Berliner Freestyle-Küche, quer durch Kontinente & Zeitzonen

Heiße Schokolade am Stiel – einfach selber machen

Eine heiße Schokolade ist einfach die perfekte Begleitung: ob man nun durchgefroren an einem Berliner Januarnachmittag nach Hause kommt und sich durchglühen will oder einfach nur etwas entspannen und eine süße Auszeit genießen will.

Geschenk aus der Küche: Trinkschokolade am Stiel selber machen

Die Trinkschokolade am Stiel ist selbst für Unerfahrrene ganz einfach herzustellen. Der Vorteil gegenüber gekauften Produkten ist hierbei ganz klar: a) Man hat mehr Schokolade (und mehr Schokolade ist ja immer was Gutes 😉 ) und b) man weiß was drin ist. Keine zigtausend seltsamen Zusätze oder versteckten Milchzuckerlis können sich hier im Kleingedruckten tummeln.

Vielleicht wundert ihr euch über die Fotos und habt dieses Rezept von mir schon mal vor (Wow… 7 Jahren!) woanders gelesen. Dank Nachfrage einer Leserin veröffentliche ich den Artikel in überarbeiteter Form hier nochmal neu. 🙂

Rezept zum Selbermachen von Trinkschokolade

Trinkschokolade als selbstgemachtes Geschenk

Gerade wenn man lieben Freunden eine Freude machen will, lohnt es sich, etwas Zeit in der Küche für die Herstellung von liebevoll selbstgemachten Geschenken aus der Küche zu investieren.
In herzförmige Eiswürfelformen gegossen ist die Trinkschokolade zum Beispiel auch ein schönes Geschenk zum Valentinstag. (Jahaaaa! Lamentiert hier bitte nicht über den Sinn oder Unsinn dieses Tages. In unserer Welt ist eh zu wenig Liebe. Ein wenig mehr und ein Feiern dessen kann nicht schaden. Blumenhändler hin oder her.) Wer nicht den Umweg über portionierte Stücke gehen will, kann seinen Kakao im Topf auch einfach direkt nach meinem Rezept für Trinkschokolade im Aztec-Style ausprobieren. Wer mehr auf Kakaopulver zum Einrühren steht, wird bei meinem anderen Kakaorezept fündig. Auch dies ergibt – gefüllt in ein schönes Glas – ein sehr hübsches selbstgemachtes kulinarisches Geschenk.

Rezept für Trinkschokolade am Stiel Trinkschokolade am Stiel DIY

Tipp: Besonders edel sieht die Schokolade am Stiel natürlich aus, wenn nicht nur Schaschlikspieße darin stecken darin stecken, sondern breitere Eishölzer oder vielleicht sogar leichte Einweg-Kaffeelöffel* aus Holz, die in die geschmolzene Schokolade gesteckt und später hübsch einzeln verpackt in Cellophanfolie oder in einem großen Einmachglas  so verschenkt werden. Sozusagen Schokolade am Löffel – perfekt, um den Kakao direkt damit umzurühren.

Ich achte bei diesem Rezept nicht auf das genaue Temperieren der Schokolade – das heißt, sie kann nach ein paar Stunden so einen gräulichen Reif bekommen. Sie ist dann nicht schlecht geworden, sondern schmeckt genauso gut, kristallisiert nur etwas aus. Wer sich die Zeit nehmen will es optisch perfekt zu machen, findet bei Neles Pralinenwahnsinn eine Anleitung zum Temperieren von Schokolade.

Rezept für Schokolade am Stiel

200 g Zartbitterschokolade oder Zartbitterkuvertüre
Mark einer 1/2 Vanilleschote oder 1/8 TL Vanillepulver
1/2 TL gemahlener Ceylon-Zimt
2 gehäufte EL Puderzucker
Variante: Die Hälfte des Puderzuckers durch Orientzucker ersetzen

Equipment: Pralinenformen* oder Eiswürfelformen aus Silikon, Schaschlikspieße, Holzspatel* oder Einweg-Kaffeelöffel aus Holz*, Brettchen

Zubereitung der Trinkschokolade am Stiel
(Für circa 15-17 Stück)

  • Die Schokolade in grobe Stücke brechen und im Wasserbad bei mäßiger Hitze unter Rühren einschmelzen.
  • Damit keine Zuckerklümpchen entstehen, den Puderzucker in die geschmolzene Schokolade hineinsieben und zusammen mit dem Zimt unterrühren.
  • Die Vanilleschote halbieren, mit einem Messer das Mark herauskratzen und ebenfalls sorgfältig mit der Schokoladenmasse für die Trinkschokolade vermischen.
  • Mit einem Esslöffel die flüssige Schokolade in die Pralinenform geben und erkalten lassen. Bei Raumtemperatur kann dies ein Weilchen dauern. Ungeduldigen hilft der Kühlschrank oder das Eisfach (allerdings wirklich nur für 5 Minuten, sonst wird die Schokolade zu hart) weiter.
  • Sobald die Schokolade anzieht und fester wird, die Schaschlikspieße, Eisstiele oder Holzlöffelchen in die Mitte jeden Stückes setzen, die Trinkschokolade endgültig aushärten lassen und dann aus den Formen lösen.
  • Zum Trinken dann einfach eine Schokolade am Stiel in einen Becher mit heißer Milch geben und mit dem Holzstäbchen umrühren, bis sich alles aufgelöst hat.

Wie macht man Trinkschokolade am Stiel

Aromatisierte heiße Schokolade mit Vanille, Zimt, Chili, Tonkabohnen….

Natürlich kann man die Schokolade nicht nur mit Vanille aromatisieren. Auch andere Gewürze sorgen dafür, dass der Kakao zu einem köstlichen Geschmackserlebnis wird: Zimt, ein Hauch Chilipulver, eine Prise Tonkabohne, gemahlener Kardamom, etwas im Mörser zermahlener Instantkaffee, geriebene Orangen- oder Zitronenschale, ein Tröpfchen aromatisiertes Backöl (Orange, Vanille, Rum, Zitrone…) passen ebenfalls wunderbar in den Kakao. Und warum nicht direkt noch ein paar Mini-Marshmallows unterrühren oder oben in die anziehene Schokolade drücken? Auch bei der Schokoladensorte kann man natürlich frei wählen und frei zwischen weißer Schokolade, Vollmilchschokolade und Zartbitterschokolade  wählen. Wer es besonders hübsch möchte, kann die verschiedenen Sorten in Schichten in die Silikonform geben.
Noch mehr Rezepte für und mit Schokolade und Kakao gefällig?

Ebenfalls absoluter Schocoholic? Natürlich schmeckt die edle Kakaofrucht nicht nur in flüssiger Form, sondern auch als Gebäck ganz besonders. Wenn einem das Schokoladen-Craving überfällt und besonders schnell gehen soll oder überraschend Gäste einfallen, hilft euch mein Rezept für blitzschnellen Mikrowellenkuchen weiter. Hier findet ihr sogar drei verschiedene Varianten, die vegane Version ohne Ei ist sogar tauglich fürs Büro. Hat man mehr Zeit übrig, dann lohnt sich wirklich, mal einen Rotweinkuchen zu backen. Mit seinem hohen Anteil an Zartbitterschokoladenstücken und etwas echtem Kakao ist der zimtige Kuchen jede Sünde wert und passt gerade auch schön in die noch kältere Jahreszeit.  Wer mehr auf pure Schokolade in Kombination mit Mandeln steht –  dem empfehle ich mein Rezept für selbstgemachte Mandelsplitter, das auch sehr schön zum Verschenken geeignet ist.

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Orangensalz – ein duftendes Geschenk aus der Küche

Gerade haben wir Januar und sind damit noch mitten in der Saison für die wunderbarsten und saftigsten Orangen. Ich gestehe, bin ein kleiner Orangenjunky. Wenn ich genug Zeit habe, dann beglücke ich mein tägliches Porridge mit aromatischen Orangenschnitzen. Und auch das Kind zutscht mir mit seinen 9 Monaten glücklich ganze Orangenschnitze aus der Hand.

Rezept für Orangensalz
Seit Jahren beäuge ich ja sehnsüchtig die Möglichkeit die mannigfaltige Sorten von Zitronen, Orangen und andere Köstlichkeiten kistenweise direkt aus Spanien zu bestellen. Aber irgendwas (in den letzten beiden Jahren halt Schwangerschaft und kleines Kind… beides gute Gründe :)) kommt immer dazwischen, so dass mir die Zeit zur Verarbeitung fehlt und ich dann doch Abstand nehme. Aber..! Irgendwann klappt es bestimmt!

Rezept für Orangensalz

Orangensalz – ein duftendes Geschenk aus der Küche

So lange nehme ich jedenfalls mit den Orangen aus dem Laden hier vorlieb. Wenn man genau hinschaut, kann man hier auch richtig Glück haben und seine Zähne glücklich in köstliches süß-saures Fruchtfleisch schlagen. Wenn ich schöne Bio-Orangen kaufe, reibe ich mit einer feinen Reibe oder einem Zestenreißer vor Verzehr immer die Schale ab. Meist verbrauche ich sie sofort, oder friere sie in kleinen Gläschen im Tiefkühlfach ein. In der Türe gelagert habe ich so immer frische Orangenschale griffbereit. (Ihr solltet dennoch darauf achten, die Orangenschale da nicht mumifizieren zu lassen. Nach ein paar Monaten holt sich der Gefrierbrand alles.)

Rezept für Orangensalz
Oooder ihr macht ganz einfach Orangensalz. Es ist so simpel: Meersalz, Orangenschalen drauf geben, schütteln und schon wird man jedes Mal, wenn man das Glas öffnet mit einem köstlichen Duft nach frischen Orangen belohnt. Und da Orangen und Zimt hervorragend zusammenpassen, gibt es auch die Option – nachdem das Salz durchgetrocknet ist –  etwas Ceylon Zimt hinzuzugeben. Da ich in herzhafte Gerichte gerne etwas Zimt gebe – zum Beispiel in Salate (die haben ja oft auch süßsaure Komponenten), zu herzhaften Braten (zum Beispiel mit Pflaumen und Rotwein), Pasteten oder in meine Tomatensauce, passt diese leichte Note da hervorragend.
Weitere Rezepte für Gewürzsalze von mir findet ihr hier: Shermins Kräutersalz, Bärlauchsalz, Bacon-Chipotle-Salz und Zitronensalz.

Rezept für Orangensalz

Rezept für Orangensalz

100 g Meersalz
1,5 TL frisch geriebene Orangenschale (1 – 2 Bio-Orangen)
Optional: 1/2 TL Ceylon Zimt

Equipment: Micoplanereibe*/Zestenreißer, Schraubglas, Küchenwaage, evtl. Löffelmaß*

Zubereitung

  • Die Orangen heiß abwaschen, abtrocknen und mit einer Microplanreibe oder einem Zestenreißer die Schale abziehen. Dabei darauf achten, dass nur die obere Hautschicht abgetragen wird, das Weiße darunter ist bitter.
  • Die mit dem Löffelmaß (oder Pi-mal-Daumen) abgemessene Orangenschale zusammen mit dem abgewogenen Meersalz in ein Schraubglas geben. Gut verschließen und kräftig schütteln bis alles gut vermengt ist. Das Salz klumpt durch die Feuchtigkeit in der Schale etwas zusammen, kann aber jetzt schon verwendet werden.
  • Das Glas jeden Tag schütteln, damit das Orangensalz aufgrund der Feuchtigkeit nicht zu einem festen Klumpen zusammenbäckt. Den Deckel danach etwas zum Auslüften öffnen. Dies so lange wiederholen, bis die Orangenschale getrocknet erscheint und das Salz wieder bröseliger. Je nach Saftigkeit der Orange dauert dies ungefähr 4 bis 7 Tage.
  • Ist das Salz gut durchgetrocknet, kann – wer will – jetzt den Ceylon Zimt hinzufügen und alles gut vermischen.

Gewürzsalz mit Orange und Zimt

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Rückschau: Die #Foodblogbilanz2016 im magischen Kessel

Bei Sabine, die im Blog Schmeckt nach mehr ihre Rezepte und Weisheiten niedertippt, gibt es in diesem Jahr wieder Fragen für ihre Rückschau auf das gehende Jahr.

Daily Porridge

1. Was war 2016 dein erfolgreichster Blogartikel?

Ganz klar: Hokkaido aus dem Backofen – dicht gefolgt von meinem Grundrezept für Mürbeteigkekse.

2. Welche drei deiner eigenen Blogartikel aus diesem Jahr haben dir persönlich am meisten bedeutet?

Mein Rezept für Hais – arabische Dattel-Energy-Röllchen aus dem Mittelalter. Ich habe in diesem Jahr endlich den seit 20 Jahren ersehnten Schritt in Richtung Living History gemacht. Für uns gab es die erste richtige, historisch korrekte Gewandung. Da meine Darstellung eine byzantinische Gewürzhändlerin ist, die es wegen der Liebe nach Berlin verschlagen hat (Jaha!), konnte ich meiner geheimen Passion nachgeben, die Lagerküche an mich reißen und recherchierte arabische Rezepte aus dem 13. Jahrhundert ins Leben zurückholen. Note to myself: Beim nächsten Lager für einen anderen Gewürzmörser sorgen. Holz suckt. 😉

Dann noch mein Rezept für Porridge aus der Mikrowelle – das ist fast mein tägliches Frühstück, inzwischen auch das des Kindes, das sich mit nicht mal sechs Monaten die ersten Löffel von mir ernörgelte. Es war auch der erste größere Artikel nach der Geburt. Vielleicht sieht man es ihm nicht an an, aber es steckt schon ein wenig Herzblut und Bloggerinnenleben-reclaimen darin.

Und darf ich diesen hier nennen? In unserer shiny-hochglanzpolierten (Food-)Blogger*innwelt ist ehrliche Reflexion selten. Und diese Rückschau ist doch recht persönlich.

3. Und welche drei aus anderen Blogs haben dich am meisten inspiriert?

Eigentlich nur zwei und es sind auch weniger Rezepte als eher die Blogs.

Bint Rhodas Kitchen – Jessica ist eine arabischstämmige, israelische Christin, die inzwischen in den USA lebt. Ich habe ihre wundervollen gebackenen Aprikosen nachgekocht. Ihre Gedanken zu Bomben, Attentaten und einem Leben in Angst führten mich endlich dazu, meine Ma’amoul zu backen. Wir sollten einfach mehr auf das was wir gemeinsam haben achten als auf das was uns trennt.

Forest Feast – das Blog selbst und die Kochbücher fand ich inspirierend. Mir gefällt der Mix aus Bunt und den Rezepten, das transportierte Feeling. Gerade ist noch Chanukkah, perfekt für einen Chanukkah-Leuchter aus Zitrusfrüchten. 😉 Im Angesicht der Weltsituation kann man den abschließend dann noch verwenden um ein paar Cocktails zu mixen und sich zu betrinken.

4. Welches der Rezepte, die du 2016 veröffentlicht hast, hast du selbst am häufigsten gekocht – und warum?

Eierkuchen zum Wohlfühlen. Und Haferbrei in tausend und einer Variante für mein #DailyPorridge. Beides ist selbsterklärend.

5. Welches Koch- oder Blog-Problem hat dich 2016 beschäftigt? Und hast du es gelöst?

Mein herausragendes Problem 2016 war: Fehlende Zeit. Ich liebe mein Kind heiß und innig und habe Einiges auf mich genommen, um es in die Welt zu setzen. Aber… mir fehlt schlicht Zeit. (Okay.. und Schlaf.) Ich habe direkt nach dem Mutterschutz wieder angefangen im Homeoffice zu arbeiten und ich hatte tatsächlich die spannende Theorie, dass das mit Baby ja bestimmt gut geht. Das Kleine schläft selig in seinem Körbchen, während Mama nebendran Texte tippt. Hat bei uns nicht funktioniert, es ist halt ein Baby. 🙂 Mein Kind ist absolut liebenswert und im Grunde recht unkompliziert: Es will Nähe und Aufmerksamkeit und ist nebenbei auch noch sehr aktiv. (Ächz.)  Inzwischen ist es fast neun Monate und beschäftigt sich auch schon ganz toll selbst, aber Mama oder Papa müssen bitte in Reichweite sein. Dass ich meine Arbeit dennoch gut geschafft habe in diesen Monaten ist der Elternzeit+ des Mannes und zahlreichen Freund*innen zu verdanken, die mir als Babysitter*innen geholfen haben. Ein ganz großes DANKE! <3 an diese lieben Menschen!

Das Foodblog kam  bei all dem leider immer zu kurz, auch wenn die Zahl der Leser*innen dennoch steigt. Mich ärgert es zum Beispiel persönlich sehr, dass ich mein bibliophiles Dauerblogevent “Lesehungrig” nicht weiterführen konnte. Ich hoffe sehr, dass ich es 2017 wiederbeleben kann. Nicht zu vergessen die Rezepte, die noch in Gedankenschubladen vor sich hin modern.

Eine Lösung dafür habe ich nicht – es sei denn jemand kann mir ab April 2017 einen Kindergartenplatz im Samariterkiez hier in Friedrichshain bieten – den bekommen wir nämlich einfach nicht. Im Dezember gab es die Absage vom einzigen Kindergarten, bei dem wir es immerhin auf eine offizielle Warteliste geschafft haben. Es bleibt also spannend, drückt uns die Daumen.

6. Was war deine größte kulinarische Neuentdeckung dieses Jahres – welches Lebensmittel, welches Rezept, welche Küchentechnik, welcher Geschmack hat dir eine völlig neue Welt eröffnet?

Das war nicht nur eine Sache, sondern viele: Trüffel (kann wirklich schmecken), Hirse (total lecker), Möhren (esse ich nur ungerne gekocht) & Süßkartoffeln (meiner Ansicht nach auch recht überschätzt), Lammherz (Da kam ich dank Food-Assembly dran. Sehr genial als Burger.). Je mehr ich meine Zunge mit essbaren Dingen bekannt mache, desto mehr stelle ich fest, dass Gefallen oder Nichtgefallen einer Zutat gar nicht so sehr vom Geschmack, sondern von Konsistenz und (für mich falscher) Zubereitungsart abhängen.

Technik: Ich war total begeistert, dass ich die Ma’amoul-Formen so problemlos nutzen konnte und das Gebäck perfekt geformt herausfiel. (Was zu Freudenschreien in der Küche führte.)

7. Was war der beste (oder lustigste) Suchbegriff, über den Besucher auf dein Blog gekommen sind?

Suchphrase, die ins Foodblog führte: “chefkoch Eichhörnchen Oktober 2016” (Eichhörnchenbraten? Ragù? Kekse?)

8. Was wünschst du dir und deinem Blog für 2017?

Ganz simpel: Mehr Erfolg. Mehr Leser*innen. Vielleicht auch mehr Kommentare, Feedback ist durchaus wichtig. (Mir ist klar, dass sich viele Kommentare in den letzten Jahren in die sozialen Netzwerke verlagert haben. Aber da gehen sie nach einiger Zeit und ohne Zusammenhang zum Artikel leider unter. Und ja, ich bin selbst jemand, der nur wenig Zeit zum Kommentieren findet. ein Teufelskreis. 😉 )

Kommt gut durch die Nacht, wir sehen uns 2017.

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Grüße zwischen den Jahren

Ihr Lieben,

egal ob ihr nun Weihnachten, Chanukka, Yul eine von jeglicher Religion befreite Jahresendzeitfeier oder anderes begeht und ob ihr die Feiertage mit euch allein oder (hoffentlich) lieben Menschen verbringt: Der magische Kessel (aka ich 😉) wünscht euch entspannte, schöne, stressfreie und vielleicht sogar erholsame Feiertage mit vielen Leckereien. Falls nicht: Haltet durch! Weihnachten ist bald vorbei. Fühlt euch geherzt und kommt sicheren Schrittes durch die Raunächte.

Weihnachtsgrüße

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Ma’amoul – (Weihnachts)Kekse mal anders

Vielleicht sind sie euch schon mal begegnet: Ma’amoul. Denn sie sind quasi “die” Festtagskekse im gesamten arabischen Raum. Zwar werden sie ganzjährig gegessen, haben aber Hochsaison beim Fastenbrechen und beim Opferfest.

Ma'amoul - gefüllte arabische Kekse

Arabische Kekse

Und wie das immer so ist bei einem Gericht oder Gebäck, das so weit verbreitet ist, es gibt zig verschiedene Varianten mit verschiedensten Teigzusammensetzungen aus Grieß oder aus feingemahlenem Mehl. Aus dem Irak kenne ich auch eine Version mit Hefeteig (Kleecha). Und natürlich gibt es viele verschiedene Füllungen für diese süßen kleinen Pasteten. Einer der bekanntesten Klassiker ist hierbei eine Füllung aus mit Gewürzen versehener Dattelpaste. Aber auch Walnüsse sind hier klassisch. Hergestellt werden die Ma’amoul mit Hilfe von Holzmodeln (ähnlich wie beim deutschen Spekulatius), man kann sie aber auch von Hand herstellen, indem man aus dem Teig eine Kugel macht, mit einem Finger eine Aushöhlung hineindrückt, Füllung hineingibt und den Teig wieder darum schließt, verstreicht und die Kugel/das Oval auf der Nahtstelle auf dem Blech platziert und mit den Zinken einer Gabel von oben etwas platt drückt. Das ergibt dann auch noch ein nettes Muster.
Die Ma’amoul machen optisch jedenfalls einiges her und sind auch nicht viel schwieriger herzustellen als andere etwas aufwändige Weihnachtskekse. Mit etwas Zeit und Geduld schafft man das problemlos alleine. Und die tollen gefüllten Pasteten sind auch noch wunderschön anzusehende Geschenke aus der Küche.

Ma'amoul - gefüllte arabische Kekse
Ma'amoul - gefüllte arabische Kekse

Ich erinnere mich sogar noch dunkel in Form eine Szenenfetzens an mein erstes Maamoul-Pastetchen: Meine Mutter, meine Schwester und ich waren ohne meinen Vater in Baghdad zu Besuch. Ich war knapp sieben Jahre alt und wir waren bei einer mir wildfremden Frau in einem typisch arabischen Salon zum Tee zu Besuch. Alles schweigt sich in meiner Erinnerung aufgrund der Sprachbarrieren an. Und auf dem Tisch stehen natürlich Kekse. Handgeformte runde kleine Ma’amoul. Auftritt eines sich langweilenden und zudem furchtbar niedlichen kleinen schwarzhaarigen Mädchens – es nimmt sich natürlich einen der unbekannten Kekse und… der Teig war dermaßen bröselig staubtrocken und die mir die Atemwege unerwartet zukrümelnde Füllung leider auch, so dass ich halb an dem Ding erstickt bin und verzweifelt überlegte, wie ich den restlichen Keks los werde.

Maamoul - süße arabische Pasteten Ma'amoul - gefüllte arabische Kekse

Viele Rezepte, viele Kekse, viele Füllungen

So sind meine arabischen Feiertagskekse allen Göttern sei Dank nicht ausgefallen. 😉 Ich stelle euch hier erstmal ein Rezept von mir mit Grieß im Teig vor. Das Backpulver, das sich in vielen Rezepten findet, habe ich nicht genutzt, da dann der Abdruck der Ma’amoul-Holzmodeln etwas herausgedrückt und verwischt werden kann. Wen das nicht stört und wer seine orientalischen Kekse etwas lockerer möchte, kann aber geschätzt einen halben Teelöffel ergänzen.

Ma'amoul - gefüllte arabische Kekse
Wie schon angesprochen gibt es auch butterkeksartigere Teigrezepte mit ausgemahlenem Weißmehl. In meinem geliebten Kochbuch “The New Book of Middle Eastern Food“* von Claudia Rhoden habe ich ein vielversprechendes Rezept gesichtet, dem ich demnächst mit meinen hölzernen Backformen zu Leibe rücken werde.

Dort sind auch noch verschiedene traditionelle Füllungen gelistet. Am beliebtesten ist die schon genannte süße, gewürzte Dattelpaste dafür oder eben verschiedene gemahlene und gewürzte Nüsse und Samen. Da ich Walnüsse liebe, habe ich mit denen losgelegt. Ich kann mir aber auch sehr gut eine eingedeutschte Füllung aus soften Trockenpflaumen vorstellen (sehr, sehr gut sogar… mit Zimt und Kardamom und einem leicht säuerlichem Touch – ich persönlich stehe nämlich so gar nicht auf Dattelfüllung).

Holzform für Maamoul

Rezept für Ma’amoul mit Grieß und Walnussfüllung

Teig:
300 g  Grieß (Weichweizengrieß, wie für den Grießbrei)
100 g Weizenmehl
150 g Butter (weich)
50 g Zucker
1 EL Orangenblütenwasser*
1 EL kaltes Wasser

Füllung:
100 g Walnüsse (sehr fein gehackt oder grob gemahlen in einer elektrischen Kaffeemühle*)
60 Zucker
1 TL Orangenschale (frisch gerieben)
(Optional: 1/4 TL Ceylon Zimt optional)

Puderzucker zum Bestreuen

Zubereitung

  • In einer Schüssel Mehl, Grieß und Zucker miteinander vermischen.
  • In einer Küchenmaschine oder mit der Hand die trockenen Zutaten so lange mit der weichen Butter verkneten, bis sich eine feinkrümelige Teigmasse ergibt.
  • Jetzt das Orangenwasser und das Wasser einkneten bis der Teig glatt ist und sich gut vom Schüsselrand löst.
  • Teig abgedeckt eine halbe Stunde lang ruhen lassen und dann nochmals durcharbeiten. Währenddessen die Walnüsse zerkleinern und mit dem Zucker und der Orangenschale vermischen.
  • Walnussgroße Stücke abreißen, zu Kugeln formen und nun entweder wie weiter oben beschrieben von Hand formen, mit einem kleinen Löffelchen füllen, verschließen und aufs Blech geben oder die Holzmodeln nutzen. Hierfür gibt es zwei Vorgehensweisen:
    a) die von Hand geformten und gefüllten Kugeln in die Holzform drücken und dann kräftig herausschlagen.
    b) Was ich praktischer fand: Geschmeidig gekneteten Teig mit der Hand zu einem kleinen Fladen klopfen, so in die Holzform drücken dass Platz für die Füllung bleibt. Füllung einfüllen, eine kleine Teigscheibe obendrauf legen, Ränder umklappen und Teig verstreichen. Fertigen Keks mit sanfter Gewalt herausklopfen (Lies: donnernd die Vorderseite aufs mit Backpapier belegte Blech Knallen, dabei aufpassen den herausfallenden Keks nicht zu zermatschen).
  • Bei 175° circa 15-20 Minuten backen. Das hängt wirklich stark von der Größe eurer Backform oder euren von Hand geformten Maamoul ab und ihr müsst euch da ein wenig herantasten. (Im Notfall wandern sie eben nochmal für 2 Minuten in den Backofen, das ist nicht schlimm.) Die Kekse sollten nicht zu sehr gebräunt, sonderneher hell bleiben. Es lohnt sich auch, sie zwischendurch mit einer Gabel anzuheben, ob sie untendrum zu dunkel werden.
  • Auf dem Blech abkühlen lassen, mit Puderzucker bestreuen und gut verschlossen in Keksdosen lagern.

 

Backtipp: Ja, zumindest bei denen aus Holz lösen sich die Kekse mit genug Geklopfe wirklich wunderbar aus den geschnitzten Mustern heraus. Falls das aber nicht klappt oder man Bedenken hat, gebe ich den Tipp weiter, der mir gegeben wurde: Einfach einen (sauberen & frisch gekauften!) Damenfeinstrumpf über die Form ziehen.

Und da die Frage schon mehrfach kam: Gekauft habe ich meine geschnitzten Holzformen für die Ma’amoul relativ günstig in einem kleinen arabischen Supermarkt in der Nähe des Dresdner Hauptbahnhofes. Wer arabische Lebensmittelshops im Umkreis hat, sollte dort seine Suche starten und direkt nachfragen. Alternativ habe ich ein paar vollkommen überteurte Holzformen online gefundenn, bin aber eben noch über diese bezahlbare und echt nett aussehende Version aus Plastik gestolpert: Ma’amoul-Backform*

Und wer noch immer auf der Suche nach anderen Keksen und nach Weihnachtskeksen ist, werft doch einfach mal einen Blick auf diese französischen Schokoladenkekse mit Fleur de Sel, meine Walnuss-Dinkel-Cookies, Crinkle Cookies, das Grundrezept für Mürbeteigkekse (mit einer Variation zu coolen Kirchenfensterkeksen), Engelsaugen, Vanillekipferl oder Gingerbread Cookies.

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