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Montags- ähm… Dienstagskrümel

Nata sammelt die Krümel vom Wochenende auf und stellt ein paar Fragen zu Koch- und Kaufverhalten. Ich gestehe, ich mache in der Regel keine Wochen-Essenspläne. Dazu ändert sich meine Esslust am selbigen Tag einfach zu oft. Manchmal gelingt es mir aber wiederum. Ich bin also eine Gemischtkäuferin und fülle die Lücke zwischen Langzeitplanung und Spontankäufen aus.  Wir machen uns eher am Wochenanfang so grobe Pläne, was wir im Laufe der nächsten Tage essen wollen.
Was mich dabei freut? Wenn ich noch etwas sparsam weiterverwerten oder meine sorgsam gehorteten und gehüteten Vorräte in den Speiseplan einbauen kann.

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1. Der Geschmack vom Wochenende?

Da an diesem Wochenende wieder Spinntreffen bei mir war und wir da immer ein gemeinsames Buffet erstellen, hatte das Wochenende den Geschmack von Gries-Halva mit gerösteten Mandeln, selbstgemachtem Bienenstich, eimerweise Obstsalat (zwei Leute brachten jeweils halbe Gebirge davon mit), Nudelsalat, kusprigem Brot und einem riesigen Topf voll englischer Spinatcremesuppe.

2. Und die Reste?

Die Spinatcremesuppe hat uns auch am Sonntag begleitet - zusammen mit etwas Brot und Weinbergschnecken als Vorspeise. Der Rest wanderte ins Tiefkühlfach und ging an die syrische Lieblingsnachbarin. Die anderen Lebensmittelreste wurden aufgefressen/verteilt/waren nicht zu retten. Brot siehe unten.

3. Was kannst Du weiter verwenden?

Vom Roggenbrot ist noch ein ordentliches Stück übrig, das wird gerade zum Teil gefrühstückt. Ein anderer Teil davon wird aber wahrscheinlich in Scheiben geschnitten, aus denen ich mit einem Glas ein Loch austanze. Dann wird das Brot mit Butter etwas in der Pfanne aufgebraten, bevor ein Ei in die Aussparung hineinwandert. Oder ich mache direkt Arme Ritter. Auf jeden Fall gibt es noch frisches Gemüse oder einen Salat dazu.

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4. Was muss entsorgt werden?  

Ich habe immer leere Gläser zum Mitgeben von Goodiebags da, aber es war auch danach noch so viel Obstsalat übrig, dass wir den Rest leider entsorgen mussten. Tat mir in der Seele weh, aber ging wirklich nicht anders.

5. Wonach schmeckt die nächste Woche?

Die  nächste/diese Woche schmeckt definitiv nach gebratenen Auberginen, Joghurt, Scotch Eggs, (hoffentlich bald) reifen Avocados, Ranch Dressing und - wie sollte es anders - Erdbeeren. Oh. Und Schokolade natürlich. Wie konnte ich die vergessen?!

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English Cooking – Spinach Soup / Spinatcremesuppe

Letztens flatterte mir der zehn Jahre alte Klassiker English Cooking: Ein schlechter Ruf wird widerlegt* von Patricia Clough auf den Schreibtisch. Neugierig steckte ich die Nase hinein und wurde sofort von der kochorgiastischen Lust auf High Tea mit Scones, Clotted Cream, Cucumber Sandwiches, Porridge, Yorkshire Pudding, Steak & Kidney Pie, Roastbeef, Toad-in-the-Hole, Syllabub, Lemon Meringue Pie und viele andere Dinge befallen. Ja das britische Empire und Geschmack schließt sich wirklich nicht aus. Ich mag die sehr bodenständige und handfeste britische Küche, diverse schottische Rezepte sind ja (neben asiatischen, deutschen und orientalischen Einflüssen) ein ständiger Begleiter.  Nachdem ich beim ersten Durchblättern des englischen Kochbuches zunächst von der spontanen Sehnsucht nach einem Tag mit meiner nagelneu zum Geburtstag erhaltenen DVD-Box von Jane Austens Pride & Prejudice (Ja, natürlich die alte BBC-Verfilmung mit Colin Firth als Mr. Darcy... hach..), netten Freunden und viel leckerem britischen Essen gepackt wurde, fiel mir - quasi als Überbrückung, bis ich meinen Plan realisieren kann - das Rezept für die Spinach Soup ins Auge. Spinat und ich - das ist so eine Sache. Ich habe das Zeug als Kind gehasst. Inzwischen bin ich zu der Erkenntnis gelangt, dass es echt lecker sein kann. Zum Beispiel als Spinat-Feta-Lasagne - eines meiner absoluten Lieblingsgerichte.

Spinach Soup

1 kg Tiefkühl Blattspinat
1 l kräftige Hühnerbrühe
1 große Zwiebel
2 Zehen Knoblauch
Butterschmalz
2-3 TL Kräutersalz/Meersalz
frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
1/2 TL edelsüßer Paprika
200 ml Sahne
eine gute Hand voll Walnüsse
frisch gehobelter Parmesan

Zubereitung der Spinatsuppe

  • Butterschmalz in den Topf geben, erhitzen und die geputzte und in Stücke geschnittene Zwiebel darin anrösten.
  • Den geschälten und grob zerkleinerten Knoblauch noch kurz mitgaren und dann den gefrorenen TK-Spinat dazu geben.
  • Umrühren und mit der Hühnerbrühe aufgießen, Gewürze hinzufügen, alles aufkochen und dann für einige Minuten weiterköcheln lassen.
  • Suppe vom Herd nehmen und mit dem Zauberstab pürieren. Wer keinen Pürierstab mit Spritzschutz hat, sollte die Suppe evtl. erst etwas abkühlen lassen, da es sonst Ähnlichkeit mit vulkanischen Aktivitäten hat.
  • Spinatsuppe zurück auf die Herdplatte stellen und nochmals etwas köcheln lassen. Am Ende die Sahne dazu geben und abschmecken.
  • Die Suppe in Teller geben, und vor dem Servieren mit einigen Hobeln Parmesan mit darüber gestreuten grob gehackten Walnüssen anrichten.

Spinatsuppen-Fazit

Auch wenn es so aussieht wie die wiederlich-grüne Pampe, mit der meine Mutter mich als Kind gegeißelt hat: Nein, es ist definitiv ein geschmacklicher Unterschied zwischen diesem grauenerregenden Zeug von damals und dieser Suppe feststellbar. Ich gebe zu, gekocht habe ich sie mit großer Skepsis, gegessen mit Genuss. 🙂

Das (wirklich sehr angenehm simple und sehr schnell zubereitete) Grundrezept für die Spinatsuppe ist aus "English Cooking", ich habe es nur noch ein wenig aufgepeppt, gehobelten Parmesan und Walnüsse hinzugefügt. Gerade die Walnüsse harmonieren wirklich überraschend gut geschmacklich mit dem Spinat.
Nachdem ich die Suppe fotografiert hatte und ich mich über die kräftige grünen Farbe freute, fiel mir auf, dass sie als Teil einer kulinarischen Farbpalette wunderbar zum "Blog-Event LXIX - Farbenfrohe Gerichte" passt.

Blog-Event LXIX - Farbenfrohe Gerichte (Einsendeschluss 15. Juli 2011)

Das Kochbuch English Cooking

Noch kurz was zum Kochbuch - es ist nicht so aufgebaut wie in den meisten Kochbüchern üblich, Rezept reiht sich hier nicht brav bebildert an Rezept. Man hat eher das Gefühl, dass Patricia Clough einen mit in eine große englische Küche nimmt, an dem blank geschrubbten Eichentisch platziert, eine Tasse Darjeeling hinstellt und Geschichten zu Gerichten und über ihre eigenen Familientraditionen, Freunde und Bekannte ausplaudert, während sie nebenbei Bratkartoffeln schnibbelt, die Pastete im Ofen kontrolliert, das Chicken Curry abschmeckt und in der Gravy rührt.
Bilder gibt es wie gesagt keine, eigentlich empfinde ich das sonst sehr störend bei Kochbüchern, hier passt es aber gut in das Konzept der Erzählungen, in die die Rezepte eingebettet sind. Gegliedert ist das 157 Seiten starke Büchlein in neun Hauptkapitel (Frühstück, Lunch, Tea, High Tea, Dinner, Das Vermächtnis Indiens, Weihnachtsspezialitäten, Picknick und Spezialitäten-Glossar) und gibt so einen guten Überblick über die englische Küche. Im Rezeptregister finden sich die Gerichte praktischerweise nach englischer und deutscher Bezeichnung sortiert.

Nach dem Einlesen fand ich es lediglich irritierend, dass einige hinten nachgeschlagene Seitenzahlen nicht korrekt waren und dass Patricia Cough sich darüber echauffiert, dass sie von einem Bekannten erfahren hat, dass Burnt Cream (Crème brûlée) in manchen Restaurants tatsächlich mit der Lötlampe, statt im Ofen oder unter einem Salamander karamellisiert wird. Ja mei. Wird die Gäste wenig stören und ist ja im Grunde nix neues. Ansonsten: ein sehr schönes Buch, aus dem ich sicherlich noch das eine oder andere kredenzen werde.

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