Schlagwort-Archive: bar

Cocktail: White Lady für die Gartenparty (Werbung)

Ich trinke ja nur relativ selten Alkohol. Wein wird bei mir beispielsweise meist nur gnadenlos - und zum Entsetzen mancher Menschen - in diversen Saucen versenkt. Aber unsere Hausbar ist irgendwie dennoch reichlich gefüllt. Der Liebste neigt zu guten schottischen Single Malts und ich bin dann doch mit einem guten Gin Tonic relativ leicht zu begeistern. Und mit Cocktails natürlich.

Cocktail White LadyVor kurzem bekam ich die Anfrage einer Agentur aus Großbritannien, ob ich bereit wäre mir die Webseite eines Kunden anzusehen und vielleicht etwas darüber schreiben würde. Angesehen habe ich sie mir und da mir die Seite gefiel und die Inhalte zum magischen Kessel passten, gibt es jetzt auch einen Artikel zu The Bar DE. Die Webseite präsentiert viele verschiedene Mixrezepte für Cocktails, teils auch mit interessanten Neuinterpretationen klassischer Rezepte. Die Werbung ist, neben der Nennung und optischen Darstellung von Markenprodukten bei den Spirituosen, angenehm unterrepräsentiert - nur stellenweise findet sich ein Button, der zum Kauf selbiger einlädt. Das irritierte mich zunächst ein wenig, bis ich weitergrub und auf den dahinterliegenden großen Konzern namens Diageo stieß, der diverse große und bekannte Marken in seinem Sortiment hat - von exzellenten Single Malts, Weinen, Wodka- und Ginsorten bis hin zu einem (leider) sehr verbreiteten blended Scotch (der ja zumindest für Mixgetränke verwendet werden kann).

Sommercocktail DelilahGemäß meiner persönlichen Präferenz habe ich mich also unter den Cocktails mit Gin umgesehen und mir ein Rezept herausgepickt. Meine Wahl fiel auf  den Cocktail "White Lady", ein klassischer Gin Sour, erfunden um 1920 (wie immer gibt es diverse Menschen, die hier Anspruch erheben) der auch unter den Namen "Delilah" und "Chelsea Sidecar" firmiert. Letztere Bezeichnung verweist darauf, dass es sich hier eigentlich um eine Abwandlung des Brandy-Cocktails "Sidecar" handelt, der um 1907 herum auftaucht, aber wiederum eine Abwandlung des im 19.  Jahrhunderts beliebten Cocktails "Brandy Daisy" ist, der wiederum ebenfalls Ahne für den modernen "Cosmopolitan" sein soll. Ihr seht - die Genealogie von Cocktailrezepten ist im Grunde ein weites Feld für Historiker/innen, das ich hier nur sanft ankratzen kann.

Cocktailrezept Chelsea SidecarUns hat die White Lady- die optisch eher gelblich auftritt, sich unkompliziert mixen lässt und es durchaus in sich hat -  jedenfalls gut gefallen. Erfrischend, spritzig, leicht und dank zugefügtem Zucker nicht zu sauer -  passt hervorragend zum Sommer und trinkt sich fast etwas zu leicht weg. 😉 Die halbe Erdbeere ist mein persönliches Zugeständnis an die Jahreszeit.

Cocktailrezept White Lady

35 ml Gin (bei mir: Bombay Saphire)
25 ml Zitronensaft (frisch gepresst)
10 ml Triple Sec (Orangenlikör)
10 ml Zuckersirup (Läuterzucker: Zucker und Wasser 1:1 kurz aufkochen, abkühlen lassen)
Erdbeere zum Dekorieren (Optional)

Zubereitung

  • Einen Cocktailshaker mit Eis füllen.
  • Alle abgemessenen Zutaten in den Shaker geben, verschließen und schütteln, bis sich die Flüssigkeit kalt anfühlt.
  • Den Cocktail durch ein Barsieb oder feines Teesieb in ein Glas geben.
  • Geputzte, halbierte Erdbeere hinterher werfen.
  • Servieren.

Cocktail DelilahWerbung/Sponsored Post

Das Montoya in Berlin Friedrichshain (Café/Lounge/Coiffeur)

Letzte Woche hat es mich und eine liebe Freundin zum Ausprobieren in ein neues Café direkt bei mir um die Ecke verschlagen: das Montoya (Vorsicht, keinen Herzinfarkt bekommen. Die Website startet sofort mit Musik.) in der Voigtstraße in Friedrichshain.

Café & Coiffeur mitten im Samariterkiez in Berlin: Das Montoya-Konzept

Das Montoya ist nicht nur ein Café mit Lounge-Charakter, sondern bietet im Nebenraum auch einen Coiffeur. (Den ich noch nicht ausprobiert habe - dabei würden meine Spitzen endlich mal wieder eine Schere in Ihrer Nähe zu schätzen wissen...) Leckerer Milchkaffee, frisch aufgelegte Musik - scheinbar auch abendliche Parties mit wechselnden DJs? - und verschiedene (geplante? - mir ist spontan nichts  aufgefallen) künstlerische Ausstellungen treffen hier also auf Haarkunst. Folgerichtig gibt es auch zwei Getränkekarten, eine für die normalsterblichen Cafébesucher und eine für die Friseurnutzer, auf dieser Karte sind einige Getränke als gratis gekennzeichnet (nein, der Alkohol ist auch hier kostenpflichtig ;-)).

Das Ambiente

Das Montoya ist relativ schlicht, aber dennoch gemütlich und liebevoll eingerichtet. Omas alte Stehlampe, samtige Sofas, Sessel und plüschige Hocker (nicht nur im 70ties Style, sondern original aus der Zeitperiode) tummeln sich hier einvernehmlich zusammen mit zahlreichen Anverwandten des klassischen Nierentischs aus den 50ties. Sowas will man/frau in meiner Altersstruktur vielleicht nicht unbedingt im eigenen Wohnzimmer haben, aber für ein Café ist es eine kultverdächtige Einrichtung (und die Sitzgelegenheiten sind echt bequem). Für Sonnenanbeter und Nikotinsüchtige gibt es auch ein paar kleine Tischchen direkt auf der Straße.

Zentral im Raum, direkt neben der Bar befinden sich die Turntables (die Dinger heißen doch so, oder?) und so ist ein herausstechendes Merkmal unter anderem eben auch die Musik, die einen direkt beim Schritt über die Schwelle (ich glaube sogar schon im Außenbereich) empfängt. Bei unserer Ankunft erklang Grace Jones - sehr nett. Weiter ging es dann mit Lounge- und Chillout-Klängen. Ich meine mich auch dumpf an jazzige Dinge zu erinnern, lege dafür aber nicht meine Hand ins Feuer. Normalerweise bin ich bei Musik in gastronomischen Einrichtungen etwas empfindlich - hier war es aber wirklich angenehm und man konnte sich problemlos in normaler Gesprächslautstärke unterhalten.

Service

Bei unserem Eintreten in den (relativ leeren) Laden steuerten wir etwas unschlüssig verschiedene Sitzgelegenheiten an. Die freundliche Bedienung (ich tippe auf Yves - einen der Betreiber?) sprach uns direkt an und empfahl uns, einfach überall Probe zu sitzen, um den perfekten Platz zu finden. Auch im weiteren Verlauf stellte er sich als sehr sympathisch und wirklich supernett heraus - also weit abseits von wieselartig-grauenhaft-aufgesetzter Freundlichkeit mit Plastiklächeln, das nicht bis zu den Augen reicht, oder der in manchen Läden üblichen LmaA-Haltung. Es war so, wie es im Grunde sein sollte: man fühlte sich als Gast wirklich gerne willkommen geheißen.

Getränke & Essen im Montoya

Die Preise sind echt anständig und wirklich bezahlbar. Ich habe für vier Getränke von zwei Personen nur 7,90 Euro bezahlt. Darunter ein riesengroßer und leckerer Milchkaffee, serviert in einer Bole, ein Tonic Water, eine Kanne 5 o'clock tea und ein Saft. Sehr nett: Leitungswasser ist kostenfrei. Sprich auf der Theke steht ein stets gefüllter Wasserkrug und ein paar Gläser, wo man sich gerne auch selbst bedienen darf.

Essbares gibt es leider nicht wirklich, da keine Küche vorhanden ist. Aber eigentlich soll es totaaal genialen Schokoladenkuchen mit meterdicker Schokoladenschicht und totaaal saftigen Karottenkuchen geben. Wurde uns erzählt. Gesehen haben wir den Kuchen leider nicht in persona, da diese invisible cakes gerade erst für den nächsten Tag gebacken wurden, als wir im Laden waren. Immerhin gab es je ein leckeres Cantuccini zu Tee und Kaffee (was mich daran erinnert, dass ich hier noch ein geniales Cantuccini-Rezept liegen habe, das endlich nachgebacken werden will...) und meine Freundin leierte dem netten Barmenschen jeweils noch ein zweites Cantuccini aus dem Kreuz, damit wir nicht endgültig dem Hungertod anheimfallen. Bis zu dem Zeitpunkt, an dem ich mich an meinen geheimen Toblerone-Notfall-Vorrat in meinem Survival-Bag erinnerte, waren wir doch ein wenig frustriert ob des Nahrungs- und Zuckermangels. Bitte, liebe Montoya-Florencianos: Schafft euch für solche Notsituationen doch bitte ein großes Glas mit Cookies an. Ich bezahle ja auch gerne für meine gebackenen Drogen. Stellt euch doch einfach mal vor, was andere Gäste -, nicht so friedlich, sittsam und gemütsstark wie wir - in so einem Zustand hätten tun können! Immerhin waren wir mit hölzernen Spindeln und scharfen Holzstricknadeln bewaffnet. 😉

Sanitäre Anlagen

Kurz gesagt: klein, sauber, psychedelisch. Ich war natürlich nur auf der Damentoilette. Sichtbar alte Hardware, allerdings alles neu und gründlich renoviert. Nur eine Toilette und ein winziges Waschbecken, dafür aber eine coole Diskokugel oben an der Decke, weiß gestrichene Fliesen, eine darauf gesprayte Berlin-Silhouette und massenhaft giftgrün-graue Pilze. Soll nach Aussage des Betreibers an Alice im Wunderland erinnern. Ich finds nett, auch wenn die einen umgebenden Farben den Teint im Spiegel dezent fahl wirken lassen. Also Mädels, seid euch vorher sicher, welchen Lippenstift ihr nochmal auftragt.

Und wie war's nu? Montoya-Fazit

Das Montoya wirbt mit dem Spruch "Wir sind euer neues Wohnzimmer!" - Jupp, kann ich bestätigen. Wir haben jedenfalls mit Strickzeug, Handspindel und lustigem Gequatsche einen äußerst netten Nachmittag dort verbracht. Unsere Sitzplätze waren direkt in einem der großen Fenster, so dass wir bequem die Außenwelt beobachten und dabei unseren Kaffee schlürfen konnten. Die Location ist also wirklich gut und hat definitiv auch abendliches Party-Potential. Ich bin jedenfalls gespannt, wie sich das Montoya hier in Friedrichshain entwickelt, ich komme auf jeden Fall wieder, in der Hoffnung, dann mal ein Stück des Kuchens zu ergattern.
Bleibt so angenehm anders, offen & echt und nehmt euch weiterhin Zeit für eure Kunden, dann wirds auch was mit den Nachbarn. 😉

Montoya
Voigtstr.7/8
10247 Berlin
Tel: 030 405 77 500