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Rezensionen und Vorstellungen von Kochbüchern

[Werbung] Mein 1. Kochbuch ist jetzt im Print bestellbar!

Hey, ihr Lieben.

Mein 1. Buch "33 süße Rezepte aus der Vorratskammer" ist jetzt überall auch als Printbuch bestellbar!

Shermin Arif
33 süße Rezepte aus der Vorratskammer
ISBN: 9783752606102
BoD, 2020
96 Seiten, 12 €

Kochbuch zum Wohlfühlen in Krisenzeiten

Inhalt: Inspiriert vom quasi-Lockdown und den Einschränkungen Anfang des Jahres, findet ihr hier 33 einfache und günstige, süße Wohlfühlrezepte von traditionell bis vegan. Die Auswahl erstreckt sich von Keksen & Konfekt bis hin zu Kuchen, Gewürzen, Getränken und kulinarischen Geschenken. Ohne fancy Zutaten. Meine Superfoods sind Mehl, Butter/Öl, Kakao und Zucker. 😋

Bestellt es, teilt es und erzählt vielleicht dem/der Buchhändler*in des Vertrauens davon? Vielleicht bestellen die es auch zur Auslage im Laden? Ich arbeite ohne Verlag, habe alles selbstgemacht & bin im Marketing ne Niete. 😅

Bezogen werden kann es ohne Versandkosten auch direkt bei BoD* (da funktioniert auch die Vorschau). Bei Amazon ist mein Buch* natürlich ebenfalls verfügbar (auch ohne Versandkosten - klickt bei "Taschenbuch" auf "2 Neu", dann bekommt ihr es angezeigt), da ist nur die Vorschau noch fehlerhaft.

Falls ihr ein Buch mit Widmung möchtet, meldet euch bitte bei mir via Mail. Das Buch kann auch bei mir kontaktlos in Berlin Friedrichshain abholt werden, wird aber in den nächsten Wochen auch in zwei Verkaufsstellen - eine davon in Mitte - ausliegen.

Falls ihr Journalist*innen oder Blogger*innen seid: Ihr könnt direkt beim Verlag ein Rezensionsexemplar bestellen. Ich freu mich!

Liebe Grüße

Shermin

*Werbung

Printausgabe meines Kochbuchs im Oktober / Cover Reveal

Ihr Lieben,

ich hüpfe nur mal kurz herein. Momentan werkel ich im Hintergrund an meinem neuen Foodblog, das sich mit historischen Rezepten befasst und in englischer Sprache (ich höre meinen nervigen alten Englischlehrer lachen...!) verfasst sein wird. Aber ich wollte euch jetzt endlich das wunderbare, tolle neue Cover zeigen, dass die Printausgabe meines ersten Koch- und Backbuchs für Naschwerk zieren wird.

Cover des Kochbuchs "33 süße Rezepte aus der Vorratskammer"

Anfang Oktober kommt endlich mein Buch "33 süße Rezepte aus der Vorratskammer" als Printbuch heraus. Ich weiß selbst, dass es bei Kochbüchern besser ist, richtiges Papier in der Hand zu haben und hin und her blättern zu können.
Nachdem ich Anfang Juli das eBook hiervon herausgebracht habe, habe ich mich dann doch dazu entschlossen das Buch optisch nochmals zu überarbeiten und habe mich bei verschiedenen Selfpublishing-Verlagen umgesehen.

Wie ihr wisst, bin ich zuhause mit einem Kleinkind und mache alles alleine - es zog sich deswegen ein wenig. Momentan warte ich noch auf die Zusendung eines weiteren Testdrucks, ich war mit der Druckqualität der Bilder leider nicht zufrieden. Wenn jetzt alles stimmt, dann kann ich auf den Knopf drücken und das Buch wirklich, echt, richtig (Wow!) veröffentlichen. Ich vermute, dass das Buch in der zweiten Oktoberwoche erhältlich sein wird. Ich hoffe ihr drückt mir die Daumen und rührt vielleicht auch ein wenig die Werbetrommel für mich?

Eine ISBN habe ich auch schon, der Preis wird (aufgrund der nun höheren Druckkosten) bei 12 € liegen. Ich werde versuchen, mir eine Lösung einfallen zu lassen, wie ihr ohne riesigen Aufpreis über mich Bücher mit Widmung beziehen könnt. Kontaktlose Selbstabholung ist natürlich möglich. Und in eins, zwei Geschäften in Berlin werden die Bücher ebenfalls zum Kauf ausliegen.

33 süße Rezepte aus der Vorratskammer
Shermin Arif
BoD, 20220
ISBN: 9783752606102
96 Seiten, ~ 12 €

Liebe Grüße

Shermin

Mein 1. Kochbuch ist draußen! [Werbung]

Ihr Lieben,

in den letzten Wochen war es hier sehr ruhig, aber hinter den Kulissen bin ich mal wieder schwer am Werkeln. Unter anderem habe ich an endlich mein erstes Kochbuch fertiggestellt: "33 süße Rezepte aus der Vorratskammer"*, das ihr als eBook bei Amazon erwerben könnt.

Kochbuch, Shermin Arif "33 süße Rezepte aus der Vorratskammer"

Also: Yay! Ich schmeiße ein wenig Konfetti, gieß mir nen Tee ein und klopfe mir ausnahmsweise mal selbst auf die Schulter.

Kochbuch für süße Gerichte aus der Vorratskammer

In meinem Kochbuch* sind viele Rezepte aus meinen diversen Blogs versammelt und natürlich alle taufrisch überarbeitet worden. Aber im Buch finden sich auch 4 exklusive Rezepte, die vorerst nur dort zu finden sind. Viele der Gerichte und Naschereien sind inzwischen familiäre Lieblingsrezepte und natürlich erprobt und anfänger*innentauglich. Ihr findet im Buch viele Tipps, Tricks und Hinweise, wie ihr etwas variieren könnt.

Kochbuch Shermin Arif: 33 süße Rerzepte aus der Vorratskammer

In acht Kapiteln (Kuchen, Kekse, Karamell & Konfekt, Pudding, Hauptgerichte, Aufstriche & Kompott, Getränke & Sirups und Gewürze) bekommt ihr eine schöne Auswahl an Rezepten serviert, die keine fancy Zutaten benötigen, sondern meist sowieso schon in einer gut sortierten Vorratskammer wohnen (oder beim Supermarkt um die einfach Ecke zu bekommen sind).
Das Gute ist: Omnivoren, Vegetarier*innen, Veganer*innen und Personen mit Gluten- oder Laktoseintoleranz kommen hier auf ihre Kosten. Für jede*n ist etwas Spannendes und Köstliches dabei - ob nun leckere Butterkekse, vegane Brownie Bites oder glutenfreier Pancakes.
Das Buch ist so konzipiert, dass die Leckereien natürlich für sich verwendet, aber auch miteinander kombiniert werden können. Der herrliche Aromazucker versüßt zum Beispiel toll den Grießbrei. Das karamellisierte Apfelkompott passt super zu den Pancakes. Und der selbstgemachte Kakao lässt sich hervorragend mit der frisch gemachten Haselnussmilch anrühren.

Nicht zu vergessen, dass sich vieles von dem vorgestellten Naschwerk auch als kulinarisches Geschenk aus der Küche eignet, mit denen man anderen Freude bereiten kann - zum Beispiel mit den Pralinen mit Whisky-Ganache oder dem indischen Kokos-Konfekt.

Ich wünsche euch viel Freude beim Lesen & Nachkochen

Eure Shermin

*Werbung. Afiliate-Link zu Amazon.

Für kritischeren Konsum: Rezension von “Das Klimakochbuch”

Mit seinem Einkauf ein wenig die Welt retten? Das geht tatsächlich. Jede*r kann einen Beitrag leisten und sei er auch noch so klein. Wer bisher immer dachte: "Ich bin ja nur ein kleines Rädchen im Getriebe – ich allein kann ja nichts ändern!" wird hier eines Besseren belehrt.

Cover von "Das Klimakochuch" vom Kosmos Verlag

Ankochen gegen den Klimawandel

Denn die Essenz dieses speziellen Kochbuches ist, dass man seinen CO2-Fußabdruck (auch CO2-Bilanz oder Treibhausgasbilanz genannt – dies gibt an, wie viele Kohlenstoffdioxid-Emissionen man verursacht) allein schon durch den Kauf und die Nutzung der richtigen Lebensmittel verringern und somit Einfluss auf den Klimawandel nehmen kann.

Entstanden ist das Klimakochbuch* ursprünglich aus dem ehrenamtlichen Zusammenschluss einer Gruppe kochwütiger Freunde, die das Weltklima im Auge hatten. Neu ist es nicht, sondern eine vor ein paar Jahren überarbeitete Version des zehn Jahre alten Klassikers mit neuen Rezepten und aktualisierten Fakten.

Rezension "Das Klimakochbuch"

Natürlich steht auch der Wunsch im Vordergrund, die Wertschätzung für Kochen und Genuss wiederbeleben. Anstatt zu Fertignahrung oder zur Tüte zu greifen, laden die Autor/innen dazu ein, sich selbst und anderen Zeit zum gemeinsamen Kochen und für ein gemeinsames Mahl zu schenken. Slow Food eben - das, indem direkt für mehrere gekocht wird, auch noch Ressourcen spart
Die Rezepte sind in Qualität und Anspruch durchwachsen und mit Buchstaben markiert, die anzeigen, ob sie mit regionalen, saisonalen oder rein veganen Zutaten sind. Die Angabe "Einhorn" hat mich allerdings etwas verwirrt, ich vermute, dass es Rezepte der Berliner Firma "Einhorn Catering" sind. Im Buch finden sich gleichermaßen vegane, vegetarische und omnivore Rezepte – es wird aber immer wieder dazu eingeladen tierische Produkte durch Alternativen zu ersetzen, allerdings ohne dabei missionarisch zu sein. Ein Hinweis zum zu erwartenden Kochaufwand oder der vorausgesetzten Kocherfahrung wäre zudem gut gewesen. Die Rezepte sind durchwachsen in Qualität und Art, lesen sich aber alle gut machbar. Hier findet sich für jede/n etwas Leckeres – vom Erdbeer-Spargel-Salat, über Nussbraten und Rehrücken bis hin zu veganem Gulasch, Suppe aus Teltower-Rübchen, Brandenburger Hefeplinsen, schwedischem Schokokuchen und Mangold-Linsen-Curry. Einiges davon werde ich sicherlich demnächst ausprobieren.

Einige Rezepte, wie das mit dem veganen Tiramisu aus pürierter Margarine und Tofu, geschichtet mit Zwieback lesen sich wiederum echt schräg und befeuern mich in keinster Weise das nachzukochen. Eher dazu eine bessere Variante zu entwickeln. Ich mein: Warum denn pürierter, bröckeliger Supermarkttofu und kein köstlicher Seidentofu? Und dann Zwieback. Vielleicht wegen der Konsistenz? Ist das eines der zehn Jahre alten Rezepte aus den Zeiten wo es für Veganer*innen nischt zu koofen gab? Inzwischen gibt es doch so viel tolles veganes Gebäck zu kaufen (oder schlicht selbst zu backen - alles ist besser als Zwieback!), dass da als Alternative dienen könnte.

Die diversen Autor/innen des Buches streifen aber neben den Rezepten noch zahlreiche andere Themen: Von Mülltrennung, über Tipps gegen Energieverschwendung beim Kochen bis hin zur Erklärung warum man sich einen neuen Kühlschrank anschaffen sollte.

Kritischer Konsum: Zucker, Agavendicksaft und der Co2-Fußabdruck

Mein erfährt viel Wissenswertes: Das weißer Zucker nicht als wahnsinnig gesund gilt ist ja nichts Neues. In den Kuchen wandert er dennoch oft. Dass er aber unter so hohem Energieaufwand hergestellt wird, dass Süßungsalternativen wie Honig, Roh-Rohrzucker oder Agavendicksaft (der ja nicht gerade regional hergestellt wird) besser abschneiden, das wird für viele wahrscheinlich eine überraschende Information sein. Für mich war es auch spannend zu erfahren, dass das gar nicht mal so stark verarbeitete Gemüse oder Obst aus der Tiefkühltruhe oder der Dose so viel schlechter abschneidet als frische Produkte - so sie denn regional und saisonal verfügbar sind. Erstaunlich (und eigentlich logisch), dass außerhalb der Saison hingegen, eine im warmen Spanien gewachsene Tomate, trotz langer Transportwege, von der Co2-Bilanz her günstiger ist, als ein in Brandenburg im beheizten Gewächshaus gesprossenes Tomätchen. Es ist immer ein stetes Abwiegen gegeneinander und Bedenken von Alternativen.

Und dennoch, der Co2-Abdruck ist nicht alles, wie am Beispiel einer Tiefkühlpizza dargestellt wird. Die daheim gebackene Pizza und die aus der Fabrik unterscheiden sich in der Treibhausgasbilanz marginal. Aber man muss den Blick weiter setzen: Die Zutaten für die selbstgemachte Pizza kann man auswählen und so auf regionale und ökologisch wertvolle Produkte zurückgreifen, während die Zutaten für das Tiefkühlprodukt aus ganz Europa, wenn nicht gar aus noch weiter entfernten Teilen der Welt, stammen und so die Rechnung ungleich erhöhen. Selber machen lohnt sich laut Buch also, auf die Gesamtheit betrachtet, auf jeden Fall. Weshalb auch selbst Eingekochtes positiv hervorgehoben wird. Zur Abrundung gibt es am Ende eine Saisontabelle für heimisches Obst und Gemüse, samt guten Hinweisen zur Verwendung.

Fazit: Ein interessantes Buch für bewussteres Einkaufen und kritischeren Konsum. Für die, die schon totale Klima-Experten sind und eventuell vegan leben, wird dieses Kochbuch wahrscheinlich nicht genug in die Tiefe vordringen. Für den Großteil der Menschheit, deren Form von Klimafreundlichkeit sich bisher nur auf das Weglassen von Plastiktüten beim Einkauf beschränkte, kann das Klimakochbuch aber ein großer Zugewinn – von den Informationen, bis hin zu den geeigneten Zutaten – und Wegweiser sein, um selbst aktiv zu werden. Wer mehr regional und direkt von Erzeuger*innen einkaufen möchte, dem sei die Organisation "Marktschwärmer" sehr ans Herz gelegt. Ich kaufe dort mehr oder minder regelmäßig ein und hatte bei deren Start in Berlin auch über sie berichtet, damals nannten sie sich noch etwas zungenbrecherisch "Food Assembly".

 

Julia Balz, Jenny Blekker, Boris Demrovski,
Judith Keller, Jan Lohr, Christian Noll und
Christoph Zinsius
Das Klimakochbuch*
Kosmos Verlag, 2015
ISBN: 978-3440151747
128 Seiten, 16,99

 

*Werbung. Affiliate-Links zu Amazon. Bei einem Einkauf hierüber erhalte ich eine kleine Provision. Danke.
Die Rechte für die Bilder liegen beim Kosmos Verlag

Kochbuchrezension: Ein Jahr auf Fern Verrow {Werbung}

Ende letzten Jahres flatterte mit ein großformatiges Kochbuch - fast wie ein Coffee Table Book - in die Küche, das mich optisch sofort ansprach: Ein Jahr auf Fern Verrow*: Naturverbunden kochen und genießen.

Rezension Kochbuch: Ein Jahr auf Fern Verrow

In der weitgehend unberührten Landschaft von Herefordshire, England, zu Fuße der Black Mountains liegt der Hof von Jane Scotter und Harry Astley. 1996 ließen sich die beiden ausgebildeten Köche in dieser noch weitgehend unberührten Ecke des Landes nieder und übernahmen den Bauernhof. Ohne Erfahrung begannen sie hier Lebensmittel nach den Prinzipien der biologisch-dynamischen Landwirtschaft nach der Lehre Rudolf Steiners anzubauen.

Und obwohl Scotter und Astley absolute Neulinge zwischen seit Generationen weitergegebenen Höfen waren, wurden sie von ihrem Nachbarn herzlich aufgenommen und unterstützt. Seit über 20 Jahren bauen sie mit ihrem Konzept inzwischen erfolgreich Gemüse, Obst und Blumen an und halten Vieh. Zu Anfang des Buches gibt es eine hübsche gezeichnete Landkarte vom Bauernhof und den ihn umgebenden Anbauflächen, so dass man sich als Leser*in eine etwas bessere Vorstellung machen kann, was wo wie wächst und gedeiht.

 

Kritik an Rudolf Steiner

Kleiner Break: An dieser Stelle folgt ein kleiner, aber für mich wichtiger Einschub. Steiner ist den meisten wohl durch die Anthroposophie und die in Deutschland beliebten Waldorfkindergärten und -schulen bekannt – allerdings ist er wegen seiner Rassenlehre nicht gerade unumstrittenen. Dass in einem Buch, in dem neben Rezepten ein auf Steiners Schriften basierendes Landwirtschaftskonzept im Fokus steht, nicht einmal kurz auf die negativen Seiten und die Nutzung im Nazi-Regime eingegangen wird, empfinde ich als sehr bedauerlich. Geschadet hätte den Leser*innen diese ganzheitliche Informationen sicherlich nicht, zumal in den Beschreibungen auch aus dem Werk Steiners zitiert wird. Auch wenn man die bio-dynamische Landwirtschaft als das Konzept für sein Leben annimmt, sollte ein kritischer Blick auf Steiners Thesen möglich sein.

Ernte auf Fern Verrow / Rezension Kochbuch: Ein Jahr auf Fern Verrow

Anthropsophischer Bauernhof Fern Verrow

Beim Anbau der Pflanzen und bei der Viehzucht fließen gemäß anthroposophischer Prinzipien nicht nur die materiellen Gegebenheiten ein (zum Beispiel Bodenbeschaffenheit, Ablehnung von chemischen Düngern und Pestiziden), sondern auch die immaterielle Welt mit ihren Kräften und Energien. Auf dem Hof wird zum Beispiel von Hand mit Quarzen und durch Verwirbelung "belebtes" und energetisiertes Wasser auf den Feldern versprüht. Ich persönlich bin ja von energetisiertem Wasser nicht unbedingt überzeugt - aber hey, ein wenig Feel-good-Magie hat noch niemandem geschadet. 😉
Das Säen, pflanzen oder die Bearbeitung des Bodens erfolgt nach dem Mondzyklus und seiner Erdkonstellation. So erklärt sich auch die Aufteilung der Rezepte, die in nach Jahreszeiten und Elementen geordnete ist: Erde/Winter, Wasser/Frühling, Luft/Sommer, Feuer/Herbst.

"Ein Jahr auf Fern Verrow" ist nicht nur ein simples Rezeptbuch, sondern gibt Einblick in das Leben und Wirken in und mit der Natur. Einleitend zu den Kapiteln, aber auch immer wieder zwischendrin eingestreut, sind Texte zum bäuerlichen Leben, beispielsweise wie der Hofalltag in der Winterzeit aussieht und wann die Sterne im Nachthimmel am hellsten funkeln, wie der Frühling mit überwältigend-knospender Gewalt Einzug hält und die erste Saat des Jahres ausgebracht wird und die ersten Lämmer das Licht der Welt erblicken.

Rezension Kochbuch: Ein Jahr auf Fern Verrow

Bauernhofküche: Die Rezepte von Fern Verrow

Die 120 Rezepte, denen jeweils noch eine paar informative Sätze beigegeben sind, lesen sich größtenteils angenehm unaufwändig, aber nicht langweilig und teils mit etwas ausgefallenen Zutaten. Informationen zu Kräutern für Tees oder essbare Blüten wechseln sich ab mit Kochanleitungen für sahnige Erbsen-Karotten mit Dill, Forelle mit Kräuterkruste und Beurre blanc, gegrillten Pfirsichen, geschmortem Kopfsalat mit Erbsen, Frühlingszwiebeln und Minze, Brathähnchen mit Couscous-Bergamotten-Farce, Kebabs mit Kaninchenfleisch und getrockneten Aprikosen, Butterrübensuppe mit Lebkuchengewürz (diese steht fest auf meiner Liste der auszuprobierenden Rezepte) oder Holunderblütensirup. Da die hochqualitativen Produkte Fern Verrow hier die Stars der oft schlichten Rezepte sind, sollte man beim Einkauf auf möglichst gute Qualität achten, da die Rezepte sonst vielleicht geschmacklich enttäuschen könnten.
Stellenweise musste ich aber auch etwas die Stirn runzeln – zum Beispiel wenn bei im Wald gesammelten Wildkräutern empfohlen wird sie nicht zu waschen (Thema: Fuchsbandwurm oder Toxoplasmose). Oder Marmeladen oder rohe Früchte nur in sterilisierte Gläser gefüllt und mit Sirup übergossen, aber anschließend nicht richtig eingekocht werden... Sowas wäre dann wirklich für den sehr, sehr zeitnahen Verbrauch und nicht zur Lagerung geeignet.

Rezension Kochbuch: Ein Jahr auf Fern Verrow

Inspiriert wurde die Bauernhofküche von Fern Verrow von dem, was wächst, aber auch von Freunden, die zu Besuch kommen und neue Rezepte mitbringen – und von den Lieblingskunden, mit denen sie sich seit fast 20 Jahre auf dem Londoner Markt natürlich auch über Zubereitungen austauschen. In den letzten vier Jahren geht ein Hauptteil der Ernte an Gemüse, Obst und Blumen übrigens fest an das exklusive Londoner Restaurant "Spring". Fertig gepackte Kisten mit saisonalem Gemüse, Obst und Blumen sind aber für normale Verbraucher via Bestellung und Abholstellen vor Ort oder im 3,5 Stunden Fahrt entfernten London erhältlich - also das nur als Info, falls hier jemand aus London mitliest. 😉

Das Buch spricht mich übrigens vor allem durch seine Bildsprache an: Die Fotos der gekochten Gericht oder vom Gemüse selbst sind von der Fotografin Tee Traeger mit schöner Schlichtheit und Simplizität in Szene gesetzt – ohne großes Chi chi. Und wer hätte gedacht, wie fotogen und schlicht schön ein paar Bohnen in der Schote, ein paar Wirsingrouladen oder ein wasserbenetzter Rotkohl auf dem Feld sein können? (Okay. Naja. Ich schon. 😉 Aber ich stehe ja auch bewundernd vor meinem sprießenden Rucola und vertiefe mich in den Anblick einer Tomatenblüte.)

Ich sehe Fern Verrow nicht nur als Kochbuch, sondern als Abbild einer persönlichen Lebens- und Ernährungsweise. Erstaunlicherweise empfinde ich es trotz der genannten Kritikpunke als ein spannendes, großes Buch voller Geschichten, schöner Fotografien, Wissenswertem und vor allem guter, bodenständiger aber dennoch nicht langweiliger Rezepte im Jahreslauf. Es ist ein Blick in ein anderes Leben und wer noch mehr Einblick in die Arbeit der beiden britischen Farmer*innen haben will, kann auf der Webseite von Fern Verrow vorbei surfen oder seine Neugier auf Instagram befriedigen.

Jane Sotter, Harry Astley
Ein Jahr auf Fern Verrow*
Knesebeck, 2016
ISBN: 978-3868739145
272 Seiten, 34,95 Euro

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Die Rechte für die Bilder liegen beim Knesebeck Verlag