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Arabischer Kichererbsensalat

Letzten Freitag, nachdem ich das Kind mit dem Lastenrad in der (leider weit entfernten) Kita eingesammelt hatte, waren wir in einem Friedrichshainer Park. Die Temperaturen waren zum ersten Mal wieder im zweistelligen Bereich - und zwar ohne dass wir vom kalten Wind erfroren. Um das zu kompensieren, schleckten wir Erdbeereis und tobten mit dem Roller durch den Park (okay, naja, zumindest eine*r von uns 😉 ), die ersten Bäume zeigten zaghafte grüne Spitzen, einige sogar Blüten. Die Frühlingslust hatte nicht nur uns und die Pflanzen, sondern auch den Rest der Menschen erfasst.

Es war Spätnachmittag und der Park war bei 13° und dafür, dass er derzeit immer noch nur den winterlichen Flair einer sanft begrünten Steppenlandschaft besitzt, echt gut besucht: Kinder spielten, Erwachsene unterhielten sich, Hunde rannten schnüffelnd umher, die Punks prosteten sich lachend auf der Wiese zu - und es wäre nicht Berlin, wenn nicht tatsächlich der erste Grill angeschmissen worden wäre. Bratwürstchenduft umkringelte sogar von zwei Seiten meine Nase und ließ mich an die Grillzeit denken. Also an die im Sommer, wenn es dann wirklich warm ist. 😉

Was mich an dieses wirklich sehr alte Rezept mit Kichererbsen von mir erinnerte, das ich vor über zehn Jahren in einem (nicht mehr existierenden) Online-Magazin veröffentlicht hatte. Man möge mir deswegen die extrem schrömmeligen Bilder nachsehen. Ich mache ganz, ganz bald endlich mal neue Fotos und dann werden diese urtümlichen Dinger im Stil eines 70er-Jahre-Kochbuchs ersetzt. Versprochen.

Rezept für arabischen Kichererbsensalat

Orientalischer Salat mit Kichererbsen

Ob als Vorspeise oder Hauptgericht: Kichererbsen (lat.: Cicer arietinum) sind Multi-Talente und finden oft Verwendung in der arabischen Küche. Natürlich habe ich noch ein paar mehr Rezepte mit ihnen in meinem Foodblog. Zum Beispiel für Falaffeln oder Hummus.

An einem warmen Sommerabend - aber natürlich auch im Frühling! - schmeckt ein frischer Salat aus Kichererbsen toll zu frisch gegrilltem Fleisch, Fisch oder vegetarischen Alternativen. Man kann ihn als arabisches „Tapas“ nutzen, als würzige Beilage reichen oder – mit leckerem Brot dazu – eine ganze vegane Mahlzeit davon bestreiten. Kichererbsen finden sich in den Rezepten der traditionellen deutschen Küche – die ja eigentlich eine große Liebe für Hülsenfrüchte hat – eher selten. Dabei taucht die verkannte Erbse unter anderem schon in mittelalterlichen Kräuterbüchern und Schriften als schmackhaftes Heilmittel auf – zum Beispiel bei Hildegard von Bingen. In arabischen Ländern, Indien und Mexiko, werden sie heute oft in Form von Eintöpfen, zu CousCous, Gemüse, frittiert oder als cremige Paste, die auf Brot gestrichen wird, genossen. In den letzten Jahren hat sie aber wieder Einzug ins Bewusstsein gefunden und bei den meisten Lebensmittelmärkten und einigen Drogerieketten zu bekommen.

Die Kichererbse ist eigentlich nicht näher mit der uns bekannten grünen Erbse verwandt – obwohl beide zur Familie der Hülsenfrüchte gehören. Es wird angenommen, dass die Kichererbse schon vor 80000 bis 10000 Jahren im Orient als schmackhafte Nutzpflanze angebaut wurde. Archäologische Funde und in der Antike dann Schriften über den Ackerbau, belegen ihre Nutzung als sättigendes und leckeres Gemüse . Im Altertum soll sie der Göttin Venus heilig gewesen sein, daher auch die Bezeichnung „Venuskicher“.

Wer sich tapfer der monumentalen Aufgabe stellen und statt Dosenerbsen lieber die getrockneten Kichererbsen verwenden will, muss diese mindestens 12 Stunden in kaltem Wasser einweichen. (Hier bitte darauf achten von vorn herein Schüsseln zu wählen, die groß genug sind, die Erbsen quellen noch stark auf.) Danach wird das Wasser weggegossen und die Erbsen werden nochmals drei Stunden lang gekocht, bevor sie weiterverarbeitet werden können.

Rezept für arabischen Kichererbsensalat

1 kleine Dose gekochte Kichererbsen (Abtropfgewicht ca. 300 g)
1 Bund glatte Petersilie
1 kleine Zwiebel
3 Knoblauchzehen
4 aromatische Tomaten
½ - 1 Paprika
1, 5 EL Olivenöl
Saft von ½ - 1 Zitrone
Chili oder Harissapaste, Pfeffer, Paprikapulver (edelsüß), Salz

Zubereitung

  • Die Dose öffnen, die Kichererbsen abgießen und in eine Schale geben.
  • Die Zwiebel, die Tomaten und die Paprika fein würfeln und mit den Kichererbsen vermischen.
  • Die glattblättrige Petersilie waschen, die groben Stängel entfernen und das ganze grob hacken (ein Wiegemesser bietet sich an).
  • Die Knoblauchzehen putzen und ganz fein hacken. Wahlweise kann man sie mit der Knoblauchpresse auch direkt in den Salat drücken.
  • Jetzt einen reichlichen Schuss gutes Olivenöl in den Salat geben und den Zitronensaft hinzu fügen. Ich persönlich mag es etwas säuerlicher, aber das geht ja nicht jedem so.
  • Alles gut durchmixen und mit ein wenig Chilipulver oder etwas Harissa, frisch gemahlenem Pfeffer, Paprikapulver und Meersalz abschmecken.
  • Etwas durchziehen lassen und eventuell nachwürzen.

Zubereitung von arabischem Kichererbsensalat

Im Kühlschrank hält sich ein solcher Salat gut verschlossen auch gut einen Tag lang knackig frisch. Allerdings sollte man das Behältnis wirklich gründlich und sorgfältigst verschließen – die Gefahr einer geschmackstechnischen Knoblauchverseuchung aller Lebensmittel im Kühlschrank ist sonst einfach zu groß.

Fattoush – Sommerlicher arabischer Brotsalat

Ich blicke von meinem Schreibtisch und der Tastatur hoch und direkt aus dem Fenster in meinen Mini-Schattengarten im Innenhof. Ab und an verirrt sich mal ein Sonnenstrahl her, gerade wirbelt etwas Wind aber die grünen Massen vor meinem Fenster (Knöterich, nochmal Knöterich, Haselnuss, Flieder und irgendwo sehe ich auch Hopfen...) und der Himmel lässt für ein paar Minuten dicke Tropfen auf sie fallen. Hübsch. Aber der Anblick lässt mich in meiner Sommerbluse gerade etwas frösteln.

FattoushMit dem Rezept rufe ich im wettertechnisch wechselhaften Mai also ein wenig und ganz sanft die wärmeren Temperaturen herbei, denn dieses orientalische Gericht ist im Grunde  ein typischer Sommersalat. Kein Wunder, ist er doch ein frisch-säuerliches, leichtes und kühlendes Essen aus Ländern, in denen ganz andere Temperaturen herrschen als hierzulande.  (Oh.. und stellt euch nur die aromatischen Gurken und Tomaten vor...Hach..)
Fattoush passt hervorragend zu gegrilltem Fleisch, Fisch, Halloumi oder Grillgemüse und ist eigentlich für alles mögliche eine wundervolle Beilage. Schnell gemacht und zudem noch vegan ist der arabische Salat eine schöne Ergänzung bei einem gemeinsamen Essen mit Familie und Freunden. Denke ich an Fattoush, dann habe ich jedenfalls laue, zufrieden-schwere Sommerabende mit eins, zwei oder vielen lieben Menschen auf der Terrasse, Balkon oder - wer den Luxus hat - dem Garten vor dem inneren Auge.

FattoushIm Grunde kann man jedes etwas altbackene Brot für diesen wunderbar leichten Brotsalat verwenden und auftoasten. Resteverwertung kann manchmal richtig lecker sein.  Traditionell wird hier auf dünnes arabisches Fladenbrot oder angeröstetes/getoastetes Pitabrot zurückgegriffen. Meine syrische Lieblingsnachbarin schwört auf in Öl frittiertes, dünnes arabisches Fladenbrot - ich inzwischen auch. Es bleibt auch nach längerem Stehen des Salats erstaunlich crunchy.

Der Salat ist sehr schön variabel - je nachdem, was für Gemüse man da hat. Portulak kommt auch gerne noch mit hinein - ist hierzulande aber meist schlecht zu bekommen. Das Brot wird vor dem Servieren rasch untergehoben, ich habe aber auch schon Rezepte gesichtet, die wiederum darauf beharren darauf, dass der Brotsalat richtig durchziehen muss, ähnlich wie Panzanella. Aber ihr wisst ja selbst, was euch am besten schmeckt, probiert's einfach. 😉

Making FattoushRezept für Fattoush - arabischer Brotsalat

2 Fladen flaches, arabisches Fladenbrot oder Pitabrot, in Stücke gezupft/Geschnitten und in Sonnenblumenöl goldbraun frittiert (Alternativ: Brot toasten oder im Ofen rösten. Oder gekaufte Brotchips. Hier hatte ich schon in Fett ausgebackene große Brotcräcker mit Rosmarin)
2 mittelgroße Römersalate
1/2 - 1 Gurke
4 Tomaten
2 Frühlingszwiebeln

Salatdressing:

3 EL frischer Zitronensaft
3 EL Olivenöl
2 EL (~ 8 g) frische, gehackte Minze
2 EL (~10 g) frische, gehackte, großblättrige Petersilie
1,5 TL Meersalz
1 TL Sumak
1 Zehe Knoblauch
frisch gemahlener Pfeffer
(optional: 1 TL Honig)

Zubereitung:

  • Salat in mundgerechte Stücke zupfen und in einem Sieb abspülen, gut abtropfen lassen und in eine Salatschüssel geben.
  • Frühlingszwiebeln putzen, evtl. kurz abspülen (Stichwort Sand), in Ringe schneiden und dazu geben.
  • Tomaten und die Gurke ebenfalls abspülen, die Gurke schälen.
  • Die Gurke längs halbieren und mit einem Löffel den Bereich der Kerne aushöhlen, die Tomaten aufschneiden und hier ebenfalls die Kerne entfernen, so dass nur das feste Fruchtfleisch zurück bleibt.
  • Nun mit einem scharfen Messer Tomaten und Gurke in Stückchen zerteilen und mit dem Römersalat vergesellschaften.
  • Die Knoblauchzehe fein reiben, im Mörser zerquetschen oder durch die Knoblauchpresse jagen und mit den restlichen Zutaten für das Dressing in einem Glas miteinander vermischen - ich nehme gerne ein sauberes Einmachglas als Dressingshaker - und über den vorbereiteten Salat geben. Die knusprigen Brotstücke unterheben, rasch servieren.