Grünzeug

Total leckere Rezepte für frische Salate, Gemüse und anderes knackiges Grünzeug

Kochbuchrezension: Ein Fest im Grünen für Kinder & Rezept für Wassermelonenpizza

Ja nee, is klar. Der Sommer hat sich gerade abgemeldet, der Herbst rüttelt schon an den Fensterläden – da kommt ich hier mit nem Sommersalat mit Wassermelone um die Ecke. Nehmt es einfach zur future reference. 🙂

Rezept für Wassermelonensalat

Und letzte Woche lagen die auch wirklich noch in den Geschäften, ich schwör’s! Aber kommen wir zur Rezension des dazugehörigen Kochbuchs, anschließend verrate ich euch das Rezept für den tollen Salat mit Wassermelone, der garantiert nicht nur Kindern schmeckt, sondern auch für Erwachsene eine köstliche Vorspeise (oder ein Hauptgericht… je nachdem wie viele Scheibchen Salat man vertilgt… ) ist.

Rezension zum Kinderkochbuch "Ein Fest im Grünen" von Erin Gleeson

Rezension: “Ein Fest im Grünen für Kinder“* – Ein vegetarisches Kinderkochbuch

“Leckeres Essen muss nicht kompliziert sein.” und “Ein Regenbogen auf dem Teller macht einfach einen Riesenspaß” – mit diesen beiden Zitaten aus dem Vorwort der USamerikanischen Foodbloggerin Erin Gleeson fasst man im Grunde schon das Wesen dieses Kochbuches zusammen. Und ja, damit hat sie mich auch ein wenig an der Angel. Denn wer hier mitliest weiß, dass ich oft von den unaufwändigen, klaren Kompositionen überzeugt bin. Sicher schätze ich Speisen, die aus zigtausend Zutaten entstanden sind und über drei tage zubereitet wurden – nur halt nicht von mir. Ich liebe es simpel und gut und da sind Erin und ich wohl auf einer Linie. ein wenig (sehr) lebt sie ja einen beneidenswerten Hipster-Ausstiegstraum: Als ihr Verlobter eine Stelle als Rabbi in dieser Gegend annahm, ließ sie ihre Karriere als New Yorker-Foodfotografin mit halbem Burnout fahren, zog mit ihm in ein Waldhäuschen, bekam dort wunderhübsche Kinder, (wieder)entdeckte dort ihren Aquarellkasten, Gemüse, das besondere Licht und das Bloggen.
Es ist übrigens schon das zweite Buch, das von ihr erschienen ist. “Ein Fest im Grünen“* (Forest Feasts) ist das erste, das dritte ist gerade erst auf Englisch erschienen: “Forest Feasts Gatherings“* mit Herbstrezepten.
Bevor es hier zu den Rezepten geht, die in die Kapitel “Snacks”, “Getränke”, “Salate”, “Hauptgerichte”, “Süße Zeiten” und “Partys feiern” unterteilt sind, gibt es erstmal eine kleine Einführung für Kochneulinge. Hier ruft Gleeson zu Kreativität und Improvisation auf und macht Mut und Lust aufs Kochen, auch wenn es vielleicht nicht beim ersten Mal gelingt. Sehr schön auch, dass Maßeinheiten, Küchenbegriffe, Schnitttechniken und Küchenwerkzeuge anschaulich bildlich erläutert werden.

Optisch bleibt ist das gebundene Buch sehr hübsch aufgemacht – die quietschebunten Aquarellzeichnungen von Erin Gleeson, fotografierte Zutaten und großformatige Fotos der leckeren Gerichte machen nicht nur kleinen Menschen Hunger auf die vorgestellten Köstlichkeiten. Ob nun leuchtende Aprikosenhappen, simple Radieschen mit Butter und Salz, Mangold-Quiche, Süßkartoffelpizza, Birnenkuchen, Couscoussalat mit Nüssen, Tortilla-Wraps mit Erdbeeren oder selbstgemachte Eissandwiches mit Früchten und Keksen – alles sieht zum Anbeißen gut aus.

Rezension zum Kinderkochbuch "Ein Fest im Grünen" von Erin Gleeson & Rezept für Wassermelonensalat

Kindgerechte Rezepte zum Nachkochen

Die Rezepte sind für Kinder verständlich erklärt und gut zum Nachkochen geeignet. Von sehr simpel (Traubenbrause) bis etwas aufwändiger (Regenbogen-Mangold-Quiche) findet sich hier eine schöne Bandbreite, die Erfolgserlebnisse verspricht, allerdings nicht nach Schwierigkeit gekennzeichnet ist. Inhaltlich sind sind die Gerichte in ihrer Zusammenstellung für manche vielleicht zunächst oft außergewöhnlich, aber nicht zu exotisch oder abgehoben. Zwar kommen – ganz hipsteresk – Edamame, Quinoa und stellenweise etwas gehäuft Grünkohl (eben die “Kale”-Verrücktheit der Amis) vor, aber davon ab sind fast alle Zutaten – vom Ziegenfrischkäse bin hin zu Süßkartoffeln, Granatäpfeln oder getrockneten Cranberrys – heutzutage auch in einem gut sortierten Supermarkt oder sogar Discounter zu bekommen. Beim Lesen auffällig sind nur manchmal etwas hohe Zutatenmengen wie 1/2 TL Zitronenabrieb für ein Scheibchen Brot oder 5 Knoblauchzehen auf 225 Nudeln, die man dann hinterfragen und eventuell senken sollte. (Andererseits: Ich habe beim Melonen-Salat auch erst an dem 1/8 TL Salz pro Melonenscheibe gezweifelt und es passte da für uns genau.)
Umgewöhnen muss man sich auch etwas bei der Zubereitung, denn die Zutaten sind im Zubereitungstext eingebettet und nicht nochmals extra gelistet – da muss schon genau hingeschaut und das Rezept im Vorfeld präzise gelesen werden.
Erwähnenswert ist ebenfalls, dass Erin Gleeson im Buch auf gekauftes Brot, Tortillas, Kekse und Teige zurückgreift, sie weist aber jedes Mal darauf hin, dass man zum Beispiel den Pizza- oder Mürbeteig auch selbst herstellen kann (liefert dazu aber keine Rezepte) – aus meiner Sicht ist das durchaus verständlich bei einem auf Kinder zugeschnittenem Rezeptbuch, das Lust an der Zubereitung und dem Verzehr leckerer Dinge machen und die Kids nicht von vorn herein zu Tode langweilen will. Quasi erfolgreiche Nahrungszubereitung als Einstiegsdroge. 😉 Eltern haben hier also die Wahl, was sie sich und ihren Kindern zutrauen und wie weit sie das später oder direkt vertiefen wollen. Insgesamt sind das aber Kleinigkeiten, die nicht all zu stark am Charme von “Ein Fest im Grünen” kratzen können.

Mein Fazit: Ein zauberhaftes und nicht nur liebevoll sondern auch sinnig gemachtes Kochbuch für Kinder, die Freude an der Essenszubereitung haben und neugierig auf mehr sind. Sie können hier lustvoll hindurchblättern, sich selbst leckere Rezepte aussuchen und sich daran ausprobieren. Wenn ich mich daran erinnere, wie ich als Kind durch Kochbücher geblättert habe und viel nicht realisierbar war, gibt es von mir hierfür eine klare Kaufempfehlung. Und wahrscheinlich werden die anderen beiden Bücher auch noch auf meine Wunschliste wandern. Aber jetzt: Ab zum Rezept!

Erin Gleeson
Ein Fest im Grünen für Kinder*
Knesebeck, 2016
ISBN: 978-3868739473
112 Seiten, 16,95 Euro

Rezept für sommerlichen Salat mit Wassermelone

Rezept für Wassermelonenpizza

Das Rezept ist so ein wenig Pi-mal-Daumen, je nachdem wie viele Scheiben Wassermelone ihr zubereiten wollt. Die Zutaten sind hier also pro Scheibe aufgelistet, multipliziert sie einfach wenn ihr mehr macht.

Wassermelone (ohne Kerne)
3-5 Scheiben Mozzarella (das ist ca eine 1/2 bis 3/4 Kugel)
1 TL gehackte frische Minze
1 TL gehackte frische Basilikumblätter
1 TL gehobelte Mandeln
1,5 TL grob gehackte Walnüsse
2-3 TL Olivenöl
1/8 TL Zitronensalz

Zubereitung

  • Wassermelone in 2-3 cm dicke Scheiben schneiden. Mit einem Messer vorsichtig vom Rand herausschneiden, so dass die Scheiben intakt bleibt, und auf einen Teller legen.
  • Die Mozzarellascheiben fächerförmig in der Mitte anordnen.
  • Mandeln und Walnüsse kunstvoll über der Scheibe Wassermelone verteilen und in die Mitte die gehackte Minze und den Basilikum setzen.
  • Das Olivenöl darüber träufeln und das Zitronensalz darüber krümeln.
  • Schnell servieren und genießerisch vertilgen. Superfrisch und leicht, durch den Käse aber tatsächlich sättigend.

 

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Erntezeit: Rezept für Apfellikör

Der Sommer altweibert hoffentlich noch ein wenig vor sich hin, doch wir können es nicht leugnen: Der Herbst hat sich irgendwie eingeschlichen. Und während ich gedanklich noch im Hochsommer schwitze und versuche meinen Körper mit den so plötzlich kühlen Temperaturen in Einklang zu bringen, könnt ihr ja mal ein Schnäpperken zu euch nehmen, ne?

Erntezeit & Apfelliebe: Rezept für Apfel-Vanille-Likör mit Grappa

Projekt Komplettverwertung der Frucht

Und wie auch schon im letzten Jahr, als es bei mir um Quitten und Äpfel ging (hinter dem Link verbergen sich Rezepte für Quittenkompott, Quittengelee, Apfelgelee, Quittenlikör sowie Quitten- & Apfel-Limonadensirup), habe ich auch in diesem Jahr versucht wieder möglichst alles an der Frucht nutzbringend in den Topf wandern zu lassen. Wie schon im Vorjahr habe ich von einer Nachbarin Bio-Klaräpfel aus ihrem Schrebergarten bekommen.

Angesetzter Apfellikör/FruchtlikörErntezeit & Apfelliebe: Rezept für Apfel-Vanille-Likör mit GrappaDiese sehr frühen Äpfel könnt ihr aber problemlos durch spätere Sorten, die jetzt  reifen, ersetzen. Beim Einkochen meines Apfelmuses mit Honig und Vanille dufteten mich die Schalen so aromatisch an, dass ich spontan ein paar frisch abgeschälte aus dem Kochtopf stibitzte, die dort eigentlich zusammen mit den Apfelgriebschen für Apfelgelee mit Whisky ausgekocht werden sollten, und kurzhand in den einzigen relativ neutralen Alkohol warf, der sich hier noch fand: Grappa.

Selbstgemachter Likör mit ÄpfelnGeschenk aus der Küche: Erntezeit & Apfelliebe: Rezept für Apfel-Vanille-Likör mit Grappa
Apfellikör – woraus gemacht?

Natürlich müsst ihr nicht nur die Schalen verwenden. Auch Apfelgriepsche oder sogar richtige Apfelstücke können zusätzlich in den Alkohol wandern . Ich hatte mit meiner Resteverwertung der Apfelschalen richtig Glück, da sie wirklich intensiv dufteten und dieses Apfellige Aroma auch gut abgaben. Der fertige Likör schmeckt erstaunlich mild, sehr vanillig und sanft apfellig. Probiert’s einfach aus. Je nach Apfelsorte wird das Ergebnis etwas anders sein. Der Likör ist jedenfalls ein schönes, herbstlich-leichtes Geschenk aus der Küche, das noch einen Hauch Sommer erahnen lässt.

Wie macht man Apfellikör? Rezept für Angesetzten mit ApfelschalenRezept für Apfellikör (Apfel-Vanille-Grappa-Likör)

100 g Bio-Apfelschalen (gewaschen, geschält, hier: Klarapfel)
300 g Grappa
Msp. Vanillepulver* (alternativ: 1/4 Vanilleschote)

Für den Sirup:

120 g Wasser
100 g Zucker

Zubereitung

  • Die Apfelschalen, die gemahlene Vanille und den Grappa in ein sauberes, weithalsiges Schraubglas oder eine Flasche füllen.
  • Ab und an schütteln, die Flasche oder das Glas aber im Grunde für die nächsten 2-3 Wochen vergessen. (Bei mir steht’s meist in ner dunklen Ecke im Küchenregal und wird ab und an mal mit Gerüttel bedacht.) Der Grappa verfärbt sich im Laufe der Wochen deutlich gelblich.
  • Gut verschließen, die Apfelschalen sollten mit der Flüssigkeit bedeckt sein.
  • Den Likör durch ein feines Sieb abseihen, die Schalen vorsichtig ausdrücken.
  • In einem Töpfchen den Zucker und das Wasser erwärmen und unter Rühren aufkochen, bis sich der Zucker vollkommen gelöst hat.
  • Die Zuckerlösung abkühlen lassen und dann mit dem abgeseihten Apfel-Grappa vermählen. Gut vermischen und dann den fertigen Apfellikör mit einem Trichter in Likörflaschen* füllen und gut verschließen. (Ich filtere an dieser Stelle nochmal durch ein ganz feines Teesieb*, damit nicht zu viele Schwebstoffe mit in den Likör geraten.)

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Cucumber Sandwiches – Gurkenbrot in edel

Na klar, Gurke auf dem Butterbrot kann echt lecker sein. Aber man kann auch mehr daraus machen, als schlicht ein paar Gürkchen aufs Brot zu klatschen. In Großbritannien hat man die Fertigung des Gurkenbrots zum Tee schon in viktorianischen Zeiten auf einen Thron gehoben und an der Zubereitung dieses britischen Klassikers scheiden sich die Geister.

Cucumber Sandwiches - frischer & leichter Snack zur Teatime.

Gurkensandwiches zum Nachmittagstee

Kleine Sandwiches, belegt mit Kresse, Ei oder eben Gurke sind britische Klassiker, die sich neben so hübschen und deliziösen Dingen wie frisch gebackenen Scones, Clotted Cream, Konfitüre, Lemon Curd, Teebrot, Zitronenkuchen oder Keksartigem wie Shortbread zur Teezeit auf dem Tisch tummeln können.

Brot mit Gurke belegt
Unzählige Varianten gibt es dazu: Vollkornbrot, Weißbrot, ganz klassisch mit Butter, mit Frischkäse, Gurken aushöhlen, säuern, würzen, in Scheiben, in Streifen, hauchdünn geschnitten, fett gestapelt, mit Marmite (Buuuuäääähhh!), mit frischer Minze oder Zitronenschale (Mjam! Definitiv in Planung.). Doch egal wie man sein Cucumber Sandwich letztendlich zubereitet – ob etwas proletarischer oder total fancy und posh -, die Gurkensandwiches passen nicht nur zum Afternoon Tea, sondern einfach zum Frühling oder als leichtes Essen in den Sommer. Für mein relativ puristisches Rezept für die belegten Brote habe ich mich an diesem Artikel über das perfekte Cucumber Sandwich vom Guardian orientiert. Und den Rat der Autorin in den Wind geschlagen, die Gurken vorab nicht zu säuern. Ich mag die Frische des Zitronensafts und diesen ganz entfernten Touch von eingelegten Gürkchen.

Marinierte Gurke für Cucumber SandwichBelegte Brote mit Gurke / Sucumber SandwichesDas perfekte Brot für’s Sandwich

Aber – und das ist eben halt so – mit dem Brot steht und fällt das Sandwich. Oder besser gesagt: dieses spezielle Rezept für das Gurkensandwich steht und fällt damit. Da meine erste Fotosession mit den belegten Broten optisch leider durch fiel, das Lieblingsweißbrot aber nicht immer dann verfügbar ist, wenn ich gerade im Besitz eines geeigneten Zeitfensters bin, habe ich für die Fotos zum Supermarktbrot gegriffen. Die Cucumber Sandwiches – gemacht mit gutem und dünn geschnittenem Bäcker-Toastbrot – schmecken fantastisch. (Auch wenn die Krume vielleicht nicht 100% ideal dafür war). Der zarte Eigengeschmack der Gurke kommt gut durch, das Frische der Zitrone, die Cremigkeit der Butter, der Hauch Pfeffer. Beim Sandwichbrot aus der Tüte schmeckt es schon okay, aber das Brot steht geschmacklich viel zu stark im Vordergrund und ist halt pappig und schlicht too much. Eine Lösung wäre es, für solches Brot deutlich dickere Gurkenscheiben und zusätzliche Geschmackskomponenten zu verwenden, die gegen den Eigengeschmack des Brotes auch ankommen.

GurkensandwichesDie Mustache-Formen habe ich natürlich nicht selbst aus dem Brot geschnitzt, sondern den sehr genialen Schnurrbart-Sandwich-Cutter* benutzt, den ich von einer lieben Freundin zu Weihnachten bekam.

How to make a Cucumber Sandwich

Rezept für Cucumber Sandwiches (Gurkensandwiches)

6 dünne Scheiben gutes Weißbrot
1/2 Salatgurke
Butter (zimmerwarm)
Saft 1/2 Zitrone
frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
feines Meersalz

Zubereitung

  • Die halbierte Gurke schälen und längs in möglichst dünne Scheiben schneiden, nur das Fruchtfleisch verwenden, nicht das Kerngehäuse. Das geht mit einem scharfen Sparschäler sehr gut, am Ende bleibt nur ein viereckiger Block aus den Gurkeninnereien zurück.
  • Die länglichen Gurkenscheiben in ein Sieb geben, salzen und mit dem Zitronensaft säuern. Mit den Händen alles vorsichtig untermischen, so dass jede Scheibe benetzt ist. Für 20 Minuten Wasser ziehen lassen.
  • Die Gurkenscheiben auf Küchenpapier trocken tupfen.
  • Drei Brotscheiben großzügig buttern und die Gurkenscheiben überlappend auflegen (wie ein Gurkenschuppenkleid ;)).
  • Sanft pfeffern und die restlichen drei – ebenfalls gebutterten – Brotscheiben auflegen und sanft andrücken.
  • Die Kruste abschneiden und das Gurkensandwich in Dreiecke oder längliche Rechtecke schneiden. Alternativ wäre dies der richtige Zeitpunkt für den Sandwichcutter. Sofort servieren – am besten zu einer Kanne Tee und einem guten Buch oder Gespräch.

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Wintergemüse: Gerösteter Rosenkohl

Ja, ich laufe den Trends mal wieder ein wenig hinterher, ihr habt es bestimmt schon alle gewusst: Im Ofen gerösteter Rosenkohl kann echt verdammt lecker sein.

Gerösteter Rosenkohl

Dass diese Kohlknospen das Schicksal, im heißen Wasser zu Tode gekocht zu werden, nicht verdient haben, ist mir ja schon durchaus länger klar. Pfannengerührt und mit Gorgonzolasauce und Pasta versehen, bekommt diesem Wintergemüse zum Beispiel ganz hervorragend. Nachdem mir im Netz allerorten – naja gut, mehr auf englischsprachigen Seiten – Bilder von “roasted brussels sprouts” entgegenblickten, entwickelte sich bei mir im Januar eine kleine Besessenheit des Ausprobierens. Jetzt ist Ende Februar und damit noch ganz, ganz knapp so ein bissel Rosenkohl-Saison, so dass ihr es mir gleich tun könnt. Das Rezept lässt sich wie immer wunderbar abwandeln.

Ungeschälter RosenkohlGeschälter RosenkohlRoasted Brussels Sprouts

Ich persönlich mag Rosenkohl wirklich sehr gerne. Auch halb tot gekocht, aber ordentlich geröstete, buttrige Brotbrösel darübergestreut müssen es dann schon sein. Vielleicht bekehrt das Rezept für gerösteten Rosenkohl ja auch ein paar Rosenkohlhasser/innen? Es ist ja schön fancy und so anders, geröstet, dennoch weich gegart und leicht karamellisiert, dass man damit bestimmt traumatische Erinnerungen an kindliche Sonntagsessen auslöschen kann. (Hat mit den Auberginen für Auberginenhasser ja auch ganz hervorragend funktioniert.) Der Geschmack ist zwar intensiv, erstaunlicherweise tritt das Kohlige bei dieser Zubereitungsweise tatsächlich in den Hintergrund. Leicht karamellige Röstaromen (gut, wie man auf dem Foto sieht hätten sie diesmal ruhig ein Minütchen früher den Ofen verlassen können, aber die Buchseite war gerade so spannend.. ähem..) und Zitronenfrische sorgen dafür, dass der geröstete Rosenkohl manchmal Schwierigkeiten  hat, vom Blech zum Servierteller zu finden – und direkt vom Blech gepflückt im Mund landet. 😉

How to make brussels sprouts

Rezept für gerösteten Rosenkohl

1 Netz Rosenkohl (1 Kg – je nach Welkgrad = 650 – 750 g geputzt)
2,5 -3  EL Olivenöl
Saft 1/2 Zitrone
2 TL Honig (flüssig)
1 Zehe Knoblauch, fein gehackt
1 TL Meersalz
1/2 TL Thymian (trocken, gerebelt)
1/8 TL schwarzer Pfeffer

Zubereitung

  • Den Rosenkohl putzen, abspülen, Wasser abschütteln, Röschen halbieren. Rosenkohlmonster vierteln.
  • Die Marinade anrühren, sodass sich auch der Honig gelöst hat.
  • Den Rosenkohl in eine große Schüssel geben. Die Marinade mit einem Löffel gut unterheben, so dass alle Röschen gut mit der Marinade benetzt sind. (Das sieht man richtig, wie sie die annehmen.)
  • Den marinierten Rosenkohl auf ein mit Backpapier belegtes Blech geben und flach ausbreiten.
  • Im vorgeheizten Ofen bei 200° (Umluft) circa 20 – 30 Minuten backen, bis der Kohl anfängt schön zu bräunen, zwischendrin den Rosenkohl einmal wenden.
  • Ganz wichtig: Wenn andere Dinge gleichzeitig mit im Ofen sind, verändert/verlängert sich die Garzeit, bzw. aufgrund der höheren Feuchtigkeit röstet der Rosenkohl nicht so schön.
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Frühlingszwiebelpesto mit Bacon & gerösteten Walnüssen

Der Liebste kocht Nudeln und ich zupfe meditativ Petersilienblättchen ab, während ich mir noch ein Stückchen Walnuss klaue und zufrieden knabbernd das liebevoll neben mir gemurmelte “Walnussjunky!” (sehr) großzügig ignoriere.

selbstgemachtes Pesto aus Frühlingszwiebeln, gerösteten Walnüssenund Bacon

#dishstorm – Sturm im Pestogläschen

Diese kochende Idylle tippe ich deswegen hier nieder, weil ich Pesto zubereite. Und zwar deswegen, weil es vor ein paar Tagen einen Sturm im Pestogläschen gab, als ein großer Nudelsaucenhersteller auf ziemlich plumpe und unhöfliche Weise Bloggern Links bei FB reindrückte. Die Form der Gegenreaktion war recht kreativ und kann beim Stern nachgelesen werden, aus dem #dishstorm entstand dann auch gleich noch ein Blogevent zur Sammlung von Pestorezepten – ganz ohne seltsame Zusätze, wie bei dem Fertigzeug ja oft zu finden.

Zutaten für selbstgemachtes Pesto

Eine hervorragende Idee (lies: Arschtritt), um ein seit 3 Jahren in der Schublade lauerndes Pestorezept endlich hervorzuzerren, nochmal aufzupolieren und das frisch-zitronige und ganz sanft petersilige Ergebnis genüsslich zu verspeisen. Es ist genug Grün dran, um sich auch im Februar schon gedanklich einen Hauch Frühling um die Nase wehen zu lassen, dank Walnüssen und Schinkenstückchen aber bodenständig genug für fröstelnde Momente. Die Walnüsse und den Bacon mische ich nicht unter, sondern brösel sie elegant über die Nudeln mit Pesto und genieße diesen Zen-Moment der kulinarischen Schönheit, bevor ich dann natürlich doch alles untermenge – aber das kann jeder ja machen wie er möchte.
Und natürlich die perfekte Gelegenheit, um meinerseits beim Vertilgen des kleinen Pasta-und-Pesto-Bergs dem darin schwelgenden Herzmenschen ein liebevoll-süffisantes “Pastajunky!” zukommen zu lassen. 😉

Frühlingszwiebelpesto mit Walnüssen und Bacon

Küchentipp: Ich habe immer frische geriebene Zitronenzesten von Bio-Zitronen, deren Saft ich anderweitig genutzt habe, in einem kleinen Gläschen im Tiefkühler. Sehr praktisch und schnell zur Hand.

Rezept für selbstgemachtes Pesto aus Frühlingszwiebeln

Rezept für Frühlingszwiebelpesto
(ausreichend für 250g ungekochte Spaghetti – also 2 ausgehungerte, verfressene Personen)

100 g Frühlingszwiebeln (samt Grün, geputzt)
30 g geriebener Parmesan
10 g glattblättrige Petersilie (Blätter abgezupft)
3 EL Olivenöl
Saft 1/2 Zitrone (ca. 20 ml)
1 TL Kräutersalz
2 Knoblauchzehen
1/2 TL  Zitronenzesten (frisch)

70 g Walnüsse (ohne Schale)
100 g Baconwürfel
250 g Spaghetti

Zubereitung

  • Die geputzten Frühlingszwiebeln in Ringe schneiden, in einem Sieb platzieren und für ein paar Sekunden mit brüllend heißem Leitungswasser (unseres wird so heiß, alternativ kochendes Wasser) überspülen, direkt danach kalt abspülen. Die Zwiebeln sollen nicht garen, sondern nur etwas ihren “Biss” verlieren, damit beim Essen niemand weint.
  • Die Frühlingszwiebelringe (tolles Wort :)) in ein Gefäß geben, geputzte Knoblauchzehen, Petersilie, Salz, Olivenöl, Zitronensaft und Zitronenschale hinzugeben und gründlich mit einem Pürierstab bearbeiten. Danach mit einem Löffel den Parmesan unterziehen und abschmecken.
  • Den Bacon in einer Pfanne auslassen und knusprig braten, herausnehmen und beiseite Stellen.
  • Die Walnüsse mit einem Messer grob hacken und im restlichen Baconfett unter stetigem Rühren etwas anrösten, in eine Schale geben und beiseite stellen.
  • Die Nudeln gar kochen, abtropfen, in eine große Schale geben, das Pesto darüber geben und mit Baconwürfelchen und gerösteten Walnüssen bestreuen. Servieren. Kurz vorm Essen unterheben.

Pestostorm

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