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Veggie-Burger: Orientalischer Halloumi-Burger mit Auberginen & Granatapfelzwiebeln

Na? Wie wäre es mit einem etwas ausgefallenerem Veggie-Burger? Statt Fleischersatz oder Gemüsebratling trifft hier goldbraun gebratener, quietschiger Halloumi-Käse auf herrlich cremige Aufberginen und süß-sauer-fruchtige Zwiebeln mit Granatapfelsirup.

Go veggie: Orientalischer Haslloumi-Burger mit frittierten Auberginen und karamellisierten Zwiebeln mit Granatapfelsirup und Honig

Mein vegetarischer Halloumi-Burger ist dabei keine Spezialität eines genauen arabischen Landes, sondern quasi ein Zusammenschluss verschiedenster orientalischer Elemente und Aromen.

Granatapfelzwiebeln: Karamellisierte Zwiebeln mit Honig und Granatapfelsirup

Gebratener Halloumi und mehlierte, gebratene Auberginenscheiben auf vegetarischem Burger

So wird ein Veggie-Burger draus!

Mein vegetarischer Burger besteht aus 5 Komponenten: selbstgebackenem Burgerbrötchen (in diesem Falle kleine Sesamfladenbrote nach einem kurdischen Rezept. Alternativ können große Ecken von frischem, türkischen Fladenbrot verwendet werden), in etwas Öl goldig gebratenen Halloumi-Käse (pro Brötchen eine Scheibe à 100g), einer scharfen Joghurtcreme mit Paprikamark und Harissa als Burgersauce, frittierte Auberginen und braun gebratene, süß-säuerliche Zwiebeln. Die Granatapfelzwiebeln und die Joghurtsauce lassen sich gut im Voraus vorbereiten. Beachten müsst ihr bitte, dass die Auberginen einige Stunden in Milch eingelegt werden müssen. Ich würde beim Kochen auch empfehlen, erst die Auberginen zu frittieren und ganz am Ende den Halloumi zu braten, da dieser pro Seite nur 2 Minuten in der Pfanne benötigt und dann noch warm ist, wenn er aufs Brot gesetzt wird.

Für 4 Halloumi-Burger benötigt man:

4 kleine Sesam-Fladenbrötchen oder große Ecken dicken, türkischen Fladenbrotes
4 Scheiben goldbraun gebratenen Halloumi à 100 g
8 -12 Scheiben frittierte Aubergine
Paprika-Harissa-Joghurt
Granatapfelzwiebeln

Zusammengesetzt hatte ich ihn in dieser Reihenfolge, das steht nachkochenden Personen aber natürlich  vollkommen frei: Auf die untere Hälfte des aufgeschnittenen Fladenbrotes eine ordentliche Portion vom angerührten Joghurt, dann die gebratene Scheibe Halloumi, darauf wieder etwas Joghurt, 2-3 Scheiben frittierte Auberginen, gekrönt von einem großen Löffel mit Granatapfelzwiebeln, bevor der mit etwas Joghurt eingestrichene Deckel aufgesetzt wird. Im Nachfolgenden jetzt die einzelnen Rezepte.

Orientalischer veggie Burger mit Halloumi, frittierten Auberginen und karamellisierten Zwiebeln mit Granatapfelsirup

Rezept für Granatapfelzwiebeln

2 große Zwiebeln
1,5 EL Granatapfelsirup*
1 EL Akazienhonig
Meersalz (fein) & frisch gemahlener schwarzer Pfeffer nach Geschmack
neutrales Öl zum Braten

Zubereitung

  • Zwiebeln putzen, halbieren und in Streifen schneiden.
  • Öl in der einer kleinen Pfanne erhitzen und auf mittlerer Hitze und unter Rühren die Zwiebelstreifen darin langsam braten und zusammenschmurgeln lassen. Zwiebeln sind von Natur aus erstaunlich süß und enthalten Zucker. Durch das langsame Braten, bis sie braun und ungefähr auf 1/4 bis 1/3 eingebrutzelt sind, kommt die Süße gut heraus und der ihnen eigene Zucker karamellisiert. Aber Achtung! Nicht schwarz braten!
  • Salz und Pfeffer hinzu geben. Honig und Granatapfelsirup unterrühren. Kurz aufkochen lassen und dann sofort von der Hitze nehmen. Abschmecken und in ein Schälchen zur späteren Benutzung füllen.

 

Rezept für frittierte Auberginen

Milch
1 große Aubergine
4 EL Weizenmehl
1/2 TL Meersalz (fein)
1/2 TL Baharat* oder Madras Curry*
neutrales Öl zum Ausbraten

Zubereitung

  • Die Aubergine circa 8 Stunden im Voraus schälen, in 1 cm dicke Scheiben schneiden, diese in einen dichten Behälter geben und mit der Milch aufgießen. Darauf achten: Die Scheiben müssen alle von Milch umhüllt sein und schwimmen gut. Ich gebe meist noch einen kleinen Teller oder ein Schälchen obendrauf und verschließe dann, damit sie wirklich unter die Milch gedrückt sind.
  • Eine kleine, tiefe Pfanne mit Öl darin erhitzen. Die Auberginen sollten wie ein Schnitzel schwimmend ausgebacken werden.
  • Mit einer Gabel jeweils eine Auberginenscheibe aus der Milch nehmen, etwas abtropfen lassen und in einer Schale mit dem mit Gewürzen vermengten Mehl gut von allen Seiten mehlieren.
  • Überzähliges Mehl abschütteln und die Scheibe vorsichtig ins heiße Fett gleiten lassen. Von beiden Seiten goldbraun frittieren.
  • Auf einem mit Küchenkrepp ausgelegten Teller abtropfen lassen.

 

Rezept für Paprika-Harissa-Joghurt (Burgersauce)

150 g griechischer Joghurt
100 g Paprikamark* (mild)
1/2 TL Meersalz (fein)
1/4 TL Currypulver
5 g Honig
Harissa* nach Geschmack

Zubereitung

  • Alle Zutaten in einer Schale miteinander verrühren.

Veggie Burger mit Halloumi, frittierten Auberginen und karamellisierten Zwiebeln mit Granatapfelsirup

Viele weitere Burger-Rezepte

Über ein Jahr ist es her, dass ich bei  "All you need is..." teilgenommen habe, damals hatte ich mit "Tepsi" ein arabisches Gericht Blechgericht mit Lammfleisch und Tamarindensauce zubereitet.  Bei diesem Blogevent wird einmal im Monat ein Thema gestellt, zu dem man dann entsprechend kocht und wo die Teilnehmer_innen sich dann gegenseitig verlinken und ein thematisches Rezeptnetz schaffen. Wer also keine Lust mehr auf 08/15-Hamburger hat, kann sich in dieser Übersicht ganz viel köstliche Inspiration für viele tolle Rezepte für Burger holen!

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Mein wunderbares Chaos Pulled Lamb Burger mit Bärlauch-Chimichurri

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Kochen mit Diana Farm Burger

 

 

* Werbung. Afiliate-Link zu Amazon. Bei einem Einkauf hierüber erhalte ich eine geringe Vergütung. Danke!

Pflanzliches Apfel-Zwiebel-Schmalz

Ab und zu gibt es mal ne Schmalzstulle. Schmelziges kühles Zwiebelschmalz, das einen auf ner kräftigen Scheibe Graubrot freundlich anglitzert. Lecker. Diesmal halt in der tierfreien Variante*. Geht nicht? Geht.
vegane Schmalzbemme

In Kindheitstagen gab es Schmalz (da merkt man die Wortherkunft von "schmelzen") ganz selten mal bei uns, dann gab es damit mal ne Schnitte mit und geriet danach meist in Vergessenheit - sonderlich gut hab ich das nie so vertragen. Bereite ich Gans oder Ente zu, lasse ich allerdings auch immer das Fett und Grieben aus, um möglichst viel vom Tier zu verwerten. Einen Großteil verschenke ich meist an eine schmalzverrückte Freundin, die auf Gänseschmalzstullen mit meinem Kräutersalz schwört.
Bei irgendeinem Spinntreffen strandete dann mal ein Glas mit veganem Schmalz in meiner Küche und wurde zunächst äußerst skeptisch meinerseits beäugt und mehr als nur argwöhnisch und naserümpfend umrundet.

pflanzlicher Schmalzgetrocknete ApfelchipsPflanzliches Schmalz

Umso erstaunter war ich, dass der vegane Brotaufstrich wirklich gut war. (Ja, dieses erfreute Erstaunen ist nach Begegnungen mit diversen gekauften rein pflanzlichen Brotaufstrichen, die von Geschmack und Aussehen eher an vergilbten Fensterkitt erinnerten, immer wieder da.) Und im Gegensatz zu tierischem Schmalz, vertrag ich es auch. Ab und an wanderte also wieder ein Gläschen davon in meinen Einkaufskorb. Irgendwann konnte ich das leise innere Stimmchen von "Das kann ich doch selbst machen!" nicht mehr ignorieren und habe mich selbst daran probiert. Und jetzt weiß ich: Mit nur vier Zutaten kommt frau also in den im Schmalz-Himmel. 🙂 Oberlecker!

pflanzlicher Apfel-Zwiebel-Schmalz

Da ich manchmal ein faules Stückchen bin und nicht ewig Zwiebeln und Äpfel zu Tode frittieren wollte, habe ich auf schon (gefrier)getrocknete Produkte (allerdings ohne weitere Zusätze) zurückgegriffen. Damit war mein veganes Schmalz in kürzester Zeit fertig. Gewürze habe ich keine dazu gegeben, mir reicht der röstige Zwiebelgeschmack mit fruchtigen Apfelstückchen dazwischen. Noch ein paar Salzkristalle auf die Schmalzbemme gestreut und fertig. Wer möchte, kann natürlich am Ende - sonst verbrennen die Gewürze - beispielsweise noch Pfeffer, Paprika, Majoran oder Thymian einquirlen.

Das Rezept ist für vegan lebende, aber auch allesfressende Menschen interessant. Ab und an mal ein Brotbelag ohne tierische Produkte kann ja aus den vielfältigsten Gründen gerade Thema sein. Ich bin dann jedenfalls mal weg. Ich muss Brot rösten und dringend ne Schmalzstulle essen. 😉

Rezept für veganes Schmalz

Rezept für veganes Apfel-Zwiebel-Schmalz

200 g Kokosöl (mild = ohne Kokosgeschmack)
150 g Sonnenblumenöl
10 g Apfelchips (getrocknet)
8 g Zwiebelwürfel (gefriergetrocknet)

Zubereitung

  • Die Apfelchips mit dem Messer in kleine Stückchen schneiden und zusammen mit den abgewogenen Zwiebelstückchen beiseite stellen.
  • Das Kokosöl und das Sonnenblumenöl in einen kleinen Topf geben und bei mittlerer Hitze schmelzen.
  • Die Apfel- und Zwiebelstückchen dazu geben und unter stetem Rühren rösten/frittieren, bis anfangen zu bräunen. Da die Zutaten ja schon trocken sind, kann das sehr schnell gehen.
  • Vom Feuer nehmen und abkühlen lassen. Sobald das Schmalz zimmerwarm ist, in den Kühlschrank stellen, um ihn fester werden zu lassen.
  • Wenn das pflanzliche Schmalz etwas fester ist (die gerösteten Apfel- & Zwiebelstücke sammeln sich sonst nur am Boden), kräftig durchrühren, in saubere Gläschen abfüllen und verschließen. (Bei mir haben sie sich unten abgesetzt, einmal Aufrühren, wenn das Schmalz weich ist, schafft da Abhilfe.)
  • Im Kühlschrank lagern, eine halbe Stunde vorm Essen aus herausnehmen, damit das Schmalz schön streichfähig und nicht mehr hart ist. Vorsicht, wenn es zu lange draußen steht, kann es nach einiger Zeit arg weich werden.

Ein Gläschen selbstgemachtes Schmalz ist übrigens auch ein nettes Mitbringsel aus der Küche.
Auf der Suche nach noch einem tierfreien Aufstrich? Dann auf zur veganen Friedrichshainer Mettratte. 😉

*Dieses Blog ist keine Plattform, um über den Sinn oder Unsinn einer veganen Lebensweise und die Benennung von Lebensmitteln diskutierten. Danke, dass du darauf Rücksicht nimmst.

Frühlingszwiebelpesto mit Bacon & gerösteten Walnüssen

Der Liebste kocht Nudeln und ich zupfe meditativ Petersilienblättchen ab, während ich mir noch ein Stückchen Walnuss klaue und zufrieden knabbernd das liebevoll neben mir gemurmelte "Walnussjunky!" (sehr) großzügig ignoriere.

selbstgemachtes Pesto aus Frühlingszwiebeln, gerösteten Walnüssenund Bacon

#dishstorm - Sturm im Pestogläschen

Diese kochende Idylle tippe ich deswegen hier nieder, weil ich Pesto zubereite. Und zwar deswegen, weil es vor ein paar Tagen einen Sturm im Pestogläschen gab, als ein großer Nudelsaucenhersteller auf ziemlich plumpe und unhöfliche Weise Bloggern Links bei FB reindrückte. Die Form der Gegenreaktion war recht kreativ und kann beim Stern nachgelesen werden, aus dem #dishstorm entstand dann auch gleich noch ein Blogevent zur Sammlung von Pestorezepten - ganz ohne seltsame Zusätze, wie bei dem Fertigzeug ja oft zu finden.

Zutaten für selbstgemachtes Pesto

Eine hervorragende Idee (lies: Arschtritt), um ein seit 3 Jahren in der Schublade lauerndes Pestorezept endlich hervorzuzerren, nochmal aufzupolieren und das frisch-zitronige und ganz sanft petersilige Ergebnis genüsslich zu verspeisen. Es ist genug Grün dran, um sich auch im Februar schon gedanklich einen Hauch Frühling um die Nase wehen zu lassen, dank Walnüssen und Schinkenstückchen aber bodenständig genug für fröstelnde Momente. Die Walnüsse und den Bacon mische ich nicht unter, sondern brösel sie elegant über die Nudeln mit Pesto und genieße diesen Zen-Moment der kulinarischen Schönheit, bevor ich dann natürlich doch alles untermenge - aber das kann jeder ja machen wie er möchte.
Und natürlich die perfekte Gelegenheit, um meinerseits beim Vertilgen des kleinen Pasta-und-Pesto-Bergs dem darin schwelgenden Herzmenschen ein liebevoll-süffisantes "Pastajunky!" zukommen zu lassen. 😉

Frühlingszwiebelpesto mit Walnüssen und Bacon

Küchentipp: Ich habe immer frische geriebene Zitronenzesten von Bio-Zitronen, deren Saft ich anderweitig genutzt habe, in einem kleinen Gläschen im Tiefkühler. Sehr praktisch und schnell zur Hand.

Rezept für selbstgemachtes Pesto aus Frühlingszwiebeln

Rezept für Frühlingszwiebelpesto

(ausreichend für 250g ungekochte Spaghetti - also 2 ausgehungerte, verfressene Personen)

100 g Frühlingszwiebeln (samt Grün, geputzt)
30 g geriebener Parmesan
10 g glattblättrige Petersilie (Blätter abgezupft)
3 EL Olivenöl
Saft 1/2 Zitrone (ca. 20 ml)
1 TL Kräutersalz
2 Knoblauchzehen
1/2 TL  Zitronenzesten (frisch)

70 g Walnüsse (ohne Schale)
100 g Baconwürfel
250 g Spaghetti

Zubereitung

  • Die geputzten Frühlingszwiebeln in Ringe schneiden, in einem Sieb platzieren und für ein paar Sekunden mit brüllend heißem Leitungswasser (unseres wird so heiß, alternativ kochendes Wasser) überspülen, direkt danach kalt abspülen. Die Zwiebeln sollen nicht garen, sondern nur etwas ihren "Biss" verlieren, damit beim Essen niemand weint.
  • Die Frühlingszwiebelringe (tolles Wort :)) in ein Gefäß geben, geputzte Knoblauchzehen, Petersilie, Salz, Olivenöl, Zitronensaft und Zitronenschale hinzugeben und gründlich mit einem Pürierstab bearbeiten. Danach mit einem Löffel den Parmesan unterziehen und abschmecken.
  • Den Bacon in einer Pfanne auslassen und knusprig braten, herausnehmen und beiseite Stellen.
  • Die Walnüsse mit einem Messer grob hacken und im restlichen Baconfett unter stetigem Rühren etwas anrösten, in eine Schale geben und beiseite stellen.
  • Die Nudeln gar kochen, abtropfen, in eine große Schale geben, das Pesto darüber geben und mit Baconwürfelchen und gerösteten Walnüssen bestreuen. Servieren. Kurz vorm Essen unterheben.

Pestostorm

Lauwarmer Paprikasalat mit Honig, Balsamico und geröstetem Sesamöl

Das Rezept kommt ein wenig schuldbewusst daher. Wirklich saisonal sind Paprika nämlich in Deutschland gerade nicht. Andererseits - haben im deutschen Klima Paprikafrüchte überhaupt irgendeine Saison? Ich gestehe, bis vor einer Sekunde habe ich mir um Paprikas keine Gedanken gemacht, auch wenn ich zum Beispiel niemals frische Erdbeeren im Dezember kaufen würde.

Rezept für lauwarmen Paprikasalat mit Balsamico und geröstetem SesamölAllein, mein Verlangen nach einer anderen Beilage, als den immer gleichen, schnell zubereiteten grünen Salat zum belegten Brot, sorgte für die Entstehung. Etwas leicht Warmes und damit auch Erwärmendes. Süß, salzig, nussig, säuerlich. Meine Lieblingskomponenten. 🙂 Etwas scharf. Wer mag, kann natürlich auch gerne frische Chilis nehmen. Wer die Paprika nicht schälen möchte, könnte sie auch vorher im Ofen rösten und nach dem Abkühlen die Schale abziehen. Einen Preis für den schönsten Salat des Jahres wird er wohl auch nicht gewinnen, das bringt der braune Balsamico halt mit sich. Aber dafür schmeckt der Paprika-Möhren-Salat wirklich äußerst lecker. Ehrlich.

Rezept für lauwarmen Paprikasalat mit Balsamico und geröstetem Sesamöl

lauwarmer-salat-bsDas Gemüse sollte noch Biss haben und nicht so zu Tode gegart sein, dass alles weich und labberig auseinanderfällt. Deswegen die schnelle und rasche Abfolge der in die Pfanne wandernden Zutaten. Am besten man bereitet alles vor und kippt einfach alles der Reihenfolge nach hinein. Der Liebste und ich sind ja beide keine Fans von gegarten Karotten, aber so finden wir sie sogar beide gut.

Paprika-Salat-Collage-s

Rezept für lauwarmen Paprikasalat

2 gelbe Paprika
2 - 3 Karotten
2 mittelgroße Zwiebeln
1 Knoblauchzehe
1,5 EL Sesamsaat
1 EL Honig
Balsamico (Hier im Einsatz: Günstiges Supermarktderivat, nicht der tolle Echte)
Kräutersalz oder Meersalz
Pfeffer, frisch gemahlen
Chilipulver
geröstetes Sesamöl
neutrales Öl zum Braten

Zubereitung

  • Karotten, Zwiebeln, Knoblauch und Paprika schälen.
  • Zwiebeln in grobe Streifen schneiden in einer Pfanne mit dem Öl kräftig anbraten.
  • Die Möhren in breite Scheiben schneiden und dazu geben, für ein bis zwei Minuten scharf anbraten, dann den Sesam dazu geben und etwas mitrösten.
  • Kurz danach den in kleingehackten Knoblauch mitbraten, aufpassen dass dieser nicht verbrennt.
  • Die in grobe Streifen gestückelten Paprikaschoten in die Pfanne geben, kurz  mitgaren.
  • Den Pfannenboden ein wenig freiräumen, den Honig hineingeben und etwas einkochen lassen. Wenn er karamellisiert: Wunderbar, aufgrund der Feuchtigkeit der Paprika allerdings eher unwahrscheinlich. 😉
  • Mit Balsamico ablöschen, mit (Kräuter-)Salz, Pfeffer und Chili würzen und mit einigen Tropfen Sesamöl beglücken. Alles vorsichtig unterheben, die Pfanne vom Herd nehmen und den Salat kurz durchziehen lassen.
  • Abschmecken und noch warm servieren. Bei uns gab es dazu Giabatta, Butter und cremigen Käse.

 

Die Metro Kochherausforderung Frühling 2013 – Alles wird besser mit Butter

Die Metro veranstaltet zum dritten Mal eine Kochherausforderung und ich - ganz meinem fügsamen und liebreizenden Naturell entsprechend - folge diesem Ruf der Kulinarik natürlich wieder sehr gerne. Wie immer gilt: Alle Bestandteile müssen in irgendeiner Form im Menü Einsatz finden. Ende letzten Jahres durfte ich ja schon mal teilnehmen und mich durch einen Einkaufswagen voll leckerer Dinge und mir noch unbekannter Lebensmittel kochen, natürlich habe ich damals auch darüber gebloggt. Das ist überhaupt für mich das Faszinierendste daran, dass ich hier Zutaten zubereite, die sonst vielleicht nicht in meinen Einkaufskorb und auf meinen Teller gewandert wären. Und besonders spannend wird es, wenn ich mir ansehe, was die anderen Bloggerinnen und Blogger sich haben einfallen lassen. Ist diese Vielfalt nicht toll?

Ich habe wieder ein dreigängiges Menü zusammengestellt und mich diesmal - zwecks besserer Übersichtlichkeit und um einem unglaublichen Bandwurmartikel mit zig darin untergehenden Rezepten zu entkommen - dazu entschieden, mein gesamtes Menü in diesem Beitrag vorzustellen und dann auf die einzelnen Rezepte (die im Laufe der nächsten Wochen dann nach und nach als eigene Rezeptartikel online gehen) zu verlinken.

Und das waren übrigens die Zutaten, um die ich mir diesmal Gedanken machen durfte:Freilandbrathähnchen, Kartoffeln, Babyspinat, Brause, Riesling, Filoteig/Strudelteig, Meersalzflocken, Tomaten, Ingwer, Arganöl, Mango, Pesto

Ich hatte im Vorfeld schon bei anderen Blogs neugierig ein Auge auf die Bestandteile geworfen. Wie immer ist eine Zutat dabei, die ein wenig die Fantasie anstrengen und das Ganze nicht zu simpel machen soll. Diese Rolle sollte diesmal eindeutig der Brause zufallen, mit der ich aber eigentlich null Probleme hatte. Nicht mal der riesige Eimer mit den 100 Brausetütchen konnte mich schocken. Meine persönliche Nemesis hieß nämlich Fertig-Pesto. Allein der Anblick des Glases und des Markennamens auf anderen Blogs ließ mich leicht würgend erschauern. Pesto kommt bei uns normalerweise nur selbstgemacht auf den Tisch, in den gekauften Produkten (selbst bei denen aus dem Bio-Markt) finden sich oft billige Derivate statt der traditionellen Zutaten. Statt Olivenöl, Basilikum, Parmigiano, Pecorino, Pinienkernen, Salz und etwas Knoblauch findet sich hier leider oft eher günstiges Sonnenblumenöl, Cashewkerne, Sonnenblumenkerne, seltsame Milchprodukte, wenig guter Käse, dafür aber unsäglicherweise Kartoffelflocken und Dextrose (würg). Die Verbraucherzentrale Hamburg hat das in einer bildlichen Gegenüberstellung hervorragend auf den Punkt gebracht. Um so überraschter war ich, als ich mir das Pesto genauer ansah und feststellte, dass die Marke Finestro Fine Foods sich bei ihrem Pesto Genovese wirklich an einem ligurischen Originalrezept orientieret und hier wirklich nur das drin war, was auch wirklich drin sein soll. Wow.

Noch überraschter war ich, als ich bemerkte, dass es sich hier tatächlich um die Eigenmarke der Metro handelt. Das hervorragende Arganöl, mit dem ich im Hauptgang meinen Spinat beglücke, ist übrigens auch von Finestro.
Um es kurz zu machen: Die Zutaten waren wieder von toller Qualität und es hat wahnsinnigen Spaß gemacht sich dafür Rezepte auszudenken, sich durch stapelweise Kochbücher zu blättern und alles zu verkochen. Sehr gerne wieder! Allein meine Mango war noch steinhart, so dass ich mit der Zubereitung einige Tage warten musste, und mein Babyspinat war etwas zerdrückt. Aber jetzt auf zum Menü:

Vorspeise
Zigarren-Börek (Sigarra Böregi) aus Filoteig/Yufkateig mit fruchtiger Mango-Chili-Salsa
Verwendete Zutaten: Filoteig, PestoEin einfach zu machender orientalischer Appetizer, der durch das spezielle Rollen der Teigplatten aber etwas arbeitsaufwändig ist. Das Pesto passte wirklich gut zu Käse und knusprigem Teig. Da ich noch etwas Frisches dazu haben wollte, gab es aus einer hinzugekauften Mango noch etwas fruchtige Salsa.

Hauptgang
Zitronenhähnchen mit gebackenen Kartoffeln, Zwiebeln und Babyspinat mit Granatapfelsirup-Dressing
Verwendete Zutaten: Brathuhn, Kartoffeln, Babyspinat, Arganöl, MeersalzflockenUnd hier kommt dann auch zum ersten Mal die Butter ins Spiel. Ich habe mein Brathähnchen darin schwimmen lassen und war nach dem Essen förmlich glücklich damit überzogen. Aber dafür verkörperte es dann quasi auch das Role Model des herrlichen, Mund wässrig machenden, knusprig braun gebratenen, super-saftigen und elegant gewürzten Brathähnchens schlechthin. Alles wird eben besser mit Butter. 😉 Das Brathähnchen, ein Loué Freilandhuhn vom Label Rouge, war aber auch einfach genial. Das Fleisch des Schwarzfederhuhns war ein wenig dunkler, kräftiger und muskulöser als gewohnt (ein Schneidezahn kollidierte etwas mit einer Sehne), aber wirklich sehr, sehr köstlich. Besonders schön: Die Fütterung besteht zu 80% aus Getreide, das Futter ist frei von Gentechnik und laut Label soll das Geflügeltier zu Lebzeiten auch zur Wiederaufforstung der bäuerlichen Heckenlandschaft und zur Förderung der erneuerbaren Energien beigetragen haben (wie auch immer es das getan hat).
Mein Babyspinat war ja leider etwas derangiert, weswegen ich ihn nicht - wie eigentlich geplant - roh als Salat eingesetzt habe, sondern rasch noch gedämpft habe. Das Arganöl hat eine angenehm samtige, nussig-geröstete Note. Damit hatte ich bisher nur im kosmetischen Bereich zu tun und wäre wohl auch nie auf die Idee verfallen das kostbare Öl wirklich zum Kochen zu kaufen. Inzwischen haben wir es schon öfter verwendet, auch ein simpler Tomatensalat profitiert hiervon immens.

Dessert
Dreierlei aus gebackenen Mandelfingern mit Orangenblütenwasser, Mango-Sorbet mit Weißwein und Ingwer und Zartbitter-Pralinen mit prickelnder Brause.
Verwendete Zutaten: Filoteig, Mango, Riesling, Ingwer, BrauseHier taucht dann abermals eine ordentliche Portion Butter auf, die dafür sorgt, dass dieses orientalische Gebäck luftig und knusprig wird. Die Mandelfinger sind einfach fantastisch -  ich hab sie direkt warm aus dem Ofen probiert und war im buttrig-blättig-süßen Baklava-Himmel. Das spritzig-frische Sherbet/Mangosorbet mit dem Riesling und dem Hauch von Ingwer ist ein guter Ausgleich zu der schweren, orientalischen Süße. Und was Schokoladiges muss einfach sein - sonst ist ein Dessert für mich nicht komplett vollständig. Die restlichen Zartbitter-Brause-Pralinen habe ich übrigens bei unserer ESC-Party serviert und die kamen so gut an, dass ich die demnächst auf jeden Fall nochmals machen werde. Ich liebe ja sowieso die Kombination aus samtiger Zartbitterschokolade und fruchtig-frischer Kompononente. Passte also perfekt.

So.. schnell nochmal kontrolliert und nachgezählt - aber damit müsste ich alle Zutaten erfolgreich in kulinarische Genüsse umgesetzt haben. 🙂 Und wer noch nicht genug köstliche Dinge gesehen hat und gespannt ist, was andere aus (fast) den gleiche Zutaten gebastelt haben, der sollte sich auf diesen Blogs umsehen:

Alice im kulinarischen Wunderland, Essen ohne Grenzen, from snuggs kitchen, ...in Frau Kampis Küche, moeys kitchen, Nur das gute Zeugs, Obers trifft Sahne, Penne im Topf, Lunch for one

Abschließend noch die Kochbücher, die mich inspiriert haben, bzw. aus denen Rezepte stammen. Das Granatapfel-Dressing und die Idee zum Zitronenhuhn ist aus "Just Add Spice". Das Rezept für die arabischen Mandelfinger habe ich aus Claudia Rodens sehr empfehlenswerten Kochbuch "The New Book of Middle Eastern Food".