Schlagwort-Archive: lesen

Lesehungrig? – Immer doch!

Ihr Lieben,
zückt die Gabeln, wetzt die Messer und staubt die Lieblingsbücher im Regal ab, denn es wird wieder fantastisch: Der bibliophile Dauerevent Lesehungrig! startet wieder! <3

Bücherliebendes Blogevent Lesehungrig!

Nach einem Jahr Babypause, vielen Nachfragen und einer Zusammenfassung, die ich euch natürlich noch schulde, darf Lesehungrig! No. 10 in diesem Quartal endlich wieder stattfinden. Ich freue mich auf viele kreative, köstliche und fantastische Ideen und Umsetzungen von Literatur von euch - und natürlich auf das Kennenlernen von vielen neuen und spannenden Büchern.


Lest und dann kocht darüber!

Wie oft ist es euch geschehen, dass ihr eine Szene in einem geliebten Buch gelesen habt und direkt dort wart? Greift ein Rezept aus einem literarischen Werk auf, gießt ein Gedicht in die Form eines Menüs, esst und trinkt, was eure Heldin genießt, wandelt eine ganze Szene in einen Happen - und dann schreibt darüber und teilt dies mit uns. Seid lesehungrig!

Hier findet ihr genauere Infos zum geistig-köstlichen Dauerevent der bibliophilen Natur gibt es hier. Und wer Bedenken wegen Zitaten hat, dem sei dieser Artikel der Rechtsanwaltskanzlei Schwenke ganz innig ans Herz gelegt.
Wie im verlinkten Orga-Artikel erklärt, könnt ihr mir eure Teilnahmebeiträge ganz einfach per Mail schicken. Wer sich lieber in sozialen Netzwerken organisiert, für den/die habe ich einen Event auf Facebook erstellt.

Kochbuchrezension: Ein Fest im Grünen für Kinder & Rezept für Wassermelonenpizza

Ja nee, is klar. Der Sommer hat sich gerade abgemeldet, der Herbst rüttelt schon an den Fensterläden - da kommt ich hier mit nem Sommersalat mit Wassermelone um die Ecke. Nehmt es einfach zur future reference. 🙂

Rezept für Wassermelonensalat

Und letzte Woche lagen die auch wirklich noch in den Geschäften, ich schwör's! Aber kommen wir zur Rezension des dazugehörigen Kochbuchs, anschließend verrate ich euch das Rezept für den tollen Salat mit Wassermelone, der garantiert nicht nur Kindern schmeckt, sondern auch für Erwachsene eine köstliche Vorspeise (oder ein Hauptgericht... je nachdem wie viele Scheibchen Salat man vertilgt... ) ist.

Rezension zum Kinderkochbuch "Ein Fest im Grünen" von Erin Gleeson

Rezension: "Ein Fest im Grünen für Kinder"* - Ein vegetarisches Kinderkochbuch

"Leckeres Essen muss nicht kompliziert sein." und "Ein Regenbogen auf dem Teller macht einfach einen Riesenspaß" – mit diesen beiden Zitaten aus dem Vorwort der USamerikanischen Foodbloggerin Erin Gleeson fasst man im Grunde schon das Wesen dieses Kochbuches zusammen. Und ja, damit hat sie mich auch ein wenig an der Angel. Denn wer hier mitliest weiß, dass ich oft von den unaufwändigen, klaren Kompositionen überzeugt bin. Sicher schätze ich Speisen, die aus zigtausend Zutaten entstanden sind und über drei tage zubereitet wurden - nur halt nicht von mir. Ich liebe es simpel und gut und da sind Erin und ich wohl auf einer Linie. ein wenig (sehr) lebt sie ja einen beneidenswerten Hipster-Ausstiegstraum: Als ihr Verlobter eine Stelle als Rabbi in dieser Gegend annahm, ließ sie ihre Karriere als New Yorker-Foodfotografin mit halbem Burnout fahren, zog mit ihm in ein Waldhäuschen, bekam dort wunderhübsche Kinder, (wieder)entdeckte dort ihren Aquarellkasten, Gemüse, das besondere Licht und das Bloggen.
Es ist übrigens schon das zweite Buch, das von ihr erschienen ist. "Ein Fest im Grünen"* (Forest Feasts) ist das erste, das dritte ist gerade erst auf Englisch erschienen: "Forest Feasts Gatherings"* mit Herbstrezepten.
Bevor es hier zu den Rezepten geht, die in die Kapitel "Snacks", "Getränke", "Salate", "Hauptgerichte", "Süße Zeiten" und "Partys feiern" unterteilt sind, gibt es erstmal eine kleine Einführung für Kochneulinge. Hier ruft Gleeson zu Kreativität und Improvisation auf und macht Mut und Lust aufs Kochen, auch wenn es vielleicht nicht beim ersten Mal gelingt. Sehr schön auch, dass Maßeinheiten, Küchenbegriffe, Schnitttechniken und Küchenwerkzeuge anschaulich bildlich erläutert werden.

Optisch bleibt ist das gebundene Buch sehr hübsch aufgemacht – die quietschebunten Aquarellzeichnungen von Erin Gleeson, fotografierte Zutaten und großformatige Fotos der leckeren Gerichte machen nicht nur kleinen Menschen Hunger auf die vorgestellten Köstlichkeiten. Ob nun leuchtende Aprikosenhappen, simple Radieschen mit Butter und Salz, Mangold-Quiche, Süßkartoffelpizza, Birnenkuchen, Couscoussalat mit Nüssen, Tortilla-Wraps mit Erdbeeren oder selbstgemachte Eissandwiches mit Früchten und Keksen – alles sieht zum Anbeißen gut aus.

Rezension zum Kinderkochbuch "Ein Fest im Grünen" von Erin Gleeson & Rezept für Wassermelonensalat

Kindgerechte Rezepte zum Nachkochen

Die Rezepte sind für Kinder verständlich erklärt und gut zum Nachkochen geeignet. Von sehr simpel (Traubenbrause) bis etwas aufwändiger (Regenbogen-Mangold-Quiche) findet sich hier eine schöne Bandbreite, die Erfolgserlebnisse verspricht, allerdings nicht nach Schwierigkeit gekennzeichnet ist. Inhaltlich sind sind die Gerichte in ihrer Zusammenstellung für manche vielleicht zunächst oft außergewöhnlich, aber nicht zu exotisch oder abgehoben. Zwar kommen – ganz hipsteresk – Edamame, Quinoa und stellenweise etwas gehäuft Grünkohl (eben die "Kale"-Verrücktheit der Amis) vor, aber davon ab sind fast alle Zutaten – vom Ziegenfrischkäse bin hin zu Süßkartoffeln, Granatäpfeln oder getrockneten Cranberrys – heutzutage auch in einem gut sortierten Supermarkt oder sogar Discounter zu bekommen. Beim Lesen auffällig sind nur manchmal etwas hohe Zutatenmengen wie 1/2 TL Zitronenabrieb für ein Scheibchen Brot oder 5 Knoblauchzehen auf 225 Nudeln, die man dann hinterfragen und eventuell senken sollte. (Andererseits: Ich habe beim Melonen-Salat auch erst an dem 1/8 TL Salz pro Melonenscheibe gezweifelt und es passte da für uns genau.)
Umgewöhnen muss man sich auch etwas bei der Zubereitung, denn die Zutaten sind im Zubereitungstext eingebettet und nicht nochmals extra gelistet – da muss schon genau hingeschaut und das Rezept im Vorfeld präzise gelesen werden.
Erwähnenswert ist ebenfalls, dass Erin Gleeson im Buch auf gekauftes Brot, Tortillas, Kekse und Teige zurückgreift, sie weist aber jedes Mal darauf hin, dass man zum Beispiel den Pizza- oder Mürbeteig auch selbst herstellen kann (liefert dazu aber keine Rezepte) – aus meiner Sicht ist das durchaus verständlich bei einem auf Kinder zugeschnittenem Rezeptbuch, das Lust an der Zubereitung und dem Verzehr leckerer Dinge machen und die Kids nicht von vorn herein zu Tode langweilen will. Quasi erfolgreiche Nahrungszubereitung als Einstiegsdroge. 😉 Eltern haben hier also die Wahl, was sie sich und ihren Kindern zutrauen und wie weit sie das später oder direkt vertiefen wollen. Insgesamt sind das aber Kleinigkeiten, die nicht all zu stark am Charme von "Ein Fest im Grünen" kratzen können.

Mein Fazit: Ein zauberhaftes und nicht nur liebevoll sondern auch sinnig gemachtes Kochbuch für Kinder, die Freude an der Essenszubereitung haben und neugierig auf mehr sind. Sie können hier lustvoll hindurchblättern, sich selbst leckere Rezepte aussuchen und sich daran ausprobieren. Wenn ich mich daran erinnere, wie ich als Kind durch Kochbücher geblättert habe und viel nicht realisierbar war, gibt es von mir hierfür eine klare Kaufempfehlung. Und wahrscheinlich werden die anderen beiden Bücher auch noch auf meine Wunschliste wandern. Aber jetzt: Ab zum Rezept!

Erin Gleeson
Ein Fest im Grünen für Kinder*
Knesebeck, 2016
ISBN: 978-3868739473
112 Seiten, 16,95 Euro

Rezept für sommerlichen Salat mit Wassermelone

Rezept für Wassermelonenpizza

Das Rezept ist so ein wenig Pi-mal-Daumen, je nachdem wie viele Scheiben Wassermelone ihr zubereiten wollt. Die Zutaten sind hier also pro Scheibe aufgelistet, multipliziert sie einfach wenn ihr mehr macht.

Wassermelone (ohne Kerne)
3-5 Scheiben Mozzarella (das ist ca eine 1/2 bis 3/4 Kugel)
1 TL gehackte frische Minze
1 TL gehackte frische Basilikumblätter
1 TL gehobelte Mandeln
1,5 TL grob gehackte Walnüsse
2-3 TL Olivenöl
1/8 TL Zitronensalz

Zubereitung

  • Wassermelone in 2-3 cm dicke Scheiben schneiden. Mit einem Messer vorsichtig vom Rand herausschneiden, so dass die Scheiben intakt bleibt, und auf einen Teller legen.
  • Die Mozzarellascheiben fächerförmig in der Mitte anordnen.
  • Mandeln und Walnüsse kunstvoll über der Scheibe Wassermelone verteilen und in die Mitte die gehackte Minze und den Basilikum setzen.
  • Das Olivenöl darüber träufeln und das Zitronensalz darüber krümeln.
  • Schnell servieren und genießerisch vertilgen. Superfrisch und leicht, durch den Käse aber tatsächlich sättigend.

 

*Afiliate-Link zu Amazon. Ich erhalte eine kleine Provision wenn ihr darüber einkauft.

Lesehungrig No. 7 – die Zusammenfassung

Tja, erst wurde ich vom Stress geschüttelt, dann von garstigen Virenstämmen und danach habe ich erstmal etwas Erholung benötigt. Jetzt jedenfalls gibt es endlich die Zusammenfassung vom ersten Quartal 2015 - denn ihr wart schon unfassbare sieben Mal extrem lesehungrig und habt geniale Gerichte, Getränke und vor allem ganz viel Literatur(liebe) abgeliefert.

Zusammenfassung No. 7 vombibliophil-kulinarischen Dauerevent

Freut euch also wieder auf eine spannende Zusammenstellung aus (kulinarischen) Krimis, Science Fiction (naja.. sort of..), melancholischem Roman und traditionellem Märchen. Viel Spaß beim Stöbern!

Tagliatelle Ulrike wildert mal wieder sehr geschmackvoll in den kulinarischen Krimis von Tom Hillenbrand. Trotz des vielsagenden Namens „Tödliche Oliven“* gibt es nicht nur diese Steinfrüchte, sondern ein Rezept für Tagliatelle al ragú.
 kaya - Kokoscreme mit Pandanussblättern Sabine, die eigentlich sonst in ihrem Blog „Schmeckt nach mehr“ unterwegs ist, hat mit ihrem Rezept für Kaya (malaysische Kokoscreme mit Pandanussblättern) den kleinen Horrorgarten besucht und stellt den Roman "Der Garten der Abendnebel"* von Tan Twang Eng vor. Eine melancholische, tiefgründige Geschichte über lang zurückliegende Erinnerungen und die Meister-Schülerinnen-Beziehung zwischen dem ehemaligen Gärtner des japanischen Kaisers und der Malaysierin Yun Ling, die dann Richterin wurde.
 Shortbread Der dritte Beitrag ist ebenfalls von Ulrike. Diesmal erfreut sie mit einem Rezept für schottisches Shortbread und reist mit dem kulinarischen Krimi „Der letzte Whisky“* von Carsten Sebastian Henn in die Heimat dieser knursprig-buttrig-mürben Köstlichkeit. Es geht um – na klar – ziemlich viel Whisky und um eine scheinbar uralte Moorleiche, die sich auf einer Hebrideninsel anfindet und dank Handybestiz als doch eher Mord neueren Datums entpuppt.
 Mousse au Chocolat Fast könnte man denken „Och nö... nicht noch ein Ermittler in Venedig!“, aber dann klingt die Reihe um den adeligen Commissario Tron*, der der Spross einer verarmten venezianischen Dogenfamilie ist, und ein akutes Faible für Süßspeisen besitzt, doch sehr sympathisch. Die liebe Friederike nutzt jedenfalls die Gelegenheit, um wundervolle Mousse-au-Chocolat-Törtchen zu zaubern.
 Scones Auch ich war in diesem Quartal mit von der Partie. Beim Backen von wirklich göttlichen Scones für den Afternoon Tea wurde ich an Douglas Adams „Der lange dunkle Fünfuhrtee der Seele“* und die genial-absurd-fesselnde Story um den holistischen Detektiv Dirk Gently in Kombination mit altnordischen Gottheiten und seinen Kühlschrank erinnert.
 linsen Rrrruggedigu! Clia hat kein Blut im Schuh, sondern gibt die guten Tellerlinsen ins Töpfchen und kocht daraus eine kräftige Linsensuppe für die kühle Jahreszeit. Ganz klar welches Märchen sie dabei im Sinn hatte: Natürlich, Aschenbrödel. Und zwar in der Version aus den Kinder- und Hausmärchen* der Gebrüder Grimm!
 Chicken Tandoori mit isländischen Kräutern Daniela nimmt uns mit dem Krimi "Frevelopfer"* von Arnaldur Indriðason mit nach Island zu einem Fall der Komissarin Elínborg. Dort wird in Reykjavik ein Mann mit durchschnittener Kehle gefunden, und ein nach Tandoori-Gewürzen duftender Schal... Elínborg kocht selbst gerne indisch – allerdings kombiniert mit isländischen Kräutern. Und so gibt es bei Daniela Tandoori-Hühnchen mit arktischem Thymian und isländischem Rauchsalz. Klingt total spannend! 
Blamensir Bei der Gourmandiese speisen wir in diesem Quartal Blamensir bzw. Blancmanger. Eine auf den ersten Blick ungewöhnliches Gericht aus zerstampfter Hühnerbrust, Mandeln und Zucker, das sich im Mittelalter und auch noch in der frühen Neuzeit hoher Beliebtheut erfreute und schon lange auf meiner Liste noch auszuprobierender Speisen steht. Sie stellt damit jedenfalls den historisch-kulinrarisch-kriminalisierenden Roman Süßes Gift und bittere Orangen* von Eva Rudschies vor, der um 1541 in Landshut spielt und allerlei höfisches Ränkespiel in sich hat.
*Affiliate-Link zu Amazon