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Oh my – selbstgemachtes Sushi! Grundrezept für Sushi-Reis

Meine etwas enthusiastische Überschrift ergibt sich daraus, dass es vor etlichen Jahren - als ich zufällig bei der Geburtstagsparty einer Bekannten darauf stieß - für mich einer erleuchtenden Offenbarung gleich kam, dass man Sushi tatsächlich wirklich ganz einfach selbst machen kann. Man verzeihe uns (der Liebste rollt ja mit) die grottenhässlichen etwas sehr unperfekten Maki-Zushi - wir sind etwas aus der Übung.

Selbstgemachtes Sushi

Sushi und ich, das war 2003 eine Liebe auf den ersten Bissen. Ich hatte wahrscheinlich Glück, dass ich damals authentisches japanisches Sushi vorgesetzt bekam. Damals hatte ich gerade meinen Mann kennengelernt, besuchte ihn in Berlin und er schleifte mich direkt in eine kleine  Sushi-Kaschemme in Neukölln. Das Musashi ist ein kleines Lokal, wo es warmen Sake aus der Mikrowelle gibt, vergilbte Poster von Sumoringern an den Wänden kleben und das beste Sushi Berlins serviert wird. Den Laden gibt es glaube ich seit rund 20 Jahren hier und er ist ein nicht mehr wirklich geheimer Geheimtipp für Sushi-Süchtige.

Selbstgemachte Maki

Zumindest wenn man in der Nähe von asiatischen Lebensmittelmärkten wohnt, ist es ja auch kein Problem an die Zutaten für diese japanische Spezialität zu gelangen. In Berlin Friedrichshain habe ich allein schon fünf Geschäfte in Laufnähe. Ich weiß allerdings noch, wie wir früher immer in die Innenstadt nach Duisburg mussten, nach Düsseldorf fuhren oder nach der Uni noch in Essen herumpilgerten, um in den - zumindest damals im Ruhrgebiet relativ seltenen -  Asia-Shops Lebensmittel zusammenzuraffen. Aber selbst das ist ja heute dank Onlineshopping alles unproblematisch.

Sushi selbstgemacht

Für Sushi benötigt man richtigen Sushi-Reis, der nach dem Kochen mit einer Marinade - der sogenannten Sushi-Zu - aus Reisessig, Zucker und Salz versetzt wird. Meine Marinade ist ziemlich säuerlich, wer das nicht mag, sollte den Reisessig auf jeden Fall reduzieren. Wir machen meistens Futo-Maki (dicke Sushi-Rollen aus ganzen Blättern Nori-Algen), Temaki (Tüten aus Nori, gefüllt mit Reis, Fisch und Gemüse) und Nigiri (längliche Reisklöße mit Belag). Diesmal kam Räucherlachs, Surimi (auf besonderen Wunsch des Gatten, ansonsten kommt mir das Zeug nicht auf den Tisch), Avocado, Frischkäse, Gurke und Kaviar zum Zuge.

Wie man sehen kann, habe ich mich  ganz heldenmutig zum ersten Mal auch an Gunkanmaki-Zushi (Schlachtschiffrollen-Sushi) gewagt. Sieht für den ersten Versuch doch nicht so schlecht aus. Und im Grunde sind diese sehr dekorativen Sushistücke sogar einfacher  zu machen als Makis.

Selfmade Gunkanmaki Zushi

Schlachtschiff Sushi

Zum Sushi gibt es Sojasauce, Gari (eingelegten Ingwer) und Wasabi (scharfer japanischer Merrettich). Das Wasabipulver, das einfach mit ein paar Tropfen Wasser zu einer Paste angerührt wird,  ist diesmal nicht vom Asiashop um die Ecke, sondern wurde mir (zusammen mit noch vielen anderen tollen Gewürzen, durch die ich  mich in den letzten Wochen hindurch probiert habe) von der Gewürzmanufaktur Rimoco unverbindlich* zugesandt. Da war ich ziemlich gespannt drauf, denn die Inhaltsstoffe verraten, dass sich hier tatsächlich ganze 72% Japanischer Meerrettich einfinden. Bei den gängigen käuflichen Wasabiprodukten liegt der Gehalt normalerweise eher um die 2% (wenn überhaupt, viele sind gänzlich ohne Wasabi), ergänzt mit billigem europäischen Meerrettich, Aroma und Farbstoffen. Ich hatte schon lange nach einer authentischeren Alternative gesucht und freue mich über diesen Fund.

Wasabi

Bei einem Kochabend durfte ich mir auch schon mal von einer japanischen Köchin zeigen lassen, wie man den Lachs richtig schneidet. Da durfte ich übrigens auch erfahren, dass Inside-Out-Makis wirklich einfacher machbar sind, als ich befürchtet hatte . Und auch wenn es nach einer schottischen Abart klingt - aber mit Panko paniertes und dann nur ganz kurz frittiertes Sushi: Mjam. Versucht es mal.
Und sorry für die Bilderflut - aber die Farben kamen so unglaublich toll beim Fotografieren raus, da konnte ich einfach nicht widerstehen.

Grundezept für Sushi-Reis

2 Tassen Sushi-Reis
2 ½ Tassen Wasser ( 1 ¼ pro verwendete Tasse Reis)

Marinade für den Sushireis (Sushi-Zu)

½ Tasse Reisessig
4 EL Zucker
1 ½ - 2 TL Salz

Zubereitung

  • Den Reis in einem feinen Sieb oder einer Schale gründlich in kaltem Wasser waschen, bis dass Wasser klar ist. Das dauert etwas und sorgt für eiskalte Finger, muss aber sein. Den gewaschenen und abgegossenen Reis 45 Minuten ruhen lassen.
  • Den Reis zusammen mit dem abgemessenen kalten Wasser  in einen Topf geben. Den Deckel fest verschließen und während des Kochvorgangs keinesfalls öffnen. (Ja... wer guten Sushireis will, muss die Neugier bezwingen. ;)) Hier empfiehlt sich ein Topf mit Glasdeckel.
  • Den Reis nun auf mittlerer Hitze langsam zum Kochen bringen, sobald er sichtbar kocht, den Reis auf kleinste Flamme stellen und mit geschlossenem Deckel zehn Minuten weitergaren lassen.
  • Den Topf vom Herd nehmen und den Reis (mit noch immer geschlossenem Deckel!) weitere zehn Minuten ruhen und nachgaren lassen.
  • Währenddessen in einer kleinen Schale den Essig mit Zucker und Salz vermischen, bis sich alle Zutaten aufgelöst haben. Man kann die Flüssigkeit auch etwas erwärmen, damit es schneller geht, sie sollte aber keinesfalls verdampfen und einreduzieren.
  • Den warmen Reis in eine Schale aus Porzellan oder Glas geben. Traditionell wird eine Keramik- oder Holzschale verwendet, da Metall mit den Zutaten reagieren könnte. Die Gewürzmarinade (Sushi-Zu) darüber geben und mit einem flachen Holzlöffel vorsichtig unterheben. Der Reis kühlt jetzt ab – traditionell wird dieser Kühlvorgang unterstützt, indem man dem Reis mit einem Fächer Luft zuwedelt.

Tipp zum Schneiden der Maki-Rollen

Wenn man die Makirollen schneiden will, sollte man a) ein wirklich scharfes Messer nutzen und b) es regelmäßig in Wasser mit etwas Reisessig tauchen. So verklebt die Klinge nicht und die Sushi-Rollen lassen sich gut schneiden. Für regelmäßige Sushi-Stücke, sollte man auch nicht einfach wild Scheibchen absäbeln, sondern die gesamte Rolle zunächst in der Mitte teilen, die entsprechenden Teilstücke dann wieder halbieren - bis zur gewünschten Größe.

Rezept selbstgemachtes Sushi - Gunkanmaki * Aus rechtlichen Gründen kennzeichne ich dennoch diesen Artikel als Sponsored Post/Werbung.

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Köstlicher Sommer – Kalte Gurkensuppe mit Joghurt und Minze

An einigen Stellen blitzte es ja schon öfters auf, dass ich spinne (und zwar nicht nur im herkömmlichen, sondern vor allem im wollenen Sinne) und auch Spinnkurse gebe. Bei mir finden auch regelmäßig Treffen statt, wo dann so zwischen 5 bis 15 Spinnfaserverrückte zusammenkommen. Irgendwie hat es sich in letzten Jahren eingebürgert, dass ich als Buffetbeitrag (neben kleinen Backexzessen oder anderen Dingen) oft  Suppen hinstelle. Bietet sich in der eigenen Küche ja auch irgendwie an. Und weil es so warm war, war es diesmal eine kalte Gurkensuppe mit kühlender Minze.

Ich bin zwar bekennende Carnivore, esse aber gerne auch fleischlos. Beim Kochen für Freunde versuche ich nach Möglichkeit auf vorhandene Vegetarier oder schwerwiegende Nahrungsmittelallergien einzugehen. Wenn das mal nicht klappt, dann gibt es eben zusätzlich noch irgendeine eine vegetarische oder gänzlich vegane Alternative. Im Gegenzug mache ich momentan den Trend aus, dass die Teilnehmer/innen netterweise vermehrt laktosefreie Köstlichkeiten mitbringen (An dieser Stelle: Mädels & Jungs - ihr seid einfach toll. :)). Mehrfach kam die Idee auf, die verkochten Rezepte mal in gesammelter Buchform aufzubereiten. Ein spannender Gedanke. Ein richtiges gedrucktes Kochbuch ist allerdings wahrscheinlich etwas zu hoch gegriffen, ich überlege aber das Suppenkochbuch als PDF rauszubringen und grübel noch ein wenig über die Realisierungmöglichkeiten. Wer da Ideen und Erfahrungen hat - immer her damit.

Die Menge der geeisten Gurkensuppe (Warum heißen solche Suppen eigentlich so? Ist ja eigentlich kein Eis drinnen? Liegen die sonst auf Eis?) reicht als Teil eines Buffets für circa acht Leute. Die Hälfte der Zutaten ergibt für zwei Personen - zusammen mit etwas frischem Brot - eine mehr als reichliche Hauptmahlzeit. Alle Zutaten sollten kühlschrankeiskalt sein.

Rezept für kalte Gurkensuppe mit Joghurt & Minze

5  Schlangengurken
1 l Joghurt
200 ml Sahne
100 - 200 ml Milch
2 Knoblauchzehen
1 TL edelsüßes Paprikapulver
Kräutersalz & Meersalz
frisch gemahlener schwarzer und roter Pfeffer
8 reich beblätterte Zweige (Orangen-)Minze

Zubereitung

  • Die eiskalten Gurken schälen, grob stückeln (Jepp, ich verzichte an dieser Stelle tatsächlich darauf, die Kerne zu entfernen. Traut euch.) und in einem großen Mixer (oder mit Hilfe eines Pürierstabes) zusammen mit dem geschälten Knoblauch, der gewaschenen und abgezupften Minze, den Gewürzen und einem Teil der Milchprodukte pürieren.
  • In eine große Schale geben, den Rest unterrühren, kurz ziehen lassen und abschmecken.

Gurkensuppen-Fazit

Erfrischend, kühl, schnell gemacht und schlicht perfekt für den Sommer. Ich mag solche Rezepte einfach gerne - nur ein paar Zutaten kombinieren, in den magischen Kessel werfen und voilà - schon ist ein köstliches Gericht fertig.

Wer mag, kann die Suppe noch mit einer Einlage aus Räucherlachs oder Krabben versehen. Dann aber darauf achten etwas weniger Salz zu verwenden. Ich fand den Zusatz nett, aber unnötig. Der Liebste war davon begeistert. So unterschiedlich sind eben Geschmäcker. 🙂