Berliner Freestyle-Küche, quer durch Kontinente & Zeitzonen

Rezept für schnelle Apfeltaler – neues Leben für alte Runzeläpfel

Apfeltaler sind schnell zusammengeknetete, kleine, kuchige Gebäckstückchen aus Quark-Öl-Teig mit frischen Apfelstückchen darin, die nach rund 20 Minuten Backzeit direkt aufgeknabbert werden können. Blitzschnell gemacht sind sie frisch außenrum angenehm knusprig, im Innern locker, apfelig, vanillig - und da sie ohne Eier auskommen, kann man hier auch gut kleine Kinder im Teig rumkneten lassen.

 

Rezept für schnelle und köstliche Apfeltaler - perfekt zur Resteverwertung alter Äpfel

 

Resteverwertung von alten Äpfeln

Ihr kennt das: Ihr geht an der Obstschale vorbei und da gucken sie euch traurig und leicht vorwurfsvoll an - ein paar runzelige Äpfelchen, die niemand mehr so essen möchte. Zum Wegwerfen sind sie aber auch zu schade, weil noch sind sie ja gut. Wenn auch etwas sehr faltig und labberig. 😅 Wie gut, dass ich da letztens auf Juttas Apfeltaler stieß, die das Rezept wiederum von Slava hat.
Natürlich könnt ihr auch einfach frische Äpfel verwenden, ich finde es aber immer ganz praktisch solche Rezepte im Ärmel zu haben. Nahrungsverschwendung widerstrebt mir und ich mag es, Zutaten einfach und unkompliziert doch noch verbrauchen zu können. Falls die Apfelschalen und -griepsche von Bio-Äpfeln sind und zusätzlich auch noch gut und aromatisch genug sind, könntet ihr damit sogar zusätzlich noch einen vanilligen Apfellikör ansetzen.
Wobei bei uns meist eher Bananen zu reif werden, weswegen sich hier im Blog eher die Rezepte zur Resteverwertung dieser Früchte tummeln. Wenn ich überreife Bananen also nicht ganz simpel für Nicecream oder Smoothies einfriere, dann schenken ich ihnen gerne ein neues kulinarisches Leben als Bananenpudding, Bananeneis am  Stiel mit Walnüssen, Banana-Buchweizen-Pancake aus dem Backofen, Banana Cheesecake oder als Black Banana Cake.

 

Runzlige, alte Äpfel für Apfelküchlein

 

Meine Apfeltaler, deine Apfeltaler...

Das Rezept eignet sich übrigens hervorragend für Variationen. Werft ne Hand voll Rosinen, Cranberrys oder Mandelstückchen dazu - oder würzt vielleicht mit Apple Pie Spice statt reiner Vanille?

Ich habe die kleinen Kuchen aka Apfeltaler abschließend mit Zimtpuderzucker (Puderzucker und Ceylon-Zimt mischen und durch ein Sieb streichen) bezuckert, Slava nutzt einfach Puderzucker, Jutta nimmt feinen Kristallzucker. Ihr könnte es da halten, wie es euch gefällt und passend ist. Vanillezucker ist beispielsweise auch noch eine schöne Idee.

Aber nun ab zum Rezept für die kleinen, schnellen Apfelküchlein!

 

Rezept für schnelle Apfeltaler - perfekt zur Resteverwertung alter Äpfel

Rezept für schnelle Apfeltaler

(für 12-15 Stück)

2 Äpfel (300-350 g, ungeputzt gewogen)
300 g Weizenmehl
200 g Magerquark
100 ml Sonnenblumenöl
100 g Zucker
15 g Backpulver (1 Beutelchen)
1/8 TL gemahlene Vanilleschote* (alternativ: Mark 1/2 Vanilleschote, Vanillezucker)
1 Prise Salz

Zum Bepudern: Puderzucker, Ceylon-Zimt, feines Sieb zum Durchstreichen.

Zubereitung

  • Äpfel schälen, in kleine Stückchen schneiden, in eine Schale geben und zur Seite stellen.

 

  • Alle trockenen Zutaten in eine große Backschale geben und vermischen.

 

  • Quark und Öl dazu geben und erst mit einem Löffel durchrühren, dann rasch von Hand durchkneten. (Da das anfangs recht feucht ist, trage ich hierzu einen Latexhandschuh. Alternativ: nutzt eine Küchenmaschine/Knethaken beim Handrührgerät)

 

  • Darauf achten, nicht zu lange zu kneten, nur bis der Teig gerade so bindet und kein loses Mehl mehr da ist.

 

  • Nun von Hand die Apfelstücke unterarbeiten.

 

  • Mit den Händen Teigklumpen von 65-70 g abnehmen, zu einer groben Kugel pressen, auf ein mit Backpapier bezogenen Blech setzen und etwas flach drücken.

 

  • Im vorgeheizten Backofen (mittlere Schiene 180 °C, Umluft) für 18-20 Minuten goldbraun backen.

 

  • Aus dem Ofen nehmen, auf dem Blech kurz etwas herunterkühlen lassen und noch warm mit Zimtpuderzucker bestäuben.

 

Schritt für Schritt Zubereitung der Apfeltaler

*Werbung: Afiliate-Link zu Amazon. Bei einem Einkauf hierüber erhalte ich eine geringe Vergütung. Danke!

No-Knead-Kulitsch: Rezept für ukrainisches Osterbrot

Viele können mit dem Begriff "Kulitsch" wahrscheinlich eher wenig anfangen. Ein Kulitsch ist ein zylindrisches, hohes Osterbrot - aus fluffigem Hefeteig und gerne noch verziert mit Zuckerguss -, das traditionell in Russland und der Ukraine gebacken wird.

 

Rezept für No-knead-Kulitsch Paska - köstliches ukrainisches Osterbrot

 

Kulitsch Paska - tradtionelles, ukrainisches Osterbrot

Wie auch hierzulande in Deutschland, gibt es natürlich auch in Osteuropa die Tradition Osterbrot bzw. Gebildbrot zu backen. Während es hierzulande eher der geflochtene Hefezopf (hier findet ihr meine Version) mit oder ohne Rosinen ist, der an die jüdische Backtradition der Challa erinnert, sind es dort eben "Paska". So weit ich es verstehe, ist Paska (was via Byzantisches Imperium und Oströmische Kirche in den Sprachgebrauch gelangte und auf Altgriechisch schlicht "Ostern" bedeutet) der Oberbegriff für Osterbrote im Ukrainischen. Es gibt zum Beispiel auch süße Pies mit Quarkmasse, die zu den Paska gezählt werden. Die Vokabel "Kulitsch" ist wohl russischen Ursprungs und bezeichnet eben eine spezielle Sorte Osterbrot: Hoch, zylindrisch, reichhaltiger Hefeteig aus Mehl, Butter, Eiern,  Mandelkernen, Rosinen und allerlei  Gewürzen wie Kardamom, Vanille und Muskat. Gerne mit Puderzucker bestäubt oder mit herrlich tropfendem Zuckerguss glasiert und mit Zuckerperlen bestreut.

Ukrainisches Osterbrot Kulitsch

Wie man sieht, ist Kulitsch Paska recht nahe mit unserem Stollen verwandt - mein Rezept für Christstollen ist jedenfalls sehr ähnlich aufgebaut. Und auch der italienische Panettone ist inhaltlich ein naher Verwandter - sogar, was die Form angeht! Und falls ihr  noch ein anderes Osterbrot backen wollt - guck doch mal rein in dieses Rezept für kurdisches Gursa - ein dickes, würziges Hefefladenbrot.

Kultisch angeschnitten - ukrainisches Osterbrot

 

No-Knead-Hefebrot - und wie schmeckt der Kulitsch?

Am Besten schmeckt der Kulitsch direkt ofenwarm mit etwas Butter. Der süße, reiche aber total fluffige und saftige Hefeteig voller wundervoller, in Orangensaft getränkter Trockenfrüchte (ich verzichte auf Rosinen und Zitronat - kein Zutaten-Shaming, aber Cranberrys sind einfach die besseren Rosinen), Schokolade, Orangenschale, Gewürzen und Mandeln - ein absoluter Traum.

Da es sich hier um eine zum No-Knead-Teig umgearbeitete Version mit insgesamt circa 17 Stunden Ruhezeit (Teiggare) handelt, kann man das ukrainische Osterbrot entspannt am Vorabend zusammenklöppeln, ihm ab und an etwas Liebe in Form von Dehnen und Falten zukommen lassen und am nächsten Tag relativ entspannt einfach in den Ofen schieben. Total gut - wird es hier jedenfalls wieder geben.

Frisch von Hand zusammengerührter No-Knead-Hefeteig

 

#Synchronbacken

Synchronbacken Ukraine Kulitsch PeaceNatürlich kam ich nicht von selbst auf dieses wunderbare Rezept - auch wenn ich einige Änderungen eingebaut habe. Die Idee zum No-Knead-Kulitsch hatte Birgit, die hierfür das Originalrezept ihrer ukrainischen Babuschka etwas leichter gemacht und umgearbeitet hat. Im Rahmen der von Zorra regelmäßig organisierten Aktion #Synchronbacken haben viele Hobbybäcker*innen am letzten Wochenende gleichzeitig das Rezept in Abwandlungen gebacken und Backprozess und Ergebnisse auf Instagram geteilt. Als kleines Zeichen - neben allem anderen, was wir derzeit sicherlich alle zu leisten versuchen im Großen wie im Kleinen - das wir gedanklich bei den Menschen in der Ukraine sind, die gerade diesen furchtbaren, ungerechtfertigten Krieg über sich ergehen lassen müssen. Es gibt viele solche Grauenhaftigkeiten in unserer Zeit (ich sage nur Armenien, Kurdistan oder Afghanistan) und wir dürfen als westliche Gesellschaft nicht die Augen hiervor verschließen. Ich habe immer noch einen Funken Hoffnung, dass die Menschheit irgendwann über sich selbst hinauswachsen und sich weiterentwickeln wird - hin zu einer gesamten, besseren, klügeren, toleranteren, friedlicheren Zivilisation. Ich meine - wir fliegen zu den fucking Sternen, dann sollten wir es doch wohl schaffen uns selbst, Gier, Hass und Ängste zu überwinden.

Und nach diesem kleinen, emotionalen Ausbruch.. Es ist doch einfach auch spannend zu sehen, wie verschieden ein und dasselbe Rezept umgesetzt wird und was in den anderen Küchen geschieht.

Deswegen - bevor es zum Rezept geht - bekommt ihr hier eine Übersicht über alle Teilnehmenden, die auch darüber gebloggt haben:

zorra von 1x umrühren bitte aka kochtopf ¦ Martha von Bunte Küchenabenteuer ¦ Caroline von Linal's Backhimmel ¦ Bianca von ELBCUISNE ¦ Britta von Backmaedchen 1967 ¦ Désirée von Momentgenuss ¦ Kathrina von Küchentraum & Purzelbaum ¦ Susanne von magentratzerl ¦ Simone von zimtkringel ¦ Susanne von Was gibt's zu essen, Liebling? ¦ Laura von Aus Lauras Küche ¦ Manuela von Vive la réduction! ¦ Tina von Küchenmomente ¦ Petra von genusswerke¦

 

Aufgegangener-no-knead-Hefeteig fürs Osterbrot


Rezept für No-Knead Kulitsch Paska (Ukrainisches Osterbrot)

550 g Weizenmehl Type 550
300 g fettarme Milch (zimmerwarm)
4 g Salz
5 g Hefe frisch
75 g Butter (weich, zimmerwarm, gestückelt)
100 g Zucker
2 Eier (Größe M)
125 g getrocknete Aprikosen
100 g getrocknete Cranberrys (Alternativ: Rosinen, getrocknete Äpfel, Kirschen, Citronat usw.)
100 g Mandelstifte
100 g Schokoladentropfen
1 Bio-Orange
½ TL Kardamom (gemahlen)
1/8 TL Vanillepulver*

Zum Bestreichen

1 Prise Salz
1 Prise Zucker
2 EL Milch


Zuckerguss (dick)

20 g Zitronensaft
100 g Puderzucker
Zuckerstreusel*

Zubereitung

  • 2 Stunden vor der Teigzubereitung: Die Orange waschen, abtrocknen und mit einer feinen Reibe (ich nutze dafür diesen Reibe hier* - auch pferfekt für Parmesan btw.) die Schale abreiben.

 

  • In einem Schälchen die Orangenzesten gut mit dem Zucker mischen. Kurz den Duft genießen und abdecken.

 

  • Die Orange nun auspressen und in eine Schale geben. Die in kleine Stücke geschnittenen Aprikosen und die ganzen Cranberrys hineingeben und darin 2 Stunden ziehen lassen. Ab und an umrühren. (Alternativ kann auch anderer Fruchtsaft oder Alkoholika wie Rum oder Likör genutzt werden.)


Teig (14 Stunden-Gare)

  • Die Hefe in der zimmerwarmen Milch auflösen.

 

  • Eier und Zucker mit einem Schneebesen von Hand rasch schaumig schlagen. Es sollte sich eine dicke, helle, cremige Sauce ergeben.

 

  • Mehl in eine große Backschlüssel* geben. Salz, Vanille und Kardamom dazu geben und vermischen.

 

  • Die weiche Butter, die Helfemilch und die Eiermasse hinzu geben. Den Teig mit einem großen Holzlöffel zusammenrühren, bis er sich zu einem schönen, gleichmäßigen Hefeteig verbunden hat. Da der Teig recht feucht ist, geht dies erstaunlich gut und ohne all zu großen Kraftaufwand. (Alternativ kann natürlich eine Küchenmaschine oder ein Rührgerät genutzt werden.)

 

  • Trockenfrüchte abtropfen lassen (bei mir hatten sie den kompletten Orangensaft aufgesaugt) und zusammen mit den Mandelstiften und den Schokoladentropfen in den Hefeteig rühren. Den fertigen Teig abdecken und ruhen lassen.

 

  • Der Kulitsch-Teig hat bei normaler Raumtemperatur eine Gare von 14 Stunden. Das heißt, er benötigt weniger Zeit, wenn es wärmer ist.  Mehr Zeit, wenn es deutlich kühler in der Küche ist. Während dieser Zeit gilt es, ihn ab und an zu dehnen und zu falten. Birgit macht dies in der Anfangszeit jedes Mal, wenn sie an der Schüssel vorbeikommt und schreibt dazu: "Je öfter der Teig gefaltet wird, um so lockerer wird später die Krume. - Es reicht aber auch, den Teig erst nach 10 Stunden zum ersten Mal zu dehnen und zu falten. - Der Teig sollte dann beim Falten nicht mehr gedrückt werden, da sonst bereits gebildete Gase entweichen würden."

 

  • Ich habe den Teig abends angesetzt und ihn vor dem zu Bett gehen 2 mal in stündlichem Abstand besucht und dann 8 Stunden vollkommen in Ruhe gelassen, bevor ich ihn am Folgetag dann vorsichtig weiter faltete - ohne ihn in der Mitte zu sehr runterzudrücken. Der Teig war bei mir von Anfang an sehr feucht und blieb ziemlich am Holzlöffel kleben, weswegen ich das "Falten und Dehnen" einfach mit dem breiten Holzlöffel gemacht habe. Löffel am Schlüsselrand mit Teig von unten nach oben zur Mitte der Teigkugel ziehen und den Teig dabei gut mitnehmen. Ein bis zweimal rundherum. Klappt so hervorragend.

 

  • Nach der 14 Stunden Gare wird der Teig geformt. Dazu mit Hilfe eines Teigschabers den (noch immer relativ feuchten) Teig auf eine bemehlte Arbeitsfläche geben. Den Teig nicht drücken oder kneten, sondern wieder einfalten: Von einer Seite beginnend, rundherum zur Mitte ziehen und in der Mitte sanft andrücken, bis alle Anteile eingeschlagen sind.

 

  • Den Teigling nun umdgedreht auf die bemehlte Arbeitsfläche setzen, so dass die glatte Seite nach oben zeigt. Mit den Händen nun rund wirken: Seitlich mit beiden Händen  umfassen und den Teig Richtung Boden, unter dem Teigling zusammenziehen. Rundherum arbeiten, so dass eine schön geformte Kugel entsteht.

 

  • Den rund gewirkten Teigling in eine vorbereitete zylindrische Kuchenform legen. Bei mir war es eine Springform mit 19 Cm Durchmesser. In den Boden habe ich Backpapier eingespannt und eine hohe Manschette aus gefaltetem Backpapier eingelegt. Der Kulitsch soll ja noch höher steigen, ein wenig wie ein italienischer Panettone. Eins kann allerdings auch eine gefettete, mit Backpapier ausgelegten Topf nutzen.)

 

  • Die Form abdecken und nochmals 2 Stunden - oder bis sich der Kulitsch verdoppelt hat - gehen lassen.

 

  • Mit einem Teigschaber ein Kreuz in die Oberfläche hineindrücken (ich fürchte, ich habe das viel zu tief gemacht). Mit einem Backpinsel die mit Salz und Zucker verquirlte Milch auftragen.

 

  • Im unteren Drittel des Backofens (vorgeheizt, 180°C Umluft) für circa 50-55 Minuten goldbraun backen. (Falls die die Oberfläche zu schnell bräunt, mit Alufolie oder Backpapier abdecken.)

 

  • Währenddessen den Zuckerguss aus gesiebtem Puderzucker und Zitronensaft anrühren.

 

  • Den Kultisch aus dem Ofen nehmen, der fertig gebackene Kulitsch hört sich beim Klopfen auf den Boden hohl an.

 

  • Den Kulitsch noch heiß mit dem Zuckgerguss an der Oberseite glasieren und mit Zuckerstreuseln besprenkeln.

 

  • Das ukrainische/russische Osterbrot frisch und mit etwas Butter genießen. Er wird in den nachfolgenden Tagen etwas trockener und fester - ist aber immer noch köstlich. Aufgetoastet oder als Arme Ritter ist er auch ganz wunderbar.

Rezept für Green Shakshouka (Grüne Shakshouka)

Vor kurzem hatten wir in Berlin noch Nachtfrost und jetzt knospt, blüht und grünt es schon zart in unserem schattigen Hinterhof. Frühlingsanfang. Happy Newroz, ihr Lieben! Und passend zur Kraft des Frühlings packte mich die Lust auf Grünes, frisches Essen. Wie gut, dass ich letztens irgendwo über Bilder einer Green Shakshouka gestolpert war. Perfekt für meine Essensgelüste!

Blick in eine Pfanne. Sie ist zu hälte gefüllt mit gekochten Erbsen, Spinat und Brokkoli. Weiße Brühe ist auf dem Pfannenboden rechts. Oben auf dem gegarten Gemüse sind gegartes Eiweiß, weißer Fetakäse und viele frische Basilikumblätter zu erkennen. Von rechts ragt ein Kupferlöffel mit kreisrunder Laffe ins Bild und schöpft Gemüse. Unten ein durchsichtes gründes Farbfeld, auf dem in geschwungener Handschrift "Green Shakshouka" steht.

Shakshouka - hinein kommt, was da ist und gefällt!

Viele von Euch kennen sicherlich die klassische Shakshouka auf Tomatenbasis - panarabisch und  in Israel weitverbeitet: Gebratene Zwiebeln, Tomatenbasis, Gemüse, Gewürze und darin pochierte Eier. Es gibt sie in tausend verschiedenen Variationen, sie ist super schnell gemacht, köchelt allein vor sich hin und innerhalb von 30-40 Minuten steht ein fertiges Essen auf dem Tisch. Auch bei uns gibt es gerne Shakshouka (Toller Spaß für Kinder, das Brot in die große, gemeinsame Pfanne stippen zu dürfen!) und bei mir wandert in die Pfanne das, was gerade  da ist - mal ist das vegan, mal mit Sucuk, Bacon, Bratenresten oder der Salami die jetzt schnell noch weg muss. Und die Paprika und die Möhren da hinten im Kühlschrank müssen ja auch noch gegessen werden und .. - ihr seht, Shakshouka ist ein perfektes Rumfort-Gericht (alles, was rumfliegt und fort muss).

Der Name soll aus dem Arabischen stammen und so viel wie "Mischung" bedeuten. Spannenderweise ist meinem aus dem Irak stammenden Vater dieses Gericht und der Name vollkommen unbekannt. Was nicht heißt, dass ich nicht sowas ähnliches als Kind von ihm serviert bekam. Die kurdische Variante besteht aus Hackfleisch in Tomatensauce mit Zwiebeln und Blattspinat. Das ganze wurde auf dem  Herd gekocht, dann in eine Auflaufform gefüllt und abschließend wurden rohe Eier in Mulden gesetzt und alles im Ofen gebacken. Quasi Ofen-Shakshouka.

Und wer es nicht so mit pochierten Eierspeisen hat, kann sich ja nach der türkischen Variante Menemen umsehen. Die wird sehr ähnlich hergestellt, auch mit angebratenem Gemüse und auf der Basis von Tomaten - hier werden die Eier aber verrührt. Quasi Tomaten-Rührei. 😋 Beide Gerichte werden traditionell gerne zum Frühstück gereicht. Bei uns ist eine reichhaltige Shakshouka aber eher Mittag- oder Abendessen.

Hier nun also die Variante mit grünem Gemüse, bei mir wanderte Brokkoli, frischer Blattspinat und grüne Tiefkühlerbsen in die Pfanne. Bei diesem Pfannengericht könnt ihr aber natürlich ganz wundervoll variieren. Warum nicht Rosenkohl, Pak Choi, Wirsing und andere Kohlvarianten, Frühlingszwiebeln, grüne Paprika, Zuckerschoten, Zucchini, grüne Bohnen und so weiter ausprobieren? Seid kreativ!

Holztisch. Draufblick auf eine Pfanne. gestockte Eier auf grünem Gemüse, darüber viel gebröckelter Feta und frische, grüne Basilikumblätter sind zu sehen. Ein Kupferlöffel mit runder Laffe und einem eisernen, handgeschmiedeten, geschwungenen Stiel, ist in die Shakshouka gelegt. Der Stiel ragt über den Pfannenrand hinaus.

Beilage zur Shakshouka

Wir mögen dazu am liebsten flaumig weiches, türkisches Fladenbrot - es ist einfach perfekt zum Auftunken der Sauce. (Nein, die Varianten, die ihr eingeschweißt im deutschen Supermarkt kaufen könnt, kommen garantiert nicht wirklich an das aus authentischen Bäckereien heran. Kauft sowas direkt bei der Quelle.) Wenn ihr selbst backen wollt: Dieses kurdische Sesamfladenbrot hier, ist auch sehr gut dafür geeignet. Aber auch frisch und super schnell gebackenes irisches Sodabrot, indische Roti, selbstgemachtes Naan, Lavash oder ein anderes, gutes, frisches Weißbrot passen hervoraggend dazu. Wer nicht, wie traditionelle üblich, Brot dazu möchte - kann etwas out of the box denken und sich beispielsweise Reis dazu kochen.

Blick in eine Pfanne. Sie ist zu hälte gefüllt mit gekochten Erbsen, Spinat und Brokkoli. Weiße Brühe ist auf dem Pfannenboden rechts. Oben auf dem gegarten Gemüse sind gegartes Eiweiß, weißer Fetakäse und viele frische Basilikumblätter zu erkennen. Von rechts ragt ein Kupferlöffel mit kreisrunder Laffe ins Bild und schöpft Gemüse.

Green Shakshouka mit Sucuk - oder halt vegan/vegetarisch

Ich gebe es zu: Ich esse sehr gerne Fleisch. Aber auch wir fahren unseren Fleischkonsum seit einem Jahr sehr stark zurück. Momentan probieren wir uns neugierig durch die veganen Fleischersatzprodukte. (Bitte keine Kommentare dazu, wie unnötig und hochprozessiert das alles ist. Ich bin mir aller Pro- und Kontra-Argumente bewusst. Und nein, Linsen oder Tofu sind für mich persönlich eben kein vollwertiger Fleischersatz.) Da hat sich so wahnsinnig viel getan! Inzwischen gibt es vegane Würstchen, die tatsächlich umhauen. Und vegane Hackfleischalternativen, die richtig gut sind. Auch vegane Hühnchen/Nugget-Alternativen oder Brotbelag stehen hier inzwischen (vor allem auch beim Kind, dem mit knapp sechs Jahren so langsam bewusst wird, dass es da tatsächlich Tiere isst) hoch im Kurs.

Anyway - worauf ich eigentlich hinaus wollte: Ich liebe Sucuk, seit ich in der Grundschule bei meiner Freundin Melek in der Rheinpreußensiedlung ein und aus ging und in der Küche ihres Häuschens zum ersten Mal damit in Kontakt kam. Ich sehe heute noch die Scheiben in der Pfanne brutzeln, das Fett austreten und dann die verquirlten Eier, die darüber gegeben wurden.

Der Vorteil von Sucuk ist - die scharfe, türkische Knoblauchwurst bringt sehr viel Geschmack mit und man muss kaum noch Gewürze an das Gericht geben. Ihr könnt auch gerne gut gewürzte Merguez verwenden. Alternativ lasst ihr den Fleischanteil komplett weg, oder ihr nutzt vegane/vegetarische Alternativen. Aber dann müsst ihr noch zusätzlich würzen. Ich würde dann die Zwiebeln in Olivenöl anbraten, noch ein bis zwei Zehen Knoblauch mit dazu schmeißen und zusätzlich noch mit etwas Madras-Curry* oder Baharat* und  Paprikapulver, Harissa* und etwas Zitronen- Limettensaft würzen. Die Salzmenge richtet sich auch nach dem Gemüse, das ihr verwendet.

 

Holztisch. Draufblick auf einen gedeckten Tisch mit handgetöpferten, bläulich glasierten Tellern und Besteck. Im Zentrum: Eine Pfanne. Füllung: gestockte Eier auf grünem Gemüse, darüber viel gebröckelter Feta und frische, grüne Basilikumblätter sind zu sehen. Ein Kupferlöffel mit runder Laffe und einem eisernen, handgeschmiedeten, geschwungenen Stiel, ist in die Shakshouka gelegt. Der Stiel ragt über den Pfannenrand hinaus.

 

Rezept für Grüne Shakshouka / Green Shakshouka

(Hauptgericht für 3-4 Personen. Ich rechne 1-2 Eier pro Kopf. Erwachsene 2, Kind 1 Ei. Reichlich Brot als Beilage zum Tunken. Hülsenfrüchte sättigen zudem gut.)

450 g grüne Erbsen (bei mir Tiefkühlware)
1 Kopf Brokkoli
125 g Blattspinat (bei mir frisch,  alternativ Tiefkühlware)
1 kleine rote Zwiebel
6-8 Eier
250 g Sucuk*
150 g Crème fraîche (fettreduziert)
150 g Feta
~ 250 ml heißes Wasser
frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
feines Meersalz
frischer Basilikum, Dill oder Petersilie
(optional zusätzlich, wenn keine stark gewürzte Sucuk-Knoblauchwurst dabei ist: 1-2 gehackte Knoblauchzehen, Paprikapulver, Harissa*, etwas Baharat* oder Madras-Curry*, 1 EL Zitronen oder Limettensaft)

Zubereitung

  • Die Sucuk-Würste häuten, in schmale Scheiben schneiden und bei hoher Hitze in eine tiefe, große Pfanne geben.

 

  • Währenddessen die Zwiebel putzen und fein hacken. Wenn die Sucuk* gut ausgelassen, aber noch nicht all zu sehr gebräunt sind, die Zwiebeln mit dazu geben. Unter gelegentlichem Rühren braten, bis die Wurst anfängt zu bräunen und die Zwiebel gegart ist.

 

  • Den gewaschenen, in kleine Röschen geteilten und dann zusätzlich nochmals in löffelgerechte Happen geschnittenen Brokkoli in die Pfanne geben und kurz mit anrösten.

 

  • Die Erbsen dazu geben und umrühren. Den gewaschenen Spinat darauf geben und etwas salzen. Es wird ein ziemlicher Berg Gemüse sein, dieser wird im weiteren Kochprozess aber einsinken. Mit dem heißem Wasser angießen, Deckel aufsetzen und bei mittlerer Hitze 10-15 Minuten köcheln lassen.

 

  • Der Spinat ist jetzt zusammengefallen und das restliche Gemüse auch gar. Den Crème fraîche untermischen, mit Salz und frisch gemahlenem Pfeffer abschmecken.

 

  • Hitze reduzieren. Mit einem Esslöffel jeweils eine Mulde in das Gemüsegemisch eurer grünen Shakshouka drücken, ein Ei aufbrechen und hineingleiten lassen. So fortfahren, bis alle Eier verarbeitet sind. Ich setze immer ein Ei in die Mitte und ordne die restlichen kreisförmig rund herum an.

 

  • Einen gut sitzenden Deckel aufsetzen und bei mittlerer Hitze köcheln lassen, bis die Eier pochiert sind. Wir bevorzugen hierbei eher fester gestockte Eier, weswegen ich sie 10 Minuten garen lassen. Wer sein Eigelb flüssiger liebt, sollte die Eier nur 3-4 Minuten köcheln lassen. Das Eiweiß sollte allerdings komplett weiß und nicht mehr glasig sein.

 

  • Die Pfanne vom Herd nehmen, Feta darüber bröseln und Basilikumbläter oder gehackten Dill oder Petersilie darüber streuen. Noch warm in die Tischmitte stellen und mit Fladenbrot dazu genießen.

 

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Frischer Linsensalat mit Thunfisch [Werbung]

Schnell gemacht, landet dieser Linsensalat mit Thunfisch und frischem, knackigen Gemüse auf dem Tisch.

 

Sogar das hauseigene fünfjährige Kind isst diesen Salat (es hatte vor ein paar Monaten mal einen Fertigsalat in ähnlicher, aber deutlich matschigerer Machart gegessen, erstaunlicherweise gemocht und forderte seitdem die Geschmackskombination Linse/Thunfisch immer wieder ein), der mit viel frischem Gemüse, Thunfisch aus der Dose und einem schlichten Honig-Senf-Dressing daher kommt.

Beim Gemüse kann man natürlich variieren - keine Paprika, mehr Gurke, Tomate, vorgegarte, Gemüsestückchen wie Karotte, Rübchen oder sogar Blumenkohl kann ich mir auch gut darin vorstellen.
Die Menge reicht als Hauptakteur für 2-3 Personen als Abendessen, bei uns gibt es Butterstullen als Begleitung dazu. Wenn ihr den Linsensalat nur als Begleitung zum eigentlichen Hautgericht nutzt, dann reicht er sicherlich auch für mehr Portionen.

 

 

Vorgekochte Linsen aus der Dose

Ganz ehrlich? Dieser Salat entstand unter Zuhilfenahme von vorgegarten braunen Linsen aus der Dose. Gezielt gekauft hätte ich sie wahrscheinlich nie. Letztens gelangte so ein Objekt allerdings in diesen Haushalt und initiierte tatsächlich diesen schnell gemachten Salat - einfach deswegen, weil ich nur noch eine Dose öffnen und den Inhalt zu den frischen Zutaten geben musste, anstatt mich nochmal an den Herd zu stellen.

Vor ein paar Jahren hätte ich darüber vielleicht noch elitär und empört die Nase gerümpft und ein leicht beleidigtes "Das kann man doch ganz schnell selbst machen..." vor mich hin gemurmelt. Und ja, das geht sicherlich auch ganz schnell - falls eins dafür noch genug Zeit und Energie im Alltag übrig und gleichzeitig den Anspruch hat, seiner Familie ausgewogenes, selbstgekochtes Essen hinzustellen. Ein Kind, eine Pandemie und ziemlich viel Erschöpfung später sage ich: Warum eigentlich nicht?
Also ja, Verpackungswahnsinn, Geld und so weiter kommen mir da in den Kopf.  Kurzes nachlesen zum Thema Weißblechdosen zeigt aber, dass gerade die uns allen bekannte Konservendose (im Gegensatz zu anderen Verpackungsmaterialien, Glas wahrscheinlich ausgenommen) die Produkte nicht nur frisch hält, sondern auch zu fast 100 % recycelbar ist - und zwar immer und immer wieder.
Abgesehen davon: Ich nutze und schätze ja auch ohne großes Nachdenken Fisch, eingelegtes Obst und eingekochtes Gemüse wie Tomaten, Bohnen, (Kicher-)Erbsen und Mais aus der Dose - weil sie direkt als vorgekochte Zutat, ohne unangenehme weitere Zusatzstoffe, hinzugegeben werden können. Zusätzlich koche ich auch selbst saisonal Früchte und Gemüse ein. Der Blick in meine Vorratskammer, die eine Melange aus haltbarer Trockenware, selbst eingekochten Köstlichkeiten und einem vollen Regalbrett mit allerlei gekauften Dosen ist, gibt mir ein gutes und sicheres Gefühl.
Warum dann diese unlogische Abwehr? Was ich eigentlich sagen will: Nutzt, was ihr mögt und was euch das Überleben im Alltag erleichtert und die Hürden für eine einigermaßen ausbalancierte Ernährung senkt. Kein Foodshaming hier. Ich habe da anscheinend Barrieren im Kopf (und ich denke, ich bin damit nicht allein), bei denen es sich lohnt, sie ab und an mal zu hinterfragen.

 

 

Rezept für Linsensalat mit Thunfisch

250g vorgekochte Linsen (hier: Braune Linsen aus der Dose)
1 1/2 Paprika
1/2 Salatgurke
1 Dose Thunfisch ohne Öl, im eigenen Saft (150 g Abtropfgewicht)

Für das Dressing:

1 EL Olivenöl (15 ml)
1 EL + 1 TL Zitronensaft (20 ml)
2 TL Honig (flüssig, hier: milder Akazienhonig)
2 TL getrocknete Salatkräuter (alternativ: frische Kräuter wie Schnittlauch, Dill, Petersilie)
1/2 TL Senf
Meersalz (fein)
frisch gemahlener schwarzer Pfeffer

Zubereitung

  • Die abgekühlten, vorgekochten Linsen oder Linsen aus der Dose in eine Salatschüssel geben.

 

  • Gurke schälen und fein würfen, Paprika putzen und fein würfeln.

 

  • Das geschnittene Gemüse zusammen mit dem abgetropftem Thunfisch zu den Linsen geben.

 

  • Die Zutaten für das Dressing in ein kleines Schraubglas geben. Die Zugabe von Salz richtet sich nach eurem Empfinden und dem zugegebenen Gemüse und ob bspw. die Linsen mit oder ohne Salz gekocht wurden. Von einem Viertel Teelöffel bis zu einem ganzen ist hier eine große Varianz möglich. Tastet euch leicht heran. Wenn ihr das Dressing pur probiert, sollte es etwas übersalzen schmecken.

 

  • Den Deckel aufsetzen, gut verschließen und das Honig-Senf-Dressing schütteln. Dank Senf und Honig als Emulgatoren verbindet sich alles zu einer einheitlichen Sauce.

 

  • Das Dressing über den vorbereiteten Salat geben und alles gut vermischen. Abschmecken und servieren.

 

Papageienkuchen für den Kindergeburtstag

Ein paar pandemische Frühlinge entfernt wankten wir hungrig und schwer bepackt mit Pflanzzeug aus einem Baumarkt und kehrten beim Bäcker nebenan ein. Das damals noch sehr kleine Kind durfte sich seinen Kuchen selbst aussuchen und wählte ein schreiend buntes, reich bezuckertes Kuchenstück. Papageienkuchen eben.

Rezept für Papageienkuchen für den Kindergeburtstag

 

Pound Cake - Basis-Rührkuchen für viele Rezepte

Der gekaufte Kuchen war leider geschmacklich nicht so der Bringer, er war quasi geschmacksneutral und wurde immer mehr und mehr im Mund. Mehr so Marke Bauschaum. Solche Fälle kennt ihr auch, oder? 😅
Aber optisch hatte das bunte Gebäck dennoch so einen Eindruck hinterlassen, dass das Kind sich den Kuchen zum dritten Geburtstag für den Kindergarten wünschte. Also habe ich meinen Basiskuchen - klassischen englischen Poundcake, der auch im hier veröffentlichten Rezept für Zitronenkuchen Verwendung findet -  auf Blechgröße und in kindergartentauglich umgestrickt. Im Deutschen wird der Kuchen auch "Pfundskuchen" genannt. Ihr könnt ihn auch problemlos in höheren Backformen backen, dann verlängert sich eben nur die Backzeit. (Ich habe so eine Schloss-Backform aus Silikon* - damit hatte ich den Kuchen zum zweiten Geburtstag gebacken, mit reichlich Zitronenzuckerguss darüber.) Abgekühlt lässt sich der Poundcake auch gut in Böden schneiden und für Torten verwenden. Der Kuchen ist als Basis einfach unglaublich variabel.

Tipp: Wenn ihr diesen Grundkuchen größer oder kleiner backen wollt, dann rechnet einfach pro 50 g Grundzutat (Mehl/Zucker/Butter) je 1 Ei. So könnt ihr ihn nach Bedarf anpassen. Die Menge an Backpulver muss natürlich auch noch etwas angepasst werden.

Papageienkuchen für den Kindergeburtstag Papageienkuchen vom Blech: Perfekt für den Geburtstag im Kindergarten

Papageienkuchen - ein Hit für den Kindergeburtstag

Ich glaube Papageienkuchen (also ohne echte Papageien, dafür echt mit bunter Farbe in Papageienfarben 😄 ) gab es sogar schon im Osten zu Kindergeburtstagsfeiern - damals mangels Lebensmittelfarbe beispielsweise eingefärbt  mit Rote-Grütze-Pulver, Vanillepudding- und Wackelpuddingpulver oder Brausepulver und Kakao. Wer so arbeiten will, sollte zu dem so eingefärbten Teigteil jeweils noch 1 bis 2 Esslöffel Milch hinzu geben. Der Vorteil bei dieser Herangehensweise ist, dass jeder eingefärbte Kuchenteigbereich natürlich auch anders schmeckt.

Kaffeetafel für den Kindergeburtstag

So umständlich muss man aber heutzutage nicht mehr arbeiten. Ich greife zum Färben des Kuchenteigs auf fertige, untereinander mischbare Lebensmittelfarben* zurück. Klassische Papageienfarben wären: blau, rot, gelb, grün. Die Glasur kann man zusätzlich natürlich auch noch einfärben.

Regenbogenkuchen vom Blech für den Geburtstag im Kindergarten

Rezept für Papageienkuchen vom Blech

350 g Mehl
350 g Zucker
350 g Butter
7 Eier (M)
3 TL Backpulver (gestrichen)
1/4 TL Vanillepulver (alternativ: Vanillezucker oder 1 ausgekratzte Vanilleschote)
Lebensmittelfarben*

Für die Zitronenglasur: Saft 1 Zitrone (35g), 125 g Puderzucker, bunte Zuckerstreusel*

Zubereitung

  • Wichtig: Alle Zutaten sollten zimmerwarm sein. Butter und Zucker in der Küchenmaschine oder mit dem dem Handrührgerät gut miteinander verrühren.

 

  • Danach einzeln die Eier einarbeiten und die Masse fluffig schlagen.

 

  • Nach und nach das mit Backpulver vermischte Mehl dazu geben, bis der Teig homogen ist. Nur rühren, bis der Teig gut verbunden ist - bitte nicht zu lange, da er durch das austretende Gluten sonst gummiartig werden kann.

 

  • Den Teig gleichmäßig auf 4 Schüsseln aufteilen und einfärben. Klassisch wäre blau, rot, gelb, grün - aber hier kann man sich ruhig austoben.

 

  • Den eingefärbten Teig nun abwechselnd mit einem Löffel auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech geben (ich lege immer zwei Bögen etwas überlappend übereinander, damit wirklich das ganze Blech bedeckt ist).

 

  • Mit dem jeweils der Teigfarbe zugehörigen Löffel die farbigen Teigbereiche etwas glätten und so verteilen, dass sich die Teiginsel auch wirklich treffen und die Teigmenge gleichmäßig verteilt ist.

 

  • Wenn gewollt, kann man den Teig an den Verbindungsstücken jetzt noch etwas glatt streichen und die die Farben  noch etwas verwirbeln, ähnlich wie bei einem Marmokuchen.

 

  • (Und keine Bange - wenn ihr zu kleine oder große Teigkleckse habt oder der Kuchen in diesem Zustand einfach nicht so aussieht wie gewollt: Tief durchatmen. Er wird eh unter ner Schicht aus Zuckerguss und bunten Zuckerstreuseln begraben. Das sieht nachher niemand mehr.  😄 )

 

  • Im vorgeheizten Ofen auf mittlerer Schiene bei 160 °C Umluft für 20 bis 25 Minuten backen, bis er anfängt zu bräunen. Stäbchenprobe nicht vergessen.

 

  • Während des Backens den Zuckerguss anrühren: Puderzucker sieben, damit es keine Klümpchen gibt, und mit dem Zitronensaft verrühren. Diese Zitronenglasur ist relativ flüssig, damit sie sich gut mit einem Backpinsel auftragen lässt. Wenn ihr sie dickflüssiger möchtet, reduziert einfach die Menge an Zitronensaft etwas.

 

  • Etwas abkühlen lassen und den Zitronenzuckerguss mit einem Silikonbackpinsel vorsichtig auf dem gesamten Kuchen auftragen und dann reichlich Zuckerstreusel darauf verteilen.

 

  • Den Zuckerguss auf dem Papageienkuchen fest werden lassen und dann in Stückchen schneiden.

Wie macht man Papageienkuchen

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