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Mahallebi: Arabischer Milchpudding mit Kardamom

Darf ich vorstellen? Mein neues Lieblingsdessert: Mahallebi. Im Grunde handelt es sich hier um nichts anderes als normalen Pudding, den die meisten Menschen hierzulande ja mit Vanillearoma und aus der Tüte von dem Doktor in Bielefeld kennen. Nur in diesem Falle halt selbst zusammengerührt, nicht aus der Tüte, frei von künstlichen Aromastoffen und mit wundervoll frischem, duftigen Kardamom verfeinert. Diesen arabischen Pudding gibt es in unzählbaren Varianten im ganzen Orient und jede Familie hat wohl ihr eigenes Lieblingsrezept.

Mahallebi: arabischer PuddingMir und dem Liebsten schmeckt er ja lauwarm am besten. (Hey, jemand muss ja die Reste aus dem Topf retten! ;)) Wenn man ihn aber stehen und im Kühlschrank richtig fest werden lässt, dann ist Mahallebi ein angenehm kühlendes Dessert für warme Sommertage. Er wird so fest, dass  man ihn auch für (vorher kalt ausgespülte) Puddingförmchen nutzen und nachher dekorativ stürzen kann.

Arabischer Kardamompudding

Mahallebi - Milchpudding mit KardamomIch kann übrigens stolz verkünden, dass ich inzwischen übrigens auch die höheren Mahallebi-Weihen besitze, da ich - die ich sonst keinen klümpchenfreien Pudding hin bekomme (was vielleicht auch daran liegt, dass ich Klümpchen im Pudding eigentlich sehr gerne mag...) -  ihn mehrfach in 2,5 L-Dosis für Gäste gekocht habe. Ich kann somit auch berichten, dass eher an europäische Gerichte gewöhnte Gaumen den Kardamompudding sehr, sehr gerne mochten.

Mahallebi - orientalisches DessertDer orientalische Milchpudding kann aber nicht nur mit Kardamom aromatisiert werden. In vielen Rezepten kommt statt dessen auch ein Teelöffelchen Rosenwasser oder Orangenblütenwasser zum Zuge. Manchmal auch mit etwas Kardamom kombiniert. Hier lohnt sich einfach ein Austesten. Schokoladensauce oder Karamellsauce dazu ist ein nettes, aber nicht zwingend notwendiges Add-on. Wenn man statt Kardamom einfach etwas Vanillemark und Kurkuma zur Färbung rein gibt, kann man so auch wunderbaren Vanillepudding produzieren - gänzlich ohne Tüte.

Zu dem Rezept angeregt wurde ich, als ich mal wieder durch das "Iraqi Family Cookbook"* blätterte, das ein guter Querschnitt durch die bodenständige und simple irakische Alltagsküche ist. Die Fotos in dem englischsprachigen Kochbuch sind quasi direkt in der Küche entstanden, manchmal auch etwas unscharf - diese kleinen Fehler machen aber auch den authentischen Charme eines solchen Kochbuches aus.

How to cook MuhallebiRezept für Mahallebi - arabischer Milchpudding mit Kardamom

500 ml Milch
45 g Maisstärke
40 g Zucker
1/2 TL frisch gemahlene oder zerstoßene Kardamomsaat
1 Prise Meersalz
Pistazien zur Dekoration

Zubereitung

  • 6 EL der Milch abnehmen und mit der Stärke und dem Zucker klümpchenfrei anrühren.
  • Die restliche Milch zusammen mit dem fein gemahlenen Kardamom und dem Salz in einem Töpfchen aufkochen.
  • Vom Herd nehmen und die Stärkemilch mit einem Löffel unterrühren.
  • Den Topf zurück auf den Herd stellen und bei geringer Hitze unter Rühren nochmals für eins, zwei Minuten aufkochen lassen, so dass der Pudding richtig anzieht.
  • Den Kardamompudding in eine bereitgestellt Schale füllen.
  • Die Pistazien schälen, hacken und den Milchpudding damit bestreuen.

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Fattoush – Sommerlicher arabischer Brotsalat

Ich blicke von meinem Schreibtisch und der Tastatur hoch und direkt aus dem Fenster in meinen Mini-Schattengarten im Innenhof. Ab und an verirrt sich mal ein Sonnenstrahl her, gerade wirbelt etwas Wind aber die grünen Massen vor meinem Fenster (Knöterich, nochmal Knöterich, Haselnuss, Flieder und irgendwo sehe ich auch Hopfen...) und der Himmel lässt für ein paar Minuten dicke Tropfen auf sie fallen. Hübsch. Aber der Anblick lässt mich in meiner Sommerbluse gerade etwas frösteln.

FattoushMit dem Rezept rufe ich im wettertechnisch wechselhaften Mai also ein wenig und ganz sanft die wärmeren Temperaturen herbei, denn dieses orientalische Gericht ist im Grunde  ein typischer Sommersalat. Kein Wunder, ist er doch ein frisch-säuerliches, leichtes und kühlendes Essen aus Ländern, in denen ganz andere Temperaturen herrschen als hierzulande.  (Oh.. und stellt euch nur die aromatischen Gurken und Tomaten vor...Hach..)
Fattoush passt hervorragend zu gegrilltem Fleisch, Fisch, Halloumi oder Grillgemüse und ist eigentlich für alles mögliche eine wundervolle Beilage. Schnell gemacht und zudem noch vegan ist der arabische Salat eine schöne Ergänzung bei einem gemeinsamen Essen mit Familie und Freunden. Denke ich an Fattoush, dann habe ich jedenfalls laue, zufrieden-schwere Sommerabende mit eins, zwei oder vielen lieben Menschen auf der Terrasse, Balkon oder - wer den Luxus hat - dem Garten vor dem inneren Auge.

FattoushIm Grunde kann man jedes etwas altbackene Brot für diesen wunderbar leichten Brotsalat verwenden und auftoasten. Resteverwertung kann manchmal richtig lecker sein.  Traditionell wird hier auf dünnes arabisches Fladenbrot oder angeröstetes/getoastetes Pitabrot zurückgegriffen. Meine syrische Lieblingsnachbarin schwört auf in Öl frittiertes, dünnes arabisches Fladenbrot - ich inzwischen auch. Es bleibt auch nach längerem Stehen des Salats erstaunlich crunchy.

Der Salat ist sehr schön variabel - je nachdem, was für Gemüse man da hat. Portulak kommt auch gerne noch mit hinein - ist hierzulande aber meist schlecht zu bekommen. Das Brot wird vor dem Servieren rasch untergehoben, ich habe aber auch schon Rezepte gesichtet, die wiederum darauf beharren darauf, dass der Brotsalat richtig durchziehen muss, ähnlich wie Panzanella. Aber ihr wisst ja selbst, was euch am besten schmeckt, probiert's einfach. 😉

Making FattoushRezept für Fattoush - arabischer Brotsalat

2 Fladen flaches, arabisches Fladenbrot oder Pitabrot, in Stücke gezupft/Geschnitten und in Sonnenblumenöl goldbraun frittiert (Alternativ: Brot toasten oder im Ofen rösten. Oder gekaufte Brotchips. Hier hatte ich schon in Fett ausgebackene große Brotcräcker mit Rosmarin)
2 mittelgroße Römersalate
1/2 - 1 Gurke
4 Tomaten
2 Frühlingszwiebeln

Salatdressing:

3 EL frischer Zitronensaft
3 EL Olivenöl
2 EL (~ 8 g) frische, gehackte Minze
2 EL (~10 g) frische, gehackte, großblättrige Petersilie
1,5 TL Meersalz
1 TL Sumak
1 Zehe Knoblauch
frisch gemahlener Pfeffer
(optional: 1 TL Honig)

Zubereitung:

  • Salat in mundgerechte Stücke zupfen und in einem Sieb abspülen, gut abtropfen lassen und in eine Salatschüssel geben.
  • Frühlingszwiebeln putzen, evtl. kurz abspülen (Stichwort Sand), in Ringe schneiden und dazu geben.
  • Tomaten und die Gurke ebenfalls abspülen, die Gurke schälen.
  • Die Gurke längs halbieren und mit einem Löffel den Bereich der Kerne aushöhlen, die Tomaten aufschneiden und hier ebenfalls die Kerne entfernen, so dass nur das feste Fruchtfleisch zurück bleibt.
  • Nun mit einem scharfen Messer Tomaten und Gurke in Stückchen zerteilen und mit dem Römersalat vergesellschaften.
  • Die Knoblauchzehe fein reiben, im Mörser zerquetschen oder durch die Knoblauchpresse jagen und mit den restlichen Zutaten für das Dressing in einem Glas miteinander vermischen - ich nehme gerne ein sauberes Einmachglas als Dressingshaker - und über den vorbereiteten Salat geben. Die knusprigen Brotstücke unterheben, rasch servieren.

Orientalisches Frühlingsmenü mit der Metro-Kochherausforderung 2014

Zum dritten Mal durfte ich jetzt bei der Kochherausforderung der Metro dabei sein. Hierbei gilt es, alle Zutaten in einen oder mehreren Gerichten verarbeiten zu müssen. Anfang April haben wir die Waren bei der Metro abgeholt und die frischen Sachen wie den Fisch direkt verarbeitet (und dabei meine Wohnung gleich sanft mitgeräuchert...).  Die letzten Produkte habe ich aber jetzt am Wochenende erst verkochen können. Wie im letzten Jahr, reiche ich die Rezepte im Laufe der nächsten Wochen in einzelnen Artikeln nach.Orientalisches-Frühlingsmenü-sUnd so sah mein Menü aus. Wie schon in den Vorjahren (hier für 2013 und 2012  nachzulesen), habe ich mich für ein orientalisch angehauchtes Menü mit drei Gängen entschieden. Am meisten über die Verwendung gegrübelt habe ich ich bei diesen beiden Sachen: Die Nudeln haben mir wegen ihrer Form etwas Kopfzerbrechen bereitet - bis ich sie dann ganz einfach zerbröselt habe. 😉 Auch die Schokolade habe ich zunächst etwas skeptisch beäugt, in einer Reinkarnation als Karamell-Schokoladensauce, war sie aber toll.

OLYMPUS DIGITAL CAMERADas war im Einkaufskorb:

2 frische Forellen à 500 g
1 Flasche Rheingau Riesling 2012, Weingut Leitz
2 große Artischocken
1 Dose Borlotti-Bohnen (Wachtelbohnen)
1 Packung Calamarata-Nudeln "Garofalo"
1 Packung Jamón Ibérico
1 Packung Tortas de Aceite (spanisches Knusperbrot mit Rosmarin)
1 Packung Earl Grey Tee
2 Tafeln Lindt-Schokolade "Salted Caramel"

Das Menü

Vorspeise-Frühlingsmenü-sVorspeise: Arabischer Brotsalat (Fattoush)  mit in Weißwein gebeizter und in Earl Grey Tee im Kochtopf geräucherter Forelle
--> Verwendet: Forellen, Rosmarinbrot, Weißwein, Earl Grey

Hauptgericht-arabisches-Frühlingsmenü-sHauptspeise: Orientalische Butternudeln mit Hülsenfrüchten (Rishta bi Adds) mit Schinkenröschen vom Ibérico und gefüllter Artischocke.
--> Verwendet: Nudeln, Wachtelbohnen, Ibérico Schinken, Artischocken

Die gefüllte Artischocke werde ich allerdings ganz gemein unterschlagen. Zum einen konnte ich - wegen erst beim Aufschneiden sichtbaren Bewohnern - nur eine Artischocke verwenden, zum anderen fand ich mein Rezept zwar ganz okay, aber einfach nicht so brillant und lecker, dass es blogwürdig wäre. 😉

Dessert-arabisches-Frühlingsmenü-skDessert: Arabischer Milchpudding (Mahallebi) mit Kardamom, Pistazien und Karamell-Schokoladensauce

Für die Schokoladensauce: 50 g Salzkaramellschokolade im Wasserbad schmelzen, 30 g Sahne unterrühren und noch warm zum kühlen Pudding servieren.

Es war wie immer eine Herausforderung - es zeigt ja schon der Name, unter welchem Stern der Event steht. Wie immer wurde dem Warenkorb entgegengefiebert, Rezepte gewälzt, nachgedacht, Gerichte auf dem Papier ent- und verworfen, ausprobiert, gezittert, geflucht und sich gefreut.

Aber (war klar, dass das jetzt kommt, oder? ;)) die Zutaten haben mich persönlich diesmal ein klein wenig enttäuscht. Zum einen fand ich den Gemüseanteil - gerade im Frühling! - zu gering. Zwei Artischocken und Dosenbohnen, während um uns herum alles sprießt. Zum anderen gab es bei den vorherigen Events immer Lebensmittel, die für mich total neu waren und die ich freudig entdecken konnte. Kulinarische Offenbarungen, die mich wirklich überrascht und jeweils ein neues Türchen für mich aufgestoßen haben. Produkte, die ich dann auch so gut finde, dass ich sie auch wieder kaufe. Zum Beispiel das köstliche Arganöl, das tolle Pesto der Metro-Eigenmarke, das herzzerreißend geile Iberico-Fleisch oder das Label-Rouge-Huhn, das als geniales Butter-Zitronenhühnchen hier verewigt wurde. Dieses Gefühl hatte ich diesmal leider gar nicht. Messmer-Tee bekomme ich im Supermarkt gegenüber. Die Dosenbohnen oder Artischocken auch. Selbst Forellen bekommt man inzwischen sogar als Frischware beim Discounter. Die Schokolade, vor der ich eigentlich ein wenig gezittert hatte, weil man durch sie doch arg begrenzt auf Süßes war, überraschte mich geschmacklich ein wenig (Hey... das erste Mal seit Jahren, dass ich Lindt-Schokolade als essbar empfinde). Der Schinken war natürlich auch sehr gut. Auch die spanischen Cräcker waren lecker, die würde ich mir vielleicht nochmal als Knabberkram holen, wenn sie mir zufällig über den Weg laufen. Aber obwohl alles natürlich hochwertig war, war  irgendwie war kein Produkt dabei, dass mich wirklich geflasht und positiv überrascht hat. Also wenn ich einen Wunsch äußern dürfte, dann den, dass bei der nächsten Kochherausforderung - egal ob ich dabei sein werde oder nicht - allen Teilnehmer/innen wieder so ausgefallen-geniale Artikel nahe gebracht werden, die man sich vielleicht sonst nicht regulär in den Einkaufskorb legen würde.

*Dieses Posting ist als Werbung gekennzeichnet, da ich Produkte unentgeltlich zur Verfügung gestellt bekommen habe. Ich bemühe mich in meinen Artikeln dennoch  immer um Objektivität.

Kakao ganz selbstgemacht: Rezept für Trinkschokoladenpulver

Immer mal wieder reitet es mich plötzlich, dass ich Lebensmittel ansehe und mir denke: "Verdammt. Irgendwie muss frau das doch auch selbst machen können...  Kann doch  nicht so schwer sein!" Ist es meist auch nicht. Na gut, jedenfalls nicht ganz so schwer. Ein wenig Herumgrübeln und natürlich Ausprobieren gehört schon zum Foodbloggerinnenalltag dazu.

Rezept für selbstgemachtes Kakaopulver / heiße TrinkschokoladeGenau so erging es mir mit Trinkschokoladenpulver, das die meisten wohl ganz simpel als Kakaopulver bezeichnen und schätzen. Aber der herkömmliche Instant- Kakao, den Kinder so sehr lieben, hat mich nie in all zu große Begeisterung versetzt. Ich bin erst als Erwachsene zur Kakaotrinkerin geworden. Erst mit richtiger fester Schokolade und später stöberte ich durch verschiedene Sorten Trinkschokoladenpulver. Was mir hierbei immer wichtiger geworden ist: Eine kurze Zutatenliste. Keine obskuren Inhaltsstoffe aus Milchpülverchen, seltsamen Aromastoffen und Konservierungszeugs.

Rezept für selbstgemachtes Kakaopulver / heiße TrinkschokoladeHimmlischer Schokoladengenuss: Selbstgemachter heißer Kakao

Ich liebe guten Kakao, er ist quasi das genießerische I-Tüpfelchen am Ende von grauen Tagen. Eine Tasse heiße Schokolade wärmt nicht nur den Körper, sondern auch die Seele durch - womit er sich bei mir als absolutes Comfort Food qualifiziert.

Heiße Trinkschokolade aus echtem Kakao habe ich nur selten gekocht, weil wegen der schlechten Löslichkeit hierfür fast immer ein Schneebesen von Nöten war. Ziemlicher Aufwand, der sich eben nicht nur auf eine simple Tasse beschränkt. Und ja, wenn man abends nur noch aufs Sofa fallen und den Tag ausklingen lassen will, ist das  wirklich ein Gegenargument. Bis jetzt natürlich. 😉 Ich war sehr erfreut festzustellen, dass meine selbsterdachte Mischung für Trinkschokolade sich wirklich gut (und entgegen meiner Befürchtungen) in heiße Milch einrühren lässt. Ich habe in meinem Rezept auch ein paar Gewürze  dabei, allerdings in so geringer Dosierung, dass diese nicht in den Vordergrund treten und quasi nur die Bühne für den Kakao als Star bilden.

Die eigene Kakaomischung als kulinarisches Geschenk

Und nachdem ich mein Trinkschokoladenpulver (was für ein leckeres Wortungetüm...) inzwischen mehrfach an meinen menschlichen Versuchskaninchen geschätzten Freunden und der Familie ausgetestet habe, werdet auch ihr in das Geheimnis eingeweiht und dürft ab jetzt genießen. Und natürlich verschenken! Denn in Gläser gefüllt und hübsch verpackt lässt sich das selbstgemachte Kakaopulver hervorragend verschenken und ist zu dieser Jahreszeit ein wärmendes Mitbringsel aus der Küche. Das Rezept lässt sich natürlich wie immer gut variieren.

Für die Menschen die lieber mit genaueren Gramm-Angaben arbeiten: Ich arbeite tagtäglich in der Küche mit so einem Löffelmaß*, ich gehe (wahrscheinlich naiverweise?) davon aus, dass die Dinger irgendwie genormt sind, habe aber zumindest mal daran gedacht, die Menge von Kakao und Puderzucker abzuwiegen. Zum Einfüllen von so pulverigen, staubigen Sachen habe ich mir letztens so einen Einfülltrichter* zugelegt. Der ist zwar eigentlich zum Abfüllen von Eingemachten Dingen in Schraubgläser, aber gerade hierfür auch sehr praktisch und besser als die bisher von mir  genutzten Dauernotlösungen aus Papier.

Nachtrag: Beim Schreiben eines Beitrags für meine Rubrik "Lieblingstassen" ist mir aufgefallen, dass der Beitrag hier ja im Grunde dazugehört. Die für euch den Kakao modelnde Tasse habe ich selbst aus Ton gedreht und anschließend glasiert. Nicht perfekt und optisch natürlich ziemlich handgemacht, aber ich bin schon ziemlich stolz drauf.

Rezept für selbstgemachtes Kakaopulver / heiße TrinkschokoladeRezept für Kakao/Trinkschokolade

(ergibt ein kleines Schraubglas voll)

6 EL Puderzucker (57 g)
5 EL echtes Kakaopulver (32 g)
1/2 TL getrocknete, pulversierte Orangenschale
1/4 TL gemahlene Vanilleschote
1/8 TL ausgelöste Kardammomsaat
1/8 TL Zimt

Zubereitung

  • Alle schon pulverisierten Zutaten (Puderzucker, Kakaopulver, Vanille) in eine Schüssel geben.
  • Die Kardamomsamen im Mörser ganz fein zerstampfen. (Kurz inne halten und diesen unglaublichen Duft von frisch gemörsertem Kardamom genießen. Hach.)
  • Die Bio-Orangenschale, die ich verwende, enthält meist noch ein paar größere Bröckchen. Also ab damit und auch nochmal durch den Mörser jagen. Alle Gewürze müssen ganz fein zerkleinert sein.
  • Kardamom und Orangenschale  zu den übrigen Zutaten geben und alles sehr gründlich miteinander vermengen, bis es ein gleichmäßig vermischtes Kakaopulver ist. Wer mag, kann nochmal alles durch ein feines Sieb streichen.
  • In ein fest schließendes Vorratsgefäß geben, etikettieren.
  • Dosierung: 1 - 2 TL auf 200 ml heiße Milch.

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Mit arabischen Mandelpasteten in den Baklava-Himmel: Mandelfinger [Assabih bi Loz]

Entschuldigt bitte, dass ich mich in den letzten beiden Wochen etwas rar gemacht habe. Das Leben hat halt recht nachhaltig nach mir gerufen. Aber als kleine zuckersüße Entschuldigung  gibt es jetzt ein Rezept für eine köstliche und buttrig-nussige orientalische Süßigkeit.

Selsbtgemachtes Baklava: Rezept für Mandelfinger [Assabih bi Loz]

Rezept für selbstgemachtes Baklava

Dieses delikat-blättrige Gebäck, das ein Element meines Desserts bei der Metro-Kochherausforderung bildet, habe ich aus dem von mir sehr geschätzten Kochbuch "The New Book of Middle Eastern Food"* von Claudia Roden. Und es ist mal ein Rezept, an dem ich wirklich nichts verändert habe - kommt ja selten genug vor. Claudia Roden gibt in ihrem Buch an, dass die arabischen Mandelröllchen aus Yufkateig kalt und mit Puderzucker bestreut genossen werden sollen.  Und ja, so sind sie wirklich toll und lassen sich in einer verschlossenen Dose auch hervorragend lagern. Aber suchtgefährdend tödlich sind sie wirklich, wenn man sie direkt noch warm aus dem Ofen probiert. Und vielleicht ist dann noch ein wenig der aus Zucker und Mandeln bestehenden Füllung herausgequollen und während des Backens karamellisiert... hach! Unglaublich süß. Unglaublich lecker. Der absolute Baklava-Himmel! Nicht vergleichbar mit diesem ekligen Fertigzeug, das man in in Deutschland an jeder Ecke bekommt und das nur nach Zuckerwasser, Mehl und Fett schmeckt. Hier lohnt sich auch die relativ aufwändige Herstellung des Formens der kleinen Pasteten.

Selsbtgemachtes Baklava: Rezept für Mandelfinger [Assabih bi Loz]

Baklava: Mandelpasteten - eine typisch orientalische Süßigkeit

Dieses typische arabische Gebäck, das von den Zutaten her so wunderbar simpel und wandelbar ist (so liebe ich es ja), mache ich bestimmt bald wieder. Zum Beispiel mit gehackten Walnüssen, Pistazien, Haselnüssen, Datteln, Zimt, Orangenschale, frisch gestoßenem Kardamom... Aaaahh! So viele Ideen und irgendwie immer zu wenig Zeit, um alles auszuprobieren. Wer mag, kann die kleinen Mandelpasteten auch in Sirup tränken. Bei mir wurden sie für die Optik noch mit ein paar gehackten Pistazien versehen.

Selsbtgemachtes Baklava: Rezept für Mandelfinger [Assabih bi Loz]

Diese süßen Pasteten mit Mandelfüllung wurden übrigens so ähnlich auch schon im Mittelalter zubereitet, damals firmierten sie allerdings unter dem Namen Lauzinaj. Wer Geld hatte, sich auf dem Souk im mittelalterlichen Baghdad herum trieb und etwas Feines naschen wollte, wird bei einem Händler wohl wahrscheinlich diese klassische orientalische Köstlichkeit gekauft und genossen haben. Bei meiner Recherche bin ich zufällig über einen ausführlichen Abschnitt hierzu (spannend auch die Verwandtschaft zum Dessert Kunafeh) in dem Buch "The Oxford Symposium on Food and Cookery" gestoßen. Besonders genial: das im Print sehr teure Buch ist bei GoogleBooks frei downloadbar.

Selsbtgemachtes Baklava: Rezept für arabische Mandelfinger [Assabih bi Loz]

Tipps zum Rezept und zur Arbeit mit Yufka-Teig

Achtung: Mir ist ein wenig der Löffel ausgerutscht, so dass etwas zu viel Orangenblütenwasser in der Füllung landete. Ich mag den Geschmack, aber da das Orangenblütenwasser so intensiv ist und manche da etwas empfindlicher sind, sollte man hier wirklich unbedingt aufpassen.

Und noch ein wichtiger Tipp: Der Teig trocknet sehr schnell aus und wird dann unbenutzbar. Holt ihn wirklich erst kurz vor der Zubereitung aus der Kühlung und schneidet ihn dann erst zu. Zwischen den einzelnen Arbeitsgängen lege ich ein (wirklich nur ganz sanft, sonst wird der Teig matschig) angefeuchtetes Tuch darüber, um ein Austrocknen zu verhindern.
Achtet auch darauf, wirklich hauchdünnen Teig zu kaufen. Es gibt verschiedene Firmen, die eher massivere Teigplatten verkaufen, die man gut für Zigarrenbörek nehmen kann, die hierfür allerdings definitiv nicht geeignet sind.

Rezept für Mandelfinger

(ergibt 30 Stück)

250 g gemahlene Mandeln
110 g feiner Zucker (Damit ist kein Puderzucker gemeint, sondern Zucker mit kleineren Kristallen. Im Notfall geht sicherlich auch normaler Haushaltszucker)
250 g (5 Platten à 60 x 40 cm) dünner Filoteig (wird auch als Strudelteig oder Yufkateig verkauft)
3 EL Orangenblütenwasser
Reichlich Butter zum Bestreichen des Teigs
Puderzucker zum Bestreuen

Zubereitung

  • In einer Schale die gemahlenen Mandeln mit dem feinen Zucker und dem Orangenblütenwasser verrühren oder verkneten.
  • Die Teigplatten zuschneiden. Meine hatten die Größe von 60 x 40 cm, ich habe sie mit einem scharfen Messer in der Länge auf 10 x 40 cm gesechstelt.
  • Die oberste Teigplatte großzügig mit geschmolzener Butter einpinseln.
  • Mit den Händen einen gehäuften Teelöffel der Mandelfüllung zu einer kleinen Wurst formen, auf den Teig setzen und anfangen einzurollen.
  • Ungefähr bei der Hälfte die beiden Seiten - wie auf den Bildern zu sehen - einklappen und fertig aufrollen.
  • Auf ein mit Backpapier belegtes Blech setzen. Darauf achten, dass das offene Teigende unten zu liegen kommt.
  • Im vorgeheizten Backofen bei 160° (Umluft) für circa 30 Minuten goldbraun backen.
  • Abkühlen lassen, mit einem kleinen Sieb Puderzucker darüber streuen und in gut verschlossenen Dosen lagern.

How to make almond fingers

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