Berliner Freestyle-Küche, quer durch Kontinente & Zeitzonen

Rezept für Sesamfladenbrot aus Kurdistan

Ich glaube dieses Brot, dicht belegt mit Sesam und geschmacklich und von der Struktur her in der Nähe von Focaccia, gehört zu den weniger bekannten Broten aus dem Irak. Bei meinem letzten Besuch in der kurdischen Zone in den 1990ern bekamen wir leider nur recht schlecht gebackenes Samoon-Brot zum Frühstück. Aber damals gab es allgemein ja nicht viel zu kaufen. Heute ist die Situation in der Autonomen Region Kurdistan im Irak ja deutlich anders und es gibt dort - zumindest für die, die Geld haben - gut sortierte, westliche Einkaufszentren.

 

Rezept für kurdisches Sesamfladenbrot

Eine kurdische Brot-Spezialität aus Mossul

Das Rezept für dieses Sesamfladenbrot habe ich aus "The Iraqi Family Cookbook" von Kay Karim. Es wird zwar nicht ausdrücklich so formuliert, aber aus den Beschreibungen und Texten lässt sich rekonstruieren, dass Kay aus einer (vermutlich kurdischen) christlichen Familie stammt, die Verbindungen nach Mossul hat. Mein Vater, der noch viele irakische und kurdische Rezepte im Kopf hat, kennt dieses spezielle Brot unter der Bezeichnung "Quosa" nämlich nicht. "Gursa" oder mehr "Gurthßa", sagt  er, ist die allgemeine Bezeichnung für  einen Laib Fladenbrot. Und das, was ich da gebacken hätte, sähe genau so aus, wie etwas, das er als "Mossul-Brot" kennt. Nur halt deutlich kleiner. 😉

(Kleiner Exkurs: Wusstet ihr, dass in der nordirakischen Stadt Mossul, die am Ufer des Tigris erbaut ist, das biblische Ninive liegt? Nein? Na seht ihr, wieder ein Stück schlauer! 🙂 )
Kay Karim selbst schreibt, dass sie dieses Brotrezept von ihrer Tante Matheela hat und es sich hier um eine Spezialität aus den Mossul und den kurdischen Gebieten handelt. Mangels weiterer Quellen (das Internet schweigt dazu, bzw. mein nichtvorhandenes Arabisch/Kurdisch sorgen für eine erschwerte Quellenlage) kann ich die Namensverwirrung leider nicht weiter aufdröseln.

 

Brot nach einem Rezept aus Kurdistan (Irak)

 

Um nochmal die Größe aufzugreifen: Ich war beim Backen ganz überrascht. Nach dem Foto im Rezeptbuch hatte ich mir kleine, längliche Fladenbrote vorgestellt, es sind aber eigentlich mehr Sesambrötchen. Je nachdem wie groß man sie macht, erhält man 6 - 8 Stück. Für 6 Stück formt man längliche, dicke Teiglinge à 130 g. Für 8 Stück kleinere, längliche Brötchen à 100g. Es lohnt sich durchaus, das Rezept direkt zu verdoppeln und die kleinen Fladenbrote oder Fladenbrötchen einzufrieren. Das im Rezept genannte, verquirlte Ei reicht auch locker für die erhöhte Menge.

Kay hat in ihrem leider seit über vier Jahren nicht mehr aktualisiertem Blog vor sieben Jahren auch dieses Rezept für Quosa oder Gursa eingestellt. Allerdings mit etwas anderen Mengen und Backzeiten, sie schreibt im Buch, dass sie ihre Rezepte für die Buchausgabe zum Teil überarbeitet und vereinfacht hat. Hier teilt sie das Brot in nur vier Stücke auf - bäckt also wirklich kleine Fladenbrote daraus. Die Backzeit verlängert sich dadurch um 10-20 Minuten. Gereicht wird es traditionell zu Tee und Käse.

Die Brötchen ergeben erstaunlich gute Burgerbrötchen und schmecken auch am nächsten Tag noch - zum Beispiel aufgeschnitten und aufgetoastet.

 

Mossulbrot /Gursa - irakisches mit Hefe und Sesam

Rezept für irakisches bzw. kurdische Sesambrot

 

Kurdisches Osterbrot

Kay Karim erwähnt zusätzlich, dass dieses Brotrezept - lokal begrenzt auf die christliche Gemeine in Mosul - auch für österliches Gebildbrot in der Fastenzeit genutzt wird. Dann allerdings mit etwas Gelbwurz/Kurkuma oder Safranwasser zum Gelbfärben im Teig und ohne es mit Sesam zu bestreuen.

Kurdisches Sesamfladenbrot

Rezept für kleine kurdische Sesamfladenbrote bzw. Brötchen
(Mossul-Brot oder Quosa/Gursa)

(4 - 8 Stück)

550 g Weizenmehl (Type 405)
2 x 120 g lauwarmes Wasser
55 g Sonnenblumenöl
1 TL Trockenhefe
1 TL Zucker
1 TL Meersalz
1 TL Schwarzkümmel*
1 TL gemahlene Fenchelsaat* (optional, habe ich nicht verwendet)
1 Ei verquirlt
30 g Sesamsaat*

Zubereitung

  • In einer halben Tasse lauwarmem Wasser den Zucker und die Hefe auflösen und 15 Minuten stehen lassen. Ja, das muss man bei Trockenhefe eigentlich nicht, aber ich (und Kay scheinbar auch) machen lieber einen Vorteig, um die Hefe zu aktivieren. So ist man auch gleich vor bösen Überraschungen gefeit und sieht, ob die Bakterien noch pupsen. Ich hatte nämlich schon durchaus Trockenhefe, die nicht mehr zu aktivieren war.
  • Mehl, Gewürze und Salz in eine Schüssel geben und vermischen. Das Öl hinzugeben und einkneten. Das kann man einfach in einer Küchenmaschine machen oder von Hand, dann den Teig zwischen den Händen rubbeln/reiben. Es bilden sich kleine Teigklumpen.
  • Das Hefewasser und die zusätzliche halbe Tasse lauwarmes Wasser hinzugeben und den  Teig 5 Minuten kneten. Am Ende sollte sich ein glatter, fester, nicht klebriger Hefeteig ergeben. Bei Bedarf schlückchenweise noch etwas Wasser oder löffelweise Mehl ergänzen.
  • Die Teigoberfläche mit etwas Öl bestreichen, ein Tuch über die Schüssel legen und den Brotteig für eine Stunde an einem warmen Ort gehen lassen.
  • Den Teig nach dem Gehen kurz durchkneten und in gleichgroße Stücke teilen, mit der Handinnenfläche auf einer Arbeitsfläche zu leicht länglichen dicken Laiben wirken und diese dann etwas flach drücken. Für 8 Stück Teiglinge à 100 g, für 6 Stück Teiglinge à 130 g und für 4 kleine Brote Teiglinge à ~ 200 g abteilen.
  • Die Teiglinge auf ein mit Backpapier bezogenes Blech setzen, mit einem Tuch abdecken und an einem warmen Ort für weitere 45 Minuten gehen lassen.
  • Mit einem scharfen Messer die Oberseite der Brote/Brötchen in einem Rautenmuster einritzen, mit dem verquirlten Ei bepinseln und großzügig mit Sesam bestreuen.
  • Im vorgeheizten Backofen (Umluft, 160°) auf mittlerer Schiene je nach Größe 22 - 40 Minuten backen, bis sie anfangen golden zu werden.

 

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Mittelalterlicher Gewürzwein: Rezept für Vin d’Ambroisie

Vin d'Ambroisie ist ein göttliches Getränk aus Weißwein, Honig, Orangenblütenwasser und noch ein paar fruchtig-würzigen Zutaten. Der französische Name bedeutet auf Deutsch so viel wie "Ambrosiawein" - und da im alten Griechenland Ambrosia die Speise der Götter war, ist dies natürlich eine Anspielung auf den göttlich-köstlichen Geschmack.

Rezept für Vin d'Ambroisie

Glühwein - Hypocras - Gewürzwein - Claret

Gewürzten Wein kannte man natürlich schon im weinliebenden Altertum, die römische Version war als "Conditum Paradoxum" bekannt. Würzweine galten aber nicht nur als Genussmittel, sondern durchaus auch als Heilmittel - was man durchaus an dem Namen ablesen kann, mit dem gewürzte Rotweine im Mittelalter bezeichnet wurden: "Hypocras" ist hier eine Referenz an den bekannten griechischen Arzt "Hippokrates", der uns auch noch durch den hippokratischen Eid ein Begriff ist.

Mittelalterlicher Gewürzwein mit Honig und Orangenblütenwasser

Dieses Rezept für Würzwein brachte die liebe Handmaid im letzten Jahr von einer Reenactment-Veranstaltung auf der Brandenburg mit. Sie hatte diesen rezepttechnischen Schatz von einem französischen Paar erhalten, die Gewürzhändler aus dem Marseille des 13. Jahrhunderts darstellen, den "Meracators Massiliae".
Leider war es mir nicht möglich, eine konkrete Quelle für das Rezept frei zu legen (falls ihr eine habt: Bitte meldet euch!). Das besondere und geschmacklich hervorstechendste Merkmal an diesem wundervollen Gewürzwein (in unserer Mittelaltergruppe "Die Brandenburgunder" auch liebevoll "Mittelalter-Sangria" getauft 😉 ) ist nämlich das Orangenblütenwasser, in Kombination mit den fruchtigen Noten der Zitrusfrüchte und der Äpfel. Und natürlich der Weißwein.  Laut Sekundärquelle Wikipedia soll der Begriff "Claret", der eigentlich eine hellere/hellrosa Bordeauxmischung bezeichnet, in einigen Landesteilen wohl auch zur Bezeichnung von Gewürzwein aus hellen Trauben gedient haben.

Die meisten Rezepte für Hypocras, die ich kenne, nutzen zwar zahlreiche teure Gewürze, aber eben Rotwein und diesen oft in Kombination mit Rosenwasser. Orangenblüten finden sich hier nicht. Zitrusfrüchte sollten in Teilen Frankreich im Hochmittelalter aber eigentlich zu bekommen gewesen sein. Eine Spur habe ich: Im "Le Viandier", ein Kochbuch, stark beeinflusst von Taillevent, dem Leibkoch Karl des V. im 14. Jahrhundert, sollen laut einiger Quellen im Internet Orangenblüten Verwendung finden. Ich selbst besitze das Buch leider nicht, in einer inoffiziellen Online-Übersetzung von "Le Viandier" findet sich auch nur ein Hypocras-Rezept, und das ist mit Cassia-Blüten.

 

Mittelalter Reenactment - Berlin im 13. Jahrhundert

Falls irgendjemand das hier liest und genauere Einsichten hat, ich bitte wirklich darum mich daran teilhaben zu lassen. Denn ohne Beleg ist das Rezept leider nicht "a" (authentisch), sondern nur ambientig. Der Reiz des Reenactment oder sogenannten "Living History" mit Arbeit nach  Quellenlage ist es aber, möglichst nah die Zeit nachzuempfinden - das fängt beim Material und Herstellungsweise der Kleidung an und reicht bis zu authentischen Zutaten und daraus hergestellten Gerichten Aber egal ob dieses Rezept seinen Ursprung nun wirklich im Hochmittelalter hat oder nicht - probiert es aus, der Wein schmeckt wirklich ambrosiagleich. Leicht, fruchtig, aromatisch, nicht zu süß. Und besonders gut ist er in Gesellschaft von guten Freund_innen an einem lauen Frühlings- oder Sommerabend, mit ein paar klirrenden Eiswürfeln im Glas.

Ambrosiawein - Getränk der Götter

Rezept für Gewürzwein mit Honig & Orangenblütenwasser aus dem Mittelalter

Rezept für Vin d'Ambroisie (mittelalterlich anmutender Gewürzwein)

Mir wurde mitgeteilt (bitte mit französischem Akzent vorstellen): "Das Geheimnis dieses göttlichen Getränkes ist es, den billigsten und schlechtesten Weißwein zu nehmen, den man kriegen kann!" Für Franzosen heißt das wohl: Deutscher Wein. 😉 Hierzulande greift man vielleicht eher zu einem trockenen französischen Landwein.

1 l trockenen, billigen Weißwein
125 g Honig
2 Bio-Zitronen
2 Bio-Äpfel
6 Gewürznelken
1 EL Orangenblütenwasser*

Zubereitung

  • Äpfel und Zitronen heiß abwaschen und achteln.
  • Die geachtelten Früchte zusammen mit dem Weißwein, Orangenblütenwasser, Nelken und Honig in ein Gefäß geben. Ich nutze dafür gerne ein großes Drahtbügelglas.
  • Den Gewürzwein nun paar Stunden vergessen und ziehen lassen - bis der Honig sich aufgelöst hat.
  • Den Wein nun durch ein feines Sieb abseihen und auf saubere Flaschen ziehen. Fertig.
  • Der Ambrosia-Wein schmeckt am besten gut gekühlt und auf Eiswürfeln.
  • Gut abgeseiht und auf hygienisch saubere Flaschen gezogen hält sich der Vin d'Ambroisie ein paar Wochen im Kühlschrank und auch ein paar Tage außerhalb. Er ist auch ein wunderbar-köstliches Geschenk aus der Küche.

 

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Rezept für selbstgemachten Schokoladenpudding ohne Tüte

Weil es manchmal einfach ein simples und gutes Schokoladenpuddingrezept ohne Schnörkel und Chichi braucht.

 

 

Rezept für einfachen Schokopudding ohne Tüte

Schokopuding ohne Tüte

Wenn ich Schokopudding koche, greife ich meist ganz automatisch zur  Tüte. Warum eigentlich? Die Zutaten, die da drin sind (Stärke, Kakaopulver, Vanille) hab ich eh im Küchenregal stehen. Zucker und Milch müssen ja sowieso hinzugefügt werden. Das einzige Argument für die Tüte ist im Grunde die eigene Faulheit und Zeitmangel, um den ganzen Kram abzuwiegen - und das gestehe ich mir in manchen Situationen auch voll zu. Wenn aber die Zeit und Lust da sind, dann geht ein selbstgemischter Pudding ganz fix.

Dieses Rezept habe ich schon mal im Zusammenhang mit meinem Halloweenrezept für Friedhofspudding veröffentlicht - da geht es aber außerhalb dieser Saison ziemlich unter. Deswegen nochmals gesondert so. Wer es gerne superschokoladig und gerne ein klitzeklein wenig aufwändiger möchte, kann noch 20 g Zartbitterschokolade  in der erhitzten Milch schmelzen.

Schokoladenpudding selber kochen

Selbstgemachter Schokopudding Rezept

Puddingrezept für Puddingformen

Für den Alltag gieße ich den frisch gekochten Pudding meist einfach in kleine Schalen. Dieses Rezept für Schokoladenpudding wird aber so fest, dass es auch sehr gut für Puddingformen geeignet ist. Ich nutze so kleine Portionenpuddingförmchen* aus Plastik, so dass der Pudding nach dem Erkalten gestürzt werden und optisch noch ein wenig aufgepeppt werden kann - zum Beispiel mit selbstgemachtem Schokoladensirup, Früchten, Nüssen oder Zuckerstreusel. So wird aus einem einfachen Schokoladenpudding ganz schnell ein fancy Dessert.

Geschenk aus der Küche

Abgewogen und portioniert in kleinen Tütchen oder Gläschen verpackt - vielleicht noch mit ein paar zusätzlichen Spänen dunkler Schokolade darin - ist solch selbstgemachtes Puddingpulver, das frei von künstlichen Aroma- und Konservierungsstoffen ist, auch ein hübsches Geschenk aus der Küche.

Selbstgekochter Schokoladenpudding

Rezept für Schokoladenpudding

500 ml Milch
45 g Zucker
38 g Maisstärke
25 g echten Kakao
1 Prise Meersalz
optional: 1 Msp gemahlene Vanilleschote*

Zubereitung

  • Alle trockenen Zutaten abwiegen und in einer Schüssel miteinander vermengen.
  • Das so entstandene Puddingpulver mit einem Teil der Milch anrühren. Ich nehme dazu so einen Spiralschneebesen*, der speziell für Saucen geeignet ist.
  • Die restliche Milch in einem Topf zum Kochen bringen, vom Feuer nehmen und die Mischung einrühren.
  • Den Topf zurück auf den Herd geben und den Schokoladenpudding bei geringer Hitze und unter Rühren für 2 Minuten kochen. (Auch hier rühre ich am liebsten wieder mit dem Spiralbesen, der gut über den Topfboden gleitet, so dass weniger Pudding anbacken kann.)
  • Den Pudding in einzelne Gläser, eine große, flache Schale oder kalt ausgespülte Puddingformen füllen.

Wie kocht man Schokopudding

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Rezept für Basbousa – arabischer Grießkuchen

Basbousa ist ein schnell von Hand zusammengerührter, süßer Kuchen voller Variationsmöglichkeiten, der seinen Ursprung in Ägypten haben soll und im ganzen arabischen Raum gerne gebacken und gegessen wird. Und süß ist auch der Name - "Bousa" bedeutet auf Arabisch nämlich "Kuss".

Rezept für Basbousa: Arabischer Kuchen mit Grieß, Mandeln, Joghurt und Orangenblütenwasser

Basbousa - arabischer Mandelkuchen

Arabischer Grießkuchen

In meinem Kuchen verwende ich geriebene Mandeln im Teig, aber Kokosraspel wären als eine weitere traditionelle Zutat auch möglich. Und da ich gerne Haselnüsse esse, habe ich Basbousa auch schon mit geriebenen Haselnüssen gebacken - ebenfalls sehr lecker! Aromatisiert habe ich den Kuchen leicht mit etwas Vanilleschote, aber das kann man auch weg lassen oder alternativ andere Gewürze wie Kardamom oder Zimt nutzen (dann würde ich aber einen neutralen Zuckersirup zum Tränken nutzen). Die vom Backen gerösteten Mandeln, die noch heiß mit dem Zuckersirup übergossen werden, sind übrigens ein Gedicht - aber ich liebe geröstete Mandeln als Begleitung zu den verschiedensten Dingen und könnte da etwas voreingenommen sein. 😉

Apropos Zuckersirup: Die Menge ist sehr okay für den Kuchen. Es gibt Rezepte, die deutlich mehr Flüssigkeit und Zucker nutzen. Kippt also ruhig alles drauf. Beim Sirup kann man auch noch andere Geschmacksrichtungen ausprobieren oder einfach nur den Zuckersirup auf den Kuchen geben. Nutzt zum Beispiel statt Orangenblütenwasser doch Rosenblütenwasser - ein weiterer klassischer Geschmack für dieses Rezept. Oder nehmt schlicht Zitronensaft und etwas Zitronenschale für einen getränkten Zitronenkuchen auf arabische Art. Aber nun ab zum Rezept.

 

Rezept für arabischen Mandelkuchen Basbousa

Basbousa - arabischer Grießkuchen

Rezept für Basbousa

500 g Grieß
250 g Joghurt
200 g Butter
150 g Zucker
100 g gemahlene Mandeln
2 Eier (M)
1 TL Backpulver
1/16 TL gemahlene Vanille (alternativ: Mark 1 Vanilleschote)
Mandeln zum Dekorieren (50 g Mandelstifte oder 100 g ganze, geschälte Mandeln)
Butter zum Fetten der Form (Springform 26 cm Durchmesser)

Für den Zuckersirup

150 g Wasser
100 g Zucker
1,5 TL Orangenblütenwasser*

Zubereitung

  • Alle trockenen Zutaten miteinander in einer Backschüssel vermischen
  • Die Butter schmelzen und mit dem zimmerwarmen Joghurt und den Eiern verquirlen.
  • Nach und nach die Butter-Joghurt-Masse mit einem Schneebesen in die Grießmischung einrühren, bis ein dicker Brei entsteht. Die Masse zieht recht schnell an wenn man sie kurz stehen lässt - nicht wundern.
  • Den Teig in die gefettete Form geben und glatt streichen. Das geht ganz gut mit der  Rückseite eines Esslöffels. Bleibt der Teig zu sehr daran kleben, dann befeuchtet diese wiederholt mit Wasser.
  • Wenn gewollt, dann jetzt dekorativ ganze Mandeln im Muster darauf verteilen (traditionell wird nach dem Backen gerne in Quadrate oder Rauten geschnitten) oder einfach eine Hand voll Mandelstifte auf den Kuchen werfen und mit der flachen Hand leicht andrücken.
  • Den Kuchen im vorgeheizten Backofen, mittlere Schiene bei 175° (Umluft) für circa 40 Minuten backen.
  • Währenddessen den Sirup kochen: Wasser und Zucker mit dem Orangenblütenwasser unter Rühren aufkochen bis sich der Zucker gelöst hat. Abkühlen lassen.
  • Wenn der Grießkuchen goldbraun ist, herausnehmen. Den noch heißen Kuchen mit dem vorbereiteten Orangenblütensirup tränken (ich mache das mit einem Esslöffel), abkühlen und durchziehen lassen. Dann servieren.

 

Tipp: Ich finde, der Kuchen braucht den kompletten Sirup und die enthaltene Feuchtigkeit, da er sonst zu mächtig und trocken ist. Wer nur die Hälfte verwenden will: Der Rest hält sich in ein sauberes Glas gefüllt ein paar Tage im Kühlschrank - zum Beispiel für einen zweiten Basbousa.

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Schokoladenkuchen: Resteverwertung für Schokoladennikoläuse & Schoko-Osterhasen

Mir ist das früher nie so sehr aufgefallen, aber seitdem wir ein Kleinkind in unserem Haushalt haben, strandet hier massenweise wohlmeinend geschenkte, recht günstige Milchschokolade. Ich mag die nicht, der Mann mag die nicht und das Kind - das isst tatsächlich so gut wie keine Schokolade (ja, es ist tatsächlich meins) - dafür aber umso lieber Schokoladenkuchen.

Rezept für glutenfreien Schokokuchen aus Schokoladenweihnachtsmännern und Schokoladenosterhasen

Resteverwertung: Kuchen aus Schoko-Weihnachtsmännern & Schoko-Osterhasen

Deswegen sammelt sich bei uns im Laufe des Jahres einiges an Schokolade an, angefangen bei Schokoladenfußbällen über den Schokoladenosterhasen, der auch noch zu Weihnachten hier wohnt, bis zum Schokoladenweihnachtsmann oder essbaren Baumschmuck - mit vielen guten Gedanken geschenkt im Kindergarten, von lieben Freunden, von der Tick-Tack-Omi und und und...
Schokoladenfondue wäre eine Idee, aber ich mag die armen Früchte nicht mit pappsüßer Milchschokolade verschandeln, da greife ich lieber zu Zartbitter. Auch eine Tarte au Chocolat mit Mürbteigboden und Schokoladenguss schien mir nicht die Lösung. Irgendwie machte mich alles, was ich fand nicht, so recht glücklich. Deswegen suchte ich mir selbst ein Rezept für Schokoladenkuchen zusammen, angelehnt an Rezepte für französischen Gâteau au Chocolat, das uns tatsächlich alle drei glücklich macht.

 

glutenfreier Schokokuchen aus Weihnachtsschokolade

Resteverwertung: Rezept für Schokokuchen aus übriggebliebenen Schoko-Nikoläusen und Schoko-Osterhasen

Gâteau au Chocolat - französischer Schokoladenkuchen

Dieser wirklich schnell von Hand zusammengerührte Schokoladenkuchen ist frisch gebacken von Haus aus sehr leicht, aber feucht und geschmacklich so eine Art Brownie-Soufflé-Zwischending und erinnert mich stark an den deutlich aufwendigeren Chocolate Brownie Pudding. Dank dem zusätzlich hinzugefügtem echten Kakao ist der Kuchen nämlich dennoch auf der dunklen Seite und fängt die sehr süße Milchschokolade gut auf. Der Schokoladenkuchen schmeckt kalt, aber auch direkt warm, mit einer Kugel Vanilleeis oder einem Schlag Sahne und ein paar frischen Früchten hervorragend.

Da ich den Kuchen mit Stärke backe, ist er durch Zufall (und bei Nutzung von glutenfreier Schokolade) glutenfrei.

Rezept für glutenfreien Schokokuchen aus Schokoladenweihnachtsmännern und Schokoladenosterhasen

Rezept für Gâteau au Chocolat (Schokoladenkuchen)

125 g Butter
300 g Milchschokolade (Schoko-Nikoläuse & Osterhasen)
5 Eier
50 g Puderzucker
35 g Speisestärke
30 g echter Kakao
1 TL Backpulver
1 Prise Meersalz

Zubereitung

  • Eine Springform entweder komplett mit Butter fetten oder (so wie ich es mache), im Boden das Backpapier einspannen und nur die Seiten fetten.
  • Eine große (Metall-)Schale über ein Wasserbad hängen und bei geringer Temperatur die Butter und die Schokolade schmelzen, dabei mit einem Schneebesen verquirlen.
  • Die Schale vom Herd nehmen und die verrührte Masse etwas abkühlen lassen, damit die Eier nicht direkt fest werden.
  • Die trockenen Zutaten gründlich in einer Schüssel miteinander vermengen.
  • Nun einzeln nach und nach mit einem Schneebesen die Eier in die Schokoladenmasse einarbeiten. Das sieht zuerst grisselig aus, nach kräftigem Einrühren mit dem Schneebesen, glättet sich aber schon nach dem ersten Ei die Schokoladenmasse wunderbar.
  • Wenn alle Eier eingearbeitet sind, löffelweise die trockenen Zutaten in die Schokoladenmasse geben und ebenfalls mit dem Schneebesen einrühren. Dabei etwas Vorsicht walten lassen: Der Teig für den Kuchen sollte nicht zu lange gerührt werden, nur so lange, bis sich alle Zutaten gut miteinander verbunden haben.
  • Den recht flüssigen Schokoladenteig in die gefettete Springform füllen (bitte achtet darauf, dass eure Form dicht genug ist) und im vorgeheizten Ofen bei 160° (Umluft) für 25 Minuten backen, bis die Mitte des Kuchens sich fest und nicht mehr flüssig anfühlt. (Ich drücke sanft mit der Rückseite eines Löffels oder einer Gabel darauf.)
  • Bei offener Klappe im Ofen abkühlen lassen. Nicht irritieren lassen: Der Kuchen rutscht noch etwas zusammen.
  • Nach dem Abkühlen mit Puderzucker bestreuen. Alternativ kann auch noch ein tränkender Guss aus noch mehr geschmolzener Schokolade (ich würde da aber tatsächlich dunkle empfehlen) und etwas Sahne auf den Kuchen gegeben werden.