnehmen und einfach abwaschen kann. Kein nerviges Fingerverbiegen beim sorgfältigen Auswischen des Mahlbereiches mehr. Hach.

Rezept für Madras Currypulver
(alle Zutaten sind gemahlen abgemessen)

2 TL Koriander
1 TL Cumin (Kreuzkümmel)
1 1/2 TL Kurkuma
1/2 TL getrockneter Ingwer
1/2 TL Bockshornklee
1/2 TL Ceylon Zimt
1/4 TL Kardamomsamen
1/4 TL Nelken
1/4 TL Chili
1/4 TL schwarzer Pfeffer

Zubereitung

  • Die Gewürze fein mahlen oder in einem Mörser sorgfältig zerstoßen.
  • Mit einem Löffelmaß* gestrichen abmessen, alles gut miteinander vermischen, in ein gut verschlossenes Glas abfüllen. Fertig.

Gewürzmischung Madras CurryZum Abschluss gibt es noch ein Bild der Gemüsepfanne mit Kokosnussmilch, Kohl und Udonnudeln, die ich gerne mit Curry koche. Seltsamerweise was sie am Ende grünlich verfärbt und nicht gelb - entweder war's das Curry oder die Kohlsorte. Köstlich war es trotzdem.

Gemüsepfanne mit Curry*Affiliate-Link zu Amazon

Mal wieder was aus der arabischen Ecke: Hummous

Ja. Ja, ich weiß. Ich hatte schon beim Baba Ganoush (Auberginencreme) versprochen mehr orientalische Rezepte zu posten. Aber irgendwie will mir der niedergeschriebene Fokus nicht so ganz gelingen. Irgendwie schleichen sich immer wieder neue Sachen, Rezepte und Ereignisse ein, die sich dann einfach vordrängeln. Heute widme ich mich aber einer uralten Kulturpflanze: der Kichererbse.

Hummous ganz einfach selber machen..

Hummous (oder auch Hummus, Humus, Hoummus oder was da sonst noch an lautmalerischen Schreibweisen existiert..) ist eine Paste aus gekochten und pürierten Kichererbsen, die in den unterschiedlichsten Varianten im orientalischen Raum existiert und kalt zur Brot gegessen wird und zu den Mezze (Vorspeisen) gehört. Geschickt tunkt man beim Essen abgerissene Stücke des dünnen Fladenbrots (in Deutschland kann man das unter der Bezeichnung "arabisches Fladenbrot" bekommen) in die köstliche Kichererbsencreme, dreht dabei ein wenig die Hand und löffelt sich so die Masse auf das Brotstückchen,  bevor man es genießerisch im Mund versenken kann. Wer nicht so viele Kohlenhydrate zu sich nehmen will: Hummous ist auch ein schöner Dip für Gemüsesticks.

Und wie immer gehöre ich nach meinem jugendlichen Kichererbsentrauma - irgendwo hier im Blog habe ich die Geschichte bestimmt schon mal im  Zusammenhang mit Kichererbsen von mir gegeben - zur faulen Sorte und verwende vorgekochte Kichererbsen aus der Dose, anstatt die nen Tag lang vorher einzuweichen und dann stundenlang zu kochen. Guckt nicht so finster - das Blitz-Hummous bringt damit auch sofort ein kulinarisches Erfolgserlebnis. 😉

Rezept für Hummous (Kichererbsenpaste)

1 große Dose Kichererbsen (ca. 500g Abtropfgewicht)
1 kleine Zwiebel
Saft einer Zitrone
3 EL Tahin* (Sesampaste)
2 dicke Zehen Knoblauch
1 TL Meersalz
(Optional: 1 Stückchen eingelegte Salzzitrone - sorgt für eine sanft-bittere Note)
(Optional: 2-3 EL Joghurt)

Zum Anrichten

Edelsüßes Paprikapulver oder Sumak*
Olivenöl
Oliven
großblättrige Petersilie
Dünnes Fladenbrot als Beilage

Zubereitung

  • Kichererbsen abgießen und zusammen mit der geschälten und grob gestückelten Zwiebel, dem Knoblauch, Zitronensaft, Tahin (vor der Benutzung aufrühren) und Meersalz - entweder in einer Küchenmaschine oder mit dem Pürierstab - sorgfältig pürieren bis eine Creme entsteht.
  • Kurz ziehen lassen und abschmecken. Die Kichererbsenpaste auf einen flachen Teller streichen, mit edelsüßem Paprikapulver oder Sumak bestreuen und Olivenöl darüber träufeln.
  • Wer besonders dekorativ veranlagt ist, kann sich vor dem Servieren noch mit eingelegten Oliven und gehackter, grober Petersilie austoben.

Hummous-Fazit

Meine Version ist ziemlich "plain", also recht zurückhaltend und pur in den Zutaten. Mir reicht das und ich mag das so. Das Püree aus Kichererbsen kann aber natürlich noch anderweitig aufgepeppt werden. Die Hülsenfrüchte nehmen andere Würzungen dankbar an und wie man schon bei dem Rezept für die Falafeln sieht, mögen sie Kreuzkümmel (Cumin). Für Experimentierfreudige also der Tipp etwas frisch gemahlenen (Das ist wirklich wichtig, ansonsten riecht der so muffig. Frisch gemahlener Kreuzkümmel hat einen ganz anderen, viel frischeren Duft!)  Kreuzkümmel unterzumixen, ein paar frische Zitronenzesten dazu zu geben, mal eine winzigkleine Chilischote mit hinein zuwerfen oder ganz simpel etwas Pfeffer zu nutzen. Auch Joghurt macht sich gut am Hummous. Ich habe auch schon von Rezepten gelesen, in denen kein Tahin vorkommt, aber dafür Olivenöl oder geröstetes Sesamöl aus dem Asialaden zum Einsatz kommt.

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Falafeln: Frittierte arabische Leckerchen & veganes Fingerfood

Egal ob man sie nun Falaffel, Falafil oder Falafel nennt - wer Vegetarier/Veganer ist, seinen Fleischkonsum einfach etwas einschränken will oder die frittierten arabischen Kichererbsenbällchen ganz simpel nur liebt, kann hier ruhig zugreifen. Man braucht nun wirklich echt keine fertige Trockenmischung aus dem Supermarkt verwenden oder das begehrte orientalische Fast Food am Imbiss erwerben, sondern kann die frittierten Köstlichkeiten sehr gut selbst in der eigenen Küche herstellen - selbstgemacht schmecken sie auch viel besser als an der Dönerbude. Die kleinen veganen arabische Bouletten lassen sich auch gut als Fingerfood bei Partys verwenden, wohlverpackt  zu einem schönen Picknick  mitnehmen oder sind in größerem Format und in der Pfanne ausgebraten auch gut als Patty für Kichererbsenburger.
Entschuldigt bitte die schlechte Bildqualität, die Fotos habe ich noch mit meiner uralten kleinen Knipse gemacht.

Die Vielfalt der Hülsenfrucht Kichererbse

Die Kichererbse wird schon seit Jahrtausenden vom Menschen als Nutzpflanze angebaut und ist ein vielfältiges Gemüse, das sich oft in Rezepten der orientalischen, indischen, mexikanischen oder mediterranen Küche wiederfindet. Mit ihr lassen sich auch sehr leckere arabische Eintöpfe, arabische Salate, Hummous (im Blog findet sich dank meiner ewig langen Schedule bisher leider nur das Rezept für Baba Ganoush (Auberginencreme)) oder Schmorgerichte mit Lamm, Couscous oder ähnlichem kochen.

Rezept für selbstgemachte Falafeln

circa 500 g Kichererbsen aus der Dose (Abtropfgewicht) oder getrocknete, am Vortag eingeweichte und dann gekochte Kichererbsen
100 g (Instant-)Bulgur
100 g Mehl
150 g Sesamsaat
1 Bund glattblättrige  arabische Petersilie
2 mittelgroße Zwiebeln
3 Knoblauchzehen
1 1/2 TL Salz
je 1/2 TL frisch gemahlenen roten und schwarzen Pfeffer
1 1/2 TL gemahlene Koriandersaat
1 TL gemahlenen Kreuzkümmel (Kumin)
1/2 TL edelsüße Paprika
neutrales Öl zum Frittieren (Sonnenblumenöl)

Zubereitung der Falafeln

  • Bulgur gemäß Packungsanweisung zubreiten und quellen lassen.
  • Die Zwiebeln und den Knoblauch schälen, grob zerkleinern und in einer Küchenmaschine (falls man sowas nicht hat, kann man auch alles mehrfach durch eine feine Scheibe des Fleischwolfs jagen) fein zerhacken.
  • Die Petersilie waschen, von den groben Stängeln befreien und zu der Zwiebel-Knoblauch-Masse geben. Ebenfalls fein zerkleinern lassen.
  • Die Gewürze und den fertig gequollenen Bulgur hinzugeben und alles gut miteinander vermischen.
  • Nun die abgetropften Kichererbsen in die Küchenmaschine hinzugeben und das ganze zu einer Art grobem Mus verarbeiten.
  • Die Falafel-Masse in eine Schüssel geben und dort mit einem Löffel das Mehl unterarbeiten. Darauf achten, dass alles homogen vermengt ist. Sieht man hier schon, dass der Kichererbsenteig zu weich ist, kann man direkt mit etwas Mehl nachjustieren.
  • In einer hohen Pfanne oder einem Topf das Öl erhitzen und die Sesamsaat in einem tiefen Teller bereit stellen.
  • Mit den Händen oder, falls der Kichererbsenbrei zu feucht ist, zwischen zwei Löffeln die Falafeln formen, im Sesam wälzen und im heißen Öl (Probestückchen hineingeben, wenn Bläschen  daran erscheinen ist es richtig) von jeder Seite goldbraun frittieren, danach mit einem Schaumlöffel herausholen, auf Küchenkrepp abtropfen lassen und servieren.

Falafel-Fazit

Entweder knabbert man die Kichererbsenbällchen wie kleine Frikadellen und als Fingerfood in der Hand, auch kalt schmecken sie beispielsweise sehr gut. Oder man wickelt sie - zusammen mit viel knackigem Salat und einer frischen Joghurtsauce - in dünnes arabisches Fladenbrot. Quasi als Falafel-Wrap.

In ganz seltenen Fällen kann es übrigens passieren, dass die Falafeln sich während des Frittierens von außen nach innen auflösen, bis am Schluss kaum noch etwas außer ein paar fetttriefenden Krümeln vorhanden ist. Ich bin keine Chemikerin und kenne den Grund nicht, aberin Gesprächen mit anderen Falafelköchen hat sich abgezeichnet, dass es hierbei wohl starke Markenunterschiede gibt - also bitte nicht vom Erlebnis des Auseinanderfrittierens entmutigen lassen. Bei diesem Problem kann es außerdem sehr gut helfen, einfach noch ein paar Esslöffel Mehl in die Kichererbsenmasse einzuarbeiten. Die Klebstoffe des Getreides tun dann ihr Werk und alles bleibt zusammen. Das hat zumindest bei mir bisher immer geholfen, wenn so ein Fall mal eintrat.

Als Denkanstoß: Man kann das Bulgur übrigens auch komplett weglassen und nur Mehl dazu geben oder auch probehalber zu Kichererbsenmehl greifen.

Blog-Event LVII. Essen für Unterwegs: Es gibt Falafeln, Baby!

Nein, diesmal bin ich nicht so spät dran, weil ich getrödelt habe, sondern weil ich bei diesem leckeren Blogevent ursprünglich eigentlich gar nicht mitmachen wollte.Blog-Event LVII - Essen für unterwegs (Einsendeschluss 15. Juni 2010)Da war ich aber eben dabei mit dem Liebsten in der Küche das Abendessen zuzubereiten und dachte mir:  "Mnhjam.. Falafeln! Hoffentlich bleiben welche übrig, dann kann ich die morgen Mittag kalt schnabulieren, das schmeckt mir ja eigentlich fast noch besser." Klingt doch eigentlich nach dem perfekten Bestandteil für ein Kochtopf-Picknick. Oder etwa nicht?

Und sehen sie nicht einfach zum Anbeißen aus? Frisch frittiert vorhin auf unserem Teller, jetzt schon in meinem Magen. 😉

Tja. Und deswegen husche ich noch mal schnell rein und kleb mich an das Blogevent "Essen für unterwegs" dran. Die selbstgemachten Falafeln sind nämlich a) kalt sehr lecker zu essen b) begeisterten schon öfters das Herz meiner vegetarischen und fleischfressenden Freunde und c) können auch unterwegs wie kleine Kichererbsen-Bouletten geknabbert werden. (d) Wer Diabetiker bekocht, wird Kichererbsen wegen dem geringen Kohlenhydratgehalt sowieso lieben. )

Bei Suite101 habe ich mein Rezept für Falafeln als Artikel eingestellt. (Inzwischen ist das Falafel-Rezept in mein Blog gezogen.) Ich hoffe das verstößt nicht gegen die Blogevent-Gesetze. Verblogt habe ich dieses Kichererbsen-Rezept damit bisher ja eigentlich noch nicht.

Und da wir eben zu hungrig waren um noch schöne Bilder zu machen, an dieser Stelle mal noch ein hübscheres Falafel-Bild. Allerdings von einer Fuhre früherer frisch frittierter Kichererbsenbällchen in arabischem Fladenbrot mit Joghurtsauce und Salat. (Sehen aber wirklich genauso aus. Ehrlich. ;-))

Kichererbsen-Falafel-Tipp

Diesmal gab es eine klitzekleine Abwandlung im Rezept - da kein Instant-Bulgur im Haus war, habe ich den Teig nur mit Mehl versehen.
Ich verwende meist Kichererbsen aus der Dose (Nach einem spätpubertären Falafel-Horror, bei dem ich Nachts dauernd die vor sich hin quellenden Kichererbsen umtopfen musste und die Dinger nach zusätzlichem stundenlangem Kochen immer noch nicht weich genug waren, ich aber am Ende auf einem unglaublichen Falafel-Berg saß und meine Gäste zwingen musste die Teile tütenweise mit Heim zu nehmen, gehe ich da auf Nummer sicher...). Ich habe bei den Dosen-Kichererbsen einen ziemlichen Qualitätsunterschied festgestellt. Dieser äußert sich nicht wirklich geschmacklich, sondern darin, dass der Kichererbsenteig bei der einen Masse beim Frittieren total auseinanderbröselt und bei der anderen Sorte Kichererbsen perfekt zusammenhält. Wenn dieser Kichererbsen-Supergau wirklich eintritt und die Falafeln beim Frittieren zerfallen,  kann man hier mit der  zusätzlichen Gabe von mehr Weizenmehl Abhilfe schaffen oder im äußersten Notfall auch noch ein Ei zur Bindung einarbeiten.