Berliner Freestyle-Küche, quer durch Kontinente & Zeitzonen

Osterzopf reloaded

Ostern ist fast da - und bei mir steht noch gar nicht groß die Osterdeko. Nur ein paar Osterhasen durften sich vor ein paar Wochen zu der zeitlosen Lichterkette mit violetten Fledermäusen an unserem Türkranz gesellen. 😉 Aber immerhin: Ich habe schon Osterbrot gebacken.

Frisch gebackener, locker-flaumiger Osterzopf für die Ostertafel

Rezept für Osterzopf

Den ganzen März wollte ich schon den Osterzopf backen und in diesen wundervoll weichen, flaumig-zarten Hefeteig beißen, der frisch aus dem Ofen einfach am besten schmeckt. Ja und halt auch endlich mal neue Fotos zu diesem Rezept machen. Denn mein Rezept fiür Osterbrot habe ich schon zu meinen Bloganfängen vor ziemlich genau zehn Jahren (ja so alt ist mein Berliner Foodblog tatsächlich schon) hier eingestellt. Wie passend, dass Julia von German Abendbrot dazu aufruft, alte Blog-Klassiker zu entstauben und erneut vorzustellen.

Rezept für einen Osterzopf

Gebacken habe ich den leckeren Hefezopf während der Vorbereitungen (mal eben drei Kuchen - ächz) für den dritten Geburtstag vom Kind, was dazu führte, dass ich in der Hektik den aufgesetzten Zopf etwas schief draufgeklatscht und das erst nach dem Backen bemerkt habe, als das Hefebrot dann etwas linkslastig aufging und leicht gerissen ist. Sowas passiert - auch bei Rezepten, die man schon oft (naja ein bis zwei Mal im Jahr 😉 ) gebacken hat. Die Rückfrage bei der Bäckermeisterin meines Vertrauens ergab auch nochmal die Versicherung, dass die Hefemenge bei der Menge an Butter und Zucker im Teig vollkommen im Rahmen und nicht zu viel ist. Naja. Schief happens und geschmeckt hat er trotz des optischen Makels. Wie sagte meine Omi früher immer: "Schief ist englisch! Und englisch ist modern!".

Frisch gebackenes Osterbrot / Hefegebäck für Ostern

Gebildbrot zu Ostern

Aber nicht nur das klassische Osterbrot, sondern auch allerlei Gebildbrote, Sonnen, Kränze und Osterhasen lassen sich aus diesem Hefeteig formen und sehen dann ganz besonders hübsch zum Osterfrühstück aus. Wenn ihr dem Link zum Rezept folgt, findet ihr dazu Anleitungen und zusätzlich noch eine Step-by-Step-Erklärung mit Fotos zum Flechten des Osterzopfs.

Und  da wir gerade beim österlichen Backen sind, gibt's noch eine Erinnerung an mein Rezept für Osterhasenbrötchen. Die sind aus einem wundervollen Briocheteig und gefüllt mit einer Nuss-Pflaumenmasse.

Na dann - ran an den Backofen. Ich wünsch euch schon mal schöne Feiertage und wünsche viel Freude beim Herstellen und Verzehren des Gebäcks!

Rezept für einenklassischen Osterzopf

Arabischer Kichererbsensalat

Letzten Freitag, nachdem ich das Kind mit dem Lastenrad in der (leider weit entfernten) Kita eingesammelt hatte, waren wir in einem Friedrichshainer Park. Die Temperaturen waren zum ersten Mal wieder im zweistelligen Bereich - und zwar ohne dass wir vom kalten Wind erfroren. Um das zu kompensieren, schleckten wir Erdbeereis und tobten mit dem Roller durch den Park (okay, naja, zumindest eine*r von uns 😉 ), die ersten Bäume zeigten zaghafte grüne Spitzen, einige sogar Blüten. Die Frühlingslust hatte nicht nur uns und die Pflanzen, sondern auch den Rest der Menschen erfasst.

Es war Spätnachmittag und der Park war bei 13° und dafür, dass er derzeit immer noch nur den winterlichen Flair einer sanft begrünten Steppenlandschaft besitzt, echt gut besucht: Kinder spielten, Erwachsene unterhielten sich, Hunde rannten schnüffelnd umher, die Punks prosteten sich lachend auf der Wiese zu - und es wäre nicht Berlin, wenn nicht tatsächlich der erste Grill angeschmissen worden wäre. Bratwürstchenduft umkringelte sogar von zwei Seiten meine Nase und ließ mich an die Grillzeit denken. Also an die im Sommer, wenn es dann wirklich warm ist. 😉

Was mich an dieses wirklich sehr alte Rezept mit Kichererbsen von mir erinnerte, das ich vor über zehn Jahren in einem (nicht mehr existierenden) Online-Magazin veröffentlicht hatte. Man möge mir deswegen die extrem schrömmeligen Bilder nachsehen. Ich mache ganz, ganz bald endlich mal neue Fotos und dann werden diese urtümlichen Dinger im Stil eines 70er-Jahre-Kochbuchs ersetzt. Versprochen.

Rezept für arabischen Kichererbsensalat

Orientalischer Salat mit Kichererbsen

Ob als Vorspeise oder Hauptgericht: Kichererbsen (lat.: Cicer arietinum) sind Multi-Talente und finden oft Verwendung in der arabischen Küche. Natürlich habe ich noch ein paar mehr Rezepte mit ihnen in meinem Foodblog. Zum Beispiel für Falaffeln oder Hummus.

An einem warmen Sommerabend - aber natürlich auch im Frühling! - schmeckt ein frischer Salat aus Kichererbsen toll zu frisch gegrilltem Fleisch, Fisch oder vegetarischen Alternativen. Man kann ihn als arabisches „Tapas“ nutzen, als würzige Beilage reichen oder – mit leckerem Brot dazu – eine ganze vegane Mahlzeit davon bestreiten. Kichererbsen finden sich in den Rezepten der traditionellen deutschen Küche – die ja eigentlich eine große Liebe für Hülsenfrüchte hat – eher selten. Dabei taucht die verkannte Erbse unter anderem schon in mittelalterlichen Kräuterbüchern und Schriften als schmackhaftes Heilmittel auf – zum Beispiel bei Hildegard von Bingen. In arabischen Ländern, Indien und Mexiko, werden sie heute oft in Form von Eintöpfen, zu CousCous, Gemüse, frittiert oder als cremige Paste, die auf Brot gestrichen wird, genossen. In den letzten Jahren hat sie aber wieder Einzug ins Bewusstsein gefunden und bei den meisten Lebensmittelmärkten und einigen Drogerieketten zu bekommen.

Die Kichererbse ist eigentlich nicht näher mit der uns bekannten grünen Erbse verwandt – obwohl beide zur Familie der Hülsenfrüchte gehören. Es wird angenommen, dass die Kichererbse schon vor 80000 bis 10000 Jahren im Orient als schmackhafte Nutzpflanze angebaut wurde. Archäologische Funde und in der Antike dann Schriften über den Ackerbau, belegen ihre Nutzung als sättigendes und leckeres Gemüse . Im Altertum soll sie der Göttin Venus heilig gewesen sein, daher auch die Bezeichnung „Venuskicher“.

Wer sich tapfer der monumentalen Aufgabe stellen und statt Dosenerbsen lieber die getrockneten Kichererbsen verwenden will, muss diese mindestens 12 Stunden in kaltem Wasser einweichen. (Hier bitte darauf achten von vorn herein Schüsseln zu wählen, die groß genug sind, die Erbsen quellen noch stark auf.) Danach wird das Wasser weggegossen und die Erbsen werden nochmals drei Stunden lang gekocht, bevor sie weiterverarbeitet werden können.

Rezept für arabischen Kichererbsensalat

1 kleine Dose gekochte Kichererbsen (Abtropfgewicht ca. 300 g)
1 Bund glatte Petersilie
1 kleine Zwiebel
3 Knoblauchzehen
4 aromatische Tomaten
½ - 1 Paprika
1, 5 EL Olivenöl
Saft von ½ - 1 Zitrone
Chili oder Harissapaste, Pfeffer, Paprikapulver (edelsüß), Salz

Zubereitung

  • Die Dose öffnen, die Kichererbsen abgießen und in eine Schale geben.
  • Die Zwiebel, die Tomaten und die Paprika fein würfeln und mit den Kichererbsen vermischen.
  • Die glattblättrige Petersilie waschen, die groben Stängel entfernen und das ganze grob hacken (ein Wiegemesser bietet sich an).
  • Die Knoblauchzehen putzen und ganz fein hacken. Wahlweise kann man sie mit der Knoblauchpresse auch direkt in den Salat drücken.
  • Jetzt einen reichlichen Schuss gutes Olivenöl in den Salat geben und den Zitronensaft hinzu fügen. Ich persönlich mag es etwas säuerlicher, aber das geht ja nicht jedem so.
  • Alles gut durchmixen und mit ein wenig Chilipulver oder etwas Harissa, frisch gemahlenem Pfeffer, Paprikapulver und Meersalz abschmecken.
  • Etwas durchziehen lassen und eventuell nachwürzen.

Zubereitung von arabischem Kichererbsensalat

Im Kühlschrank hält sich ein solcher Salat gut verschlossen auch gut einen Tag lang knackig frisch. Allerdings sollte man das Behältnis wirklich gründlich und sorgfältigst verschließen – die Gefahr einer geschmackstechnischen Knoblauchverseuchung aller Lebensmittel im Kühlschrank ist sonst einfach zu groß.

Die #12von12 im März 2019

Auch in diesem Monat bin ich wieder bei #12von12 - also zwölf Fotos aus meinem Alltag am 12. des Monats aufgenommen - dabei.  Die Sammelstelle findet ihr wie immer im Blog Draußen nur Kännchen. Werft da auch einen Blick in die Kommentare, das Formular zur Linksammlung funktioniert nicht mehr richtig und viele interessante Links verstecken sich jetzt dort. Aber nun ab zu meinem Tag:

12 Fotos vom 12. des Monats März

 

1. First things first. Nachdem Mann und Kind Richtung Kita abgedampft sind, durfte ich noch eine luxuriöse Stunde lang schlafen. Danach ab ins Bad.

Beschlagener Badezimmerspiegel, Schmuck & Parfümflakons

 

2. Milchkaffee in Blümchentasse (ich muss dringend mal die angemackten Teller von der guten Marieluise* ersetzen), umrahmt von Umräumchaos. Hört das nie auf? Ich sortiere mich ja immer noch durchs Arbeitszimmer, die Fluten reißen das Wonzimmer periodisch immer mit. Für mehr Realität und so, ne?

Beistelltisch mit Kaffeetasse voller Milchkaffee

 

3. Symbolbild für meine Arbeit. Am neuen Schreibtisch - ich freue mich ja immer noch total, wenn ich hier sitze, arbeite, Dinge umräume, anbringe und es mir halt schön mache. Und schön ist es, dass ich endlich wieder mit der rechten Hand schreiben und meiner Füllerliebe frönen kann! Hier modelt  ein Wing Sung-3008-Füller* (die Füllhalter aus China sind wirklich erstaunlich gut! Ich habe verschiedene in den letzten Jahren gekauft.), der eine wunderbar schmale Feder hat. Daneben zu sehen ist Skulls & Roses-Tinte*, die mir die Handmaid, letztes Jahr zum Geburtstag geschenkt hat und die ich jetzt erst austesten konnte. Darunter ist mein Tagebuch*. Ja, ich bin nicht nur digital unterwegs, sondern brauche eben manchmal auch Papier zum Niederlegen von Gedanken. So richtig altmodisch.

Füllfederhalter, exklusive Tinte und nostalgisches Notizbuch

 

4. Nachdem meine rechte Hand ja inzwischen operiert wurde, ist das Kartpaltunnelsyndrom in meiner linken Hand inzwischen so schlimm, dass ich hier auch zur Schiene greifen muss. Meh. Zur Jahresmitte folgt dann OP No.2 - Yay. Nicht.

Handschiene / Orthese bei Karpaltunnelsyndrom

 

5. Die Post ist da! Samt Verschwinden der Zustellerin (die mir extra die Sachen zur Tür bringt - wirklich nett!), nochmaligem Klingeln und mir als mehrfacher Slalomläuferin durch Arbeits- und Wohnzimmer.

Postumschläge

 

6. Und was ist drin? Rezensionsexemplare: Die DVD "Menashe"* und das Kinderbuch "Forschungsgruppe Erbsensuppe"*, das am 20.3. erscheint und von Integration, Fluchtgeschichten und Freundschaft erzhählt. Ich bin schon sehr gespannt, hoffentlich wird's gut! (Inzwischen habe ich es gelesen und kann es voll empfehlen. Eine längere Rezension dazu wird es demnächst in meinem Blog Lesehunger geben.)
Menashe ist ein Film über ultraorthodoxes jüdisches Leben in New York und erzählt eine Vater-Sohn-Geschichte. Ich habe ihn schon länger umschlichen, die Kritiken waren sehr gut. So weit ich weiß, durften die Darsteller ihn aufgrund ihrer Glaubensvorschriften nicht mal selbst ansehen.

Film Menashe und Kinderbuch "Forschungsgruppe Erbsensuppe"

 

7. Die gekauften Blumen zum Großteil endlich in die Erde bringen. Frühling! Anzuchterde und Anzuchttöpfchen stehen auch schon in den Startlöchern, muss nur endlich genug Zeit finden. Und was habt ihr schon gegärtnert?

Tisch voller Frühlingsblumen (Primeln, Hyazinthen, Stiefmütterchen, Narzissen)

 

8.  Dezenter Frustschrei. Was ihr seht, ist eine auf dem Badezimmerfußboden zerschellte, nagelneue Dose Puder. Bin überzeugt, die in der Kosmetikbox vorm Kind versteckte (geschenkt bekomme) penetrant laute Hupe in Walform ist schuld und hat mein Make-Up in den Tod gestürzt!

zerbrochenes Make-Up Puder

 

9. Nach der Kita noch in Arschkälte ne Runde auf dem Spielplatz rumstehen. Mit dabei wie immer mein geliebtes Lastenfahrrad von Babboe.
Hauptsache die Kids haben Spaß. Heute rotteten sie sich plötzlich zusammen und wir wunderten uns schon. Da stand dann ne Horde Dreijährige/r kekskrümelnd um eine Bank herum und fachsimpelte bewundernd über einen "Super Wings"*-Rucksack. Scheint ein totales Objekt der Begierde zu sein.

Das Lastenrad von Babboe ist auch auf dem Berliner Spielplatz mit dabei

 

10. Abendessen kochen. Resteküche aka Shakshouka.  Hineingewandert sind 1,5 Würstchen, 1 Hamburger Patty, gehackte Tomaten, Tomatenmark, 1 monströse Paprika und zahlreiche Gewürze. Das schmurgelt jetzt ne Runde durch, dann kommen die Eier hinzu.

Homemade Shakshouka

 

11. Dinner ist ready! Reste-Shakshouka mit einem klitzekleinen Anfall von Feta. Yummy.

Selbstgemachte Shakshouka mit Feta

 

12. Endlich hängt die Leiste, um der Kinderbuchhaufen ums Bett herum Herr zu werden. Husch, ab ins Körbchen. War ein langer Tag heute. Träumt fein!

Familienbett mit Kinderbüchern und Kuscheltieren

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Kochbuchrezension: Ein Jahr auf Fern Verrow {Werbung}

Ende letzten Jahres flatterte mit ein großformatiges Kochbuch - fast wie ein Coffee Table Book - in die Küche, das mich optisch sofort ansprach: Ein Jahr auf Fern Verrow*: Naturverbunden kochen und genießen.

Rezension Kochbuch: Ein Jahr auf Fern Verrow

In der weitgehend unberührten Landschaft von Herefordshire, England, zu Fuße der Black Mountains liegt der Hof von Jane Scotter und Harry Astley. 1996 ließen sich die beiden ausgebildeten Köche in dieser noch weitgehend unberührten Ecke des Landes nieder und übernahmen den Bauernhof. Ohne Erfahrung begannen sie hier Lebensmittel nach den Prinzipien der biologisch-dynamischen Landwirtschaft nach der Lehre Rudolf Steiners anzubauen.

Und obwohl Scotter und Astley absolute Neulinge zwischen seit Generationen weitergegebenen Höfen waren, wurden sie von ihrem Nachbarn herzlich aufgenommen und unterstützt. Seit über 20 Jahren bauen sie mit ihrem Konzept inzwischen erfolgreich Gemüse, Obst und Blumen an und halten Vieh. Zu Anfang des Buches gibt es eine hübsche gezeichnete Landkarte vom Bauernhof und den ihn umgebenden Anbauflächen, so dass man sich als Leser*in eine etwas bessere Vorstellung machen kann, was wo wie wächst und gedeiht.

 

Kritik an Rudolf Steiner

Kleiner Break: An dieser Stelle folgt ein kleiner, aber für mich wichtiger Einschub. Steiner ist den meisten wohl durch die Anthroposophie und die in Deutschland beliebten Waldorfkindergärten und -schulen bekannt – allerdings ist er wegen seiner Rassenlehre nicht gerade unumstrittenen. Dass in einem Buch, in dem neben Rezepten ein auf Steiners Schriften basierendes Landwirtschaftskonzept im Fokus steht, nicht einmal kurz auf die negativen Seiten und die Nutzung im Nazi-Regime eingegangen wird, empfinde ich als sehr bedauerlich. Geschadet hätte den Leser*innen diese ganzheitliche Informationen sicherlich nicht, zumal in den Beschreibungen auch aus dem Werk Steiners zitiert wird. Auch wenn man die bio-dynamische Landwirtschaft als das Konzept für sein Leben annimmt, sollte ein kritischer Blick auf Steiners Thesen möglich sein.

Ernte auf Fern Verrow / Rezension Kochbuch: Ein Jahr auf Fern Verrow

Anthropsophischer Bauernhof Fern Verrow

Beim Anbau der Pflanzen und bei der Viehzucht fließen gemäß anthroposophischer Prinzipien nicht nur die materiellen Gegebenheiten ein (zum Beispiel Bodenbeschaffenheit, Ablehnung von chemischen Düngern und Pestiziden), sondern auch die immaterielle Welt mit ihren Kräften und Energien. Auf dem Hof wird zum Beispiel von Hand mit Quarzen und durch Verwirbelung "belebtes" und energetisiertes Wasser auf den Feldern versprüht. Ich persönlich bin ja von energetisiertem Wasser nicht unbedingt überzeugt - aber hey, ein wenig Feel-good-Magie hat noch niemandem geschadet. 😉
Das Säen, pflanzen oder die Bearbeitung des Bodens erfolgt nach dem Mondzyklus und seiner Erdkonstellation. So erklärt sich auch die Aufteilung der Rezepte, die in nach Jahreszeiten und Elementen geordnete ist: Erde/Winter, Wasser/Frühling, Luft/Sommer, Feuer/Herbst.

"Ein Jahr auf Fern Verrow" ist nicht nur ein simples Rezeptbuch, sondern gibt Einblick in das Leben und Wirken in und mit der Natur. Einleitend zu den Kapiteln, aber auch immer wieder zwischendrin eingestreut, sind Texte zum bäuerlichen Leben, beispielsweise wie der Hofalltag in der Winterzeit aussieht und wann die Sterne im Nachthimmel am hellsten funkeln, wie der Frühling mit überwältigend-knospender Gewalt Einzug hält und die erste Saat des Jahres ausgebracht wird und die ersten Lämmer das Licht der Welt erblicken.

Rezension Kochbuch: Ein Jahr auf Fern Verrow

Bauernhofküche: Die Rezepte von Fern Verrow

Die 120 Rezepte, denen jeweils noch eine paar informative Sätze beigegeben sind, lesen sich größtenteils angenehm unaufwändig, aber nicht langweilig und teils mit etwas ausgefallenen Zutaten. Informationen zu Kräutern für Tees oder essbare Blüten wechseln sich ab mit Kochanleitungen für sahnige Erbsen-Karotten mit Dill, Forelle mit Kräuterkruste und Beurre blanc, gegrillten Pfirsichen, geschmortem Kopfsalat mit Erbsen, Frühlingszwiebeln und Minze, Brathähnchen mit Couscous-Bergamotten-Farce, Kebabs mit Kaninchenfleisch und getrockneten Aprikosen, Butterrübensuppe mit Lebkuchengewürz (diese steht fest auf meiner Liste der auszuprobierenden Rezepte) oder Holunderblütensirup. Da die hochqualitativen Produkte Fern Verrow hier die Stars der oft schlichten Rezepte sind, sollte man beim Einkauf auf möglichst gute Qualität achten, da die Rezepte sonst vielleicht geschmacklich enttäuschen könnten.
Stellenweise musste ich aber auch etwas die Stirn runzeln – zum Beispiel wenn bei im Wald gesammelten Wildkräutern empfohlen wird sie nicht zu waschen (Thema: Fuchsbandwurm oder Toxoplasmose). Oder Marmeladen oder rohe Früchte nur in sterilisierte Gläser gefüllt und mit Sirup übergossen, aber anschließend nicht richtig eingekocht werden... Sowas wäre dann wirklich für den sehr, sehr zeitnahen Verbrauch und nicht zur Lagerung geeignet.

Rezension Kochbuch: Ein Jahr auf Fern Verrow

Inspiriert wurde die Bauernhofküche von Fern Verrow von dem, was wächst, aber auch von Freunden, die zu Besuch kommen und neue Rezepte mitbringen – und von den Lieblingskunden, mit denen sie sich seit fast 20 Jahre auf dem Londoner Markt natürlich auch über Zubereitungen austauschen. In den letzten vier Jahren geht ein Hauptteil der Ernte an Gemüse, Obst und Blumen übrigens fest an das exklusive Londoner Restaurant "Spring". Fertig gepackte Kisten mit saisonalem Gemüse, Obst und Blumen sind aber für normale Verbraucher via Bestellung und Abholstellen vor Ort oder im 3,5 Stunden Fahrt entfernten London erhältlich - also das nur als Info, falls hier jemand aus London mitliest. 😉

Das Buch spricht mich übrigens vor allem durch seine Bildsprache an: Die Fotos der gekochten Gericht oder vom Gemüse selbst sind von der Fotografin Tee Traeger mit schöner Schlichtheit und Simplizität in Szene gesetzt – ohne großes Chi chi. Und wer hätte gedacht, wie fotogen und schlicht schön ein paar Bohnen in der Schote, ein paar Wirsingrouladen oder ein wasserbenetzter Rotkohl auf dem Feld sein können? (Okay. Naja. Ich schon. 😉 Aber ich stehe ja auch bewundernd vor meinem sprießenden Rucola und vertiefe mich in den Anblick einer Tomatenblüte.)

Ich sehe Fern Verrow nicht nur als Kochbuch, sondern als Abbild einer persönlichen Lebens- und Ernährungsweise. Erstaunlicherweise empfinde ich es trotz der genannten Kritikpunke als ein spannendes, großes Buch voller Geschichten, schöner Fotografien, Wissenswertem und vor allem guter, bodenständiger aber dennoch nicht langweiliger Rezepte im Jahreslauf. Es ist ein Blick in ein anderes Leben und wer noch mehr Einblick in die Arbeit der beiden britischen Farmer*innen haben will, kann auf der Webseite von Fern Verrow vorbei surfen oder seine Neugier auf Instagram befriedigen.

Jane Sotter, Harry Astley
Ein Jahr auf Fern Verrow*
Knesebeck, 2016
ISBN: 978-3868739145
272 Seiten, 34,95 Euro

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Die Rechte für die Bilder liegen beim Knesebeck Verlag

Schokoladenkekse zum Ausstechen – geeignet für Prägerollen

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Rezept für einfache Schokoladenkekse - geeignet für Nudelhölzer mit Muster

Schokoladenkeksrezept für das ganze Jahr

Egal ob zu Ostern oder im tiefsten Winter: dieses einfach zu machende Schokoladenkeksrezept verspricht geschmacklich leckere Butterkekse mit einer schönen Kakaonote und einem Hauch Zimt und Honig. Wer noch etwas experimentierfreudiger ist, kann hier beispielsweise statt Zimt auch zu gemahlenem Kardamom, Apfelkuchengewürz oder Kürbiskuchengewürz greifen.
Die Kekse kann man einfach mit Plätzchenausstechern ausstechen oder vorher zusätzlich noch mit speziellen Teigrollen Muster in den Teig prägen. Im Teig ist kein Backtriebmittel enthalten, damit die Prägung nicht herausgedrückt wird. Die Kekse werden so eigentlich auch mürbe genug, wer es etwas lockerer möchte, kann natürlich 1 TL Backpulver ergänzen. Dann sind sie allerdings nicht mehr für Prägerollen geeignet. Ebenso gut für Musterrollen geeignet ist übrigens mein alljahrestaugliches Butterkeksrezept mit etwas Vanille und Meersalz.

Kekse backen mit Kleinkindern

Das hausinterne kleine Kind liebt Butterkekse und Kuchen - und noch viel mehr liebt es, diese mit mir zusammen zu backen. Große Empörung, wenn es nicht auch mit einem Löffel Mehl zum Abwiegen in die Backschüssel geben oder in die Rührschüssel gucken darf. Ganz ernst steht es da auf seinem Hocker an der Arbeitsfläche und führt seine Aufgabe aus, während ich Dinge erkläre und versuche alles im Auge zu behalten.

Das Kind ist zwar noch keine drei Jahre alt, aber Keksteig kneten, Kuchenteig anrühren (und probieren...), Teig ausrollen, Muster prägen und ausstechen sind tatsächlich heiß ersehnte und gewünschte Mama-Kind-Sachen. Von Freunden weiß ich, dass das nicht bei jedem Kleinkind so ist, ich habe mit meinem Foodbloggerbaby einfach Glück. Und da das Kind so toll mitarbeitet, erstaunlicherweise nicht vom Teig nascht und sich auch schon gut die Hände wäscht, geht das auch problemlos mit Rezepten die Ei enthalten. Wir haben einen hohen Eierverbrauch und kaufen zumindest Eier grundsätzlich aus Bio-Freilandhaltung. Ich bilde mir ja ein, dass das den Tieren was bringt und die Qualität sicherer ist... Ich weiß nach all den Ei-Skandalen nicht, ob es wirklich was bringt, aber Sauberkeit beim Arbeiten, Frische und Herkunft/Qualität der Eier, das wären die Faktoren, auf die ich achte, wenn ich mit kleinen Kindern backe.

Rezept für Schokokekse mit Prägemuster_bs

Nudelhölzer mit Prägemuster

Traditionell gibt es ja solche geschnitzten Teigrollen/hölzernen Modeln, diese sind dank Lasergravur im Holz inzwischen mit allerlei Mustern zu bekommen. Unsere Butterkekse backe ich zum Beispiel mit Dinosaurier-Muster* und ich habe schon gravierte Nudelhölzer mit floralen Mustern* verschenkt.
Aber Achtung - nicht jeder Plätzchenteig oder Mürbeteig für Ausstecherkekse ist für diese Nudelhölzer, die ein Muster in den schon ausgerollten Teig prägen, geeignet.

Einfaches Rezept für Kakao-Ausstecherkekse

Rezept für Schokokekse
geeignet für Prägerollen/Teigrollen mit Muster

(für 2 Bleche mit Keksen)

250 g Mehl
125 g Butter (kalt)
100 g Puderzucker (gesiebt)
15 g echten Kakao
1/4 TL Zimt (alternativ: Apfelkuchengewürz oder Kürbiskuchengewürz)
1/8 TL Vanillepulver (alternativ: Mark 1 Vanilleschote)
1 großzügige Prise Meersalz (fein)
1 Ei (M)
20 g flüssiger Honig (ich nutze hier gerne relativ neutral schmeckenden Akazienhonig)

Equipment: Prägerolle mit Muster der Wahl, runde Ausstecher*, Teigrädchen, Nudelholz* zum Ausrollen, Backpapier, Backblech

Zubereitung

  • In einer Schüssel Mehl, Kakaopulver, Vanille, Zimt (oder Alternativgewürze), Salz, Puderzucker (bitte siebt den Puderzucker wirklich, sonst gibt es unangenehme Zuckerklumpen im Teig) gründlich miteinander verrühren.
  • In der Küchenmaschine, mit einem Rührgerät mit Knethaken oder ganz schlicht per Hand, die Mehlmischung nun rasch mit der in kleine Stücke geschnittenen Butter verkneten.
  • Dann das Ei und den Honig zugeben und weiterkneten. Der Teig wird sich erst in kleine mehlige Krümel auflösen, nach einigem Kneten fügt er sich dann aber zu einem homogenen Klumpen zusammen, der von der Konsistenz her ähnlich wie Knetmasse ist. Klappt das auch nach etlichen Minuten nicht, kann man einen TL Eiswasser hinzu geben.
  • Teig zu einer Kugel formen, in die Schale legen, abdecken und im Kühlschrank für mindestens 30 - 60 Minuten ruhen lassen.
  • Den Teig kurz auf der bemehlten Arbeitsfläche durchkneten. Der Keksteig sollte geschmeidig sein, aber mit Mehlierung nicht kleben.
  • Mit einem mehlierten Nudelholz ausrollen 4 - 5 Milimeter dick ausrollen. (Mein Nudelholz der Wahl hierfür ist übrigens aus Marmor.)
  • Damit die Teigrolle mit Prägemuster nicht Kleben bleibt, wird die Oberseite des ausgerollten Teigs jetzt nochmals mit etwas Mehl bestäubt. Einfach etwas Mehl mit einem Löffel auf den Keksteig geben und mit der Hand verteilen.
  • Die Prägerolle muss nun mit etwas Druck über den Teig gerollt werden, so dass sich das Muster gut im Schokoladenkeksteig abzeichnet.
  • Jetzt können die Kekse ausgestochen werden. Ich nutze hierfür gerne, wie oben verlinkte, runde Ausstecher für Scones (die habe ich in 3 verschiedenen Größen), aber auch größere Herzen oder Sterne eignen sich gut.
  • Die ausgestochenen Schokokekse auf ein mit Backpapier bezogenes Blech geben und im vorgeheizten Ofen (Umluft, 160°) auf der mittleren Schiene 10-15 Minuten backen, bis sie anfangen außen leicht zu bräunen.
  • Die stark variierende Backzeit hängt davon ab, wie dick ihr eure Kekse ausgestochen habt. Sind sie recht dünn geworden, reduziert sich die Backzeit. Sind sie doch recht massiv, müssen sie ein wenig länger im Ofen bleiben. Die Bestimmung des Bräunungsgrades  ist bei braunen Keksen ohnehin ein wenig schwierig. Es empfiehlt sich, auf die eigene Nase zu vertrauen (riechen die Kekse fertig?), genau auf den Rand zu achten (ist es da etwas dunkler?) und im Zweifelsfall nach 10 Minuten mal einen Keks zur Probe auf dem Blech zu wenden, um zu sehen, wie die Unterseite ausschaut.
  • Das Blech aus dem Ofen nehmen und die Schokokekse darauf auskühlen lassen. Danach natürlich direkt probieren und den Rest trocken und geschützt in einer Dose lagern.