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Gefüllte Kartoffeln mit Wachteleiern – perfekt fürs Osteressen

Hachja.. immer diese Foodblogger/innen: Kaum haben wir Weihnachten, Keksberge und Affenkälte hinter uns gelassen - gerade trauen sich die ersten Frühlingsblümchen ganz, ganz zaghaft ihre grünen Blättchen durch den noch wintergrauen Boden zu stecken - da kommen wir auch schon mit Osterrezepten!

Osterrezept: Kartoffeln und Wachteleier für ein Kartoffelrezept

Rezepte für die Ostertafel

Aaaahaber! Ostern ist wirklich gar nicht mal mehr so weit entfernt, also echt jetzt. Anderthalb Monate gerade mal (und Ihr da draußen mit Jobs, Freelancerprojekten, Kindern, Haustieren, Hobbys und was weiß ich noch an den Hacken, was das Leben nunmal ausmacht, ihr wisst doch, wie kurz 1,5 Monate sein können. Nicht wahr? Weihnachten kommt ja auch jedes Jahr wieder total überraschend.) -  da lohnt es sich doch schon mal, sich durch passende Rezepte für die Ostertafel zu kramen, zu gucken was auch mit Familie machbar erscheint. Und um Überraschungen vorzubeugen, kann man ja vielleicht sogar schon mal Testkochen? Die gefüllten Kartoffeln sind zum Beispiel ein easy-peasy-Kartoffelrezept, das im Grunde ganz simpel ist und auch außerhalb der eigeschwängerten Osterzeit ein schönes Mittag- oder Abendessen ist. Die mit kleinen Wachteleiern gefüllten Kartoffeln sind geeignet als Mittelplunkt bei einer Vorspeise (solitair, zu einem frischen Frühlings- oder Sommersalat oder vielleicht auch als kartoffelige Insel in einem Teller köstlicher Frühlingssuppe), in größerer Anzahl als Beilage fürs Hauptgericht - und wer upgraden will: Das Osterrezept funktioniert natürlich auch mit größeren Kartoffeln und Hühnereiern. Dann müsst ihr nur die Garzeiten anpassen.

Kartoffeln und Wachteleier für ein KartoffelrezeptKartoffeln und Wachteleier für ein Kartoffelrezept

Und wer ansonsten noch auf der Suche nach passenden Rezepten ist, dem kann ich Strammen Max mit Wachteleiern empfehlen - mit frischen, selbstgezogenen Sprossen aus einem Sprossengarten* - total hübsch und vor allem lecker beim Osterbrunch. Oder meine köstlichen Osterhasenbrötchen mit Füllung. Oh, ich sehe gerade, vor ein paar Jahren hatte ich schon mal eine Übersicht über meine Osterrezepte im Foodblog geschrieben. Folgt einfach dem Link, dann findet ihr alles von österlichem Gebildbrot bis zu kleinen Schokoladennestern mit Zuckereiern als essbare Tischdeko.

Osterrezept: Kartoffeln und Wachteleier für ein KartoffelrezeptKartoffelrezept für Ostern: Gefüllte Kartoffeln mit Wachteleiern

Osterrezept: Gefüllte Kartoffeln mit Wachteleiern

Kartoffeln (mittelgroß, circa 80 g à Kartoffel/ so viele wie Wachteleier + Reservekartoffel)
Wachteleier
Butter
Meersalz, fein / alternativ: Orangensalz
Pfeffer, frisch gemahlen
Schnittlauch, frisch

Zubereitung

  • Die Kartoffeln säubern und in der Schale gar kochen. Das ist leicht unterschiedlich, je nach Sorte. Es sollte circa 25 - 30 Minuten dauern. Eine Garprobe empfiehlt sich.
  • Die Kartoffeln etwas auskühlen lassen und aufrecht hinstellen: Für einen besseren Stand die Kartoffeln unten ein klein wenig flach schneiden. Oben eine Kuppe abschneiden. (Das geht natürlich auch mit längs geschnittenen Kartoffeln, also "liegenden" Kartoffeln.)
  • Mit einem kleinen Löffel nun oben etwas aushöhlen, so dass genug Platz für den Inhalt eines Wachteleis ist und ein kleines Butterflöckchen hineingeben. Achtung: darauf achten genug Rand stehen zu lassen.
  • Jeweils ein Wachtelei aufsäbeln, in die Kartoffel geben und dann in eine gebutterte Auflaufform setzen.

Tipp: Wachteleier haben eine sehr harte Schale. Bei mir hat sich folgende Vorgehensweise bewährt: Ich nutze hier immer ein kleines scharfes Küchenmesser mit Sägeblatt*, säge das Ei mit sanfter Gewalt auf, lasse das Innere komplett in ein Schälchen gleiten und gebe es dann erst von da jeweils in die Kartoffel.

  • Die Auflaufform mit den gefüllten Kartoffeln bei 175°, mittlerer Schiene, in den vorgeheizten Ofen geben und backen, bis die Eier vollkommen gestockt sind. Dies sollte 15 - 20 Minuten dauern.
  • Falls Eiweiß übergelaufen ist, kann es sein, dass die Kartoffeln am Boden festgebacken sind. Dann einfach ein ganz klein wenig Wasser an die Stelle geben, kurz danach sollten Sie sich lösen lassen, ohne dass der Geschmack beeinträchtigt ist.
  • Auf Teller geben und anrichten. Zum Beispiel mit Salz, Pfeffer und geschnittenem Schnittlauch bestreuen und servieren.

*Afiliate-Link zu Amazon. Bei einem Einkauf hierüber erhalte ich eine kleine Provision.

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Orientalisches Fingerfood: Sigara Böregi / Zigarrenbörek mit Feta

Diese kleinen Pasteten aus Filoteig, versehen mit einer Füllung aus Feta und Kräutern, sind ein beliebter und selbst in deutschen Küchen inzwischen bekannter orientalischer Klassiker. Völlig zurecht, sind sie doch ein leckeres Fingerfood auf Partys, eine schöne Beilage oder ein guter Snack für unterwegs. Und ich mag sie auch deswegen so gerne, weil sie gewürz- und füllungstechnisch so wunderbar wandelbar sind. Ganz klassisch sind sie ja mit Feta und Petersilie - bekannt sind auch Füllungen mit Hackfleisch, Kartoffeln oder Spinat -, aber warum nicht mal mit Knoblauch, frischem Bärlauch, Dill, Frühlingszwiebeln oder gehackter Paprika?  Oder eben wie hier, als Vorspeise für mein Frühlingsmenü der Metro Kochherausforderung, mit etwas basilikumlastigem Pesto.

Doch obwohl die Zutatenliste sich wirklich angenehm kurz liest - man sollte den Arbeitsaufwand für dieses goldbraune Gebäck nicht unterschätzen. Man steht schon einige Zeit und pinselt ruhig und meditativ vor sich hin und faltet die verführerischen Röllchen. Wer da keine Geduld für hat, keinen krummen Rücken will oder einfach den Geschmack mag, greift als Alternative ganz einfach zu Blätterteig. Hier muss nichts mehr eingestrichen und großartig gerollt werden. Einfache kleine Päckchen als Pasteten tun es auch, wie man anhand des (grauenerregenden) Bildes in meinem schon vor vier Jahren verbloggten Rezept für arabische Blätterteigtaschen mit Schafskäse und Petersilie sehen kann.

Ein kleiner Tipp: Gerade die hauchdünnen Teigplatten des Teigs (der als Strudelteig, Yufkateig und Filoteig verkauft wird) trocknen sehr schnell aus. Bitte erst kurz vor der Zubereitung aus dem Kühlschrank nehmen und zurechtschneiden. Ich lege zwischen den Arbeitsschritten ein ganz leicht angefeuchtetes Tuch über den zugeschnittenen, auf seine Verarbeitung wartenden, Teig, damit er nicht austrocknet. Das Tuch darf nicht zu nass sein, da der Teig sonst zu viel Feuchtigkeit aufnimmt und nicht mehr nutzbar ist.

Zubereitung Zigarren-Börek
(für 12 Stück)

150 g Feta
60 g gutes (!) Pesto oder 2-3 EL gehackte, großblättrige Petersilie
2 Blätter dünnen Filoteig/Yufkateig/Strudelteig à 60 x 40 cm
neutrales Öl zum Einstreichen

Zubereitung

  • In einer Schüssel mit einer Gabel den Schafskäse zerdrücken und mit dem Pesto oder - ganz klassisch - mit der gehackten Petersilie  vermengen.
  • Die Teigplatten zurechtschneiden. Meine hatten eine Größe von 60 x 40 cm. Ich habe sie in der Länge gesechstelt, so dass ich Stücle à 10 x 40 cm herausbekamt.
  • Die oberste Teigplatte mit Hilfe eines Pinsels mit etwas Öl bestreichen. Dies sorgt dafür, dass die einzelnen Teiglagen sich beim Backen - ähnlich dem Blätterteig - abheben und knusprig aufblättern.
  • Einen gehäuften Esslöffel an ein Ende des Teiges setzen, anfangen einzurollen.
  • Ab ungefähr der Hälfte die Seiten einklappen, so dass die entstandene Röhre verschlossen ist.
  • Bis zum Ende einrollen. Auf ein mit Backpapier belegtes Blech setzen, so dass das Teigende unten liegt, und nochmals mit Öl bestreichen. Mit den restlichen Teigstücken nach und nach ebenso verfahren.
  • Im vorgeheizten Ofen (Umluft) für 30 Minuten bei 160° goldbraun backen.

Die tolle Anleitung zum Rollen der Sigara Böregi hatte ich übrigens aus dem Kochbuch "The New Book of Middle Eastern Food" von Claudia Roden. Eines der fünf Kochbücher, mit denen ich zu meinem Geburtstag letztens bedacht wurde. 🙂

Die Metro Kochherausforderung Frühling 2013 – Alles wird besser mit Butter

Die Metro veranstaltet zum dritten Mal eine Kochherausforderung und ich - ganz meinem fügsamen und liebreizenden Naturell entsprechend - folge diesem Ruf der Kulinarik natürlich wieder sehr gerne. Wie immer gilt: Alle Bestandteile müssen in irgendeiner Form im Menü Einsatz finden. Ende letzten Jahres durfte ich ja schon mal teilnehmen und mich durch einen Einkaufswagen voll leckerer Dinge und mir noch unbekannter Lebensmittel kochen, natürlich habe ich damals auch darüber gebloggt. Das ist überhaupt für mich das Faszinierendste daran, dass ich hier Zutaten zubereite, die sonst vielleicht nicht in meinen Einkaufskorb und auf meinen Teller gewandert wären. Und besonders spannend wird es, wenn ich mir ansehe, was die anderen Bloggerinnen und Blogger sich haben einfallen lassen. Ist diese Vielfalt nicht toll?

Ich habe wieder ein dreigängiges Menü zusammengestellt und mich diesmal - zwecks besserer Übersichtlichkeit und um einem unglaublichen Bandwurmartikel mit zig darin untergehenden Rezepten zu entkommen - dazu entschieden, mein gesamtes Menü in diesem Beitrag vorzustellen und dann auf die einzelnen Rezepte (die im Laufe der nächsten Wochen dann nach und nach als eigene Rezeptartikel online gehen) zu verlinken.

Und das waren übrigens die Zutaten, um die ich mir diesmal Gedanken machen durfte:Freilandbrathähnchen, Kartoffeln, Babyspinat, Brause, Riesling, Filoteig/Strudelteig, Meersalzflocken, Tomaten, Ingwer, Arganöl, Mango, Pesto

Ich hatte im Vorfeld schon bei anderen Blogs neugierig ein Auge auf die Bestandteile geworfen. Wie immer ist eine Zutat dabei, die ein wenig die Fantasie anstrengen und das Ganze nicht zu simpel machen soll. Diese Rolle sollte diesmal eindeutig der Brause zufallen, mit der ich aber eigentlich null Probleme hatte. Nicht mal der riesige Eimer mit den 100 Brausetütchen konnte mich schocken. Meine persönliche Nemesis hieß nämlich Fertig-Pesto. Allein der Anblick des Glases und des Markennamens auf anderen Blogs ließ mich leicht würgend erschauern. Pesto kommt bei uns normalerweise nur selbstgemacht auf den Tisch, in den gekauften Produkten (selbst bei denen aus dem Bio-Markt) finden sich oft billige Derivate statt der traditionellen Zutaten. Statt Olivenöl, Basilikum, Parmigiano, Pecorino, Pinienkernen, Salz und etwas Knoblauch findet sich hier leider oft eher günstiges Sonnenblumenöl, Cashewkerne, Sonnenblumenkerne, seltsame Milchprodukte, wenig guter Käse, dafür aber unsäglicherweise Kartoffelflocken und Dextrose (würg). Die Verbraucherzentrale Hamburg hat das in einer bildlichen Gegenüberstellung hervorragend auf den Punkt gebracht. Um so überraschter war ich, als ich mir das Pesto genauer ansah und feststellte, dass die Marke Finestro Fine Foods sich bei ihrem Pesto Genovese wirklich an einem ligurischen Originalrezept orientieret und hier wirklich nur das drin war, was auch wirklich drin sein soll. Wow.

Noch überraschter war ich, als ich bemerkte, dass es sich hier tatächlich um die Eigenmarke der Metro handelt. Das hervorragende Arganöl, mit dem ich im Hauptgang meinen Spinat beglücke, ist übrigens auch von Finestro.
Um es kurz zu machen: Die Zutaten waren wieder von toller Qualität und es hat wahnsinnigen Spaß gemacht sich dafür Rezepte auszudenken, sich durch stapelweise Kochbücher zu blättern und alles zu verkochen. Sehr gerne wieder! Allein meine Mango war noch steinhart, so dass ich mit der Zubereitung einige Tage warten musste, und mein Babyspinat war etwas zerdrückt. Aber jetzt auf zum Menü:

Vorspeise
Zigarren-Börek (Sigarra Böregi) aus Filoteig/Yufkateig mit fruchtiger Mango-Chili-Salsa
Verwendete Zutaten: Filoteig, PestoEin einfach zu machender orientalischer Appetizer, der durch das spezielle Rollen der Teigplatten aber etwas arbeitsaufwändig ist. Das Pesto passte wirklich gut zu Käse und knusprigem Teig. Da ich noch etwas Frisches dazu haben wollte, gab es aus einer hinzugekauften Mango noch etwas fruchtige Salsa.

Hauptgang
Zitronenhähnchen mit gebackenen Kartoffeln, Zwiebeln und Babyspinat mit Granatapfelsirup-Dressing
Verwendete Zutaten: Brathuhn, Kartoffeln, Babyspinat, Arganöl, MeersalzflockenUnd hier kommt dann auch zum ersten Mal die Butter ins Spiel. Ich habe mein Brathähnchen darin schwimmen lassen und war nach dem Essen förmlich glücklich damit überzogen. Aber dafür verkörperte es dann quasi auch das Role Model des herrlichen, Mund wässrig machenden, knusprig braun gebratenen, super-saftigen und elegant gewürzten Brathähnchens schlechthin. Alles wird eben besser mit Butter. 😉 Das Brathähnchen, ein Loué Freilandhuhn vom Label Rouge, war aber auch einfach genial. Das Fleisch des Schwarzfederhuhns war ein wenig dunkler, kräftiger und muskulöser als gewohnt (ein Schneidezahn kollidierte etwas mit einer Sehne), aber wirklich sehr, sehr köstlich. Besonders schön: Die Fütterung besteht zu 80% aus Getreide, das Futter ist frei von Gentechnik und laut Label soll das Geflügeltier zu Lebzeiten auch zur Wiederaufforstung der bäuerlichen Heckenlandschaft und zur Förderung der erneuerbaren Energien beigetragen haben (wie auch immer es das getan hat).
Mein Babyspinat war ja leider etwas derangiert, weswegen ich ihn nicht - wie eigentlich geplant - roh als Salat eingesetzt habe, sondern rasch noch gedämpft habe. Das Arganöl hat eine angenehm samtige, nussig-geröstete Note. Damit hatte ich bisher nur im kosmetischen Bereich zu tun und wäre wohl auch nie auf die Idee verfallen das kostbare Öl wirklich zum Kochen zu kaufen. Inzwischen haben wir es schon öfter verwendet, auch ein simpler Tomatensalat profitiert hiervon immens.

Dessert
Dreierlei aus gebackenen Mandelfingern mit Orangenblütenwasser, Mango-Sorbet mit Weißwein und Ingwer und Zartbitter-Pralinen mit prickelnder Brause.
Verwendete Zutaten: Filoteig, Mango, Riesling, Ingwer, BrauseHier taucht dann abermals eine ordentliche Portion Butter auf, die dafür sorgt, dass dieses orientalische Gebäck luftig und knusprig wird. Die Mandelfinger sind einfach fantastisch -  ich hab sie direkt warm aus dem Ofen probiert und war im buttrig-blättig-süßen Baklava-Himmel. Das spritzig-frische Sherbet/Mangosorbet mit dem Riesling und dem Hauch von Ingwer ist ein guter Ausgleich zu der schweren, orientalischen Süße. Und was Schokoladiges muss einfach sein - sonst ist ein Dessert für mich nicht komplett vollständig. Die restlichen Zartbitter-Brause-Pralinen habe ich übrigens bei unserer ESC-Party serviert und die kamen so gut an, dass ich die demnächst auf jeden Fall nochmals machen werde. Ich liebe ja sowieso die Kombination aus samtiger Zartbitterschokolade und fruchtig-frischer Kompononente. Passte also perfekt.

So.. schnell nochmal kontrolliert und nachgezählt - aber damit müsste ich alle Zutaten erfolgreich in kulinarische Genüsse umgesetzt haben. 🙂 Und wer noch nicht genug köstliche Dinge gesehen hat und gespannt ist, was andere aus (fast) den gleiche Zutaten gebastelt haben, der sollte sich auf diesen Blogs umsehen:

Alice im kulinarischen Wunderland, Essen ohne Grenzen, from snuggs kitchen, ...in Frau Kampis Küche, moeys kitchen, Nur das gute Zeugs, Obers trifft Sahne, Penne im Topf, Lunch for one

Abschließend noch die Kochbücher, die mich inspiriert haben, bzw. aus denen Rezepte stammen. Das Granatapfel-Dressing und die Idee zum Zitronenhuhn ist aus "Just Add Spice". Das Rezept für die arabischen Mandelfinger habe ich aus Claudia Rodens sehr empfehlenswerten Kochbuch "The New Book of Middle Eastern Food".

Eine zutiefst bittere Erfahrung: Spanische Tapa – Pimientos de Padrón

Diese kleinen grünen Teilchen hatte ich schon länger ins Auge gefasst, war ihrer allerdings nie habhaft geworden, beziehungsweise habe mich geweigert, einen Arm und ein Bein für ein paar kleine Paprikaschoten zu bezahlen.

Letztens sind mir die Pimientos de Padrón in einem großen Supermarkt unter der unsäglichen deutschen Bezeichnung "Bratpaprika" (die in meinem Gehirn irgendwie eher Assoziationen zu triefigem alten Frittenfett hervorruft) zu einem recht akzeptablem Preis (~ 2-3 Euro für 200 g) über den Weg gelaufen. Die ursprüngliche Bezeichnung dieser schnell gemachten Tapas-Spezialität aus Spanien/Galicien war leider selbst auf dem Päckchen nicht vermerkt, was ich sehr schade finde. Wenn man schon ein kleines kulinarisches Stagediving in andere Kulturen anbietet, dann bitte doch auch mit dem korrekten Namen.

Rezept für Pimientos de Padrón

Olivenöl
200 g Pimientos de Padrón
grobes Meersalz (zum Beispiel Fleur de Sel, wir haben als Finish-Salz leicht zwischen den Fingern zerriebene White Flakes aus Zypern benutzt

Zubereitung

  • Schoten abspülen und sehr gut trocken tupfen
  • In einer hohen Pfanne reichlich Olivenlöl erhitzen und die Paprikaschoten darin bei mittlerer Hitze unter Rühren einige  Minuten braten, bis sie anfangen Blasen zu werfen und bräunen.
  • Paprika auf Küchenkrepp etwas abtropfen lassen, auf einen Teller geben und mit etwas Salz bestreut servieren.

Pimientos de Padrón-Fazit

Das spanische Fingerfood wird zwar samt Stumpf, Stiel und Kernen gebraten, allerdings natürlich nicht mit diesen gegessen. Einfach drumherum knabbern. Die Pimientos sind zwar allgemein relativ mild, sie zu essen hat nach Hörensagen allerdings etwas von russischem Roulette mit Capsaicin, da einige Paprikaschoten eine überraschende Schärfe besitzen können.

Die Pimientos sind schnell und simpel zubereitet und zusammen mit etwas frischem Brot, Salat und weiteren Leckerbissen eigentlich ein schönes kaltes Abendessen für laue Sommerabende.

... Eigentlich, denn wir können die Erfahrung hauptsächlich unter "Datt war wohl nix!" verbuchen, da die Paprikaschoten größtenteils so dermaßen entsetzlich gallebitter waren, dass wir sie nicht essen wollten. Mutter Natur baut solche Bitterstoffe ja normalerweise nicht völlig umsonst ein und nein, die waren schon vor dem Braten teils bitter. Ich hatte eine Schote in rohem Zustand kurz angeknabbert und mich da schon gewundert.

Insofern haben diese Pimientos in uns keine großen Freunde gefunden. Da die Paprikas (jedenfalls die, die nicht absolut ekelerregend bitter schmeckten) in Konsistenz und Geschmack buttrig-zart waren, werden wir dem Tapasgericht irgendwann mal noch eine zweite Chance geben. Es war  eben ein klassischer Fall von Rezept top, Zutaten flop.

Blog-Event LXX – Ran an den Speck: Von der Flamme geküsste Aprikosen und Pflaumen im Speckmantel mit Parmesanfüllung

Na gut, bei uns war die Flamme (zum Wohle der über uns wohnenden Nachbarn) leider nur ein mehr als mäßiger und uns halb in den Wahnsinn treibener Tischgrill (der Elektrogrill ist leider Anfang des Sommers sommerlichen Herbstes eines plötzlichen Todes gestorben. Es sei ihm vergönnt, er hat lange gedient, einen Nachfolger haben wir allerdings noch nicht auserkoren.) Also stellt Euch einfach mal ein wenig fantasievoll vor, dass dieser fettig-fruchtig-rauchig-herzhafte Knabberkram auf sanft rotglühener Kohle vor der imaginären Leinwand eines samtigen Abendhimmels in Berlin und voller Liebe gebrutzelt wurde. Nur für Euch. Jawohl.

Die mit Parmesan gefüllten Grillfrüchte (wahrscheinlich hatten zig Leute ähnliche Ideen, bin schon gespannt auf die Galerie aus speckummantelten Pfläumchen ;-)) sind meine Beteiligung am speckigen Blogevent. Die Früchte sind auch hübsche und schnell gemachte Appetizer für Parties und lassen sich im Grunde auch in der Pfanne zubereiten. Ich habe die gefüllten und mit Bacon umwickelten Aprikosen extra zu mehreren auf jeweils zwei Schaschlikspieße gezogen, damit sie sich besser grillen lassen. Klappte dadurch alles wie gedacht problemlos.

Blog-Event LXX - Ran an den Speck (Einsendeschluss 15. August 2011)

Rezept für Grillaprikosen und -pflaumen im Speckmantel

Getrocknete Aprikosen
Getrocknete Softpflaumen
zwei Packungen Frühstücksbacon
Parmesan am Stück
Schaschlikspieße

Zubereitung

  • Kleine Stücke des Parmesans mit einem Messer herausbrechen/absägen/zurechtschneiden.
  • Mit einem scharfen Messer die Aprikosen und die Pflaumen einmal längs aufschneiden.
  • Parmesanstück hineinlegen und zudrücken.
  • Früchte jeweils einzeln auf einen Streifen Bacon legen, einwickeln und auf Spieße ziehen.
  • Grillen oder in der Pfanne braten, bis der Speck ausgelassen und knusprig ist.

Speckummanteltes-Aprikosen-Pflaumen-Parmesan-Fazit:

Ich habe keine Ahnung, wie die Teilchen schmecken. Bei der Zubereitung war mein Magen leider gerade etwas angeschlagen, so dass ich ihm diese fettige Köstlichkeit erspart habe. Der Gatte fand sie allerdings (Originalton) superlecker und die Speck-Pflaumen und -Aprikosen werden sicherlich nochmals unseren Grill zieren. Ich nehme an, dass man sowas aber einfach mögen muss, um es zu.. äh.. mögen. 😉 Speck- und Schinkenhasser werden mit dem gefüllten gegrillten Obst garantiert nicht glücklich. Varianten zur Füllung wären eventuell noch: Blauschimmelkäse oder Schafskäse.