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Ma’amoul – (Weihnachts)Kekse mal anders

Vielleicht sind sie euch schon mal begegnet: Ma'amoul. Denn sie sind quasi "die" Festtagskekse im gesamten arabischen Raum. Zwar werden sie ganzjährig gegessen, haben aber Hochsaison beim Fastenbrechen und beim Opferfest.

Ma'amoul - gefüllte arabische Kekse

Arabische Kekse

Und wie das immer so ist bei einem Gericht oder Gebäck, das so weit verbreitet ist, es gibt zig verschiedene Varianten mit verschiedensten Teigzusammensetzungen aus Grieß oder aus feingemahlenem Mehl. Aus dem Irak kenne ich auch eine Version mit Hefeteig (Kleecha). Und natürlich gibt es viele verschiedene Füllungen für diese süßen kleinen Pasteten. Einer der bekanntesten Klassiker ist hierbei eine Füllung aus mit Gewürzen versehener Dattelpaste. Aber auch Walnüsse sind hier klassisch. Hergestellt werden die Ma'amoul mit Hilfe von Holzmodeln (ähnlich wie beim deutschen Spekulatius), man kann sie aber auch von Hand herstellen, indem man aus dem Teig eine Kugel macht, mit einem Finger eine Aushöhlung hineindrückt, Füllung hineingibt und den Teig wieder darum schließt, verstreicht und die Kugel/das Oval auf der Nahtstelle auf dem Blech platziert und mit den Zinken einer Gabel von oben etwas platt drückt. Das ergibt dann auch noch ein nettes Muster.
Die Ma'amoul machen optisch jedenfalls einiges her und sind auch nicht viel schwieriger herzustellen als andere etwas aufwändige Weihnachtskekse. Mit etwas Zeit und Geduld schafft man das problemlos alleine. Und die tollen gefüllten Pasteten sind auch noch wunderschön anzusehende Geschenke aus der Küche.

Ma'amoul - gefüllte arabische Kekse
Ma'amoul - gefüllte arabische Kekse

Ich erinnere mich sogar noch dunkel in Form eine Szenenfetzens an mein erstes Maamoul-Pastetchen: Meine Mutter, meine Schwester und ich waren ohne meinen Vater in Baghdad zu Besuch. Ich war knapp sieben Jahre alt und wir waren bei einer mir wildfremden Frau in einem typisch arabischen Salon zum Tee zu Besuch. Alles schweigt sich in meiner Erinnerung aufgrund der Sprachbarrieren an. Und auf dem Tisch stehen natürlich Kekse. Handgeformte runde kleine Ma'amoul. Auftritt eines sich langweilenden und zudem furchtbar niedlichen kleinen schwarzhaarigen Mädchens - es nimmt sich natürlich einen der unbekannten Kekse und... der Teig war dermaßen bröselig staubtrocken und die mir die Atemwege unerwartet zukrümelnde Füllung leider auch, so dass ich halb an dem Ding erstickt bin und verzweifelt überlegte, wie ich den restlichen Keks los werde.

Maamoul - süße arabische Pasteten Ma'amoul - gefüllte arabische Kekse

Viele Rezepte, viele Kekse, viele Füllungen

So sind meine arabischen Feiertagskekse allen Göttern sei Dank nicht ausgefallen. 😉 Ich stelle euch hier erstmal ein Rezept von mir mit Grieß im Teig vor. Das Backpulver, das sich in vielen Rezepten findet, habe ich nicht genutzt, da dann der Abdruck der Ma'amoul-Holzmodeln etwas herausgedrückt und verwischt werden kann. Wen das nicht stört und wer seine orientalischen Kekse etwas lockerer möchte, kann aber geschätzt einen halben Teelöffel ergänzen.

Ma'amoul - gefüllte arabische Kekse
Wie schon angesprochen gibt es auch butterkeksartigere Teigrezepte mit ausgemahlenem Weißmehl. In meinem geliebten Kochbuch "The New Book of Middle Eastern Food"* von Claudia Rhoden habe ich ein vielversprechendes Rezept gesichtet, dem ich demnächst mit meinen hölzernen Backformen zu Leibe rücken werde.

Dort sind auch noch verschiedene traditionelle Füllungen gelistet. Am beliebtesten ist die schon genannte süße, gewürzte Dattelpaste dafür oder eben verschiedene gemahlene und gewürzte Nüsse und Samen. Da ich Walnüsse liebe, habe ich mit denen losgelegt. Ich kann mir aber auch sehr gut eine eingedeutschte Füllung aus soften Trockenpflaumen vorstellen (sehr, sehr gut sogar... mit Zimt und Kardamom und einem leicht säuerlichem Touch - ich persönlich stehe nämlich so gar nicht auf Dattelfüllung).

Holzform für Maamoul

Rezept für Ma'amoul mit Grieß und Walnussfüllung

Teig:
300 g  Grieß (Weichweizengrieß, wie für den Grießbrei)
100 g Weizenmehl
150 g Butter (weich)
50 g Zucker
1 EL Orangenblütenwasser*
1 EL kaltes Wasser

Füllung:
100 g Walnüsse (sehr fein gehackt oder grob gemahlen in einer elektrischen Kaffeemühle*)
60 Zucker
1 TL Orangenschale (frisch gerieben)
(Optional: 1/4 TL Ceylon Zimt optional)

Puderzucker zum Bestreuen

Zubereitung

  • In einer Schüssel Mehl, Grieß und Zucker miteinander vermischen.
  • In einer Küchenmaschine oder mit der Hand die trockenen Zutaten so lange mit der weichen Butter verkneten, bis sich eine feinkrümelige Teigmasse ergibt.
  • Jetzt das Orangenwasser und das Wasser einkneten bis der Teig glatt ist und sich gut vom Schüsselrand löst.
  • Teig abgedeckt eine halbe Stunde lang ruhen lassen und dann nochmals durcharbeiten. Währenddessen die Walnüsse zerkleinern und mit dem Zucker und der Orangenschale vermischen.
  • Walnussgroße Stücke abreißen, zu Kugeln formen und nun entweder wie weiter oben beschrieben von Hand formen, mit einem kleinen Löffelchen füllen, verschließen und aufs Blech geben oder die Holzmodeln nutzen. Hierfür gibt es zwei Vorgehensweisen:
    a) die von Hand geformten und gefüllten Kugeln in die Holzform drücken und dann kräftig herausschlagen.
    b) Was ich praktischer fand: Geschmeidig gekneteten Teig mit der Hand zu einem kleinen Fladen klopfen, so in die Holzform drücken dass Platz für die Füllung bleibt. Füllung einfüllen, eine kleine Teigscheibe obendrauf legen, Ränder umklappen und Teig verstreichen. Fertigen Keks mit sanfter Gewalt herausklopfen (Lies: donnernd die Vorderseite aufs mit Backpapier belegte Blech Knallen, dabei aufpassen den herausfallenden Keks nicht zu zermatschen).
  • Bei 175° circa 15-20 Minuten backen. Das hängt wirklich stark von der Größe eurer Backform oder euren von Hand geformten Maamoul ab und ihr müsst euch da ein wenig herantasten. (Im Notfall wandern sie eben nochmal für 2 Minuten in den Backofen, das ist nicht schlimm.) Die Kekse sollten nicht zu sehr gebräunt, sondern eher hell bleiben. Es lohnt sich auch, sie zwischendurch mit einer Gabel anzuheben, ob sie untendrum zu dunkel werden.
  • Auf dem Blech abkühlen lassen, mit Puderzucker bestreuen und gut verschlossen in Keksdosen lagern.

Back- & Einkaufstipps für  Ma'amoul

Backtipp: Ja, zumindest bei denen aus Holz lösen sich die Kekse mit genug Geklopfe wirklich wunderbar aus den geschnitzten Mustern heraus. Falls das aber nicht klappt oder man Bedenken hat, gebe ich den Tipp weiter, der mir gegeben wurde: Einfach einen (sauberen & frisch gekauften!) Damenfeinstrumpf über die Form ziehen.

Und da die Frage schon mehrfach kam: Gekauft habe ich meine geschnitzten Holzformen für die Ma'amoul relativ günstig in einem kleinen arabischen Supermarkt in der Nähe des Dresdner Hauptbahnhofes. Wer arabische Lebensmittelshops im Umkreis hat, sollte dort seine Suche starten und direkt nachfragen. Alternativ habe ich ein paar vollkommen überteurte Holzformen online gefundenn, bin aber eben noch über diese bezahlbare und echt nett aussehende Version aus Plastik gestolpert: Ma'amoul-Backform*

Und wer noch immer auf der Suche nach anderen Keksen und nach Weihnachtskeksen ist, werft doch einfach mal einen Blick auf diese französischen Schokoladenkekse mit Fleur de Sel, meine Walnuss-Dinkel-Cookies, Crinkle Cookies, das Grundrezept für Mürbeteigkekse (mit einer Variation zu coolen Kirchenfensterkeksen), Engelsaugen, Vanillekipferl oder Gingerbread Cookies.

*Werbung. Afiliate-Links zu Amazon. Ich erhalte bei einem Einkauf über diesen  Link eine kleine Provision.

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Tarte au Chocolat – aus dem Vorratsschrank

Ihr Lieben, eigentlich sollte jetzt hier das nächste Apfelrezept (Apfelgelee mit Whisky.. mh...) stehen oder das nächste Rezept für selbstgemachten Süßkram zu Halloween (Schimmelecken! Freut euch drauf!). Aber.. mich hat pünktlich vorm Wochenende ein wunderschöner Infekt erlegt, was die noch unfertigen Artikel noch etwas länger unfertig herumliegen lässt.

Schokoladenkuchen mal anders: Rezept für französische Tarte au Chocolat
Kuchen mit Zutaten aus der Vorratskammer

Dafür habe ich in einem Anfall von "Schokolade!!" eine schnelle Tarte au Chocolat gebacken und kann euch damit leicht benebelt vom Sofa aus zufaseln.
Und kennt ihr das wenn man krank ist? So diese kurzen, verführerischen Hochphasen dazwischen, wo man mit fiebrig-glänzenden Äuglein denkt, es ginge einem jetzt wieder voll-doll-supi-dupi gut? Jaha...! Einer solchen trügerischen Phase und meinen Überredungskünsten gegenüber dem Herzmenschen haben wir diese Version dieses wunderbar einfachen und simplen französischen Kuchens zu verdanken.

Nachdem ich leicht bedröhnt stundenlang am Rezept herumgrübelte und feilte und alle Argumente nix brachten, setzt der Liebste hoffnungsvoll auf  "Wir haben ja eh nicht genug mehr genug Zartbitterschokolade für sowas im Haus.", um mich von meinen Plänen abzubringen. Es war Feiertag und alle Geschäfte geschlossen. "Stimmt ja gar nicht!" röchelte ich siegessicher und durchkramte die Vorratskammer und halb geheimen Schokoladenbunker.

Verdammt! Fast hatte er Recht. Aus verschiedenen Quellen kratzte ich dann aber tatsächlich noch genau die benötigten 200 g Zartbitterschoki zusammen, die ich für den Guss haben wollte und griff mir ein Päckchen H-Sahne vom Vorratsregal. Was den Kuchen als perfektes Objekt für Magentratzerls Dauerevent "Schatzsuche im Vorratsschrank" klassifiziert.
Und als besonderen Bonus habe ich sogar noch die seit Monaten hinten im Kühlschrank wohnende britische Orangenmarmelade einbauen können. Auf Brot ist sie nicht ganz mein Fall, aber hier, in Kombination mit dem süßen, buttrigen Mürbeteig und der sahnigen, dunklen Schokolade schmeckt sie als sanft fruchtig-herb-aromatische Zwischenschicht einfach genial.
Die Grundzutaten zur Tarte au Chocolat finden sich wirklich fast in jedem Vorratsschrank bzw. Kühlschrank: Mehl, Zucker, Butter, Zartbitterschokolade, Sahne und Marmelade - wobei letztere Zutat optional ist. Der Kuchen muss auch nicht ewig backen. Nur dem Boden wird diese Aufmerksamkeit zuteil, Der Guss wird erhitzt, dann auf den Kuchen gegossen und darf dann abkühlen.

Passend zum Schatzsuche im Vorratsschrank gibt es bei mir auch nur schnelle, grisselige Schnappschüsse mit dem Handy, die ich auf Instagram hochgeschossen hatte, und keine Bilder von der guten Kamera. Zu müde, zu fertig. Und wie zu sehen, war ich auch noch zu ungeduldig (und hungrig) und der Guss ist noch nicht ganz fest gewesen (aber dennoch so unglaublich lecker ;)). Aber nun ab zum Rezept.

Französischer Schokoladenkuchen: Tarte au Chocolat

Rezept für Tarte au Chocolat

(für eine klassische Tarte-Form von ca. 28 cm Durchmesser)

Teig (Grundrezept süßer Mürbteigboden)
200 g Mehl
100 g Butter (kalt, in Stückchen)
70 g Puderzucker
2,5 EL Eiswasser (35ml)

Füllung
2-3 EL Orangenmarmelade*
200 g Sahne
200 g Zartbitterschokolade
1/8 TL gemahlene Vanilleschote

Zubereitung

  • Die Zutaten des Teig zügig in einer Küchenmaschine miteinander verkneten. Der Teig ist erst krümelig, wird beim weiteren Kneten dann aber wie leicht feuchte Knetmasse, die sich gut vom Schüsselrand löst.
  • Den Teig abdecken und für 30 Minuten im Kühlschrank ruhen lassen.
  • Teig nochmals kurz in Form bringen und zwischen zwei Schichten Backpapier zu einem Kreis ausrollen, der etwas größer als die Tarteform ist.
  • Den Teig in die Form geben (wer keine beschichtete Tarteform* nutzt, sollte sie vorher ausbuttern), am Rand sanft zurecht drücken und dann im vorgeheizten Ofen bei 200° (Umluft) für 15 Minuten blind backen. (Wer das nicht kennt: Backpapier auf den Teig legen und mit Hülsenfrüchten beschweren, damit er keine Blasen bildet.)
  • Die Marmelade glatt rühren, den goldbraun gebackenen Boden aus dem Ofen nehmen und direkt damit bestreichen (ging mir einem Löffel besser als mit einem Pinsel).
  • Während der Boden etwas runterkühlt, die Sahne mit der Vanille aufkochen, Hitze reduzieren und die in Stücke gebrochene Schokolade hinzu geben und unter Rühren vorsichtig schmelzen lassen und vollständig lösen lassen.
  • Den Guss auf den vorbereiteten Boden geben. Abkühlen lassen und dann zum weiteren Festwerden für ein paar Stunden in den Kühlschrank geben.

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Einfacher Plätzchenteig [Grundrezept Mürbeteig]

Ja, ja, ja... ich weiß. Ihr habt euch seit Anfang Dezember an Plätzchen quasi schon überfressen. Trotzdem bekommt ihr jetzt noch ein Grundrezeptklassiker von mir aufs Auge gedrückt.

Selbstgebackene Weihnachtskekse - Grundrezept

Nehmt euch doch alle ein Becherchen alkoholfreien Glühpunsch, lehnt euch zurück und bewundert bitte angemessen meine tollen Entchen mit den Zuckerperlenschnäbeln. Und diese komischen bunten echsenartigen Dinger sollen Dino-Plätzchen* sein. (Jaaahaaa! Die traditionellen Weihnachtsdinos. Wer kennt die nicht?! Den noch vieel traditionelleren Fledermausausstecher hatte ich zu dem Zeitpunkt leider verlegt.)

Klassisches Grundrezept: Mürbeteig

Mürbeteig (oder auch Hackteig, da die Butter früher auch mit einem großen Messer in den Teig eingearbeitet wurde, damit sie nicht warm wird) ist einer der klassischen Grundteige. Mürbeteig funktioniert nach dem Prinzip 3:2:1 (Mehl:Butter:Zucker), ist supersimpel und rasch herstellbar, die Grundzutaten hat man eigentlich fast immer im Haus und er ist vor allem eines: sehr variabel. Egal ob als süßes Weihnachtplätzchen, schottisches Shortbread oder auch mal herzhaft - er hat einen buttrigen Schmelz beim Naschen und ist wunderbar knusprig-mürbe. Mürbteig halt.

Cathedral Cookie mit Bonbons

Backen mit Kindern

Plätzchenteig dieser Art lässt sich übrigens auch hervorragend vorbereiten, im Kühlschrank lagern oder einfrieren. Und fast jede/r von uns wird als Kind seine ersten Plätzchenbackerlebnisse zur Weihnachtszeit mit solch einem Mürbeteig gehabt haben, der sich portioniert aus der Kühlung entnehmen, gut  ausrollen, mit zahllosen Plätzchenausstechern malträtieren und anschließend mit Zuckerguss und Kuvertüre einbunten lässt. (Okay, okay, blicken wir der gebackenen Realität ins Auge: Meist steht dann ein Elternteil am Ende in der Küche und glasiert entnervt und todmüde den Kram zu Ende, während die Lendenfrüchte oder entliehene Alibi-Kids schon zu was Interessanterem übergegangen sind.)

Butterkeksrezept für das ganze Jahr

Diese Butterkekse sind wunderbar variabel, weswegen dieses Grundrezept für Butterkekse keineswegs an die Weihnachtszeit gefesselt ist und das ganze Jahr über gebacken werden kann. Da ich auch gerne mal Kekse mit komplizierteren Ausstechern backe oder mal Schrift mit Keksprägestempeln in den Teig einpräge, verwende bei diesem Plätzchenteig kein Backpulver, damit die Kekse nicht zu sehr aufgehen, ihre Form  oder das eingeprägte Muster verlieren. So ist der Keksteig nämlich auch ganz wunderbar für und auch meine Gingerdead Men* oder Voodoo Cursed Cookies* verwendbar  Wer die Plätzchen etwas gelockerter möchte, kann zu seinem Teig noch 1 TL Backpulver hinzugeben.

Weihnachtskekse selber backen: Einfaches Rezept

Rezept für Weihnachtsplätzchen aus Mürbeteig

(für 3 - 4 Bleche)

500 g Mehl
250 g Butter
125 g Zucker
1 Ei
1 Tütchen Vanillezucker mit Bourbonvanille / Mark 1 Vanilleschote /etwas gemahlene Vanilleschote
Optional:  1 TL getrocknete (oder frisch geriebene) Orangenschale oder Zitronenschale

 

Zubereitung

  • Das abgewogene Mehl auf die Arbeitsfläche oder ein Backbrett geben, eine kleine Mulde hineindrücken und Zucker, Orangenzesten, das Ei und den Vanillezucker dazu geben und in der Mulde miteinander verrühren.
  • Dann die kalte, in Stücke geschnittene Butter darauf geben und rasch einkneten. Alternativ kann man natürlich alles schnell in einer Küchenmaschine miteinander verkneten lassen.
  • Teig zu einer Kugel formen, luftdicht verpacken (in einer Plastikdose oder in Frischhaltefolie) und für eine Stunde in den Kühlschrank geben.
  • Den Teig danach auf der gut gemehlten Arbeitsfläche ausrollen (das schwarze Ding auf dem Foto ist übrigens mein Teigroller aus Marmor*, den ich nicht mehr hergeben würde, endlich kein lästiges, sperriges Nudelholz mehr) und mit Ausstechern* die Plätzchen ausstechen. Teig der nicht genutzt wird, zwischendurch in die Kühlung legen.
  • Die ausgestochenen Weihnachtskekse auf ein mit Backpapier belegtes Backblech geben. Bei 175° (Umluft) circa 10 Minuten auf mittlerer Schiene backen, bis die Weihnachtsplätzchen gold bis goldbraun sind.
  • Abkühlen lassen und die Plätzchen dann verzieren.

Backtipp: Wer Plätzchen aus einem Mandel- oder Nussteig möchte, kann einfach 100g des Mehls durch die gleiche Menge gemahlener Mandeln oder Haselnüsse ersetzen.Kirchenfensterkekse / Cathedral Cookies

Kirchenfensterkekse

Ich erwähnte ja bereits, dass die Plätzchen so wunderbar variabel sind, nicht? Vor kurzem stolperte ich bei Janke auf Kirchenfensterkekse. (Ihre sind sehr viel hübscher als meine.) Und da ich das sowieso schon lange mal ausprobieren wollte, habe ich kurzerhand ein paar Fruchtbonbonüberbleibsel von Halloween in eine Klarsichttüte gestopft, sie mit dem Hammer Bekanntschaft schließen lassen und in ausgestochene Löcher in der Mitte der Butterplätzchen reingebröselt. Mit der Backzeit kam es bei mir wunderbar hin. Allein das Mundgefühl ist sehr speziell und bizarr (Kauen oder lutschen?). Eventuell muss ich beim nächsten Versuch weniger Bonbonkrümel verwenden. Aber Optisch - total cool.

Weihnachtskeks Dinosaurier

Plätzchen verzieren: Zuckerguss, Zuckerperlen & Co.

Diese ausgestochenen Weihnachtskekse laden natürlich geradezu zum Verzieren ein. Mit Lebensmittelfarbe, Puderzucker, Nougat, Schokolade und Zuckerperlen* kriegt man hier wunderschöne Sachen zustande. Mir selbst fehlt für so tolle Keksverzierungen im Grunde die Geduld, aber in Versuchung sowas hübsch Buntes zu produzieren komme ich doch immer wieder. Und dieses Jahr hatte ich da sogar tatsächlich Spaß dran.

Basis-Zuckerglasur

In einer kleinen Schüssel einige Esslöffel Puderzucker und 1/2 - 1 TL Zitronensaft miteinander verrühren, bis ein dicker Brei entsteht. Vorsicht bei der Zugabe der Flüssigkeit, Puderzucker fällt ganz leicht zusammen und benötigt nur ganz wenig Flüssigkeit, um zu einer Creme zu werden. Diesen weißen Guss kann man nun noch mit verschiedenen Lebensmittelfarben* einfärben und dann mit einem Löffel, Backpinsel oder ganz elegant mit einem Zuckerguss-Stift* auftragen. Wer es nicht so bunt und eher klassischer möchte: mit etwas eingerührtem Zimt erhält kann man eine leckere Zimtglasur zaubern, mit etwas echtem Kakao eine schokoladige Variante. Wenn garantiert keine Kinder Zugang zu den glasierten Keksen haben, kann man den Zuckerguss statt mit Zitronensaft auch mit einem Löffelchen Rum anrühren.

P.S.: Ihr habt übrigens noch vier Tage Zeit, um euch von mir mit Gewürzen beschenken zu lassen. Und ihr wollt noch einen Rezepteklassiker? Guckt euch mal mein Rezept für die weltbesten Vanillekipferl an.

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Weihnachtsbäckerei: Schnelles Plätzchenrezept für Husarenkrapfen/Engelsaugen

Ja, diese angenehm simplen Weihnachtsplätzchen firmieren unter mehrerlei Namen, wie ich feststellen durfte. In Deutschland sind sie als Engelsaugen oder Husarenkrapfen bekannt. In Österreich wohl unter dem Begriff Linzer Kolatschen. ("Kolatschen" sind eigentlich gefüllte Hefeküchlein mit altslawischem Ursprung.)

Rezept für Engelsaugen

Ich habe mir vor ein paar Jahren ein Rezept nach meinem Geschmack zusammengestellt. Grundlage war ein Rezept aus einer bekannten Kochcommunity. Zum Verbloggen reichte es zeitlich irgendwie nie - dieses Jahr bin ich auch noch gar nicht zum weichnachtlichen Plätzchenbacken gekommen, die große Christstollen-Backorgie steht uns ja auch noch bevor.

Weihnachtsgebäck: Rezept für Husarenkrapfen

In den nächsten Tagen werde ich aber endlich meine Plätzchenbackoffensive starten. Neben Vanillekipferln und einfachen Austecherplätzchen wird es dann auch garantiert wieder (ziemlich glutäugig-alttestamentarische) Engelsaugen geben. (Das ist dann nicht die pausbäckig-blondgelockte Engelsfraktion, sondern die Abteilung "Feuer, Schwert & instantmäßige göttliche Bestrafung".) Ein sehr schlichtes, aber eben auch sehr leckeres Rezept - genau so mag ich es. Und ich muss auch nicht ewig Teig ausrollen, Kekse ausstechen und diese dann im Anschluss noch verzieren. Die kleinen Happen sind im Handumdrehen gerollt und gefüllt. Beim letzten Mal habe ich dafür mein selbstgemachtes Glühweingelee benutzt - aber im Grunde geht natürlich jedes Gelee oder leckere Marmelade ohne Stückchen. Traditionell ist diese eigentlichen rot, aber... mal sehen, was die Vorratskammer diesen Winter her gibt. 😉

Je nachdem wie groß man die Kügelchen formt (von kirsch- bis walnussgroß  geht da alles) variiert die Anzahl der Weihnachtskekse und natürlich auch etwas die Backzeit. Ich backe lieber kleinere Engelsaugen, aber das kann ja jede/r machen wie gemocht.
Ich glaube, diesmal werde ich noch etwas geriebene Orangenschale mit in den Teig geben. Das passt sicher hervorragend. Und falls jemand weiß, warum die Husarenkrapfen diesen Namen tragen: Immer her damit.

Selbstgebackene Weihnachtskekse mit Marmelade

Rezept für Engelsaugen/Husarenkrapfen

(40-60 Stück)

240 g Mehl
150 g Butter
2 Eigelb (ich friere das Eiweiß immer ein - lässt sich super weiterverwenden)
70 g  Zucker
1/2 TL gemahlene Vanilleschote oder das Mark 1 Vanilleschote
1 große Prise Meersalz
Konfitüre (bei mir Glühweingelee, klassisch wäre z.B. Johannisbeergelee, Orangenmarmelade oder Pflaumenmus ist aber auch toll)

Zubereitung

  • Alle Zutaten zu einem glatten Mürbeteig verkneten, luftdicht einpacken und für ein bis zwei Stunden in den Kühlschrank geben.
  • Kirschgroße (oder wer mag größere...) Kugeln formen, auf ein mit Backpapier bezogenes Blech geben und mit einem Kochlöffelstiel Vertiefungen für die Marmelade eindrücken. (Dazu muss er dann wiederum warm genug sein, sonst reißt der Plätzchenteig.)
  • Die Konfitüre mit einem Löffel in einem Schälchen glatt rühren, in einen Gefrierbeutel füllen, die Masse zurechtdrücken, so dass dieser mit einer Ecke wie ein Spritzbeutel genutzt werden kann. Die Spitze abschneiden und die Löcher mit Marmelade füllen.
  • Bei 180° (Umluft, mittlere Schiene) für circa 10 bis 12 Minuten goldig backen.
  • Optional: Auskühlen lassen und dann noch mit Puderzucker bestäuben.

Schokoladenkekse mit Fleur de Sel nach Pierre Hermé [Sablé au chocolat et fleur de sel]

Via Pinterest stolperte ich letztens bei foto et fornelli über dieses Keksrezept, das dem bekannten französischen Pâtissier Pierre Hermé zugeschrieben wird, der hierzulande wahrscheinlich den meisten durch seine Macaron-Kreationen bekannt ist.

Schokoladenkekse nach Pierre Hermé
[Sablé au chocolat et fleur de sel]

Soweit ich das rekonstruieren konnte, geistert dieses wundervolle Schokoladengebäck schon seit mindestens 2009 durch die fanzösischsprachigen Foodblogs. Irgendwo habe ich auch gelesen, dass das Rezept aus einer von Pierre Hermés Veröffentlichungen namens "Infiniment"* stammen soll - mangels Buch konnte ich dies allerdings nicht verifizieren. Wer daran Interesse hat, kann allerdings via Vimeo einen Blick auf die Herstellung der Sablé au chocolat mit Hermé persönlich werfen.

Rezept für Schokoladenkekse mit Fleur de Sel

(für 2 Bleche à 20 Kekse)

175 g Mehl
150 g weiche Butter
150 g gute Zartbitterschokolade (mindestens 70%)
120 g Rohrzucker
50 g Puderzucker
30 g echten Kakao
5 g Backpulver
5 g Fleur de Sel
1/2 TL gemahlene Vanilleschote

Zubereitung

  • Die Schokolade mit einem Messer fein hacken.
  • Mehl, Natron und Kakao vermischen und durch ein Sieb streichen, beiseite stellen.
  • Butter, Salz, Zucker, Puderzucker (ebenfalls gesiebt, damit es keine Puderzucker-Klümpchen gibt) und die Vanille miteinander kurz verkneten, dann die gehackte Schokolade einarbeiten.
  • Die Mehlmischung zur Buttermasse hinzugeben und rasch  unterkneten. Das Ergebnis ist eine feucht wirkender, weicher, sandig-krümeliger Schokoladenteig (Mürbeteig).
  • Frischhaltefolie auf der Arbeitsplatte auslegen, Teig darauf geben und Rollen von 3-4 cm Durchmesser formen. Für 2 Stunden im Kühlschrank kalt stellen.
  • Teigrollen herausnehmen, ein paar Minuten ruhen lassen (damit der erhärtete Teig beim Schneiden nicht bricht) und dann 1 cm dicke Scheiben abschneiden.
  • Die Teigscheiben mit ein wenig Abstand auf mit Backpapier ausgelegte Bleche legen. Bei 180° (Umluft)  rund 10 Minuten backen.

Schokoladenkeksfazit

Delikat. Nach dem ersten Biss wird der Mundraum von den Aromen dunkler Schokolade geflutet, erst kurz danach blühen dann kleine Salzkörnchen auf der Zunge auf und verleihen noch zusätzliche geschmackliche Tiefe.
Ein schönes Rezept, das ich inzwischen schon öfters gebacken habe. Wer nach einfachen und dabei wundervollen Schokoladencookies sucht, ist mit diesem Keksrezept bestens bedient. Ich habe nur minimale Änderungen vorgenommen (Backpulver statt reinem Natron, gemahlene Vanilleschote statt flüssiger Essenz) und empfehle für die Kekse wirklich gute, über 70 % Zartbitterschokolade zu verwenden. Bei helleren Sorten werden die Mürbeteigkekse sonst zu süß und die Vielschichtigkeit verliert sich.

Kleine Anmerkung noch: Bei mir waren die Schokoladenkekse nach 10 Minuten fertig, laut Rezept können Sie aber (maximal) 12 Minuten drinnen bleiben. Bei mir hätte das zu kleinen Aschehäufchen geführt, ist wahrscheinlich herdabhängig.

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