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Burger-Overload im Hard Rock Cafe [Werbung]

Was treibt die Shermin eigentlich, wenn sie mal nicht selbst kocht? Ja, ich gebe es zu, auch ich gehe mal auswärts essen und ja, mit (guten) Burgern und (ebenfalls guten) Cocktails kann man mich durchaus locken. Deswegen fand ich mich dann vor einer Woche in illustrer und relativ kleiner Runde bei einem Burger Workshop im Hard Rock Cafe am Ku'damm wieder. Ich glaube fast, dass ich so ziemlich die einzige klassische Foodbloggerin vor Ort war?

Ohja... meine Güte. Wir hatten einen total harten Job. Bei brüllender Hitze in einem klimatisierten Restaurant sitzen, sich Cocktails reichen lassen, die Zusammensetzung der hauseigenen angefertigten Saucen erklären lassen und Burger essen. Totale Strafe. 😉 Es wurden zwar nur Platten mit "kleinen" (die ich als normal bezeichnen würde...) Burgern gereicht und nachgefüllt, aber wir saßen nur zu viert am Tisch und haben sie dann lieber aufgeteilt, um nicht vorzeitig aufgeben zu müssen. Das Rindfleisch kommt aus Irland, und die restlichen Zutaten nach Möglichkeit aus Deutschland, allerdings nicht regional, da wohl sonst keine gleichbleibende Qualität/gleicher Geschmack in allen Restaurants gewährleistet wäre.. Ich habe leider nicht daran gedacht, danach zu fragen, woher das Hühnerfleisch bezogen wird.

Anschließend gab es noch etwas Kreativarbeit, wir sollten jeder einen Hamburger kreieren, die Gewinner sollen sich dann auch für ein paar Tage auf der Speisekarte wiederfinden. Mein Burger, den ich auf den Namen "Bollywood Summer" (Guacomole mit Cumin, Baconstückchen, Hühnerbrust, Cheddar, frische Spinatblätter, Orangenfilets, und Erdnusssauce) taufte, schaffte es leider nicht.

Schon bei Ankunft war ein großes Buffet aufgebaut, wo man sich fürs Burgerbasteln im Baukastenprinzip mit den einzelnen im Restaurant verwendeten Zutaten eindecken konnte. Fand ich ziemlich gut, so konnte man sich mit kleinen Löffelchen wirklich durch die Komponenten probieren und sie pur verkosten. Einige trafen dabei so gar nicht meinen Geschmack, anderes - wie zum Beispiel die tollen selbstgemachten Zwiebelringe und auch die Fleischpattys, der Legendary Burger war deswegen mein Favorit - war lecker. Der zum Dessert gereichte Currywurstburger (die Wurst wird in der Küche selbst hergestellt) war nett - die Wurst erinnerte allerdings eher an eine Thüringer Rostbratwurst und die Sauce war für meinen Geschmack zu mild und süßlich. Ich bin ja kein absoluter Schärfe-Freak, aber bei ner guten Sauce für die Curry muss süß-nicht-zu-scharf-säuerlich eine innige Verbindung eingehen und dafür sorgen, dass man  beim Kauen von kleinen Hitzewallungen attackiert wird. 😉

Alles in allem ein schöner, gut vom PR-Team organisierter und entspannter Abend mit netten Menschen. Gerne wieder. Bei Stulle & Brot gibt es ebenfalls einen Bericht zum Burgerabend.

Irish Stew mit tschechischem Schwarzbier

Fast jeder der kocht, und einen minimalen Faible für Kochbücher hat, hat die Anne Wilson-Kochheftchen irgendwo im Regal versteckt herumstehen. Auch bei mir tummeln sich etliche der günstigen, aber durchaus hübsch gemachten Druckwerke. Gekauft habe ich sie mir noch zu Studienzeiten so für ein bis zwei Euro das Stück und habe mich Zuhause dann glücklich hindurchgeblättert.

Letztens fielen mir die Heftchen wieder in die Hände, der Liebste blieb kurz am Irish Stew mit Guiness hängen und beim Einkaufen gestern wurde ich beim Anblick von Rindergulasch von spontanen Gelüsten auf dieses doch sehr handfeste Gericht überwältigt. Guiness gab es nicht, also musste es das günstige (und einzig greifbare) tschechische Schwarzbier Breznák Cerné richten. Die Wahl war wahrscheinlich nicht mal so schlecht, mein letzter Guiness-Genuss liegt schon einige Jahre zurück, aber ich meine mich zu erinnern, dass es deutlich bitterer im Geschmack war. Das Stew hier ist eine mit Mehl gebundene Kreuzung aus Eintopf, Schmorgericht und Ragout. Seit dem Ragout aus Hühnerherzen ist meine Leidenschaft für solche saucentriefenden Schmurgelgerichte ja eigentlich auch klar...

Also - diese flüssige Hauptzutat plus Fleisch, Gemüse und ein wenig Zeit ...

... ergibt dieses köstliche Mahl.

Rezept für Irish Stew mit Schwarzbier

1 Kg Rindergulasch
500 ml Schwarzbier (hier: Breznák Cerné)
circa 500 ml Wasser oder Brühe
4 große Zwiebeln
2 große Karotten
150 g Trockenpflaumen, halbiert
2 große, gehäufte EL Mehl
2 Zehen Knoblauch
1 1/2 TL getrockneter Thymian
2 Lorbeerblätter
Meersalz, frisch gemahlener Pfeffer
Butterschmalz

Zubereitung

  • In einem großen Schmortopf das Rindfleisch in Butterschmalz nach und nach portionsweise scharf anbraten. Gibt man direkt alles hinein, wird es durch das gesammelt austretende Wasser nur gekocht.
  • Grob in Streifen geschnittene Zwiebeln und den Knoblauch hinzugeben und mit anschwitzen.
  • Den Topfinhalt mit dem Mehl überstäuben, gründlich untermengen und das Bier einrühren. Das geht sehr gut und ohne Klümpchen. Fleisch und Zwiebeln sind jetzt von einer dicken, braunen Sauce ummantelt.
  • Wasser oder Brühe unterrühren, die geputzten und in dicke Scheiben geschnittenen Möhren zusammen mit den Gewürzen hineingeben.
  • Aufkochen lassen, auf kleinste Flamme runterschalten und ein bis anderthalb Stunden köcheln lassen. Öfters umrühren, evtl. Flüssigkeit nachfüllen.
  • Gegen Ende der Garzeit die Trockenpflaumen hinzu geben, vor dem Servieren nochmals abschmecken.


Irish Stew Fazit

Mehr davon. Passt perfekt in die Herbst- und Winterzeit und auch zu einem verfröstelten, windigen Halbfrühlingstag Ende Februar. Als Beilage (zum Dazuessen, Reinbrocken oder Auswischen des Tellers) gab es frisch gebackenes Kartoffelbrot, passt ja zu nem irischen Rezept. Man darf sich nur nicht die Finger an dem heißen Brotlaib verbrennen. Obwohl das Bier nicht so bitter und sehr malzig war, fügten sich die Trockenpflaumen hervorragend ein. Da das Stew recht früh mit Mehl gebunden wird, muss man ab und an umrühren, um sicher zu gehen, dass es nicht am Topfboden anbäckt.
Das ist Comfort Food at its best, das auf mehr als einer Ebene wärmt. Inklusive zufriedenem Schnaufen, wenn man angenehm satt den Löffel weg legt.

Fleischtheke des Grauens

Da das Thema meines heutigen Beitrags viel eher in den magischen Kessel als in mein Blog passt, habe ich mal mein Gastautorenrecht in Anspruch genommen, um über meine wunderbaren Erfahrungen mit der Kaisers-Fleischtheke zu berichten.

Im Gegensatz zu meiner Frau war ich ja nie ein übermäßiger Freund von Kaisers, speziell nicht dem hier bei uns im Ringcenter. Zu eng, zu klein und nie da was ich brauche. Aber gut, er verkauft Frischfleisch, das nicht eingeschweißt ist. Bei dem Mangel an richtigen Fleischern hier ein echter Vorteil. Eigentlich.

Und eigentlich wirbt Kaisers ja auch mit lustigen Sprüchen über "meine Fachfleischerei". Das beinhaltet aber auch die Schattenseite des Ganzen: Die Fleischwarenfachverkäuferin. Seit ich versuche bei Kaisers Fleisch zu kaufen weiß ich, dass alle dummen Witze über die Spezies wahr sind. Jedenfalls bei Kaisers.

Problem 1: Ich, der bösartige Kunde, erwarte doch tatsächlich 3 Stunden vor dem Feierabend noch, das extra meinetwegen ein neues Stück Fleisch angeschnitten wird. So etwas wird von der FWFVfH* natürlich rundweg abgelehnt. Wo kämen wir denn da hin. Soll er doch gleich morgens kommen, der Kunde der.

Problem 2: Ich habe die Frechheit, nicht die ganzen 136g von der sauteuren Wurst haben zu wollen. Ich will nur 100g. Unglaublich! Geht gar nicht. Man kann ja keine 36g Wurst verkaufen. Also entweder 136G oder gar nix!

Problem 3: Ich hätte gerne vernünftig geschnittene - und vor allem noch nicht völlig ausgetrocknete - Steaks und nicht das vergammelt aussehende Zeug aus der Auslage, das da wahrscheinlich schon seit 10 Stunden vor sich hin trocknet und das zu allem übel in 5mm-Scheiben geschnitten wurde. Wer zum Teufel schneidet Steaks so dünn? Antwort: Die FWFVfH* natürlich. Und die ist erbost. Das ist  nicht vergammelt! Das ist das Eiweiß! Und vertrocknet ist da auch nichts! Und ich Idiot glaub ihr das. Der Kram war natürlich schon fast Dörrfleisch und verwandelte sich auf der heißen Pfanne innerhalb von 10 Sekunden in Schuhsohlen.

Fazit: Eh ich relativ teures Gammelfleisch bei Kaisers kaufe geh ich in Zukunft lieber zum Bio-Markt, wo man mich freundlich und mit Respekt behandelt und mir richtig frisches Fleisch verkauft.

*Fleischwarenfachverkäuferin from Hell